Türkei
Trotz Corona: Turkish Airlines verzeichnet Gewinn

Istanbul – Während zahlreiche Fluggesellschaften die Corona-Pandemie nicht überlebt haben, erzielte Turkish Airlines als eine der ersten großen Fluggesellschaften einen Gewinn. Turkish Airlines hat die Gefahren des Jahres 2020 in relativ guter Verfassung überstanden. Wie die Ergebnisse des ersten Quartals zeigen, geht es der Fluggesellschaft auch im Jahr 2021 gut. Während das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent zurückgingen, war die Fluggesellschaft eine der wenigen, die tatsächlich einen Nettogewinn ausweisen konnte. Turkish Airlines hat inmitten pandemiebedingter Reisebeschränkungen auf der ganzen Welt im ersten Quartal 2021 einen Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar erzielt, wie die Fluggesellschaft mitteilte. „In dieser schwierigen Zeit ist es Turkish Airlines gelungen, trotz der Auswirkungen der durch Covid-19 verursachten Krise das erste Quartal 2021 mit einem realen Betriebsverlust von 41 Millionen Dollar und einem Nettogewinn von 61 Millionen Dollar abzuschließen“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu das Unternehmen. Im Zeitraum Januar-März, in dem die Zahl der Flugpassagiere um 48 Prozent zurückging, beförderte Turkish Airlines insgesamt 6,4 Millionen Reisende mit einer Auslastung von 74 Prozent bei Inlandsflügen und 61 Prozent bei internationalen Flügen. „Während die Pandemie mit verheerenden Auswirkungen auf die weltweite Luftfahrtindustrie weitergeht, kann man diese Leistung nur als ‚mit Bravour überstanden‘ bezeichnen“, so Turkish Airlines-Chef Ilker Ayci gegenüber Anadolu. Dieser Erfolg sei das Ergebnis der Kombination aus nationalem Pflichtbewusstsein, professionellem Können und Erfahrung im Krisenmanagement. Ayci weiter. „Wir werden weiterhin mit der gleichen Selbstlosigkeit arbeiten, um diese dunklen Tage hinter uns zu lassen und am Himmel weiter zu erstarken“, sagte er. Ein großer Teil dieses Erfolges ist auf das Frachtgeschäft zurückzuführen, dessen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 77 Prozent gestiegen ist. Ein erheblicher Teil dieser Frachtkapazität wird von Passagierflugzeugen ausgeliefert. Nach den Daten vom Februar 2021 wurde Turkish Cargo zum fünftgrößten Luftfrachtunternehmen der Welt mit einem Rekordwachstum im Frachtmarkt. „Turkish Airlines kompensiert die nachlassende Nachfrage auf der Passagierseite teilweise mit einer starken Leistung im Frachtverkehr. Unser Unternehmen hat einen bedeutenden Beitrag zum Transport von medizinischen Hilfsgütern im Kampf gegen den Ausbruch von COVID-19 geleistet“, so die türkische Airline. Da weniger Passagierflugzeuge Fracht transportieren, sind die Kosten für Sendungen in die Höhe geschossen. Die Luftverkehrsvereinigung IATA teilte mit, dass die Luftfrachtnachfrage mit einem Anstieg von 4,4 Prozent weiterhin das Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 übertrifft. Die Nachfrage im März erreichte den höchsten Stand seit Beginn der Serie im Jahr 1990. Um aus dieser Nachfrage Kapital zu schlagen, hat Turkish Airlines seine nicht ausgelastete Passagierflotte genutzt, um zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen. Sie betreibt bereits mehr als 10 Passagier-Großraumflugzeuge für Fracht und scheut sich nicht, in den kommenden Monaten weitere hinzuzufügen. „Der Frachtbetrieb wird mit voller Kapazität fortgesetzt und mehr als 10 Großraum-Passagierflugzeuge werden dafür eingesetzt. Die Anzahl der Passagierflugzeuge, die im Frachtbetrieb eingesetzt werden, kann je nach dem Umfeld der Frachtnachfrage und den Passagierflugbeschränkungen ebenfalls erhöht werden“, so die Airline in ihrem Quartalsbericht.

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– Reisen – Turkish Airlines gewinnt prestigeträchtigen World Travel Awards

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines ist bei den World Travel Awards für ihre branchenführende Economy Class ausgezeichnet worden. Die Airline hat sich den ersten Platz für das Jahr 2020 gesichert und damit die Konkurrenz einer Vielzahl von europäischen Full-Service-Airlines geschlagen.

Turkish Airlines gewinnt prestigeträchtigen World Travel Awards
     

Phoenix-Interview
Sigmar Gabriel: Menschenrechte kann man nicht durch wirtschaftlichen Druck erzwingen

Bonn – Der frühere Außenminister und aktuelle Vorsitzende des Vereins „Atlantik-Brücke“, Sigmar Gabriel (SPD), bezweifelt, dass man durch wirtschaftlichen Druck Einfluss auf Menschenrechte bei Handelspartnern wie China oder Russland nehmen könne. „Länder verändern sich aus sich selbst heraus, aber nicht dadurch, dass andere wirtschaftlichen Druck machen“, sagte Gabriel im phoenix-Interview. Wolle man westliche Wertvorstellungen zum alleinigen Maßstab des wirtschaftlichen Handelns machen, so müssen man auch bereit sein, massive Folgen und erhebliche Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen. „Das werden wir alle nicht machen und deswegen wird es dieses Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und westlichen Wertvorstellungen und Menschenrechten immer geben“, sagt Gabriel. Man könne lediglich darauf hoffen, zwei Dinge zu erreichen: Fairness in Handelsfragen und, „dass wir verhindern, dass aus Konflikten, wie wir sie haben, echte Kriege werden, denn auch solche Gefahren gibt es heute auf der Welt. Damit sei schon viel erreicht“, ergänzt Sigmar Gabriel. Die Außenminister der G7-Staaten hatten gestern in London unter anderem über den Umgang mit China beraten. Mit Bezug auf das umstrittene Pipeline-Projekt Nord Stream 2 erklärt Sigmar Gabriel, die Entscheidung für oder gegen das Projekt müsse eine europäische bleiben und dürfe nicht von den USA beeinflusst werden, schließlich gebe es hier seit 25 Jahren einen liberalisierten Energiemarkt. „Ich halte es für ein Problem, aus dem Ausland heraus eine Energierichtlinie zu verändern und wieder zu politischen Entscheidungen in den Energiemarkt zu gehen. Das würden die USA auch nicht erlauben“, so der frühere SPD-Politiker. Er wies darauf hin, dass die USA etwa im gleichen Finanzvolumen, wie Europa Gas mit Nordstream 2 aus Russland kaufen wolle, planten, Öl aus Russland zu beziehen, um nicht mehr in Ländern wie Venezuela oder Iran kaufen zu müssen. „Man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht unterschiedliche Maßstäbe anlegt“, so Gabriel.

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– Energiepolitik – Nord Stream 2: US-Botschafter droht erneut deutschen Firmen

Der US-Botschafter in Deutschland, Grenell, hat im Streit um die Ostseepipeline Nord Stream 2 deutschen Unternehmen erneut mit Sanktionen gedroht.

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Wirecard-Skandal
Ex-Chef Markus Braun bestreitet Vorwürfe

Markus Braun, der ehemalige Chef des zusammengebrochenen Skandalkonzerns Wirecard, hat sich erstmals seit seiner Verhaftung im vergangenen Juli öffentlich geäußert. Über seinen Kommunikationsberater Dirk Metz lässt der 51-jährige Braun in der Wochenzeitung DIE ZEIT erklären, er habe von den Betrügereien bei Wirecard erst aus den Akten der Ermittler erfahren. Dabei ging es unter anderem um ein Schattenreich aus zahlreichen Briefkastenfirmen und Offshore-Konten. „Markus Braun legt entschieden Wert auf die Feststellung, dass er von diesen Schattenstrukturen und Veruntreuungen nichts wusste.“ Daraus folge: „Markus Braun taugt daher nicht als Kronzeuge.“ Braun schiebt die Verantwortung auf seinen früheren Partner Jan Marsalek, der im Vorstand der Firma saß und jetzt auf der Flucht ist. „Wenn einer zur Aufklärung etwas beitragen könnte, dann Jan Marsalek“, erklärt Brauns Sprecher im ZEIT-Interview. „Zum Verbleib des Geldes kann er sicher viel sagen. Deshalb hat niemand ein größeres Interesse daran, dass sich Marsalek stellt oder gefasst wird, als Markus Braun.“ Braun bestreitet auch den Vorwurf, er habe Journalisten bespitzeln lassen. Der ehemalige Konzernchef wehrt sich zudem gegen die Darstellung, er habe sich „im gesellschaftlichen Glanze gesonnt“. Dazu erklärt Brauns Sprecher: „Von 30 Einladungen zu gesellschaftlichen Veranstaltungen hat er nach seinem Gefühl mindestens 29 abgesagt.“

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– Wirecard-Skandal – 100.000 Wirecardmails zeigen neue Dimension des Skandals

Mehr als einhunderttausend Emails aus der Wirecard-Führungsebene enthüllen brisante Details aus dem Inneren des inzwischen insolventen Zahlungsdienstleisters. Reporter von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung haben mehr als 200 Gigabyte Mails und weitere Dokumente ausgewertet.

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Türkei
Istanbul: 12 Millionen besuchen neue Çamlıca-Moschee

Istanbul – Seit ihrer Eröffnung vor gerade mal zwei Jahren, hat die neue Mega-Moschee in Istanbul bereits 12 Millionen Besucher willkommen geheißen. Die Moschee, mit einer Aufnahmekapazität von 63.000 Menschen, ist zu einem der Symbole der Millionenmetropole geworden. Der Bau der Moschee begann im Jahr 2013 auf dem gleichnamigen Hügel der asiatischen Seite der Stadt. Es handelt sich bei der Çamlıca-Moschee um das größte Gotteshaus der Türkei.
(Foto: Nura Ursula Schmidt)
„Die Moschee ist die größte in der Türkei in Bezug auf die Kapazität“, so Ergin Külünk, Leiter der Istanbuler Moschee- und Kultur-Service-Einheiten Bau- und Unterhaltsvereinigung gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.  Jeden Freitag verrichteten unter Einhaltung der  Distanz-Regeln aufgrund der Corona-Pandemie etwa 5-6.000 Gläubige ihre Gebete in der Moschee. „Etwa 8-10.000 Menschen werden in der Lage sein, hier das Freitagsgebet zu verrichten, wenn wir anfangen, den Innenhof zu nutzen, wenn das Wetter wärmer wird.“
(Foto: Nura Ursula Schmidt)
Er betonte, dass die Moschee mit ihrer Eröffnung große Aufmerksamkeit von in- und ausländischen Touristen auf sich zog und nun zu den touristischen Zielen gehöre. Im ersten Jahr nach der Eröffnung etwa 10 Millionen Menschen die Moschee besuchten und die Zahl bis heute, trotz der Pandemie, 12 Millionen erreicht habe.
(Foto: Nura Ursula Schmidt)
Külünk fügte hinzu, dass im Innenbereich 25.000 Menschen gleichzeitig beten können, während die Gesamtkapazität 63.000 Menschen einschließlich der Außenbereiche betrage. Der Komplex werde neben den bereits vorhandenen Einrichtungen wie der Bibliothek bald auch ein Museum beherbergen. Die Moschee wurde von zwei Architektinnen, Bahar Mizrak und Hayriye Gül Totu, entworfen. Das 57.500 Quadratmeter große Gotteshaus wurde frauenfreundlich und auch behindertengerecht konzipiert. Es gibt eine Plattform, von der aus Besucher das Gebet verfolgen können. Die Moschee hat sechs Minaretten, von denen vier 107,1 Meter hoch sind – ein Hinweis auf das Jahr 1071 und den Sieg der Türken in der Schlacht bei Manzikert.  

Gastbeitrag
Kommentar: Deniz Nakis Fangemeinde stumm wie Stroh

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Es gab in Deutschland einen Klassiker von Verschwörungsideologie, der offenbar immer noch zieht: „Sie“ wollen die Herrschaft an sich reißen; „Sie“ sind an allem Schuld. Einst wurden Juden für alles verantwortlich gemacht. Heute steht ein fiktives Kollektiv von türkisch-muslimischen Gemeinden sinnbildlich für Verbrechen, Unheil und Weltherrschaftsallüren. Was bisher geschah: Im schweizerischen Rümlang wurde in einem Briefkasten der Türkischen Gemeinschaft Schweiz ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, was einen Großeinsatz von Rettungskräften und des Bombenräumkommandos ausgelöst hat. Der Gegenstand konnte zwar sicher geborgen werden, aber in den Medien war es allenfalls einer kleinen Meldung wert, als dieser Textblock lang ist. Während die schweizerischen Behörden im Dunkeln tappten und die Medien unerwartet sich in Zurückhaltung übten, meldete sich die apoistische völkisch-kurdische Jugendguerilla und übernahm die volle Verantwortung für die „Sprengung der Briefkästen“. Dabei faselte man etwas von „zwei Stützen des türkischen Faschismus“. Vor mehr als drei Jahren befand der Profi-Fußballer Deniz Naki, dass er nicht einmal mehr in Deutschland sicher sei, weshalb er prompt auf der Autobahn beschossen wurde – von wem, dass ist bis heute nicht geklärt. Nun, gegenwärtig müssten sich die „Grauen Wölfe“ sowie der türkische Geheimdienst richtig ins Zeug legen, um Naki klammheimlich aus der deutschen Untersuchungshaft zu befreien und in die Türkei zu überführen, wo er als „Kurde“ weiter verfolgt werden kann. Nun verfolgt das Landgericht Aachen die Sache zwischen Deniz Naki und den kurdischen Pampersrockern „Bahoz“, statt die Staatsschutzkammer Köln. Naki kann nun nicht mehr ein Drama um politische Verfolgung spinnen und seine Fangemeinde ist seither stumm wie Stroh. Was jetzt passiert: Der türkische Staatspräsident lädt wie jedes Jahr zum traditionellen Essenfassen. Diesmal ist es wieder einmal Erdogan, der zum Iftar Prominente, Sportler, Generäle, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, und ja, auch Deutschtürken einlädt, um im Ramadan gemeinsam das Fasten zu brechen. Auch diesmal waren „Türken“ aus Deutschland eingeladen; die Damen und Herren der größten deutsch-türkischen Religionsgemeinschaften, DITIB, Atib, Milli Görüs etc.. Während also diese Religions- und Kulturgemeinschaften in Deutschland interkulturellen Dialog vorgaukeln, schmieden sie zusammen mit Erdogan – und zwar immer jedes Jahr zum Iftar – „hinter verschlossenen Türen“ Pläne, um die Herrschaft über Deutschland an sich zu reißen. Wer diese Verschwörung zuerst aufgedeckt hat, ob nun der „Experte“ Burak Copur, Lennart Pfahler von der WELT oder der um „interreligiösen Dialog“ bemühte Alhambra-Absolvent Eren Güvercin, ist doch wirklich nebensächlich. Entscheidend ist, dass diese Verschwörungstheorien bei den Linken bis zu den PI-News verfangen. Und wenn etwas verfängt und wenn man daran feste glaubt, glauben will, wie z.B., dass die Bundesregierung oder die Landesregierungen offensichtlich nichts gegen diese „Islamisten“, „Faschisten“ oder „Genozidleugner“ in der Funktion einer fünften Kolonne unternehmen, dann kommt die Ohnmacht hoch. Wird anschaulich in den sozialen Netzwerken vorgelebt, vor allem unter den Tweets von diesen aussichtsreichen Politkandidaten und Haustürken. Das Problem ist nur, dass diese vermeintliche Ohnmacht irgendwann zu Frust, dann zu Aggression und schlussendlich zu Opfern und Leid führt. Das erkennt man gegenwärtig in Rümelang an Briefkästen, an den Moscheen in Europa, die auch heute wieder geschändet oder angegriffen wurden oder an den umgestoßenen Grabsteinen in einem muslimischen Friedhof. Salopp gesagt an den unhaltbaren Vorwürfen gegenüber einem fiktiven Kollektiv. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass die „Grauen Wölfe“ im gleichen Zeitraum jüdische Friedhöfe geschändet, kurdische Einrichtungen, alevitische Kultur- und Gebetsstätten angegriffen, deren Briefkästen in die Luft gesprengt oder Persönlichkeiten wie Deniz Naki attackiert hätten. Ich meine, welche „Grauen Wölfe“ wurden denn nun in den letzten Jahren strafrechtlich belangt? Wie viele Sympathisanten und Führungsleute der völkisch-kurdischen PKK, der Antifa bzw. der rechten Szene wurden denn bislang allein in Deutschland verurteilt, weil sie eben das getan haben, was man ihnen vorwarf? Offenbar greift der deutsche Rechtsstaat durch, was die unzähligen Verurteilungen von völkischen Kurden mit türkischer oder deutscher Staatsbürgerschaft, deutschen Antifamitgliedern oder deutschen rechten Gesocks widerspiegeln. Sprich, obwohl es auf der einen Seite Verurteilungen gibt, auf der anderen Seite eine fiktive Gefahr heraufbeschworen, aber sich bislang nicht bewahrheitet hat, scheinen die Verschwörungstheoretiker immer noch die Deutungshoheit zu besitzen. Die Medien fressen diese Geschichten um die Weltherrschaft, Unterdrückung oder Unterwanderung regelrecht auf, die Erdogan jedes Jahr zu pflegen scheint.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Aachen – Erdogan-Kritiker Ex-St. Pauli-Profi Deniz Naki in U-Haft

Er war von seinen Fans als „Erdogan-Kritiker“ gefeiert worden, und als sein Auto im Januar 2018 auf der A4 bei Düren beschossen wurde, machte er in einem Interview mit der WELT den türkischen Geheimdienst MIT für den Anschlag verantwortlich. Erdogan versuche ihn zum Schweigen zu bringen.

Erdogan-Kritiker Ex-St. Pauli-Profi Deniz Naki in U-Haft

Ljubljana
Slowenien für EU-Beitritt der Türkei

Ljubljana – Der slowenische Außenminister Anze Logar hat zugesagt, eine konstruktive Rolle für die Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union spielen zu wollen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, erklärte Logar auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu, dass Slowenien während seiner Amtszeit als Präsident des Rates der Europäischen Union den Dialog zwischen der EU und der Türkei fördern werde. „Slowenien wird auf den Dialog bestehen. Wir denken, dass die offenen Fragen im Rahmen der gegenseitigen Interessen angesprochen und bewertet werden sollten. Ich habe erklärt, dass Slowenien in dieser Hinsicht eine äußerst konstruktive Rolle spielen wird. Wir betonten, wie wichtig es ist, weitere Schritte zu unternehmen, insbesondere in Bezug auf die Zollunion. Wir werden auch unsere Unterstützung für die Visaliberalisierung anbieten. Sie können eine sehr konstruktive Rolle von Slowenien erwarten“, so Logar. Slowenien wird im Juli zum zweiten Mal den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernehmen. Çavuşoğlu betonte, dass der Besuch von hochrangigen EU-Beamten in Ankara im vergangenen Monat fruchtbare Diskussionen zwischen beiden Seiten ermöglicht habe. „Es gibt jetzt eine viel bessere Atmosphäre in unseren Beziehungen. Jetzt ist es an der Zeit, konkrete Schritte zu unternehmen. Insbesondere sind wir der Meinung, dass es wichtig ist, Schritte zu unternehmen, um bei wichtigen Themen wie Dialogen auf hoher Ebene zusammenzuarbeiten, wie zum Beispiel bei der Modernisierung der Zollunion, der Visaliberalisierung, dem Kampf gegen den Terrorismus und der Einwanderung, wie mein Amtskollege sagte“, so Çavuşoğlu. Bilaterale Beziehungen Çavuşoğlu fügte hinzu, dass sich die Beziehungen zwischen der Türkei und Slowenien in allen Bereichen entwickeln. „Unser Handelsvolumen hat 2 Milliarden Dollar erreicht und es wächst immer noch auf eine ausgeglichene Weise. Außerdem werden wir gemeinsam für Stabilität und Wohlstand auf dem Westbalkan zusammenarbeiten“, sagte Çavuşoğlu. Çavuşoğlu traf am Dienstag zu offiziellen Gesprächen mit hochrangigen Politikern in der Hauptstadt Ljubljana ein. Dort traf er traf auch den Vorsitzenden der slowenischen islamischen Gesellschaft Mufti Nedzad Grabus.

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– EU-Türkei – Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Samstag eine Videokonferenz abgehalten, in der Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union und regionale Entwicklungen besprochen wurden.

Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa
 

Rüstungstechnologie
Türkei testet erfolgreich eigene Luftabwehrrakete HISAR-A

Ankara – Wie das türkische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte, war der Test der einheimisch entwickelten Luftabwehrrakete HISAR-A erfolgreich. Bei dem in der Provinz Aksaray durchgeführten Test haben die Raketen mit Präzision die Ziel-Drohne getroffen, teilte das Ministerium auf Twitter mit. Das HISAR-System ist eine Familie von Boden-Luft-Raketensystemen mit kurzer bis langer Reichweite, die von den international tätigen türkischen Rüstungsunternehmen ASELSAN und ROKETSAN seit 2007 entwickelt wird, um um Militärbasen, Häfen, Einrichtungen und Truppen gegen Bedrohungen aus der Luft zu verteidigen. Sie besteht aus dem HİSAR-A Luftabwehrsystem für niedrige Höhen, dem HİSAR-O Luftabwehrsystem für mittlere Reichweite und dem HİSAR-U (umbenannt in Siper) Luftabwehrsystem für lange Reichweite. Die Lenkung erfolgt per Infrarot-Suchlauf. ASELSAN hat die Radar-, Kommandokontroll- und Feuerkontrollsysteme entwickelt, ROKETSAN die Raketensysteme, die alle von den türkischen Streitkräften definierten Erfordernisse hinsichtlich der Luftabwehr in niedriger und mittlerer Höhe erfüllen. Der erste Test einer unbewaffneten HISAR-0 fand 2014 in Aksaray statt. Nach zahlreichen Sanktionen westlicher Staaten auf militärische Güter hat die Türkei ihre Rüstungsindustrie massiv ausgebaut

Nach dem Waffenembargo der USA von 1974, hat die Türkei mit der Gründung von Stiftungen für das Heer, die Marine und die Luftwaffe den Grundstein für Rüstungsunternehmen wie Aselsan, Havelsan, Roketsan, TUSAŞ usw. gelegt.

Wenn die türkische Armee heute wie in der Vergangenheit in der Lage ist, Operationen im Inland oder grenzüberschreitenden Einsätze durchzuführen, ist dabei ihr größter Unterstützer die türkische Verteidigungsindustrie.

Die Zusammenarbeit im Rüstungsbereich wird koordiniert von der Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie (SSB) mit den Unternehmen der Stiftung zur Stärkung der türkischen Streitkräfte, Forschungsinstituten wie TÜBITAK, privaten Rüstungskonzernen, kleinen- und mittelständischen Unternehmen sowie den Universitäten des Landes.

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– „Back to Turkey“ – Karriere: Türkischer Rüstungskonzern ASELSAN wirbt um Deutschtürken

Der türkische Rüstungskonzern ASELSAN (Askeri Elektronik Sanayii A.S.) möchte ausgewanderte türkische Ingenieure wieder zurückgewinnen und startet deshalb jetzt eine Kampagne.

Karriere: Türkischer Rüstungskonzern ASELSAN wirbt um Deutschtürken
 

Pädo-Kriminalität
Kinderpornographie: „Darknet ist für viele Pädo-Kriminelle ein echtes Paradies“

Nach der Zerschlagung der Kinderpornographie-Plattform „Boystown“ fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, weitere Anstrengungen. Er sei sehr „happy“ über diesen wichtigen Ermittlungserfolg, so Rörig am Montag im Inforadio vom rbb, aber „das Darknet ist für viele Pädo-Kriminelle ein echtes Paradies und das Entdeckungsrisiko leider noch nicht groß genug“. Rörig betonte, „es muss unbedingt im Verhältnis Datenschutz und Kinderschutz in Deutschland nachgesteuert werden, denn oft steht der Datenschutz dem Kinderschutz tatsächlich im Bereich des Internets noch im Wege“. Es sei zwar schon viel Wichtiges unternommen worden in dieser Legislaturperiode, „aber wir haben zum Beispiel ein großes Problem in dem Austausch von Missbrauchsabbildungen über Messenger wie WhatsApp oder Telegram. Da ist es für die Polizei nicht möglich, vernünftig zu ermitteln“; das zeige auch der Fall Metzelder. Rörig sagte weiter, der Markt sei unerträglich groß und die Nachfrage riesig: „Hunderttausende von Pädokriminellen sind ständig auf der Suche nach neuen sexuellen Kicks, indem sie sich Bilder anschauen, in denen Kinder und Kleinkinder missbraucht, vergewaltigt und sexuell ausgebeutet werden. Wir müssen den Kampf gegen sexuelle Gewalt im Netz in Deutschland und weltweit stärken!“

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– Sexueller Missbrauch von Kindern – Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Finanztip
Internet: Regelmäßige Vertragsaktualisierung regelmäßig spart bis zu 200 Euro im Jahr

Schnelles Internet ist in Corona-Zeiten für viele Menschen essenziell. Doch gerade ältere Verträge bieten meist weniger Leistung und sind dazu noch oft zu teuer. Der Geldratgeber Finanztip rät deshalb, den Internettarif alle zwei Jahre zu prüfen und zu aktualisieren – entweder durch einen Wechsel in einen besseren Vertrag oder zu einem anderen Anbieter. Für einen aktuellen Vergleich empfiehlt Finanztip die Rechner von Check24 und Verivox, die beim Anbieterwechsel oft noch attraktive Boni bieten. Laut Statistischem Bundesamt verfügen inzwischen über 90 Prozent der Haushalte in Deutschland über einen Breitband-Internet-Anschluss. Doch wenn der Vertrag zu alt ist, kann es teuer werden: „Die meisten DSL- und Kabeltarife sind in den ersten zwei Jahren wesentlich günstiger, um Neukunden anzulocken. Danach steigt die monatliche Grundgebühr oft erheblich an“, sagt Arne Düsterhöft, Telekommunikations-Experte bei Finanztip. „Wer seinen Tarif über das dritte, vierte oder fünfte Jahr einfach weiterlaufen lässt, zahlt jährlich bis zu 200 Euro drauf.“ Hinzu kommt, dass ältere Verträge auch im Hinblick auf die im Tarif enthaltenen Leistungen oftmals nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Der Finanztip-Experte rät deshalb, den Vertrag alle zwei Jahre zu aktualisieren. Vertrags-Update oder Anbieterwechsel Wer mit seinem Anbieter eigentlich zufrieden ist, den Vertrag aber zu teuer findet, kann einen Rabatt aushandeln. „Oft reicht ein Anruf beim Kundenservice und schon bekommt man für die nächsten zwei Jahre einen neuen Rabatt“, sagt Düsterhöft. Zur Vorbereitung des Gesprächs ist es ratsam, aktuelle Konditionen und Preise auch der Konkurrenz mit Hilfe eines Vergleichportals zu recherchieren. Will der Anbieter auf den Rabattwunsch nicht eingehen, sollten Verbraucher den Vertrag kündigen und den Anbieter wechseln. Wie eine aktuelle Untersuchung von Finanztip ergab, geht das am besten mit Check24 und Verivox. „Wir fanden für alle unsere Musterfälle sehr günstige Tarife auf beiden Portalen“, so Düsterhöft. „Hinzu kommt, dass beide häufig eigene Portalboni anbieten, wodurch der DSL- oder Kabeltarif am Ende oft billiger ist als beim Anbieter selbst.“ Den neuen Anbieter mit der Kündigung beauftragen Die technische Umstellung kann beim Anbieterwechsel einige Wochen dauern. Damit man zwischenzeitlich nicht ohne Internet dasteht, gibt es einen Trick: „Es ist ratsam, beim neuen Anbieter anzugeben, dass der neue Vertrag an dem Tag beginnen soll, an dem der alte endet“, sagt Düsterhöft. „Hierzu am besten den neuen Anbieter damit beauftragen, den alten Vertrag zu kündigen. Dann kümmert sich der neue Anbieter um alle Formalitäten.“ Wichtig ist, penibel auf die richtigen Angaben zu achten. „Name und Anschrift des neuen Anschlussinhabers müssen exakt mit dem alten Anschlussinhaber übereinstimmen. Schon ein falsches Zeichen kann den problemlosen Wechsel scheitern lassen.“ Läuft alles glatt, dürfen Verbraucher höchstens einen Tag ohne Internet dastehen.

Microsoft-Gründer
Nach 27 Jahren: Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Seattle – Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda lassen sich nach 27 Jahren Ehe scheiden. Sie würden nach wie vor in ihrer Stiftung zusammenarbeiten, aber sähen keine Möglichkeit mehr, als Paar gemeinsam zu wachsen, teilten sie auf Twitter mit. „Nach vielen Überlegungen und einer Menge Arbeit an unserer Beziehung haben wir die Entscheidung getroffen, unsere Ehe zu beenden“, twitterte Gates. Sie würden jedoch weiterhin gemeinsam in der Bill & Melinda Gates Foundation arbeiten, der größten gemeinnützigen Stiftung der Welt. Der amerikanische Wirtschaftsmagnat und Mitbegründer von Microsoft ist der drittreichste Mann der Welt. Die finanziellen Details der Trennung wurden nicht bekannt gegeben. „Wir haben drei unglaubliche Kinder großgezogen und eine Stiftung aufgebaut, die sich auf der ganzen Welt dafür einsetzt, dass alle Menschen ein gesundes und produktives Leben führen können“, hieß es. „Wir teilen weiterhin den Glauben an diese Mission und werden unsere Arbeit gemeinsam fortsetzen.“ Die Stiftung hat ein Vermögen von mehr als 50 Milliarden Dollar, wie aus einer Steuererklärung hervorgeht, aus der der US-Sender CNBC zitiert. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 konzentriert sich die Stiftung auf globale Gesundheits- und Entwicklungsfragen sowie auf die Bildung in den USA. Die Gates‘ haben auch große Summen in die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus investiert und haben für die Forschung zur Behandlung von COVID-19 gespendet.

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– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

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