2019-nCoV
China: Coronavirus erreicht muslimische Autonomieregion Xinjiang

Aufgrund der schlechten sanitären Zustände, mangelnder Hygiene und beengten Lebensbedingungen in den Lagern, befürchten Beobachter, dass die Gefangenen der Infektion hilflos ausgeliefert sind. Laut Menschenrechtsorganisationen existieren in der Region 465 solcher Lager mit über einer Million Gefangenen. 

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Urumtschi – Das Wuhan-Coronavirus hat Xinjiang erreicht, wo China mindestens eine Million uigurische Muslime inhaftiert hat.

Aufgrund der schlechten sanitären Zustände, mangelnder Hygiene und beengten Lebensbedingungen in den Lagern, befürchten Beobachter, dass die Gefangenen der Infektion hilflos ausgeliefert sind. Laut Menschenrechtsorganisationen existieren in der Region 465 solcher Lager mit über einer Million Gefangenen.

Wie Radio Free Asia (RFA) und The Wall Street Journal unter Berufung auf lokale Gesundheitsbehörden berichten, habe es bereits zwei Opfer in der Region gegeben.

Omir, ein ehemaliger Insasse eines Lagers in Karamay, Nord-Xinjiang, erklärte dem britischen Nachrichtensender BBC im Jahr 2018, dass er sich mit 45 anderen Menschen ein Zimmer teilen und sie abwechselnd schlafen mussten, weil es so wenig Platz gab.

„Das Essen war schlecht, es gab nicht genug Stunden zum Schlafen und die Hygiene war grauenhaft. In einem Raum von 16 Quadratmetern befanden sich fast 20 Personen. In jedem Zimmer gab es einen Plastikeimer für eine Toilette. Jeder Gefangene hatte zwei Minuten am Tag Zeit die Toilette zu benutzen, und der Eimer wurde nur einmal am Tag geleert“, so die Kasachin Sayragul Sauytbay, die im März 2018 aus einem Lager geflohen war, in einem Interview mit der Haaretz. 

„Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel“, so Dolkun Isa, der Präsident der Exilgruppe des Weltkongresses der Uiguren, gegenüber der RFA.

Coronavirus: Tote durch Lungenkrankheit steigen

Die Zahl der weltweiten Infektionen mit dem Coronavirus steigt weiterhin an. Die „South China Morning Post“ berichtete am Samstagmorgen von landesweit 1112 bestätigten Fällen in 29 Provinzen. Mittlerweile wurden neben China Fälle in Südkorea, Thailand, Taiwan, Japan und den USA gemeldet. In Frankreich ist bereits eine dritte Infektion bestätigt worden. Alle drei Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten und seien in Krankenhäusern isoliert worden.

Wie das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ am Samstag berichtete, hat die chinesische Hauptstadt Peking aus Angst vor einer Einschleppung des neuartigen Virus ihren Busverkehr mit den Provinzen gestoppt. Die Unterbrechung der Busverbindungen in die Provinzen oder nahegelegenen Städte gelte von Sonntag an, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.

 

 

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