Flüchtlingskrise
DIW-Präsident: Flüchtlinge rechnen sich spätestens nach sieben Jahren

Nach Kalkulationen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schaffen Flüchtlinge nach spätestens sieben Jahren einen Mehrwert für die deutsche Wirtschaft. "Nach unseren Berechnungen erwirtschaftet ein Flüchtling nach fünf bis sieben Jahren mehr, als er den Staat kostet", sagte Marcel Fratzscher.

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Berlin (dts) – , Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in einem Interview der „Welt“. Fratzscher sagte, er finde es „schockierend“, wie einseitig die Debatte in Deutschland über Flüchtlinge geführt werde.

Der Fokus liege allein auf angeblich drohenden Steuererhöhungen und Transferzahlungen. Dabei würden Flüchtlinge Einkommen schaffen, die Unternehmenserträge steigern, die Produktivität der Firmen erhöhen. „Davon profitieren auch ihre deutschen Kollegen“, sagte Fratzscher. So sei in Regionen, in denen der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund besonders hoch sei wie in Baden-Württemberg, auch das Bruttoinlandsprodukt höher.

Der Ökonom setzt darauf, dass die Politik wegen der Flüchtlingskrise den Investitionsstau in Deutschland beseitigt. „Die Flüchtlingskrise war ein Weckruf. Der Staat hat endlich erkannt, dass er mehr in Bildung und Infrastruktur investieren muss“, sagte Fratzscher. Im Gegenzug müsse der Staat an anderer Stelle sparen. „Das Ehegattensplitting kostet 20 Milliarden Euro im Jahr, kommt aber fast ausschließlich Gutverdienern zugute und setzt Fehlanreize, häufig für Frauen“, sagte Fratzscher. Auch das Kindergeld ist reformbedürftig. Politik und Wirtschaft sollten zudem einen „Wirtschaftsgipfel“ einberufen, auf dem beraten werden solle, wie Flüchtlinge am effektivsten in den Arbeitsmarkt integriert werden können, forderte der Ökonom.

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