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Antiterroroffensive Olivenzweig
Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“

Laut dem Vorsitzenden der "Kurdische Zukunftsbewegung Syriens" hat die PYD im Norden des Landes eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur etabliert. Die PYD/YPG vertrete die Interessen der PKK und nicht die der Kurden, so der Aktivist.

(Foto: AA)
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„PYD vertritt Interessen der PKK, nicht der syrischen Kurden“

Berlin (nex) – Laut dem Vorsitzenden der „Kurdische Zukunftsbewegung Syriens“ hat die PYD im Norden des Landes eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur etabliert. Die PYD/YPG vertrete die Interessen der PKK und nicht die der Kurden, so der Aktivist.

Siamend Hajo, Leiter der „Kurdische Zukunftsbewegung Syriens“, sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag, dass die YPG/PKK die Menschen in den von ihnen beherrschten Gebieten unterdrücke. Hajo ist der ehemalige Sprecher des Auswärtigen Amtes des Kurdischen Nationalrats von Syrien.

„Die YPG hat seit dem Tag, an dem sie gegründet wurde, eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur in den Regionen etabliert, die sie in Syrien kontrolliert“, so Hajo. Viele Menschen seien seitdem aus den von der YPG beherrschten Gebieten geflohen. Syrische Kurden müssten „gute Beziehungen mit der Türkei aufbauen“ sagte Hajo und fügte hinzu, dass beide Seiten davon profitieren würden.

„Das Assad-Regime und die PYD/PKK-Terrorgruppe betrachten die Türkei als gemeinsamen Feind“, sagte er. Nachdem die Türkei in der nordsyrischen Stadt Afrin ihre Antiterroffensive „Olivenzweig“ startete, habe es eine Annäherung zwischen dem Assad-Regime und der Terrororganisation gegeben, so Hajo gegenüber Anadolu. Das Assad-Regime unterstütze offen die PYD/YPG gegen die Türkei. Seit dem Rückzug syrischer Regierungstruppen aus der Region um Afrin, wird das Gebiet von der PYD und ihrem militärischen Arm, der YPG, kontrolliert. Die PYD ist der syrische Arm der 1978 in der Türkei gegründeten Terrororganisation PKK. Menschenrechtsgruppen werfen der Organisation Folter und Zwangsrekrutierung Minderjähriger vor.

Die PKK hatte seit den 1980-er Jahren gegen die Türkei für die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates gekämpft. Später änderte sie ihr Ziel und verlangt seitdem die Autonomie der überwiegend von Kurden bewohnten Regionen der Türkei.
Die von den USA, der Türkei und den USA als Terrororganisation eingestufte PKK nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf.
Seitdem sind Tausende Menschen bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben.
Der deutsche Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte im Juli vergangenen Jahres Fehler Deutschlands bei der Bekämpfung der Propaganda der Terrororganisation PKK eingeräumt.

Gabriel glaube, die Türkei habe damit recht, Deutschland zu warnen und zu fordern, nicht zuzulassen, dass die PKK Propagandaaktivitäten in Deutschland durchführe, hatte er auf einer Pressekonferenz im Bundesaußenministerium erklärt.

Er denke auch, dass es inakzeptabel sei, Auftritte türkischer Politiker zu verbieten, während gleichzeitig Plakate mit Öcalan-Porträts zugelassen würden, so Gabriel weiter. Er spielte damit auf Versammlungen von PKK-Anhängern in Deutschland  an, bei denen Flaggen der Terrorgruppe und des Gründers Abdullah Öcalan zur Schau getragen wurden.

Deutschland hat die PKK 1993 als Terrororganisation eingestuft, aber die Behörden sträuben sich dagegen, strenge Maßnahmen gegen deren Propaganda, Finanzierung und Rekrutierungsaktivitäten einzuleiten. Auch in der EU und den USA wird sie als Terrororganisation gelistet. Die PKK sei nicht nur für die Türkei, sondern auch für Deutschland eine Bedrohung, warnte der Bundesaußenminister.

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