Apartheidmauer
Christliche Palästinenser: „Israel ist ein Terrorstaat!“

Am Mittwoch ist es in der Nähe von Bethlehem zwischen palästinensischen Christen und der israelischen Grenzpolizei zu Handgreiflichkeiten gekommen.

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Protest palästinensischer Christen gegen Israels Grenzzaun wird handgreiflich

Jerusalem (nex) – Am Mittwoch ist es in der Nähe von Bethlehem zwischen palästinensischen Christen und der israelischen Grenzpolizei zu Handgreiflichkeiten gekommen, nachdem Dutzende christlicher Aktivisten, darunter Priester, gegen die Wiederaufnahme der Arbeiten zur Errichtung eines Teilstücks der Befestigungsanlage protestierten, die Israel von der West Bank trennen soll und an der seit Montag weitergebaut wird. Die Protestierenden, zu denen sich einige ausländische Aktivisten gesellten, versammelten sich in der mehrheitlich christlichen Stadt Beit Jala. Drei katholische Priester versuchten, Gebete zwischen Olivenbäumen zu sprechen, die von Bulldozern und mechanischen Baumaschinen entwurzelt werden sollten. Ein Demonstrant soll der Nachrichtenagentur AFP zufolge festgenommen worden sein, nachdem er versucht haben soll, einen Olivensetzling vor den Baggern einzusetzen. Zwischen der Polizei und Demonstranten, die unter anderem skandierten, Israel sei ein „Terrorstaat“, kam es zu Rangeleien.
Die Bautätigkeiten zur Errichtung der Grenzbefestigungsanlage waren am Montag nach langjährigem Rechtsstreit wiederaufgenommen worden. Israel hatte 2002 auf dem Höhepunkt der „Zweiten Intifada“ nach mehreren blutigen Terroranschlägen, unter anderem in Bussen und auf öffentlichen Plätzen, beschlossen, eine Barriere aus Mauern, Zäunen und militärischen Sperrgebieten innerhalb der besetzten West Bank zu errichten. Israel bezeichnete die Einfriedung als unerlässlich für die Sicherheit des Landes. Die Palästinenser sehen die, wie sie sagen, „Apartheidmauer“, hingegen als „Landraub“ und werfen Israel vor, auf diesem Wege Teile des Gebietes eines künftigen Palästinenserstaates abzutrennen. UN-Angaben zufolge seien bereits etwa zwei Drittel der Barriere komplett. Am Ende soll sich die Grenzanlage über 712 Kilometer erstrecken und zu 85 Prozent durch palästinensische Gebiete verlaufen.
Palästinensischen Angaben zufolge würden am Ende rund neun Prozent ihres Territoriums in der West Bank und Ost-Jerusalem vom Kernland abgetrennt. Dabei würden auch Bauern von ihren Feldern und Dorfbewohner von ihrer Wasserversorgung abgetrennt. So auch in Beit Jala und dem angrenzenden Cremisan-Tal, wo nun die örtliche christliche Community protestiert, mit der sich jüngst unter anderem auch der Papst solidarisiert hat. Die Angelegenheit hatte Aufmerksamkeit erregt, als bekannt wurde, dass der Schutzwall die Abtei Cremisan von den angrenzenden Konventen und Weinbergen abschneiden würde. Auch wären palästinensische Christen aus dem nahe gelegenen Beit Jala von ihren Olivenhainen abgeschnitten. Der Oberste Gerichtshof hatte im April einen Baustopp angeordnet und der Regierung aufgetragen, Alternativrouten zu erwägen. Diese hat jedoch am 6. Juli ihre Zustimmung zum Weiterbau gegeben mit der Begründung, das Urteil des Höchstgerichts beziehe sich nur auf einige wenige hundert Meter entlang der Abtei und dem Konvent.

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