Geschichte
Irland: Die osmanischen Hilfsschiffe

Eine wenig bekannte und wahre Begebenheit widerspricht dem Bild eines barbarischen Staates, welches die europäische Literatur vom osmanischen Reich und dem Islam seit jeher zeichnete. Das Wappen der irischen Stadt Drogheda sei deshalb um einen Stern und einen Halbmond reicher geworden, weil die Menschen Dankbarkeit für die Hilfe des osmanischen Reiches empfanden.

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Eine wenig bekannte, aber eine wahre Begebenheit, widerspricht dem Bild eines barbarischen Staates, welches die europäische Literatur vom Osmanischen Reich und dem Islam seit jeher zeichnete. Das Wappen der irischen Stadt Drogheda sei wegen der Dankbarkeit der Menschen, die sie für die Hilfe des Osmanischen Reiches empfanden, um einen Stern und einen Halbmond erweitert worden. Man schreibt das Jahr 1845. In diesem Jahr herrschte in Irland eine große Hungersnot. Die Nahrungsmittel wurden knapp. Schuld daran waren Kartoffelmissernten. Zwischen den Jahren 1845 und 1852 seien bis zu einer Million Iren verhungert. Über zehn Prozent der damaligen irischen Bevölkerung und fast 30 Prozent der nordirischen Stadt Drogheda seien bei dieser Hungerkatastrophe ums Leben gekommen. Millionen von Iren kehrten ihrer Heimat den Rücken und wanderten aus. Der damalige osmanische Sultan Abdülmecid I. erhielt eine Nachricht von der Hungersnot in Irland und sagte spontan 10.000 Pfund Soforthilfe zu. Da die englische Königin Victoria allerdings selbst nur 2.000 Pfund spendete, erlaubte sie Abdülmecid I. nur eine Spende von 1.000 Pfund. Auf Anweisung des Sultans legten jedoch heimlich noch fünf mit Lebensmitteln, Getreide und Medizin beladene Schiffe am Bosporus ab. Trotz einer Seeblockade seien die Schiffe in Irland angekommen. Der türkische Botschafter Taner Baytok weihte 1995 mit dem Bürgermeister von Drogheda eine Gedenktafel ein. Sie wurde an dem Hotel angebracht, in dem 1845 osmanische Matrosen während der Hilfsaktion untergebracht gewesen seien. Der irische Fussballclub Drogheda United, der 1919 gegründet wurde, trägt in seinem Wappen immer noch den Halbmond und den Stern.

 

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