Schantall und die Scharia
5x sexuelle Gewalt, die nichts mit Migranten zu tun hat

Sie begrapschen ihre Kolleginnen, verprügeln ihre Ehefrauen und tausende von ihnen reisen jährlich ins Ausland, um Frauen sexuell zu missbrauchen. Nein, hier geht es nicht um Flüchtlinge.

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Von Fabian Köhler

Auch zwei Wochen nach den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht diskutieren Medien, Politik und Stammtische über sexuelle Gewalt durch Migranten. Das wäre gut, täten sie es auch bei den vielen Formen sexueller Gewalt, die in Deutschland ganz ohne Migranten auskommen. Hier sind fünf Beispiel alltäglicher und massenhafter sexueller Gewalt, die sich nicht auf eine Silvesternacht beschränken und dennoch kaum Empörung erzeugen.

1. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Erinnert ihr euch an den Aufschrei, den es gab, als die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Anfang 2015 ihre Studie zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz veröffentlichte? Daran, wie spontan gegründete Bürgerwehren landesweit Büros stürmten und potenziell übergriffige Abteilungsleiter präventiv verprügelten? Nein? Die Empörung gab es natürlich auch nicht, den Grund dafür hingegen schon.

Laut der repräsentativen Umfrage hat in Deutschland schon jeder Zweite sexuelle Belästigung bei der Arbeit erlebt. Jede zweite! Auf die Idee angesichts der überwiegend männlichen Täter, jeden männlichen Angestellten unter Generalverdacht zu stellen und Männer beispielsweise grundsätzlich den Zugang zu Großraumbüros zu verwehren, kam bisher allerdings niemand.

2. Das Zeltlager der sexuellen Gewalt

Es ist das Zeltlager in Deutschland, in dem mit Abstand die meisten Straftaten registriert werden. Doch anstatt diese Institution sexueller Gewalt dauerhaft zu schließen, gilt das Oktoberfest vielen Deutschen als kultureller Höhepunkt des Jahres.

1.191 Straftaten registrierte die Polizei auf dem Oktoberfest 2015. Die 26 angezeigten Sexualdelikte (unter ihnen vier Vergewaltigungen) mögen manche bei Millionen Besuchern nicht so schlimm finden. Allerdings ist die Zahl angezeigter Straftaten nicht so niedrig, weil sexuelle Gewalt auf dem Oktoberfest nicht selbstverständlich wäre. Sondern gerade weil Vergewaltigungen, Nötigungen und Belästigungen so selbstverständlich sind wie das Ausnüchtern auf dem „Kotz-Hügel“ werden sie so selten angezeigt.

Berichte darüber darüber gibt es viele. Die taz zitiert eine Festzelt-Bedienung:  „Freunde haben oft beobachtet, wie mir Gäste an den Hintern grapschen… Ich selbst registriere das gar nicht mehr.“ Den Nachhauseweg – so heißt es in dem Artikel weiter – würde sie zur Sicherheit nur in Begleitung beschreiten. Und auch Anwohnerinnen würden aus Angst vor Übergriffen während des Oktoberfest lieber das Taxi nehmen anstatt in der Nähe der Theresienwiese zu Fuß zu gehen.

Immer noch nicht davon überzeugt, dass das Oktoberfest eine No-Go-Area ist, in der Horden sexuell enthemmter junger Männer das Gewaltmonopol des Staates außer Kraft setzten? Das schreibt die Süddeutsche:

„Allein der kurze Weg zur Toilette ist der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern. … Daneben stehen zwei Australier mit Filzhüten auf dem Kopf, die jedes Mädchen, das an ihnen vorbei muss, an der Kleidung festhalten. Ehe man sich versieht, hat man schon eine Hand am Busen. Um weiterzukommen, hilft nur, sich mit vollem Körpereinsatz loszureißen und den Angreifer zur Seite zu schubsen.“

3. Nördlich des Mittelmeeres sind Frauen nicht sicher

Dass es nicht nur in München viele Männer gibt, die Ausübung sexueller Gewalt für selbstverständlich halten, hat im vergangenen Jahr die EU-Grundrechte-Agentur FRA festgestellt. Wer nach Köln protestiert hat, dürfe beim Lesen ihrer Studie zu sexueller Gewalt in den EU-Mitgliedstaaten gar nicht mehr aufhören zu schreien. Ein paar Ergebnisse:

  • Jede zweite Frau ab 15 Jahren ist in der EU von sexueller Belästigung betroffen. Insgesamt sind das rund 100 Millionen Frauen.
  • Jede dritte Frau in der EU war bereits vor ihrem 15. Lebensjahr sexueller oder körperlicher Gewalt ausgesetzt. Das sind 66 Millionen Menschen.
  • 22 Prozent der befragten Frauen gaben an, von ihrem eigenen Partner körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren zu haben

Das Resumee des FRA-Direktors hätte auch aus einem Menschenrechtsbericht zu Saudi Arabien stammen können: „Frauen sind nicht sicher auf den Straßen, am Arbeitsplatz und schlussendlich auch nicht zu Hause, dem Platz, an dem sie Schutz finden sollten“, sagte Morten Kjaerum damals und fügte hinzu: „Die Ergebnisse dieser Erhebung können und dürfen nicht ignoriert werden.“ Sie wurden es dennoch.

4. Jährlich tausende deutsche Missbrauchsmigranten

Spätestens seit Köln findet sich das Klischee vom Südländer, der nach Deutschland kommt, um Frauen zu vergewaltigen, in so ziemlich jeder Tageszeitung. Das Phänomen gibt es tatsächlich, nur meist andersherum: 400.000 deutsche Männer ziehen jedes Jahr in den Sexurlaub, schätzt die MenschenrechtsorganisationTerre des Hommes. Damit belegt Deutschland nach den USA und Großbritannien den dritten Platz im internationalen Vergewaltiger-Export-Ranking.

Denn, dass das Phänomen besser Vergewaltigungs- oder Missbrauchs-Urlaub statt Sex-Urlaub heißen sollte, legen Zahlen des Kinderhilfswerks UNICEF nahe. Unter den Opfern befinden sich weltweit auch 150 Millionen minderjährige Mädchen und 73 Millionen Jungen. Im aktuell beliebtesten Reiseziel der Vergewaltigungstouristen, Kambodscha, handelt es sich bei jeder dritten Prostituierten um ein Kind.  Davon, dass wahrscheinlich auch ein Großteil der volljährigen Frauen ihren Job nicht freiwillig ausüben, ganz zu schweigen.

Forderungen, den jährlich tausenden Deutschen Missbrauch-Migranten die Sozialleistungen zu kürzen, sie länger (oder überhaupt) wegzusperren oder ihnen den Pass zu entziehen, gab es bisher aus keiner Partei.

5. 22 Vergewaltigungen pro Tag

Dieser Blogbeitrag wurde 13 Tage nach der Silvesternacht von Köln veröffentlicht. Nimmt man nur die angezeigten Fälle wurden statistisch in der Zwischenzeit über 260 Frauen in Deutschland vergewaltigt. Das sind 20 pro Tag. Fast eine Vergewaltigung pro Stunde.

Gesetzgeber, Polizei und Gerichte haben offenbar vor dem Problem kapituliert – sofern sie überhaupt eines darin sehen: In den rund 7500 Fällen, die pro Jahr in Deutschland angezeigt werden, wird es nur in rund 1000 Fällen zu einer Verurteilung kommen. 87 Prozent aller angezeigten Vergewaltigungen werden nicht aufgeklärt.

Und bevor jetzt jemand „Flüchtlinge“ schreit: Nein, die meisten Vergewaltigungen geschehen weder vor Flüchtlingsheimen, noch auf Bahnhofsvorplätzen, sondern im vermeintlich sicheren Umfeld: zu Hause, auf Arbeit, bei „Freunden“, durch deutsche Männer aus dem eigenen Bekanntenkreis.

 

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Erschienen auf Schantall und die Scharia

 

 

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