Moskau – Während die Spannungen zwischen Israel und dem Iran weiter eskalieren, hat der russische Außenminister erklärt, dass Moskau die Austragung des Konflikts in Syrien nicht zulassen werde.
Israel hatte in den letzten Tagen erneut mutmaßliche Stellungen des Iran in Syrien bombardiert. Israel hat diese in den letzten Jahren regelmäßig ins Visier genommen, um die Stärkung der iranischen Präsenz in dem vom Krieg zerrissenen Land zu verhindern.
In einer Pressekonferenz verurteilte Sergei Lawrow am Montag Israels Luftangriffe und wies daraufhin, dass Tel Aviv Moskau benachrichtigen solle, falls es Bedrohungen aus Syrien gebe.
„Also, unsere lieben israelischen Kollegen, wenn Sie Fakten haben, dass Ihr Staat mit Bedrohungen aus dem syrischen Territorium konfrontiert ist, berichten Sie diese Fakten dringend und wir werden jede Maßnahme ergreifen, um die Bedrohung zu neutralisieren“, zitiert die Nachrichtenagentur Sputnik den russischen Außenminister.
„Wir stehen in engem Kontakt mit Israel und fordern es auf, die Angriffe auf das syrische und libanesische Land zu beenden“, so Lawrow weiter.
Moskau unterhält zur Unterstützung des Regimeführers Baschar al-Assad im blutigen Bürgerkrieg in Syrien eine große Militärpräsenz. Um ungewollte Zusammenstöße zu verhindern, haben Jerusalem und Moskau in einer Abmachung einen sogenannten Deseskalationsmechanismus beschlossen , der es den beiden Ländern ermöglicht hat, effektiv miteinander zu kommunizieren und Zusammenstöße zu vermeiden.
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München – So groß war der Anteil noch nie: 38 von insgesamt 95 Pkw, die der ADAC 2020 testete, hatten einen alternativen Antrieb. Elektro– und Hybridfahrzeuge rangieren denn auch in allen drei Vergleichsszenarien auf den vordersten Plätzen, sei es im Autotest, dem Preis-Leistungsvergleich oder im Ecotest. Doch es sind nicht die gleichen Modelle, die jeweils das Rennen machen.
Mit einer Note von 1,9 führen der Audi e-tron Sportback und der Porsche Taycan 4S die Hitliste im ADAC Autotest an. Beide überzeugen nicht nur mit ihrem Elektroantrieb, dessen 300 kW (Audi) und 420 kW (Porsche) starke Motoren bei Kraftentfaltung und Beschleunigung punkten. Sie sind zudem mit gemessenen 400 Kilometern Reichweite, gutem Platzangebot, hoher Ladeleistung für schnelles Aufladen und sehr gutem Federungskomfort überaus alltagstauglich.
Auch der Golf TDI darf sich mit der Note 1,9 aufs Siegertreppchen stellen. Weil der Autotest aber nicht nach Fahrzeugklassen unterscheidet, sondern Allroundqualitäten belohnt, bilden Kleinst- und Kleinwagen (Toyota Aygo und der mittlerweile 13 Jahre alte Fiat 500) die Schlusslichter. Sie bieten weniger Nutzwert als größere Fahrzeuge und sind technisch oft nicht auf dem aktuellen Stand, z.B. bei Assistenzsystemen.
Ganz anders sieht die Rangfolge aus, wenn die Noten aus dem Autotest mit den Kosten verrechnet werden (Verhältnis 1:1). Der VW e-up! (Note 1,9) führt die Liste an, gefolgt von weiteren Pkw mit alternativen Antrieben (Note 2,0): Honda Jazz, Peugeot e-208 und SEAT Mii electric. Neben der guten Technikwertung schlägt hier die Umweltprämie durch, die für Elektro- und Plug-in-Antriebe gewährt wird und den Kostenfaktor verringert. Aber auch zwei Mittelklasse-Kombis mit Verbrennungsmotor schaffen es auf „gute“ Plätze: BMW 320d und VW Passat, deren solides Abschneiden im Autotest den relativ hohen Anschaffungspreis ausgleicht. Abgeschlagen wegen ihrer hohen Betriebskosten sind der Porsche 911, Mercedes GLE und BMW X5.
Sparsamkeit und Sauberkeit sind die Bewertungskriterien beim ADAC Ecotest. Fünf Sterne und damit die Höchstzahl erzielen nahezu ausschließlich kleine Elektrofahrzeuge, deren Verbrauchsbilanz glänzend ausfällt. Hyundai IONIQ Elektro, VW e-up!, der baugleiche SEAT Mii electric und der elektrische MINI Cooper SE werden für ihren geringen Energieverbrauch und damit niedrigen CO2- und Schadstoffausstoß belohnt, denn auch E-Fahrzeugen wird dieser Ausstoß bei der Stromerzeugung aus dem deutschen Kraftwerksmix angelastet. Daher schneiden größere und schwerere Stromer mit mehr Energiebedarf schlechter ab: So kommen Audi e-tron 55 Sportback und Mercedes EQC mit einem Verbrauch von 24,4 kWh/100 km (Audi) bzw. 27,6 kWh/100 km (Mercedes) nicht über drei Sterne hinaus.
Auch Benziner können eine ordentliche Bilanz schaffen: Honda Jazz und Suzuki Swift landen wegen ihres niedrigen Verbrauchs und des damit geringen CO2-Ausstoßes (5,1 l/100 km) bzw. ihrer vorbildlichen Abgasreinigung auf den vorderen Plätzen und bekommen vier Sterne.
Plug-in-Hybride, die im vergangenen Jahr ein Zuwachsplus von über 300 Prozent bei den Zulassungen hatten, schneiden im ADAC Ecotest uneinheitlich ab: Große und schwere Autos wie der BMW X5 und der Mercedes GLE werden auch mit Plug-in-Technik keine umweltfreundlichen Autos und bekommen nur einen Stern. Dass es auch anders geht, beweisen der Volvo V60 Twin Engine und der Hyundai IONIQ Plug-in, die sich mit niedrigem Verbrauch (Hyundai: 3,1 l Super und 8,0 kWh Strom auf 100 Kilometer) und guter Abgasreinigung (Volvo) vier Sterne sichern. Entscheidend jedoch ist, wie hoch der tatsächlich gefahrene elektrische Anteil ist und ob der Strom idealerweise aus der eigenen Photovoltaik-Anlage kommt.
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Brüssel – Der Vorsitzende des Außenausschusses im Europaparlament, David McAllister (CDU), zeigt sich nach der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden erleichtert.
„Ich glaube, mir geht es wie vielen anderen in Brüssel: Erleichterung, dass es einen politischen Neuanfang in Washington geben kann“, sagte McAllister im phoenix tagesgespräch. Unter Donald Trump habe die transatlantische Kooperation einen nie dagewesenen Stresstest erlebt, insofern könnten sich die Beziehungen nur verbessern.
McAllister glaubt an eine Entspannung in der Handelspolitik mit den USA: „Wichtig ist, dass wir konkrete Schritte gehen, wie Zölle und nicht tarifäre Handelshemmnisse abgebaut werden.“ Auch der jahrelange Streit zwischen Airbus und Boeing müsse Stück für Stück ad acta gelegt werden. Es gebe allerdings auch unterschiedliche Auffassungen: „Die Demokraten sind in der Handelspolitik ähnlich protektionistisch eingestellt wie die Republikaner – zum Teil sogar deutlicher.“ Was die Sicherheits- und Verteidigungspolitik angeht, „wird Joe Biden – genau wie seine Amtsvorgänger Trump und Obama – uns Europäer daran erinnern, dass wir mehr für unsere eigene Sicherheit und Verteidigung tun müssen“, so McAllister.
Das Wichtigste aus europäischer Sicht sei, dass der neue US-Präsident wieder zur einer Politik der multilateralen Zusammenarbeit zurückkehrt und wieder der Weltgesundheitsorganisation und dem Pariser Klimaschutzabkommen beitritt. „Das begrüßen wir hier im Europäischen Parlament fraktionsübergreifend“, betonte McAllister, ebenso wie die Ankündigung Bidens, sich wieder konstruktiv im Atom-Abkommen mit dem Iran einbringen zu wollen.
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Detroit – Nach dem weltweit beliebten Sturmgewehr MPT-76, hat eine weitere türkische Waffe in den USA einen ersten Platz errungen.
Nach einem ausführlichen Test vergab das renommierte US-Waffenmagazin On Target der türkischen 9mm Pistole SAR9X Platinum die höchste Auszeichnung des Magazins, den Editors Choice Award. Die prominenten Waffenredakteure- darunter Massad Ayoob vom Guns Magazine, Dave Bahde von Tactical Life, Chris Mudgett von Guns & Ammo und Mike Dickerson von Gun Digest – bewerteten eine Gruppe von Pistolen für die Auszeichnung durch mehrere technische Tests.
Die am gründlichsten getestete Pistole, von der Sie vielleicht noch nie gehört haben
Die Tester lobten unter anderem die einwandfrei Funktionsweise der Waffe. Bei Schießübungen habe es absolut keine Ladehemmungen gegeben. Im Vergleich mit der österreichischen Glock sei die SAR9X „handlicher, kontrollierbarer“ und habe einen geringeren Rückstoß bei schneller Schussfolge.
(Foto: On Target Magazin)
„In Anbetracht der Ergonomie, Genauigkeit, Zuverlässigkeit, der Vielzahl an nützlichem Zubehör und des günstigen Preises dieser Pistole halten wir die SAR9X Platinum für einen sehr würdigen Empfänger des On Target Editors‘ Choice Award 2020“, heißt es weiter.
Die SAR9-Pistole wurde von SAR USA zum ersten Mal auf der Shot Show 2018 vorgestellt und erhielt hervorragende Kritiken von Experten. Kurze Zeit später wurde die SAR9X Platinum enthüllt, die über zahlreiche Erweiterungen und Zubehör verfügt. Sie wurde oft mit der bekannten österreichischen Handfeuerwaffe Glock verglichen und wird als besser ausgestattet bewertet. Die SAR9X Platinum wird mit einem 17- und einem 19-Schuss Stahlmagazin geliefert.
Die von der türkischen Firma Sarsılmaz im Rahmen eines vom Präsidium der Verteidigungsindustrie (SSB) initiierten Projekts hergestellte 9-mm-Pistole SAR9X Platinum wird auch von der türkischen Polizei und den Streitkräften verwendet.
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Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen Katrin Göring-Eckardt hat sich für einen Stufenplan bei der Lockerung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen.
„Wenn man einen Stufenplan macht, der gekoppelt ist an die Inzidenzen, dann kann man unterschiedlich agieren, gerade was die Schulen und Kitas angeht, ist das angebracht zu tun,“ sagte Göring-Eckardt heute bei phoenix.
Den Menschen müsse eine Perspektive gegeben werden, damit klar sei, es lohne sich, die Regeln einzuhalten. Der Stufenplan solle – je nach Inzidenz – bundesweit regeln, was erlaubt sei. Zum Beispiel bei welchem Inzidenzwert sich Menschen wieder treffen dürfen oder wann die Schulen mit Hygienekonzepten wieder geöffnet werden.
Göring-Eckardt hat sich klar dafür positioniert, dass die Schulen als erstes wieder aufgemacht werden müssen. Es dürfe nicht passieren, dass die Menschen wieder vermehrt zur Arbeit gehen, die Schulen jedoch geschlossen bleiben. „Es ist für die Kinder, es ist für die Eltern ein gigantischer Stresstest“, so die Grünen-Politikerin.
Damit es einen Weg zurück in Richtung Normalität gebe, sprach sie sich dafür aus, viel mehr Schnelltests einzusetzen, zum Beispiel in Schulen, Kitas und im Pflegebereich.
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Die Verordnung für eine Ausweitung des Homeoffice soll laut Heil verbindlich bis zum 15. März gelten. Überall, wo es betrieblich möglich sei, müsse mobiles Arbeiten gewährt werden.
„Da ist mehr Luft nach oben für das Homeoffice. Wir wollen nicht Unternehmen quälen oder Beschäftigte. Sondern es ist ein Gebot der Vernunft. Wenn wir andere Bereiche mit persönlichen Kontakten einschränken, wenn die Schulen nicht geöffnet sind, wenn ganze Branchen jetzt nicht arbeiten können, dass auch die bestehende Arbeitswelt einen besseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leistet.“ So äußerte sich Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales heute im Interview mit SWR3.Heil: „Die meisten Unternehmen haben ja gezeigt, wie viel möglich ist“
Die Verordnung für eine Ausweitung des Homeoffice soll laut Heil verbindlich bis zum 15. März gelten. Überall, wo es betrieblich möglich sei, müsse mobiles Arbeiten gewährt werden: „Die meisten Unternehmen haben ja gezeigt, wie viel möglich ist.“ Expert*innen würden aber bestätigen, dass noch mehr möglich sei: „Also wenn nichts dagegen spricht, muss das jetzt verpflichtend auch angeboten werden“, so Heil.
Für Arbeitnehmer*innen sei Homeoffice allerdings nicht verpflichtend: „Aber wir fordern alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, wo es angeboten wird und wo es möglich ist, das jetzt auch wahrzunehmen.“ So könnten auch Beschäftigte geschützt werden, die zur Arbeit gehen müssten. „Deshalb sind alle jetzt aufgerufen, Beschäftigte, Arbeitgeber, verantwortlich zu handeln“, so Heil weiter. Laut Expert*innen gebe es positive Effekte auf das Infektionsgeschehen in Ländern, die solche Regelungen haben.
In begrenztem Umfang seien auch steuerliche Abschreibungen für Arbeitnehmer*innen im Homeoffice ohne eigenes Arbeitszimmer möglich.
Dauerhaft mobiles Arbeiten
Auf die Frage, ob eine Homeoffice-Pflicht auch dauerhaft einzuführen wäre, verweist Heil auf die Unterschiedlichkeit der Debatten:
„Ich bin hier sehr wohl dafür, dass wir grundsätzlich einen neuen Ordnungsrahmen für mobiles Arbeiten schaffen, dafür sorgen, dass Arbeit langfristig im Homeoffice zum Beispiel auch nicht dazu führt, dass die Arbeit vollständig ins Privatleben entgrenzt, dass es Schutz im Unfallversicherungssinne gibt. Aber dass wir auch Beschäftigten, wo das gewünscht wird und möglich ist, dies langfristig ermöglichen.“
Dies sei allerdings nicht Gegenstand der Verordnung von gestern, nun ginge es um Pandemiebekämpfung.
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Einunddreißig Jahre sind seit den Ereignissen des 20. Januar 1990 vergangen, die in die Geschichte des aserbaidschanischen Volkes als die Tragödie des blutigen Januars eingegangen sind. Der grausame Terrorakt, der an diesem Tag von der Militärmaschine des ehemaligen Sowjetstaates gegen das aserbaidschanische Volk begangen wurde, wird immer als eine schwarze Seite in der Geschichte der Zivilisation und als eines der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschheit bleiben.
Auf Befehl des Generalsekretärs der UdSSR Michail Gorbatschow und der Führung der Kommunistischen Partei griffen 26 000 sowjetische Truppen, die schwer bewaffnet und mit militärischen Kampffahrzeugen ausgestattet waren, die Hauptstadt Baku an, um die Menschen zu bestrafen, die sich auf den Straßen versammelten und gegen die Verletzung der territorialen Integrität Aserbaidschans protestierten und Freiheit forderten.
Infolge der Strafaktionen wurden mehr als 130 Zivilisten getötet und 700 verwundet, Hunderte von Menschen wurden verhaftet und verschiedenen Formen von physischem Druck ausgesetzt. Unter den Opfern waren Kinder, Frauen, junge und alte Männer und Zivilisten verschiedener Nationalitäten in Baku. In dieser Nacht drangen sowjetische Truppen ohne vorherige Ankündigung des Ausnahmezustands in Baku und einige Regionen Aserbaidschans ein.
Der Einmarsch eines großen Kontingents von Einheiten der sowjetischen Armee, interner Truppen und Spezialeinheiten in Baku war von Grausamkeiten begleitet. Es wurde ein brutales Massaker an der friedlichen Bevölkerung verübt, Hunderte von Menschen wurden getötet, verwundet, vermisst.
Die starke Empörung und der Protest des aserbaidschanischen Volkes wurde durch die voreingenommene und einseitige Politik der Kommunistischen Partei und der Regierung der Sowjetunion gegenüber dem aserbaidschanischen Volk verursacht. Die Duldung der sowjetischen Behörden gegenüber den armenischen Expansionisten, die Bergkarabach als integralen Teil von Aserbaidschan beanspruchten, erlaubte Armenien bereits in den Jahren 1988-1989 die gewaltsame Vertreibung von mehr als 250.000 Aserbaidschanern aus Armenien.
Massenverhaftungen begleiteten den illegalen Truppenaufmarsch und die anschließende Militärintervention. Insgesamt wurden 841 Zivilisten in Baku und anderen Städten und Regionen der Republik verhaftet, von denen 112 in Gefängnisse in verschiedenen Städten der UdSSR geschickt wurden. Die sowjetischen Truppen beschossen 200 Häuser und 80 Autos und setzten eine große Anzahl von öffentlichem und privatem Eigentum, darunter auch Krankenwagen, in Brand.
(Archivfoto: Azertac)
Human Rights Watch dokumentierte, wie die sowjetische Armee absichtlich unbewaffnete, friedliche Zivilisten unter ihren Panzern niederfuhr und abstürzte oder wie sie Krankenhäuser und deutlich gekennzeichnete Krankenwagen und medizinisches Personal, das den Verwundeten half, angriff. Die Januar-Tragödie, die eine Grundlage für die landesweite Trauer ist, hat auch die Entschlossenheit und den Willen des aserbaidschanischen Volkes gezeigt.
Unbeeindruckt von der Grausamkeit der sowjetischen Armee und der daraufhin verhängten Ausgangssperre in Baku, veranstaltete das aserbaidschanische Volk am 22. Januar eine große Kundgebung in der Stadt Baku, um die Gefallenen des 20. Januar zu ehren. An der Beerdigungszeremonie auf der Allee der Märtyrer nahmen fast zwei Millionen Menschen teil.
(Archivfoto: Azertac)
Dieses epochale Ereignis war der entscheidende Faktor bei der Bildung der aserbaidschanischen nationalen Identität und markierte einen Wendepunkt bei der Wiederherstellung der nationalen Unabhängigkeit. Es war die Januar-Tragödie, die eine nationale Befreiungsbewegung in eine politische Realität verwandelte und dem Kampf des aserbaidschanischen Volkes für die Unabhängigkeit einen starken Impuls gab. Der blutige „Schwarze Januar“ wurde zum Ausgangspunkt für die Unabhängigkeit von Aserbaidschan.
Das aserbaidschanische Volk hält das Andenken an die Märtyrer weiterhin in seinem Herzen. Jedes Jahr am 20. Januar besuchen Tausende von Menschen die Allee der Märtyrer, um ihre Ehrerbietung durch das Niederlegen von Blumen zu bekunden, Gebete für die Opfer zu sprechen und ihre Verurteilung der Verursacher der Tragödie auszudrücken. Jedes Jahr am Mittag des 20. Januar wird eine landesweite Schweigeminute zum Gedenken an die Märtyrer des 20. Januar abgehalten. Schiffe, Autos und Züge lassen im ganzen Land Sirenen ertönen, in allen Städten und Gemeinden werden Gedenkveranstaltungen abgehalten und auf allen Gebäuden wird die Nationalflagge gesenkt.
(Foto: Wikimedia)
Ein schrecklicher Anblick bot sich Baku in der Morgendämmerung des 20. Januar: blutverschmierte Straßen und Plätze der Stadt, die Überreste verstümmelter Leichen, zertrümmerte Autos, durchlöcherte Häuser mit Einschusslöchern und Asphalt. In dieser Nacht erlebte die gesamte Bevölkerung Aserbaidschans, insbesondere Bakus, einen wahren tragischen Schock.
(Foto: .supremecourt.gov.az/)
Die verfassungswidrige Ausrufung des Ausnahmezustandes in Baku, der Einmarsch der sowjetischen Streitkräfte in die Stadt Baku und das organisierte faschistische Massaker an der Zivilbevölkerung unter Beteiligung von schwerem Gerät und tödlichen Waffen in Abwesenheit jeglichen Widerstandes war ein Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Was für einen schrecklichen Preis hat das aserbaidschanische Volk für ein nicht genehmigtes und nicht erklärtes Kriegsrecht bezahlt. Am Morgen wurde es jedem klar – was für eine schreckliche Tragödie die Intervention der sowjetischen Straftruppen wurde – sie erschossen jeden, den sie sahen, sie zerstörten, töteten Frauen, Kinder und die älteren Menschen.
Der britische Journalist Tomas de Waal schrieb in seinem Buch „Black Garden“ über den blutigen Schwarzen Januar:
„Panzer rollten über Barrikaden, zermalmten Autos und sogar Krankenwagen. Zeugen sprachen von Soldaten, die auf Menschen schossen, die flohen, und von Soldaten, die auf Verwundete einstachen und schossen. Eine Salve von Kugeln traf einen Bus voller Zivilisten und viele seiner Passagiere, darunter ein vierzehnjähriges Mädchen, wurden getötet. In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar wurden etwa einhundertdreißig Bürger von Baku getötet und mehrere hundert verwundet.
Eine unabhängige militärische Untersuchungsgruppe, bekannt als „Shield“, kam später zu dem Schluss, dass die sowjetische Armee einen Krieg gegen eine ihrer eigenen Städte geführt hatte und forderte ein Strafverfahren gegen den Verteidigungsminister der UdSSR, Dmitry Yazov, der die Operation persönlich befohlen hatte“.
Aus den zahlreichen Zeugenaussagen geht hervor, dass die sowjetischen Soldaten, indem sie die entstellten Leichen und die mit Militärtechnik zermalmten Körperteile vom Tatort entfernten, versuchten, die Spuren der begangenen Taten zu verbergen. Von einem der Verstorbenen wurde nur die rechte Hand gefunden und auf dem Friedhof begraben.
Der berühmte russische Filmregisseur Stanislaw Goworuchin schrieb über den Einmarsch der sowjetischen Truppen in Baku: „Die Sowjetarmee drang in die Stadt …Baku… wie eine Invasionsarmee ein: im Schutz der Nacht, auf Panzern und gepanzerten Fahrzeugen, sich den Weg mit Feuer und Schwert bahnend. Der Schwarze Januar wurde zum Anfang des Endes der sowjetischen Herrschaft in Aserbaidschan und des Zerfalls der Sowjetunion.
Am 20. Januar 1990 zeigte das aserbaidschanische Volk trotz der militärischen, moralischen und politischen Aggression seine Fähigkeit, die Traditionen des historischen Heldentums aufrechtzuerhalten und den grausamsten Angriffen um der Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes willen zu widerstehen, und wurde sogar zu Märtyrern. Die Söhne und Töchter Aserbaidschans sind am 20. Januar 1990 bei der Verteidigung der Freiheit und Unabhängigkeit Aserbaidschans umgekommen und haben durch ihre Tapferkeit eine lebendige Geschichte in der Chronik des aserbaidschanischen Heldentums. Außerdem sind die Aserbaidschaner heute stolz auf diejenigen, die bereit sind, für die nationale Identität des Volkes zu sterben.
Seit der Tragödie vom 20. Januar sind 31 Jahre vergangen. Der heilige Ort der Verehrung des aserbaidschanischen Volkes – Schehidlar Khiyabani – wird jeden Tag besucht, scharlachrote Nelken werden auf die Gräber der Märtyrer gelegt, die Flamme, die das Symbol des Landes des Feuers ist, stirbt nicht in der Gedenkstätte „Ewige Flamme“.
Der amtierende Präsident Aserbaidschans, Ilham Aliyev, bei einer Gedenkveranstaltung im Januar 2020. (Archivfoto: Azertac)
Der Heroismus des aserbaidschanischen Volkes am 20. Januar 1990 machte den endgültigen Zusammenbruch der Sowjetunion unausweichlich. Am 18. Oktober 1991 erlangte Aserbaidschan seine Unabhängigkeit wieder. Leider blieben die Täter der Tragödie vom 20. Januar unbestraft. Heute ruhen die Opfer des Schwarzen Januars in der Märtyrer-Allee in der Hauptstadt Baku. Sie gehörten zu den ersten, die ihr Leben für die Freiheit opferten, die Aserbaidschan heute genießt, und diese Helden werden nie vergessen werden!
Mögen ihre Seelen in Frieden ruhen!
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Tel Aviv – Im vergangenen Monat hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Wunsch einer Annäherung zu Israel geäußert.
„Wenn es keine Probleme auf der obersten Ebene (in Israel) gäbe, könnten unsere Beziehungen ganz anders sein“, betonte der türkische Staatschef gegenüber Reportern. Er fügte hinzu, dass die beiden Länder weiterhin geheimdienstliche Informationen austauschten. „Ansonsten wünschen wir uns von Herzen, dass wir unsere Beziehungen zu ihnen auf einen besseren Punkt bringen können“, so Erdogan weiter.
Wie das israelische Nachrichtenportal Ynet mit Bezugnahme auf namentlich nicht genannte Offizielle berichtet, fordert Tel Aviv vor der Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen mit der Türkei zuerst die Schließung eines angeblichen Hamas-Büros in Istanbul. Das Büro werde vom militärischen Flügel der palästinensischen Widerstandsbewegung betrieben.
„Präsident Recep Tayyip Erdogan würde gerne unseren Botschafter nach Ankara zurückholen, aber was uns interessiert, sind die Aktivitäten der Hamas in der Türkei“, wird ein israelischer Beamter von Ynet zitiert. Times of Israel berichtete im vergangenen Jahr, dass die Gruppe ein Büro in der Stadt eingerichtet habe, um unter anderem Cyberangriffe auf Israel durchzuführen.
Erst am Montag bombardierten israelische Kampfflugzeuge Ziele der Hamas im Gazastreifen. Dabei seien auch unterirdische Tunnel getroffen worden, wie das israelische Militär mitteilte. Zuvor habe es Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel gegeben. Dafür wird die Hamas verantwortlich gemacht. Diese wirft ihrerseits Israel vor, sich nicht an Verpflichtungen aus einer vereinbarten Waffenruhe zu halten.
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Washington – Die scheidende US-Regierung hat China mit „Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ beschuldigt.
„Ich glaube, dass dieser Völkermord im Gange ist, und dass wir Zeugen des systematischen Versuchs sind, Uiguren durch den chinesischen Parteistaat zu zerstören,“ sagte US-Außenminister Mike Pompeo in einer Erklärung. Auch andere religiöse und ethnische Minderheiten in der Region Xinjiang seien betroffen. Die US-Regierung sei „nach sorgfältiger Prüfung der verfügbaren Fakten“ zu diesem Entschluss gekommen, berichtet Reuters.
Pompeo beschuldigte die Kommunistische Partei Chinas der Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Uiguren und anderen muslimischen Minderheiten seit mindestens März 2017.
Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem kulturellen Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. Trotzdem lassen Konzerne dort produzieren.
Die US-Entscheidung folgt auf eine intensive interne Debatte, nachdem der Kongress am 27. Dezember ein Gesetz verabschiedet hatte, das die US-Regierung auffordert, innerhalb von 90 Tagen festzustellen, ob China Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder einen Völkermord begangen hat. Die Beziehungen zwischen Washington und Peking haben sich in den vergangenen vier Jahren drastisch verschlechtert. Viele Experten bezeichnen den Umgang mit China als eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.
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Januar 1990: Vor genau 31 Jahren marschieren sowjetische Truppen in Baku ein und verüben dort ein Massaker, das den Aserbaidschanern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Die sowjetischen Truppen nahmen dabei sowjetische Bürger der Republik Aserbaidschan unter Beschuss und agierten somit gewaltsam gegen ihr eigenes Volk. Die sowjetische Regierung, darunter zählte zu diesem Zeitpunkt auch Michail Gorbatschow, rechtfertigte den Gewaltakt mit der Verteidigung gegen den „islamischen Fundamentalismus“.
Dabei gehörten die kaltblütig Ermordeten zu unterschiedlichen Nationalitäten und wiesen verschiedene Konfessionen auf. Nach offiziellen Angaben wurden 131 Zivilisten getötet, darunter 117 Aserbaidschaner, sechs Russen, drei Juden und drei Tataren und 744 weitere Personen verwundet. 400 Personen wurden verhaftet und vier Personen vermisst. Michail Gorbatschow äußerte sich zu diesem verheerenden Ereignis mit den folgenden Worten: „Verantwortungslose Hasardeure forderten die Abtrennung der Republik von der Sowjetunion und ein islamisches Aserbaidschan.“
Dieses grauenvolle Blutvergießen ist den Aserbaidschanern als der „Schwarze Januar“ in Erinnerung geblieben. Er wurde zu einem Wendepunkt in der Geschichte der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik (SSR) und gilt als Anstoß für die Abspaltung der Republik von der Union.
(Foto: Wikimedia)
Perestroika und nationale Bewegungen in der Sowjetunion
An die Macht kam Gorbatschow als Verfechter von Glasnost und Perestroika im Jahr 1985. Er versprach eine neue und liberale Politik, welche eine Reihe von Neuerungen in allen Lebensbereichen der kommunistischen Bürger umfasste. So sollte die Wirtschaft, die Politik und die Gesellschaft liberalisiert werden. Allerdings war sich die sowjetische Regierung zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst, dass sie somit die Büchse der Pandora öffneten. Die Dissidenten, die bereits seit Jahren ihren Kampf im Untergrund führten, konnten sich nun öffentlich zu Wort melden.
So begann das Volk für seine Freiheitsgedanken und damit gegen die sowjetische Regierung zu protestieren. Die Forderungen beinhalteten Themen wie Sprache, Ökologie oder aber die Unabhängigkeit des eigenen Staates. Die erste Nationalbewegung nach Beginn der Perestroika fand dann in Almaty am 17. Dezember 1986 statt. Die kasachische Jugend ging nun auf die Straßen und forderte, dass ebenfalls ein Kasache an die Spitze der Kasachischen SSR gestellt werden sollte.
Nach verschiedenen Angaben starben bei Pogromen in Almaty zwischen 10 und 150 Menschen. Im April 1988 brach in den baltischen Republiken dann eine nationale Massenbewegung aus. Als die Leiter der Bewegungen allmählich zu Führern der Nation wurden, radikalisierten sich auch die Slogans. 1988 bis 1989 proklamierten die baltischen Republiken ihre Souveränität und weigerten sich, die sowjetischen Gesetze anzuerkennen.
Der Begriff „Besatzung“ war in aller Munde. So schritt die Revolte der Republiken gegen die Regeln, Gesetze oder die gesamte Machtausübung der UdSSR fort, bis sie schließlich auch im Kaukasus ankam. Auf die Ereignisse des 9. Aprils 1988 folgte dann ein wachsender Einfluss der nationalen Opposition in Georgien (der Nationalen Demokratischen Partei Georgiens, der Volksfront Georgiens usw.).
Eskalation zwischen Armenien und Aserbaidschan
Tatsächlich gab es im Kaukasus bereits lange vor allen anderen Proteste und Konflikte. So erhob Armenien bereits seit den 1960er-Jahren Ansprüche auf bestimmte aserbaidschanische Gebiete, wie Nachitschewan und Bergkarabach. In den 1980ern kam es dann zu einer erneuten Kulmination.
In dieser Situation schien die Führung in Moskau beschlossen zu haben, auf Gewalt als letztes Mittel zurückzugreifen, um den drohenden Zusammenbruch der UdSSR zu verhindern.
Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan wurde hingegen immer deutlicher. Am 1. Dezember 1989 verkündete die Armenische SSR, dass das autonome Gebiet Bergkarabach annektiert werden solle. Die angespannte Situation in der Region Bergkarabach sowie die Deportation der Aserbaidschaner aus Armenien führten dann im Januar 1990 zur Eskalation in Baku. Nach der Ausdehnung des Ausnahmezustandes wurden Evakuierungsarbeiten geleistet, sodass kurz nach Mitternacht Baku durch die gesandte Armee gestürmt werden konnte. Es kamen Panzer, Marineeinheiten und bewaffnete Soldaten zum Einsatz, während die vermeintlichen Gegner meist unbewaffnet waren.
Unmittelbar nach der Tragödie, die sich am 21. Januar 1990 ereignete, reagierte der ehemalige Präsident Aserbaidschans, Heydar Aliyev, in der ständigen Vertretung Aserbaidschans in Moskau auf die Vorfälle, um Solidarität mit den Bewohnern zu demonstrieren. Er protestierte nachdrücklich gegen diese blutige Operation, die durch die Führung der UdSSR initiiert wurde, und entlarvte diejenigen, die sie anführten.
Die historische Bedeutung vom “Schwarzen Januar” für Aserbaidschan
Der „Schwarze Januar“ war nicht nur eine nationale Tragödie: Er zeigte auch die Standhaftigkeit und Entschlossenheit des aserbaidschanischen Volkes. Ungefähr zwei Millionen Menschen nahmen ingesamt an der Beerdigung in der Märtyrergasse teil. Am 21. Januar 1990 versuchten die Militärbehörden der UdSSR daher verzweifelt, den Kolonnenzug vom Leninplatz (heute: Azadlıq meydanı) mit den Särgen zum Bergfriedhof aufzuhalten.
Seit dem 20. Januar 1990 kam es dann zu Massenverbrennungen von Parteibüchern, um gegen die herrschende Aggression zu protestieren. Darüber hinaus wurden ganze Partei- und Komsomol-Organisationen liquidiert.
Die Bedeutung des 20. Januars ist für die Aserbaidschaner bis heute immens. Dieser Trauertag symbolisiert die Hoffnung auf Recht und Freiheit, ebenso wie den Kampf des Volkes gegen Unterdrückung und für Selbstbestimmung. Es handelt sich um ein identitätsstiftendes historisches Ereignis, welches die Aserbaidschaner damals wie heute eint und sie – statt sich zu ergeben – dazu gebracht hat, sich dem Feind zu stellen und für ihre Überzeugungen gemeinsam einzutreten.
Dieser bahnbrechende Tag wird dem aserbaidschanischen Volk noch lange in Erinnerung bleiben. Selbst wenn irgendwann die Details und Opfernamen in Vergessenheit geraten sollten, so wird die Bedeutung der persönlichen Opfer und die Einheit, die sie damals bildeten, um ihr Vermächtnis zu bewahren, nicht verblassen. Sie legten damals den Grundstein für die aserbaidschanische Souveränität.
Das aserbaidschanische Volk schätzt die Erinnerung an seine Nation und nationale Ereignisse sehr. Jedes Jahr gedenken sie daher am 20. Januar den Märtyrern, die 1990 auf grausame Weise ihr Leben verlieren mussten. Sie nutzen dabei die Erinnerung an diese Gräueltat, um sich ins Bewusstsein zu rufen, was die Aserbaidschaner gemeinsam als Volk alles erreichen können.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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