Fusion
CME übernimmt Nex für 4,5 Milliarden Euro

Chicago (nex) – Der weltweit größte Börsenbetreiber CME Group und sein britisches Übernahmeziel Nex Group sind sich handelseinig geworden. Die Chicago Mercantile Exchange Group (CME) bietet insgesamt 3,9 Milliarden britische Pfund (4,5 Mrd Euro), wie die Unternehmen am Donnerstag in London mitteilten. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt am Freitag. Für jedes Nex-Papier sollen die Aktionäre demnach 500 Pence in bar sowie 0,0444 CME-Aktien erhalten. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten zugestimmt. Wie Handelsblatt unter Berufung auf eine Stellungnahme von Nex-Chef weiter berichtet, soll der europäische Hauptsitz des vereinten Konzerns trotz Brexit London sein. Durch die Übernahme von Nex plane der Options- und Derivatespezialist CME sich im Bereich des Währungs- und Anleihehandels zu verstärken und sein Geschäft in Europa und Asien auszubauen. Laut Handelsblatt soll die Fusion Ende 2021 Kostenvorteile von 200 Millionen US-Dollar (178 Mio Euro) jährlich einbringen, bei Einmalkosten von 285 Millionen Dollar.    

Fußball
Borussia Dortmund holt Matthias Sammer zurück

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Dortmund (nex) – Der ehemalige Spieler und Trainer von Borussia Dortmund kehrt bisher unbestätigten Informationen der Funke Mediengruppe zufolge zu seinem alten Verein zurück. Demnach soll der 50-Jährige als externer Berater beim BVB arbeiten. „Wir benötigen einen wie Matthias Sammer, seine Analyse-Fähigkeit, seine Leidenschaft, seine Identifikation, seinen klaren Blick von außen “, zitiert die Tageszeitung WAZ BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der BVB-Chef habe sich schon „seit geraumer Zeit um Sammer bemüht“. Sammer werde sich aus dem Tagesgeschäft heraushalten und  in Gesprächsrunden Watzke und Zorc beraten. „Unser Anspruch ist: Alles kritisch auf den Prüfstand zu stellen“, so Watzke weiter. Nach seinem Wechsel von Inter Mailand nach Dortmund im Jahre 1993 war Sammer fünf Jahre als Mittelfeldspieler beim BVB aktiv. Von 2000 bis 2004 war er Trainer der Borussen.

Dresden
Bericht: AfD will nicht mehr mit Pegida-Chef Bachmann zusammenarbeiten

Dresden (nex) – Die Alternative für Deutschland will die Zusammenarbeit mit dem Pegida-Chef Lutz Bachmann beenden. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, habe das der AfD-Landesvorstand Sachsen auf einem Geheimtreffen am vergangenen Dienstag in Siebenlehn beschlossen. Die Partei werde demnach zwar weiter mit dem fremdenfeindlichen Bündnis Pegida zusammenarbeiten, aber nicht mehr mit dessen vorbestraftem Chef. Besonders in Sachsen sei Pegida ein verlängerter Arm der Partei. Laut „Spiegel“ sollen Parteimitglieder künftig intern dazu aufgefordert werden, auf Auftritte mit dem Pegida-Frontmann zu verzichten und ihn nicht mehr zu AfD-Veranstaltungen einzuladen. Die Partei fürchte, dass Bachmanns langes Vorstrafenregister Wähler vor allem im Westen abschrecken könnte. „Wir können nicht die Rechtsbrüche der Bundesregierung anprangern und zugleich mit einem Rechtsbrecher auf der Bühne stehen“, zitiert das Magazin einen AfD-Vorstand.

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– Dortmund – Polizei nimmt vorbestraften Pegida-Organisator fest

Ein mit Haftbefehl gesuchter Pegida-Organisator aus Duisburg ist am Mittwoch von der Polizei in Dortmund festgenommen worden.

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Wirtschaft
Chinesische Onlinegiganten erobern deutschen Handel

München (ots) – Chinesische Onlinegiganten werden die deutsche Handelslandschaft aufmischen. 2025 werden die Angreifer aus dem Osten bereits mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz in Europa erzielen. Spielen deutsche Namen heute noch eine zentrale Rolle in der globalen Handelslandschaft, werden JD.com und Alibaba dann bereits mehr Umsatz erwirtschaften als die zehn größten deutschen Handelsgruppen zusammen. Damit rollt auch auf Deutschland eine Handelskraft zu, welche die gesamte Branche umwälzen wird. Nur wenn sich deutsche Händler frühzeitig der neuen Konkurrenz zuwenden, werden sie im Wettbewerb langfristig bestehen können. Diese und weitere Trends im globalen Handel beleuchtet das neue Retail Journal von Oliver Wyman. Kassenloses Einkaufen, Bezahlen per Handy und Bestellung im Laden per App mit umgehender Lieferung nach Hause? Was Amazon medienwirksam in den USA pilotiert, gehört in Asien bereits zum Standardrepertoire der Onlinegiganten. Viele deutsche Händler verfolgen jeden Schritt von Amazon im Westen, doch die große Innovationswelle wird aus dem Osten kommen. JD.com und Alibaba erobern mit knapp 50 Prozent Wachstum im Jahr nicht nur den chinesischen Markt, sondern investieren nun auch Milliarden in die Expansion nach Europa. Bereits 2025 könnten sie mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz in Europa erwirtschaften. Rainer Münch, Partner bei Oliver Wyman und einer der Autoren des Retail Journals, sagt: „Die wahre Handelsrevolution findet in Zukunft im Osten statt. Die Expansion der chinesischen Onlinegiganten wird auch für die deutsche Handelslandschaft nicht ohne Folgen bleiben. Etablierte Handelsgrößen müssen sich auf die neuen Wettbewerber einstellen.“ Starke Ausgangslage Global ist der deutsche Handel derzeit in einer starken Position. 2017 betrug der Umsatz der zehn größten deutschen Handelsgruppen insgesamt 380 Milliarden Euro. Damit liegen die zehn Konzerne deutlich vor den zehn größten Händlern aus Großbritannien (179 Milliarden Euro) und China (137 Milliarden Euro). Doch der E-Commerce-Tsunami setzt etablierte Marktstrukturen unter Druck. Gebannt blickt der deutsche Handel auf die Offensive von Amazon, die zuletzt mit dem Aufkauf der US-Supermarktkette Whole Foods für Aufsehen sorgte. Weit weniger beachtet bleibt hingegen der Vormarsch der chinesischen Onlinegiganten. Betrug der Umsatz von JD.com und Alibaba 2012 mit sieben Milliarden Euro nur einen Bruchteil des globalen Marktvolumens der zehn größten deutschen Händler (303 Milliarden Euro), schoss er bis 2017 bereits auf 68 Milliarden Euro. Selbst bei einer Abschwächung des Wachstums auf das langjährige Amazon-Niveau von etwa 30 Prozent werden die beiden Onlinegiganten bereits 2025 mit 553 Milliarden Euro mehr Umsatz machen als die zehn größten deutschen Handelsgruppen bei stabilem Wachstum. Angriff mit höchster Digitalkompetenz Lag der Fokus der chinesischen Giganten bislang noch auf dem Binnenmarkt, streben sie nun wie Vorreiter Amazon eine internationale Marktabdeckung an. So hat JD.com erst kürzlich angekündigt, Amazon in Europa die Stirn bieten zu wollen und zunächst eine Milliarde Euro in den Aufbau eines Logistiknetzes in Frankreich zur Expansion ihrer Plattform zu investieren. Auch Alibaba will in den nächsten fünf Jahren mehr als 13 Milliarden Euro in die globale Expansion anlegen und unter anderem in Bulgarien ein zentrales Versandzentrum einrichten, das den gesamten europäischen Markt bedienen kann. Angesichts der enormen Finanzkraft ist in den nächsten Jahren auch mit gezielten Akquisitionen etablierter Anbieter in Europa zu rechnen. Das Erstarken der chinesischen Spieler ist nicht zuletzt auf ihre weit fortgeschrittene Digitalkompetenz zurückzuführen. Mehr als die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes wird in China bereits mit Smartphones erzielt; Innovationen werden wie in kaum einem anderen Land in kürzester Zeit vom Pilot zur Serienreife entwickelt. Und nirgendwo werden mehr Ansätze verfolgt, das Online- mit dem Offline-Einkaufserlebnis nahtlos zu verknüpfen. So plant Alibaba bereits den landesweiten Roll-Out von „Hema“-Supermärkten – Supermärkte mit einem ausgezeichneten Frischeangebot, in denen Produkte über Barcodes per App bestellt und binnen 30 Minuten nach Hause geliefert werden können. „China entwickelt sich zum Silicon Valley der Handelsszene. Die Giganten leisten sich dort einen Innovationswettlauf. Ob kassenlose Supermärkte, Pop-up-Showrooms oder Mobile Commerce – die Chinesen treiben die Zukunft im globalen Handel voran“, beobachtet Münch. Neuer Wettbewerb Mit den neuen Geschäftsmodellen und der Innovationskraft der Onlinegiganten aus dem Osten steht der Handel hierzulande vor neuen Herausforderungen – international etablierte deutsche Händler werden an Bedeutung verlieren. „Händler müssen den chinesischen Onlinegiganten dicht auf den Fersen bleiben und Kooperationen frühzeitig in Erwägung ziehen“, erklärt Münch. Um den Innovationswettlauf nicht zu verlieren, reiche es nicht, den Blick nach Westen zu richten: „Der deutsche Handel muss sich auf neue Wettbewerber einstellen und auch die chinesischen Spieler in den Blick nehmen, um von der neuen Handelskraft nicht gänzlich überrollt zu werden.“  

Kommentar
Türkei-EU Gipfel in Varna: Realpolitik und Zuversicht geben Ton an

Von Klaus Jurgens
Selten wurde ein EU-Türkei Gipfeltreffen von kommentierenden Gegnern einer engeren Zusammenarbeit zwischen Ankara und Brüssel im Vorfeld so heruntergespielt und zur selben Zeit von den journalistischen Befürwortern eines neuen diplomatischen Frühlings so hochgelobt wie jenes vom Montag dieser Woche in der bulgarischen Hafenstadt Varna am Schwarzen Meer. Türkei-EU Gipfel in Varna: Realpolitik, Zuversicht geben Ton an Da aber Realpolitik den Ton angab, sollte weder Euphorie noch Schlechtmachen als Bemessungsgrundlage dienen; beide Verhandlungsseiten dürfen eigentlich relativ zufrieden sein mit den Ergebnissen, auch wenn es augenscheinlich nur sehr wenige konkrete Ergebnisse zu vermelden gab – aber das hatte wohl auch kaum jemand der Ehrengäste anders erwartet; ‚the wider picture‘ zählt diesmal weitaus mehr um die Nachhaltigkeit, die Langfristigkeit der Beziehungen zwischen der EU und der Türkei zu garantieren. In diesem Zusammenhang muss man festhalten, dass vereinzeltes verbales Anti-Türkei Säbelrasseln, welches noch bis kurz vor dem Beginn des Treffens hier und da zu hören war, schon am Tage selber tonlos war, als ob es niemals an die Öffentlichkeit gedrungen wäre. Andere Türkei-Miesmacher zogen es vor, den Gipfel, nachdem er denn stattgefunden hatte, wenig bis überhaupt nicht zu kommentieren – Normalität bringt halt keinen Stoff für neue Hetz-Schlagzeilen. Im Prinzip war es also genau das Ergebnis, welches objektive oder neutrale Beobachter in Europa aber natürlich auch in der Türkei selber erhofft hatten: ‚back to business‘ – zwar langsam aber eben sicher. Ich erlaube mir, meine kurze Analyse dem Präsidenten der EU Kommission Jean-Claude Juncker zu widmen. Dies vor allem deshalb, weil seine Stellungnahme während der Presserunde mit dem bulgarischen Premierminister und Gastgeber Boyko Borissov, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie EU Ratspräsidenten Donald Tusk uns politischen Kommentatoren einen perfekten Einblick in das interne Gefüge der EU gibt und somit auch ‚zwischen den Zeilen‘ lesen lässt wohin der Mitgliedsschafts-Zug der Türkei denn nun wirklich fährt – vorsichtig gefragt: Fährt er denn noch? – Ich komme auf diesen Punkt zurück. Des Weiteren wurden gerade Junckers zumeist positive Worte bisher viel zu wenig in den Medien berücksichtigt, und ich wollte versuchen, etwas Neues zur Nach-Varna-Debatte beizutragen: Französisch als Kommunikationssprache, auch für ‚Zwischen-den-Zeilen-Leser‘. Wenn man die Europäische Union vor Ort beobachtet und darüber berichtet, hilft es enorm, der französischen Sprache mächtig zu sein, oder zumindest Kollegen um sich zu haben, die diese Aufgabe meistern. Denn obwohl sich die EU inhaltlich und organisatorisch ständig weiterentwickelt, gibt es ein oft unterschätztes Detail, welches über die Jahrzehnte nichts an Relevanz einbüßte: Französisch ist die Sprache der Brüsseler Diplomatie (und der Straßburger sowie Luxemburger), selbst wenn der Redner, Beamte oder Politiker eine andere Muttersprache hat, mit Sicherheit in den Machtzentren, den Büros sowie den Korridoren und Vorzimmern. Darüber hinaus werden viele offizielle Texte zuerst in der französischen Sprache veröffentlicht und erst dann in andere Sprachen übersetzt. Den frankophilen Zeitvorteil nennt man das in den Stammcafés der Brüsseler Journalistenzunft; entweder lächelnd oder verärgert, je nach Sprachkenntnissen. Dieses Mal gab es sogar, abgesehen von einer kurzen Passage im Redetext von Jean-Claude Juncker, die auf Englisch eingefügt worden war, am französischen ohnehin gar keinen Weg vorbei. Es sei denn, man war live vor Ort oder verfolgte die Debatte online – die EU Kommission teilte diskret mit, dass die einzige Fassung der Ansprache während der Pressekonferenz eben nur auf Französisch verfügbar sei. Also nun zum Inhalt seines Statements, und das kann sich, egal in welcher Sprache, durchaus sehen lassen. Juncker begann mit dem Wunsch, wieder ein Klima des Vertrauens zwischen der EU und der Türkei herzustellen. Er bedauerte, dass beide Seiten vis-à-vis ihrer eigenen Bevölkerungen meistens die trennenden Unterschiede hervorheben anstatt die Gemeinsamkeiten zu erwähnen. Zuerst sprach er die geostrategischen Interessen an, die beide Seiten verbinden, so zum Beispiel den südlichen Gaskorridor, welcher Gas aus Aserbeidschan über die Türkei weiter nach Europa transportieren wird. Er sei zuversichtlich, dass das erste Gas sodann im Jahre 2020 ankommen werde. Zweites Thema: der Kampf gegen den Terrorismus. Juncker betonte, dass „wir nur gemeinsam den Kampf gegen diese Plage gewinnen können“. Drittens, das Thema Migration kam auf die Tagesordnung. Juncker betonte, dass die Zahl der Flüchtlinge, die Europa über die Türkei erreichen, um 97 Prozent zurückgegangen sei. Die internationale Solidarität, sowie die Solidarität der Türkei mit Europa stehe in diesem Zusammenhang für außerordentliche Bemühungen seitens der Türkei. Ähnlich dem Thema Französisch als wichtigstes Kommunikationsmittel sprach Juncker selbst eine weitere Brüsseler Spezialität an: die Buchführung und Rechnungsprüfung der EU, die dafür verantwortlich sei, dass von den ersten zugesagten drei Milliarden Euros zur Unterstützung der türkischen Bemühungen im Flüchtlingsbereich erst 1.8 Milliarden ausbezahlt worden sein. Die Gelder waren ja auch nie als direkte Überweisungen gedacht, sondern projektbezogen; genau so würden die weiteren 1.2 Milliarden, sobald die Projekte begutachtet worden seien, angewiesen werden. Dies gelte gleichermaßen für weitere drei Milliarden Euros. Juncker sprach dann über sich selbst und sagte, er sei ja ein Romantiker, auch Nostalgiker, und von daher etwas traurig darüber, wie die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei derzeit aussehen. Er sagte, er sei gegen demagogische oder populistische Strömungen, die einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei verlangen. Bemerkenswerterweise nannte er sich selbst als den Garanten der weiteren Beziehungen! Die Türkei solle die bilateralen Beziehungen mit EU-Staaten verbessern, und hier vor allem die Beziehungen mit Zypern und Griechenland. Schwere des Putschversuches vom Juli 2016 erst später richtig erkannt Mit Bezug auf den Putschversuch vom Juli 2016 räumte er zum ersten Mal Fehler seitens der EU ein, die den Ernst des Putschvorhabens und den Anschlag auf das Leben von Präsidenten Erdoğan nicht sofort richtig erkannt hatten. Seine Worte sind ein deutlicher Brückenschlag, wenn auch ein verspäteter, den Ankara jedoch wohlwollend notiert haben wird. Er sprach aber auch seinen Wunsch an, dass aufgrund der Stärke der türkischen Institutionen der Ausnahmezustand nun aufgehoben werden könne und dass die Türkei das Thema der Inhaftierung von Journalisten überdenken möge. Aber Juncker verzichtete auf Negativschlagzeilen, er bat lediglich darum, diese Punkte wohlwollend zu berücksichtigen. Genau solche freundschaftlich gemeinten Ratschläge kommen immer gut an in Ankara – Mit-dem-Finger-Zeigen auf die heutige moderne, demokratische und äußerst erfolgreiche Türkei zieht aber mit Sicherheit nicht! Die letzten zwei Punkte richteten sich aber wohl auch an die Anti-Türkei-Stimmen nicht nur in Brüssel, sondern auch in einigen EU-Mitgliedsstaaten, ein ‚Besänftigung-Paket‘ sozusagen; ohne diesen Titel beanspruchen zu können und was mir auffiel war das Jean-Claude Juncker als Europas Spitzendiplomat rüberkam, viel eher auf der Seite von erfolgreichen Beziehungen zwischen der Türkei und seiner EU als man manchmal von Rat oder Parlament zu Ohren bekommt. Jeder wollte und konnte eben etwas aus Varna mitnehmen. Man redet wieder miteinander, nicht übereinander. Jetzt kommt es darauf an, dass Ankara auf Brüssels Vorschläge, falls berechtigt, eingeht, und dass aber auch Brüssel auf Ankaras Wünsche hört. Als da wären Visa-Liberalisierung, schnelle Beurteilung der Flüchtlingsprojekte für die noch ausstehenden 1.2 Milliarden Euro der ersten Tranche und die Arbeit an weiteren Verhandlungskapiteln. Juncker sagte abschließend auf eine Frage aus dem Auditorium, dass die EU an der Seite der Türkei steht bezüglich der Gefahr des Terrors, dass aber dieser Kampf, sobald er grenzüberschreitend begangen wird, immer im Rahmen internationalen Rechts stattfinden muss. Nichts womit Ankara nicht leben könnte, nichts was Brüssel nicht eiligst zugestehen könnte. Das war Varna – und es zeigte sich einmal mehr, dass die EU Kommission als Hüterin der EU-Verträge, als Initiatorin neuer Gesetze, aber eben auch als Exekutive die weitaus wichtigste Rolle spielt im System aus Parlament und Rat. Schade, dass manche Mitgliedsstaaten der Kommission diese Rolle anscheinend wegnehmen wollen, zumindest in Bezug auf die Verhandlungen mit der Türkei. Fazit: Ist das türkische EU Glas halbvoll oder halbleer – nimmt man die türkische sowie die Kommissions-Position als Gradmesser, halb voll und auf bestem Wege, bald wieder voll zu sein. Anders gefragt und wie bereits etwas weiter oben schon einmal in den Raum gestellt: Fährt der türkische EU-Mitgliedsschafts-Zug überhaupt noch? Aber sicher – in Varna wurden hoffentlich einige ganz wichtige neue Gleise dafür verlegt, und so manche Weiche neu gestellt. Beidseitig, versteht sich.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

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– Meinung – Kommentar: Viele Missverständnisse im deutsch-türkischen Verhältnis

„Alles in allem sehe ich nach wie vor viele Missverständnisse und Irrtümer im derzeitigen Verhältnis Deutschland – Türkei und kann nur hoffen, dass beide Seiten mit mehr Verständnis aufeinander zugehen und dass die Medien objektiver und weniger sensationslüstern berichten“, so Vorbeck.

Kommentar: Viele Missverständnisse im deutsch-türkischen Verhältnis
 
Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.

Arbeitsmarkt
Handwerk verdoppelt Zahl der Flüchtlinge in Ausbildung auf 11.000

Düsseldorf (ots) – Das Handwerk bildet immer mehr Flüchtlinge aus: Die Zahl der Auszubildenden aus den acht häufigsten Asylzugangsländern im Handwerk hat sich 2017 gegenüber dem Vorjahr von 4600 auf 11.000 mehr als verdoppelt. Das geht aus aktuellen Daten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegen. 2015 gab es demnach erst 2400 Azubis aus den acht Hauptasylländern, 2016 dann 4600. Die meisten neuen Auszubildenden kamen im vergangenen Jahr aus Afghanistan (4307), Syrien (3101) und dem Irak (1124). „Es sind sicher noch nicht die ganz großen Zahlen. Aber wenn wir uns die Entwicklung der letzten Jahre anschauen, dann kann man schon sehen, dass wir bei der Ausbildung von Flüchtlingen deutliche Erfolge erzielt haben“, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Das Handwerk bilde heute knapp die Hälfte aller Flüchtlinge aus, die derzeit eine Ausbildung absolvieren.  

Heimatpreise
NRW: Förderprogramm auch für islamische Kulturvereine

Düsseldorf (ots) – NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) will ihr Heimat-Förderprogramm auch für islamische Kulturvereine öffnen. „Natürlich können sich auch islamische Kulturvereine um die Heimatpreise und die Fördergelder bewerben, die das Heimatministerium ausloben wird“, sagte Scharrenbach im Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Die erste Heimatministerin des Landes hatte vor wenigen Tagen eine Rekordsumme von 113 Millionen Euro für die Förderung von Heimatprojekten in NRW angekündigt. Ihren interkulturellen Ansatz begründete Scharrenbach so: „Wir fördern, was Menschen verbindet und fragen auch, was verbindet uns mit anderen Ländern.“ In ihrer Partei stößt Scharrenbachs Vorgehen nicht nur auf Gegenliebe. Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte dazu in der „Rheinischen Post“: „Dass ausgerechnet unter der Überschrift ,Heimatförderung‘ jetzt auch islamische Kulturvereine unterstützt werden können oder sollen, ist doch sehr irritierend.“

Devisen
Türkische Lira fällt auf Rekordtief

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Istanbul (nex) – Die Türkische Lira fiel in den frühen Handelsstunden in der Türkei am Mittwoch um 0,45 Prozent und erreichte im Verhältnis zum Dollar somit ein erneutes Rekordtief. Ein Dollar kostete am Vormittag 4.0012 Türkische Lira. Die Türkische Lira hat laut lokalen Medien am Mittwoch ein neues Rekordtief erreicht. Die Währung verlor im Tagesverlauf 0,45 Prozent an Wert. Für einen Dollar mussten 4.0012 Lira gezahlt werden und somit so viel wie nie zuvor. Auch gegenüber dem Euro sei die Lira um 0,31 Prozent gefallen und habe mit 4,9643 ein neues Rekordniveau erreicht. Seit die Ratingagentur Moodys am 7. März ihre Note für die Kreditwürdigkeit der Türkei um eine Stufe senkte, hat die Lira enorm an Wert verloren. Die langfristigen Verbindlichkeiten würden jetzt nur noch mit “Ba2” bewertet nach zuvor “Ba1”, so die Agentur. Als Gründe nannte Moodys neben der politischen Unsicherheit die steigenden Staatsschulden, Verzögerungen bei Wirtschaftsreformen und das hohe Leistungsbilanzdefizit. Der Ausblick wurde dagegen von zuvor “negativ” auf “stabil” angehoben. Somit drohen keine weiteren unmittelbaren Herabstufungen.

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– Wirtschaft – Türkei: 2017 markiert höchstes Wirtschaftswachstum der letzten vier Jahre

Wie am heutigen Donnerstag veröffentlichte Daten zeigen, wuchs die türkische Wirtschaft im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent und markierte damit das höchste Wachstum seit vier Jahren.

Türkei verzeichnet 2017 höchstes Wirtschaftswachstum seit vier Jahren
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Wirtschaft
Türkei verzeichnet 2017 höchstes Wirtschaftswachstum seit vier Jahren

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Ankara (nex) – „Erdogans Türkei boomt – wie kann das sein?“, fragte das Nachrichtenmagazin Spiegel fast frustriert in einer Novemberausgabe vergangenen Jahres. Obwohl auch der IWF (Oktober) oder die Weltbank (Juni) ihre Wachstumsprognosen für die Türkei bereits nach oben revidiert hatten, blieben deutsche Medien skeptisch und fragten, ob die Zahlen nicht vielleicht gefälscht waren. „Lässt Präsident Erdogan die Zahlen frisieren?“, fragte etwa der Spiegel in der oben erwähnten Ausgabe. Wie am heutigen Donnerstag veröffentlichte Daten zeigen, wuchs die türkische Wirtschaft im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent und verzeichnete damit das höchste Wachstum seit vier Jahren. Besonders die Branchen Industrie, Dienstleistungen und Baugewerbe weisen ein robustes Wachstum auf. Die Zahlen übertrafen somit die Prognose einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Es war der größte Anstieg des BIP seit 2013. Das BIP stieg saisonal und kalenderbereinigt im vierten Quartal um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie Daten des türkischen Statistikinstituts (TÜİK) zeigen. Auf Jahresbasis stieg er um 7,3 Prozent. Im dritten Quartal wurde das BIP-Wachstum gegenüber dem Vorjahr von zunächst 11,1 Prozent auf 11,3 Prozent revidiert und war somit die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft unter den G20-Ländern. In einer Erklärung am heutigen Donnestag sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Şimşek, die türkische Wirtschaft sei eine der leistungsfähigsten unter allen OECD- und G-20-Ländern sowie im Vergleich zu den EU-Mitgliedern.

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Die deutschen Exporte haben so früh wie noch nie in einem Jahr die Marke von einer Billion Euro geknackt.

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Future Syria Party
Syrien: Neue Partei will gute Beziehungen zur Türkei

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Ar-Raqqa (nex) – Eine neue politische Partei, die alle ethnischen Gruppen zusammenbringen und gute Beziehungen zu den Nachbarn aufbauen will, wurde am Dienstag in der nordsyrischen Stadt Raqqa gegründet. Ibrahim al-Qaftan wurde auf einem Kongress mit 800 Vertretern aus verschiedenen Teilen Syriens und 100 Gästen aus kurdischen und arabischen Parteien und anderen Institutionen zum ersten Vorsitzenden der Future Syria Party (FSP) gewählt. Die FSP werde auf der Grundlage „gegenseitiger Interessen und gegenseitigen Respekts gute Beziehungen zu den Nachbarländern Türkei und dem Irak sowie deren Völkern aufbauen“, sagte Qaftan in einer Rede zum Abschluss des Kongresses, der in Raqqqa unter dem Motto „demokratisches, pluralistisches und dezentralisiertes Syrien“ stattfand. Qaftan sagte, dass Syrien keine nationalen Parteien habe, die die Menschen aus den verschiedenen Nationalitäten und Religionen des Landes zusammenbrächten. „In dieser heiklen und entscheidenden Phase braucht das syrische Volk eine fortschrittliche politische Partei, deren Ziele die Wiederherstellung der nationalen Einheit, der Glaube an einen friedlichen politischen Wandel durch soziale Vereinbarung und Verfassung sowie die Schaffung einer dezentralisierten Demokratie sind, die auf den Grundsätzen des Pluralismus, der Glaubens- und Meinungsfreiheit, der Gleichheit der Geschlechter und der Gleichheit der Bürger in ihren Rechten und Pflichten beruht“, so Qaftan weiter. Wie ein Reporter der kurdischen Nachrichtenagentur „Rudaw“ berichtet, sei auch ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums beim Treffen anwesend gewesen. Türkische Medien: FSP ein US-Produkt Türkische Medien bezeichneten die neugegründete Partei unterdessen als ein Projekt der US-Regierung. US-Beamte hätten bei Treffen mit YPG/PKK-Mitgliedern die Gründung besprochen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle. „Wir erleben seit Jahren eine ständige Orts- und Namensänderung. Sie benutzen einen anderen Namen in Syrien und einen anderen im Irak, aber wenn man ihre Maske abnimmt, wird klar, wer sie genau sind“, sagte der türkische Premierminister Binali Yıldırım gegenüber türkischen Medien am Mittwoch. „Wir kennen sie gut. Sie können vielleicht einige unserer Verbündeten täuschen, indem sie ihren Namen ändern, aber die Türkei wird sie erkennen. Die Vereinigten Staaten machen diese Schurken nun zu einer Partei in Syrien“, so Yıldırım weiter.

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Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“

Laut dem Vorsitzenden der „Kurdische Zukunftsbewegung Syriens“ hat die PYD im Norden des Landes eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur etabliert. Die PYD/YPG vertrete die Interessen der PKK und nicht die der Kurden, so der Aktivist.

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