Gaza-Konflikt
Christa Zubaidi: Ich bekenne mich zu Palästina

Zubaidi: "Von 2000 bis 2016 habe ich in Palästina gelebt. Ich lasse mich in Deutschland nicht mit dem Antisemitismus Vorwurf Mundtot machen"

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Ein Gastkommentar von Christa Zubaidi

Von 2000 bis 2016 lebte ich in Palästina. Ich lasse mich in Deutschland nicht mit dem Antisemitismus-Vorwurf mundtot machen, denn als Augenzeugin habe ich erlebt, welches Leid den Palästinensern zugefügt wurde.

Während der Intifada erlebten wir in der Nähe von Ramallah jeden Abend Beschuss von einem Panzer aus einer illegalen israelischen Siedlung. Der Schütze zielte auf ein unbewohntes Haus, etwa 20 Meter von unserem Haus entfernt, um uns Angst einzujagen.

Wir wussten nicht, ob er wirklich auf unser Haus schoss – für ihn schien es ein Spiel zu sein. Wir lagen zitternd vor Angst auf dem Boden im Hinterzimmer, unser Sohn zwischen uns. Schlaf war kaum möglich, da der Beschuss bis spät in die Nacht andauerte.

Die israelische Armee schoss auf Strommasten, sodass wir keinen Strom hatten. Wir fühlten uns von der Welt abgetrennt. Ein Palästinenser, der versuchte, einen Strommast zu reparieren, wurde erschossen; die Armee hielt seinen Bohrer für ein Maschinengewehr. Wasserleitungen wurden zerstört, Wasser floss über die Straßen.

Oft gab es ein bis zwei Wochen Ausgangsverbot, in denen wir uns mit Brot und Lebensmitteln gegenseitig halfen. Einmal kroch mein Mann entlang der Mauer unseres Hauses, um zu beobachten, was geschah – plötzlich geriet er ins Visier. Können Sie sich meine Angst vorstellen? Ich dachte, mein Herz würde stehen bleiben.

Wenn ich heute an Gaza denke, wird mir das Leid dort bewusst. Die Menschen werden Tag und Nacht bombardiert, ohne einen Ort, an dem sie sich schützen können. Es gibt keine Bunker unter ihren Häusern. Strom und Wasser sind abgeschnitten, Gaza ist abgeriegelt.

In den Krankenhäusern arbeiten die Menschen unter unmenschlichen Bedingungen, erschöpft und ohne ausreichend Medikamente. Viele Palästinenser riskieren ihr Leben, um andere aus den Trümmern zu bergen und Leben zu retten. Sie sind am Ende ihrer Kräfte, und ein Ende ist nicht in Sicht.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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