Geld für Krisenprävention
Brot für die Welt: Bundesregierung setzt völlig falsche politische Schwerpunkte zugunsten des Militärs

Hilfsorganisation fordert angesichts des Sipri-Berichts Umdenken: „Mehr Geld für Krisenprävention und humanitäre Hilfe nötig“ Osnabrück – Angesichts weltweit weiter steigender Militärausgaben übt die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ heftige Kritik an der Bundesregierung. „Die Staaten, die heute die Weltrangliste bei den Militärausgaben anführen, sollten endlich umsteuern und mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit, für die Vorbeugung und für die Bewältigung der Ursachen von Gewaltkonflikten aufwenden“, sagte „Brot für die Welt“-Referentin Martina Fischer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Höhere Militärausgaben machten die Welt nicht sicherer. Wolle die Bundesregierung ihren eigenen Ansprüchen genügen, so die Hilfsorganisation, „muss deutlich mehr in zivile Krisenprävention und Friedensförderung als in den militärischen Bereich investiert werden“. Deutschland liegt nach jüngsten Zahlen des Friedensforschungsinstituts Sipri bei den Militärausgaben im internationalen Vergleich auf Platz acht; mit rund 49,5 Milliarden Dollar waren die Militärausgaben 2018 um 1,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Bis 2024, so die Ankündigung von Kanzleramt und Verteidigungsministerium, sollen die deutschen Militärausgaben weiter steigen, von 1,24 Prozent auf 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. „Gleichzeitig hat die Bundesregierung in ihren Eckwerten für den Haushalt 2020 der Entwicklungsfinanzierung eine Nullrunde verordnet. Sollte ihre mittelfristige Finanzplanung umgesetzt werden, wird der Anteil der Ausgaben für Entwicklung und humanitäre Hilfe an der deutschen Wirtschaftsleistung in den Folgejahren absinken“, mahnte die „Brot für die Welt“-Referentin in der „NOZ“. Weiter sagte Fischer: „Die Selbstverpflichtung, 0,7 Prozent für Entwicklung bereitzustellen, wird Deutschland damit nicht erfüllen. Hier werden völlig falsche politische Schwerpunktsetzungen zugunsten des militärischen Bereichs vorgenommen.“

Medienfreiheit
Türkei: DW, BBC, France24 und VOA starten gemeinsamen YouTube-Kanal

Istanbul (nex) – In dem für Medien mutmaßlich restriktiven Markt der Türkei, hat die Deutsche Welle (DW) zusammen mit der britischen BBC, Frankreichs France 24 und dem US-amerikanischen Voice of Amerika den neuen YouTube-Kanal +90 gestartet. „Wir denken, dass wir mit dem neuen Angebot gezielt an jüngere Nutzer herankommen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung DW-Intendant Peter Limbourg. Nicht nur die „aktuelle prekäre Lage“ der Türkei sei ein Grund die Aktivitäten der Auslandssender zu verstärken. „Wir haben so viele Verbindungen dorthin, und es gibt da ein großes gegenseitiges Informationsbedürfnis“, so Limbourg gegenüber der Süddeutschen. Koordiniert werde das Projekt, bei dem die internationalen Partner selbstständig ihre Beiträge einstellen, von der Deutschen Welle. Man werde auch ein Auge auf die Social-Media-Einbindung werfen und insbesondere der Gefahr, dass Nutzer, denen die Inhalte nicht passen, gezielt die Kommentarspalten fluten, vorbeugen, so die Süddeutsche. 

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– Medienfreiheit – Jamal Karslı: „Die einseitige Berichterstattung über die Türkei ist sogar vielen meiner Freunde aufgefallen“

„Was mich jedes Mal erheitert, sind die EU-Drohgebärden, die gegenüber der Türkei gebetsmühlenartig wiederholt werden“, so Karslı.

Jamal Karslı: „Die einseitige Berichterstattung über die Türkei ist sogar vielen meiner Freunde aufgefallen“
   
       

Türkei
Erdogan: Türkei seit Gezi-Protesten Ziel von Wirtschaftsterrorismus

Ankara (nex) – Die Türkei werde sich „dem wirtschaftlichen Terrorismus nicht beugen, so wie sie sich auch dem bewaffneten und diplomatischen Terrorismus“ nicht beuge, sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Parteitreffen in der Hauptstadt Ankara am Sonntag. Trotz „anhaltender Angriffe aus dem Ausland“, entwickle sich die Wirtschaft der Türkei positiv. „Die Herausforderungen haben uns daran erinnert, dass wir nie unseren Ehrgeiz aufgeben sollten, eine große und starke Türkei aufzubauen. Wir haben wieder einmal gesehen, dass wir entweder überleben oder untergehen werden. Es gibt keinen anderen Weg“, sagte Erdogan. Die türkische Wirtschaft werde seit den Gezi-Protesten 2013 von ausländischen Mächten angegriffen, wobei die letzte große Intervention im vergangenen Sommer beobachtet worden sei, sagte der türkische Staatspräsident.  In den nächsten vier Jahren werde die Hauptaufgabe der Regierung sein, darauf hinzuarbeiten, die angekündigten Ziele bis 2023 zu erreichen, betonte Erdogan. „Jemand versucht, unsere Ziele für 2023 als Traum darzustellen, als Fata Morgana. Aber wenn wir an sie glauben und alle zusammenarbeiten, ist es möglich, dass wir diese Ziele sogar übertreffen“ so der türkische Staatschef. Erdogan forderte türkische Geschäftsleute und Investoren auf, beim türkischen Volk zu stehen und ihre Investitionen entsprechend auszurichten. „Wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir unser Versprechen einlösen, bis Ende dieses Jahres 2,5 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte er. Am vergangenen Donnerstag sagte Erdogan, dass die Türkei die Debatte zu den Kommunalwahlen langsam hinter sich lassen und auf Themen wie die Wirtschaft konzentrieren müsse. „Bei den Themen, die das Überleben unseres Landes betreffen, müssen wir, alle 82 Millionen Bürger, unsere politischen Differenzen beiseite legen und gemeinsam als Türkei-Allianz fortfahren“, sagte Erdogan in seiner Eröffnungsrede zum neuen Gebäude des Angestellten Dachverbandes in Ankara.  Für eine Türkei, die ihren Bürgern Sicherheit gibt, müsse man gemeinsam anpacken. Es sei die Zeit, „das heiße Eisen wieder abzukühlen“, es beginne die Zeit der Solidarität, der Umarmung und der Einheit. Die Streitereien zur Wahl sollten beendet werden, man müsse sich wieder auf wichtige Themen, wie Wirtschaft und Sicherheit, konzentrieren. Erholende Wirtschaft Die türkische Wirtschaft überraschte Beobachter erneut mit einem kräftigen Wachstum. Trotz Währungskrise legte das Bruttoinlandsprodukt auch 2018 um fast drei Prozent zu. Wie das Statistikamt TurkStat im März bekannt gab, wuchs die türkische Wirtschaft im Jahr 2018 um 2,6 Prozent. Laut TurkStat betrug das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr 3,7 Billionen türkische Lira (rund 784 Milliarden Dollar). Politische Spannungen zwischen den USA und der Türkei lösten im vergangenen Jahr an den Finanzmärkten Sorgen aus, nachdem US-Präsident Donald Trump damit drohte, den wirtschaftlichen Druck zu nutzen, um dem in der Türkei inhaftierten Pastor Charles Brunsons Freilassung zu sichern. Trump genehmigte im August infolge der Inhaftierung eine Verdoppelung der Zölle auf türkischen Stahl und Aluminium. Die Türkei reagierte darauf mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Autos, Alkohol und Tabakimporte. Die türkische Währung Lira fiel daraufhin im August auf ein Rekord-Tief. Nach der Freilassung Brunsons erholte sich die Währung wieder. Wie die türkische Zentralbank im vergangenen Monat mitteilte, sank zudem das Leistungsbilanzdefizit des Landes im ersten Monat dieses Jahres um bemerkenswerte 88,4 Prozent. Im Januar verzeichnete die Leistungsbilanz ein Defizit von 813 Millionen Dollar und verbesserte sich damit um 7 Milliarden Dollar im Vergleich zum Januar des Vorjahres. Hierzu Finanzanalyst Clemens Schmale im Dezember vergangenen Jahres: Die schwache Währung hat vor allem dazu geführt, dass weniger importiert wurde. Importe brachen um ein Drittel ein. Im Gegenzug konnten die Exporte ansteigen. Zum ersten Mal seit 30 Jahren überstiegen die Exporte die Importe. Gleichzeitig konnte der Tourismus von der schwachen Lira profitieren. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Er litt 2016 unter dem Putschversuch. 2017 kam es zu einer Erholung. Trotzdem blieben die Einnahmen unter den Werten von 2015 zurück. 2018 konnte dieser Wert wieder erreicht werden. Das brachte dringend benötigte Devisen ins Land. Tourismus ist ein Dienstleistungsexport. Betrachtet man sämtliche Importe und Exporte (Waren, Dienstleistungen), so ist die Handelsbilanz erstmals seit 2008 wieder positiv. Betrachtet man nur die Waren, muss man in die 80er Jahre zurückblicken. 

Zusammen mit Transferleistungen und der Kapitalbilanz ergibt sich die Leistungsbilanz, die nun bereits drei Monate in Folge stark positiv ist. Es fließt effektiv wieder Geld ins Land. Das hat in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Aufwertung der Währung geführt. Die Inflation ist mit über 20 % immer noch hoch. Es wird noch Monate dauern bis sie sich wieder normalisiert hat. Die Wirtschaft ist im dritten Quartal geschrumpft. Es ist also noch nicht alles wieder rosig. Das wird noch Zeit in Anspruch nehmen.

Das Hauptproblem, das Leistungsbilanzdefizit, ist behoben. Das geschah in absoluter Rekordzeit. Es brauchte keine Hilfskredite vom Internationalen Währungsfonds oder aus Europa. Die Regierung wollte keine Kredite, um weiterhin frei agieren zu können. Das hat zu einer Schockanpassung geführt. Das Ziel wurde erreicht, wenn auch ziemlich brutal. Der Theorie nach sollte genau das geschehen. Die Geschwindigkeit ist allerdings bemerkenswert. Es gleicht schon fast einem Wunder, was die freien Marktkräfte so anstellen können.

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– Adana – 8-Milliarden Dollar: Petrochemie-Anlage in der Türkei geplant

Gemeinsam mit südkoreanischen, niederländischen und algerischen Partnern soll in der südtürkischen Provinz Adana eine Mega-Industriezone für acht Milliarden US-Dollar entstehen.

8-Milliarden Dollar: Petrochemie-Anlage in der Türkei geplant

Köln
Kickbox–Weltmeister Harun Saglam: „Möchte mit dem Boxclub Jugendliche von der Straße holen“

Chapeau vor dieser geballten Leistung. Hochachtung für ein Engagement, das weit über den (Kick-)Boxsport hinausgeht. Harun Saglam, der 22-jährige Kölsche Jung, hat in seinem jungen Leben schon viel erreicht. Bereits im Alter von gerade Mal 19 pflasterten gleich mehrere Meistertitel, und nicht zuletzt der hoch begehrte Weltmeistertitel im Kickboxen, seinen stets zielstrebig verfolgten Siegesweg. Aber dem nicht genug: Harun Saglam darf in jeder Hinsicht als Vorbild, vor allem für Jugendliche auf ihrem Pfad zur Selbstfindung, gesehen werden. Köln – 2015 wurde für den damals erst 18-jährigen Kickbox-Sportler Harun Saglam zum Jubeljahr. Just zu diesem Zeitpunkt gewann Saglam den Weltmeistertitel in Deutschland und ließ mit seinen wahrhaft strategisch-dynamischen Angriffsweisen, die Herzen seiner Fans deutlich höher schlagen. Harun gönnte seinen begeisterten Anhängern keine Verschnaufpause, ganz im Gegenteil, gleich im darauf folgenden Jahr folgte der zweite Weltmeistertitel, diesmal in England, in Manchester (Verband WFMC). Aber auch zwischenzeitlich ließ Harun Saglam keine Fragen offen. „Fünf Mal Deutscher Meister im Kickboxen und es geht immer noch mehr“, verriet der ehrgeizige Kölner Kickbox-Profi den Reportern vor Ort. Wie alles begann: Harun Saglam auf dem Weg zum Erfolg! Es war die koreanische Kampfkunst Taekwondo, welche den Auftakt für seine weiteren sportlichen Erfolge einläutete. Damals war Harun sechs Jahre alt und noch auf der Suche nach der richtigen Herausforderung. Es fiel ihm leicht, den Schwarzen Gürtel zu ergattern. Angespitzt von seiner Errungenschaft, schaute sich Harun Saglam nach etwas Neuem um und fand seine Leidenschaft im Kickboxen sowie im „normalen“ Boxsport. Auf die Frage, welcher Riesensportler ihn inspiriert, antwortete er in einem Interview 2016 gegenüber NEX24: „Ganz klar! Die niederländisch-türkische Kickbox- und Muay-Thai-Legende Gökhan Saki.“ „Ich bin sehr stolz darauf mit meinem eigenen Boxverein an den Start zu gehen“ Seit etwa sechs Jahren ist Harun Saglam Trainer im Kickboxen und außerdem lizenzierter Trainer im Boxen (C-Lizenz). Seit dem 1. April ist er zudem nun auch stolzer Besitzer einer Kampfsporthalle. Im Angebot stehen Kickboxen und herkömmliches Boxen. Harun Saglam leitet den eingetragenen sowie körperschaftsbefreiten Verein namens „Champ’s of Cologne“ und fungiert persönlich als Trainer. Zu finden ist „Champ’s of Cologne“ an der Olpenerstraße 690 in 51109 Köln (Brück). Sponsoren sind natürlich gern gesehen und höchst willkommen! Mit seinem Angebot richtet sich der Kickbox-Profi vor allem an die Jugend. „Kampfsport gibt den Jugendlichen einen optimalen Ausgleich und lehrt sie, sich selber besser einzuschätzen bzw. selbstbewusster zu werden!“, meint Saglam in einem aktuellen Gespräch mit uns. Da ist viel Wahres dran. Sport, insbesondere Kickboxen, trägt wunderbar zum Frustabbau bei. Zudem steigert Sport das Durchhaltevermögen und hilft dabei, jede Menge an Achtung, Respekt und Disziplin nachhaltig dazu zu gewinnen. Gerade Respekt wird in Harun Saglams Kampfsporthalle immens groß geschrieben. Hier wird niemand ausgegrenzt oder gemobbt. Hier gewinnen Zusammenhalt sowie das bewusste Miteinander. Nationalität, Religion, Größe, Gewicht spielen keine Rolle. Ob Kind oder Greis, ob gesund oder in der Bewegung eingeschränkt: wer mitmachen will und mit Eifer, Toleranz und eben Respekt ganz bei der Sache ist, ist in Saglams „Kampfsportarena“ jederzeit herzlich willkommen. Aber nicht nur für Jugendliche ist der Sport geeignet, Saglams älterster Schüler ist 47 und immer noch topfit. Neben der verlockenden Möglichkeit eine etwaige Kickbox- oder Boxkarriere zu starten, eignet sich dieser würdevolle Kampfsport auch optimal als Nur-Fitness-Training für zwischendurch. Kommen, sehen und Harun Saglams frische Welt des (Kick-)Boxens hautnah erleben.

Istanbul
Türkei: Mutmaßlicher Spion der Emirate begeht im Gefängnis Selbstmord

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Istanbul (nex) – Ein in der Türkei inhaftierter mutmaßlicher Spion aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat im Gefängnis Selbstmord begannen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu am heutigen Montag berichtet, sei der Mann am Sonntag im Duschraum des Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul aufgehängt gefunden worden. Ein Vertreter des türkischen Innenministeriums bestätigte den Bericht. Der Mann war Anfang April unter dem Verdacht der Spionage für die Vereinigten Arabischen Emirate zusammen mit einem weiteren mutmaßlichen Agenten festgenommen worden. Wie Anadolu weiter berichtet, prüften türkische Behörden Verbindungen der Männer zum Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi. Die Verdächtigen wurden zudem der politischen und militärischen Spionage beschuldigt.

Der regelmäßige Kolumnist der US-Zeitung Washington Post wurde Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Khashoggi verschwand, nachdem er am 3. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Saudi Arabien hatte mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden Khashoggis den Tod des Journalisten eingeräumt.

Im Istanbuler Konsulat sei es während des Verhörs zu einem Streit gekommen, was zu seinem Tod führte, berichteten saudische Staatsmedien. Riad hatte die Kenntnis über den Verbleib Khashoggis stets abgestritten. Medienberichten zufolge soll er in dem Konsulat schwer gefoltert und zerstückelt worden sein.

Erdogan: Befehl für die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi kam von den obersten Ebenen der saudischen Regierung  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am 2. November, dass der Befehl für die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi von den obersten Ebenen der saudischen Regierung kam. In einem Gastbeitrag für die „Washington Post“ schrieb Erdogan: „Wir wissen, dass sich die Täter unter den 18 in Saudi-Arabien festgenommenen Verdächtigen befinden. Wir wissen auch, dass sie kamen, um ihre Befehle auszuführen: Khashoggi töten und flüchten.“ „Schließlich wissen wir, dass der Befehl, Khashoggi zu töten, von den höchsten Ebenen der saudischen Regierung kam“, sagte Erdogan.
     

Internationaler Tag der Arbeit
Arbeitskosten in der EU: Deutschland mit durchschnittlich 35,00 Euro auf Platz 6

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Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags der Arbeit am 1. Mai weiter mitteilt, lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit innerhalb der Europäischen Union (EU) wie im Jahr zuvor auf Rang 6. Dänemark hatte mit 44,70 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde, Bulgarien mit 5,30 Euro die niedrigsten. Arbeitskosten in Deutschland insgesamt 32 % über dem EU-Durchschnitt Gemessen am EU-Durchschnitt von 26,60 Euro zahlten deutsche Arbeitgeber des Produzierenden Gewerbes und wirtschaftlicher Dienstleistungen 32 % mehr für eine Stunde Arbeit. In den EU-Mitgliedstaaten mit den höchsten Arbeitskosten (Spitzengruppe: Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden, Frankreich und Deutschland) kostete sie mit 36,30 Euro durchschnittlich 36 % mehr. Anders in den Ländern mit den geringsten Arbeitskosten (Aufholende Länder: Bulgarien, Rumänien, Litauen, Lettland, Polen und Ungarn). Hier kostete eine Arbeitsstunde 8,50 Euro und damit 68 % weniger als im EU-Durchschnitt. Abstand zwischen EU-Spitzengruppe und aufholenden Ländern verringert sich Insgesamt betrugen die Arbeitskosten in der Spitzengruppe mehr als das Vierfache (427 %) des Wertes der aufholenden Länder. Dieser Abstand hat sich seit dem Jahr 2004, als erstmals vergleichbare Zahlen für alle relevanten Mitgliedstaaten vorlagen, allerdings mehr als halbiert. Damals betrugen die durchschnittlichen Arbeitskosten in der Spitzengruppe mit 28,00 Euro noch fast das Achtfache (772 %) des Niveaus der Kontrastgruppe von 3,60 Euro. Diese Annäherung der relativen Arbeitskosten resultiert daraus, dass in Ländern mit niedrigen Arbeitskosten die Wachstumsraten bereits seit vielen Jahren deutlich über denen der Länder mit bereits hohen Arbeitskosten liegen. Dies wird deutlich beim Vergleich zwischen Deutschland und Bulgarien: Während die Arbeitskosten je geleistete Stunde in Deutschland von 2004 bis 2018 um 30 % stiegen, haben sie sich in Bulgarien mehr als verdreifacht (+231 %). Arbeitsstunde in der deutschen Industrie 48 % teurer als im EU-Durchschnitt Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2018 durchschnittlich 40,00 Euro. Beschränkt auf diesen Wirtschaftsbereich lag Deutschland im EU-Vergleich auf Rang 4. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 48 % teurer als im EU-Durchschnitt (27,00 Euro). Bei den marktbestimmten Dienstleistungen lag Deutschland mit Arbeitskosten von 32,40 Euro pro Arbeitsstunde europaweit auf dem 9. Platz (22 % über dem EU-Durchschnitt). Deutschland bei Lohnnebenkosten auf Rang 14 innerhalb der EU Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im Jahr 2018 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in Branchen des Produzierenden Gewerbes und der wirtschaftlichen Dienstleistungen auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten. Damit lagen die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 30 Euro. Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Platz 14. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (48 Euro) die höchsten Lohnnebenkosten gezahlt, in Malta (8 Euro) die niedrigsten.

Onlineshopping
Direktbestellungen aus dem Ausland: Im Nachhinein doch nicht so günstig

Für immer mehr Berliner Online-Shopper, die besonders günstige Waren außerhalb der EU bestellt haben, endet der Online-Kauf beim Zollamt Schöneberg. Allein im vergangenen Jahr war hier für mehr als 90.000 Paketsendungen, die außerhalb der EU aufgegeben wurden, Endstation – sie waren nicht richtig deklariert. Die Zahl der vom Zoll gestoppten Sendungen hat sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht. Das haben Recherchen des rbb-Verbrauchermagazins SUPER.MARKT ergeben. Oft ärgern sich Kunden, wenn Waren, die sie außerhalb der EU in einem Onlineshop bestellt haben, durch zusätzliche Zollabgaben zum teuren und lästigen Einkauf werden. Denn durch die zusätzlichen Kosten ist das vermeintliche Schnäppchen meist gar keines mehr, und dann muss man auch noch die Zoll-Formulare ausfüllen. Der Großteil der Online-Shopper bestellt die Waren im Glauben, sie von einem einheimischen Lieferanten zu bekommen. „Viele Kunden stellen erst im Nachhinein fest, dass ihr Produkt eigentlich aus Asien oder aus anderen Drittländern außerhalb der EU kommt“, sagt Claudia Rossow-Scholl, stellvertretende Pressesprecherin des Hauptzollamts Berlin gegenüber SUPER.MARKT. Das könne durchaus auch bei großen Anbietern wie Amazon passieren. Probleme bereiten etwa viele Produkte aus Fernost, die keine CE-Kennzeichnung haben. Damit ist eben nicht klar, ob sie den Anforderungen der EU an entsprechende Produkte genügen. Darüber hinaus habe der Artenschmuggel extrem zugenommen, sagt Claudia Rossow-Scholl. „Die Krokodilledertasche, die früher über Flughäfen eingeschmuggelt wurde, wird heute über den Online-Handel bestellt.“ Mehr als 70 Prozent der deutschen Online-Shopper ordern heute bereits im Ausland, wobei jeder Vierte das erst im Nachhinein bemerkt. Über die Hälfte dieser im Internet bestellten Waren kommt aus China.

Geschichte
Irland: Die osmanischen Hilfsschiffe

Eine wenig bekannte, aber eine wahre Begebenheit, widerspricht dem Bild eines barbarischen Staates, welches die europäische Literatur vom Osmanischen Reich und dem Islam seit jeher zeichnete. Das Wappen der irischen Stadt Drogheda sei wegen der Dankbarkeit der Menschen, die sie für die Hilfe des Osmanischen Reiches empfanden, um einen Stern und einen Halbmond erweitert worden. Man schreibt das Jahr 1845. In diesem Jahr herrschte in Irland eine große Hungersnot. Die Nahrungsmittel wurden knapp. Schuld daran waren Kartoffelmissernten. Zwischen den Jahren 1845 und 1852 seien bis zu einer Million Iren verhungert. Über zehn Prozent der damaligen irischen Bevölkerung und fast 30 Prozent der nordirischen Stadt Drogheda seien bei dieser Hungerkatastrophe ums Leben gekommen. Millionen von Iren kehrten ihrer Heimat den Rücken und wanderten aus. Der damalige osmanische Sultan Abdülmecid I. erhielt eine Nachricht von der Hungersnot in Irland und sagte spontan 10.000 Pfund Soforthilfe zu. Da die englische Königin Victoria allerdings selbst nur 2.000 Pfund spendete, erlaubte sie Abdülmecid I. nur eine Spende von 1.000 Pfund. Auf Anweisung des Sultans legten jedoch heimlich noch fünf mit Lebensmitteln, Getreide und Medizin beladene Schiffe am Bosporus ab. Trotz einer Seeblockade seien die Schiffe in Irland angekommen. Der türkische Botschafter Taner Baytok weihte 1995 mit dem Bürgermeister von Drogheda eine Gedenktafel ein. Sie wurde an dem Hotel angebracht, in dem 1845 osmanische Matrosen während der Hilfsaktion untergebracht gewesen seien. Der irische Fussballclub Drogheda United, der 1919 gegründet wurde, trägt in seinem Wappen immer noch den Halbmond und den Stern.  

Post will nach Porto auch Paketpreise erhöhen

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Nach der Erhöhung des Briefportos will die Deutsche Post auch die Paketpreise der Konzerntochter DHL anheben. „Generell müssen sich die Kunden auf steigende Paketpreise einstellen“, sagte Post-Chef Frank Appel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Schon im vergangenen Jahr habe DHL angefangen, die Preise für Pakete bei den Geschäftskunden und Anfang des Jahres auch bei einem Filialpaket zu erhöhen. Appel sagte zur Begründung, das Unternehmen müsse Lohn- und Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben. Als Marktführer müsse die Post mit ihrer Marke DHL auch zukünftig die Preise erhöhen. „Ich vermute auch, dass sich unsere Wettbewerber daran orientieren“, sagte Appel. Mit einem Marktanteil von mehr als 45 Prozent ist DHL bundesweit das führende Unternehmen bei Paketen. Eine Voraussetzung für die angestrebten Preiserhöhungen sei eine „hohe Qualität“, sagte der Post-Chef. „Und schließlich wollen wir auch unsere Mitarbeiter anständig bezahlen und keinen Niedriglohnwettbewerb. Gute Qualität und gute Löhne für unsere Zusteller gibt es aber nicht zum Nulltarif.“ Auch Briefe zu versenden, wird bald deutlich teurer. Die Bundesnetzagentur gewährt der Deutschen Post eine Preiserhöhung von mehr als zehn Prozent bezogen auf einen Zeitraum von drei Jahren. „Wir werden in den nächsten Tagen über die zukünftigen Preise für die einzelnen Briefprodukte entscheiden“, kündigte Appel an. „Ob es 80, 85 oder 90 Cent für den Standardbrief werden, hängt auch von den künftigen Preisen für andere Produkte wie Kompakt-, Groß-, Maxibrief und Postkarte ab. Glatte Beträge wären sicher von Vorteil.“ Der Auswirkungen eine höheren Portos seien für die Bürger „überschaubar“, verteidigte Appel die geplante Preiserhöhung. „Umgerechnet auf einen Haushalt geht es um durchschnittlich 23 Cent mehr im Monat. Verglichen mit Preissteigerungen für Strom oder Telekommunikation sei das „nun wirklich eine kleine Summe“, sagte der Post-Chef. „Um 23 Cent an anderer Stelle zu sparen, reicht es hin und wieder schon aus, am Nachmittag und nicht morgens zur Tankstelle zu fahren.“ Die Rivalen der Post im Paketgeschäft wie DPD, GLS und Hermes werfen dem deutschen Konzern vor, durch höhere Einnahmen aus dem Briefgeschäft die Paketsparte zu subventionieren.

Rechtsterrorismus
Bericht: Rechtsextreme bereiten sich auf Bürgerkrieg vor

In erster Linie würde eine Vernetzung zwischen kleinen Gruppen im Internet stattfinden. Deshalb müssten vor allem die Internetaktivitäten von Rechtsextremisten vom Nachrichtendienst beobachtet werden. Die rechtsterroristischen Ansätze und das Potenzial, vor dem der Inlandsnachrichtendienst warne, sei hoch und es würde sich eine rechtsextremistische Szene der unterschiedlichsten Strömungen und Spektren entwickeln. In Erscheinung getreten wären in erster Linie gut organisierte Kleinstgruppen und Einzelpersonen, aber auch solche, die nur am Rand oder völlig außerhalb der Szene zu suchen wären. Das Risiko einer „Radikalisierung, Mobilisierung und Konspiration“ im Internet sei hoch. Wie die WamS weiter berichtet, würden Themen wie „Islam“, Migration“ und „Asyl“ die rechtsterroristischen Ideen entzünden. Der Einsatz von Schusswaffen gehöre auch zu Überlegungen der beteiligten Rechtsextremen, die sich auf das Szenario eines Bürgerkrieges und den Zerfall der öffentlichen Ordnung vorbereiten würden. „Rechtsextremistische Strukturen sind heute für unsere Demokratie so gefährlich wie noch nie nach 1945. Diese Entwicklung, auch ihre eventuelle Steuerung aus dem Ausland, sind unzureichend verfolgt und aufgeklärt worden“, zitiert die WamS Konstantin von Notz, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag.