Gerade die junge Generation ist es von Shortform-Content mittlerweile gewohnt, bereits nach wenigen Sekunden zum nächsten Video zu swipen. Wir zeigen, wie Sie es dennoch schaffen können, Ihre Inhalte zu vermitteln.
Wissen
Effektiv lernen: Diese digitalen Formate verhelfen zum Erfolg
Industrie
Automatenstahl in der Industriepolitik
Automatenstahl in der Massenproduktion
Das Material Automatenstahl verfügt über eine hohe Zerspanbarkeit und ist deshalb besonders günstig in der Massenproduktion. Günstig herstellbar und sehr präzise unterstützt es zum Beispiel die deutsche Automobilbranche. Tatsächlich ist Stahl ein guter Indikator dafür, wie leistungsfähig die Wirtschaft eines Landes ist. Zu den aktuellen Marktführern gehören Deutschland, China und die USA, doch im Stahlmarkt herrscht viel Konkurrenz. Den Top Spot hat China inne, denn das Land ist weltweit aktuell der größte Produzent und bietet seinen Stahl zu günstigen Preisen an. Deutschland und Japan können bei diesen Preisen nicht mithalten und setzen deshalb auf Qualität. Ihre hochwertigen Spezialstähle sind in bestimmten Branchen die bessere Wahl.Handelsabkommen und Zölle
Sowohl die Vereinigten Staaten von Amerika als auch die Europäische Union entscheiden sich zunehmend gegen chinesischen Stahl. Die EU will damit die europäischen Produzenten schützen. Doch auch auf europäischen Stahl gibt es Strafzölle, und zwar aus den USA. Deshalb müssen Hersteller aus Europa immer mehr auf alternative Märkte für den Export setzen.Wie der Stahl den Arbeitsmarkt beeinflusst
Spannenderweise beeinflussen weltweite Veränderungen wie die Automatisierung und Digitalisierung auch die Metallverarbeitung. Viele Prozesse, die traditionell Arbeitskräfte benötigt haben, können nun mit CNC-Maschinen besetzt werden. Auch die Arbeitsplätze, für die nur wenig Fachwissen benötigt wurde, wie zum Beispiel beim Drehen und Fräsen, fallen zunehmend weg. Dafür entstehen Positionen für Fachkräfte in der Maschinenprogrammierung, der Optimierung von Prozessen und der Qualitätssicherung. Diese Rollen sind gefragter denn je und benötigen hochqualifizierte Arbeitskräfte.Die Klimafreundlichkeit des Automatenstahls
Mit dem zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Druck um die Klimafreundlichkeit von Unternehmen gewinnen auch Strategien zur erhöhten Nachhaltigkeit an Bedeutung in der Stahlindustrie. Sie ist für rund 7-9% der CO2-Emissionen auf der Welt verantwortlich – eine Zahl, die viele Regierungen minimieren wollen. Die traditionellen Hochofenprozesse, mit denen der Stahl hergestellt wird, sind eben sehr energieintensiv. Eine moderne Alternative findet sich im Elektrolichtbogenofen, der recycelten Schrott dazu verwendet, den Stahl herzustellen. Mit diesem Verfahren können etwa 50% der verwendeten Energie eingespart werden. Außerdem kann Wasserstoff als Reduktionsmittel die Emissionen langfristig weiter senken. Glücklicherweise lässt sich der Automatenstahl nahezu vollständig recyceln.Die Zukunft des Automatenstahl
Es gilt also, die Zukunft des Automatenstahls nachhaltig zu gestalten. Schließlich bleibt der Stahl auch trotz der ständigen Veränderung der Welt ein Schlüsselmaterial für die weltweite Industrie und ein klarer Indikator dafür, wie wirtschaftlich ein Land ist. Will Deutschland weiter zu den Marktführern gehören, gilt es die Produktion weiter zu digitalisieren und automatisieren.Auch interessant
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Die Gaming-Industrie der Türkei wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Das Land will ihren Anteil an der weltweit 150 Milliarden Dollar schweren Industrie von derzeit einer Milliarde Dollar auf 10 Milliarden erhöhen.
Türkei: Gaming-Industrie soll auf 10 Mrd. Dollar wachsen
Gaza-Konflikt
Davutoglu möchte Gaza als türkische Autonomieregion
„Glauben sie, dass wir den Menschen im Gazastreifen, die außerhalb des Osmanischen Reiches nie eine legitime Staatsbürgerschaft besaßen und an der Seite unserer Großväter gekämpft haben, nicht beistehen werden, nur weil die USA den Gazastreifen beschlagnahmen wollen?“Davutoglu ist Gründer und Vorsitzender der Gelecek Partisi. (Zukunftspartei). Er war von August 2014 bis Mai 2016 Vorsitzender der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) und Ministerpräsident der Türkei. Am 5. Mai 2016 erklärte Davutoglu, dass er beim Sonderparteitag der AKP am 22. Mai nicht mehr für den Parteivorsitz der AKP kandidieren wolle, und nach der Wahl seines Nachfolgers im Parteivorsitz trat er am 22. Mai 2016 als Ministerpräsident zurück und aus der AKP aus. In den Folgejahren gründete Davutoglu die Gelecek Partisi.
„Riviera des Nahen Ostens“
Am 4. Februar erklärte US-Präsident Donald Trump, die USA würden den Gazastreifen „übernehmen“ und die Palästinenser im Rahmen eines außergewöhnlichen Wiederaufbauplans, der die Enklave in „die Riviera des Nahen Ostens“ verwandeln könnte, anderswo ansiedeln. Er nannte Jordanien als eines dieser möglichen Orte.
Sein Vorschlag wurde von den Palästinensern, den arabischen Ländern und vielen anderen Nationen auf der ganzen Welt, darunter Kanada, Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich, auf das Schärfste verurteilt.Former Turkish Prime Minister and Chairman of the Future Party Ahmet Davutoglu has proposed that Gaza become an autonomous region of Turkey until the establishment of an independent Palestinian state. He emphasised the historical ties between Turkey and Gaza pic.twitter.com/iOQ6pc7AW4
— Middle East Eye (@MiddleEastEye) February 13, 2025
Gastbeitrag
Kommentar: Die falsch verstandene Toleranz
Ein Gastbeitrag von Ahmet Inam
Als Deutschland in Not war, kamen Menschen aus fernen Ländern – darunter viele aus der Türkei – in der Hoffnung, willkommen zu sein. Denn wer Hilfe erfleht und sie empfängt, sollte auch die Hand, die sie reicht, mit Offenheit ergreifen.
Doch die erste Generation der Gastarbeiter musste bald erkennen, dass sie nicht als geschätzte Gäste, sondern als geduldete Arbeitskräfte betrachtet wurden – nützlich, solange sie die mühsamste und schmutzigste Arbeit verrichteten. Man duldete sie, aber nur bis zu einem gewissen Punkt, und nicht als Teil der Gesellschaft, sondern als Arbeiter auf Zeit.
Ihre Hände sollten das Land mit aufbauen, doch ihre Füße sollten es bald wieder verlassen. Finanzielle Anreize wurden geboten, um sie zur Rückkehr zu bewegen, und viele nahmen das Angebot an. Doch nicht alle kehrten zurück – nicht alle konnten, nicht alle wollten. Denn während sie Deutschland brauchten, brauchte Deutschland längst auch sie.
Die erste Generation der Gastarbeiter lernte die deutsche Sprache – langsam, mühsam, neben der körperlichen Erschöpfung der schweren Arbeit und den abwertenden Blicken, Hänseleien und Beschimpfungen so mancher deutschen Kollegen. Sie hofften, dass sie mit jedem Wort, das sie verstanden und sprachen, ein Stück mehr Akzeptanz gewinnen würden.
Noch größer war ihre Hoffnung für ihre Kinder: Wenn sie in Deutschland zur Schule gingen, die Sprache gut beherrschten, dann, so dachten sie, würden sie nicht nur geduldet, sondern endlich willkommen sein. Doch die Realität sah anders aus.
Viele ihrer Kinder fanden sich nach der Grundschule auf Sonderschulen wieder – teils aus gerechtfertigten, oft aber aus fragwürdigen Gründen (die bloße Existenz dieser Schulform war bereits ein Zeichen von sozialer Ausgrenzung). Die Mehrheit wurde in die Hauptschulen eingewiesen, während nur wenigen das seltene Glück zuteilwurde, den Weg ins Gymnasium zu finden. So nahm der Lebensweg vieler Migrantenkinder früh eine Richtung, die ihre Zukunft in Deutschland von vornherein mit unausweichlichen Hürden versah.
Später, als die Stimmen lauter wurden, dass sich „die Ausländer und ihre Kinder“ doch bitte in die Gesellschaft integrieren sollten, war die zweite Generation längst dabei, diesen Weg zu gehen. Sie machten Ausbildungen, wurden Meister in ihren Handwerken, studierten, wurden Ärzte, Juristen, Wissenschaftler und Ingenieure. Doch anstatt Anerkennung oder mehr Toleranz zu erfahren, mussten sie feststellen, dass die vorgebliche Toleranz erneut eine trügerische war. Nun hieß es, sie würden Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen.
In ihren Herkunftsländern gab es zu dieser Zeit oft keine religiöse Freiheit – in Deutschland hingegen schon. Viele Muslime freuten sich über die Möglichkeit, ihren Glauben offen ausüben zu können. Mit eigenen Mitteln bauten sie Moscheen – nicht aus Zurückgezogenheit, sondern aus finanzieller Not oft abseits der öffentlichen Plätze. Doch bald war von „Hinterhofmoscheen“ die Rede, von „Radikalisierung“.
Ebenso, wie man von „Ghettoisierung“ sprach, als Gastarbeiterfamilien in bestimmten Vierteln zusammenzogen, nicht aus Ablehnung der Gesellschaft, sondern weil das Leben dort bezahlbar war – und ein kleines Stück Heimat versprach. Dieses Gefühl von Heimat entstand nicht nur durch das Zusammenleben mit Menschen aus ihrer ursprünglichen Heimat, sondern auch durch Deutschland selbst, das ihnen Freiheiten bot, die sie aus verschiedenen Gründen wie Militär, Ideologie oder Wirtschaft zuvor nicht gekannt hatten.
Als die Muslime auf die teils politischen, teils aufrichtigen Vorschläge reagierten, mit anderen Glaubensgemeinschaften in einen Dialog zu treten – was auf kommunaler und nachbarschaftlicher Ebene längst erfolgreich praktiziert wurde –, wurde ihre Bereitschaft zum offenen Austausch nach dem 11. September schnell von Politikern und Medien infrage gestellt.
Die Muslime, die an einen gleichwertigen Austausch glaubten, wurden eines Besseren belehrt. Es wurde ihnen gesagt, dass sie nur dann geduldet würden, wenn sie sich kollektiv, im Namen ihres Glaubens und ihrer eigenen muslimischen Identität, für die Terroranschläge entschuldigten – obwohl sie diese selbst zutiefst verabscheuten. Geduldig nahmen sie an einer Konferenz teil, die ständig ihre Religion nicht als Teil der Lösung, sondern als Kern des Problems betrachtete.
Und immer wieder wurden und werden sie mit der unausweichlichen Erwartung konfrontiert, sich ständig zu erklären. Zusammenleben – wahrer Dialog – sieht anders aus! Mädchen mit Kopftüchern, die in den 80er- und 90er-Jahren noch unter dem Schutz gegen laizistische, antireligiöse Ideologen standen, wurden nun von allen Seiten plötzlich als Gefahr und als Symbol für die Unterdrückung der Frau abgestempelt und diskriminiert.
Viele Musliminnen hofften, dass sie in Deutschland – im Gegensatz zu den muslimischen Ländern damals – mit ihren Kopftüchern Berufe erlernen, studieren und arbeiten könnten – all das, was in Bezug auf Menschen- und Frauenrechte von ihnen „erwartet“ wurde. Doch bald mussten sie erkennen, dass diese Form der Toleranz nur von begrenzter Dauer war.
Die Forderungen nach Transparenz wurden immer lauter. Muslime sollten sich mehr der Gesellschaft öffnen und sich aus ihren vermeintlichen „Hinterhöfen“ befreien. Viele Muslime stimmten dieser Forderung zu, nicht um den Staat oder die rechtsextremen bis hin zu anti-islamischen Forderungen von links bis rechts zu befriedigen, sondern in der Hoffnung, in der Gesellschaft mehr Akzeptanz zu finden und einen friedlichen Zusammenhalt zu schaffen. Doch diese Hoffnungen wurden von den Schlagworten über die „Islamisierung Deutschlands oder Europas“ erstickt.
Dass viele mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, bedeutet noch lange nicht, dass sie mehr toleriert oder endlich akzeptiert werden. Die meisten Menschen mit Migrationshintergrund haben auch hier die Toleranz missverstanden. Deutscher zu sein auf dem Papier bedeutete nicht zwangsläufig, ein Deutscher zu sein.
Dies betrifft selbst jene, die sich die von Politik und Medien stets beschworene „deutsche Leitkultur“ – was auch immer man darunter verstehen mag – zu eigen gemacht hatten und glaubten, Deutschsein bedeute, sich in jeglicher Form – was alles dazu gehören mag? – anzupassen. Doch sobald sie sich von der herrschenden Meinung abwandten (wie zuletzt beim Thema Gaza), wurde ihnen unmissverständlich klar gemacht, dass sie trotz ihrer Bemühungen um Assimilation weiterhin als „anders“ wahrgenommen wurden – jedoch niemals als wirklich deutsch.
Diese Art von missverstandener Toleranz, die Menschen mit Migrationshintergrund (werden auch von Zeit zu Zeit Gastarbeiter, Fremde, Ausländer, Flüchtlinge, Asylanten, Muslime etc. aber nie wirklich Deutsche genannt) erfahren mussten, wurde ihnen vor allem von den Medien und der Politik zuteil, während die deutsche Gesellschaft zum großen Teil – in einer langen Entwicklung – ihnen oft mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnete.
Die anfängliche Zahl der „Fremden“ mag für viele Deutsche eine Herausforderung gewesen sein, doch die Mehrheit der Bürger öffnete schnell oder allmählich ihr Herz und beide Seiten lernten durch Nachbarschaft, Kollegialität und das tägliche Miteinander, was Toleranz bedeutete. Ohne die Unterstützung und Zuneigung meiner „deutschen Oma“, die uns in meiner Kindheit immer mit Rat und Tat zur Seite stand und bürokratische Hürden meisterte, wäre unser Leben in Deutschland wesentlich schwieriger gewesen.
Ein kleiner Teil der Gesellschaft blieb ideologisch in den Vorstellungen des NS-Regimes verhaftet, auch wenn diese nicht offen zur Schau gestellt werden konnten. Das hielt einige jedoch nicht davon ab, terroristische Anschläge zu verüben, wie die Fälle von Mölln und Solingen zeigen. Bis zum Millennium war die öffentliche Ablehnung solcher Taten deutlicher ausgeprägt als heute. Viele Migranten hielten aufgrund dieser antirassistischen Reaktionen an den Toleranzversprechungen dieses Landes weiterhin fest.
Doch spätestens nach dem 11. September und dem weltweiten Aufstieg einer zionistischen Agenda, die Terror ausschließlich mit dem Islam und den Muslimen verknüpfte, erlebte die Mehrheitsgesellschaft eine verzerrte Wahrnehmung der Muslime. Mit reißerischen Schlagworten, Verleumdungen, Lügen und verzerrten Darstellungen über Muslime (und weiteren nichtmuslimischen Migranten) wurde die Gesellschaft regelrecht bombardiert, und das mühsam erarbeitete Miteinander in Deutschland begann zu zerbrechen.
Was einst als willkommenes Miteinander gefeiert wurde, verwandelte sich Stück für Stück in Misstrauen und Ablehnung. Was einst von der Bürgerschaft positiv aufgenommen wurde, kehrte sich allmählich ins Gegenteil. Jede noch so kleine oder große Verfehlung eines Migranten wurde zur großen Schlagzeile, während ähnliche Delikte von Deutschen kaum Beachtung fanden.
Während rechtsradikale oder christliche Terroristen als psychisch kranke Einzelfälle – aber nie als Terroristen – behandelt wurden, die angeblich Hilfe benötigten, waren muslimische Terroristen sofort „islamistische Terroristen“. Diese Entwicklung ermöglichte es, dass Nazis ihre krankhaften Ideologien offen auslebten, in Landräte gewählt wurden und dass antimuslimische Rassisten, ob mit oder ohne muslimischen Namen, zu „Islamexperten“ ernannt wurden.
Ihr Hass und ihre Vorurteile setzten sich zunehmend durch, und selbst ehemals sozial-links eingestellte Parteien drifteten immer weiter nach rechts. Sie beschuldigten Andersdenkende des Antisemitismus und stellten sich gegen Proteste gegen den Völkermord einer rassistisch-zionistischen Regierung.
Der Aufenthalt in Deutschland, das die meisten Migranten anscheinend wieder einmal fälschlicherweise als ihre Heimat betrachteten, wurde erneut mit Bedingungen belegt – diesmal auch von Politikern, die sich selbst als tolerant, weltoffen und sozial bezeichneten, aber aufgrund ihres Populismus in Wirklichkeit eine Atmosphäre der Ausgrenzung und Intoleranz schufen.
Möge meine „deutsche Oma“ in Frieden ruhen. Dank vieler Freunde, Lehrer, Kollegen, Nachbarn, Professoren, Dialogbeauftragter, Kommilitonen sowie säkularer und gläubiger Mitbürger wurde mir in der Vergangenheit mehr das Gefühl vermittelt, Teil dieser Gesellschaft zu sein (was jedoch nicht bedeutet, dass ich keine gegenteiligen Erfahrungen gemacht habe).
Diese und all die anderen gleichgesinnten, respektvollen und freundlichen Deutschen sind – wenn ich (naiv) mir den Anteil der AfD-Wähler ansehe und (naiver) daran hoffe – nach wie vor in der Mehrheit. Doch die gleichen Zahlen zeigen leider, dass sich die Entwicklung zu schnell in eine bedenkliche Richtung bewegt, vor allem durch die einseitige, oft rassistische und anti-islamische Berichterstattung der Medien, die allzu bereitwillig von rechten Politikern aufgegriffen wird.
Auch Politiker anderer Couleur zögern nicht, diese pauschalen Zuschreibungen für ihre Wahlkampfrhetorik zu instrumentalisieren. Viele Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich deshalb – unter dem Einfluss von Medien und Politik, verstärkt durch die Dynamik sozialer Netzwerke – in diesem Land weder willkommen noch geduldet. Diese Entwicklungen wiederum schüren Spannungen, die letztlich nur denen zugutekommen, die Ausgrenzung und Ressentiments für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren.
Wenn von „falsch verstandener Toleranz“ die Rede ist, dann bedeutet das, dass Menschen mit Migrationshintergrund nie wirklich respektvoll akzeptiert wurden. Wer von Toleranz spricht und dabei die wahre Akzeptanz in der Gesellschaft ausklammert, hat nie an ein wirklich vielfältiges und harmonisches Zusammenleben geglaubt.
Wer Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben, hier geboren sind, Steuern zahlen, sich an die Gesetze halten, die Sprache beherrschen, Berufe ausüben, Unternehmen gründen und den deutschen Pass besitzen – alles Merkmale einer gelungenen Integration – weiterhin nur toleriert und nicht wirklich als Teil der Gesellschaft akzeptiert, kann nicht von einer weltoffenen Gesellschaft oder einem offenen Land sprechen! Es gibt sie, die falsch verstandene Toleranz, doch nicht in der Weise, wie sie von Medien und Politikern häufig vorwurfsvoll dargestellt wird.
„Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen. “
Goethe
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
Gaza-Krieg
Erdoğan: Niemand kann den Palästinensern Gaza wegnehmen
Südafrika will Völkermord an Israel trotz Trumps Druck weiter verfolgen
Der südafrikanische Außenminister hat versprochen, die Völkermordklage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof fortzusetzen, obwohl Donald Trump das Land für seine „aggressive“ Haltung gegenüber dem US-Verbündeten bestraft hat. Es gebe „keine Chance“, dass Südafrika die Klage vor dem IGH trotz Trumps Drohungen zurückziehe, sagte Ronald Lamola der Financial Times. „Zu unseren Prinzipien zu stehen, hat manchmal Konsequenzen, aber wir bleiben dabei, dass dies wichtig für die Welt und die Rechtsstaatlichkeit ist“, sagte er in einem Interview. Südafrika hat Ende 2023 ein Verfahren gegen Israel vor dem IGH eingeleitet, in dem es Israel beschuldigt, während seines Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen gegen die internationalen Gesetze zum Völkermord verstoßen zu haben, was Israel vehement bestreitet. Während eine endgültige Entscheidung noch aussteht, hat das Gericht im vergangenen Jahr Sofortmaßnahmen verhängt, die Israel anweisen, den Schaden zu begrenzen. Der US-Präsident unterzeichnete letzte Woche eine Anordnung zur „Einstellung ausländischer Hilfe oder Unterstützung“ für Südafrika als Vergeltung für den IGH-Fall und ein neues Gesetz zur Enteignung von Land, von dem er behauptet, dass es darauf abzielt, Eigentum der afrikanischen weißen Minderheit des Landes zu beschlagnahmen. Die USA warfen Südafrika außerdem vor, mit dem Iran zusammenzuarbeiten, um „kommerzielle, militärische und nukleare Vereinbarungen zu entwickeln“, während Außenminister Marco Rubio erklärte, er werde ein G20-Treffen in Südafrika – dem diesjährigen Gastgeber – wegen der Politik des Landes auslassen. Trumps Kampagne gegen Südafrika ist zu einer großen Herausforderung für die Koalitionsregierung geworden, die befürchtet, dass nicht nur 440 Millionen Dollar an Hilfsgeldern, sondern auch der zollfreie Zugang zu den US-Märkten im Rahmen des African Growth and Opportunity Act (Agoa) in Gefahr ist.“No one can take Gaza from the Palestinians.” I agree with President Erdoğan. It’s not just about politics; it’s about basic human dignity and rights. The world must stand up for Gaza’s future, not just accept more injustice. https://t.co/QnVmpu3D1M
— Hafsah Jilan (@HafsahJilan9) February 14, 2025
Antisemitismus-Vorwürfe
München: Absage für Israel-Kritikerin Francesca Albanese
Münchner Uni verhindert Vortrag
In der vergangenen Woche hatte auch die Ludwig-Maximilians-Universität in München einen für sie reservierten Hörsaal storniert. Albanese sollte über „Kolonialismus, Menschenrechte und Internationales Recht“ sprechen. Albanese ist eine scharfe Kritikerin der israelischen Regierung.Gruppe verurteilt Vorgehen
„Wir sind zutiefst besorgt über einen weiteren Fall, in dem ein dringend notwendiger akademischer Diskurs über die ernstzunehmende Situation in Israel/Palästina in Deutschland verweigert wird“, so die lose organisierte Gruppe „Decolonial Practices Group“, die die Veranstaltung geplant hatte, in einer auf Englisch verfassten Erklärung, berichtet die Süddeutsche Zeitung.Akademiker kritisieren Absage
In einem offenen Brief an die Universitätsleitung kritisierten auch drei prominente Professoren, darunter der jüdische Professor für Ensemblespiel und Violine an der Said-Barenboim-Akademie Michael Barenboim (Sohn von Daniel Barenboim), die Entscheidung der LMU:Die Absage des Saals sei „ein direkter Affront gegen die Prinzipien der akademischen Freiheit und des demokratischen Engagements“, der „einen gefährlichen Präzedenzfall schafft, mit weitreichenden Folgen für die deutsche Forschungslandschaft und ihr internationales Ansehen“.Albanese selbst reagierte auf die Absage mit einem Posting auf X: „Wenn Ideologie beginnt, Menschen zum Schweigen zu bringen, gibt es keine Freiheit mehr.“
My sincere appreciation to professors @HannaKienzler, @christinebinzel, Michael Baremboim for their stance against @LMU_Muenchen’s decision to cancel my talk. When ideology starts silencing people, freedom is no more. https://t.co/86d3i1z2xV
— Francesca Albanese, UN Special Rapporteur oPt (@FranceskAlbs) February 4, 2025
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In einem Kommentar im vergangenen Oktober verurteilte sie auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock für ihre Äußerungen zu dem Konflikt.
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Journalismus
Wien: Polizei-Razzia bei israelkritischem Journalisten Richard Medhurst
George Galloway: „Richard Medhurst is a friend of ours.“ „He’s a voice that needs to be heard, and it’s time that the secret state, wherever they are, lay off.“ „Hands off Richard Medhust!“#RichardMedhurst #WorkersPartyGB #Congress2025 pic.twitter.com/7IhFzKtNlM
— Workers Party of Britain (@WorkersPartyGB) February 8, 2025
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Al-Sharaa-Besuch
Syrien: Türkische Militärbasen mit 50 Kampfflugzeugen

Historischer Besuch des syrischen Führers Ahmed Al-Sharaa bei Erdogan in der Türkei
Al-Sharaa kam am Dienstag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Präsidialkomplex in Ankara zusammen. Dieser Besuch ist die zweite Auslandsreise von Al-Sharaa seit seiner Machtübernahme nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes und unterstreicht einen bedeutenden Wandel in den syrisch-türkischen Beziehungen. Al-Sharaa wurde von Erdogan mit einem feierlichen Empfang begrüßt. Auf der Tagesordnung der Gespräche standen Diskussionen über die Sicherheitszusammenarbeit, den wirtschaftlichen Aufschwung und die Möglichkeit eines strategischen Verteidigungspakts zwischen den beiden Ländern. Erdogan äußerte sich zufrieden über Al-Sharaas Engagement im Kampf gegen den Terrorismus, eine Priorität für die Türkei. Wirtschaftliche Erholung und Wiederaufbau: Die Staats- und Regierungschefs erörterten auch Maßnahmen zum Wiederaufbau der zerstörten syrischen Wirtschaft. Da Syrien Milliarden für den Wiederaufbau benötigt, sagte Erdogan seine Unterstützung zu und setzte sich unter anderem für die Aufhebung der internationalen Sanktionen ein, die die syrische Wirtschaft lahmgelegt haben. In den Gesprächen wurde erörtert, wie türkische Unternehmen beim Wiederaufbau der syrischen Infrastruktur eine Rolle spielen könnten, mit Blick auf Investitionsmöglichkeiten, von denen beide Länder profitieren könnten. Strategische Partnerschaft: Während einer gemeinsamen Pressekonferenz sprach Al-Sharaa vom Aufbau einer „strategischen Partnerschaft“ mit der Türkei und lud Erdogan zu einem Gegenbesuch in Syrien ein. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, „dauerhafte Sicherheit und Stabilität“ für beide Länder zu gewährleisten, was auf ein tiefes Tauwetter in den Beziehungen hindeutet, die während des syrischen Bürgerkriegs aufgrund der türkischen Unterstützung für die Oppositionskräfte gegen Assad angespannt waren.İlk günden bu yana tereddüt etmeden Suriye halkının yanında olduğumuzu somut adımlarla ortaya koyduk. Şam Büyükelçiliğimizin ardından Halep Başkonsolosluğumuzu da faaliyete geçirdik. Türk Hava Yolları, Şam’a uçuşlarını başlattı.… pic.twitter.com/W9YWn0Dmuq
— Recep Tayyip Erdoğan (@RTErdogan) February 4, 2025
Gastkommentar
Thomas: Die Verlogenheit der Migrationsdebatte
Die Verlogenheit der Migrationsdebatte
Wir wundern uns, wenn wir das alles realisieren, keineswegs mehr darüber, dass die Fluchtursache für Millionen von Menschen wir selbst sind. Ohne all diese Zwangsmaßnahmen wären die weitaus meisten Länder durchaus in der Lage dazu, ihre eigenen Menschen zu ernähren und Frieden zu halten. Aber Fluchtursachen will keine einzige Partei tatsächlich bekämpfen; sie alle lassen uns mit der Idee leben, die Flüchtenden suchten nur ein bequemes Leben bei uns. Das ist eine überaus verlogene Politik. Während man konservativen Parteien noch eine verstockt ignorante, weil auch rassistische Herrenmenschenpolitik unterstellen kann, enttäuschen gerade die vorgeblich grünen und links-liberalen Kräfte darin, die Bevölkerung aufzuklären und eine aufrichtige und ehrliche Politik einzufordern. Denn diese ginge auf Kosten unseres Lebensstandards, da langfristig auf enorme Gewinne verzichtet werden müsste. Aber kaum ein Wähler würde die Idee: „Hey, wir müssen ärmer werden!“, mit seinem Kreuzchen bei der Wahl honorieren. Deshalb werden die wahren Fluchtursachen einfach verschwiegen. Da diskutiert man viel lieber, mit welchen Mitteln die Opfer unserer Wirtschafts- und Kriegspolitik von uns und unserem Wohlstand, den wir mit ihnen und ihrem Leid verdienen, ferngehalten werden könnten und welches Menschenrecht dafür fallen muss. Aber niemand soll sagen können, er habe nichts davon gewusst.Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
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Brexit
5 Jahre Brexit: Auswirkungen auf internationalen Schüleraustausch
Oldenburg – Seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU am 31. Januar 2020 ist die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an internationalen Schüleraustauschprogrammen von ICX-Deutschland e.V. nach England um 35 Prozent zurückgegangen.
Der Brexit hat zahlreiche Veränderungen und zusätzliche bürokratische Hürden für den Schüleraustausch zwischen Deutschland und Großbritannien mit sich gebracht.
Seitdem benötigen Schülerinnen und Schüler für die Einreise einen gültigen Reisepass anstelle des zuvor akzeptierten Personalausweises. Für Aufenthalte über sechs Monate ist ein Visum erforderlich.
Für kurzzeitige Aufenthalte von bis zu sechs Monaten, wie beispielsweise bei Sprachkursen, benötigen EU-Bürger ab dem 02. April 2025 eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA).
Die Kosten für einen Schüleraustausch nach Großbritannien sind aufgrund des Brexits gestiegen. Dies liegt zum Teil an den zusätzlichen Kosten für Visa, Reisepässe und ETA. Zum Teil müssen aber auch höhere Unterstützungsgebühren für Gastfamilien gezahlt werden, um genügend geeignete Gastfamilien für das Programm zu begeistern.
Durch die gestiegenen Kosten gerade bei Austauschprogrammen nach Großbritannien mit einer Dauer von mehr als sechs Monaten ist deutlich zu erkennen, dass weniger Schülerinnen und Schüler für ein Schuljahr englische oder schottische High Schools besuchen und stattdessen eher kürzere Programme von einem Term oder lediglich vier bis acht Wochen nachgefragt werden.
Vom Brexit konnten indessen Alternativen profitieren: So verzeichneten etwa Kanada (+9 Prozent) und Neuseeland (+ 14 Prozent) deutliche Zuwachsraten im Vergleich zur Zeit vor 2020.
„Die britische Regierung hat uns gegenüber signalisiert, weiterhin am Schüleraustausch mit EU-Ländern interessiert zu sein“, sagt Christian Orth, Geschäftsführer des Oldenburger Anbieters ICXchange-Deutschland e.V.
„Trotz der zusätzlichen bürokratischen Hürden ist ein Schüleraustausch nach Großbritannien weiterhin eine wertvolle Erfahrung. Englisch lernen kann man zwar in vielen Ländern, das englische Schulwesen besticht jedoch durch seinen modernen Ansatz und dem Bestreben, das Potential der Schüler besser auszuschöpfen und ihre Berufschancen zu verbessern“, so Orth weiter.


