Corona-Pandemie
Arbeitsminister Heil: Mehr Homeoffice ist möglich

Die Verordnung für eine Ausweitung des Homeoffice soll laut Heil verbindlich bis zum 15. März gelten. Überall, wo es betrieblich möglich sei, müsse mobiles Arbeiten gewährt werden.

Teilen

„Da ist mehr Luft nach oben für das Homeoffice. Wir wollen nicht Unternehmen quälen oder Beschäftigte. Sondern es ist ein Gebot der Vernunft. Wenn wir andere Bereiche mit persönlichen Kontakten einschränken, wenn die Schulen nicht geöffnet sind, wenn ganze Branchen jetzt nicht arbeiten können, dass auch die bestehende Arbeitswelt einen besseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leistet.“ So äußerte sich Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales heute im Interview mit SWR3.Heil: „Die meisten Unternehmen haben ja gezeigt, wie viel möglich ist“

Die Verordnung für eine Ausweitung des Homeoffice soll laut Heil verbindlich bis zum 15. März gelten. Überall, wo es betrieblich möglich sei, müsse mobiles Arbeiten gewährt werden: „Die meisten Unternehmen haben ja gezeigt, wie viel möglich ist.“ Expert*innen würden aber bestätigen, dass noch mehr möglich sei: „Also wenn nichts dagegen spricht, muss das jetzt verpflichtend auch angeboten werden“, so Heil.

Für Arbeitnehmer*innen sei Homeoffice allerdings nicht verpflichtend: „Aber wir fordern alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, wo es angeboten wird und wo es möglich ist, das jetzt auch wahrzunehmen.“ So könnten auch Beschäftigte geschützt werden, die zur Arbeit gehen müssten. „Deshalb sind alle jetzt aufgerufen, Beschäftigte, Arbeitgeber, verantwortlich zu handeln“, so Heil weiter. Laut Expert*innen gebe es positive Effekte auf das Infektionsgeschehen in Ländern, die solche Regelungen haben.

In begrenztem Umfang seien auch steuerliche Abschreibungen für Arbeitnehmer*innen im Homeoffice ohne eigenes Arbeitszimmer möglich.

Dauerhaft mobiles Arbeiten

Auf die Frage, ob eine Homeoffice-Pflicht auch dauerhaft einzuführen wäre, verweist Heil auf die Unterschiedlichkeit der Debatten:

„Ich bin hier sehr wohl dafür, dass wir grundsätzlich einen neuen Ordnungsrahmen für mobiles Arbeiten schaffen, dafür sorgen, dass Arbeit langfristig im Homeoffice zum Beispiel auch nicht dazu führt, dass die Arbeit vollständig ins Privatleben entgrenzt, dass es Schutz im Unfallversicherungssinne gibt. Aber dass wir auch Beschäftigten, wo das gewünscht wird und möglich ist, dies langfristig ermöglichen.“

Dies sei allerdings nicht Gegenstand der Verordnung von gestern, nun ginge es um Pandemiebekämpfung.

Auch interessant

– Corona-Krise –
Kampf gegen Corona: Arbeitgeber weisen Kritik an Wirtschaft entschieden zurück

Gesamtmetall-Chef Wolf: Industrie hat nur Anteil von zwei bis vier Prozent an Infektionen.

Kampf gegen Corona: Arbeitgeber weisen Kritik an Wirtschaft entschieden zurück

Auch interessant

Westbank-Journalist Andrey X: „Sie haben auf mich geschossen“

Jerusalem - Der israelische Journalist und Aktivist Andrey X berichtet von einem weiteren gefährlichen Vorfall während seiner Arbeit im Westjordanland. Andrey X berichtet von einem...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode...

Streit um Rentenreform: Lauterbach warnt vor Aus der Rente mit 63

Berlin - Neue Runde im Streit um die "Rente mit 63": Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwochausgabe), die Rentenkommission habe...

Krafttraining als Vorsorge: Warum Muskelaufbau heute wichtig ist

Viele Menschen verbinden Gesundheitsvorsorge vor allem mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Schlaf oder regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen. Diese Faktoren sind ohne Zweifel wichtig. Gleichzeitig gerät...

Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

Beirut - Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kritisiert. Eine mögliche...

Headlines

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht...

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau...

Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

Beirut - Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar...

Meinung

Mattner: Israelkritik ist kein linkes Randphänomen

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Wenn man sich anschaut, wer vor rund 20 Jahren deutliche Kritik an der israelischen Regierung geäußert hat, wird es aus...

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht eine neue Ebene. Nach einem...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...