Geschichte
Kommentar: Der armenische Terror und die Erinnerungskultur der Türken

Ein Gastkommentar von Isa Ak – ak-isa@gmx.de Der organisierte und bewaffnete Kampf armenischer Gruppierungen im Osmanischen Reich begann am Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei versuchten sie die Intervention der europäischen Großmächte zu erreichen, um in Ostanatolien einen armenischen Nationalstaat zu gründen. Der amerikanische Missionar Cyrus Hamlin beschrieb die Strategie in seinem Brief vom 23.12.1893 wie folgt:
“Die Huntschak-Banden sind im ganzen Reiche organisiert und lauern nur auf die Gelegenheit, eine Anzahl Türken und Kurden zu töten, ihre Dörfer in Brand zu stecken und sich dann in die Berge zu flüchten. Voll Ingrimm werden sich darauf die Mohammedaner erheben,über die armenische Bevölkerung herfallen und sie mit solcher Barbarei niedermetzeln, dass Russland im Namen der Humanität und der christlichen Zivilisation einrücken und das Land okkupieren wird.“ Als ich dieses Projekt als mehr denn entsetzlich und diabolisch bezeichnete, antwortete er mir ruhig: „Es mag Ihnen ohne Zweifel so scheinen, aber wir Armenier sind entschlossen, frei zu werden. Europa hat sich durch die bulgarischen Gräuel erweichen lassen und hat Bulgarien frei gemacht. Es wird auch unseren Schrei hören, den Schrei, der sich aus dem Blut von Millionen unserer Frauen und Kinder erheben wird.“ 1
Der Untergang Rückblickend kann man die Politik des Osmanischen Reichs nur aus der damaligen Situation beurteilen. Das Reich war bereits seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts in einer Spirale der Agonie gefangen. Zwischen 1821 und 1922 wurden Millionen Osmanen, demnach mehrheitlich Muslime, aus den vormaligen Territorien im Balkan und den Kaukasus durch ethnische Säuberungen vertrieben und ermordet. Trotz einer Vielzahl von administrativen und militärischen Reformen gelang es dem Sultan nicht die Aufstände der christlichen Minderheiten zu unterbinden. Betrachtet man die evolutionäre Entwicklung des Nationalismus bei den christlichen Minderheiten, die nationalistischen Aufstände, die Aufteilungspolitik der europäischen Großmächte und die Gefahren für die territoriale Integrität, scheint ein wichtiger Strategiewechsel stattgefunden zu haben. Dabei spielte die ideologische Grundlage der Jungtürken keine unerhebliche Rolle, wobei man bedenken muss, dass die Daschnaksutiun („Armenische Revolutionäre Föderation“) bis ca. 1912/1913 mit der „Partei für Einheit und Fortschritt“ („Ittihat ve Terakki Cemiyeti“) verbündete waren. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs kämpften osmanische Armenier, darunter der osmanisch-armenische Parlamentarier Karekin Pasdermadschian (Spitzname Armen Garo), in den freiwilligen armenischen Militärverbänden des Zarenreichs. Die Terroraktivitäten, die Sabotageaktionen und der Aufstand in Van, sowie die permanente Gefahr hinter den Linien der Armee gegen das Reich zu agitieren, nahm die Regierung zum Anlass die armenische Bevölkerung im Osten des Landes in den südlichen Gebietsbereich umzusiedeln. Die Zwangsumsiedlung, die Wirren des Krieges, die Hungersnot, die gegenseitigen Massaker, die Übergriffe auf die armenischen Zivilisten, führten zu einer großen Opferzahl. Es starben ca. 300.000 – 600.000 Armenier und ungefähr 2,5 Mio. Muslime im Ersten Weltkrieg. Ursachen des modernen armenischen Terrors Nach der historischen Rückschau, die die Grundlage für den modernen armenischen Terror darstellt, möchte ich mich dem: neuzeitlichen armenischen Terror widmen. Zwei Organisationen bildeten sich in den 70er Jahren: Die ASALA (Armenian Secret Army for the Liberation of Armenia), eine linksextremistische, und die JCAG (Justice Commandos of the Armenian Genocide), eine nationalistische Terrororganisation. Dabei spielten einige wichtige Faktoren eine fundamentale Rolle. Als erste Ursache ist der libanesische Bürgerkrieg zu nennen, in dem sich die ASALA als Abkömmling und Verbündeter der linksextremen palästinensischen Terrororganisation PFLP hervortat. Zweitens die Erinnerungskultur, das Bestreben Teile Ostanatoliens in den armenischen Nationalstaat zu integrieren, Vergeltung zu üben für die Massaker von 1915 und dem angeblichen Völkermord internationale Aufmerksamkeit zu bescheren. Dabei spielte die fortschreitende Türkenhetze und Dehumanisierung des Türken eine wichtige Rolle. Und drittens der Mordanschlag auf die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles durch Gourgen Yanikian im Jahr 1973. Heute, dem 20.04.2020, 40 Jahre nachdem armenische Terroristen mit einem Raketenanschlag auf das türkische Konsulat in Marseille gescheitert sind, versuchen armenische Organisationen mithilfe Ihnen freundlich gesinnter Akteure die Massaker von 1915 als Völkermord anerkennen zu lassen. Zeit für Bildung! Zeit für Aktivismus!  In der Erinnerungskultur der Türken spielen die Genozid-Behauptungen und der Terror kaum eine Rolle. Doch warum gedenken die Türken ihren Opfern nicht? – Wer hat sich mit der Vertreibung der Türken vom Balkan beschäftigt? – Wie viele Türken wissen, dass der Balkan Ihnen einst eine Heimat war, genauso wie Anatolien? – Wer hat sich mit der Vertreibung der Osmanen aus Ostanatolien beschäftigt? Als russische Truppen mit armenischen Terrorbanden Kurden und Türken niedermetzelten. – Wer hat ein wissenschaftliches Werk bezüglich der Völkermord-Anschuldigungen durchgelesen? – Wer hat sich mit den Diplomaten beschäftigt, die damals ermordet wurden? – Wer hat sich ferner die Zeit genommen ein Buch zu dem Thema zu lesen oder die Biografien der Opfer des armenischen Terrors zu studieren? Fragen über Fragen. Es wird Zeit für Taten! Der Erfolg der armenischen Lobby beruht auf unserer Unkenntnis, unseres Desinteresses und unserer Unaufmerksamkeit. Lies ein Buch! Bilde dich weiter! 1: zitiert nach Söylemezoglu: Die andere Seite der Medaille, S. 40.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– NEX24 Interview – Französischer Historiker: „Die Verbrechen der armenischen Milizen sind in Vergessenheit geraten“

Zu Yves Bénard: “Um der Gerechtigkeit willen” lautet das Credo des franzöischen Historikers, der sich durch seinen kritischen Geist und mit einer gehörigen Portion Neugier ausgestattet in die historischen Archive verschiedener Staaten begab. Herausgekommen ist ein hoch interessantes Buch, das exemplarisch ist für eine sachliche Darstellung der Ereignisse.

Französischer Historiker: „Die Verbrechen der armenischen Milizen sind in Vergessenheit geraten“

Corona-Krise
SPD-Fraktionsvize fordert Maskenpflicht auch für NRW

Nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Maskenpflicht für den Freistaat angekündigt hat, gibt es erste Forderungen, NRW solle nachziehen. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag): „Armin Laschet hat bisher jeden Ruf nach einer Maskenpflicht von sich gewiesen.“ Das sei das beste Indiz dafür, dass sie auch für NRW bald kommen werde. Erst recht jetzt, da Bayern mal wieder einen Schritt voraus sei. „Ich kann die Entscheidung für Geschäfte und öffentlichen Nahverkehr jedenfalls nachvollziehen und würde mir wünschen, dass NRW das genauso macht“, so Kapteinat. Klar sei nur, dass die Masken dann auch an den entsprechenden Stellen zur Verfügung stehen müssten. NRW-Gesundheitsminister Laumann gegen Maskenpflicht Die NRW-Landesregierung wird nach Angaben von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann nicht dem Beispiel Bayerns folgen und eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit anordnen. „Nordrhein-Westfalen folgt dem letzte Woche von Bund und Ländern gefassten Beschluss: Wir empfehlen den Menschen – insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf im Einzelhandel – dringend den Gebrauch von Alltags- oder Community-Masken“, sagte Laumann der Düsseldorfer Rheinischen Post (Dienstag). Diese könnten ein wichtiger Beitrag zum Fremdschutz und zur Minimierung eines Ansteckungsrisikos sein. „Ich appelliere hier an die Verantwortung jedes Einzelnen. Auf eine Maskenpflicht verzichten wir auch deshalb, weil der Handel aktuell nicht sicherstellen kann, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger mit genügend Alltags-Masken versorgen können“, sagte Laumann.

"Star wider Willen"
Al Pacino: Ein Weltstar wird 80

Herausragend als Charakterdarsteller, unvergessen als Mafioso in „Scarface“ und „Der Pate“. Al Pacino gehört zu den besten Schauspielern unserer Zeit. Anlässlich seines 80. Geburtstags am 25. April zeigt 3sat am Freitag, 24., und Samstag, 25. April 2020, die Spielfilme „Kurzer Prozess – Righteous Kill“, „Ein Cop mit dunkler Vergangenheit“ sowie „Sea of Love – Melodie des Todes“. Die Dokumentation „Al Pacino – Star wider Willen“, am Samstag, 25. April 2020, 22.10 Uhr, (Erstausstrahlung) unternimmt eine Reise zu Stationen seines Lebens: in die South Bronx, wo er aufwuchs, zum Actors Studio, wo er die hohe Kunst des „Method Acting“ lernte, und schließlich nach Hollywood, wo er den Sprung auf die Leinwand schaffte. In „Al Pacino – Star wider Willen“ beleuchten Freund und Biograf Larry Grobel, die ehemalige Lebensgefährtin und Schauspielkollegin Marthe Keller, Regisseur und Fotograf Jerry Schatzberg, Filmkritikerin Mónica Castillo sowie Schauspielkollege Steven Bauer die unterschiedlichen Facetten Al Pacinos. Seiner Heimatstadt New York ist Al Pacino bis heute treu geblieben. Dort wird er 1940 als Alfredo James Pacino geboren. Vater Salvatore verlässt die Familie, als Al zwei Jahre alt ist. Pacino wächst bei seiner Mutter Rose und den sizilianischen Großeltern auf, in der rauen South Bronx. In der Schule ist er ein Außenseiter. Schauspielen wird für ihn zu seiner Überlebensstrategie, die Bühne und das Theater ziehen ihn magisch an. Als Al Pacino am Broadway erste Erfolge feiert, zeigen auch die ersten Filmregisseure Interesse an seinem außergewöhnlichen Talent. Im fernen Hollywood ist Al Pacino jedoch Anfang der 70er-Jahre noch ein Underdog, unbekannt und auch ungewollt. Bei der Besetzung für die Rolle des Michael Corleone in „Der Pate“ (1972) ist die Studioleitung entschieden gegen Al Pacino. Doch Regisseur Francis Ford Coppola hält an ihm fest – und Al Pacino wird über Nacht zum Star. In den 80er-Jahren folgt der erste Rückschlag. Der Historienfilm „Revolution“ (1985) wird zum Flop. Al Pacino zieht sich für fast fünf Jahre aus dem Filmgeschäft zurück und widmet sich wieder dem Theater. 1989 läutet der Film „Sea of Love“ sein fulminantes Comeback ein. Und für seine Rolle als erblindeter Ex-Lieutenant Colonel Frank Slade in „Der Duft der Frauen“ (1992) wird er 1993 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Alle Filme in der Übersicht: Freitag, 24. April 2020, 22.30 Uhr Kurzer Prozess – Righteous Kill Spielfilm, USA 2008 Freitag, 24. April 2020, 0.05 Uhr Ein Cop mit dunkler Vergangenheit Spielfilm, USA 2010 Samstag, 25. April 2020, 22.10 Uhr Al Pacino – Star wider Willen Erstausstrahlung Film von Lukas Hoffmann Samstag, 25. April, 23.10 Uhr Sea of Love – Melodie des Todes Spielfilm, USA 1989

Corona-Krise
CDU-Wirtschaftsrat gegen Größenvorgaben bei Lockerungen für Geschäfte

Generalsekretär Steiger kritisiert „bundesweiten Flickenteppich“ Osnabrück – Der CDU-Wirtschaftsrat will auf Größenvorgaben bei den Verkaufsflächen komplett verzichten und Ladenöffnungen in der Corona-Pandemie allein von der Einhaltung von Hygiene- und anderen Schutzmaßnahmen abhängig machen. Außerdem dürfe es keinen „bundesweiten Flickenteppich“ bei den Regelungen geben. „Die Lockerungen der Ladenschließung dürfen nicht an Betriebsgrößen oder Verkaufsflächen festgemacht werden, sondern einzig an der Garantie adäquater Hygienemaßnahmen durch die Einzelhändler“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die Fortsetzung der Schließung von Geschäften mit einer Verkaufsfläche größer als 800 Quadratmeter ergebe „keinen Sinn“. „Denn je größer die Verkaufsfläche ist, desto mehr Platz kann auch Abstands- und Hygieneregeln eingeräumt werden“, sagte Steiger. Der CDU-Wirtschaftsrat schlägt vor, die Besucherzahlen auf einen Kunden pro 25 Quadratmeter zu begrenzen, Warteschlangen zu regeln, getrennte Ein- und Ausgänge zu schaffen sowie Schutzvorrichtungen an den Kassen einzurichten, Schutzausrüstung für Verkäufer und Desinfektionsspender für Kunden bereitzustellen. Ein großes Problem für den Einzelhandel seien außerdem die unterschiedlichen Auslegungen der 800-Quadratmeter-Regelung in den Bundesländern. „In einigen Ländern agieren absurderweise auch noch einzelne Kommunen ganz unterschiedlich. Hier muss Abhilfe geschaffen werden“, sagte Steiger der NOZ. „Wir dürfen nicht vergessen, der Einzelhandel ist in weiten Teilen mittelständisch geprägt. Es gibt viele Traditionsgeschäfte, über Generationen zum Teil in Familienhand, auch jenseits der festgelegten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Diese einzigartige Struktur darf nicht durch existenzgefährdende Grenzziehungen zerstört werden“, so der Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

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– Corona-Pandemie – Türkei-Deutsche bezeichnen Medienberichte als unwahr

Der ehemalige Axel-Springer-Mitarbeiter Holger Vorbeck (73) aus Hamburg schildert in einem Kommentar seine Eindrücke zur deutschen Berichterstattung über die Türkei. Es werde massiv gegen die Türkei Stimmung gemacht. Das meiste davon sei „schlicht die Unwahrheit und frei erfunden“.

Türkei-Deutsche bezeichnen Medienberichte als unwahr

Corona-Pandemie
Türkei-Deutsche bezeichnen Medienberichte als unwahr

Ein Gastkommentar von Holger Vorbeck Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nichts im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu schreiben. Es wird schon genug Sinnvolles und Unsinniges, Wahres und Falsches, Verharmlosendes und Panikschürendes darüber geschrieben und viele Kommentare zu anderen Meinungen sind dermaßen unterirdisch, dumm, beleidigend, bösartig, dass man vermuten kann, dass die Menschheit nicht nur unter dem Corona-Virus leidet, sondern auch unter dem Mangel an Intelligenz und Anstand. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass die Verfasser derartiger Kommentare gar nicht darunter leiden, sondern ganz im Gegenteil ihre Bösartigkeit geradezu genießen und von ihrer Dummheit sowieso nichts bemerken. Aber zurück zum Beginn. Der Grund, aus dem ich doch einige Worte schreiben möchte, ist wieder einmal die deutsche Presse. Das, was man in den letzten Tagen von Spiegel, Focus, Der Welt und anderen „Qualitätsmedien“ über die Situation in der Türkei lesen kann, ist weit unterhalb der Schwelle des seriösen Journalismus. Da wird der türkische Präsident Erdoĝan als Corona-Ignorant bezeichnet, es wird von mangelnder medizinischer Versorgung, von überfüllten Krankenhäusern, von Massengräbern, von unkoordinierten Maßnahmen, von Vertuschung und Beschönigung, von Panikkäufen der Bevölkerung und dergleichen mehr berichtet! Das meiste davon ist schlicht die Unwahrheit und frei erfunden! Ja, selbstverständlich hat man auch hier den einen oder anderen Fehler begangen, nicht anders als in anderen Ländern auch. Die Fakten sprechen allerdings eine deutliche Sprache! Zu Beginn der Corona-Krise hatte Deutschland 28 – 34 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner, die Türkei dagegen 46 – 49. Die exakten Zahlen variieren je nach Quelle. Von mangelnder medizinischer Versorgung kann wohl keine Rede sein! Vor einigen Tagen war ich im staatlichen Krankenhaus in Alanya, um einen Test machen zu lassen. In der Empfangshalle hielten sich im wesentlichen Mitarbeiter und Sicherheitspersonal auf, im Labor wuselten bis zu 8 Mitarbeiter, Ärzte, Schwestern, Übersetzer, Laboranten usw. um mich herum und schienen froh zu sein, etwas zu tun zu haben. In anderen Krankenhäusern sieht es ähnlich aus. So viel zu den überfüllten Krankenhäusern. Bereits seit Anfang der Krise wurde jeder Bus nach jeder Fahrt jeweils an der Endhaltestelle komplett desinfiziert. In Deutschland haben Geschäftsführer von Nahverkehrsunternehmen zu der Zeit in Interviews noch behauptet, das sei nicht möglich. Zu einem sehr frühen Zeitpunkt wurden Steuerschulden gestundet, die Mehrwertsteuer für bestimmte Warengruppen auf ein Prozent gesenkt, die Gehälter für medizinisches Personal für 3 Monate verdoppelt, 32.000 zusätzliche Ärzte und Pfleger eingestellt, bedürftigen Familien ein Einmal-Bonus gezahlt und einige weitere Maßnahmen getroffen. Seit der Ausgangsbeschränkung für Risikogruppen, kann man über eine landesweit gültige Telefonnummer Hilfe anfordern und Polizeibeamte oder Mitarbeiter des Ordnungsamtes (Zabita) gehen für mich einkaufen oder zur Bank. Seit zirka zwei Wochen ist der Verkauf von Schutzmasken untersagt, um der Preistreiberei den Boden zu entziehen! Masken müssen kostenlos abgegeben werden, sowohl von Apotheken als auch von Behörden oder Supermärkten, die in ihren Geschäftsräumen das Tragen einer Maske fordern. Zudem kann jetzt jeder Einwohner der Türkei online ein wöchentliches Kontingent von Masken bestellen, die dann umgehend nach Hause geliefert werden. In Deutschland wird von der Politik gerade eine Maskenpflicht für bestimmte Bereiche diskutiert. Die Frage dabei ist, woher nehmen wir die Masken und wer soll sie verteilen? Die Türkei hat binnen kürzester Zeit eine eigene Produktion aufgebaut und produziert jetzt ausreichend Masken für die eigene Bevölkerung und für Hilfslieferungen an andere Länder wie Italien, Spanien, USA oder Deutschland. Ebenso hat die Türkei binnen kürzester Zeit ein eigenes Beatmungsgerät entwickelt, das jetzt in Serie produziert wird und ebenfalls im Rahmen der Corona-Hilfe an andere Länder geliefert wird. Die Türkei veröffentlicht wie jedes andere Land auch täglich die Zahlen der Infizierten, allerdings detaillierter als z.B. Deutschland. Es werden auch die Anzahl der durchgeführten Tests, die Anzahl der stationär aufgenommenen Erkrankten und die Anzahl der davon Beatmeten veröffentlicht. Die tägliche Statistik sieht typischerweise so aus: Bis zum 13. April 2020 wurden insgesamt 410.556 Personen getestet, von denen 61.049 positiv waren und 1.296 starben. Von den Infizierten liegen 1.786 im Krankenhaus und 1.063 von ihnen müssen beatmet werden. 3.957 Personen sind genesen. Auf der rechten Seite finden sich die Tageswerte, 34.456 Tests, 4.093 davon positiv, 98 Todesfälle und 511 Genesene. Ich wünschte wirklich, dass die Medien in Deutschland zu einem seriösen Journalismus zurückkehren würden. Aber vielleicht gerät dieser Text irgendwie in die Hände von Herrn Poschardt oder Herrn Dr. Döpfner und bewirkt ein Nachdenken. Dann könnte ich zumindest wieder Die Welt lesen und stolz auf die ehemaligen Kollegen sein. Holger Vorbeck war 14 Jahre beim Springer-Verlag tätig, davon 6 Jahre bei der WELT. Seit 2011 ist er nun im Ruhestand und lebt seit Anfang 2016 in der Türkei.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Corona-Pandemie – Türkei-Deutsche: Die haben hier schneller reagiert als in Deutschland

Obwohl die Türkei zu den Ländern gehört, die am schnellsten mit Maßnahmen auf die sich anbahnende Corona-Krise reagierte, bezeichnete das Nachrichtenmagazin Focus den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Corona-Ignoranten“ und behauptete, er habe zu lange gezögert.  In der Türkei lebende Deutsche widersprechen den Behauptungen des Focus jedoch.

Türkei-Deutsche: Die haben hier schneller reagiert als in Deutschland
 

Baukunst
Die bedeutendsten Architekten der Moderne

Von den großen Pyramiden von Gizeh, bis hin zum Leuchtturm von Alexandrien und dem Eiffelturm in Paris – schon seit Tausenden von Jahren haben Architekten beeindruckende Bauwerke errichtet, die Menschen und das gesellschaftliche Leben berührt und für immer verändert haben. Auch unsere Moderne, die ab dem 20. Jahrhundert begann, hat so einige Ausnahmetalente hervorgebracht und mit ihnen atemberaubende Bauwerke von großem architektonischem und symbolischem Wert. Frank Lloyed Wright Es gibt so einige beeindruckende Bauwerke in New York City. Bei einem Besuch kommen Touristen zum Beispiel nicht umhin, den hohen Central Park Tower, die Brooklyn Bridge oder das neu errichtete World Trade Center zu bestaunen. Nicht ganz so wuchtig, aber dafür von hohem künstlerischem Anspruch ist das Guggenheim Museum. US-Amerikaner Frank Lloyed Wright, der 1867 in Wisconsin geboren wurde, war bekannt für bescheidene Bauwerke, die sich nahtlos in die Landschaft einzufügen scheinen. Dabei verwendete er geometrische und organische Formen, die vom Betrachter als besonders angenehm und natürlich empfunden werden. Antoni Gaudí Der spanische Architekt gilt als der Hauptvertreter des katalanischen Modernismus, eine Bewegung, die von 1885 bis etwa 1920 in allen Bereichen der Kunst anzutreffen war. Geboren im Jahr 1852 in Reus verbrachte Gaudí seine gesamte Schaffenszeit in der katalanischen Hauptstadt. Auf einer Sightseeing-Tour durch Barcelona sticht vor allem seine Sagrada Familia heraus, eine römisch-katholische Basilika, die mittlerweile zum Weltkulturerbe gehört. Gaudís Stil ist einzigartig und fantasievoll. Gerne verwendete er bunte Mosaikelemente und wellige Formen, die die Natur nachahmten. Dabei integrierte er auch Merkmale aus dem Jugendstil und der Gothik. Ludwig Mies Van der Rohe Ebenfalls ein wichtiger Vertreter der Moderne ist der deutsche Architekt Ludwig Mies van der Rohe, der im Jahr 1886 in Aachen geboren wurde. Der Baukünstler konzipierte seine Werke frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ und nutzte vornehmlich minimalistische, geometrische Formen. Seine bevorzugten Materialien waren Stahl und Glas, was seinen Bauwerken einen noch moderneren Charakter verlieh. Bekannt wurde er im Jahr 1929 für den Barcelona-Pavillon, den er für die damalige Weltausstellung konstruierte. Ein ebenfalls sehr bekanntes Rohe-Gebäude ist der bronzegetönte Glaspavillon, der Teil des Toronto-Dominion Centres ist.
Guggenheim Museum, New York, USA (Foto: Screenshot/Unsplash)
Philip Johnson Der US-Amerikanische Architekt Philip Johnson, der im Jahr 1906 in Cleveland das Licht der Welt erblickte, war selbst großer Fan von Rohes Arbeit. Dies merkt man an seinen Bauwerken, die von einem ähnlichen Minimalismus geprägt sind. Tatsächlich errichtete er zusammen mit seinem Vorbild das Seagram Building, das sich in New York City befindet. Der Wolkenkratzer, der im Jahr 1958 fertig gestellt wurde, ist ein wichtiges Symbol der modernen Architektur und wurde schnell zur Inspiration für den Rest der New York Skyline. Norman Foster Dieser britische Architekt wurde aufgrund seiner herausragenden Fähigkeiten sogar als Ritter in den Adelsstand erhoben. Das ursprünglich aus einer Arbeiterfamilie stammende Ausnahmetalent Norman Foster wurde 1935 in Manchester geboren und interessierte sich schon in jungen Jahren für außerordentliche Bauwerke. Inspiration bekam er unter anderem von den Star-Architekten Wright und Rohe. Fosters Bauwerke orientieren sich jedoch nicht am Minimalismus, sondern eher an High-Tech-Objekten. Zu seinen bekanntesten Projekten gehören das Kulturzentrum Carré d’Art in Nimes und die gläserne Reichstagkuppel in der deutschen Hauptstadt. Renzo Piano Der Italiener Renzo Piano ist ein Architekt, der sich durch keinen bestimmten Stil definieren lässt. Der im Jahr 1937 in Genua geborene Senator ist bekannt für seinen extrem eklektischen Baustil, der in vielen Teilen der Welt anzutreffen ist. Dabei gleicht wirklich kein Gebäude dem anderen auch auf nur annähernde Weise. Unter anderem designte er das außergewöhnlich geformte Whitney Museum in New York City, das Pariser Centre Pompidou und ein 95-stöckiges spitz geformtes Hochhaus, das Besucher auf einer Tour durch London bewundern können. Santiago Calatrava  Der Jüngste in dieser Liste ist der spanische Architekt und Bauingenieur Santiago Calatrava, der im Jahr 1951 in Valencia geboren wurde. Seine Bauwerke gelten als neo-futuristisch und haben fast den Anschein, als seien sie einfach nicht von dieser Welt. Regelmäßig sorgen seine neuen Kreationen für weltweites Aufsehen. Dazu gehören zum Beispiel der „Turning Torso“ (auf Deutsch: „Drehender Rumpf), ein ausgefallener Wolkenkratzer in der schwedischen Stadt Malmö. Calatrava designte auch das neue World Trade Center in New York City sowie Den Bahnhof Stadelhofen in Zürich.

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– Luftfahrt-News – Los Angeles: Turkish Airlines als globale 5-Sterne-Fluggesellschaft ausgezeichnet

Bereits zum dritten Mal in Folge wurde die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines von APEX in Los Angeles als globale 5-Sterne-Fluggesellschaft ausgezeichnet.

Los Angeles: Turkish Airlines als globale 5-Sterne-Fluggesellschaft ausgezeichnet
 

Türkei
Das Attentat – Der Mord an Dr. Necip Hablemitoğlu

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge  Die Hauptstadt Ankara an einem Wintertag. Es ist der 18. Dezember 2002, leichter Schneefall, Stadtteil Çankaya. Der Dozent Dr. Necip Hablemitoğlu verlässt nach einem seiner Vorlesungen am frühen Abend die Universität von Ankara und fährt mit seinem Auto in den wohlverdienten Feierabend. Bevor er zuhause ankommt, fährt er noch schnell in den Supermarkt in der Nähe seines Wohnsitzes, um eine Kleinigkeit einzukaufen. Wie die Ermittler später feststellen, kommt Dr. Hablemitoğlu gegen 20 Uhr auf dem Parkplatz des Wohnkomplexes an, stellt dort sein Auto ab, steigt aus und will zu seinem Apartment laufen. Es ist exakt 20:03 Uhr, als ein oder mehrere Täter sich ihm nähern und zwei Schüsse aus einer Pistole oder einer zweiten Schusswaffe auf den Universitätsdozenten abfeuern. Eine Kugel trifft ihn am Kopf und die zweite Kugel sein linkes Auge, er verstirbt noch am Tatort. Der oder die Täter können im Schutz der Dunkelheit mit einem Auto entkommen. Die Spurensicherung der Polizei fand am Tatort zwei Patronenhülsen. Die eine Patronenhülse stammt aus einer Pistole der US-Marke Luger und die zweite vom türkischen Fabrikat der Marke MKE. Seit dem Mord am Akademiker sind jetzt fast 18 Jahre vergangen und noch immer sind die genauen Umstände und Hintergründe der Tat nicht geklärt. Womit hatte sich Dr. Hablemitoğlu in seinen Forschungen beschäftigt, die ihn zur Zielscheibe eines Auftragsmordes werden ließen? Schauen wir uns an welches Fach er an der Hochschule lehrte und welche Forschungen er darüber hinaus noch betrieb. Er unterrichtete an der Universität von Ankara (Ankara Üniversitesi) das Fach „Die Prinzipien Atatürks und die Geschichte der türkischen Revolution“ und forschte über die Geschichte der Turkvölker. Ferner beschäftigte er sich mit türkischen Artefakten in Mitteleuropa und auf dem Balkan sowie Feldforschungen über die türkischen Minderheiten und Soldatenfriedhöfe. Neben seiner akademischen Tätigkeit trat Dr. Hablemitoğlu auch als Kritiker der deutschen Stiftungen in der Türkei auf. Dabei geht es um den Anfang der 2000er Jahre begonnenen Widerstand der Bevölkerung in der westtürkischen Stadt Bergama gegen den Abbau von Gold. Was zunächst wie ein Aufbegehren der örtlichen Bevölkerung gegen den Goldabbau einer kanadischen Firma ausgesehen habe, so Hablemitoğu, sei in Wahrheit eine durch deutsche Stiftungen finanziell unterstützte und koordinierte Aktion. Er hat darüber ein Buch mit dem Titel „Alman Vakıfları ve Bergama Dosyası“ („Die deutschen Stiftungen und die Akte Bergama“) geschrieben. Doch die eigentliche Frage wäre, was Deutschland davon hätte, wenn deutsche Stiftungen Bürgerinitiativen in Bergama unterstützen, die sich gegen den Goldabbau in ihrer Region gewehrt haben? Es gibt aber einen interessanten Aspekt, den ich unbedingt erwähnen muss. Die kanadische Firma, die das Gold abbauen sollte, wurde wegen der Proteste immer wieder auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Dann passiert etwas sehr Außergewöhnliches: Für einen Kaufpreis von 44,5 Millionen US-Dollar erhielt 2003 der damalige Unternehmer Akın Ipek die Lizenz zum Goldabbau in Bergama. Aber wer ist dieser Ipek, der davor eine kleine Druckerei in Ankara besaß und Einladungskarten druckte? Ipek gilt nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Ankara als mutmaßlicher Finanzier des terroristischen Gülen-Netzwerks und wird mit Haftbefehlt gesucht. Ipek gelang die Flucht nach Großbritannien, wo er sich nach Ermittlerangaben noch immer aufhält. Nachdem Ipek den Zuschlag zur Ausbeutung des Goldes erhält, verstummen die Proteste der Bürgerinitiativen. Was ist der Grund für das plötzliche Ende des Widerstands? Jetzt komme ich zu einem weiteren Punkt, auf das Dr. Hablemitoğlu energisch und eindringlich immer wieder hingewiesen hat: Es geht um das Terrornetzwerk von Fetullah Gülen. Es gab damals eine bekannte Fernsehsendung „32. Gün“ („Der 32. Tag“), die 1999 vom Journalisten Mehmet Ali Birand moderiert wurde. In dieser bekannten Sendung trat auch Dr. Hablemitoğlu auf.
In diesem Film erläutert er präzise wie sich das Gülen-Netzwerk in Staat und Gesellschaft organisieren konnte. Die Warnungen, die er aussprach, wurden zwar erhört, aber konkrete Maßnahmen erfolgten nicht. Einmal davon abgesehen, dass der Moderator während der Sendung noch nicht einmal in der Lage war den Namen von Dr. Hablemitoğlu korrekt auszusprechen, redeten die anderen Gäste von Gülens Propaganda Sender „Samanyolu TV“, Nevval Sevindi und Mahçupyan ständig dazwischen und Frau Sevindi schrie Hablemitoğlu an und bezeichnet diesen als „ehrlos und unverschämt.“ Als 2001 vor einem Gericht in Ankara der Prozess gegen Gülen fortgeführt wurde, hatte der damalige Staatsanwalt Yüksel dem Gericht zusätzliche Beweismittel gegen Gülen vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft warf Gülen damals vor Kontakte zum US-amerikanischen Nachrichtendienst CIA zu unterhalten. Als das Gericht den Staatsanwalt nach seinen Quellen fragte, verwies dieser auf den Bericht von Dr. Hablemitoğlu. Ich fasse den Bericht von ihm in Stichpunkten kurz zusammen:
„Das von den USA vorgesehene Sekten-Modell wird in der Türkei vom Gülen-Netzwerk umgesetzt. Die größte Gefahr für die laizistische Republik geht von dieser Sekte aus und diese wird aus dem Ausland, den USA, unterstützt. Gülen lebt in einem großen Anwesen in Pennsylvania, es stehen ihm rund um die Uhr Ärzte zur Verfügung und für seine Sicherheit ist gesorgt. Er steht in Kontakt zur CIA und dem Gouverneur des Bundesstaates. Die US-Botschaft und die US-Konsulate gewähren Besuchern, die Gülen besuchen wollen, ein 10-jähriges Visum. Die Mitglieder des Gülen-Netzwerks glauben an folgendes: Wie Khomeini eines Tages in den Iran zurückgekehrt ist, so wird auch Gülen ehrenvoll zurückkehren und in Çankaya [dort befindet sich der Amtssitz des Präsidenten] seine Arbeit aufnehmen.“
Einige Journalisten hatten Dr. Hablemitoğlu zu seinem Bericht befragt und wie er denn zu seinen Schlussfolgerungen gekommen sei. Er erklärte dazu: „Die Verbindung zwischen Gülen und der CIA habe ich während meines Forschungsaufenthaltes in den USA herausgefunden. Die meisten meiner Feststellungen sind auch den Nachrichtendiensten der Staaten bekannt.“ Beim Gerichtsprozess gegen Gülen sollte Hablemitoğlu als Zeuge vernommen werden. Eine weitere Auffälligkeit zu den deutschen Stiftungen und zum Mord an Hablemitoğlu: Ein Gericht ließ 2002 die Anklage gegen die deutschen Stiftungen in der Türkei zu und der Prozess sollte am 26. Dezember 2002 stattfinden. Genau 8 Tage vor Prozessbeginn, am 18. Dezember 2002, wurde Dr. Hablemitoğlu, der einen Bericht zu den Aktivitäten der deutschen Stiftungen verfasst hatte, ermordet. Noch ein wichtiges Detail zu diesem Gerichtsprozess: Dr. Hablemitoğlu sollte wie beim Prozess gegen Gülen auch beim Prozess gegen die deutschen Stiftungen vor Gericht als Zeuge aussagen. Nach dem Attentat intensivierte die Polizei die Suche nach den Mördern und den möglichen Hintermännern des Anschlags. Das Internationale Zentrum für Terrorismus- und Sicherheitsforschung (UTGAM) geht in seiner Studie davon aus, dass der Mord an Dr. Necip Hablemitoğlu vom terroristischen Gülen-Netzwerk durchgeführt wurde.1 Ich hatte in meinem Artikel vom 10. Januar 2020 (Kommentar zur Verhaftung des deutschen Anwalts der deutschen Botschaft in Ankara) auf die Verwicklung des Gülen-Terrornetzwerks in das Attentat hingewiesen. In Zusammenarbeit mit der türkischen Polizei, gelang es letztes Jahr (2019) der ukrainischen Polizei in Kiew, den mutmaßlichen Mörder von Dr. Hablemitoğlu festzunehmen. Es handelt sich um den 45-jährigen türkischen Staatsangehörigen N.G.B., der in einem türkischen Restaurant in Kiew von Spezialeinheiten der ukrainischen Polizei überwältigt wurde. Das Justizministerium in Ankara hat seine Auslieferung in die Türkei beantragt. In der Zwischenzeit hat der Verdächtige Asyl in der Ukraine gestellt. Es soll sich um einen ehemaligen Hauptmann der türkischen Armee handeln, der unehrenhaft aus dem Dienst entlassen wurde. Damit es zu keinem Gerichtsprozess zum Mord kommt, wurden die Akten zu dem Attentat als auch Gegenstände vom Tatort von Mitgliedern des terroristischen Gülen-Netzwerks bei den Gerichten, den Staatsanwaltschaften und den Sicherheitsbehörden jahrelang systematisch unterschlagen oder unter Verschluss gehalten. Die Generalstaatsanwaltschaft in Ankara hatte vor dem Putschversuch von 2016 die Ermittlungen wegen des Mordes an Dr. Hablemitoğlu wieder aufgenommen. Wie mehrere Zeugen ausgesagt haben, wurden zwei Personen mit einem gelben PKW am Tag des Attentats in der Straße, wo sich das Haus von Dr. Hablemitoğlu befand, beobachtet. Es bleibt abzuwarten, wann und ob es zur Auslieferung des mutmaßlichen Attentäters aus der Ukraine in die Türkei kommt, damit der Gerichtsprozess weitergeführt werden kann. Quelle 1. Şahin, Mehmet/Tinas, Murat/Sarı, Buğra/İrdem, İbrahim/Şahin, Yakup/Kıyıcı, Hakan/Öztürk, Müberra (2018), Uluslararası Bir Tehdit Olarak Fetö, Polis Akademisi II. Uluslararası Güvenlik Sempozyumu Raporu, in: Polis Akademisi Yayınaları: 67, Rapor No: 20, S. 39, unter https://www.pa.edu.tr/Upload/editor/files/uluslararasi-tehdit-olarak-feto.pdf
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Corona-Krise
McDonald’s Deutschland Chef empfiehlt Reduzierung der Mehrwertsteuer

München – Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender McDonald’s Deutschland, hat sich heute gegenüber der Magdeburger Volksstimme wie folgt geäußert im Hinblick auf die Entscheidung von Bund und Länder, Restaurants im Grundsatz weiterhin geschlossen zu halten: „Ich kann die Entscheidung der Politik nachvollziehen, auch wenn es uns in der Gastronomie natürlich sehr wehtut. Das gilt natürlich auch für McDonald’s und seine Franchise-Nehmer, die als selbstständige Unternehmer vor Ort die Auswirkungen sehr massiv spüren. Aber letztlich geht es hier um Gesundheit und auch Menschenleben. Allerdings braucht es auch eine erfolgreiche Wirtschaft für die Finanzierung eines starken Gesundheitssystems. Im Übrigen finde ich, dass Deutschland die Krise wirklich sehr gut meistert. Wenn ich sehe und höre was teilweise in anderen Ländern passiert, dann können wir stolz darauf sein wie gut wir hier aufgestellt sind. Auch die schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe durch Kreditvergabe an speziell kleine Betriebe ist immens wertvoll. Wichtig ist hier aber auch bereits jetzt der Blick nach vorne. Wir wollen ja gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dafür braucht es auch Lösungen, wie man die aufgenommenen Kredite zurückzahlen kann. Restaurants, die vor der Krise nur mit Mühe Profite erzielen konnten, sich jetzt mit zusätzlichen Krediten über Wasser halten, werden es nach der Krise sehr schwer haben. Ich empfehle deshalb dringend der Politik zum Erhalt einer breit gefächerten Gastronomielandschaft, die Mehrwertsteuer für die nächsten 5 Jahre auf einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 7% festzulegen. Das würde Optimismus schaffen. Und nur ein optimistischer Unternehmer wird mit Zuversicht viele Mitarbeiter in Lohn und Brot bringen.“ Hintergrund McDonald’s Deutschland und seine Franchise-Nehmer beschäftigen in rund 1.500 Restaurants und in den Haupt- und Regionalverwaltungen insgesamt mehr als 60.000 Mitarbeiter. Die etwa 230 Franchise-Nehmern agieren dabei als eigenständige Unternehmer.

Corona-Krise
Berlins Bildungssenatorin Scheeres: „Abiturprüfungen finden ab Montag statt“

Die Abiturprüfungen in Berlin sollen wie geplant in der kommenden Woche beginnen. Das hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag im Inforadio vom rbb bestätigt. Sie sagte, am Montag gehe es mit den Lateinprüfungen los, in der Woche darauf sollen zwei weitere Prüfungen folgen. Es sei wichtig, dass die Abiturprüfungen deutschlandweit wie beschlossen durchgeführt werden, so Scheeres: „Hier geht es um die Anerkennung der Abschlüsse (…), dass auch unsere Berliner Jugendlichen in ganz Deutschland an den Hochschulen studieren können“. Die Corona-Maßnahmen zum Schutz der Schülerinnen und Schüler könnten nach Aussage der Schulen und Bezirke umgesetzt werden. Der schrittweise Einstieg für die anderen Schüler sei dann ab Ende April geplant, so Scheeres: „Am 27. April werden wir nur mit der 10. Klasse anfangen. Es ist wichtig, dass sie genügend Vorbereitungszeit haben für ihre MSA-Prüfungen. (…) Am 4. Mai steigen wir dann richtig gestuft ein, mit den Abschluss- und qualifizierten Klassen. Im Grundschulbereich werden wir am 4. Mai mit der 6. Klasse starten.“

Flüchtlingspolitik
Erste Flüchtlingskinder aus Griechenland werden im Landkreis Osnabrück untergebracht

Osnabrück – Die ersten in Deutschland erwarteten unbegleiteten Flüchtlingskinder aus griechischen Lagern werden im Landkreis Osnabrück untergebracht. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Demnach soll es sich um bis zu 58 Minderjährige handeln, die am Samstag am Flughafen Hannover erwartet werden. Wie das Blatt berichtet, sollen die Kinder überwiegend jünger als 14 Jahre sein sowie aus unterschiedlichen Kriegsgebieten im Mittleren Osten und in Afrika stammen. Psychologen und Mediziner stehen bereit  Der Landkreis Osnabrück bestätigte dem Blatt die Aufnahme der Minderjährigen in einer Einrichtung, ohne den genauen Ort zu nennen. Landrätin Anna Kebschull (Grüne) erklärte: „Die Kinder mussten viele Monate in erbärmlichen und katastrophalen Zuständen leben und haben zum Teil ihre Eltern im Krieg oder auf der Flucht verloren.“ Sie sollten nun besonders geschützt werden – auch vor dem großen Interesse der Öffentlichkeit. Eine medizinische und psychologische Betreuung sei sichergestellt, hieß es vom Landkreis. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius, der die Initiative zur Aufnahme von unbegleiteten Flüchtlingen nach einem Besuch des Lagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos ins Rollen gebracht hatte, wird nach dem Bericht der „NOZ“ nicht persönlich am Empfang der Flüchtlingskinder teilnehmen. Die Aufnahme der Kinder soll dezent geschehen und ohne Medienrummel. „Es geht jetzt um die Kinder, nicht um Politik“, sagte Pistorius der „NOZ“. „Ich freue mich, dass diese Gruppe kommt und wir sie in Niedersachsen unterbringen, bis sie weiterverteilt werden.“ Man sehe, dass sich Dinge auch gegen Widerstände vorantreiben ließen, wenn man hartnäckig bleibe und nicht immer auf den Letzten warte, der zustimme. Niedersachsens Innenminister Pistorius: Die nächste Gruppe muss folgen Gleichzeitig stellte Pistorius die Aufnahme weiterer Kinder und Jugendlicher in Aussicht, wie sie auch das Bundeskabinett zwischenzeitlich beschlossen hatte. „Alle sind sich einig, dass das nur ein Anfang sein kann. Die nächste Gruppe muss folgen“, erklärte der SPD-Politiker.