Louis C. Jacob
Hamburger Luxushotel verweigert Alice Weidel Übernachtung

Hamburg – Ein renommiertes Luxushotel in Hamburg hat der AfD-Chefin Alice Weidel die Übernachtung verweigert. Das Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee soll die Reservierung von Weidel storniert haben, nachdem sie unter falschem Namen einchecken wollte. Alice Weidel hatte am Donnerstagabend eine Rede im Hamburger Rathaus gehalten, bevor sie sich im Hotel einchecken wollte. Laut Berichten des „Hamburger Abendblatt“ und anderer Medien wurde Weidel nach ihrer Rede nicht im Hotel aufgenommen, weil sie versucht hatte, unter einem falschen Namen zu buchen. Die Direktorin des Hotels, Judith Fuchs-Eckhoff, betonte, dass es unüblich sei, unter einem falschen Namen einzusehen. „Alle Spitzenpolitiker, Royals und Botschafter buchen bei uns unter ihrem richtigen Namen,“ erklärte sie gegenüber der Zeitung. Die Entscheidung des Hotels löste in sozialen Netzwerken und bei AfD-Anhängern heftige Reaktionen aus. Viele forderten einen Boykott des Hotels, während andere die Maßnahme als Ausdruck einer „politisch-korrekten“ Ausgrenzung kritisierten. Ein Sprecher der Hamburger AfD-Fraktion erklärte gegenüber BILD, wo Weidel schließlich übernachtete, sei eine „Privatsache“. Weidel akzeptierte die Entscheidung des Hotels und wechselte daraufhin ins „Courtyard by Marriott“ am Hamburger Flughafen. Die Verweigerung der Übernachtung kommt in einem Kontext, in dem Weidels Auftritt im Rathaus von massiven Protesten begleitet wurde, bei denen laut Polizei über 16.000 Menschen gegen die AfD demonstrierten. Das Hotel Louis C. Jacob gehört zu den renommiertesten Adressen in Hamburg und hat in der Vergangenheit bereits hochrangige Gäste wie Bundeskanzler Olaf Scholz und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron beherbergt. Die DSR Hotel Holding, zu der das Hotel gehört, teilte auf Anfrage lediglich mit, dass man sich grundsätzlich nicht zu Informationen über Gäste äußere.

Robotik
Elon Musk plant bis 2027 Armee humanoider Roboter

Los Angeles – In einer Grundsatzrede auf der Consumer Electronics Show (CES) stellte Elon Musk, CEO von Tesla, Inc. einen kühnen Plan für die Massenproduktion von humanoiden Robotern vor und nannte das Projekt „Optimus“. Musk erklärte, dass diese Roboter nicht nur das wichtigste Produkt von Tesla werden sollen, sondern in Zukunft auch eine entscheidende Rolle bei der Umgestaltung der Weltwirtschaft und des täglichen Lebens spielen werden. In seiner Präsentation auf der CES hob Musk die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik hervor und erläuterte, wie Optimus die Arbeit, die Heimautomatisierung und die menschliche Interaktion revolutionieren könnte. Der milliardenschwere Unternehmer erklärte, dass Tesla bis zum Jahr 2027 eine „Armee“ von Optimus-Robotern produzieren will und rechnet mit einer Produktionsmenge von 500.000 bis 1 Million Einheiten pro Jahr.

„Humanoide Roboter werden das größte Produkt der Geschichte sein“

„Humanoide Roboter werden das größte Produkt der Geschichte sein“, erklärte Musk und sagte eine Zukunft voraus, in der das Verhältnis von Robotern zu Menschen weltweit bis zu 5:1 betragen könnte. Diese Vision spiegelt eine deutliche Abkehr von Teslas traditionellem Fokus auf Elektrofahrzeuge hin zu einer breiteren Ausrichtung auf Robotik und KI wider. Das Optimus-Projekt, das sich seit mehreren Jahren in der Entwicklung befindet, zielt auf die Entwicklung von Robotern ab, die in der Lage sind, eine breite Palette von Aufgaben zu übernehmen, von alltäglichen Arbeiten bis hin zu komplexen industriellen Prozessen. Musk erklärte, dass diese Roboter zunächst in Teslas eigenen Fabriken eingesetzt werden sollen, um bei sich wiederholenden oder gefährlichen Aufgaben zu helfen und so die Produktivität und Sicherheit zu erhöhen. Schließlich könnten diese Roboter auch in Haushalten eingesetzt werden, um ältere Menschen zu betreuen oder Aufgaben zu übernehmen, die Menschen lieber nicht erledigen. Musks Ankündigung auf der CES hat Diskussionen in allen Bereichen der Technik, Wirtschaft und Gesellschaft ausgelöst. Einige Branchenexperten sehen darin einen mutigen Schritt in unbekanntes Terrain, während andere skeptisch sind, was den Zeitplan und die ethischen Implikationen eines breiten Robotereinsatzes angeht.

Beiträge auf X spiegeln eine Mischung aus Begeisterung und Besorgnis in der Öffentlichkeit

Die Beiträge auf X spiegeln eine Mischung aus Begeisterung und Besorgnis in der Öffentlichkeit wider. Einige Nutzer feierten die Aussicht auf eine „Star-Wars-Ära“, in der Roboter Teil des täglichen Lebens werden, während andere Fragen über die Verdrängung von Arbeitsplätzen und die gesellschaftlichen Auswirkungen einer solchen Technologie stellten. Der ehrgeizige Zeitplan, den sich Musk für die Produktion von Optimus bis 2027 gesetzt hat, ist für ihn nicht ohne Beispiel; frühere Vorhersagen von Musk, wie die für die selbstfahrenden Autos von Tesla und den Cybertruck, sind jedoch oft mit Verzögerungen einhergegangen. Dennoch deuten der Umfang und die Vision des Optimus-Projekts darauf hin, dass Tesla stark auf die Zukunft der Robotik setzt.

Robotik und KI zentrale Themen auf der CES 2025 

Teslas Fokus auf Humanoide steht auch im Einklang mit breiteren Branchentrends, die auf der CES 2025 vorgestellt wurden, wo Robotik und KI zentrale Themen waren, was auf ein wachsendes Interesse und Investitionen in Technologien hindeutet, die die Interaktion zwischen Mensch und Maschine neu definieren könnten. Während Tesla sich darauf vorbereitet, die Produktion hochzufahren, werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Privatsphäre und die ethische Behandlung von KI-Entitäten Gegenstand intensiver Debatten sein. Musk selbst hat die Notwendigkeit von „Gesetzen der Robotik“ angedeutet, um sicherzustellen, dass diese Maschinen innerhalb ethischer Grenzen arbeiten, und dabei Parallelen zu Isaac Asimovs berühmten drei Gesetzen der Robotik gezogen.

Isak Haleva
Erdogan bekundet sein Beileid für Oberrabbiner Haleva

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Ankara – Die jüdische Gemeinde in der Türkei trauert um Isak Haleva, den Oberrabbiner des Landes, der im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Haleva, der seit 2002 als geistliches Oberhaupt fungierte, war eine Schlüsselfigur bei der Verknüpfung des traditionellen sephardischen Judentums mit der modernen türkischen Gesellschaft in einer Zeit, die von bedeutenden politischen und sozialen Veränderungen geprägt war. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach persönlich sein Beileid aus und wandte sich an die Ko-Vorsitzenden der Türkisch-Jüdischen Gemeinde, Erol Kohen und İshak İbrahimzadeh, um sein Mitgefühl auszudrücken. Diese Geste symbolisiert den Respekt und die Anerkennung der Rolle von Haleva bei der Förderung des interreligiösen Dialogs und der Einheit der Gemeinschaft . Türkische Medien hoben die Bedeutung von Halevas Beitrag für die jüdische Gemeinschaft und die türkische Gesellschaft insgesamt hervor. Haleva wurde 1940 in Istanbul geboren und studierte an der Jeschiwa Porat Yosef in Jerusalem, bevor er in sein Heimatland zurückkehrte. Seine Führungsrolle war von einem Engagement für Frieden und Einheit geprägt. Er führte die Gemeinde durch schwierige Zeiten, darunter 2003 die Bombenanschläge von Al-Qaida auf zwei Synagogen in Istanbul, bei denen er selbst unter den Verletzten war. Halevas Vermächtnis reicht über die Türkei hinaus und hat die sephardisch-jüdische Diaspora in Amerika und Israel beeinflusst. Er war bekannt dafür, dass er sechs Sprachen beherrschte, darunter das seltene sephardische Ladino, und seine Lehren und seine Arbeit im Bildungswesen haben die jüdische Kultur und die interreligiösen Beziehungen unauslöschlich geprägt. Die Gemeinde wird nun einen neuen Oberrabbiner wählen, wobei Halevas Sohn, Naftali Haleva, zu den Kandidaten gehört. Dieser Übergang kommt zu einer Zeit, in der die Beziehungen der Türkei zu Israel angespannt sind, insbesondere seit Oktober 2023 und Beginn des Krieges zwischen Israel un der Hamas.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nahm am Sonntag an der Eröffnungsfeier der syrisch-orthodoxen Kirche Mor Efrem in Istanbul teil.

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USA
Gaza-Waffenruhe: Trump beansprucht Erfolg für sich

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Washington – In einer kühnen Behauptung hat der designierte US-Präsident Donald Trump persönlich die Lorbeeren für das jüngste Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas in Gaza geerntet. Auf seiner Social-Media-Plattform erklärte Trump:
„Dieses EPISCHE Waffenstillstandsabkommen konnte nur als Ergebnis unseres historischen Sieges im November zustande kommen, da es der ganzen Welt signalisierte, dass meine Regierung den Frieden suchen und Abkommen aushandeln würde, um die Sicherheit aller Amerikaner und unserer Verbündeten zu gewährleisten. Ich freue mich, dass die amerikanischen und israelischen Geiseln nach Hause zurückkehren werden, um mit ihren Familien und Angehörigen wieder vereint zu sein.“
Die Vereinbarung, die die Freilassung der Geiseln und die Einstellung der Feindseligkeiten beinhaltet, wurde Berichten zufolge nach monatelangen intensiven Verhandlungen unter Beteiligung mehrerer internationaler Vermittler erzielt. Obwohl die Einzelheiten von Trumps Beteiligung an der Vereinbarung unklar bleiben, hat seine Regierung ihre Absicht, den Frieden im Nahen Osten zu fördern, deutlich zum Ausdruck gebracht. Kritiker argumentieren, dass der Grundstein für den Waffenstillstand von der scheidenden Biden-Regierung gelegt wurde, als US-Außenminister Antony Blinken mehrfach in die Region reiste, um Frieden zu vermitteln. Trumps Lager beharrt jedoch darauf, dass sein Wahlsieg eine deutliche Botschaft an beide Parteien gesendet und den Prozess beschleunigt habe.

Israel und die Hamas einigen sich auf Waffenruhe

Israel und die Hamas haben sich am heutigen Mittwoch auf ein Abkommen geeinigt, das eine Unterbrechung der Kämpfe im Gazastreifen und die schrittweise Freilassung von Geiseln und palästinensischen Gefangenen vorsieht. „Katar, Ägypten und die Vereinigten Staaten freuen sich, den Erfolg der gemeinsamen Vermittlungsbemühungen zu verkünden, nachdem die Kriegsparteien im Gazastreifen eine Einigung über den Austausch von Gefangenen und Geiseln erzielt haben“, sagte Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani, der auch Außenminister von Katar ist, vor Journalisten in Doha.

Ursprünge der Besatzung

Israel eroberte das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem im Krieg von 1967 und annektierte 1980 die gesamte heilige Stadt. Das Völkerrecht verbietet die gewaltsame Aneignung von Land. Außerdem hat Israel im Westjordanland Siedlungen gebaut, in denen heute Hunderttausende Israelis leben, und damit gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen, die es der Besatzungsmacht untersagt, „Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Gebiet zu verlegen“.

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Gastkommentar
Wilfried Fuhrmann: Krieg ist auch Geopolitik

Ein Gastbeitrag von Wilfried Fuhrmann

„Geopolitik“ ist letztlich immer noch oder bereits wieder der Kern der Politik fast aller Staaten, also auch der USA und insbesondere auch der Länder, die u.a. in Zeiten des Kolonialismus im Wettlauf (spätestens nach der Konferenz in Berlin im Jahre 1878) große Imperien errichtet hatten.1 Sie ist wahrscheinlich nur bedingt Demokratie geeignet.

I. Zum Krieg

I.1. Kein Krieg ist gerecht – auch kein möglicherweise gerechtfertigter Krieg

Geopolitik wurde beispielsweise in Form einer Kolonialpolitik sowie unter der politischen Propaganda „Volk ohne Raum“ nicht von „wilden“ Bürgerinnen und Bürger, sondern von gewählten Politikern, den National-Sozialisten betrieben (- mit den bekannten Folgen wie Krieg und Millionen von Toten auf beiden Seiten). Sie ist auch gekennzeichnet durch globale Machtkämpfe der staatlichen politischen Eliten (nicht nur von Monarchien) i.d.R. mit dem jeweiligen Ziel der territorialen Expansion des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Gestaltungsraums.

Es ist letztlich auch eine global orientierte Politik (nicht nur von Diktaturen) mit dem Ziel der global maximalen nationalen Größe des Landes bis hin zur umfassenden Dominanz mit der Macht der Festlegung von Grenzen, also der Struktur der politischen Landkarte und z.T. auch der internationalen Regeln und Ordnungen.

Diese gilt im Falle eines aggressiv expansiven Nationalismus, aber auch der Verteidigung von Werten (wie der Kultur einer Ethnie, der Demokratie oder der „freien Welt“) durch Demokratien jeglicher Ausgestaltung oder auch der „Missionierung“ bzw. Verbreitung von „nicht unbedingt selbst gelebten“ Werten (wie Menschenrechte, keine Todesstrafe, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, globaler Wettbewerb usw.).

Alle derartigen Ziele können gleichwohl kein Recht zur Führung eines Krieges sein, insbesondere da jeder Mensch das Recht auf Leben sowie körperliche und auch seelische Integrität hat. Dabei sind Leben und Überleben die Grundbedingung für jeden Menschen, denn dann erst kommen die sicherlich hohen Werte von Freiheit und Selbstbestimmung für jeden. Entsprechend ist kein Krieg gerecht.2

Das Dilemma besteht nun aber darin, daß derjenigen, der mittels des Einsatzes militärischer Mittel einen „Wert“ verbreiten oder verteidigen will, stets Werte wie bspw. Leben, Menschenrechte und Menschlichkeit massiv verletzt. Jeder in einem Kriege traumatisierte, „verstümmelte“ oder getötete Mensch ist dann wahrscheinlich Folge der Geopolitik bzw. eines staatlichen Vergehens – es sei denn, es geschah als Folge eines zulässigen Krieges (s.u.) bzw. einer zulässigen Kriegsführung, wobei prinzipiell jede militärische Entscheidung und deren Durchführung von einem Internationalen Kriegsgerichtshof analysiert und bewertet werden müßten.

Aber seit wann gibt es welche Arten von Internationalen Gerichtshöfen und welche Staaten akzeptieren es und unterwerfen sich deren Urteilen oder welche nicht? Da derartige Untersuchungen und Bewertungen eine fundierte Klage bedürfen, ist es wenig verwunderlich, daß Klagen und Forderungen überwiegend gegen den Verlierer einer militärischen Auseinandersetzung erhoben werden und zwar zumeist durch den (die) Sieger. Dieser (diese) benennen nach einer (bedingungslosen) Kapitulation in einem Friedensvertrag den (die) Angreifer und Verlierer.

Dabei begehen natürlich auch Sieger Kriegsverbrechen oder sie schwächen den Gegner durch neue Strategien, die erst nach dem Krieg international als Verbrechen angesehen und dann ggfs. verboten werden.

Der in den Krieg befohlene Mensch hat letztlich nicht den geringsten Entscheidungs- oder gar Verweigerungsspielraum – denn wer sich verweigert oder desertiert, der wird i.d.R. einem Kriegs-Gericht oder einem Militär-Richter vorgeführt.

Krieg ist zumeist ein nicht-zulässiges Unrecht und ein Verbrechen gegen die Menschenrechte und die Menschlichkeit. Ein („Angriffs“-) Krieg entsteht bspw. aus kultureller Überheblichkeit einer Nation (wie im Falle der National-Sozialisten) oder Zivilisation (wie im Falle der USA) oder einer Gemeinschaft und erfolgt i.d.R. aus Machtgier der herrschenden politisch-militärischen Eliten.

Wer der Logik des aggressiv imperialistischen Römischen Reiches folgt: „Wer den Frieden will, der muß rüsten“ offenbart, daß er seit „Rom“ kein höheres Zivilisations- und Kulturniveau erreicht oder erreichbar sieht und zugleich persönlich erwartet, durch einen Krieg zu gewinnen und/oder zumindest erwartet, infolge seiner gesellschaftlichen Stellung, politischen Privilegien usw. keinen Schaden infolge eines Krieges erleiden zu müssen.

Sterben, leiden, verlieren werden die stimmenlosen bzw. faktisch nicht politisch partizipierenden, nicht-privilegierten Menschen diesseits der Front und die mit riesigem Marketing-Aufwand (Propaganda, Diskriminierung usw.) letztlich moralisch „deklassierten“ Menschen jenseits der Front. Entsprechend haben alle diese Menschen das Recht und die politischen Eliten sowie die Gesamt-Gesellschaft die Pflicht, das an diesen Menschen begangene Unrecht zu erkennen, einzugestehen und soweit es möglich ist, mit adäquaten monetären, medizinischen sowie psychologischen Mitteln zu „kompensieren“. Ein „Volkstrauertag“ ist sinnvoll, aber nicht ausreichend.

I.2. Zum zulässigen bzw. vertretbaren nicht gerechten Krieg am Beispiel Palästina

Dieses gilt auch für den Fall eines Krieges, der als einzig möglich erscheinende verhältnismäßige Reaktion auf ein geschehenes geopolitisches Unrecht wie ein militärischer Angriff gilt – der Verteidigungskrieg. Dieser Krieg kann dann zwar als „vertretbar“ bzw. zulässig bzw. gerechtfertigt angesehen werden, aber auch er ist nicht gerecht.

Er kann als zulässig angesehen werden, wenn der Krieg resp. die Kriegsführung verhältnismäßig ist und nicht extrem eskaliert bzw. ausartet. Auch ein Vergeltungs- bzw. Verteidigungskrieg mit dem Ziel der Befreiung von Geiseln muß verhältnismäßig geführt werden. So muß bspw. im Krieg Israels in Palästina bspw. die Zahl der durch den Verteidiger bzw. das angegriffene Israel getöteten Zivilisten „verhältnismäßig“ sein zu den durch den Angreifer in einem dreitägigen Überfall getöteten und/oder als Geiseln entführten 1400 Zivilisten.

Stehen aber die von Israel in acht Wochen massiven Bombardements und Besetzung des Siedlungsgebietes der Palästinenser und des Angreifers getöteten 45000 Zivilisten in Palästina in einer „vertretbaren“ Relation? Wohl eher nicht – selbst unter schwierigen Kampfbedingungen, wenn sich Kämpfer des Angreifers unter Zivilisten mischen.

Auch die in modernen Kriegen stets auftretenden sog. Kollateralschäden in Form getöteter oder stark verletzter Menschen (ein schrecklich diskriminierender Begriff) sind wohl nicht in jedem Umfang und Falle einfach hinzunehmen. Um einen gegnerischen Kämpfer zu töten, der sich in einem Klassenzimmer unter Schülern aufhält oder in einer vollen Flüchtlingsunterkunft, ist es nicht gerechtfertigt, das Schulzimmer oder die Flüchtlingsunterkunft mit ggfs. allen Kindern oder Flüchtlingen in die Luft zu sprengen – derartiges darf nicht als eine zulässige Verteidigungsmaßnahme vom Gericht anerkannt werden,3 schließlich kann der gesuchte Terrorist anderenorts alleine oder in einer Umgebung mit weniger Zivilisten bekämpft werden.

Ebenso ist es nicht zulässig, die schutzlos umherirrenden (von Israel immer wieder neu getriebenen) Zivilisten nicht adäquat mit Nahrungsmitteln und Medikament sowie Zelten versorgen zu lassen. Schließlich hat der Verteidiger Israel die Wohnungen und wichtige Infrastruktur im Siedlungsraum des Angreifers in großem Maße zerstört. Hier stellt sich die Frage nach einem Verbrechen u.a. gegen Menschenrechte und die Menschlichkeit.

Auch dieses sollte von einem Internationalen Strafgericht untersucht werden.

I.3. Grenzen des Verteidigungskrieges?

Diese Untersuchungen sind in dem betrachteten Krieg insbesondere notwendig, weil der Krieg nicht auf dem Boden eines Staates stattfindet und weil die angreifenden Krieger keine Soldaten sind, sondern Krieger/Terroristen und Mitglieder einer kriegerischen Organisation (Hamas) sind.

Es existiert in Palästina kein Staat, der für seine Bürger sorgen könnte und müßte. Israel hat die Staatenbildung (im Rahmen der Zwei-Staaten-Lösung) immer zu verhindern gewußt. Also hat Israel auch (u.a. moralisch/ethisch) eine gewisse „Schutzpflicht“ gegenüber den Zivilisten und deren Menschenrechte zu wahren. Entsprechend sind Behinderungen der Versorgung mit Lebensmittel, Medikamenten und Notquartieren wahrscheinlich ein schweres Vergehen des israelischen Kriegskabinetts gegen die Menschlichkeit. Schließlich können die Behinderungen zu Hunger, ärztlicher Unterversorgung, menschlichen Qualen und Traumata sowie Tod führen. Es ist nicht notwendigerweise auszuschließen, daß es zumeist billigend oder gezielt in Kauf genommen wurde.

Dieses hätte die militärisch und wirtschaftlich weit überlegene Besatzungsmacht Israel beachten müssen und auch können, da mehrfach über einen Waffenstillstand verhandelt werden sollte, was die Bevölkerung im angegriffenen Israel von ihrer Regierung forderte, um derart die zuletzt noch nicht befreiten Geisel freizubekommen. Auch der Feind, d.h. die Hamas war zu Verhandlungen bereit.

Die Regierung bzw. das Kriegskabinett Israels folgte dem aber nicht. Glaubte sie durch die Fortsetzung des Krieges, durch ihre nachhaltige Übermacht noch mehr erreichen bzw. gewinnen zu können? Sie nahm den Krieg, die Bombardements auf und intensivierte ihn, um alle Mitglieder der Organisation zu töten und wollte dabei die Geiseln befreien. Wenn aber jede Wohnung, jeder Winkel zerstört werden sollen oder zur Zielerreichung zerstört werden müssen, dann wird damit die Überlebenswahr-scheinlichkeit aller Hamas-Kämpfer, aber auch die der Palästinenser (Zivilisten) und auch die der Geiseln gegen Null gehen.

Wenn das Siedlungsgebiet vollkommen zerstört ist, dann sind die überlebenden Palästinenser in ihrer Identität und Lebenskraft gebrochen, dann ist deren Heimat zerstört und für sie nur noch ein Friedhof ihrer von (dem nur noch im Politik-Marketing sog. Verteidiger?) Israel getöteten Angehörigen.

Damit stellen sich zugleich viele (nicht a priori auszuschließende) Fragen:

Ist es ausgeschlossen, daß dieser mit dem Massaker Israel aufgezwungene Verteidigungskrieg sehr schnell und letztlich zu einem Angriffskrieg (politisch als eine Art putativen Verteidigungskrieg begründet?) mit einem neuen maximalen End-Ziel „mutierte“? Wann endet ein Verteidigungskrieg? Sicherlich doch deutlich vor einem Genozid an den Palästinensern – insbesondere angesichts der vielfachen militärischen Überlegenheit Israels gegenüber der Hamas? Dabei ist ein Genozid zu verstehen als die Tötung und Vertreibung eines Volkes, einer Ethnie aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet.

Ist es vollkommen ausgeschlossen, daß der angegriffene Staat Israel sich nicht zuvor selbst einen Krieg mit der Organisation Hamas wünschte?

Es ist schwer vorstellbar, aber es bedarf der wissenschaftlich richterlichen Analyse, ob der anfangs erfolgte Angriff und die Erstürmung israelischen Gebietes möglicherweise von israelischen Politikern infolge der ausgedünnten Landesverteidigung „billigend in Kauf genommen“ und dann instrumentalisiert wurde? Die Zahl der (z.T. bestialisch) ermordeten und entführten wehrlosen Menschen in Israel war wohl nicht erwartet.

Aber der Verteidiger Israel propagierte nicht nur einen Krieg bis zur Befreiung der Geiseln, sondern zugleich einen absoluten Krieg bis zum Kern-Ziel eines (z.T. öffentlich) propagierten finalen Endes, d.h. der absoluten Eliminierung der Hamas.

Hat die Regierung nicht schon zuvor die Autonomiebehörde (von Mahmoud Abbas) und dann den Strom der importierten Versorgungs-Güter bewußt/gezielt geschwächt? Und wollte und will Israel eine Zwei-Staaten-Lösung nicht unbedingt verhindern? Schließlich würde dann ein Staat Palästina Ausdruck der kollektiven Selbstbestimmung sein und u.a. auch Hilfe von befreundeten Staaten erhalten.

Es soll keiner Umkehrung jeglicher Schuld das Wort geredet werden, aber ist es auszuschließen, daß es von Anfang an ein verdeckter (finaler?) Angriffskrieg ist? Denn ein vollkommen zerstörter, lebensfremder Gaza-Streifen kann das angestrebte finale Ziel der Annektierung des Gaza-Streifens plötzlich erreichbar erscheinen lassen.

Weil die dort noch lebenden Menschen gebrochen, ihrer Kultur beraut sind?

Die möglicherweise seit dem Beginn zielstrebig angepeilte Annektierung des Gaza-Streifens wird dann wohl damit begründet werden, daß mindestens 80 oder sogar fast 100 Prozent der Palästinenser Anhänger der Hamas und damit zu bekämpfende Feinde waren.

Eine Massen-Vertreibung und -Tötung ist dabei angesichts der stützenden Politik westlicher Staaten von der Rest-Weltgemeinschaft dann wohl nicht zu verhindern. Müssen hier die Internationalen Gerichte schon präventiv agieren – und wenn es sein muß, dann auch gegen den Staatspräsidenten? Ist der Haftbefehl mit der Folge einer möglichen Inhaftnahme durch einen Mitgliedstaat nicht die einzige Art, den Krieg zu stoppen, bevor das Volk von Palästina nahezu vertrieben oder getötet ist?

Dieses mögliche Ziel des territorialen Zugewinns kann auch erklären, daß das Kriegskabinett mit der deutlich unverhältnismäßigen Kriegsführung in Kauf nimmt, selbst weltweit eine neue Anti-Haltung gegen die Regierung Israels, aber möglicherweise schlimmer noch gegen das Land oder gar gegen das Volk bzw. die Menschen neu zu schaffen.

Ist es dann nicht möglich, daß man vor dem Krieg bewußt die Hamas „erstarken“ ließ und bewußt die „eiserne“ Grenzsicherung zwischen Palästina und Israel temporär „ausdünnte“? Schließlich will die Regierung diesen Komplex erst nach dem gewonnenen Krieg analysieren. Warum? Weil zu viel Wahrheit das Narrativ des Krieges zerstören würde?

Auch alle diese Fragen haben Wissenschaftler und ein internationaler Gerichtshof zu analysieren und zu werten.

Wenn jetzt jemand, wie ein US-Senator erklärt, daß man die Wirtschaft des Landes (bspw. Deutschlands) zerstören wird, welches den Haftbefehl des Internationalen Gerichtshofes befolgt und das mit Haftbefehl gesuchte Staatsoberhaupt beim Betreten des „Gastlandes“ (bspw. Deutschland) verhaftet, dann ist das nicht nur vollkommen unverständlich, sondern wohl eher kennzeichnend für einen Politiker einer übermächtigen „selbstherrlichen“(?) Politiker-Gesellschaft.

Diese scheint noch auf der Stufe Roms mit archaischen Kriegen zu sein, sich dabei wohl fühlt und wegen ihrer militärtechnischen Überlegenheit von mindestens 40 Prozent auch dort zu bleiben gewillt ist.4 Dann bleibt die Kriegsweisheit Roms bestehen – weil man den potentiellen Krieg bzw. die faktische Überlegenheit nicht abschaffen, sondern ggfs. in aller Härte ausbauen und auch faktisch demonstrieren will?

Dabei ist ein Krieg per se das wohl Unproduktivste und Unmenschlichste sowie auch der größte Klimaschädiger der Welt. Spätestens „unsere“ Enkelkinder werden diesen Politikern für die ganzen Kriege danken und (zurecht?) verdammen.

I.4. Politiker haben das vielen Menschen angetane Unrecht öffentlich anzuerkennen

Zu den Kriterien eines „gerechtfertigten“ Krieges gehört zumindest noch, daß die Politiker das dabei entstandene Unrecht an den betroffenen Menschen öffentlich und glaubwürdig anerkennt, Kriegsgefahren in der Zukunft frühzeitig zu erkennen und zu verhindern anstreben und versuchen, zugefügte Schäden mit Hilfen (Nahrung, medizinische Hilfe, Zelten usw.) zu teilen.5

Die Finanzierung einer derartigen Umverteilung sollte aus Mitteln der im Kriege erzielten Kriegsgewinne bzw. von den Kriegsgewinnlern /„verschonten“ Personen und Unternehmern sowie den regierenden politischen Eliten erfolgen. Entscheidend ist, daß Leid und Verluste von allen zu tragen sind, zur Verdeutlichung auch von den Politikern, die für die Teilnahme an kriegerischen Auseinandersetzungen gestimmt, aus den Steuereinnahmen den Krieg finanziert und irreversibel mobilisiert haben.

Dieses gilt auch für Demokratien, in denen der Souverän nicht unmittelbar zuvor darüber abgestimmt hat (oder gar nicht bzw. erst nach Wochen eines Kriegsmarketings mit öffentlichen Diskriminierungen von Kriegsgegnern) und dabei Kriegsgegner im Inland entweder als naiv oder als Rechtsextremisten oder „Versteher“ bzw. Freunde des Feindes (bspw. des „Diktators“ oder „Autokraten“ usw. ) diffamiert werden und u.U. um ihre bürgerliche, materielle Existenz fürchten müssen).

Ein derartiger Volksentscheid erfolgt faktisch aber sehr selten, noch nicht einmal in dem gegenwärtigen Falle, wo das Land weder angegriffen wurde und unverhofft unmittelbar im Kriegszustand war noch durch einen Bündnisfall zur Kriegsteilnahme „gezwungen“ wurde.

Dieses erfolgte nicht einmal im demokratischen Deutschland im Falle der Ukraine – dabei gab es genug Gründe dafür, daß die Ukraine aufgrund ihrer Politik (politisierter Öl- und Gastransit, Bestechung, mangelhafte Rechtstaatlichkeit usw. ) weder Mitglied der EU, noch der Nato usw. war.6 Der Souverän wurde weder in Demokratien jedweder Ausprägung noch in Monarchien, noch in totalitären Staaten usw. gefragt.

Immanuel Kant war im Geiste der Aufklärung für die Demokratie aufgrund seiner Hoffnung: Die direkt „betroffenen Menschen“ werden mit „Nein“ stimmen, so daß die Zahl der Kriege sinkt. Darauf Rücksicht zu nehmen gilt heute wahrscheinlich als Populismus.

Zur Zeit haben wir ca. 50 Kriege weltweit – wie war es doch mit dem Klima oder der Finanzierung der Infrastruktur, des Bildungs- und Justizsektors, des Gesundheitssystems, der Altenpflege usw.? Wie stark erhöhen diese Kriege die Migrationsströme? Ist diese Art der Geopolitik im Sinne der Menschen und gut für diese? Und wessen Geopolitik schuf möglicherweise einen Pfad, aus dem der Ukraine-Krieg folgte?

II. Internationale Organisationen und Prinzipien

Der Ansatz, über internationale Organisationen und Ordnungen Streit zwischen Staaten friedlich zu schlichten, ist im Grunde bisher wohl an den Großmächten gescheitert.

Erinnert sei an den sog. 2. Irak-Krieg, einem von den USA unter Präsident Georg W. Bush, jr. ( Georg Walker Bush) sowie dem UK geführten Angriffskrieg gegen den Irak (unter Saddam Hussein) ohne ein UN-Mandat und ohne das Vorhandensein von Massenvernichtungs-waffen im Irak, die von den USA fälschlicherweise noch vor der UNO als Anlaß und Notwendigkeit, also als Begründung für einen notwendigen sog. Verteidigungs-Krieg angeführt wurden.

Der Krieg forderte unmittelbar viele Menschenleben und führte zu Tumulten und dann u.a. zu einem Bürgerkrieg im Irak (2013 – 2017), d.h. zu insgesamt Millionen von Toten! Der Krieg war völkerrechtswidrig. Eine Verurteilung der USA und des UK erfolgte nicht, weil diese Länder von ihrem Vetorecht Gebrauch machten!7

Behindert dieses Vetorecht prinzipiell demokratische Verhandlungsfrieden und eine demokratische Streitschlichtung durch bspw. die UNO? Die Siegermächte, insbes. die USA bestanden nach dem 2. Weltkrieg auf einem umfassenden Vetorecht.

Die USA wollten ihre militärische und wirtschaftliche Überlegenheit bewahren8 und ausbauen sowie ggfs. mit allen Mitteln verteidigen – gemäß eines unausgesprochenen Konsens bzw. Zieles der politischen US-Eliten.9 Die USA wurden so für Kapital sowie Innovationen ein sicherer Hafen und attrahieren u.a. mehr Kapital, Innovationen und leistungswillige und -fähige (junge) Menschen als alle anderen Staaten.

Die USA zeichneten zusammen mit der UdSSR die internationalen Staats- bzw. Ländergrenzen und Einflußsphären. 10 Viele Länder wurden derart abhängig bzw. gerieten in eine politische, militärische und ökonomische Abhängigkeit von den „hierarchisch höher-stehenden“ Veto-Staaten.

Die Veto-Staaten konnten in unterschiedlichem Ausmaße derart eigenmächtig eine archaische Geopolitik betreiben, Verträge kündigen und blockieren oder einfach brechen.11 Sie hatten und haben die wirtschaftliche und militärische Macht dazu, benötigten keinen Schutz durch eine internationale Organisation oder einen internationalen Gerichtshof. Diese internationalen Institutionen wurden derart sog. zahnlose Tiger, weil sie auch mit keiner Exekutivgewalt ausgestattet wurden und werden.

Ein Vetorecht in der UNO und ein Arsenal an atomaren Waffen hat zwischenzeitlich neben den genannten Ländern auch die Volksrepublik China. Sie wurde als die dritte geopolitische Großmächte angesehen, was nicht auf Frankreich und das UK zutrifft, wenngleich auch sie mit dem Vetorecht privilegiert sind und über Atom-Waffen verfügen.

Dieses bedeutet aber nicht, daß die USA eine Tripolarität anerkennt,12 so wie sie die Bipolarität mit der UdSSR nie anerkannte, obwohl aber diese faktisch bis zur „Abwertung“ bzw. bis zum Zusammenbruch der UdSSR und in Zukunft bis zum Zusammenbruch der Russischen Föderation sowie der Volksrepublik China bestand/besteht. Die Welt befindet sich so in den „Vorbereitungen“ eines Sieges der „Weltmacht“.

Die faktische Macht und der Status eines Veto-Staates führten zu einem breiten Wettbewerbsfeld einerseits zwischen den drei Großmächten und andererseits zwischen den anderen Staaten zur Erreichung des Status einer Atom-Macht und damit einer „gesicherten“ staatlichen Existenz und Souveränität (siehe Nord-Korea, Iran, Pakistan, Israel, Ukraine usw.).

Diese Länder wollten und wollen derart eine atomare Regionalmacht in Form einer „Ordnungsmacht“ werden, die aber des Schutzes durch eine Großmacht bedarf. Israel ist eine derartige atomare Regionalmacht unter dem Schutz der USA. So bildet sich eine weitere Hierarchie-Regional-Ebene zwischen den Großmächten und den Nicht-Atommächten.

Das Verständnis von eigenen Atomwaffen als Sicherung der staatlichen Souveränität galt zumindest so lange, wie niemand glaubte, einen atomaren Krieg ohne eigene hohe Verluste führen zu können.

Letzteres beinhaltet zugleich die Vorstellung, die abgefeuerte atombestückte Rakete nicht bereits über dem Territorium des angreifenden Staates oder in ausreichender Entfernung vor dem angegriffenen Staat schon zerstören zu können. Über diese Fähigkeit per se verfügen jetzt aber mit großer Sicherheit die Großmächte, aber sie entwickeln Raketen mit 10facher Schallgeschwindigkeit, atomare Weltraumbeobachtungsstationen, Tarnkappentechniken, Laserwaffen usw.

Die Großmächte können jetzt über eine Regionalmacht versuchen, ihre Vorstellungen in einer Region mittels eines Krieges durchzusetzen, ohne selbst Kriegspartei zu sein.13 Entsprechend werden „Netze“ von Regionalmächten „geschaffen“. Die Staaten ohne atomare Waffen (wie die Ukraine) werden abhängige Spielbälle sowie Schlachtfelder der Großmächte.

Dieser globale Systemzustand intensiviert und weitet den Wettbewerb militärischer Entwicklungen spiralförmig aus und damit die Anzahl der Länder, die der einfachen Logik des archaischen Krieges folgen und letztlich als „Unterlegende“ das Recht des Stärkeren bedingungslos anerkennen (müssen).

Nach den jüngsten Entwicklungen in der Ukraine können gemäß der nationalen Atom-Einsatz-Regeln u.a. Rußlands auch nicht-atomar bewaffnete Länder (wie die Ukraine oder Deutschland, weil es das Logistik-Zentrum der Nato werden soll?) von einer Atommacht angegriffen werden, wenn dieses unter dem Schutz einer Atommacht steht.

Damit scheint bspw. Rußland jetzt die Mehrzahl der europäischen Staaten und letztlich alle im Verteidigungsfalle angreifen zu können. Die Folge wird das Drängen vieler europäische Staaten und auch der EU auf eigene atomare Waffen sein.

Gleichwohl wird die Wahrscheinlichkeit eines taktischen Atomschlages gegen Deutschland größer als gegen Frankreich oder England oder die früheren imperialen nachrüstenden europäischen Staaten sein.

In der Geschichte haben bisher einzig die USA ein nicht-atomar bewaffnete und auch nicht „beschütztes“ Land (Japan) mit einer Atom-Bombe (auf Hiroshima) bekämpft und dann das zur Kapitulation bereits bereite Japan mit einer zweiten Atombombe (auf Nagasaki) zur bedingungslosen Kapitulation gebracht.

III. Ein Fall steigender Komplexität

Der jetzt notwendige Versuch, den Krieg in der Ukraine zu verstehen, erscheint ungleich schwieriger. Schließlich geht es dort nicht „nur“ um einen militärischen Krieg, sondern auch um einen mit Sanktionen von den USA und der EU fortwährend akzelerierend geführten Wirtschaftskrieg zum Zwecke u.a. der Schwächung Rußlands, insbes. des russischen Militärsektors/Kriegswirtschaft, seines wirtschaftlichen Produktions-potentials sowie seiner politischen Stabilität und der Stabilität (Einheit) der russischen Gesellschaft.

Darüber hinaus ist zu beachten, daß die USA und auch die Ukraine seit dem Jahr 2014 ein engmaschiges Netz von Informanten und Spionen usw. in Rußland aufbaute, um u.a. ebenfalls die gesellschaftliche Stabilität in Rußland und damit das Regierungssystem schwerwiegend zu destabilisieren und letztlich zu stürzen.

Es erfolgte schrittweise eine Ausbildung/Training des Militärs und bald sukzessiv ein massiver Waffenimport aus den USA usw. Innenpolitisch erfolgte ein aggressiver Abbaus der Autonomierechte der „russischen“ Bürger bzw. Ethnie u.a. in Form eines Ausschlusses der russischen Sprache als zweite Amtssprache im Osten der Ukraine (Minderheitenschutz?).

Es führte zu einer wachsenden ausländischen Beeinflussung der ukrainischen Politik – bspw. bei der Wahl des neuen Präsidenten (nach der Flucht eines Präsidenten nach Rußland und den Unruhen auf dem Maidan). Versuche gab es u.a. seitens der deutschen Kanzlerin Frau Merkel und Herrn Steinmeier (im Rahmen des Weimarer Dreiecks) sowie des US-Präsidenten B. Obama mit dem Vizepräsidenten J. Biden usw..

Es gewann der größte Oligarch, Herr Poroschenko. Zu dessen ersten Amtshandlungen gehörte die Aufhebung der Autonomie der „russischen Ukrainer“, in dem die russische Sprache keine akzeptiere zweite Amtssprache in der Ukraine, selbst nicht in der Ostukraine, wurde.

Aber dieses „Feld“ ist umfassender als das bisher betrachtete, so daß es sinnvoll ist, hier abzubrechen und dieses „Feld“ in einem zweiten Beitrag zu betrachten

Erinnerung:

Wir dürfen nie vergessen: Deutschland wurde als Angreifer und als Verlierer für den 1. und den 2. Weltkrieg besonders tief in das Gedächtnis der Völker und ihrer Politiker „gebrannt“. Dieses wirkt insbesondere noch in Israel sowie in den USA und Kanada, ebenso wie in Europa bspw. in Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Polen, Serbien sowie in Rußland, Weißrußland, der Ukraine usw.14

Dabei mußte Deutschland bei jeder Niederlage (erst einer Kapitulation und dann einer bedingungslosen Kapitulation) große, von den Siegern politisch bestimmte Verluste hinnehmen – primär territoriale, kulturelle und ökonomische Verluste erleiden bei einem fortwährend gepflegten politischen Mißtrauen gegenüber Deutschen / Deutschland.

Deutschland hat so viel Territorium verloren, daß es keine eigenen Großmachtambitionen und entsprechende geopolitischen Ziele verfolgen kann. Sie kann es nur mit einer stark wachsender Wirtschaft und einer angestrebten Großmacht: EU.

Gleichwohl wurde Deutschlands ökonomische Stärke vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges insbes. in einem „Verbund“ mit der Russischen Föderation („preiswerte“ Rohstoffe gegen „technologische“ Güter) in den Augen vieler Länder, auch der USA schon wieder als eine Herausforderung und „potentielle Gefahr“ betrachtet.

Entsprechen haben die Sanktionen gegen Rußland fast stärkere negative Auswirkungen auf Deutschland, welches jetzt hohe Energiekosten, abnehmende Exporte, steigende Kapitalexporte, Verlagerungen von Investitionen ins Ausland (insbes. in die USA) und große teure Waffen-Importe aus den US sowie hohe Zahlungen für die fortlaufende „Ausrüstung“ der Ukraine und die „Unterstützungsleistungen“ für Bürger und verwundete Soldaten der Ukraine (OPs, Krankenhausversorgungen, Medikamente und psychologische Hilfen sowie Bürgergeld, Beschulung, usw.) leistet.

Die gesamten Sanktionen gegen Rußland sowie gegen China bei einer Abkehr vom freien Welthandel schwächen die Industrie des bisher weltoffen handelnden Deutschlands und lassen es in der weltweiten Reihung nach unten rutschen. Der beneidete und „verhasste“ Industriekern Deutschlands (seine Stärke während der letzten Finanzkrise) schmilzt unaufhaltsam, wohl bis zur irreversiblen Auflösung und einiger „neuer“ Sektoren. Von der Politik von US-Präsident Trump wird ab dem 20. Januar 2025 erwartet, daß seine Zollpolitik Deutschland wirtschaftlich weiter schwächen wird und die Industrie sowie Wohlfahrt der USA damit steigen werden.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
1 Man denke in Europa insbes. an das UK (mit rd. 55 Kolonien!), Niederlande, Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien und Italien sowie Österreich und Rußland.
2 So wie es keinen gerechten Krieg gibt, so gibt es auch keine gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung.
3 Gemäß der Bibel wollte Gott Sodom und Gomorra vernichten, aber nicht, wenn dort noch ein Gläubiger oder Rechtschaffender sich befand. Er verschonte damit sehr viele sich gegen die Gebote versündigende Menschen, weil die Tötung des Gerechten als „Kollateralschaden“ bzw. dieses einen Menschen Mord gewesen wäre und dann hätte Gott seinen eigenen Geboten zu wider gehandelt.
4 Dieser US_Senator erreicht mit dieser „Warnung“ in der 2. Novemberhälfte 2024 sicherlich eins: Eine alte Verschwörungstheorie wird wieder belebt mit der Folge einer erneuten religiösen Diskriminierung.
5 Hier läßt sich bspw. bedingt auf Deutschland nach 1945 verweisen mit dem sog. Lastenausgleichsgesetz zugunsten der u.a. aus den Ostgebieten (Ostpreußen usw.) Vertriebenen und zu Lasten der Immobilienbesitzer in den Westzonen.
6 Siehe weiter unter III.
7 Derart sind Kriege fast risikolos, da „Vetomächte“ weder Wiedergutmachungszahlungen bzw. -leistungen zu erbringen haben noch eigene territoriale Verluste zu fürchten haben. Welch ungleiches Spiel ist dann ein archaischer Krieg zwischen einem Staat ohne Veto-Recht und einem mit Veto-Recht.
8 Dazu gehört auch die Sicherung des US-Dollars als Weltwährungsreserve und als zentrale Welttransaktionswährung. Die Wahrung des US-Dollars als Transaktionswährung machte letztlich alle Länder abhängig von den USA und „garantierte“ negative Auswirkungen von US-Sanktionen (eine Form des Wirtschaftskrieges) im sanktionierten Land. Zur Zeit versuchen die BRICS-Staaten ihre Abhängigkeit vom US-Dollar bzw. diesem US-Monopol bei internationalen Transaktionen zu brechen. Allerdings scheint der künftige US-Präsident D. Trump allen BRICS-Staaten anzudrohen, daß wenn sie dieses Vorhaben nicht abbrechen, er ihre Länder mit 100 % Zoll belegen wird.
9 Ein „America First“ wird verschiedentlich als ein „erster Platz in einer Reihung der Staaten“ verstanden, wobei die demokratischen USA, evtl. mit einem „wohlwollenden Diktator, dann letztlich eine weltweite Führungs- und Polizeirolle erreichen wird. Dabei stellt sich die zentrale Frage: Warum sollten insbesondere die USA sowie die anderen zwei Großmächte auf ihr Kriegsrecht mit dem Vertrauen auf den archaischen Krieg zugunsten einer internationalen Ordnung und dem damit verbundenen Machtverlust bzw. dem Verlust des Machtmonopol verzichten?
10 Zu dieser Veto-Privilegierung kommt bei den Veto-Staaten ihre Nicht-Anerkennung (Nicht-Ratifizierung) internationaler Gerichtshöfe und -urteile sowie die anhaltende Produktion, ggfs. Anwendung sowie Verkauf von bspw. im sog. Ottawa-Protokoll geächteten Landminen, Streubomben und -granaten usw.
11 Geopolitik ist natürlich nicht nur Krieg; auch die ständige Beobachtung und Beeinflussung des Verhältnisses und der Beziehungen zwischen den Weltmächten sowie der ständige Wettbewerb in der Entwicklung der Militärtechnologie usw. gehören auch dazu.
12 So stellte US-Präsident B. Obama fest, daß die Russische Föderation ökonomisch nur ein Mittelstaat (und daraus folgend zu schwach für eine geopolitische Großmacht) ist. Diese „Regionalisierung“ war nicht nur eine Art politischer Beleidigung, sondern zugleich wohl auch ein Hinweis auf einen „kommenden Regional-Krieg“ der Russischen Föderation (RF) mit einer Regionalmacht. Es mag die Vorstellung damit verbunden sein, daß danach die Tripolarität „verschwindet“, so daß die USA und ihr schärfster System-Gegner, die Volksrepublik China in der Welt wieder eine Bipolarität mit einem kalten Krieg schaffen.
13 Diese Art von Stellvertreterkrieg gestattet es der Großmacht, „seine“ Regionalmacht selbst und durch die abhängigen nichtatomaren Staaten mit Ausbildung, Ausrüstung. Informationen jeglicher Art sowie Finanzhilfen zu unterstützen und zu dirigieren, ohne Kriegsteilnehmer zu sein (also niemals als Angreifer da zustehen), wohl aber nach den Abnutzungskämpfen und -schlachten zur Verteidigung der Regionalmacht ggfs. dem Krieg beizutreten, ohne ein eigenes Kriegsziel (wie Bodenschätze usw.) öffentlich zu erklären.
14 Ebenso wird die Haltung Deutschlands im Krieg Israels gegen Palästina resp. gegen die Hamas und die Hisbollah im Libanon auf den Golan-Höhen und gegen den Iran in den Köpfen und Wertungen der arabischen und westlichen Welt tief eingebrannt.
Zum Autor Seit dem Examen 1971 ist Wilfried Fuhrmann Diplom-Volkswirt an der Universität Kiel. Nach der Promotion 1976 zum Dr. sc. pol. und der Habilitation 1986 an der Universität Kiel war er von 1987 bis 1990 Professor für Volkswirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft an der Universität Linz. Von 1990 bis 1995 war er Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Paderborn. Von 1995 bis 2011 war er Professor an der Universität Potsdam, WiSo-Fakultät, Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie, insb. Makroökonomische Theorie und Politik.[1] Fuhrmann ist im Vorstand des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums.

DB-Aufsichtsratswahlen
Tolga Özgül kandidiert für den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn

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Düsseldorf – Tolga Özgül, der türkischstämmige Servicemitarbeiter der DB Station&Service (jetzt DB InfraGO AG), erlangte mit seiner Wahl zum „Eisenbahner/in mit Herz“ der Allianz pro Schiene im vergangenen Jahr bereits Bekanntheit. Nun kandidiert der gebürtige Kölner für den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. In einem Gespräch mit NEX24 sagte Özgül:
„Verspätungen und Zugausfälle sind an der Tagesordnung, was zu Frustration unter den Reisenden und eben auch unter uns Eisenbahnern führt. Die Infrastruktur der Deutschen Bahn ist veraltet und die Investitionen in Modernisierungen sind offensichtlich unzureichend. Mega-Bauprojekte haben oft hohe Kostenüberschreitungen und bringen nicht immer die versprochenen Vorteile; wie z. B. Stuttgart 21 mit einem Finanzierungsrahmen von zu Beginn 2,5 Milliarden € und nun schätzungsweise 12 Milliarden €“
Statt Milliarden in solche Großprojekte zu stecken, sollten Regierungen und das DB-Management sinniger in die Verbesserung und Modernisierung der bestehenden Infrastruktur investieren, so Özgül weiter.
Mit Armin Laschet, Vorsitzender der Landtagsfraktion und Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen
 
Straßen, Schienen, Wasserwege und Kommunikationsnetze sind das Rückgrat unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Wenn diese nicht ordnungsgemäß instandgehalten und erweitert werden, führt dies zu ineffizientem Verkehr, Umweltverschmutzung und wirtschaftlichem Stillstand. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Prioritäten überdenken und unser Geld dort investieren, wo es wirklich gebraucht wird – in eine nachhaltige und zukunftsfähige Grundinfrastruktur.
Als Gegenkurs für diesen Kurs bedürfe es laut Özgül starken GDL-Aufsichtsräten, „welche ihre Überzeugungen und die Interessen der Eisenbahner gegen jeden Widerstand oben halten“.
Tolga Özgül (r.) mit dem deutschtürkischen Rapper Eko Fresh

DB Aufsichtsratwahlen

Vom 14. bis 16. Januar 2025 stehen im DB-Konzern wichtige Entscheidungen an, denn in diesem Zeitraum wird der Aufsichtsrat gewählt. Für Unternehmen mit weniger als 8.000 Mitarbeitenden findet eine Direktwahl statt, bei der die Beschäftigten ihre Vertreter*innen direkt wählen. Für größere Unternehmen erfolgt eine Delegiertenwahl, bei der Delegierte aus den Betrieben die Aufsichtsratsmitglieder bestimmen. Besonders wichtig ist es, rechtzeitig die Wahlunterlagen zu beantragen, wenn man per Briefwahl abstimmen möchte. Es wird auch betont, wie wichtig es ist, die Unterlagen umgehend zurückzusenden, damit die Stimme rechtzeitig beim Wahlvorstand eingeht.

Eisenbahner mit Herz

Özgül hatte im vergangenen Jahr am Düsseldorfer Flughafenbahnhof durch sein Einschreiten eine junge Frau vor einem sexuellen Übergriff geschützt und sich bei dem Wettbewerb „Eisenbahner/in mit Herz“ der Allianz pro Schiene mit großem Abstand gegen die übrigen Nominierten durchgesetzt. Während einer Schicht bekommt er mit, wie eine junge Touristin aus Taiwan von zwei Männern am Bahnsteig bedrängt und belästigt wird. Sofort geht er dazwischen und spricht die Frau an, ob sie Hilfe braucht. Sie ist starr vor Schreck und unfähig zu sprechen. Özgül konfrontiert die beiden Männer mit ihrer Tat und ruft die Polizei. Im Anschluss kümmert er sich um die junge Frau und sorgt dafür, dass sie sicher in ihren Zug steigt. „Ich musste da nicht lange überlegen. Als ich die Angst und Verzweiflung in den Augen der jungen Dame sah, musste ich einschreiten. Sie hätte auch meine Schwester oder Nichte sein können“, so Özgül gegenüber NEX24. „Was Tolga Özgül da geleistet hat, verdient großen Respekt. Er hat mit seinem mutigen Verhalten und direkten Einschreiten Schlimmeres verhindert. Wir freuen uns, dass er mit der Auszeichnung zum Publikumsliebling für dieses Engagement nun auch gewürdigt wird“, so der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, damals.

Berufskrankheit
Parkinson durch Pestizide: Tausende Verdachtsfälle werden überprüft

Berlin – Sind Tausende Landwirte und Gärtner in Deutschland an Parkinson erkrankt, weil sie beruflich mit Pestiziden in Kontakt gekommen sind? Laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) wird in gut 8300 Fällen eine Anerkennung als Berufskrankheit geprüft. Eine Sprecherin der zuständigen Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) erklärte, bislang sei noch keine Anerkennung ausgesprochen worden. „Aufgrund der hohen Anzahl zu überprüfender Verdachtsfälle gehen wir davon aus, dass die Bearbeitung noch längere Zeit in Anspruch nimmt.“ Hintergrund der Überprüfungswelle ist eine im März 2024 veröffentlichte Empfehlung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats des Bundesarbeitsministeriums. Das Expertengremium war nach mehrjähriger Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Umgang mit gewissen chemischen Pflanzenschutzmitteln Parkinson auslösen kann. Deswegen sprachen sich die Fachleute für eine Anerkennung als Berufskrankheit aus. Die Anerkennung bedeutet, dass Betroffene Anspruch auf Leistungen ihrer Unfallversicherungsträger haben, etwa Renten. Die Aufnahme in den entsprechenden Katalog ist indes noch nicht erfolgt, wie ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums der „NOZ“ unter Verweis auf noch laufende Abstimmungsprozesse bestätigte. Für Betroffene habe dies aber keine Auswirkungen: In der Zwischenzeit sei eine Anerkennung als sogenannte Wie-Berufskrankheit möglich, die mit identischen Ansprüchen verbunden ist. Bis zu der Entscheidung im vergangenen Jahr hatten Parkinson-Patienten, die ihre Erkrankung auf beruflichen Pestizid-Einsatz zurückführen, kaum Chancen auf Anerkennung. 60 entsprechende Verdachtsanzeigen waren in den zurückliegenden Jahren laut „NOZ“ bei der SVLFG eingegangen, aber alle negativ beschieden worden. Die Versicherung hatte von sich aus nach eigenen Angaben 7900 Versicherte angeschrieben, die in den vergangenen Jahren aufgrund einer Parkinson-Erkrankung behandelt worden waren. Weitere 400 Verdachtsanzeigen kamen durch Ärzte, Arbeitnehmer oder Unternehmer noch hinzu.

Ahmet Ali Çelikten
Welterster schwarzer Kampfpilot war Osmane

Izmir – Ahmet Ali Çelikten, eine vergessene Persönlichkeit, war der erste schwarze Militärpilot der Weltgeschichte. Der in der westtürkischen Provinz Izmir geborene und aus Nigeria stammende Pilot wuchs in der osmanischen Gesellschaft auf und hatte wie jeder osmanisch-türkische Bürger die Möglichkeit, 1903 in die osmanischen Seestreitkräfte aufgenommen zu werden. Er war einer der wenigen schwarzen Piloten im Ersten Weltkrieg, ähnlich wie der Afroamerikaner Eugene Jacques Bullard (der für Frankreich flog), William Robinson Clarke aus Jamaika (der für Großbritannien flog), Pierre Réjon aus Martinique (der für Frankreich flog) und Domenico Mondelli [es] aus Eritrea (der für Italien flog). Er kämpfte 1911 im italienisch-türkischen Krieg mit seinen südafrikanischen Glaubensbrüdern in Libyen und später im Ersten Weltkrieg als erster schwarzer Militärpilot der Welt gegen die Alliierten. Das Osmanische Reich war das letzte islamische und multikulturelle Imperium der Weltgeschichte. Die Hautfarbe hatte keinen Einfluss auf die soziale Stellung oder die Möglichkeiten des Einzelnen in der osmanischen Gesellschaft. Çelikten wurde 1883 in Izmir im Osmanischen Reich geboren. Seine Mutter, Zenciye Emine Hanım, war nigerianischer Abstammung, sein Vater, Ali Bey, war ebenfalls Afro-Türke. Die Familie floh von Kairo, Ägypten, nach Kreta, weil Ägypten in den Jahren 1798-1801 von den Franzosen besetzt war, und zog anschließend von Kreta nach İzmir. Er wollte Seemann werden und trat 1904 in die Technische Marineschule Haddehâne Mektebi (wörtlich: „Schule der blühenden Mühle“) ein. 1908 schloss er diese Schule als Oberleutnant (Mülâzım-ı evvel) ab. Anschließend besuchte er die Flugschule der Marine (Deniz Tayyare Mektebi), die am 25. Juni 1914 in Yeşilköy gegründet wurde. Danach war er Mitglied der osmanischen Luftwaffe. Während des Ersten Weltkriegs heiratete er Hatice Hanım (1897-1991), eine türkische Kriegsmigrantin aus Preveza.

Zur Schulung nach Berlin

Am 11. November 1916 wurde er zu einem der ersten schwarzen Militärpiloten der Luftfahrtgeschichte. Am 14. Februar 1917 wurde er zum Hauptmann (Yüzbaşı) befördert und am 18. Dezember 1917 nach Berlin geschickt, um dort eine Ausbildung in der Luftfahrt zu absolvieren. Nach Abschluss dieser Ausbildung wurde er der Marinefliegerkompanie in İzmir zugeteilt. Sein Codename war „Çelik Kara Kartal“ – Schwarzer Adler aus Stahl, abgeleitet von seinem Namen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs engagierte sich Çelikten im türkischen Unabhängigkeitskrieg und unterstützte die türkische Nationalbewegung. Er meldete sich freiwillig als Pilot auf dem Militärflugplatz in Konya, Türkei. Zu dieser Zeit schmiedeten die türkischen Nationalisten einen Plan, um Flugzeuge aus osmanischen Lagerhäusern zu stehlen und sie nach Amasra, einer Hafenstadt am Schwarzen Meer, zu bringen. Ahmed wurde 1922 nach Amasra geschickt, um bei dieser Operation zu helfen. Die Piloten setzten diese Flugzeuge ein, um das Schwarze Meer zu überwachen und ihre Marineoperationen zu schützen. Nach der Gründung der Türkischen Republik im Jahr 1923 wurde eine Abteilung geschaffen, um die Flugoperationen von Konya nach İzmir zu verlegen. Çelikten wurde dieser Abteilung zugeteilt und setzte seinen Dienst in İzmir fort. Im Jahr 1928 wurde er zum Untersekretariat der Luftwaffe ernannt, einer Abteilung der türkischen Luftwaffe, die dem Ministerium für Nationale Verteidigung unterstand.[9] Er wurde 1924 von Mustafa Cumhuriyeti Istiklal Madalyasi“ (Unabhängigkeitsmedaille) mit der Nr: 480 im Jahr 1924 von Mustafa Kemal Atatürk – und Ismet Inönü für seine Tapferkeit im türkischen Unabhängigkeitskrieg.

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Glücksspiel
Ein Anfänger-Leitfaden für Online Casinos mit Freispielen für 2025

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Wer erstmals Online Casinos für sich entdeckt, wird schnell auf die Stichworte Freispiele und „Freispiel-Casino“ stoßen. Doch was hat es damit auf sich und worauf muss man achten, um alle Vorzüge von Online Casinos, die Freispiele anbieten voll auskosten zu können? All das erfährt man in diesem Artikel.

Was sind Freispiele?

Freispiele im Online Casino ermöglichen es Spielern, ohne eine Einzahlung von Echtgeld auf das Spielerkonto kostenlos Casinospiele zocken zu können. Alternativ wird auch von „Free Spins“ gesprochen. In aller Regel handelt es sich dabei um Freispiele für Slots, also Spielautomaten. Die meisten Angebote von Freispielen gelten nur für bestimmte Slots, zum Beispiel die Titel eines bestimmten Spieleentwicklers oder zu einer spezifischen Thematik, etwa Slots im Wild-West-Design. Wenige lassen sich frei auf das gesamte Spieleangebot eines Casinos anwenden.

Vor- und Nachteile von Freispielen

Der Vorteil von Freispielen liegt auf der Hand: Man kann im Casino spielen, ohne dafür einen Cent auszugeben. Man geht also kein finanzielles Risiko ein. Das lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Wer gerade kein Geld zur Verfügung hat, sein persönliches Limit überschritten hat oder ein Casino erstmal in Ruhe testen möchte, kann auf diese Art von Angeboten zurückgreifen. Denn es wäre schließlich ärgerlich, eine Summe einzuzahlen und dann zu merken, dass das Casino einem nicht gefällt und man dort nicht bleiben möchte. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch mit Freispielen bereits echte Gewinne erspielt werden können, die man sich später auszahlen lassen kann. Eine Einschränkung gibt es jedoch. Hierauf gehen wir am Ende dieses Artikels gesondert ein. Nachteile gibt es wenige, für viele Spieler gar keine. Die vereinbarten Freispiele werden den Spielern in aller Regel verlässlich gutgeschrieben. Es kann jedoch vorkommen, dass ein toll klingender Freispiel-Bonus schlichtweg nicht zum persönlichen Spielverhalten passt. Gerade für Anfänger im Online Casino kann das enttäuschend sein. Das kann beispielsweise passieren, wenn die Freispiele innerhalb eines bestimmten Zeitraums genutzt werden müssen, der für einen Gelegenheitsspieler zu knapp bemessen ist. Deshalb ist es ratsam, sich die Bonusbedingungen für die Gutschrift und Nutzung von Freispielen gut durchzulesen.

Wie findet man Freispiel Casinos?

Online Casinos, die ihren Spielern Freispiele anbieten, werden auch als Freispiel-Casino bezeichnet. Da hier keine Einzahlung erforderlich ist, wird alternativ auch vom „Casino ohne Einzahlung“ gesprochen. Gemeint ist damit oft dasselbe, auch wenn es kleine Unterschiede geben kann. Manchmal werden nämlich im Casino ohne Einzahlung keine Freispiele, sondern kostenlose Startguthaben vergeben. Doch wie findet mal solche Casinos nun? Wer eine Suchanfrage bei Google startet, wird schnell feststellen, dass es unzählige Treffer gibt. Und gerade Anfänger wissen nicht, wie genau man die Spreu vom Weizen trennt – denn leider gibt es unter den Online Casinos schwarze Schafe, wenngleich man sie mit Aufmerksamkeit und Erfahrung treffsicher umgehen kann. Hilfreich ist es, Übersichten wie auf der Website von Johnslots zu nutzen. Dort findet man seriöse Casinos, die aktuell Freispiele anbieten, übersichtlich und auf einen Blick aufgelistet. Praktisch ist, dass man nicht lange suchen muss, sondern sofort alle wichtigen Infos vor Augen hat. Zum Beispiel auch, wie es mit Umsatzbedingungen und Maximalgewinnen beim jeweiligen Online Casino aussieht.

Wie profitiert man vom Freispiel-Bonus?

Es ist von Casino zu Casino unterschiedlich, wie man die Freispiele erhält. Manchmal werden sie mit der Registrierung automatisch gutgeschrieben, manchmal muss man ein Häkchen an der richtigen Stelle setzen. In wieder anderen Fällen kann es erforderlich sein, sich über einen bestimmten Affiliate-Link beim Online Casino zu registrieren oder im Anmeldeformular einen Bonuscode einzugeben. Wird ein Freispiel-Bonus für Bestandskunden vergeben, muss man den erhaltenen Bonuscode irgendwo in den Kontoeinstellungen des Casino-Spielerkontos eintippen. Man sollte stets darauf achten, welcher Mechanismus beim jeweiligen Casino angewendet wird. Wer verpasst, seinen Casino-Freispiel-Bonus geltend zu machen, hat keinen Anspruch darauf, dass dieser im Anschluss noch aus Kulanz aufs Spielerkonto gutgeschrieben wird.

Warum vergeben Betreiber von Online Casinos Freispiele?

Grundsätzlich hat kaum ein Unternehmen etwas zu verschenken, auch nicht in der Casino-Branche. Freispiele sind jedoch auch für die Anbieter Marketing, das sich sowohl für Spieler als auch für Casinobetreiber lohnt. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, wie riesig der Markt inzwischen allein in Deutschland ist. Auch weiteres Wachstum in dieser Branche ist zu erwarten. Klar, dass sich deswegen immer mehr Casino-Betreiber mit neuen Casinos versuchen, um auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Um neue Spieler von ihrem Casino-Angebot zu überzeugen, müssen sich aber gerade neue Casinos einiges einfallen lassen – denn sonst bleiben die Spieler einfach bei den altbewährten Anbietern. Freispiele als Willkommensboni sind eines der ultimativen Werbegeschenke, die Online Casinos potentiellen neuen Spielern machen können. Alternativ zu Freispielen wird auch gerne ein Einzahlungsbonus vergeben. Hierbei wird die Einzahlung von Echtgeld um einen bestimmten Prozentsatz erhöht. Häufig gibt es auch eine Kombination aus beiden Bonusarten.

Aufgepasst bei den Bonusbedingungen

Wie bereits erwähnt, sind Freispiel-Boni im Online Casino so gut wie immer an Bonusbedingungen geknüpft. Diese sind von Casino zu Casino unterschiedlich und können bei jeder neuen Freispiel-Aktion anders gestaltet sein. Ein paar Aspekte sind meistens gleich. Die Bonusbedingungen sehen meistens vor, dass die Freispiele ein Ablaufdatum haben. Werden sie nicht bis zu diesem verwendet, verfallen sie. Auch gibt es ein Limit, wie hoch der Gewinn ausfallen darf, der nur mit Freispielen erspielt wird. Verständlich, denn alles andere könnte ein Casino in den Ruin treiben. Auch Umsatzbedingungen sind häufig Teil der Bonusbedingungen. Dass bedeutet, dass die Freispiele zwar sofort und ohne Zutun der Spieler vergeben werden – damit erspielte Gewinne aber erst ausgezahlt werden, wenn der Spieler im jeweiligen Online Casino einen gewissen Umsatz erreicht hat. Vorher werden die Gewinne zwar auf das Spielerkonto gutgeschrieben, auf ein Bankkonto oder in eine Wallet (sofern das Casino deiner Wahl Ein- und Auszahlungen mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin anbietet) verschieben kann man sie erst, nachdem die Bonusbedingungen erfüllt sind. Wer also gar nichts einzahlen will oder nur sehr selten spielt und daher Ablaufzeiten nicht einhalten kann, könnte von einigen Freispiel-Casinos enttäuscht werden. Dann sollte man sich nach einem anderen Anbieter umsehen. Achtet man von Anfang an genau auf die Freispiel-Bedingungen in einem Online Casino, sind diese Aktionen jedoch absolut vorteilhaft für Spieler. Man sollte sich diese Möglichkeiten definitiv nicht entgehen lassen.

Patriotismus
Marokkaner sind patriotischste Menschen der Welt

Rabat – Nach Angaben von WIN/Gallup International würden 61 % der Befragten in 64 Ländern für ihr Land kämpfen, während 27 % der Bevölkerung dies nicht tun würden. Der Patriotismus ist je nach Region unterschiedlich ausgeprägt, wobei die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas (M.E.N.A.) mit 83 % den höchsten Wert aufweisen, während die Länder Westeuropas mit 25 % einen sehr niedrigen Wert erreichen. Es wurde festgestellt, dass Länder, die kurz vor der Umfrage einen Konflikt erlebt hatten, höhere Werte für Patriotismus erzielten als Länder, in denen dies nicht der Fall war.

Höhere Bereitschaft bei jungen Menschen

Ein großer Prozentsatz der Frauen ist bereit, für ihr Land zu kämpfen (52 % der Stichprobe), im Vergleich zu 67 % der Männer. Junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren zeigen mit 66 % eine höhere Bereitschaft zu kämpfen. Vergleicht man die Regionen in Abhängigkeit von der Religionszugehörigkeit, so waren Regionen mit einem höheren muslimischen Bevölkerungsanteil mit 78 % patriotischer.

Marokko auf Platz 1

In der Studie von WIN/Gallup International wurde Marokko als das patriotischste Land der Welt eingestuft. Im Rahmen der Studie wurden Einwohner aus 64 Ländern befragt, ob sie bereit wären, für ihr Land zu kämpfen und möglicherweise zu sterben – eine Frage, die das Engagement für ihr Heimatland auf den Punkt bringt. Die WIN/Gallup International-Umfrage, die mit einer Stichprobe von 62.398 Teilnehmern durchgeführt wurde, ergab, dass überwältigende 94 % der Marokkaner bereit sind, ihr Land bis zum letzten Opfer zu verteidigen. Mit diesem Ergebnis steht Marokko an der Spitze des weltweiten Patriotismus und zeigt ein tiefes Gefühl der nationalen Loyalität seiner Bürger.
Top 15 der patriotischsten Länder:
  1. Marokko – 94%
  2. Fidschi – 94%
  3. Pakistan – 89%
  4. Vietnam – 89%
  5. Bangladesch – 86%
  6. Aserbaidschan – 85%
  7. Papua Neuguinea – 84%
  8. Afghanistan – 76%
  9. Georgien – 76%
  10. Indien – 75%
  11. Finland- 74%
  12. Türkei – 73%
  13. Philippinen 73%
  14. Thailand 72%
  15. Armenien 72%
Die Studie deutet darauf hin, dass das Ausmaß des Patriotismus durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden könnte, darunter aktuelle Konflikte, kulturelle Werte und nationale Identität. Vor allem die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas (MENA), darunter Marokko, wiesen höhere Werte auf, was möglicherweise auf die historischen und aktuellen regionalen Spannungen zurückzuführen ist.

Kampfbereitschaft in Industrienationen niedriger

Die meisten Menschen in den Industrieländern sind nicht so bereit, für ihr Land zu kämpfen wie die Menschen in den Entwicklungsländern. Obwohl sie nicht am Ende der Liste stehen, erreichte Amerika 44 %, die Schweiz 39 %, Dänemark 30 % und Großbritannien 27 %. Die am wenigsten patriotischen Länder waren Deutschland, die Niederlande und Japan mit 18 %, 15 % bzw. 11 %. Die niedrigeren Prozentsätze in einigen westlichen Ländern könnten ein anderes kulturelles Verständnis von Patriotismus widerspiegeln, bei dem die Landesverteidigung möglicherweise nicht so direkt mit persönlichen Opfern gleichgesetzt wird. Es könnte auch auf eine Verschiebung hin zu Globalismus und Friedensbefürwortung in diesen Gesellschaften hinweisen. Die Ergebnisse dieser Umfrage haben Diskussionen über das Wesen des Patriotismus, seine Ausprägungen in verschiedenen Kulturen und seinen Zusammenhang mit der nationalen Politik, dem Militärdienst und dem historischen Kontext ausgelöst. Kritiker der Studie argumentieren, dass die Bereitschaft zu kämpfen nicht die einzige Definition von Patriotismus ist, da es zahlreiche Möglichkeiten gibt, die Liebe und Loyalität zu seinem Land auszudrücken, z. B. durch bürgerschaftliches Engagement, gemeinnützige Arbeit oder den Erhalt der Kultur. Die Daten von WIN/Gallup International bieten jedoch eine faszinierende Momentaufnahme der weltweiten Einstellungen zur Landesverteidigung und zur persönlichen Aufopferung für das eigene Land. Sie unterstreichen die unterschiedlichen Arten, wie Patriotismus auf der ganzen Welt gelebt und verstanden wird, und bieten Einblicke in die kulturelle, politische und soziale Dynamik, die die nationale Identität definiert. Die Ergebnisse dieser Studie sind zwar nicht der einzige Maßstab für Patriotismus, tragen aber sicherlich zum laufenden Diskurs über Nationalstolz und seine Auswirkungen in einer zunehmend vernetzten globalen Gesellschaft bei. Unabhängig davon, ob man dies als den „ultimativen Test“ für Patriotismus ansieht oder nicht, wirft es unbestreitbar ein Licht darauf, wie sehr sich Menschen auf der ganzen Welt mit ihrer nationalen Identität verbunden fühlen.
Quelle: The Most Patriotic Countries In The World