Von Nabi Yücel
Der ehemalige türkische Diplomat, CHP-Politiker und Politologe Onur Öymen gab gegenüber einem türkischen Online-Nachrichtenportal ein Interview. Darin schildert Öymen, wie der ehemalige US-Botschafter von Damaskus, Robert Ford, am 11. Mai 2017 die Gründung der „Partiya Yekîtiya Demokrat“ (dt. Partei der Demokratischen Union, PYD) erklärt.
Die nordsyrische Partei PYD gilt als Schwesterpartei der Terrororganisation PKK, aus der sie 2003 hervorgegangen ist. Laut eigener Satzung ist die PYD Teil der PKK, wurde auf Beschluss der PKK gegründet.
In OdaTV interviewt Reporterin Nurzen Amuran den ehemaligen türkischen Diplomaten Onur Öymen. Hier eine Zusammenfassung des Interviews:
Nurzen Amuran: Obwohl die Türkei die militärische Operation „Friedenquelle“ begründet hat, wird sie seither scharf kritisiert. Das, obwohl wir in diesem Zusammenhang bei der Bekämpfung des PKK-Terrorismus bislang von unterschiedlichen Ländern unterstützt wurden. Sie haben während einer Rede erwähnt, dass der US-Botschafter von Damaskus, [Syrien] Robert Ford, während seiner Zeit zwischen 2011 bis 2017 einen Artikel veröffentlicht hat. Am 11. Mai 2017 veröffentlichte die Zeitschrift „The Atlantic“ diesen Artikel, in der es um die Gründung der PYD geht. Was steht in diesem Artikel?
Onur Öymen: Der damalige US-Botschafter Robert Ford schildert am 11. Mai 2017, wie Osman Öcalan 2003 in einer Rede mitteilt, dass die PYD in den Kandil-Gebirge ausgerufen und in die „Koma Civakên Kurdistan“ oder KCK (dt. Union der Gemeinschaften Kurdistans) eingegliedert wird.
In der Zeitschrift wird erklärt, wie PKK-Terroristen innerhalb der PYD und der YPG als Kämpfer und Kommandeure eingegliedert, Aufgaben rotierend übergeben, werden. Die Aufgabenteilung wird rotierend zwischen der PKK und PYD gewechselt. Barzani teilt im März 2016 ebenfalls mit, dass die PKK nichts anderes als die PYD ist.
Die zuvor von Trump und Obama geteilte Auffassung, die PYD/YPG und PKK hätten keine organische Verbindung, deckt sich mit dem Artikel von Ford nicht, was auch später von Trump während der militärischen Intervention der Türkei eindrucksvoll bewiesen wird, als Trump die PYD fallen lässt und sie auf die Stufe der PKK stellt.
In der Zeitschrift wird ausdrücklich erwähnt, dass die Terroristen, die für die Anschläge in Istanbul, Ankara und Bursa verantwortlich gemacht werden, im YPG-kontrollierten syrischen Gebiet ausgebildet wurden.
Nurzen Amuran: Es gibt doch auch einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International aus dem Jahre 2016, aus der das hervorgeht?
Onur Öymen: 2016 erstellt Amnesty International einen Bericht, der sich auf die Aussagen von Beobachtern vor Ort in von PYD-kontrollierten Gebieten in Nordsyrien sowie auf Satellitenfotografie stützen. Die PYD habe demnach Dörfer niedergebrannt, Häuser abgerissen und damit die Rückkehr der Einheimischen verhindert. In diesem Bericht spricht man von Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung.
(Screenshot/The Telegraph)Nurzen Amuran: Dieses Jahr hat das syrische Außenministerium an den Sekretär der Vereinten Nationen sowie an den UN-Sicherheitsrat einen Brief gerichtet. In diesem Brief verurteilt das syrische Regime die von den USA unterstützten „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF). Was geht noch aus dem Brief hervor?
Onur Öymen: Aus dem Brief der syrischen Regierung vom 16. September an die UN geht hervor, dass die PYD aus Sicht der syrischen Regierung eine Terrororganisation ist. In der regierungsnahen Presseagentur SANA wurde dieser Brief veröffentlicht, die SDF als Unterdrücker und kriminelle Strukturen bezeichnet. Insbesondere in al-Hasaka, Rakka und Aleppo sei die Unterdrückung kaum noch zu verheimlichen.
Die syrische Regierung erklärt darin weiter, dass man diese PYD-kontrollierten Gebiete von den Terroristen zurückerobern und die Sicherheit wieder gewährleisten werde. Die Weltgemeinschaft hat diese und weitere Berichte bislang völlig ausgeblendet, womit offenbar beabsichtigt wird, die Türkei in Bedrängnis zu bringen.
Nurzen Amuran: Die Rolle der USA sollten wir gesondert bewerten. Haben die USA je eine grundlegende Haltung gegenüber dem Terror eingenommen?
Onur Öymen: US-Präsident Bush hatte die Antiterror-Politik ausgerufen. Nach 9/11 erklärte Bush allen Ländern die mit Terroristen vermeintlich im Pakt sind den Krieg und rief andere Nationen dazu auf, sich dem Kampf gegen internationalen Terrorismus anzuschließen. Bush unterschied nicht mehr in Grautönen, es gab nur noch ein Schwarz und ein Weiß. Im Gegensatz dazu erklärte Trump vor kurzem wie Obama mit der PKK zusammengearbeitet habe. Außerdem erklärte Trump in Ankara, dass es zwei gefährliche Terrororganisationen gebe: die al-Qaida sowie die PKK. Trump sicherte zu die al-Qaida auszumerzen und zu besiegen, während er Ankara aufforderte die PKK mit Hilfe des Iraks zu bekämpfen.
Trump signalisierte damit, dass man sich mit Barzani zusammensetzen und das Problem angehen und entsprechende Gesetze und Vereinbarungen treffen müsse. Das zeigt, dass die USA bislang keine grundlegende Haltung vertreten haben. Der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte im Jahr 2008 vor einer geplanten Reise nach Ankara, die Türkei müsse ihre Operationen im Nordirak beenden. Die türkischen Operationen wurden daraufhin eine Woche später beendet.
Nurzen Amuran: Was ist dann der Hintergrund dieser Politik, weshalb wird die Türkei trotz dieser Berichte und Artikel und trotz ihres Kampfes gegen die PYD/PKK und dem Islamischen Staat (IS) derart kritisiert?
Onur Öymen: Das Bild das von der PYD/PKK gezeichnet wird, die die IS bekämpfe, ist nur die eine Seite der Medaille. Der wahre Hintergrund ist, dass die USA im Nordirak der Kurdischen Autonomiebehörde Sicherheit und Stabilität gewährleisten wollen, im späteren Verlauf einen Staat anvisieren, die als Vasallenstaat die US-Interessen in der Region vertritt. Auf der anderen Seite sollen in Syrien die Ölfelder gesichert werden und dabei tritt die PYD auf den Plan, die hier als Werkzeug dient.
Nurzen Amuran: Wir werden hingestellt, als hätten wir eine grundlegende Abneigung gegen Kurden. Dabei haben wir doch stets unterstrichen, dass die Abneigung gegenüber einer Terrororganisation besteht. Was müsste in diesem Zusammenhang passieren, welche Rolle müsste die Diplomatie, die Lobbyarbeit einnehmen?
Onur Öymen: Die Terrororganisation in der nordsyrischen Region kann sich in Europa sehr erfolgreich in Medien und Politik behaupten und hat das Narrativ „Kurden“ etabliert, um so den Anspruch des Vertreters der Kurden gerecht zu werden. Es ist nicht die Schuld der Türkei, dass der Westen so reagiert. Es gibt auch genügend Informationen, die die Meinung und Haltung im Westen zum Wanken bringen könnte.
Aber, es ist die grundlegende Haltung des Westens, diese Berichte und Informationen geflissentlich zu übergehen. Man hat sich bereits entschieden, politisch, es ist eine politische Haltung. Wie die Franzosen sagen: „der taubste Mensch ist jemand, der nichts hören will.“
Nurzen Amuran: Auch wenn die USA erklärt, sich aus der Region zurückzuziehen, Trump scheint dies für die Innenpolitik auszuschlachten und bis zur Präsidentschaftswahl endlos fortsetzen zu wollen. War die USA in der Region ihrer Meinung nach erfolgreich?
Onur Öymen: Dass Trump den Syrien-Konflikt für seine innenpolitischen Interessen heranzieht, stimmt. Aber, ob er durch diese Taktik sein Ziel erreichen wird, während er genau deswegen kritisiert wird, steht indes nicht fest.
Nurzen Amuran: Wenn man zu Beginn des Konflikts mit Damaskus übereingekommen wäre, gebe es die USA und Russland als Vermittler so in dieser Form doch nicht? Man hätte doch das Abkommen von Adana heranziehen können, um das Problem anzugehen. War das nicht ausreichend?
Onur Öymen: Gerade weil Ankara und Damaskus ihre Kanäle gekappt hatten, konnte das Abkommen von Adana nicht mehr zum Zuge kommen, war die Vermittlerrolle der USA und Russland sozusagen unausweichlich.
Nurzen Amuran: Während dieser Zeit haben wir von der Europäische Union keine Solidarität erfahren. Sie werden sich noch daran erinnern, wie gleich am ersten Tag der Militäroperation der französische Premier Macron erklärte, die Türkei gehe völkerrechtswidrig vor, sie begünstige das Wiedererstarken des IS und aus diesem Grund werde man ein Waffenembargo gegen die Türkei verhängen. Was sagen Sie dazu?
Onur Öymen: Die politischen und strategischen Interessen der EU in Zusammenhang mit den „Kurden“ in der Region decken sich nicht mit den Interessen der Türkei. Ihre Interessen decken sich eher mit denen der USA. Es gibt aber nur diese eine Option, die das Problem lösen könnte: die PYD muss ihre Waffen niederlegen und sich auflösen.
Nurzen Amuran: Haben die Deals mit Washington und mit Putin in Sotschi uns unseren Zielen näher gebracht? Wie bewerten Sie die Treffen?
Onur Öymen: Man muss die Vereinbarungen mit Washington und Moskau zusammen bewerten. Die Vereinbarung mit Washington bergen noch immer Risiken, wenn auch in einem Maß, die entsprechende Nachregelungen mit sich bringen kann, um das zu unterbinden. Die Vereinbarung wird dann erfolgreich und bringt uns unseren Zielen näher, wenn die PYD entwaffnet und aufgelöst ist.
Nurzen Amuran: Unter diesen Gesichtspunkten, welche politische Linie sollte man nun verfolgen? Müsste das türkische Parlament nicht noch mehr in diese Politik miteinbezogen werden?
Onur Öymen: Die dynamischen Vorgänge in der nahen Region hat unsere Republiksgeschichte des Öfteren mitgemacht und stets die richtigen politischen Entscheidungen getroffen. Dabei hat sie sich stets damit hervorgehoben, dass sie stets Kanäle offengehalten, sich nicht in nachbarschaftliche und innerpolitische Konflikte eingemischt hat. Die Republik muss sich wieder auf ihre Gründungshaltung zurückbesinnen. Da kommt viel Arbeit auf das Parlament zu.
Nurzen Amuran: Sie als Diplomat mit langjähriger Erfahrung, haben ja den Terrorismus in der Türkei lange Zeit mitverfolgen können. Was legen Sie uns nahe, was sollte man beachten?
Onur Öymen: „Mit Terror verhandelt man nicht, man bekämpft es“, dieses treffende Zitat hat in diesen Zeit mehr denn je an Bedeutung gewonnen.
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– Syrienkrise –
Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“
Der Weltverband der christlichen Aramäer (WCA) hat die mediale internationale Anteilnahme für den syrischen Zweig der Terrororganisation PKK, die YPG, verurteilt und in einer Pressemitteilung gefragt, warum die Empörung ausblieb, als vier christliche Schulen der Aramäer in Nordsyrien am 28. August des vergangenen Jahres durch die YPG geschlossen wurden.
Metall-Arbeitgeber erwarten weiteren Stellenabbau und rufen nach „Feuerwehr“
Osnabrück – Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie erwarten angesichts der Rezession in der Branche einen weiteren Stellenabbau und rufen die Gewerkschaften zu Zurückhaltung in der bevorstehenden Tarifrunde auf.
„Wir werden das Beschäftigungsniveau nicht halten können. Es sinkt bereits. Zum ersten Mal seit neun Jahren ist die Beschäftigung in unserer Branche seit Mai leicht zurückgegangen“, sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Er fügte hinzu, es werde wohl auch zu einzelnen Betriebsschließungen kommen, denn es müssten angesichts des Strukturwandels etwa in der Automobilindustrie Kapazitäten angepasst werden. Die Metall- und Elektroindustrie gehört zu den bedeutendsten Arbeitgebern in Deutschland. Im August 2019 zählte sie etwas mehr als vier Millionen Mitarbeiter.
Dulger beklagte: „In den ersten drei Quartalen steht beim Auftragseingang ein Minus von knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.“ Und auch im Rest des Jahres und im kommenden Jahr werde kein Baum in den Himmel wachsen. „Ganz im Gegenteil: Wir müssen damit rechnen, dass es noch schlechter wird, man denke an den Brexit, die Handelskonflikte und das weltweit nachlassende Wirtschaftswachstum.“
Gewerkschaften zu Zurückhaltung gemahnt
Die IG Metall rief Dulger vor diesem Hintergrund dringend zu Zurückhaltung in der kommenden Tarifrunde auf: „Es ist wichtig, dass die Gewerkschaften verstehen, dass 2020 keine Tarifrunde wie in den vergangenen acht, neun Jahren ist. Wir haben konjunkturelle Probleme, und wir haben zugleich strukturelle Probleme. Die Gewerkschaften müssen deshalb schon im Vorfeld verstehen, dass sie ihre Forderungen zurückschrauben müssen.“
Scharf kritisierte Dulger zudem die 24-Stunden-Streiks, mit denen die IG Metall in der Tarifrunde 2018 die Gemüter der Arbeitgeber sehr erhitzt habe. Durch die Streiks seien enorme Kosten entstanden. Während es in einer normalen Tarifrunde etwa 800.000 bis eine Million Streikstunden gebe, seien es 2018 aufgrund der Tagesstreiks drei Millionen gewesen. Und den Arbeitgebern stehe kein Mittel zur Verfügung, sich gegen solche Aktionen zu wehren. Er fordere die Gewerkschaft deshalb auf, „mit Vernunft und Weitblick vorzugehen“, sagte Dulger auf Fragen nach der Zukunft der Flächentarifverträge.
Schnellen Zugang zu Kurzarbeit gefordert
An die Bundesregierung appellierte der Gesamtmetall-Präsident, wieder erleichterte Zugangsmöglichkeiten zum Kurzarbeitergeld zu schaffen, „so, wie wir sie in der Krise 2008/2009 hatten“. Noch gebe es zwar kein flächendeckendes Problem, „aber wir sollten Vorsorge treffen für den Ernstfall. Wenn der Blitz einschlägt, ist die Feuerwehr dann schon im Haus.“
Der Elternverein in NRW fordert für Lehrer eine Ausbildung im Umgang mit gewalttätigen Schülern.
„Die Lehrer sind für solche Fälle nicht qualifiziert. Sie wissen häufig nicht, was sie machen sollen, wenn Schüler sich prügeln oder verbale Gewalt anwenden“, sagte die Vorsitzende Andrea Heck der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Sie erkennen meist auch nicht, wenn sich etwas zusammenbraut und können keine Präventionslösungen erarbeiten“, sagte Heck.
Unterstützung für ihre Forderung erhält sie von Fraktionen im Düsseldorfer Landtag. „Wir müssen Ansprechpartner und Hilfestellungen für Betroffene bieten. Und wir wollen auch Fortbildungsangebote für Lehrer anbieten, um mit Gewaltsituationen im Alltag professionell umgehen zu können“, sagte die schulpolitische Sprecherin der FDP, Franziska Müller-Rech.
Auch die CDU spricht sich für Schulungen aus. „Lehrkräfte müssen systematisch in Aus- und Fortbildung lernen, Hinweise auf Gewalt, Missbrauch und Mobbing frühzeitig zu erkennen“, sagte CDU-Schulexpertin Sigrid Beer.
Ein Gastkommentar von Nabi Yücel
Die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nimmt neue Ausnahme an. Düzen Tekkal zieht z.B. eine Videosequenz als Beispiel für die unmenschliche Behandlung einer YPJ-Kämpferin heran, um die Koalitionspartei der türkischen Militäroffensive, die syrischen Rebellenmilizen, zu entmenschlichen. Sofort stößt der Grünen-Politiker Cem Özdemir hinzu, um der Gruppe unter Tekkal eine positive Identität zu verleihen, die Türken negativ in Zusammenhang mit der IS zu bringen.
Was war geschehen? Eine Kämpferin der YPJ (Frauenverteidigungseinheit der Terrormiliz YPG) wurde am vergangenem Montag im nordsyrischen Ain al-Issa während eines Scharmützels mit syrischen Rebellenmilizin angeschossen und verletzt, dann von einem Rebellen-Kämpfer in ein Vorposten in Begleitung von weiteren Kämpfern getragen, die die Szene mit dem Handy aufnahmen.
Laut der kurdischsprachingen Onlineredaktion Rudaw haben nun die YPJ und YPG die Weltgemeinschaft aufgerufen, sich mit der YPJ-Kämpferin Cicek Kobane zu solidarisieren, sie aus den Fängen der „Bande“ zu befreien. Wir halten fest: eine Terrororganisation ruft die Weltgemeinschaft auf, sich mit einer Terroristin namens „Kobane“ zu solidarisieren.
Jetzt springen Düzen Tekkal und Cem Özdemir höchstpersönlich in die Presche, um der Kampfmaus beizustehen, die sich zuvor kämpferisch zeigte und die Konsequenzen ihres Tuns wohl überschätzt oder unterschätzt hat. In den Kommentarspalten in sozialen Netzwerken überstürzen sich die Follower von Tekkal und Özdemir gegenseitig im gruppenbezogenen Hass auf die Rebellenmilizen, und der Türkei samt dem Militär.
Dabei haben die Rebellenmilizen die Kampfmaus Cicek Kobane lediglich von der Front getragen und in ihrem gesicherten Vorposten sozusagen in Sicherheit gebracht. Sie wurde weder auf der Stelle vor Ort an der Front hingerichtet, geschändet oder vergewaltigt. Zumindest geht aus der Szene nicht hervor, dass die „Milizionärin“ nach der Ankunft im Vorposten getötet oder geschändet wird, was die Beiträge in sozialen Netzwerken suggerieren wollen.
Cem Özdemir und Düzen Tekkal müssen sich aber jetzt schleunigst etwas ausdenken, denn die Kampfmaus Cicek Kobane ist in der Türkei und wird strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, teilte der türkische TV-Sender TRT unter Bezug auf einen Videobeweis jetzt mit. Die syrischen Rebellenmilizen haben genau das richtige getan, den türkischen Militärs die Kampfmaus übergeben. Die kümmern sich um den Rest.
Uns Türken hier steht nur die Möglichkeit, diese Damen und Herren bloßzustellen, uns dabei aber ruhig zu verhalten. Den Rest erledigen die PKK-Schergen in Europa schon selbst, in dem sie Gewalt gegen Türken anwenden. Auch das ist mit ein Grund, weshalb die hiesigen Politiker irgendwann kalte Füße bekommen werden und sich von dieser gewalttätigen ultranationalistisch-völkischen Kurdengruppe abwenden. Özdemir oder Tekkal werden sich aber nicht so leicht davon distanzieren können, so tief stecken sie drin.
Cem Özdemir meinte ja gleich im Anschluss seiner Auslassung über Twitter, man müsse ihm die PKK nicht erklären, er habe immer die Gewalt bekämpft und abgelehnt. Wieso hat Özdemir eigentlich das Bedürfnis, sich erklären zu müssen und vor allem, wer sprach denn in diesem Zusammenhang von der PKK? Tekkal, die das zuerst im sozialen Netzwerk postete?
Nein! Weder hat Tekkal die PKK erwähnt, noch Rudaw oder andere. Özdemir wollte nur sicherstellen, dass er gegenüber den türkischen Followern keine Angriffsfläche bietet. Nur, das hat er längst: am 3. Oktober 2015 trat Özdemir doch selbst bei einer Wahlkampfveranstaltung der in der Türkei beheimateten nationalistisch-kurdischen HDP in Ludwigsburg auf. Hinter ihm angereiht, Dutzende Fahnen der PKK und YPG.
Ferner hat sich Özdemir doch zwischen dem 11. und 12. April 2016 mit dem ebenfalls nationalistisch-kurdischen HDP-Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş in Berlin getroffen, mit deren Organisation sich das PKK-nahe „Kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V. “ (Civaka Azad) noch heute brüstet. Civaka Azad wird vom deutschen Verfassungsschutz selbst als PKK-nah eingestuft. Hat Özdemir jemals öffentlich die Civaka Azad zum Frieden aufgerufen oder die PKK dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen?
Wo blieb der Aufschrei, als die PKK Verbrechen gegen Kurden verübte?
Bislang hat Özdemir kein einziges brutales Verbrechen der PKK an einem konkreten Menschen verurteilt, aber bei der YPJ-Kampfmaus Cicek Kobane ist er einer der ersten, um sich solidarisch zu zeigen.
Als z.B. der kurdischstämmige Mevlüt Bengi am 26. Juni 2018 von PKK-Schergen ermordet und zur Abschreckung der anderen kurdischstämmigen Bevölkerung an einen Strommast in Ağrı-Doğubeyazıt gebunden vorgefunden wurde, regte sich bei Özdemir nichts; trotz der medialen Verbreitung dieses brutalen Mordes, die die PKK öffentlichkeitswirksam für sich verbuchte. Bis heute hat er keine einzige Tat der PKK scharf verurteilt, in der ein Opfer namentlich erwähnt wurde und für dieses Opfer er sich entsprechend eingesetzt hätte.
(Foto: Screenshot(Cumhuriyet)
Wieso ist nun die YPJ-Kampfmaus wichtig, warum erst jetzt und warum das Bedürfnis sich dafür rechtfertigen zu müssen? Solidarisiert sich Cem Özdemir etwa mit einer ultranationalistisch-völkischen Kämpferin der YPJ, einer Frauenmiliz der YPG, somit ein syrischer Ableger der Terrororganisation PKK?
Bereits 1997 stellte der Spiegel unter Bezug auf Günter Wallraff und dessen Interviews fest, dass die PKK, Hammer und Sichel gegen Fackel ausgetauscht hätten. Aber noch immer wird diese ultranationalistisch-völkische Terrorgruppe in Deutschland verherrlicht, bekommt indirekt von Cem Özdemir Schützenhilfe und kann sich mit der Solidarität von ihn und Tekkal weiter profilieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Kommentar: „Warum verurteilen diese Vereine nie PKK-Anschläge?“
Die Terrororganisation PKK und ihre willigen Helferlein tragen innerpolitische und innergesellschaftliche Probleme der Türkei ständig nach Deutschland. Es beschränkt sich dabei nicht nur auf Demonstrationen und Kundgebungen gegen die türkische Regierung.
Ein Gastkommentar von Nabi Yücel
Was haben die YPG-Schergen in Deutschland, in Europa, samt deutschen Medien, der Türkei nicht alles vorgeworfen! Mit der türkischen Offensive in Syrien sorgte man sich plötzlich über ein erneutes Erstarken des IS, weil die SDF bzw. YPG aufgrund des Kampfes gegen einen Schurkenstaat Zehntausende Anhänger der Terrormiliz nicht mehr sicher in Gewahrsam halten könne.
Erst sollen es Hunderte von ihnen gewesen seien, berichteten die Propaganda-Newsticker der YPG angeführten „Syrian Democratic Forces“ (SDF), die dann in Windeseile auch in europäischen Lettern Einzug erhielten. Die türkische Offensive in Nordsyrien mache es den „Kurdenmilizen“ zunehmend schwer, die Gefangenen unter Kontrolle zu halten, hieß es denn in deutschen Leitmedien.
Daraus wurden erst 800 IS-Gefangene, später Zehntausende, um dann im Nachgang die Zahl der Kämpfer der Terrormiliz auf eine überschaubare zweistellige Zahl herunterzukorrigieren. Dagegen stieg die Zahl der Mitgefangenen, also die der Nachkommenschaft nebst obligatorischen vier Ehefrauen, rasant an.
Jetzt muss man sich natürlich die Frage stellen, weshalb die von den USA hochgerüstete und mit dreistelligen Millionenbeträgen unterstützte YPG es nicht geschafft hat, einige lausige IS-Kämpfer, die zudem entwaffnet waren, samt Frauen und Kinder in Schach zu halten, wenn man selbst die Zahl der YPG/SDF-Kämpfer mit 60.000 angibt. Wären im Schnitt ja 75 hochgerüstete, hoch motivierte YPG-Milizionäre, die jeweils einen unbewaffneten IS-Kämpfer hätten bewachen können.
Jedenfalls eröffnete die Türkei ihre Offensive gegen die YPG im Standgas mit 6 gepanzerten Bataillonen und zusätzlich mit rund 16.000 Milizen der syrischen Rebellenarmee. Macht summa summarum rund 22.000 Mann, die angeblich gegen 60.000 hoch motivierte Männer und Frauen hätten vorgehen müssen. Es muss doch eigentlich einem schon weh tun, innerhalb von neun Tagen trotzdem die Fahnen einzurollen und die Weite zu suchen; und dabei auch noch die IS-Kämpfer freizulassen.
Ist ja nicht so, dass die Türkei die YPG nicht vorgewarnt hätte, sich aus den ausgewiesenen Gebieten zu verdrücken. Man wollte nicht darauf hören oder etwaige Sicherheitsvorkehrungen für die gefangenen IS-Kämpfer und deren Brut treffen. Stattdessen wurde martialistisch Gas gegen die Offensive gegeben, erklärte, Nordsyrien werde zum Vietnam der Türken. Was passierte? Der Motor wurde abgewürgt; so sieht es aus und nicht anders.
Jetzt kommen wir doch auf diese Schnappsidee zurück, die Türkei hätte im Grunde die Freilassung der IS-Kämpfer in Nordsyrien zu verantworten! Wie gesagt, wer es nicht schafft mit einer schlagfertigen und zahlenmäßig dreimal so überlegenen Guerillaarmee „Angreifer“ abzuwehren, der schafft es auch nicht, eine dreistellige Zahl von unbewaffneten IS-Kämpfern in Schah zu halten.
Nun, da die Milchmädchenrechnung der YPG nicht aufgegangen ist, kommen wir doch nun zum Kern der Frage, wer mit wem Deals ausgehandelt hat und wer wem freien Abzug gewährte. Meinte man, wir kommen euch nicht auf die Schliche, wir sind blöd, die Welt ist blind? Hat denn die YPG/SDF selbst keine schmutzige Deals mit den IS ausgehandelt? Was ist mit den rund 4.000 IS-Kämpfer samt Brut und darunter einigen der berüchtigtsten Verbrecher, denen man 2017 in Rakka freies Geleit zugesichert hat?(Screenshot/heise.de)
Räumte die US-geführte Anti-IS-Koalition später nicht selbst ein, in Rakka und in vielen anderen Städten solche schmutzigen Deals mit IS-Kämpfern ausgehandelt und dafür Sorge getragen zu haben, dass sie, die IS, bis an die Zähne bewaffnet z.B. in Rakka mitsamt ihren 3.500 Familienmitgliedern die Stadt sicher und unbehelligt verlassen konnten? Warum hat man eine hoch motivierte halsabschneidende Miliz eigentlich ziehen lassen? Um später der Türkei den eigenen Dilettantismus unterzujubeln?
Die Türkei verhandelt Deals nur mit Staaten aus, nicht mit Terroristen. Terroristen verhandeln aber mit Terroristen, manchmal ziehen sie auch am gleichen Strang. Aber, dass die deutschen Medien jetzt gleichgeschaltet dasselbe hinausposaunen, was die Propaganda-Medien der YPG/PKK von sich geben, ist eine neue Qualität der neutralen Berichterstattung.Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Erdogan: Adana-Abkommen von 1998 erlaubt Offensive in Syrien
Die USA und EU bezeichneten den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien völkerrechtswidrig und als Invasion. Ankara wurde aufgefordert die türkischen Streitkräfte abzuziehen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Mittwoch erneut – wie zuvor auch sein russischer Amtskollege Wladimir Putin – auf das Adana-Abkommen zwischen Ankara und Damaskus hingewiesen. Dieses Abkommen erlaube der Türkei eine Intervention in Syrien.
Wolfsburg – Volkswagen-Chef Herbert Diess verpflichtet den nächsten Vorstand von BMW. Der türkische Sptitzenmanager Murat Aksel führe ab Sommer 2020 das Einkaufsressort der Marke VW. Aksel arbeitete bei BMW zuletzt als Chefeinkäufer für Nordamerika. Er habe aber bereits gekündigt, berichtet das manager magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Wie das Blatt weiter berichtet, war VW-Chef Diess acht Jahre Mitglied des BMW-Vorstands und hat nach seinem Wechsel zu VW im Jahr 2015 bereits mehrere Topmanager von BMW verpflichtet.
Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann und Audis künftiger Vorstandschef Markus Duesmann kommen von dem Münchener Konkurrenten, berichtet manager magazin weiter. Duesmann soll die Audi-Spitze Anfang April übernehmen. Aksel habe schon bei BMW direkt für Diess gearbeitet.
(Foto: Screenshot/Twitter)
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VW: Suchen nicht nach Alternativen für Türkei-Werk
Der deutsche Autokonzern suche nicht nach Alternativen für das ursprünglich in der Türkei geplante neue Osteuropawerk.
Ein Gastkommentar von Nabi Yücel
„Mut zum Handeln, gut gemacht Annegret Kramp-Karrenbauer!“, sagt die jesidisch-kurdisch-deutsche Fernsehjournalistin Düzen Tekkal, nach einem Treffen mit der deutschen Verteidigungsministerin. Was die anderen „kurdischen“ Flüsterer bislang in der deutschen Politik gestemmt haben, damit Deutschland in Nordsyrien eingreift, ist nicht bekannt. Meiner einer steht offensichtlich auf einer Blacklist, die in dieser Szene herumgereicht wird. Es gibt zwei Lager: die einen die konsequent andere Meinungen ganz einfach abschalten und die anderen, die ihre Kanäle offen halten.
Bei Prof. Dr. Burak Çopur bin ich seit einer Streitschrift unten durch; erst hat er mich in Twitter, dann auf Facebook geblockt. Beim Repräsentanten der Kurdischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. und Mitglied im ZDF-Fernsehrat Ali Ertan Toprak bin ich bereits seit längeren geblockt. Ismail Küpeli, selbsternannter Politikwissenschaftler und Historiker, hat mich ebenfalls „entfreundet“. Die Staatssekretärin des Landes Nordrhein-Westfalen, Serap Güler kann mit meiner Meinung offenbar gar nicht umgehen.
Es sind nur die Namen die mir gerade einfallen. Es sind viel mehr, die offenbar eine Blacklist durchreichen und jeden der die Thesen, Meinungen oder Vorwürfe nicht teilt, konsequent auszublenden versuchen. Sie wollen sich erst gar nicht dem Diskurs stellen, kritische Fragen gefallen lassen. Was sie sagen ist richtig, was andere dazu sagen ist grundsätzlich „falsch“, „faschistisch“ oder „nationalistisch“. Man ist „Erdolf-Fan“ oder einer von den „Grauen Wölfen“; es ist bereits ein Automatismus. Mittlerweile bin ich offenbar alles und jeder, nur kein Mensch. Entmenschlichung ist der Vater dieser Unart, die sich in Deutschland unter diesen Flüsterern breitgemacht hat.
Von Meinungsfreiheit oder differenzierter Sicht halten diese Damen und Herren herzlich wenig. Ihnen geht es um die Durchsetzung der eigenen Interessen. Damit die Demagogie auch in der deutschen Öffentlichkeit greift, darf niemand das beim Namen nennen. Offenbar wird deshalb diese Blacklist in dieser Zunft herumgereicht.
Ich erkläre mich mal so: ich bin ganz bestimmt kein Engel auf Erden, Dreck am Stecken hat jeder. Aber was ich gar nicht abhaben kann ist, wenn Menschen andere Menschen mit Terror belegen, um ihnen etwas aufzuoktroyieren. Das nennt man im entferntesten Sinne Terrorismus. Nichts anderes ist das Gegenteil davon. Wenn Menschen offenkundig andere Menschen aufgrund ihrer Meinung ausschließen, vom Diskurs fernhalten und damit die öffentliche politische Meinungsbildung in ihrem Sinne beeinflussen.
Ich halte einen Çopur, Toprak, Güler, Küpeli und wie sie alle heißen mögen, für Terror-Flüsterer. Es beginnt damit, dass man die andere gegenteiligen Stimmen konsequent von der politischen Teilhabe zurückdrängt. Sie sind es, die, wenn es so weit ist, die Politik für sich vereinnahmen und die politische Windrichtung vorgeben.
Viele haben längst resigniert, andere lassen sich davon nicht beeindrucken. Man muss sich aber eingestehen, dass die „kurdischen“ Flüsterer in Deutschland das Zepter in der Hand halten. Ich werde aber nicht müde, meine Meinung frei zu sagen. Worum geht es denn eigentlich?
Was diese Herrschaften fordern ist eine kurdische Autonomie, ein Staat den es derzeit nicht gibt. Nicht gibt? Doch, im Norden des Iraks, geduldet und mit freundschaftlichen Grüßen des türkischen Staates. Aber offenbar reicht es den kurdischen Nationalisten nicht. Sie wollen ein „Großkurdistan“. Wieso sollte man denn auch bei jedem Versuch der Türkei, den Terrorismus im In- wie Ausland zu beenden, auch stänkern?
Diese „kurdischen“ Flüsterer sind astreine Nationalisten, was sie betreiben ist astreiner Pankurdismus. Beispiel: Als die Polizei 1987 auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien mit Schlagstöcken gegen die serbischen Nationalisten vorging, dachte wohl niemand daran, dass dieser Nationalismus unter Slobodan Milošević zum Panserbismus führt und die Teilung Jugoslawiens, den Genozid an anderen zur Folge haben wird.
Spätestens seit der Etablierung des Selbstbestimmungsrechts der Völker auf völkerrechtlicher Ebene im 20. Jahrhundert sind Nationalismen eine hegemoniale Ideologie auf globaler Ebene. Mir kann keiner vormachen, die „kurdische Frage“ sei allenfalls nur eine Selbstbestimmungsfrage. Das hatte Milošević seinerzeit auch so in die Welt gesetzt. Übrigens, eine Ideologie, die in Europa beheimatet ist und ständig umgreift.
Die Türkei hat seit der Gründung der Republik den Republikanismus als einer der Stützen der Staatsdoktrin. Es ist einer der sechs Eckpfeiler; Populismus, Laizismus, Revolutionismus, Nationalismus und Etatismus. Nationalismus und Republikanismus sind einer der Gründe, weshalb die Türkei als solcher keine ethnisch-völkischen Kollektive als Minderheiten anerkennen kann. Das gilt im übrigen auch für manche europäischen Staaten und ihren Eckpfeilern, von der sich die türkische Republik ja reichlich bedient hat.
So hat z.B. der französische Staat die einschlägigen Kopenhagener Kriterien betreffs der Minderheitenregelungen nur unter dem Vorbehalt anerkannt, dass diese nicht auf Frankreich anzuwenden seien. Das selbe gilt auch für Spanien, weshalb derzeit die europäische Gemeinschaft bei den Katalanen lediglich als Zaungast zuschaut. Dagegen baut das deutsche Paradigma auf ethnischen, resp. völkischen Kollektiven als politischen Subjekten zwischen Staat und Individuum auf, auch wenn das Grundgesetz staatsrechtlich weit moderner ist. Die Unmittelbarkeit, die dem französischen oder türkischen Republikanismus im Verhältnis zwischen Staat und Bürger zugrunde liegt, ist für die Menschen sehr schwer nachzuvollziehen.
Deswegen haben gerade diese Flüsterer es so leicht, in der Politik und tief im bürgerlichen Milieu eine Stimme zu etablieren, während andere türkische oder deutschtürkische Meinungen unter den Tisch fallen. Deshalb greift in Deutschland auch die Propaganda der Terrororganisation PKK oder die ihres syrischen Ablegers, der YPG. So wird dann z.B. aus dem Satz „es gibt in der Türkei keine Minderheiten“, die verzerrende Aussage „die Türkei leugnet die Existenz der Kurden.“
Es gibt aber definitiv keine Leugnung der Existenz von „Kurden“ in der Türkei. Diese Minderheit wie andere Minderheiten leben mitten unter den ethnischen Türken, sind miteinander verheiratet, verschwägert, haben gemeinsame Kinder und gemeinsame Interessen. Die Mehrheit dieser kurdischen Minderheit hat mit dem Nationalismus, der aus Europa heraus befeuert wird, nichts zu tun; sie will damit auch nichts zu tun haben.
Selbstverständlich muss man das türkische Konzept der sechs Eckpfeiler hinterfragen. Man ist heutzutage übrigens auch weit kritischer, als in früheren Jahren. Der Laizismus kann in dieser Form nicht den Bedürfnissen der Gesellschaft Genüge tun, weshalb sie ständig hinterfragt und angegriffen wird. Die Kluft zwischen (ideologisch begründetem) Anspruch und (historisch determinierter) Wirklichkeit in Zusammenhang mit dem Republikanismus ist doch weit größer, als wir es wahrhaben wollen. Das gilt auch für die Verhältnisse in Frankreich; nur das dort der für Europa typische Rassismus durchschlägt.
In der Türkei ist das osmanische Erbe weit stärker, als es die orthodox-kemalistische Elite wahrhaben will; so wie das christlich-jüdische Erbe in Deutschland, die immer wieder durchschlägt. Für die Türkei, wie auch für alle anderen Nachfolgestaaten des Osmanischen Reiches, heißt dies, dass Religionszugehörigkeit als politisches identitätsstiftendes Element weit bedeutsamer ist, als wir es wahrhaben wollen.
Man erinnere sich an den türkischen Schriftsteller Ziya Gökalp. Schon Gökalp musste zur Mobilisierung der Massen im türkischen Befreiungskrieg an den Glauben der Menschen appellieren. Man denke nur an das von Erdogan seinerzeit zitierte Gedicht aus der Zeit des Befreiungskrieges, für das er ins Gefängnis musste. Und wenn wir ehrlich sind: allein unter Berufung auf einen „sterilen“ und intellektuell wohlformulierten republikanischen Bürgerbegriff wäre uns der Laden namens Türkei schon längst auseinander Geflogen.
Die große Masse der (sunnitischen) Kurden in der Türkei begreift sich nicht als Teil des türkischen Gemeinwesens, weil sie sich im staatsrechtlichen Republikanismus des türkischen Bürgerbegriffs wiederfinden, sondern weil sie den Glauben als Kitt dieser Gesellschaft begreifen – und sich somit zugleich scharf von den „gottlosen“ Bewegungen des kurdischen Nationalismus im In- wie Ausland abgrenzen.
Und das ist es, was den „kurdischen“ Flüsterern mächtig auf die Eier geht. Weshalb wohl hat die Alevitische Gemeinde in Deutschland damals unter Ali Ertan Toprak eine scharfe Linie zwischen dem alevitischen Glauben und dem Islam gezogen und weshalb wurde dieser Glaube in Deutschland anerkannt, der Islam nicht? Deshalb meiden sie die kritischen Meinungen anderer, deswegen blocken sie alles ab und deshalb sind sie dermaßen in der deutschen Öffentlichkeit präsent. Weil sie so präsent sind, können sie mit Narrativen und Perspektiven ein Bild zeichnen, die es so nicht gibt. Aber, gerade weil man so auf diesen Zugpferd des europäischen Nationalismus gesetzt hat und zeitgleich das Religiöse verteufelt, finden diese Herrschaften in der Türkei, im Iran oder in Syrien kein Gehör. Ihre Reichweite ist daher beschränkt; Gott sei Dank, sonst müsste man sich mit weiteren Konfliktherden und Genoziden beschäftigen.
Vielleicht nehmen sich die Herrschaften Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Herzen. Der hat die Verhinderung einer Vorlesung von Bernd Lucke und einer Lesung des CDU-Politikers Thomas de Maizière kritisiert. Das offene Ohr, das beherzte Wort, die schonungslos ehrliche, aber auch respektvolle Auseinandersetzung seien Tugenden, die das Land heute dringend brauche, sagte Steinmeier laut Redemanuskript am Freitag bei einer Veranstaltung in Berlin.
Was nicht gebraucht werde, „sind aggressive Gesprächsverweigerung, Einschüchterung und Angriffe“, ergänzte er. Dies gelte für Politiker, aber auch für „umstrittene Professoren“, sagte Steinmeier. Also meine Damen und Herren Çopur, Toprak, Küpeli oder Dagdelen, immer schön fair bleiben!
Kramp-Karrenbauer sollte sich von Flüsterern aus dieser Ecke fernhalten, ist nicht gut für ihre politische Karriere. Wenn Kanzlerin Merkel sie vorher auf so einen Posten gehievt hat, wo sie die Möglichkeit hätte, sich als Kanzlerkandidatin zu beweisen, dann sollte sie auch liefern; und sie lieferte auch sehr zügig, in den letzten Monaten eine derart große Inkompetenz, dass sie sich auf dem direkten Wege für das Kanzleramt disqualifiziert hat. Ihre schwachsinnigen Äußerungen und Vorstöße tun sogar Politikern aus ihrem näheren Umfeld weh. Sie verbockt sich die Kanzlerschaft im Rekordtempo.
Wenn man sich die personellen Alternativen der Union anschaut – Merz und Spahn – stimmt mich die Demontage der Kramp-Karrenbauer dann doch sehr nachdenklich. Natürlich ist eine Politikerin nicht allwissend und Kramp-Karrenbauer ist auch nicht die erste, die Bildungslücken offenbart. Wenn eine solche Lücke allerdings eine elementare Frage des eigenen Ressorts betrifft, kann man da nicht einfach verschämt drüber hinweg sehen. Fast noch gravierender scheint mir aber der Umstand, dass die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit eines Bundesministeriums derart dilettantisch und von Flüsterern unterlaufen ist. Warum lässt sie ihr Stab ins offene Messer laufen?
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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– Syrienkrise –
Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“
Der Weltverband der christlichen Aramäer (WCA) hat die mediale internationale Anteilnahme für den syrischen Zweig der Terrororganisation PKK, die YPG, verurteilt und in einer Pressemitteilung gefragt, warum die Empörung ausblieb, als vier christliche Schulen der Aramäer in Nordsyrien am 28. August des vergangenen Jahres durch die YPG geschlossen wurden.
PKK/YPG-Sympathisanten stören Flugverkehr in Deutschland sowie Italien und besetzen CDU-Büro
Anhänger der Terrororganisation PKK/YPG haben an verschiedenen Flughäfen in Deutschland und Italien demonstriert und damit für Verspätungen und Behinderungen im Flugverkehr gesorgt.
Erhebliche Behinderungen in Hamburg und Frankfurt
Obwohl die Anti-Terror-Offensive der Türkei gegen die Terrororganisation PKK/YPG in Nordsyrien beendet ist und die Milizen der PKK/YPG aufgrund des Waffenstillstands abziehen dürfen, kommt es in Europa weiterhin zu unangemeldeten Protesten und Unruhen von Linksextremisten.
Die Anhänger der auch in Europa verbotenen Terrororganisation PKK haben heute unter anderem an einigen Flughäfen die Flugschalter der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines besetzt, wodurch es zum Beispiel am Flughafen Hamburg und Frankfurt zu erheblichen Behinderungen kam. Fluggäste konnten deshalb nicht für ihre Flüge einchecken.
Fluggäste, die sich über die Situation beschwerten, sollen laut türkischen Medien von den Demonstranten angegriffen worden sein. Auf den sozialen Netzwerken beschweren sich türkische Politiker und Blogger darüber, dass die Polizei dabei nur zugesehen oder gar die illegalen Demonstranten beschützt habe. Auch die Meldungen in den türkischen Nachrichtenportalen teilen diese Kritik.
Flughafen Bologna ebenfalls Ziel von Linksterroristen der PKK
Vor wenigen Tagen hatten PKK/YPG-Anhänger den Flughafen in Bologna gestürmt und dort die Schalter von Turkish Airlines belagert. Auch dort soll die italienische Polizei nach übereinstimmenden Berichten türkischer Nachrichtenagenturen nicht eingegriffen haben, um die illegale Besetzung der Flugschalter zu beenden.
Besetzung der CDU-Parteiräume in Chemnitz
Derweil kam es in Chemnitz zur Besetzung der lokalen CDU-Parteizentrale durch Sympathisanten der Terrororganisation PKK/YPG. Die Unruhestifter aus dem linksextremistischen Spektrum wurden durch die Polizei aus dem Gebäude gebracht, da sie nicht freiwillig hinauswollten. Die Aktivisten der PKK/YPG werden auch durch deutsche und europäische Linksterroristen unterstützt.
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– Terrorismus –
Türkei: 26 Jahre nach Yavi-Massaker der PKK mit 33 Toten
Die Hinterbliebenen des schrecklichen Yavi-Massakers von 1993 haben auch dieses Jahr an die Opfer gedacht.
Die Grünen wollen sich für einen Erhalt der heimischen Stahlindustrie einsetzen und rufen nach massiver staatlicher Unterstützung für die Branche.
Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet, spricht sich eine Gruppe um Landeschefin Mona Neubaur und Grünen-Wirtschaftspolitikerin Katharina Dröge in einem Eilantrag zum kleinen Parteitag am kommenden Sonntag (27.10.) in Essen dafür aus, durch staatliche Mittel „die konkrete Investitionsentscheidung“ für eine CO2-freie Stahlherstellung zu ermöglichen. „Die erste CO2-freie Bramme muss aus NRW kommen“, heißt es in dem Eilantrag, der der WAZ vorliegt. In NRW ist der Branchenriese Thyssenkrupp in Bedrängnis geraten.
Die Grünen erhöhen mit ihrem Vorstoß auch den Druck auf NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung seien „offensichtlich nicht bereit, die Stahlindustrie bei der notwendigen Transformation mit gezielten politischen Maßnahmen zu unterstützen“, kritisieren die Grünen in ihrem Eilantrag. Die bisherigen Vorschläge seien „viel zu vage“.
Für Investitionen in eine CO2-freie Stahlerzeugung sollten nach Ansicht der Grünen unter anderem Mittel aus dem Innovationsfonds des Europäischen Emissionsrechtehandels in NRW zum Einsatz kommen. Zudem regen die Grünen „eine Quote für klimaneutralen Stahl“ sowie eine Kompensation von möglichen Wettbewerbsnachteilen durch höhere Produktionskosten an.
Erzurum (aa) – Die Hinterbliebenen des schrecklichen Yavi-Massakers von 1993 haben auch dieses Jahr an die Opfer gedacht.
Am 25. Oktober 1993 verübte die Terrororganisation PKK im Stadtteil Yavi der osttürkischen Stadt Erzurum einen Anschlag, bei dem 33 Zivilisten, darunter auch fünf Kinder, getötet wurden.
Die PKK überfiel an diesem Abend mit Schnellfeuerwaffen ein Kaffeehaus der Nachbarschaft, in der sich die Anwohner versammelt hatten, um im Fernsehen die Nachrichten zu schauen. Außer den 33 Toten wurden auch mindestens 50 Menschen verletzt.
(Foto: Screenshot/Milliyet)
Die Hinterbliebenen, die das brutale Gesicht der Terrororganisation miterlebten, erinnern sich noch immer an den Tag des Massakers und spüren den Schmerz in ihren Herzen, als ob der Anschlag heute geschehen wäre.
„Die Terroristen fragten zuerst nach unseren Identitäten. Sie versammelten uns zusammen mit einigen anderen von der Straße im Kaffeehaus und schalteten den Fernseher aus“, so Abdulcelil Köse, der an diesem Abend durch sieben Kugeln schwer verletzt wurde, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen hätten die Terroristen auf jeden im Kaffeehaus das Feuer eröffnet, so Köse.
„32 Menschen starben sofort. Hüseyin Dursunoglu, erlag später seinen Verletzungen“, sagte Köse weiter.
„Mein Vater und mein Onkel starben ebenfalls, und mein anderer Onkel wurde verletzt“, fügte er hinzu.
„Wir wünschten, dieser Vorfall wäre nie passiert. Der Schmerz, den wir in diesem Moment spüren, ist heute noch frisch“, sagte Kose.
Yildirim Yavilioglu, der das Massaker ohne Verletzungen überlebte, sagte, dass diejenigen, die ihrem Staat und ihrer Nation treu sind, absichtlich angegriffen wurden.
„Das erste Opfer des Massakers war Alaattin Akdeniz, der sich ihnen [den Terroristen, Anmerkung der Redaktion] widersetzte. Dann eröffneten sie das Feuer auf alle anderen“, sagte er.
Das Feuer stoppte nicht für ungefähr 10-15 Minuten, sagte Yavilioglu und fügte hinzu: „Ich sah, wie sie ihre Waffen nachluden“. Die Angreifer hätten bei ihrer Flucht noch aus dem fahrenden Transporter, mit dem sie zum Anschlag gekommen seien, geschossen.
„An diesem Abend trank ich mit meinem Freund Tee. Ich habe überlebt, aber er ist gestorben. Ich fühle immer noch den Schmerz. Es ist unmöglich zu vergessen, was passiert ist“, sagte er.
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Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“
Der Weltverband der christlichen Aramäer (WCA) hat die mediale internationale Anteilnahme für den syrischen Zweig der Terrororganisation PKK, die YPG, verurteilt und in einer Pressemitteilung gefragt, warum die Empörung ausblieb, als vier christliche Schulen der Aramäer in Nordsyrien am 28. August des vergangenen Jahres durch die YPG geschlossen wurden.