Geschichte
Kommentar: Der verschwiegene armenische Terror

Am 27.01.1973 erschoss der armenische Terrorist Gourgen Yanikian die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles. Damit begann eine Welle des Terrors, der sich bis in die 90er Jahre hinzog.

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Ein Gastkommentar von Isa Ak – ak-isa@gmx.de

Weltweit gedenken die Juden heute der Befreiung von Auschwitz. Während überall Gedenkveranstaltungen zum Holocaust stattfinden, hat dieses Datum auch einen wichtigen Platz in der modernen türkischen Geschichte. Am 27.01.1973 erschoss der armenische Terrorist Gourgen Yanikian die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles.

Damit begann eine Welle des Terrors, der sich bis in die 90er Jahre hinzog. Dabei hat der armenische Terror eine lange Tradition: Am Ende des 19. Jahrhunderts organisierten sich armenische Intellektuelle unterschiedlicher Herkunft (Anatolien, Kaukasus etc.) in nationalistischen und sozialistischen Organisationen (z.B. Daschnaksutiun, Huntschaks etc.), um einen zusammenhängenden armenischen Nationalstaat im Südkaukasus über Ostanatolien bis zum Mittelmeer zu gründen.

Dieses Ziel sollte durch politischen Aktivismus und Terror erzielt werden. Als Unterstützung erhoffte man sich die Intervention einer europäischen Großmacht. Dabei diente den armenischen Nationalisten vor allem der bulgarische Kampf gegen die Osmanen als Vorbild. Dazu muss man wissen, dass in vielen Regionen Bulgariens Türken eine Mehrheit stellten und die bulgarischen Freischärler mit der Hilfe Russlands erst ihre Autonomie und dann ihren eigenen Staat erkämpften. Dabei wurden Hunderttausende Türken terrorisiert, aus ihrer Heimat (im Balkan) vertrieben und ermordet.

Der armenische Terror fand seinen vorläufigen Höhepunkt beim Terroranschlag auf Abdulhamid II. vom 21. Juli 1905. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass terroristische Mordanschläge auch loyale osmanische Armenier trafen. Das prominenteste Beispiel war der armenisch-osmanische Gouverneur von Van, Bedros Kapamaciyan (1912).

Die Sabotageakte, Aufstände und der Terror armenischer Nationalisten, die mit Russland, Frankreich und Großbritannien zusammenarbeiteten, führten im Ersten Weltkrieg zur Zwangsumsiedlung eines großen Teils der armenischen Bevölkerung. Ungefähr 350.000 – 500.000 Armenier in Westanatolien konnten unbehelligt an ihren Wohnorten bleiben.

Selbst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Terror konsequent weitergeführt. Während jene, die für die Massaker an den Armeniern verantwortlich gemacht wurden, (z.B. Talat Pascha etc.), in europäischen Städten ermordet wurden, gab es einige Anschlagsversuche auf führende Köpfe der Republik (z.B. Atatürk) die scheiterten. In dieser Tradition müssen wir die Terroristen der 70er und 80er sehen.

Terror der Neuzeit

Zwei armenische Terrororganisationen (JCAG und ASALA) ermordeten zwischen 1973 und 1994 türkische Diplomaten und unzählige Zivilisten.

Die JCAG (Justice Commandos of the Armenian Genocide) gilt als militärischer Arm der Nationalistischen Armenischen Revolutionären Föderation (Daschnaksutiun), wobei die ASALA (Armenian Secret Army for the Liberation of Armenia) eine linksextremistische Gruppierung war.

Doch warum gedenken wir der Opfer nicht? Während der Mordanschlag auf Hrant Dink in den Medien und im Gedächtnis der Türken und der Türkei verankert ist, wissen wir weder die Namen der Diplomaten und Zivilisten, die von armenischen Terrororganisationen ermordet wurden, noch welche Rolle die armenische Erinnerungspolitik dabei spielte. Dabei ist es die Vorstellung vom Türken, als Barbaren und Hassobjekt, das zur Identitätsstiftung der Armenier beiträgt und diesen Terror erst ermöglicht hat.

Das „Türkische Tabu“ – Warum die Armenier sich ihrem Nationalismus nicht stellen

Armenier leugnen den Großteil des armenischen Terrors und ihrer Ziele, während sie Terroristen wie Armen Garo gleichzeitig als Helden feiern und ihren Kampf als „im Dienste des armenischen Volkes“ „für einen freien und unabhängigen armenischen Nationalstaat“ zelebrieren. Dabei müssen die Armenier sich endlich ihrer eigenen Geschichte stellen!

Nur dann können sie die Politik der Osmanischen Regierung hinterfragen, die dazu führte, dass sie ihre anatolische Heimat verloren haben. Anstatt sich also ihrer Geschichte zu stellen und die Terroraktivitäten der „Nationalistische Armenische Revolutionäre Föderation“ (Daschnaksutiun) zu verurteilen und die Rolle, die sie in der Geschichte spielten, zu hinterfragen, verleugnen sie alle terroristischen Handlungen im Ersten Weltkrieg und glorifizieren die Terroristen.

Es fällt Ihnen natürlich leichter sich als unschuldige Lämmer und die Türken als barbarische Schlächter darzustellen. Die Konstruktion dieser Form von Identität ist das eigentliche Übel der Gegenwart. Denn den Armeniern geht es nicht um das Leid, das Ihnen widerfahren ist. Es geht Ihnen nur darum dieses Leid als „Genozid“ darzustellen. Jede andere Form der Bezeichnungen für die Massaker von 1915 gilt ihnen als verpönt.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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– Selahattin Ülkümen –
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