Aleviten in der Türkei
Türkei: Mindestens 80 Prozent aller alevitischen Gotteshäuser in der Ära Erdoğan errichtet

Zwischen 80 und 90 Prozent aller in der Türkei errichteten alevitischen Cemhäuser wurden in den vergangenen 13 Jahren erbaut, teilt Vizepremier Elvan mit. In Kürze werden Arbeitsgruppen ihre Tätigkeit aufnehmen, die künftig bei der Lösung von Problemen, welche die alevitischen Gemeinden betreffen, eine entscheidende Rolle spielen sollen.

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Ankara (nex) – Der stellvertretende Premierminister Lütfi Elvan berichtete gegenüber der Parlamentarischen Planungs- und Budget-Kommission, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – in der Türkei in jenen 13 Jahren errichtet wurden, seit die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) an der Macht ist.

Elvan betonte, dass die Regierung derzeit eine Roadmap ausarbeite, um Methoden zu entwickeln, die helfen sollen, Probleme zu erkennen und zu lösen.

Der Minister machte auch deutlich, dass der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten (DİB), Mehmet Görmez, erstmals die Publikation von alevitisch-bektaşistischen Klassikern veranlasst habe. Görmez und seine Mannschaft betrieben dieses Vorhaben mit großem Nachdruck. Das Justizministerium kündigte unterdessen seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll.

Dies sei im Rahmen eines Treffens beschlossen worden, das Premierminister Ahmet Davutoğlu jüngst mit Vertretern alevitischer Kulturvereine in Ankara abgehalten hatte. Der Rat solle künftig als Arbeitsgruppe dienen, um Angelegenheiten zu behandeln, welche die alevitische Community betreffen und er wurde auf eine Anordnung vonseiten des Justizministers Bekir Bozdağ hin gegründet.

Die Arbeitsgruppe, deren Vorsitz das beigeordnetet Sekretariat des Justizministeriums leiten soll, zielt darauf ab, rechtliche Grundlagen zu schaffen, um Probleme zu lösen, die vonseiten der alevitischen Gemeinschaften angesprochen werden. Sie soll vorerst zu fünf Sitzungen zusammentreten und dabei Meinungen und Vorschläge vonseiten führender Vertreter alevitischer NGOs und ihrer Dachverbände einholen.


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