Justiz
Kommentar: Soll Vergewaltigung in der Türkei straffrei werden?

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel In der Türkei hat man die zweite Runde eingeläutet, um die zweite Strafrechtsreform auf den Weg zu bringen, die erneut mit einem hysterischen Aufschrei der „Opposition“ einhergeht. Wobei, unter Opposition muss man weniger die Partei CHP oder eine andere namhafte Partei verstehen, vielmehr das linke, sozialistische wie kommunistische Umfeld in der Türkei, und natürlich, was darf nicht fehlen, seit einigen Tagen auch die deutsche Presselandschaft die auf Politposse aus ist. Tatsächlich nimmt das ganze derzeit komische Formen an, vor allem dann, wenn die deutsche Presselandschaft sich innertürkischen „Problemen“ widmet, die seit mehr als einem Monat publik ist. Mit Titelschlagzeilen die jeden Stammtischgast in Schnappatmung versetzen, „Demokraten“ zur Weißglut bringen, Politiker kopfschüttelnd anmahnen, brillieren derzeit Stern, Bild und Co.. Dabei hatte man sich am Thema bereits vor mehr als einem Jahr abgearbeitet, wobei hier die türkische Oppositionspartei CHP im Endspurt zur Kommunalwahl in der Türkei (31. März 2019) vom Leder zog. Damit konnte die CHP Istanbul zwar für sich verbuchen, aber so schrill wie man sich dem Thema gewidmet hatte, so still wurde es um die steile These nach der Kommunalwahl. Vor einem Monat wurde in der Türkei erneut die Frage aufgeworfen, wie es um das zweite Paket der Gesetzesreform bestellt sei. Offenbar reichte diesmal die Andeutung für einen zweiten Anlauf der Reform – Angleichung an die EU-Standards – der linken, sozialistische wie kommunistische Parteilandschaft, die daraufhin in Massen-Online-Portalen seither darauf hinweisen, was man damit angeblich beabsichtige. Die Steilvorlage heißt: „Gesetzesentwurf, die Vergewaltigern Straffreiheit gewährt.“ Inzwischen haben die innertürkischen Meldungen auch die deutsche Presselandschaft auf den Plan gerufen, hierbei mächtig auf die Buschtrommel zu schlagen. „Abscheulicher Gesetzesentwurf – Vergewaltiger straffrei, wenn…“ heißt es bei „Der Westen“; „STERN“ titelt „Gesetzesentwurf in der Türkei: Straffreiheit für Vergewaltiger“; und die „BILD“ wittert gar einen „Skandal“ und titelt „Vergewaltiger straffrei, wenn sie ihr Opfer heiraten“. Die Politposse über türkische Vergewaltiger Es ist fast schon amüsant mitanzusehen, wie sich die deutsche Presselandschaft ins Zeug legt, um dabei vor allem über die amtierende Regierungspartei AKP sowie seinen Vorsitzenden herzuziehen. Es reicht ja nicht mehr, wenn man einige Größen der Gülen-Bewegung zu Wort kommen lässt, damit die wie jüngst in einer Reihe von Meldungen über den türkischen Präsidenten Erdoğan abledern, nein, man deichselt das auch so hin, dass die Meldungen über Erdoğan, die Antwort der Bundesregierung zu einer Kleinen Anfrage der Linken zu Fethullah Gülen und seiner Sekte kaum das Tageslicht erblickt. Es ist ja kaum noch zu verhehlen, welchen, gelinde gesagt, schweren Stand die Gülen-Sekte innerhalb der türkischen Gesellschaft hat. Wenn es nach den Bürgern in der Türkei geht, kann Deutschland die Sekte getrost für sich behalten und damit glücklich werden; bis auf die Blackbox, genannt Adil Öksüz, den hätte man gern wieder zurück. Es geht aber an einem türkischen Staatsbürger nicht spurlos vorüber, wenn so Exil-Größen wie Hakan Sükür, Fethullah Gülen oder Enes Kanter in Titelschlagzeilen großzügig zu Wort kommen, ihre Opferrolle auskosten und dabei im Sinne der deutschen Politik bzw. Regierung über Erdoğan herzuziehen. Da hört dann der Spaß auf. Der Spaß hört auch dann auf, wenn in Zusammenhang mit der zweiten türkischen Gesetzesreform klassische Propaganda betrieben wird, wie sie im Ersten Weltkrieg von Deutschland betrieben wurde. Es reicht eigentlich der gesunde Menschenverstand, damit man nicht erst auf die Idee kommt, die haltlosen Vorwürfe wie „Abscheulicher Gesetzesentwurf – Vergewaltiger straffrei, wenn…“ ernst zu nehmen, zumindest erst zu hinterfragen. Balla balla Gerade in der türkischen Gesellschaft ist eine Vergewaltigung oder ein sexueller Übergriff, ob an einer erwachsenen Frau, Jugendlichen oder Kind, eine schwere moralische Tat, das sogar Mord bei weiten übertrifft. Ein Vergewaltiger oder ein Sexualtäter hat es daher im türkischen Knast nicht leicht; sie werden schlichtweg separat eingekerkert und können sich nach der Verbüßung der Haftstrafe kaum in Freiheit wähnen. Einer der entscheidendsten Punkte, weshalb diese Steilvorlage eine Halbwertszeit gegen null hat ist, dass das Thema von der CHP derzeit erst gar nicht aufgegriffen wird. Stattdessen hat sie Ende des vergangenen Jahres sogar mehrere Leitanträge gestellt, in der der Schutz von Frauen, Jugendlichen und Kindern im Strafrecht erneut verbessert, sich damit der Übereinkunft des Europarates anschließt. Frauenwahlrecht in der Türkei: 1930 – Deutschland? Zudem, und das ist der nächste entscheidende Punkt, müsste man konsequenterweise davon ausgehen, dass die türkische Gesetzgebung auf archaischen Grundfesten Fuß fasst, was aber schlichtweg absurd wäre. Denn, mit der Republikgründung hat die Türkei eine moderne Verfassung, dessen Artikel 41 befasst sich grundsätzlich mit diesem Thema. Zudem wurde zeitnah auch das europäische (italienische) Strafrecht übernommen und es werden seit den EU-Beitrittsverhandlungen Gesetzesreformen verabschiedet, die beinahe abgeschlossen sind. Außerdem hat sich die türkische Rechtsprechung dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gebeugt und schlussendlich als Mitglied der UNO auch die Menschenrechtscharta ratifiziert. Von den Alleingängen wie Frauenwahlrecht, als in Deutschland noch der Ehemann befragt werden musste, nicht zu sprechen… Jeder normale Menschenverstand würde spätestens jetzt die Vorwürfe als lächerliche Einbildung abtun. Allerdings gilt das nicht für notorische Dauernörgler, die sich zudem nur selbst als demokratisch-legitime Wächter der Türkei betrachten. Soviel Selbstbetrug findet man nicht oft, aber vor allem im Umfeld der Opposition zu Erdoğan und seiner AKP; und dazu gehört auch das arme Deutschland, dass sich damit befasst. Deutschland sollte nicht viel auf die Sekte setzen Um wieder auf die Gülen-Sekte und Deutschland zu kommen: die Bundesregierung hat eigentlich schon bewiesen, wie sie zur derzeitigen türkischen Regierung steht. Indem sie die ganz großen Sektenmitglieder aus der Türkei aufgenommen bzw. ihnen Schutz geboten hat, sich ständig als Sprachrohr der Gülen-Sekte zur Verfügung stellt, handelt sie parteiisch. Sie handelt nicht im Sinne der Türkei und das Land ist nicht Erdoğan oder die AKP. Wenn Deutschland meint, durch Betreiben eines Soft-Putsches Erdoğan vom Thron zu stürzen, wäre die Türkei wieder kontrollierbar, dann irrt sie sich gewaltig. Weder mit der Oppositionspartei CHP, noch mit der MHP, ist ein Stopp der juristischen Aufarbeitung nach der Erdogan-Ära zu erwarten, geschweige denn, werden die Gülen-Mitglieder mit offenen Armen wieder aufgenommen. Wenn das nicht der Hauptgrund ist, weshalb man die Gülen-Sekte schützt, dann gibt es nur noch eine These, die in Betracht kommt: Deutschland nutzt das Wissen der Gülen-Sekte, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Von einer Partnerschaft kann also keine Rede sein. Während die juristische Aufarbeitung des gescheiterten Putschversuches in der Türkei gegen die Gülen-Sekte anhält, wird innerhalb der Gesellschaft das sich über mehr als drei Dekaden angewachsene Vergehen der Sekte innerhalb der türkischen Ordnung aufgearbeitet. Hunderttausende Menschen wurden durch Ungleichbehandlung, Mobbing, strafrechtliche Verfolgung, von ihren Berufen abgehalten, ihrem Lebensweg beschnitten, von ihren elementarsten Rechten beraubt. Die Gülen-Sektenmitglieder sind daher die letzten, die sich als Opfer ausgeben dürfen und können. Zuallererst müssen sie sich vor der Gesellschaft rechtfertigen und erklären, wie sie zu dieser immensen Macht und Position gelangten. Wenn sie das selbst aufarbeiten, zu einer befriedigenden Erkenntnis gelangen, die die türkische Gesellschaft wahrnimmt, dann erst ist die Geschichte vorbei und kann ein neues Kapitel eröffnet werden. Aber so wie man diese Pappenheimer kennt, wird es keine selbstkritische Aufarbeitung geben und damit auch keine Rückkehr in die Türkei. Um was geht es denn nun bei der zweiten Reform bzw. Gesetzes-Antrag tatsächlich? Es geht um ein Wahlversprechen des MHP-Parteivorsitzenden Devlet Bahceli, der eine Amnestie bzw. Strafmilderung in Aussicht gestellt hatte. Am 24. September 2018 stellte die MHP-Fraktion diesen Gesetzes-Antrag (Esas No. 2/970) vor, in der für bestimmte Straftäter Amnestie bzw. Strafmilderung gefordert wurde, um nach eigenen Angaben u.a. die Haftanstalten zu entlasten. Dieser Antrag wurde später zurückgezogen, ehe sie in der Parlamentskommission erörtert werden konnte. Laut türkischen Medienberichten hatte man den Antrag aufgrund der anschließenden Unterredung mit zahlreichen NGO´s auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Kommentatoren resümierten, die MHP habe aufgrund der aufgeheizten Stimmung und der bevorstehenden Kommunalwahl den Antrag zurückgezogen. In dem Gesetzes-Antrag, der Online im türkischen Nationalparlament nachzulesen ist, wurde explizit darauf hingewiesen, welche Straftaten und Strafmaße nicht in den Genuss der Amnestie bzw. Strafmilderung kommen: unter anderem Terrorismus, Mord und Totschlag, und man beachte, Vergewaltigung sowie sexuelle Belästigung; auch von Frauen und Kindern unter 15 Jahren. Überdies sollten Strafmaße in den Genuss der Amnestie bzw. Strafmilderung kommen, die nicht mehr als 2 Jahre Haft betragen. Die MHP-Fraktion hatte ihre Hausaufgaben gut gemacht und verwies im Antrag vor allem in Bezug zu Familie, Frauen und Kinder auch auf die UN-Menschenrechtscharta sowie auf die türkische Verfassung Artikel 41 (Die Familie ist die Grundlage der türkischen Gesellschaft.) Am 14. Dezember 2019 stellte die Oppositionspartei CHP einen Antrag (Esas No. 2/2448), um das Strafrecht und die Strafverfolgung nach Paragrafen 5271/Artikel 253 zu überarbeiten und somit dem Artikel 48 (Verbot verpflichtender alternativer Streitbeilegungsverfahren oder Strafurteile) anzugleichen, die im Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, am 11. Mai 2011 in Istanbul von allen Mitgliedern des Europarats ratifiziert wurde. Dieser Antrag wurde der Kommission vorgelegt und ist derzeit laut Online-Datenbank des türkischen Nationalparlaments in Bearbeitung. Am 27. Dezember 2019 stellte die CHP einen weiteren Antrag (2/2478), mit der die Strafmilderung oder Strafaussetzung auch zur Bewährung (Paragraf 5237/Artikel 231) in Zusammenhang mit Paragraf 5237/Artikel 105 (sexuelle Belästigung) ausgeklammert werden sollte. Damit wolle man, so die CHP im Antrag, verhindern, dass die für sexuelle Belästigung angesetzte Strafe von ab 3 Monaten bis zu 24 Monaten u.a. wegen des geringen Strafmaß automatisch mit dem Paragraf 5237/Artikel 231 in Berührung kommt. Im weiteren Verlauf stellte die CHP dem Nationalparlament weitere Anträge zu Gesetzesreformen in Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie mit Haftbedingungen für Mutter und Kind, die derzeit noch in Bearbeitung sind, um das Strafgesetz den EU-Chartas anzugleichen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Türkei
Kommentar: Der tiefe Fall des Ekrem Imamoglu

Ein Gastkommentar von Can Ünal Als dieser Mann als großer Hoffnungsträger der kemalistisch-laizistischen CHP die OB-Wahl in Istanbul gewann, war die Hoffnung groß, dass ein wirklich ernstzunehmender Konkurrent für Erdogan auf das Spielfeld kam. Nicht nur bei der CHP, sondern vor allem in den westlichen Staaten war die Freude schier übermäßig, nun endlich einen würdigen Herausforderer gegen den regelrecht verhassten Erdogan gefunden zu haben. Keiner scherte sich darum, dass dem Mann schon vor seiner OB-Wahl diverse Fauxpas passierten, er vorher gerade mal farbloser Bezirksbürgermeister in dem Istanbuler Bezirk Beylikdüzü war. Sonst bis 2019 kaum aufgefallen, war es 1.das sehr gute Wahlkampf-Marketing 2. der Support der größten türkischen Holding Koc 3. die ungelöste Problematik der Zuwanderung von Syrern (alleine in Istanbul ca. 1 Million Syrer) und 4. miserable Wahltaktik der AKP 5. komplett vereinte Opposition die den Mann zum OB der großen europäischen Stadt machte. Nun, nach gerade mal sieben Monaten ist der Mann regelrecht untragbar geworden. Sogar für seine eigene Partei. Offen und direkt von eigenen Parteimitgliedern und früher glühenden Unterstützern kritisiert, hat es der Mann geschafft, sich als völlig ungeeignet für den OB Job in Istanbul zu präsentieren, geschweige für den Job als Präsident der Türkei. Was war passiert? Kurz nach seiner Wahl machte er Urlaub, was nicht verwerflich ist – nur das Istanbul ausgerechnet nach seiner Wahl einer der schlimmsten Hochwasserkatastrophen erlebte. Auf Druck der Öffentlichkeit kam er aus seinem Urlaubsort Bodrum zu „seiner“ Stadt, ließ sich telegen fotografieren und düste ein paar Stunden später wieder in sein Urlaubsort zurück. Danach wollte er zur Schau stellen, wie seine Vorgänger das Geld der Stadt verprasst hatten und stellte die Stadtfahrzeuge aus – im wesentlichen Kühlautos, Leichentransporter und Autos der Sozialdienste. nur um dann für den 3-fachen Preis der z.T. gemieteten Autos neue Mietautos ausgerechnet von der Koc Holding anzumieten. Danach wurde die „Nicht-Eröffnung“ einer biologischen Kläranlage gefeiert, in Europa wurden wieder Kredite in Höhe von ca. 200 Mio € ohne konkrete Ziele aufgenommen, usw,usw. Noch bis dahin wurde der Mann vehement von seinen Wählern unterstützt, auch wenn viele irritiert waren über den plötzlich überbordenden Narzismus, über seine permanente Abwesenheit in der Mega-Metropole, wo er doch kurz nach seiner Wahl seinen Wählern zurief „ich habe keine Sekunde zu verlieren, um diese Stadt auf den Vordermann zu bringen“. Letzte Woche dann ein Erdbeben in Elazig, im Osten der Türkei Schon nach einer Stunde war der türkische Staat mit seinen Institutionen wie Roter Halbmond, Katastrophenschutz, etc. vor Ort, drei Minister sofort im Krisenstab ebenfalls vor Ort (Innen, Gesundheit, Stadtentwicklung). Imamoglu reist ebenfalls an und zeigt sich kurz mit den Erdbebenopfern, laut seinem Vorsitzenden Kilicdaroglu, um die Hilfslieferungen aus Istanbul zu koordinieren. Dann große Irritation als Imamoglu plötzlich aus der Bildfläche verschwindet und im neuen Ski-Mekka der Türkei, Erzurum-Palandöken, mitsamt Frau und Kind auftaucht. Er lässt sich im Präsidenten-Suite (1100€ die Nacht) gutgehen und frohgelaunt werden Skifotos in Twitter gepostet. Nun gesteht der Mann heute, dass dieser Skiurlaub längst geplant war und stellt damit auch noch seinen eigenen Vorsitzender der Lüge bloß. (für Türken ist Kilicadaroglu eh nicht dafür bekannt, die Wahrheit zu sagen). Und anstatt die Wogen zu glätten, und zu sagen, dass es gerade nicht passend war, in einer Katastrophensituation gutgelaunt Urlaub zu machen, sagt er einfach wie im Sommer „mir steht der Urlaub gut“.
(Foto: Screenshot)
Es gibt 2 Schlüsse die man daraus ziehen kann: Der Mann ist dumm und denkt, „was der doofe Trump sich für Eskapaden leisten kann, kann ich schon lange“. Oder : Ihm ist mittlerweile alles egal, weil dieses Amt für Ihn schon ein paar Nummern zu groß ist. Fakt ist: die europäischen Medien können sich wieder auf die Suche nach einem neuen Hoffnungsträger machen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Astana-Abkommen
Russland an Erdogan: Moskau hält sich strikt an Verpflichtungen

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Moskau – Laut dem russischen Außenministerium bekennt sich Moskau zur strikten Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber Syrien aus dem Astana-Prozess und dem Idlib-Memorandum. Damit hat sich die Behörde zu den Aussagen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über die Nichteinhaltung der Syrien-Abkommen durch Russland am Mittwoch geäußert, berichtet Sputnik. 
„Russland steht dafür ein, die von ihm eingegangenen Verpflichtungen strikt umzusetzen“, zitiert Sputnik das russische Außenministerium. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bei seiner Rückreise aus Afrika Russland vorgeworfen, sich nicht an die Vereinbarungen zu Syrien zu halten. Moskau sei den Abmachungen von Astana und Sotschi „nicht treu“, zitiert am Mittwoch die Kommunikationsbehörde des Präsidialamts Erdogan. Den Astana-Prozess gebe es nicht mehr und die Türkei, Russland und der Iran sollten „schauen was sie tun können, um ihn wiederzubeleben“, so Erdogan. Angesichts der russischen Bombardierungen in Idlib habe „die Türkei bald keine Geduld mehr und werde von nun an tun, was nötig ist“. „Wenn Russland sich an Vereinbarungen [zu Syrien] hält, werden wir das auch tun, aber im Moment hält Russland weder an Astana noch an Sotschi [Vereinbarungen] fest“, so Erdogan. Bei einem Treffen in der russischen Stadt Sotschi im September 2018 hatten Putin und Erdogan die Schaffung einer entmilitarisierten Zone in der syrischen Provinz Idlib vereinbart. werden soll.

Astana-Abkommen
Erdogan: Russland hält sich nicht an Vereinbarungen

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Russland vorgeworfen, sich nicht an die Vereinbarungen zu Syrien zu halten. Moskau sei den Abmachungen von Astana und Sotschi „nicht treu“, zitiert am Mittwoch die Kommunikationsbehörde des Präsidialamts Erdogan. Den Astana-Prozess gebe es nicht mehr und die Türkei, Russland und der Iran sollten „schauen was sie tun können, um ihn wiederzubeleben“, so Erdogan. Angesichts der russischen Bombardierungen in Idlib habe „die Türkei bald keine Geduld mehr und werde von nun an tun, was nötig ist“. „Wenn Russland sich an Vereinbarungen [zu Syrien] hält, werden wir das auch tun, aber im Moment hält Russland weder an Astana noch an Sotschi [Vereinbarungen] fest“. Obwohl Putin und Erdogan sich bei einem Treffen im russischen Sotschi im September 2018 darauf einigten, in der syrischen Provinz Idlib eine entmilitarisierte Zone zu schaffen, in der Aggressionen ausdrücklich verboten sind, gehen russische und syrische Streitkräfte in diesem Gebiet seit Monaten verstärkt gegen Oppositionelle vor. Seitdem seien bei Angriffen des Regimes und der russischen Streitkräfte mehr als 1.300 Zivilisten getötet worden.    

Justiz
Türkei: 10 Jahre Haft für verurteilte Hundemörder

Ankara – Ein Gericht in der Türkei hat drei Männer wegen der Vergiftung von Straßenhunden zu je zehn Jahren Haft verurteilt. Die Große Strafkammer Nr. 5 in Ankara verhängte gegen jeden Angeklagten zudem eine Geldstrafe von 15.000 türkischen Lira. Die Entscheidung wurde von Tieraktivisten, die den Prozess verfolgten, begrüßt. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu mit Verweis auf die Anklageschrift weiter berichtet, hätten die Angeklagten in Pestizide getauchtes Hühnerfleisch an Straßenhunde in Ankara verfüttert und somit ihren grauenvollen Tod herbeigeführt. Filmaufnahmen, die die Hunde unter Qualen zeigen, als Anwohner zum Tatort eilten, löste eine öffentliche Entrüstung aus. Tieraktivisten setzen sich seit langem dafür ein, dass Gewalt gegen Tiere als Verbrechen und nicht als Vergehen definiert wird. Die bestehenden Gesetze sehen für Verbrechen an Tieren nur Geldstrafen vor. Unter wachsendem Druck der Öffentlichkeit hatte die türkische Regierung eilig einen neuen Ministerialgesetzesentwurf für Tierrechte angekündigt. Das neue Gesetz soll es den Gerichten ermöglichen, Tötung und Folterung von Haus- und Straßentieren mit bis zu viereinhalb Jahren Haftstrafe zu belegen. Gemäß den Änderungen werden Menschen, die des Tötens und Folterns von Tieren für schuldig befunden werden, mit Haftstrafen zwischen vier Monaten und drei Jahren belegt. Wenn Verdächtige mehr als ein Tier verletzt haben, kann die Strafe auf viereinhalb Jahre erhöht werden. Menschen, die Tiere zum Kämpfen gezwungen haben, erhalten laut Entwurf zwei bis drei Jahre.
(Screenshot)

Zum Thema

– Türkei – Tierschutz: Türkische Polizei gründet neues Cyberteam gegen Tierquäler

Die Abteilung für Cybekriminalität der türkischen Polizei hat nun elf neue Teams zur Verfugung. Eines dieser Teams wird Gewalt gegen Tiere online verfolgen.

Tierschutz: Türkische Polizei gründet neues Cyberteam gegen Tierquäler

Türkei-Beben
Salt Bae-Nusret: Millionen-Spende für Erdbebenopfer in der Türkei

Istanbul – Nach dem schweren Erbeben der Stärke 6,8 im Südosten der Türkei, bei dem nach letzten Informationen 41 Menschen starben, gibt es eine beispielhafte Solidarisierung mit den Notleidenden. Türken aus dem In- wie auch dem Ausland beteiligen sich an den Spendenaufrufen und Hilfskampagnen. Neben der Bevölkerung gibt es auch viele Prominente und Unternehmer, die die Opfer der Umweltkatastrophe in Elazig und Malatya unterstützen. Unter ihnen ist der Moderator und TV-Produzent Acun Ilicali, der bei einer Sondersendung 73 Millionen Türkische Lira (TL) an Hilfen gesammelt hat. Ein weiterer prominenter Spender ist Nusret Gökce, berühmter türkischer Fleischer, Koch und Gastronom der Edel-Restaurantkette „Nusr-Et“. Nusret spendet über eine Million TL Der Star-Metzger und Besitzer der Edel-Restaurantkette „Nusr-Et Steakhouse“ versprach bereits direkt nach dem Beben, seine gesamten Tageseinnahmen aller Lokale in der Türkei den Menschen in Elazig und Malatya zugutekommen zu lassen. Gestern nun veröffentlichte Nusret Gökce die Spendensumme. Dankbarkeits-Post von Nusret Gökce, der in den sozialen Medien dafür bekannt ist, das Fleisch in seinen Restaurants besonders speziell zu tranchieren und zu salzen, veröffentlichte ein Foto mit der Endsumme seines Tagesumsatzes (1.022.000 TL, etwa 150.000 Euro) und eine Dankbarkeitsmitteilung („Allah ich danke dir vielmals“).
(Screenshot/Twitter)
Salt Bae  Gökce, weltweit auch als Salt Bae bekannt, erlangte internationale Berühmtheit, nachdem er anfing, Fotos seiner theatralischen Salzstreu-Pose in den sozialen Netzwerken zu teilen. Nur fünf Jahre Schule Gökce sei nur fünf Jahre zur Schule gegangen und habe anschließend angefangen, als Metzger zu arbeiten. In Argentinien habe er seine Fleischschneidekünste dann perfektioniert. Kommunikation durch Fleisch Er habe zwar keine Fremdsprachen sprechen können, erzählte er in einem Gespräch mit türkischen Medien, habe jedoch „mit den Menschen durch das Fleisch kommuniziert“. „Die Leute bezeichnen mich als ungehobelt“, sagte er. „Ich bin der Sohn eines Bergarbeiters. Mein Vater und meine Mutter waren Analphabeten. Ich konnte aus finanziellen Gründen nicht zur Schule gehen. Ich war 14, als ich bei einem Metzger in die Lehre ging. Fleisch wurde zu meiner Leidenschaft.“

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– Türkei – 50 Millionen: Saltbae Nusret kauft Park Hyatt Istanbul

Der weltberühmte türkische Fleischer, Koch und Gastronom der Restaurantkette Nusr-Et, ist seit heute nun auch offiziell Besitzer des luxuriösen 5-Sterne-Hotels Park Hyatt in Istanbul.

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Verbotszonen
NRW will digitale Drohnen-Abwehr vorschreiben

Düsseldorf – Das Land NRW will gesetzlich festlegen lassen, dass verkaufte Drohnen künftig so programmiert sein müssen, dass sie nicht mehr in Verbotszonen über Haftanstalten und Flughäfen eindringen können. Eine entsprechende Initiative kündigt NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) an. „Jede Drohne über einer Justizvollzugsanstalt ist eine Sicherheitsstörung“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Er verwies darauf, dass die Zahl der erfassten Drohnenflüge über NRW-Haftanstalten schnell zunehme. 2017 und 2018 gab es jeweils drei Vorfälle. 2019 waren es bereits zwölf. Die Initiative zielt auch auf den Schutz vor Flughäfen. „Ich kann mir vorstellen, dass unser Vorstoß auch in anderen Bereichen wie beim wichtigen Thema Flugsicherheit hilfreich sein könnte“, sagte Biesenbach. Laut Angabe der Deutschen Flugsicherung wurden im vergangenen Jahr 125 Behinderungen durch Drohnen an deutsche Flughäfen registriert. Konkret möchte NRW durchsetzen, dass die Landesjustizminister den Bund dazu auffordern, das sogenannte Geo-Fencing im Europarecht zu verankern. Das bedeutet, dass sensible Luftbereiche wie Gefängnisse und Flughäfen mit einem virtuellen Zaun umschlossen werden und die mit entsprechenden Codes versehene Drohne auf diese Weise daran gehindert wird, in den geschützten Luftraum einzufliegen.

Medien
Private Radio- und Fernsehanbieter steigern Gewinne um 700 Millionen Euro

München – Die privaten Radio- und Fernsehanbieter in Deutschland haben ihre Jahresumsätze zwischen 2016 und 2018 um knapp 700 Mio. Euro auf 11,39 Mrd. Euro gesteigert. Sie setzten damit seit 2009 eine Phase des kontinuierlichen Wachstums fort, wenngleich sich dieses Wachstum 2018 gegenüber den Vorjahren deutlich verlangsamte. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit 27.159 nahezu konstant. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2018/2019“, die im Auftrag von acht Landesmedienanstalten unter Federführung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erarbeitet wurde. Digital- und Abonnementerlöse fangen Verluste der klassischen TV-Werbezeitenvermarktung auf Die 48 bundesweiten privaten Free- und 84 Pay-TV-Sender in Deutschland erwirtschafteten 2018 zusammen Erträge in Höhe von 8,37 Mrd. Euro – das entspricht einer Steigerung von rund 453 Mio. Euro gegenüber 2016. Die Ausgaben stiegen im selben Zeitraum allerdings deutlich stärker als die Umsätze. Der Kostendeckungsgrad verringerte sich in der Folge von 115 auf 109 Prozent. Die beiden wichtigsten Ertragssäulen für bundesweites privates Fernsehen in Deutschland bleiben die klassische Werbefinanzierung im Free-TV sowie Erlöse aus Abonnementgebühren im Pay-TV. Nach jahrelanger positiver Entwicklung musste 2018 der klassische TV-Werbemarkt erstmals Einbußen hinnehmen. Die Nettowerbeeinnahmen aus TV-Werbung sanken von rund 4,50 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 4,41 Mrd. Euro in 2018. In der Gesamtmarktbetrachtung konnten die angefallenen Verluste durch die digitalen Werbeerlöse kompensiert werden. Diese stiegen im selben Zeitraum um knapp 50 Prozent auf 284 Mio. Euro. Ebenfalls positiv entwickelt haben sich die Erträge der Pay-TV- und Pay-VoD-Anbieter. Sie konnten ihre Umsätze insgesamt um 281 Mio. auf 2,66 Mrd. Euro steigern – ein Plus von knapp zwölf Prozent (vgl. Anlage Abb. 1). Lokal-TV weiterhin nicht profitabel Für die Lokal-TV-Anbieter ist die wirtschaftliche Situation bundesweit betrachtet stabil geblieben. Bei Erträgen von insgesamt 88 Mio. Euro und Kosten von knapp 91 Mio. Euro erzielten die 117 Sender in 2018 im Durchschnitt einen Kostendeckungsgrad von 97 Prozent. Gegenüber den Jahren 2016 und 2017 bedeutete das erzielte Ergebnis eine leichte Verbesserung um zwei Prozentpunkte. Bis heute gelingt es dem Lokalfernsehen allerdings kaum, am überregionalen Werbekuchen zu partizipieren. Die Einnahmen daraus sind von 4,4 Mio. Euro auf 3,6 Mio. Euro gesunken. Der Großteil der Erlöse stammte auch 2018 aus der regionalen Werbung (rund 31 Mio. Euro oder 35 Prozent der Gesamterlöse) und aus der Förderung (rund 22 Mio. Euro oder 26 Prozent der Gesamterlöse). Privater Hörfunk wirtschaftlich erfolgreich Die Situation der privaten Hörfunkanbieter in Deutschland ist dank des stabilen Radiowerbemarkts weiterhin positiv: Die insgesamt 273 Programme erzielten im Jahr 2018 Gesamterträge von 720 Mio. Euro, das entspricht einer Steigerung von knapp drei Prozent zu 2016. (vgl. Anlage Abb. 2) Die Umsätze aus Werbung beliefen sich auf 612 Mio. Euro. Das sind rund 85 Prozent aller Erträge. Auch im deutschen Privatradiogeschäft sind die Kosten stärker gestiegen als die Einnahmen. Im Jahr 2018 mussten die Veranstalter 634 Mio. Euro für ihr Programm und ihren Sendebetrieb aufwenden, das entsprach einem Zuwachs von vier Prozent im Vergleich zu 2016. Alle Privatradio-Segmente blieben auch 2018 profitabel und konnten ihren Kostendeckungsgrad auf dem Niveau der Vorjahre stabilisieren: der bundesweite Hörfunk liegt bei 111 Prozent, der landesweite Hörfunk bei 117 Prozent und der lokale Hörfunk bei 109 Prozent.

Türkei
Izmir: Weiteres Erdbeben erschüttert die Türkei

Izmir – Nach dem verheerenden Erdbeben in der osttürkischen Provinz Elazig am vergangenen Freitag, erschütterte heute um 14.26 Uhr Ortszeit ein weiteres Beben die Türkei. Wie der Katastrophenschutz AFAD mitteilte, lag das Zentrum des Bebens bei der westtürkischen Stadt Manisa und war auch in den Millionenmetropole Izmir zu spüren. Laut türkischen Medien sind Menschen in Panik auf die Straßen gerannt. Bisher wurden keine Opfer oder Gebäudeschäden gemeldet. Laut AFAD hatte das Beben eine Stärke von 4,8. Der Erdbebenherd lag in geringer Tiefe von nur rund elf Kilometern. Die Region Manisa wurde erst am vergangenen Mittwoch von einem heftigen Beben der Stärke 5,6 heimgesucht. Vier Personen erlitten leichte Verletzungen. Bei dem Beben mit der Stärke 6.7 am vergangenen Freitag in der Region Elazig, kamen bisher 41 Menschen ums Leben und 1607 wurden verletzt. Ein Megaerdbeben würde zu schweren Schäden in Istanbul führen Fachleute warnen schon seit Jahren vor einem Megaerdbeben in Istanbul. Das Erdbeben am 17. August 1999 in Gölcük, das auch in Istanbul zu spüren war, hatte damals fast 18.000 Menschen das Leben gekostet. Das Beben, dessen Epizentrum damals etwa 90 KM von der Istanbuler Altstadt entfernt lag, hatte eine Stärke von 7,6. Ein ähnliches Erdbeben mit einem Epizentrum direkt in Istanbul würde die Millionenmetropole sehr schwer treffen. Derzeit leben in der Stadt mehr als 15 Millionen Menschen.

Rama-Besuch
Bundeskanzlerin Angela Merkel für EU-Beitritt Albaniens

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Berlin – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erneut für eine Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen mit Albanien ausgesprochen. Bei einer gemeinsamen Presse-Erklärung mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama im Kanzleramt, sagte Merkel:
“Wir wollen vor allen Dingen, dass wir beim kommenden Europäischen Rat im März eine Einigung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien erzielen und genauso mit Nordmazedonien”.
Beide Staaten hätten erhebliche Reformarbeit geleistet. Eine Heranführung der Westbalkan-Staaten sei nicht nur in deren Interesse, sondern nutze auch der EU. Nachdem Frankreich die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit den beiden Westbalkan-Ländern gegen die Meinung der EU-Kommission und der großen Mehrheit der EU-Staaten 2019 verhinderte, hatte die EU im Oktober ihre Zusage gebrochen, Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien aufzunehmen.