Ein Gastkommentar von Isa Ak – ak-isa@gmx.de
Vor Jahrhunderten kamen die jüdischen Sepharden als Flüchtlinge ins Osmanische Reich. Sie teilten das Schicksal ihrer muslimischen Nachbarn und wurden aus Andalusien vertrieben. Hunderttausende fanden dabei eine neue Heimat auf dem Balkan und in Anatolien.
Doch auch schon vorher lebten zahlreiche Juden in diesem Land. Die Geschichte der türkisch-jüdischen Beziehungen gründet auf jahrhundertealten Beziehungen, die sich durch Höhen und Tiefen auszeichnet.
Was können wir vom Holocaust lernen?
Jeder Türke, der in Deutschland aufwächst, kommt unweigerlich mit dem Holocaust in Berührung. Meistens durch den Geschichts- oder Deutschunterricht in der Schule. Oft auch durch Besuche in Museen, an Gedenktafeln oder -steinen oder bei Besuchen in Konzentrationslagern.
Als Deutsch-Türken werden wir für die Geschichte der Deutschen sensibilisiert. Diese Sensibilisierung führt auch zu einer Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus.
Durch die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus, dem Antisemitismus und der Vernichtung der europäischen Juden, erhofft sich die Regierung den Kindern und Jugendlichen bestimmte moralische, ethische und historische Grundkenntnisse zu vermitteln.
Lehren vom HolocaustEine der wichtigsten Lehren, die wir aus dem Holocaust ziehen können, ist, sich auch mit den vielgestaltigen Rassismen in der Türkei auseinanderzusetzen. Als Deutsch-Türken haben wir eine andere Sicht auf die Türkei und die herrschende Politik, da wir sowohl kulturell als auch vom Verständnis anders geprägt sind, als die in ihrem Heimatland lebenden Türken.
Wir sind eine Minderheit in Deutschland. Sowohl als Türken als auch als Muslime. Diese Ausgangsposition könnte uns dabei helfen die Lage der jüdischen Minderheit in der Türkei besser zu verstehen.
Welche Bedürfnisse haben wir oder welchen Vorurteilen sind wir ausgesetzt? Was sollte der Staat für den Erhalt unserer Kultur und Sprache beitragen? Inwiefern sollten Zivilgesellschaften aktiv gegen rassistische Vorurteile vorgehen?
All jene Fragen, die uns beschäftigen, stellen sich auch die jüdischstämmigen Türken in der Türkei. Vielleicht können wir auf diese Art und Weise die Lage der türkischen Juden besser verstehen und uns entschiedener gegen den Antisemitismus oder anderen Rassismen in der Türkei entgegenstellen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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– Selahattin Ülkümen –
Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete
Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.
Ein Gastkommentar von Isa Ak – ak-isa@gmx.de
Weltweit gedenken die Juden heute der Befreiung von Auschwitz. Während überall Gedenkveranstaltungen zum Holocaust stattfinden, hat dieses Datum auch einen wichtigen Platz in der modernen türkischen Geschichte. Am 27.01.1973 erschoss der armenische Terrorist Gourgen Yanikian die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles.
Damit begann eine Welle des Terrors, der sich bis in die 90er Jahre hinzog. Dabei hat der armenische Terror eine lange Tradition: Am Ende des 19. Jahrhunderts organisierten sich armenische Intellektuelle unterschiedlicher Herkunft (Anatolien, Kaukasus etc.) in nationalistischen und sozialistischen Organisationen (z.B. Daschnaksutiun, Huntschaks etc.), um einen zusammenhängenden armenischen Nationalstaat im Südkaukasus über Ostanatolien bis zum Mittelmeer zu gründen.
Dieses Ziel sollte durch politischen Aktivismus und Terror erzielt werden. Als Unterstützung erhoffte man sich die Intervention einer europäischen Großmacht. Dabei diente den armenischen Nationalisten vor allem der bulgarische Kampf gegen die Osmanen als Vorbild. Dazu muss man wissen, dass in vielen Regionen Bulgariens Türken eine Mehrheit stellten und die bulgarischen Freischärler mit der Hilfe Russlands erst ihre Autonomie und dann ihren eigenen Staat erkämpften. Dabei wurden Hunderttausende Türken terrorisiert, aus ihrer Heimat (im Balkan) vertrieben und ermordet.
Der armenische Terror fand seinen vorläufigen Höhepunkt beim Terroranschlag auf Abdulhamid II. vom 21. Juli 1905. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass terroristische Mordanschläge auch loyale osmanische Armenier trafen. Das prominenteste Beispiel war der armenisch-osmanische Gouverneur von Van, Bedros Kapamaciyan (1912).
Die Sabotageakte, Aufstände und der Terror armenischer Nationalisten, die mit Russland, Frankreich und Großbritannien zusammenarbeiteten, führten im Ersten Weltkrieg zur Zwangsumsiedlung eines großen Teils der armenischen Bevölkerung. Ungefähr 350.000 – 500.000 Armenier in Westanatolien konnten unbehelligt an ihren Wohnorten bleiben.
Selbst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Terror konsequent weitergeführt. Während jene, die für die Massaker an den Armeniern verantwortlich gemacht wurden, (z.B. Talat Pascha etc.), in europäischen Städten ermordet wurden, gab es einige Anschlagsversuche auf führende Köpfe der Republik (z.B. Atatürk) die scheiterten. In dieser Tradition müssen wir die Terroristen der 70er und 80er sehen.
Terror der Neuzeit
Zwei armenische Terrororganisationen (JCAG und ASALA) ermordeten zwischen 1973 und 1994 türkische Diplomaten und unzählige Zivilisten.
Die JCAG (Justice Commandos of the Armenian Genocide) gilt als militärischer Arm der Nationalistischen Armenischen Revolutionären Föderation (Daschnaksutiun), wobei die ASALA (Armenian Secret Army for the Liberation of Armenia) eine linksextremistische Gruppierung war.
Doch warum gedenken wir der Opfer nicht? Während der Mordanschlag auf Hrant Dink in den Medien und im Gedächtnis der Türken und der Türkei verankert ist, wissen wir weder die Namen der Diplomaten und Zivilisten, die von armenischen Terrororganisationen ermordet wurden, noch welche Rolle die armenische Erinnerungspolitik dabei spielte. Dabei ist es die Vorstellung vom Türken, als Barbaren und Hassobjekt, das zur Identitätsstiftung der Armenier beiträgt und diesen Terror erst ermöglicht hat.
Das „Türkische Tabu“ – Warum die Armenier sich ihrem Nationalismus nicht stellen
Armenier leugnen den Großteil des armenischen Terrors und ihrer Ziele, während sie Terroristen wie Armen Garo gleichzeitig als Helden feiern und ihren Kampf als „im Dienste des armenischen Volkes“ „für einen freien und unabhängigen armenischen Nationalstaat“ zelebrieren. Dabei müssen die Armenier sich endlich ihrer eigenen Geschichte stellen!
Nur dann können sie die Politik der Osmanischen Regierung hinterfragen, die dazu führte, dass sie ihre anatolische Heimat verloren haben. Anstatt sich also ihrer Geschichte zu stellen und die Terroraktivitäten der „Nationalistische Armenische Revolutionäre Föderation“ (Daschnaksutiun) zu verurteilen und die Rolle, die sie in der Geschichte spielten, zu hinterfragen, verleugnen sie alle terroristischen Handlungen im Ersten Weltkrieg und glorifizieren die Terroristen.
Es fällt Ihnen natürlich leichter sich als unschuldige Lämmer und die Türken als barbarische Schlächter darzustellen. Die Konstruktion dieser Form von Identität ist das eigentliche Übel der Gegenwart. Denn den Armeniern geht es nicht um das Leid, das Ihnen widerfahren ist. Es geht Ihnen nur darum dieses Leid als „Genozid“ darzustellen. Jede andere Form der Bezeichnungen für die Massaker von 1915 gilt ihnen als verpönt.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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– Selahattin Ülkümen –
Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete
Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.
Von Kemal Bölge
Es war eine Zeit mit Musikgrößen wie Chuck Berry, Elvis Presley oder Bill Haley, die die Herzen der Massen in den fünfziger Jahren eroberten.
Inspiriert durch den Rock ’n’ Roll der damaligen Zeit, gründete 1958 ein Jugendlicher aus Istanbul mit 15 Jahren seine erste Musikband mit dem Namen „Kafadarlar“ und ein Jahr später gab er sein erstes Konzert am Galatasaray-Gymnasium.
Seinen großen Vorbildern nacheifernd, hatte sein erster Song den Titel „Dream Girl“. Seine zweite Band hieß „Harmoniler“, mit denen er die Songs „Twist in USA“ und „The jet“ auf einer 45er Schallplatte veröffentlichte. Die Rede ist vom Tausendsassa Barış Manço, ein begnadeter Musiker, Komponist, Sänger und Reisender der türkischen Musikszene.
Ab 1963 beginnt dieser an der belgischen Akademie der Schönen Künste Innenarchitektur und Grafikdesign zu studieren, das er erfolgreich abschloss. Er gilt neben Erkin Koray, Cem Karaca und der Gruppe Moğollar als der Wegbereiter des Anatolischen Rock (Anadolu Rock) und Pop. Manço, beeinflusst durch die europäische und türkische Musik, versuchte immer etwas Neues auszuprobieren.
In seiner Band kamen unter anderem Gitarren, Saxofon, Saz oder auch die Längsflöte Ney zum Einsatz. Die Vermischung von anatolischen und europäischen Musikinstrumenten wurde zu seinem Markenzeichen. Der endgültige Durchbruch in der Türkei gelang Manço 1970 mit dem Lied „Dağlar Dağlar“, mit 700.000 verkauften Schallplatten. Dafür wurde er mit einer Platinauszeichnung geehrt.
Mit diesem populären und erfolgreichen Song verabschiedete sich Manço endgültig vom Psychedelic Rock hin zum anatolischen Rock/Pop. Ein weiteres wunderschönes Lied von Barış Manço ist „Gülpembe“ („Rosarot“), das er im Andenken an seine Großmutter textete.
Der Song beginnt auf Deutsch übersetzt wie folgt:
„Wenn du lächelst, blühen die Rosen rosarot
Die Nachtigallen singen von dir
Wir haben zugehört rosarot
Wenn du kommst, kommt der Frühling rosarot
Bäche glucksen von dir
Wir freuten uns rosarot“
Er schrieb und veröffentlichte mehr als 200 Lieder, von denen einige Kinderlieder waren. Fast legender ist der Song „Arkadaşım Eşek“ („Mein Freund, der Esel“), das noch heute sehr populär ist. Das Originalvideo zu diesem Lied wurde übrigens in Bremen gedreht.
Manço war auch ein erfolgreicher Fernsehmoderator einer Kindersendung mit dem Titel „7´den 77´ye“ („Von 7 bis 77“), das zu den erfolgreichsten Programmen in der Türkei überhaupt gehört.
Mit seiner Band Kurtalan Express spielte der polyglotte Manço, der zu diesem Zeitpunkt in der Türkei ein großer Star war, 1982 in der Sendung Bios Bahnhof (mit Moderator Alfred Biolek) das Lied „Hal Hal“. Der Song war eine Anspielung auf die Fußkettchen bei Frauen, die früher als Schmuck getragen wurden. Wer sich das Video zum Lied „Hal Hal“ genauer anschaut, bemerkt diese kraftvoll spielende Band und Sänger, mit traditioneller Kleidung.
Dieser einzigartige Musiker starb in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1999 in Istanbul an den Folgen eines Herzinfarkts. Sein Tod war ein großer Verlust für die türkische Musik.
Basketball-Legende Kobe Bryant (41) ist laut amerikanischen Medienberichten bei einem Hubschrauber-Absturz in Calabasas (US-Staat Kalifornien) ums Leben gekommen. Das berichtet die BILD unter Berufung auf eine Meldung von „TMZ“.
Bryant soll demnach mit mindestens drei anderen Menschen an Bord seines Privat-Hubschraubers gewesen sein. Fünf Tote soll es insgesamt gegeben haben. Bryants Frau Vanessa soll nicht an Bord gewesen sein, berichtet BILD unter Berufung auf TMZ weiter.
Augenzeugen berichten, der Motor habe gestottert, bevor der Hubschrauber abstürzte. Die Ursache des Absturzes werde derzeit noch untersucht.
Der Helikopter sei am Sonntagmorgen bei nebligen Bedingungen in den Bergen nahe der kalifornischen Statt Calabasas abgestürzt, berichtete die „Los Angeles Times“.
Bryant gilt als einer der besten Spieler der Geschichte. Zwischen 1996 und 2016 spielte Bryant für die Los Angeles Lakers in der US-Basketballliga NBA. Wie der Spiegelberichtet, steht Bryant in der Rangliste der Spieler mit den meisten Punkten der Geschichte auf Platz vier, in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde er von dem aktuellen Lakers-Spieler LeBron James verdrängt. Dazu habe sich Bryant noch bei Twitter zu Wort gemeldet und James seinen Respekt gezollt. Er hinterlässt seine Frau und vier Töchter.
Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de
Der Disput zwischen der Türkei und Griechenland über die griechische Remilitarisierung der östlichen Ägäisinseln ist wieder voll entbrannt. Der türkische Verteidigungsminister Akar kritisierte Griechenland für die Remilitarisierung der ostägischen Inseln scharf. Das ist eine deutliche Warnung Ankaras an die Athener Regierung.
Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar kritisierte vor wenigen Tagen Griechenland wegen der Remilitarisierung von zahlreichen ostägäischen Inseln. Nach Akar habe Athen entgegen der Verträge von Lausanne und Paris 16 von insgesamt 23 Inseln in der Ägäis militärisch aufgerüstet. Akar sagte „Wir erwarten von Griechenland, dass es sich an internationales Recht, an unterschriebene Verträge und an gut nachbarschaftliche Beziehungen hält.“1 Zur Erklärung: Die vom Verteidigungsminister benannten Inseln dürfen nach seiner Ansicht keine Marinebasen, Militärflughäfen oder größere militärische Einheiten auf den Inseln stationieren.
Um welche Inseln in der Ägäis geht es hierbei? In der nördlichen Ägäis um die Inseln Taşoz (Thasos), Semadirek (Samothraki), Limni (Limnos), Midilli (Lesbos), Sakız (Chios), Sisam (Samos), Ahikerya (Ikaria), İpsara (Psara) und Bozbaba (Agios Efstratios). Bei den anderen Inseln in der südlichen Ägäis handelt es sich um die sogenannten 12 Inseln (Dodekannes) sowie Rodos (Rhodos) und Meis (Kastelorizo), also insgesamt 14 Inseln. Die 12 Inseln gingen nach den Balkankriegen in italienischen Besitz über und mit dem Vertrag von Paris 1947 trat Italien die Inseln an Griechenland ab. Welche Art von militärischen Einrichtungen auf den genannten Inseln stationiert werden dürfen, ist in den internationalen Verträgen von Lausanne und im Fall der 12 Inseln (Dodekannes) im Vertrag von Paris geregelt.
Im Vertrag von Montreux wurde 1936 das Meerengenstatut (Dardanellen und Bosporus) neu geregelt. Die Türkei erhielt die volle Souveränität über die Meerengen zurück und die Remilitarisierung des Meerengenbereichs wurde explizit erlaubt. Der Vertrag von Montreux enthält allerdings keinen Passus über den Status der ostägäischen Inseln. Griechenland hingegen argumentiert, durch den Vertrag von Montreux sei die Entmilitarisierungsvorschrift im Vertrag von Lausanne nicht mehr gültig.
Die jetzige und die Vorgängerregierungen in der Türkei halten die Argumentation von Athen für nicht nachvollziehbar, da die Verträge von Lausanne und Paris mit der Konvention über die Meerengen nichts zu tun hätten. Eine kurze Lektüre der erwähnten Verträge zeigt auf, dass Griechenland sich nicht an internationale Konventionen hält, die es selbst abgezeichnet hat
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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– Merkel-Besuch –
Migrationsforscher: Dank Flüchtlingsdeal 99,5 Prozent der Syrer in der Türkei geblieben
Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat vor der Reise von Kanzlerin Angela Merkel in die Türkei eine positive Bilanz des Abkommens mit der EU gezogen. Knaus gilt als Architekt des Flüchtlingsdeals mit der Türkei.
Elazig – Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei ist nach Angaben der Behörden auf 29 gestiegen.
Dem gestrigen Beben der Stärke 6,8 folgten bisher 462 Nachbeben, eines davon hatte die Stärke 5,4. Mehrere Gebäude stürzten ein. Die Behörden gehen davon aus, dass noch immer Menschen von Trümmern verschüttet sind.
Wie die Katastrophenschutzbehörde AFAD mitteilte, gab es mindestens 1466 Verletzte. Bisher wurden 43 Verschüttete gerettet, darunter auch ein 2-jähriges Kind
Der Osten der Türkei ist am Freitag von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde lag das Epizentrum im Osten der Türkei in Sivrice, der Provinz Elazig, etwa 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Ankara. Es soll sich um 20.55 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet haben.
Urumtschi – Das Wuhan-Coronavirus hat Xinjiang erreicht, wo China mindestens eine Million uigurische Muslime inhaftiert hat.
Aufgrund der schlechten sanitären Zustände, mangelnder Hygiene und beengten Lebensbedingungen in den Lagern, befürchten Beobachter, dass die Gefangenen der Infektion hilflos ausgeliefert sind. Laut Menschenrechtsorganisationen existieren in der Region 465 solcher Lager mit über einer Million Gefangenen.
Wie Radio Free Asia (RFA) und The Wall Street Journal unter Berufung auf lokale Gesundheitsbehörden berichten, habe es bereits zwei Opfer in der Region gegeben.
Omir, ein ehemaliger Insasse eines Lagers in Karamay, Nord-Xinjiang, erklärte dem britischen Nachrichtensender BBC im Jahr 2018, dass er sich mit 45 anderen Menschen ein Zimmer teilen und sie abwechselnd schlafen mussten, weil es so wenig Platz gab.
„Das Essen war schlecht, es gab nicht genug Stunden zum Schlafen und die Hygiene war grauenhaft. In einem Raum von 16 Quadratmetern befanden sich fast 20 Personen. In jedem Zimmer gab es einen Plastikeimer für eine Toilette. Jeder Gefangene hatte zwei Minuten am Tag Zeit die Toilette zu benutzen, und der Eimer wurde nur einmal am Tag geleert“, so die Kasachin Sayragul Sauytbay, die im März 2018 aus einem Lager geflohen war, in einem Interview mit der Haaretz.
„Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel“, so Dolkun Isa, der Präsident der Exilgruppe des Weltkongresses der Uiguren, gegenüber der RFA.
Coronavirus: Tote durch Lungenkrankheit steigen
Die Zahl der weltweiten Infektionen mit dem Coronavirus steigt weiterhin an. Die „South China Morning Post“ berichtete am Samstagmorgen von landesweit 1112 bestätigten Fällen in 29 Provinzen. Mittlerweile wurden neben China Fälle in Südkorea, Thailand, Taiwan, Japan und den USA gemeldet. In Frankreich ist bereits eine dritte Infektion bestätigt worden. Alle drei Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten und seien in Krankenhäusern isoliert worden.
Wie das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ am Samstag berichtete, hat die chinesische Hauptstadt Peking aus Angst vor einer Einschleppung des neuartigen Virus ihren Busverkehr mit den Provinzen gestoppt. Die Unterbrechung der Busverbindungen in die Provinzen oder nahegelegenen Städte gelte von Sonntag an, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.
Elazig – Ein heftiges Erdbeben der Stärke 6.8 hat am Freitagabend den Osten der Türkei erschüttert.
Laut der Katastrophenschutzbehörde AFAD soll das Zentrum im Bezirk Sivrice in der Provinz Elazig gelegen haben.
Laut dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu gibt es bisher vier Todesopfer. Über 100 Gebäude seien stark beschädigt.
Das seismologische Zentrum Kandilli in Istanbul hat die Stärke mit 6,5 angegeben.
Laut türkischen Medien sind Menschen in Panik auf die Straßen gerannt.
Durum hayli ciddi gibi, bina diplerinde durulmamasını dikkat edilmeli artçılarda olabilir!! Allah milletimizi ülkemizi korusun #Elazığpic.twitter.com/KqspNzCdS8
Istanbul – Bei ihrem offiziellen Staatsbesuch in der Türkei nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auch an der Eröffnung des neuen Campus der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul teil.
Erdogan äußerte am Freitag die Hoffnung, dass die Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul ein Symbol der Freundschaft zwischen den beiden Ländern sein wird.
„Wir werden die Türkisch-Deutsche Universität weiterhin in jeder Hinsicht unterstützen“, betonte Erdogan bei der offiziellen Eröffnungsfeier des neuen Campus der Universität in Istanbul mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Erdogan betonte, die Türkei sei zu einer Drehscheibe für internationale Studierende geworden. Die Zahl der ausländischen Studierenden sei auf 172.000 gestiegen. Er fügte hinzu, dass die Bemühungen um die Gründung einer türkisch-japanischen Universität für Wissenschaft und Technik sowie einer türkisch-italienischen Universität fortgesetzt würden.
Merkel ihrerseits sprach sich dafür aus, die wissenschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit der Türkei weiter auszubauen. Nicht nur zum Erwerb von Fachkenntnissen – es finde auch ein kultureller Austausch statt, der für beide Länder bereichernd sei.
Bei dieser Zusammenarbeit würden neue Wege der Wissenschaft eingeschlagen und so Fortschritte erzielt. Und die Studenten lernten nicht nur für sich selbst, sondern bereicherten auch die beiden Länder, berichtet TRT Deutsch.
Die Bundeskanzlerin ging in ihrer Rede auch auf die Aufnahme von mehr als zwei Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei ein. „Das ist eine Leistung, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann und Anerkennung verdient.“
Türkisch-Deutsche Universität 2008 gegründet
Gegründet wurde die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) bereits 2008 auf Basis eines bilateralen Regierungsabkommens. Die TDU ist eine staatliche türkische Einrichtung, in einem Konsortium beteiligt sind aber auch 38 deutsche Hochschulen. So hat jeweils eine deutsche Uni die Koordination für eine der fünf Fakultäten der TDU übernommen, die Freie Universität Berlin etwa für die Rechtswissenschaftliche Fakultät. Im Herbst 2013 startete der Lehrbetrieb, jetzt wurde der Campus in Istanbul fertiggestellt, berichtet der Tagesspiegel.
Auf dem im Istanbuler Stadtteil Beykoz fertiggestellten TDU-Campus sollen einmal 5000 Studierende „lernen und forschen“, so der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, die TDU seit 2008 mit bislang rund 28 Millionen Euro gefördert habe. Aktuell seien es rund 2500 Studierende.
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– Kongress in Ankara –
Polit-Analyst Önsoy: Berlin und Ankara sollten sich nicht wie konkurrierende Rivalen verhalten
Organisiert durch das Forschungszentrum für türkisch-deutsche Studien (HÜTAI) an der Hacettepe Universität in Ankara, findet am 12. und 13. November unter Teilnahme des deutschen Botschafters Martin Erdmann sowie namhaften Vertretern deutscher Stiftungen und Organisationen, der 1. Internationale Kongress für türkisch-deutsche Studien statt.
Berlin – Die IG Metall sieht die Arbeitnehmerrechte in der geplanten Teslafabrik in Grünheide (Oder-Spree) in Gefahr. So übt die Gewerkschaft deutliche Kritik an der Gesellschaftsform, die der US E-Autobauer für seine Gigafabrik wählt.
Die angestrebte „europäische Aktiengesellschaft“ – kurz SE – nutze eine Gesetzeslücke im deutschen Mitbestimmungsrecht.
Es liege ein klarer Missbrauch der Rechtsform „europäische Aktiengesellschaft“ vor, so Rudolf Luz vom Vorstand der IG Metall. Dabei gelte das sogenannte Vorher-Nachher-Prinzip. Da die Gesellschaft offensichtlich auf Vorrat in Düsseldorf ohne Mitbestimmungsstrukturen gegründet worden sei, bestehe auch zukünftig keine Möglichkeit, eine Beteiligung der Arbeitnehmerseite – zum Beispiel durch Betriebsräte – im Aufsichtsrat des Brandenburger Standorts juristisch durchzusetzen. Die IG-Metall fordere Tesla darum auf, die deutsche Mitbestimmung zu respektieren.
Auf Nachfrage des RBB heißt es von Tesla, man werde sich selbstverständlich an das geltende Arbeitsrecht halten. Der Konzern werde darüber hinaus – Zitat – wettbewerbsfähig vergüten und sich durch besondere Prämien von Konkurrenten abheben. Brandenburgs Landesregierung begrüßt diese Ankündigung von Tesla.
Nur durch die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen sei es möglich, die nötigen Fachkräfte für das Werk zu bekommen. Was die angestrebte Rechtsform angeht heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei: wie bei jeder unternehmerischen Ansiedlung im Land Brandenburg sei die Einhaltung geltender Arbeitnehmerrechte erforderlich.