Fußball
Ex-Nationaltorwart René Adler beendet Karriere

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Der ehemalige Nationaltorwart René Adler wird nicht mehr auf den Fußballplatz zurückkehren und beendet mit 34 Jahren als Profi des FSV Mainz 05 zum Saisonende offiziell seine Karriere. „Das Vertrauen in den Körper ist einfach nicht mehr da, es macht deshalb keinen Sinn mehr, darum höre ich nun auf“, erklärt Adler im exklusiven Interview mit dem Magazin stern, dessen neue Ausgabe an diesem Donnerstag erscheint. Das letzte Bundesligaspiel bestritt Adler somit am 29. April 2018 beim 3:0-Heimsieg seines Vereins gegen RB Leipzig, bevor ihn eine schwere Knorpelverletzung im Knie außer Gefecht setzte. „Es war ein mentaler Kraftakt. Ich habe dafür einen hohen Preis bezahlt. Mein Körper hat genug gelitten“, sagt Adler mit Blick auf seine gesamte Laufbahn. Insgesamt absolvierte der gebürtige Leipziger 269 Bundesligaspiele für Mainz 05, den Hamburger SV und Bayer Leverkusen. Dort hatte er seine Karriere begonnen. Für Deutschland spielte Adler zwölf Mal. Seine eigene von Höhen aber auch zahlreichen Verletzungen durchsetzte Karriere beurteilt Adler, der 2009 auf dem Sprung zum Stamm-Keeper bei Bundestrainer Joachim Löw stand, mit zwiespältigen Gefühlen: „Meine Ängste und Zweifel waren meine größten Treiber. Aber sie haben mich auch daran gehindert, alles aus meinem Talent rauszuholen. Meine Erwartung war höher.“ So hatte seine im Frühjahr des Jahres 2010 erlittene Rippenverletzung, die ihn um die WM-Teilnahme in Südafrika brachte, für Adler im Rückblick psychosomatische Gründe: „Ich bin davon überzeugt, dass mein Körper damals mit den Verletzungen darauf reagiert hat, dass ich mir zusätzlich zu diesem Druck von außen auch selbst einen immensen innerlichen Druck gemacht habe. Der Rippenbruch im Frühjahr 2010 war das Stoppschild meines Körpers.“ Kritisch sieht Adler heute die Einstellung zahlreicher Jungprofis zu ihrem Beruf: „Es wird sehr schnell sehr viel Geld verdient. Gepaart mit dem Gefühl ‚Ich bin bekannt‘, glauben sich einige schneller am Ziel. Wenn ich die Jungs heute frage: ‚Was ist euer Ziel?‘, kann mancher das nicht sagen. Das fällt mir schwer nachzuvollziehen.“

Wirtschaft
Kommentar: Nicht die FED, sondern die Finanzelite entscheidet

Ein Kommentar von Ernst Wolff Wer die Kursentwicklung an den internationalen Aktienmärkten verfolgt, der kann sich zurzeit nur die Augen reiben. Nachdem es im Dezember zu den größten Einbrüchen seit 70 Jahren gekommen ist, scheinen die Kurse derzeit kein Halten mehr zu kennen: Seit Jahresbeginn haben sie zwischen 18 und 25 Prozent zugelegt und so den stärksten Vier-Monats-Anstieg aller Zeiten verzeichnet. Damit setzen sie nach dem kurzen, heftigen Abschwung vom Jahresende den seit zehn Jahren andauernden Aufwärtstrend fort – und das, obwohl die Wirtschaftsdaten alles andere als positiv sind, es Dutzende von akuten Krisenherden gibt und die Welt zurzeit auf eine Rezession, also einen deutlichen Wirtschaftsrückgang, zusteuert.  Es scheint fast, als interessierten sich Investoren überhaupt nicht mehr für das, was um sie herum passiert – und als gebe ihnen die Entwicklung der Börsen recht. Aber kann es tatsächlich so weiter gehen? Werden wir auf Dauer nur noch steigende Kurse sehen? Wohl kaum. Was wir zurzeit erleben, ist mit einem Auto vergleichbar, dessen Fahrer den Motor zu kühlen versucht, indem er immer schneller fährt. Im Fall des globalen Finanzsystems hat der Dezember sogar bewiesen, dass die Bremsen des Autos bereits versagen und es kein Halten mehr gibt. Hier der Hintergrund:  Da die riesigen Geldsummen, mit denen das System nach dem Beinahe-Crash von 2007/2008 fast zehn Jahre lang am Leben erhalten wurde, hauptsächlich in die Spekulation geflossen sind, haben sich an den Aktien-, Anleihe- und Immobilien-Märkten gewaltige Blasen gebildet. Um deren Platzen zu verhindern, haben die Zentralbanken – allen voran die FED – vor einiger Zeit begonnen, ihre Geldpolitik zu straffen, also weniger Geld ins System zu pumpen, ihm teilweise sogar Geld zu entziehen und die Zinsen vorsichtig wieder anzuheben. Das aber gefiel den inzwischen nach billigem Geld lechzenden Investoren nicht. Als die FED trotz der Kritik der Finanzelite bei ihrer Kursumkehr blieb und sogar eine Verschärfung ihrer Gangart ankündigte, warfen die Investoren ihr den Fehdehandschuh hin und zogen sich im Dezember 2018 in Scharen aus den Märkten zurück. Die FED verstand die Warnung und reagierte umgehend: Kaum hatten die Kurse zu Weihnachten historische Tiefstände erreicht, verkündete sie, die Zinsen 2019 nicht wie geplant anheben und den Märkten schon bald kein weiteres Geld entziehen zu wollen. Mittlerweile hat sie sogar ihre Bereitschaft angedeutet, demnächst neues Geld ins System zu pumpen. Die Investoren wiederum haben die 180-Grad-Wende der FED quittiert, indem sie wieder in die Märkte eingestiegen sind und sie auf immer neue Höhen getrieben haben. Das Wechselspiel zwischen den beiden Kontrahenten zeigt: Nicht die FED, sondern die internationale Finanzelite entscheidet darüber, wie es an den Finanzmärkten weitergeht. Das aber kann mit Sicherheit nicht gutgehen, und zwar aus folgendem Grund: Nachdem die Zentralbanken die Märkte zehn Jahre lang künstlich angetrieben haben, haben sich die Maßnahmen weitgehend abgenutzt. Daher werden die Zentralbanken im Rahmen der einsetzenden Rezession nicht umhin können, wesentlich extremer zu handeln als bisher, also erheblich größere Geldmengen als in der Vergangenheit zu schaffen und die Zinssätze deutlich in den Negativbereich zu senken.  Das aber wird das Herz des Systems – die Geldschöpfung – treffen, denn mit Negativzinsen wird den Banken auf Dauer die Lebensgrundlage entzogen. Kein Bankensystem der Welt kann unbegrenzt mit immer weiter in den Negativbereich absinkenden Zinsen leben, ohne sich selbst zu zersetzen. Aus diesem Grund befinden sich die Zentralbanken zurzeit in der Situation eines Arztes, der einem von schwersten Entzugserscheinungen bedrohten Drogensüchtigen auf dessen Verlangen hin noch mehr Drogen geben muss – mit dem vorhersehbaren Ergebnis, dass der Patient die Behandlung auf Dauer nicht überleben wird. 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“. Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Tag der Arbeit
Bernd Lucke: „Verbot des Verbrennungsmotors hätte Massenarbeitslosigkeit bei minimalen Klimawirkungen zur Folge „

„Sehenden Auges lässt die Bundesregierung unser Land in ein wirtschaftliches Fiasko laufen“ warnt der Europaabgeordnete Prof. Dr. Bernd Lucke (Liberal-Konservative Reformer) in einem Aufruf zum Tag der Arbeit. Erst beschädigten unsinnige Grenzwerte für Stickoxide den klimafreundlichen Dieselmotor und unmittelbar anschließend werde die CO2-Problematik genutzt, um den Verbrennungsmotor insgesamt zu vernichten. Lucke wies auf die Bedeutung der Automobilindustrie für das wirtschaftliche Wohlergehen Deutschlands hin. Allein am Verbrennungsmotor (ohne sonstige Autobestandteile) arbeiteten in Deutschland rund 700.000 Arbeitskräfte. Zahllose spezialisierte Zulieferbetriebe hätten keine Überlebenschance, wenn völlig auf Batterieantriebe umgestellt werde. Deutschland halte in der Motortechnik die mit Abstand meisten Patente (40%) und deutsches Know-How, Technologien und Ingenieurskunst würden weltweit bewundert. Deshalb dürfe der Klimaschutz nicht gegen Wohlstand und Arbeitsplätze ausgespielt werden. Der Niedergang der Automobilindustrie könne sonst leicht der Vorbote für den wirtschaftlichen Niedergang ganz Deutschlands sein.
Europaabgeordnete Prof. Dr. Bernd Lucke (Liberal-Konservative Reformer) (Foto: F. Ossenbrink)
Nach Luckes Einschätzung wäre das von den Grünen angestrebte Aus für konventionelle Motoren völlig kopflos, weil nur ein minimaler Klimaeffekt damit erreicht werden könne. Ein vollständiges Verbot des deutschen Verbrennungsmotors (Diesel und Benzin) würde die CO2-Emissionen um jährlich rund 40 Millionen Tonnen niedriger ausfallen lassen. Das sei ungefähr ein Tausendstel (!) der weltweiten CO2-Emissionen. Entsprechend klein sei die Wirkung auf das Klima. Die menschengemachte Erwärmung durch deutsche Verbrennungsmotoren bewege sich in der Größenordnung von wenigen Tausendstel eines Grads Celsius. „Die deutsche Gesellschaft scheint in einem Anfall von Hysterie bereit, das Herzstück der deutschen Automobilindustrie und Hundertausende Arbeitsplätze dem Kampf gegen den Klimawandel zu opfern,“ kritisierte Lucke. Die neuen Richtwerte der EU seien kaum zu erfüllen und die Bundesregierung tanze willig zum Taktstock der Grünen. Die Autoindustrie schweige, weil ihre Glaubwürdigkeit durch den Dieselskandal schwer beschädigt sei. So drohe in einem der bedeutendsten Industrieländer die Grundlage einer der bedeutendsten Industrien zerstört zu werden. Lucke forderte die Bundesregierung dazu auf „wie erwachsene Menschen“ zu ihrer Verantwortung zu stehen. Die Regierung solle den Verbrennungsmotor vor dem „Verbotswahn der Grünen“ schützen und statt dessen die bewährten EU-Emissionszertifikate zur CO2-Kontrolle nutzen. Damit könne die politisch gewollte Obergrenze für CO2-Emissionen realisiert werden und über alle Branchen hinweg (bspw. Verkehr, Braunkohleverstromung, Zement) die optimale CO2-Reduktion erreicht werden. Bei den Antriebsarten müsse die Bundesregierung fairen Wettbewerb zwischen herkömmlichen Motoren, Elektroantrieben und zukunftsfähigen Technologien wie der Brennstoffzelle sicherstellen.

Gelbwesten-Demos
Moskau verurteilt Polizeigewalt gegen russische Journalistin in Paris

Moskau (nex) – Moskau hat die Gewaltanwendung durch die französische Polizei gegen die russische Journalistin Viktoria Iwanowa verurteilt und die Behörden aufgefordert den Vorfall gründlich zu untersuchen. Gewalt gegen Journalisten sei inakzeptabel. „Wir halten die Anwendung von Gewalt gegen Journalisten bei der Ausübung ihrer beruflichen Pflichten für unzulässig. Wir fordern die französischen Behörden nachdrücklich auf, diesen Vorfall gründlich zu untersuchen, sowie zuständige Menschenrechts- und Nichtregierungsorganisationen, diese Frage unter Kontrolle zu halten“, zitiert Sputnik eine Erklärung des russischen Außenministeriums. Auch die Nachrichtenagentur Rossija Segodnja hat die Gewalt der französischen Polizei verurteilt: „Viktoria erlitt eine Schulterverletzung. Vor einer schweren Kopfverletzung, einer der Knüppelschläge traf den Kopf, rettete sie der Helm. Wir fordern, dass die französischen Behörden aufhören, die Rechte von Journalisten unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit zu verletzen“, zitiert Sputnik den Pressedienst der Nachrichtenagentur. Viktoria Iwanowa, die über die Gelbwesten-Proteste in der französischen Hauptstadt am 1. Mai berichtet hatte, sei von Pariser Polizisten mit Knüppeln angegriffen worden. Als die Polizisten ausrückten, um gewaltbereite Demonstranten festzunehmen, hätten sie auch auf die Journalistin mit Knüppeln eingeschlagen, obwohl sie sowohl auf ihrem Helm als auch auf ihrer Hand gut sichtbare „PRESSE”-Aufschriften gehabt habe.

– Krise in Venezuela – Erdogan verurteilt Putschversuch in Venezuela

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Dienstag den Putschversuch in Venezuela verurteilt.

Erdogan verurteilt Putschversuch in Venezuela

Russisch-türkische Beziehungen
Nach Absage aus den USA: Russland und Türkei wollen gemeinsamen Kampfjet entwickeln

Moskau (nex) – Russland und die Türkei haben die ersten Testberatungen zum Kampfjet der fünften Generation aufgenommen. „Wir beraten über die Kampfjets der Generation 4 ++ und führen auch die ersten Testberatungen zur fünften Generation durch, obwohl die Entscheidung auf höchster Ebene getroffen wird“, zitiert die russische Nachrichtenagentur Sputnik den Vize-Generaldirektor des russischen Rüstungskonzerns Rosoboronexport, Sergej Ladygin. Ladygin habe zudem betont, dass Russland der Türkei helfen werde, eine nationale Raketenabwehr mit höherer Fernwirkung aufzubauen, berichtet Sputnik unter Berufung auf ein Interview mit dem russischen TV-Sender „Swesda“ weiter. Wenn die Vereinigten Staaten sich weigern sollten, die F-35 Kampfjets an die Türkei zu liefern, werde Ankara einen Ersatz finden müssen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Anfang April.

„Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange so fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu.

Washington teilte im April mit, die geplante Auslieferung der F-35.Kampfjets an die Türkei vorerst zu stoppen. Solange Ankara nicht auf den Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 verzichte, würden die Auslieferungen und Aktivitäten rund um die F-35-Jets zunächst ausgesetzt, so das US-Verteidigungsministerium. „Die Lieferung der S-400 beginnt im Juli. Das System wird installiert und bis Oktober aktiviert“, sagte Ismail Demir, Präsident der türkischen Rüstungsindustrie, dem NTV. Niemand könne von der Türkei verlangen, auf den Erwerb zu verzichten, sagte auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Dies sei das Hoheitsrecht des Landes. Ankara entschied sich für das russische System, nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen angekündigt hatte. „Das ist ein richtiger und notwendiger Schritt gegenüber einem NATO-Partner, der mehr und mehr außer Kontrolle gerät“, sagte die damalige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) mit Bezug auf das Vorgehen der türkischen Armee gegen die Terrororganisation PKK. Linken-Politikerin Sevim Dagdelen forderte damals zudem einen „sofortigen Stopp der deutschen Waffenausfuhr in die Türkei“. Die Bundeswehr war sei 2013 in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras stationiert.

Arbeitspolitik
Dreyer: Wechsel im Berufsleben mit staatlicher Unterstützung für alle

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und SPD-Vize-Chefin Malu Dreyer hat ein Recht auf einen Berufswechsel mit staatlicher Unterstützung für alle gefordert. „Wir wollen dafür sorgen, dass künftig jeder, der noch einmal einen Wechsel im Berufsleben anstrebt, das auch mit staatlicher Unterstützung tun kann“, sagte Dreyer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Zur Begründung sagte sie: „Als Schlecker dichtmachte, gab es bei uns in Rheinland-Pfalz eine Frau, die nach ihrer Kündigung zur Krankenschwester umschulen wollte. Die Ausbildung aber konnte sie sich nicht leisten.“ Eine Umschulung auf einen Mangelberuf nütze der Gesellschaft insgesamt, betonte Dreyer. Dreyer forderte zudem, dass auch gesetzlich Versicherte von den 35 Milliarden Euro an Rücklagen der privaten Pflegeversicherung profitieren sollen. „Es geht vor allem um die Deckelung des Eigenanteils, wofür mehr Geld ins System muss“, sagte Dreyer der „Rheinischen Post“. „Nach unserer Berechnung soll es dazu einen Ausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung geben, dort liegen 35 Milliarden in einer Rücklage, denn schließlich sind ja auch die Leistungen bei beiden gleich. Zusätzlich ein geringfügiger Anstieg der Beiträge und eben Steuermittel.“ Dreyer verwies darauf, dass der Eigenanteil für Pflegekosten im Bundesdurchschnitt bei monatlich 618 Euro liege. „Das ist aber nach oben offen für die Pflegebedürftigen und kann geradewegs in die Armut führen“, kritisierte Dreyer. Der Anteil der Pflegeversicherung hingegen sei gedeckelt. „Deswegen wollen wir ein solidarisches Finanzierungssystem

Krise in Venezuela
Erdogan verurteilt Putschversuch in Venezuela

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Dienstag den Putschversuch in Venezuela verurteilt. „Wir als Land, das Putsche und ihre negativen Folgen erlebt hat, verurteilen das Putschversuch in Venezuela“, sagte Erdogan auf Twitter. Die Welt müsse die demokratischen Entscheidungen der Menschen in Venezuela respektieren. „Diejenigen, die versuchen, in Venezuela, wo das Volk souverän und der Staatschef durch Wahlen an die Macht kam, einen postmodernen Kolonialgouverneur zu ernennen, sollten wissen, dass nur demokratische Wahlen entscheiden wie ein Land geführt wird“, sagte Erdogan. „Die Wahlurne ist in Demokratien unerlässlich“, fügte er hinzu. Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaido veröffentlichte auf Twitter am Dienstag ein Video, in dem er neben Soldaten zu sehen war und zu einem Aufstand aufrief, um die „widerrechtliche Aneignung“ von Präsident Nicolas Maduro zu beenden. Er habe bereits die Unterstützung der Streitkräfte des Landes erhalten  und kündigte die so genannte „Endphase“ an. Ihm gelang es jedoch nicht die Massen zu bewegen. Maduro seinerseits forderte die Menschen auf, auf die Straße zu gehen, um „die Heimat und die verfassungsmäßige Ordnung zu schützen“.  

DNA-Untersuchungen
Wissenschaftler: Europäer stammen aus der Türkei

Konya (nex) – Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des polnischen Nationalen Wissenschaftszentrum, haben Europäer ihren Ursprung in Anatolien. DNA-Untersuchungen von Menschenknochen aus der Jungsteinzeit die in beiden Regionen gefunden wurden, wiesen genetische Ähnlichkeiten auf. Bei dem Ausgrabungsort in Anatolien handelt es sich um Catalhöyük. eine neolithische Siedlung in der Provinz Konya. Nach der Auffassung vieler Wissenschaftler handelt es sich um die älteste Stadtkultur der Welt. Sie wird auf den Zeitraum zwischen 7.00 und 5.700 v. Chr. datiert und hatte mehrere tausend Einwohner. Der türkische Archäologe Prof. Dr. Mehmet Özdogan vertritt bereits seit vielen Jahren die These, dass die europäische Kultur und auch Menschen ihren Ursprung in Anatolien haben. In einem Gespräch mit der Hürriyet sagte der Wissenschaftler: „Wir haben diese These bereits mit archäologischen Studien bestätigt. Es war offensichtlich, dass es hier eine Interaktion mit Europa durch Migration, kulturelle Einflüsse und Eheschließungen gab. Die DNA-Ergebnisse bestätigen die archäologischen und wissenschaftlichen Daten. Die Migrationswelle begann um 7.400 v. Chr. und dauerte einige tausend Jahre“. Unter Bezugnahme auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung der Nature, berichtete kürzlich der Nachrichtensender BBC zudem, dass das weltberühmte Stonehenge von Migranten aus Anatolien gebaut worden seien. Forscher hätten hierfür die DNA, die aus jungsteinzeitlichen menschlichen Überresten aus ganz Großbritannien extrahiert wurden, mit denen von Ur-Bewohnern Anatoliens verglichen. Auch hier seien genetische Ähnlichkeiten entdeckt worden. Diese Bevölkerungsgruppen hätten Großbritannien etwa 4.000 v. Chr erreicht, berichtet BBC weiter. Die Migration nach Großbritannien war nur ein Teil einer allgemeinen, großen Auswanderung der Menschen aus Anatolien seit etwa 6.000 v. Chr. Sie hätten unter anderem auch die Landwirtschaft in Europa eingeführt.  

Verkehrspolitik
Städtebund: E-Scooter erst ab 15 Jahren

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Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat eine generelle Altersbeschränkung bei der Nutzung von E-Scootern ab 15 Jahren gefordert. „Der Elektroroller ist ein modernes Kleinfahrzeug, das in vielen europäischen Städten gerade von jungen Menschen gerne genutzt wird“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Um die Regulierung von Schadensereignissen sicherzustellen, sollte eine Versicherungsplakette vorgeschrieben werden und die Nutzung erst ab dem 15. Lebensjahr erlaubt sein“, fügte Landsberg hinzu. Eine in der Verordnung des Bundesverkehrsministeriums vorgesehene Differenzierung nach der Höchstgeschwindigkeit, bei der bis zwölf Stundenkilometer auf dem Gehweg gefahren werden darf, lehnt der Städte- und Gemeindebund als „nicht sachgerecht, da kaum kontrollierbar“ ab. „Grundsätzlich sollte der E-Scooter wie ein Fahrrad behandelt werden, sodass die Nutzung auf Radwegen und, wo diese nicht vorhanden sind, auf der Straße möglich sein sollte“, sagte Landsberg. „Die Freigabe von Gehwegen sollte je nach lokalen Rahmenbedingungen im Ermessen der Kommunen liegen.“

Fußball International
Süper Lig: Wer holt sich die Meisterschaft in der Türkei?

An Weihnachten war die Situation in der türkischen Süper Lig noch so unerwartet wie selten zuvor. Mit sechs Punkten Vorsprung stand Istanbul Basaksehir einsam an der Tabellenspitze, während von der städtischen Konkurrenz wenig bis gar nichts zu sehen war. Diese Lage hat sich aktuell etwas gewendet. Noch immer steht der als Außenseiter in die Saison gegangene Klub vorne, doch Istanbuls Großklubs schoben sich mittlerweile heran und können zum Ende der Spielzeit vorbeiziehen. Ein Blick auf das Finale.

Basaksehir verspielt beste Meisterschaftschancen

Konstanz Fehlanzeige – so ließe sich die bisherige Süper Lig Spielzeit exzellent zusammenfassen. Lange Zeit sah es so aus, als ob Istanbul Basaksehir die Meisterschaft einfahren könnte. Trotz aller Fragezeichen hinsichtlich der mutmaßlichen Regierungsnähe des Hauptsponsors wäre es eine besondere Geschichte geworden, wenn ausgerechnet einer der kleinen Klubs in die Phalanx von Istanbuls elitärem Dreigestirn eindringen könnte. In der seit 1959 bestehenden Süper Lig konnten bislang erst zwei Klubs einen Titelgewinn vonseiten Galatasaray, Besiktas  oder Fenerbahce  verhindern. Letztmals war das Bursaspor in der Saison 2009/2010. Doch mittlerweile hat sich das Blatt wieder zugunsten der Großen gewendet, die bereits jetzt in Form von Galatasaray vorbeiziehen können. Drei Punkte betrug der Abstand zum Zeitpunkt dieses Artikels zu Basaksehir, wobei Gala mit besserem Torverhältnis noch ein Spiel auszutragen hat. Entsprechend winkt die Tabellenführung. Dahinter lauert Besiktas, ebenfalls mit drei Punkten Abstand auf den kleinen Istanbuler Klub. Die Situation ist 2018/19 damit etwas mit jener in Deutschland zu vergleichen, wo sich Bayern München und Borussia Dortmund wohl bis zum Ende um die Meisterschaft streiten werden. In den Bundesliga Quoten liegen die Münchner derzeit mit 1,12 (Stand 29. April) vorne. Schlecht lief es für Basaksehir eigentlich nicht in der Rückrunde, schließlich verlor die Mannschaft von Trainer Abdullah Avci nur zwei Spiele. Doch ausgerechnet jetzt, in der heißen Phase der Saison, droht das Team, den Fokus aus den Augen zu verlieren. Ein Punkt aus den letzten drei Spielen ließ den Vorsprung zusammenschmelzen, während Galatasaray sieben Zähler holte und Besiktas gar sechsmal in Folge gewann.

Galatasaray hat im Endspurt alles in der Hand

Mittlerweile ist es Galatasaray, das im Endspurt alles in der eigenen Hand hat. Das Restprogramm der Mannschaft von Trainer Fatih Terim beinhaltet sowohl Spiele gegen Besiktas als auch Basaksehir. Dazu kommen Spiele gegen die Mittelfeldklubs Konyaspor, Rizespor und Sivasspor. Auf Basaksehir wartet zunächst ebenfalls Sivasspor, ehe es nacheinander gegen MKE Ankaragücü, Galatasaray und Alanyaspor geht. Auf Besiktas wartet zunächst das Derby gegen den Erzrivalen, ehe es gegen drei Teams aus der oberen Tabellenhälfte geht: Alanyaspor, Trabzonspor und Kasimpasa warten. Die aktuelle Form spräche angesichts der Siegesserie von Besiktas sogar für den Dritten im Bunde. Vor allem die Offensive zeigte sich gut in Schwung und führt die Süper Lig mittlerweile an. Der erfolgreichste Stürmer spricht freilich wieder mehr als deutlich für Galatasaray. Senegals Nationalstürmer Mbaye Diagne erzielte in 25 Spielen bislang 28 Tore und könnte zum entscheidenden Faktor auf der Zielgerade des Titelrennens werden. Vor allem die direkten Duelle versprechen in den kommenden Wochen große Spannung bis zum letzten Moment. Wer holt sich die Meisterschaft in der Türkei?