Gastbeitrag
„Es wird nur einen Verlierer geben: PKK oder Schweden“

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel

Die unabhängige schwedische Abgeordnete Amineh Kakabaveh hält als einzige der insgesamt 349 Reichstagsabgeordneten das Schicksal Schwedens fest in der Hand. Doch wie lange kann das gutgehen?

Über das Wochenende hinweg drohte die kurdischstämmige schwedische Abgeordnete Amineh Kakabaveh damit, den Misstrauensantrag gegen das Kabinettsmitglied der Sozialdemokraten, Justizminister Morgan Johansson, mitzutragen, sollte die Regierung den Deal mit ihr verletzen.

Der Deal beinhaltete die Zusage, dass die Sozialdemokraten die einzelne Stimme von Kakabaveh erhalten, um an die Regierung zu kommen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Sozialdemokraten, die in Nordsyrien von der PYD gewaltsam aufgebaute kurdische Selbstverwaltung finanziell wie politisch zu unterstützen. Die PYD wurde 2003 von der Terrororganisation PKK in Syrien gegründet.

Damals, November 2021, ahnte noch keiner in Schweden, dass die russischen Truppen über die Ukraine herfallen, ja sogar Anstalten hegen, weiter nach Westen zu ziehen. Man hatte andere Sorgen, man musste innerpolitische Krisen meistern. Man hatte mit den Sorgen der Türkei, mit ihren eindringlichen Warnungen in Bezug zu nordsyrischen Organisationen nicht viel am Hut.

Die Sozialdemokraten unter der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hatten auch keine Bedenken, Ankara auf die eine oder andere Art zu erzürnen. Wohl deshalb setzte man auch den Deal um und die Terrororganisation PKK konnte in Schweden diplomatische Luft einatmen und hoffen, fast 400 Millionen Euro an »humanitären Hilfen« zu erhalten.

Die Zeiten ändern sich rapide. Mit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine, sieht sich das krisengeschüttelte Schweden in Gefahr und sucht seither den Beistand der NATO, die es nur mit der Zustimmung der Türkei gibt.

So trifft man sich also wieder. Nicht Schweden diktiert, welchen Organisationen sie „humanitär“ und politisch beistehen kann, sondern Ankara, die der NATO diktieren kann, wer in dieses Verteidigungsbündnis darf. Ankara hat die Bedingungen schriftlich festgelegt, mit der Schweden, aber auch Finnland, ihren Einzug in die NATO einleiten können, sofern sie ebenfalls schriftlich niederlegen, dass sie der Terrororganisation den Rücken wenden.

Die schwedische Regierung steckt nun in einem Dilemma. Einerseits haben sie einen Deal mit Amineh Kakabaveh. Anderseits wollen sie in die NATO und müssen dafür einen Deal mit Ankara eingehen. Nebenher müssen sie noch ein Misstrauensantrag überstehen und damit einen Regierungssturz.

Kakabaveh nutzt ihre einzelne Stimme, um die amtierende Regierung zu halten oder zu stürzen. Über das Wochenende hinweg warnte sie die Sozialdemokraten, sich mit Ankara einzulassen. Sie drohte, ihre einzelne Stimme für den Misstrauensantrag der Moderaten, Christdemokraten und Liberalen gegen Justizminister Johansson zu verwenden und damit den Sturz der Regierung einzuleiten.

Am Montag erklärte der Parteisekretär der Sozialdemokraten, Tobias Baudin, dass der Deal beibehalten werde. „Es gibt nichts Neues. Nichts ist passiert. Die Vereinbarung vom November letzten Jahres gilt nach wie vor.“ erklärte Baudin öffentlich. Damit verhinderte die Regierung, dass der Justizminister stürzt und, wie Premierministerin Magdalena Andersson für den Fall ankündigte, die gesamte Regierung zurücktritt.

Kurz danach gab Kakabaveh in einem Interview zu verstehen, dass sie zu ihrem Wort stehe. „Der Parteisekretär hat mir versprochen, dass sie zu dem stehen werden, was sie versprochen haben, und dass es aufgrund der NATO-Frage keine Änderungen geben wird“, erklärte Kakabaveh. Sie gab ferner zu verstehen, dass die Regierung beabsichtige, weitere Unterstützung für Frauenorganisationen und andere Organisationen in Syrien zu leisten, sowie eine Zusage der Sozialdemokraten, dass die Regierung die Türkei auffordern werde, den völkisch-kurdischen Oppositionspolitiker Selahattin Demirtas freizulassen.

Der nachfolgende Misstrauensantrag im Reichstag gegen Johansson scheiterte. Damit ist die x’ste Regierungskrise Schwedens zwar beendet, aber die nächste ist bereits in Anmarsch. Ministern mit Misstrauenserklärungen zu drohen, ist für die schwedische Opposition nämlich alltäglich geworden.

Ebba Busch, die schwedische Christdemokratin, warnte die Sozialdemokraten am Dienstag vor der Stimmabgabe für den Misstrauensantrag eindringlich, sich von Johansson zu trennen, um die Regierung bis zu nächsten Wahl in Ruhe zu lassen und damit handlungsfähig zu belassen. Nach der Abstimmung über den Misstrauensantrag erklärte Busch, man hätte jetzt viel mehr verloren, weil man wisse, wie der Justizminister das Votum überstanden hätte. Busch zufolge sei Kakabaveh nun nicht nur ein „Bremsklotz für die NATO-Verhandlungen“, sondern eine, die auch über einen Misstrauensantrag allein entscheide.

Kurzum: Eine kurdischstämmige Abgeordnete entscheidet über die Geschicke der schwedischen Regierung. Für Ankara, für Recep Tayyip Erdogan, gibt es keinen Grund die NATO-Verhandlungen zu beschleunigen. Die Rolle, die Kakabaveh dabei eingenommen hat, das Bild, das die schwedische Regierung abgibt, ist nicht ideal für weitere Verhandlungen mit Ankara.

Diese Position der schwedischen Regierung wird bis zu den Wahlen in diesem Herbst andauern. Warum sollte Erdogan also versuchen, mit einer so schwachen schwedischen Regierung eine Lösung zu finden? Ankara hat Zeit. Ankara könnte gut damit leben, bis nach den Wahlen im September zu warten, um dann über einen schwedischen NATO-Beitritt zu entscheiden. Bis dahin wird die Verachtung des schwedischen Volkes für die schwedische Politik sich erhöhen und dann verlieren alle Parteien, erklärt die schwedische Politikwissenschaftlerin Marja Lemne.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Zum Thema

– NATO-Krise – Erdogan: Die Türkei hat zur Stärke der NATO beigetragen

In einem in der The Economist veröffentlichten Beitrag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bedeutung der Türkei für die NATO hervorgehoben.

Erdogan: Die Türkei hat zur Stärke der NATO beigetragen

Glücksspiel
Von den Anfängen bis zur Zukunft des Glücksspiels

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Die Anfänge und zukünftige Möglichkeiten des Online-Glücksspiels Glücksspiel gibt es schon seit dem antiken Griechenland, doch im Zuge der technologischen Entwicklung begann natürlich auch die Glücksspielindustrie, Online-Möglichkeiten für das Angebot ihrer Dienste zu erkunden. Die ersten Online-Glücksspielseiten tauchten bereits Mitte der 1990er Jahre auf. Im Jahr 1998 wurde Planet Poker gegründet, gefolgt von ParadisePoker.com im Jahr 1999. Hier handelt es sich um die ersten Online-Glücksspielplattformen überhaupt. Aber auch Online Slots gibt es schon seit dem Jahr 1997, in welchem Microgaming den ersten Online Slot „Fantastic Sevens“ auf den Markt brachte. Im Jahr 2002 folgte der Slot „Cash Splash“, welcher mehr Walzen und Gewinnmöglichkeiten zur Verfügung stellte. Im Jahr 2005 wurde ein echter Klassiker entwickelt, der bis heute zu den beliebtesten Spielen aller Zeiten gehört – der Book of Ra-Spielautomat. Dessen erste Version wurde bereits 2005 veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche verschiedene Varianten des Spielautomaten, wie Book of Ra Magic, Book of Ra Deluxe oder auch die Book of Ra Jackpot Edition. Alle basieren auf der gleichen Grundidee, jedoch gibt es Änderungen bei der Anzahl der Gewinnlinien oder Walzen. Sie können mehr über all diese Vorzüge auf book-of-ra-spielautomaten.de erfahren. Für die, die den Slot nicht kennen: Book of Ra ist ein Slot mit insgesamt 5 Walzen und 3 Reihen. Das Spiel basiert auf der Geschichte eines Forschers, der das alte Ägypten erforscht. Ziel ist es, fünf gleiche Symbole auf einer Linie zu erhalten. Ab drei Symbolen gewinnt man. Das spezielle Ra-Symbol ist ein Joker, welcher andere Symbole ersetzen kann. Der Durchbruch des iGaming auf dem Markt Über die Jahre hinweg hat sich die Technologie extrem weiterentwickelt und ist für die große Masse zugänglich geworden, sodass auch der Markt des iGaming den Durchbruch geschafft hat. Damals war das Internet noch Neuland und nicht viele Familien hatten einen Computer Zuhause. Heute sieht dies ganz anders aus, weshalb die Zahlen der iGaming-User in den letzten zwei Jahrzehnten explodierten. Auch die Smartphones haben einen entscheidenden Teil zu dieser Entwicklung beigetragen, denn viele Nutzer greifen heute mobil auf die Webseiten der Anbieter zu. So kann immer und überall an den Automaten gedreht werden. Aber nicht nur die Verbreitung von Computer und Smartphone spielt eine Rolle, sondern auch die Weiterentwicklung der Spiele. Die Spielehersteller lassen sich von Jahr zu Jahr neue Spiele einfallen, sorgen mit neuen Aktionen für großen Andrang oder verbessern Spieleklassiker. So haben Spieler heutzutage eine riesige Auswahl. Alleine im Jahr 2021 betrug das Marktvolumen der Online Casinos weltweit 231 Milliarden US-Dollar. Bei der Verbreitung der Online Casinos spielt auch die Sicherheit eine große Rolle. Heutzutage werden Online Casinos von Aufsichtsbehörden überwacht, damit kein Betrug stattfinden kann. Wichtige Lizenzgeber sind beispielsweise die Malta Gaming Authority und das Regierungspräsidium Darmstadt. Ist ein Anbieter in Besitz einer dieser Lizenzen, so kann Betrug ausgeschlossen werden. iGaming Heute Wie bereits erwähnt, ist heutzutage ein Großteil der westlichen Bevölkerung in Besitz eines Computers oder eines Smartphones mit Internet-Zugang. Somit bietet sich für Millionen von Menschen die Möglichkeit, online auf Glücksspiele in Form von Sportwetten und Online-Slots zuzugreifen. Darüber hinaus haben Spieler heutzutage eine Auswahl zwischen unzähligen Anbietern, die wiederum tausende Spiele auf ihren Plattformen anbieten. Auch im Jahr 2022 soll der Online Glücksspielmarkt weiter wachsen und viele neue Kunden anlocken. Die Anbieter müssen auch dieses Jahr um ihre Kunden kämpfen, da es mittlerweile eine so unglaublich große Anzahl an Konkurrenten gibt, die immer mehr Spiele, immer bessere Boni und einen immer besseren Service anbieten. Nachdem jedoch im Jahr 2021 der neue Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland in Kraft getreten ist, hat sich die Lage etwas beruhigt, da die Regulierungen in Deutschland strenger geworden sind. Auch die Spielehersteller wie NetEnt, BetSoft, IGT oder auch SG Interactive entwickeln immer mehr Spiele, um ein größeres Publikum zu erreichen und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Am Ende ist es der Kunde, der von dem großen Konkurrenzkampf profitiert. Nachdem es im ersten Schritt viele Online Spielotheken in die Flucht geschlagen hat, lässt sich dieses Jahr feststellen, dass immer mehr Anbieter zurückkehren und ihre Angebote angepasst haben. So ist es laut neuem deutschen Glücksspielgesetz beispielsweise nicht erlaubt, live Spiele anzubieten. Hier könnte es in Zukunft aber wieder zu Änderungen kommen, da sich einige Spielehersteller benachteiligt fühlen. Zusammenfassung und Ausblick auf die Zukunft Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der iGaming Markt eine unglaubliche Entwicklung hinter sich hat, die dem technologischen Voranschreiten zu verdanken ist. Die Verbreitung und die Zugänglichkeit von Smartphones und Internet haben dafür gesorgt, dass Online Casinos einen wahren Boom erlebt haben. Gerade Spiele wie Book of Ra, die es bereits seit dem Jahr 2005 gibt, profitieren auch heute noch von ihrer Rolle als absoluter Spiele-Klassiker. Auch in Zukunft können wir davon ausgehen, dass der Markt weiter wachsen wird. Spieleentwickler sind fleißig in der Entwicklung neuer Slots und auch die Technologie-Branche möchte sich einen Teil vom Kuchen des iGaming Marktes abschneiden. So werden beispielsweise Virtual Reality und Augmented Reality immer wichtiger in den Online Casinos. Es wird möglich sein, die spektakulärsten Casinos in Las Vegas und Macao von dem Sofa aus zu besuchen und dort ein paar Runden Black Jack oder Roulette zu spielen. Die Zukunft bleibt also spannend!    

Kryptowährungen
Wer bezahlt die laufenden Kosten von Bitcoin?

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Das Bitcoin-Mining ist normalerweise der kostenintensivste Prozess im Bitcoin-Ökosystem.

Das liegt daran, dass dabei leistungsstarke Computerhardware mit hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten zum Einsatz kommt, die viel Energie verbraucht. Die laufenden Kosten ergeben sich vor allem aus den enormen Anschaffungskosten für die Geräte und den gewaltigen Strommengen, die für deren Betrieb benötigt werden.

Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskosten. Zum Beispiel kostet 1 kWh etwa 0,1 US-Dollar, ohne die Kosten für die Hardware. Das bedeutet, dass das Mining von Bitcoin in nur einem Jahr etwa 7 Milliarden US-Dollar an Stromrechnungen kosten würde. Einige Experten behaupten, dass das Mining jährlich fast 2 % der Marktkapitalisierung von Bitcoin ausmacht. Wer kommt also für diese Kosten auf?

Die Abrechnung der Bitcoin-Betriebskosten

Bitcoin-Miner zahlen in der Regel direkt für die Energie, die sie verbrauchen. Sie erbringen eine wichtige Dienstleistung für das Netzwerk, indem sie Bitcoin-Transaktionen verifizieren und validieren und neue Token für den Handel prägen. Das Netzwerk entschädigt sie dann durch Block-Belohnungen. Die Bitcoin-Belohnungen für Miner bestehen aus zwei Teilen: den Transaktionsgebühren und der Blocksubvention.

Die Subvention bezieht sich hauptsächlich auf neu geschaffene Bitcoin-Token und dient als Anreiz für Miner und den ursprünglichen Bitcoin-Vertriebsvektor. Die Subvention wird durch die Inflation des Geldangebots finanziert und wird daher von allen Bitcoin-Inhabern erhoben. Die Nutzer zahlen die Transaktionsgebühren, um ihre Transaktionen in der Blockchain validieren zu lassen.

Sie fragen sich vielleicht, wie die laufenden Kosten beglichen werden können, ohne dass jemand Geld verliert. Die Wahrheit ist, dass es bei Bitcoin nichts umsonst gibt und, dass das https://oilprofits.de/-Netzwerk ständige Wartungskosten verursacht, um es am Laufen zu halten.

Auch die Bitcoin-Nutzer tragen einen Teil der Betriebskosten, direkt und indirekt. Allerdings tun sie dies hauptsächlich durch Transaktionsgebühren. So zahlen beispielsweise Händler und einzelne Bitcoin-Nutzer Transaktionsgebühren, damit ihre Zahlungen in der Blockchain verifiziert und validiert werden. Die Kosten variieren in der Regel je nach Transaktionsvolumen und -häufigkeit. Die Zahlung höherer Transaktionsgebühren ermöglicht jedoch in der Regel eine schnellere Zahlungsabwicklung, da sie für die Miner einen lukrativeren Anreiz darstellt.

Die laufenden Kosten von Bitcoin im Überblick

Millionen von Menschen, die noch nie Bitcoin gemint oder gehandelt haben, zahlen unwissentlich für die Existenz von Bitcoin. Das liegt daran, dass die enorme Rechenleistung, die für die Erzeugung neuer Bitcoin-Token erforderlich ist, enorme Mengen an Strom verbraucht, was die Energierechnungen für Anwohner und Unternehmen mit der Zeit in die Höhe treibt.

Das Krypto-Mining in den Vereinigten Staaten könnte die Mieter von Wohnungen und Unternehmen jährlich fast 1 Milliarde US-Dollar kosten. Bitcoin-Miner haben in Ländern wie China so viel Strom verbraucht, dass die Behörden beschlossen haben, sie rauszuschmeißen. Billiger und leicht verfügbarer Strom in Gebieten wie Texas wird die Vereinigten Staaten zu einem führenden Ziel für Krypto-Miner machen.

Forscher stellten fest, dass die Strompreise an Orten wie Upstate New York, wo etwa ein Viertel aller US-Mining-Betriebe angesiedelt ist, aufgrund der wachsenden Nachfrage gestiegen sind. Der enorme Energieverbrauch des Bitcoin-Minings führte dazu, dass Haushalte und Unternehmen jährlich zusätzliche Stromrechnungen in Höhe von 165 bzw. 79 Millionen US-Dollar bezahlen mussten.

In China, wo in den letzten zehn Jahren mehr als zwei Drittel der weltweiten Krypto-Mining-Aktivitäten stattfanden, legt die Regierung die Stromtarife fest, und diese sind unflexibel gegenüber der Nachfrage. Berichten zufolge haben die Bitcoin-Miner andere Branchen überlastet und die Anbieter gezwungen, den Strom zu rationieren. Die Auswirkungen verstärkten sich, als die Bitcoin-Preise in die Höhe schnellten, da sich immer mehr Miner dem Netzwerk anschlossen, die um die Belohnungen konkurrierten. Höhere Bitcoin-Preise bedeuten mehr potenzielle Belohnungen für die Miner und damit bessere Anreize für ständiges Mining.

Der begrenzte Umfang des Bitcoin-Volumens von nur 21 Millionen Token könnte einige Leute zu der Annahme verleiten, dass der Energiebedarf und die Gesamtbetriebskosten mit der Zeit sinken werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, da die Rätsel immer komplexer werden und ihre Lösung viel mehr Zeit und noch mehr Energie erfordert. Dennoch zahlen alle Bitcoin-Nutzer, einschließlich der Miner, für die laufenden Kosten.

Kryptowährungen
Bitcoin-Energieverbrauch und ihr Preis

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Viele aktuelle Studien haben den massiven Energieverbrauch beim Bitcoin-Mining hervorgehoben. Einem Bericht von Digiconomist zufolge würde Bitcoin, wenn es ein Land wäre, weltweit auf Platz 64 beim Gesamtenergieverbrauch liegen.

Mehrere Berichte zeigen, dass der jährliche Energieverbrauch von Bitcoin etwa 30 TWh beträgt, wobei eine Terawattstunde 114 Megawatt Dauerleistung für ein Jahr entspricht. Einfach ausgedrückt: Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht ungefähr die Strommenge, mit der 10 US-Haushalte einen Tag lang versorgt werden können.

Experten zufolge machen die Energiekosten etwa 90 bis 95 % der Bitcoin-Mining-Kosten aus und sind für die Bestimmung der Rentabilität der Miner von entscheidender Bedeutung. Rentabilität ist wichtig, um Anreize für mehr Miner zu schaffen und das Mining-Ökosystem zu vergrößern, da die Nachfrage auf dem Bitcoin-Markt steigt. Bedeuten also die gestiegenen Kosten für das Bitcoin-Mining höhere Preise in der Zukunft? Der folgende Artikel untersucht die Beziehung zwischen den Bitcoin-Energiekosten und dem Wert. 

Bitcoin Mining Energiekosten und Marktpreise 

Der Energieverbrauch der Miner hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Verfügbarkeit von billigem und ausreichendem Strom, energieeffizienter Hardware und der Schwierigkeit, mathematische Rätsel zu lösen, um die Belohnungen zu erhalten. So ist beispielsweise ein komplexes Rätsel rechenintensiver als ein einfaches Rätsel. Für die Lösung dieses Rätsels werden dann zusätzliche Energieressourcen benötigt, was sich in höheren Stromkosten niederschlägt.

Einige Experten sind jedoch der Meinung, dass die Seigniorage von Bitcoin (die Differenz zwischen den Produktionskosten von Bitcoin und dem Gesamtwert) nicht praktikabel sein wird, wenn die Miner keine energieeffizientere Hardware verwenden.

Bitcoin-Miner haben im Laufe der Jahre die Energiekosten gesenkt, indem sie die Produktion nach China verlagert haben, auf das nun fast 60 % aller Bitcoin-Mining-Aktivitäten weltweit entfallen. Die meisten Mining-Aktivitäten finden in der chinesischen Provinz Sichuan statt, die stark auf Wasserkraft angewiesen ist.

Viele Miner sind auch nach Island umgezogen, da die arktische Luft dort eine natürliche Kühlung für überhitzte Hardware bietet. Die primäre Energiequelle dort ist die Geothermie. Chinesische Miner haben noch keine Schätzungen für ihre Bitcoin-Produktionskosten veröffentlicht. Das Mining-Unternehmen Genesis, das vor kurzem von China nach Island umgezogen ist, schätzt jedoch, dass es etwa 60 Dollar kostet, einen einzigen Bitcoin zu schürfen.

In einem Dokument aus dem Jahr 2015 wurde ein Modell für die Bitcoin-Produktionskosten geschätzt und die Schlussfolgerung gezogen, dass technologische Fortschritte durch schnellere und energiesparendere Hardware den Marktpreis von Bitcoin erheblich senken würden. Der Break-even-Preis für Bitcoin-Miner wird tendenziell sinken, wenn die Effizienz des Bitcoin-Minings in der realen Welt steigt, was vor allem auf den Wettbewerb zurückzuführen ist. Miner mit niedrigen Kosten werden auf Marktplätzen wie https://yuanpay-group.de/ konkurrieren, indem sie ihre Token zu niedrigeren Preisen anbieten.

Ein solches Ereignis ist jedoch noch nicht eingetreten. Die Zunahme des Bitcoin-Angebots ging mit einem Anstieg der Bitcoin-Preise einher. Im Laufe der Jahre haben sich die Verarbeitungsleistung und die Kosten der Hardware erheblich verbessert. Die Schwierigkeitsgrade für das Bitcoin-Mining sind trotz des Rückgangs der Energiekosten alle gestiegen. Das erhöht die Hash-Rate von Bitcoin und sorgt für eine verbesserte Netzwerksicherheit. Höhere Schwierigkeitsgrade haben zwar erhebliche Energiekosten für die Miner zur Folge, ermöglichen aber ein sichereres Bitcoin-Netzwerk.

Der Halbierungsprozess, bei dem die Anzahl der Bitcoin-Belohnungen, die an die Schürfer ausgegeben werden, alle vier Jahre um die Hälfte reduziert wird, hat die Schürfer auch dazu veranlasst, härter zu arbeiten, um beträchtliche Erträge zu erzielen. Derzeit erhalten Miner beispielsweise 12,5 Bitcoins für jede Transaktion, also die Hälfte dessen, was sie vor 2021 verdient haben. Spekulationen haben ebenfalls dazu beigetragen, den Bitcoin-Preis in die Höhe zu treiben. Bitcoin-Forks haben neue Algorithmen eingeführt, die weniger Rechenleistung erfordern. Die Bitcoin-Cash-Fork passt beispielsweise die Schwierigkeit von Problemen auf der Grundlage der Hash-Rate an und sorgt so für einen geringeren Stromverbrauch und niedrige Stromkosten.

Den meisten Experten zufolge stellen die Energiekosten immer noch die kritische Komponente der Bitcoin-Mining-Kosten dar, haben aber nur minimale Auswirkungen auf die Bitcoin-Preise. Die mit dem Bitcoin-Mining verbundenen Stromkosten stellen ein erhebliches Hindernis für neue Marktteilnehmer dar, die als Miner tätig werden wollen.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

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Allein im vergangenen Jahre habe die Türkei laut dem Fachportal WindEurope eine Milliarde Dollar in neue Windparks investiert.

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Kryptowährungen
Bitcoin-Transaktionen und Immobilien: Wissenswertes

Bitcoin-Transaktionen im Immobilienbereich haben in den USA und anderen Teilen der Welt zugenommen. Mehrere Immobilienunternehmen akzeptieren Bitcoin-Transaktionen von Käufern und Mietern. Bitcoin und die Blockchain-Technologie revolutionieren die Arbeitsweise verschiedener Wirtschaftssektoren.

Die wachsende Popularität von Bitcoin hat es vielen Immobilienmaklern und Privatpersonen ermöglicht, Häuser mit der Kryptowährung zu kaufen oder zu verkaufen. Mehrere Plattformen ermöglichen es außerdem, Geld für Immobilienprojekte zu beschaffen. So sind manche Menschen nicht mehr auf das Darlehen der BitIQ angewiesen, um ihre Projekte zu finanzieren. Stattdessen nutzen sie die Vorteile des Krypto-Fundraising zur Finanzierung ihrer Projekte.

Bitcoin in Immobilienangeboten

Immobilienanzeigen gehören zu den sichtbarsten Formen, in denen diese virtuelle Währung in der Immobilienbranche aufgetaucht ist. Viele Immobilienmakler und -verkäufer haben diese Taktik angewandt, um die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer auf sich zu ziehen oder einen Rummel um ihre Häuser zu erzeugen.

Viele Verkäufer bestehen auch darauf, nur Bitcoin-Zahlungen zu akzeptieren. Andererseits bitten einige Verkäufer die Käufer, die Kosten zwischen Bitcoin und Fiat Währungen wie dem US-Dollar aufzuteilen. Dieser Ansatz funktioniert bei hochpreisigen Immobilienangeboten, da die Käufer Bitcoins für Immobilienkäufe ausgeben möchten.

Die Verwendung von Bitcoin bei Immobilientransaktionen ist ein zunehmender Trend. Dennoch sollten Käufer und Verkäufer darauf achten, dass die Gewinne bei der Umwandlung von Bitcoins in Immobilienwerte erhalten bleiben.

Vermietung von Häusern mit Bitcoins

Mehrere Airbnb-Anbieter listen ihre Ferienunterkünfte mit dem Hinweis auf, dass sie Bitcoin-Zahlungen akzeptieren. Expedia zum Beispiel ermöglicht es Kunden, ihre Reisen mit Bitcoin zu buchen. Und dies ist ein zunehmend beliebter Trend, da immer mehr Menschen Bitcoin bei der Vermietung oder Verpachtung verwenden.

Die Verwendung von Bitcoin bei der Vermietung von Airbnb ist von Vorteil, insbesondere für Personen mit kleinen Kryptobeständen. Darüber hinaus ist Bitcoin eine ideale Zahlungsmethode für Menschen, die sich dem nomadischen Lebensstil verschrieben haben, da es keine Wechselkurse oder Risiken gibt, die beim Reisen mit Bargeld in der Geldbörse oder Tasche entstehen.

Bitcoin als Geschäft in der Immobilienbranche

Einige physische Krypto-Börsen haben Geschäfte oder Büros, in denen Menschen persönlich Immobilientransaktionen mit Bitcoin abschließen können. Einige von ihnen sind Franchise-Unternehmen, die auftauchen, um Bitcoin in der Immobilienbranche zu etablieren. Darüber hinaus schaffen solche Geschäfte Vertrauen bei Akteuren, die die Kryptowährung nur langsam annehmen oder Geschäfte lieber offline und persönlich abwickeln. Durch die Bereitstellung solcher Verkaufsstellen wird Bitcoin als Zahlungsmittel in der Immobilienbranche für Betreiber und Eigentümer akzeptabler.

Abgesehen von diesen Ansätzen integrieren einige Immobilienmakler und Unternehmer Kryptowährungen in die Immobilienbranche, indem sie neue digitale Währungen oder Token für den Kauf, den Handel, die Miete oder Investitionen in der Branche ohne traditionelle Transaktionen schaffen. Dies ist vielleicht vergleichbar mit dem Kauf von Aktien eines Unternehmens, das Immobilien besitzt.

Vorteile von Bitcoin-Transaktionen in der Immobilienbranche

Wenn Sie Bitcoin für Transaktionen verwendet haben, wissen Sie, dass sich die Verwendung dieser virtuellen Währung von Transaktionen mit Fiatgeld unterscheidet. Die Verwendung von Bitcoin für Immobilientransaktionen bringt zahlreiche potenzielle Vorteile mit sich.

Dazu gehören:

  • Einfachere Transaktionen im In- und Ausland
  • Vertraulichkeit beim Kauf eines Hauses
  • Ausgewogenheit zwischen der Sicherheit von gemauerten Immobilien und der Flexibilität von Bitcoin
  • Aufmerksamkeit der Presse erregen
  • Vermeidung der Besteuerung der Übertragung von Eigentumsrechten
  • Reduzierung der Kosten für Immobilientransaktionen
  • Erhöhung der Liquidität von Immobilieninvestitionen

Abschließende Worte

Die Popularität von Bitcoin hat in verschiedenen Wirtschaftssektoren erheblich zugenommen. Obwohl die Verwendung von Bitcoin im Immobilienbereich in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, sind einige Menschen vorsichtig. Das liegt daran, dass Bitcoin nach wie vor sehr volatil ist und sein Preis sich innerhalb eines kurzen Zeitraums erheblich verändert. Daher sollten Immobilieninvestoren die Preisschwankungen von Bitcoin verstehen und entscheiden, wie sie ihn nutzen können, ohne Verluste zu machen. Außerdem sollten sie die steuerlichen Auswirkungen der Verwendung von Bitcoin bei Immobilientransaktionen in verschiedenen Ländern kennen.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

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Die Niedrigzinsphase scheint sich dem Ende zuzuneigen. Seit einigen Wochen steigen die Zinsen für Baudarlehen rapide an.

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Corona-Pandemie
Long Covid: Heitmann fordert Fortbildung von Ärzten

Berlin – Um die ärztliche Versorgung von Long Covid-Patienten in Deutschland zu verbessern, hat die Grünen-Gesundheitspolitikerin Linda Heitmann im Interview mit Team UPWARD, dem Reportage-Format des ARD-Mittagsmagazins, verpflichtende Fortbildungen für Ärzte gefordert. Die Versorgung der Betroffenen dürfe nicht davon abhängen, „wo jemand wohnt, ob da vielleicht ein Arzt oder eine Ärztin gerade in der Nähe ist, die von dem Thema schon mal was gehört haben“. Deshalb brauche es „einfach die Verpflichtung, das speziell zu diesem Thema jetzt auch innerhalb der nächsten zwei Jahre regelhaft in der Breite Fortbildungen stattfinden“. Dies sei notwendig, damit Long Covid richtig erkannt werde und keine Fehldiagnosen passierten, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag. Laut einer britischen Studie erkranken rund acht bis zehn Prozent aller Covid 19-Patienten an Long Covid. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland schätzungsweise zwischen 500.000 bis 1 Million Menschen betroffen sind. Das Krankheitsbild ist neu, die Behandlung erfolgt symptomorientiert. Patienten sowie Patientenvertreter beklagen immer wieder, dass Long Covid-Beschwerden von Ärzten psychologisiert und als psychosomatisch abgetan würden. Zudem reichten die derzeitigen Mittel für die Versorgung der Patienten nicht aus. Laut Heitmann versucht die Bundesregierung aktuell die Forschung zu Long Covid zu intensivieren. „Dazu haben wir es jetzt auch geschafft, im Bundeshaushalt Geld zu verankern, sowohl im Forschungshaushalt 10 Millionen für die Forschung, jetzt auch konkret an Medikamenten für Long-Covid-Betroffene“. Gleichzeitig betonte sie, es sei wichtig mit anderen Ländern bei der Erforschung von Long Covid zusammen zu arbeiten. Der Begriff „Long COVID“ umfasst Symptome, die mehr als vier Wochen nach Ansteckung mit dem Coronavirus fortbestehen, sich verschlechtern oder neu auftreten. Beschwerden, die noch nach drei Monaten bestehen und mindestens zwei Monate lang anhalten oder wiederkehren, werden als Post-COVID-Syndrom bezeichnet.

Wirtschaft
Lira fällt nach Erdogan-Ankündigung auf neues Rekordtief

Ankara – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Montag trotz hoher Inflation weitere Zinssenkungen angekündigt. „Diese Regierung wird die Zinssätze nicht erhöhen. Wir werden sie weiter senken“, sagte Erdogan nach der Kabinettssitzung und forderte die Türken auf, die günstigen Kredite zu nutzen und zu investieren. Die türkische Lira verlor am Dienstag daraufhin weiter an Wert und sank am Morgen gegenüber dem Dollar und dem Euro auf ein neues Rekordtief. Die türkische Währung rutschte heute gegenüber dem Dollar auf über 16,62 ab. Der Euro wurde mit 17,8 gehandelt – der niedrigste Stand seit dem 16. Dezember vergangenen Jahres. Dies sei Beobachtern zufolge vor allem auf die Besorgnis über die türkische Wirtschaft angesichts der steigenden Inflation und eines klaffenden Leistungsbilanzdefizits zurückzuführen. Bankern zufolge sei die Gefahr einer weiteren Abwertung groß, wenn es mittel- bis langfristig keine neuen Devisenzuflüsse zur Stützung der Lira gibt. Laut der türkischen Regierung wird die Inflation im Rahmen ihres neuen Wirtschaftsprogramms, das auf niedrige Zinssätze setzt, um die Produktion und den Export anzukurbeln und einen Leistungsbilanzüberschuss zu erzielen, zurückgehen. Der Lira-Absturz, der Krieg in der Ukraine und der Anstieg der Energiepreise ließen die jährliche Verbraucherpreisinflation in der Türkei auf den höchsten Stand seit 1998 steigen.

Nahrungsproduktion
Wiesenhof-Chef fordert verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch

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Osnabrück – Der Wiesenhof-Mutterkonzern PHW fordert von der Bundesregierung, neben der Haltung von Tieren auch die Herkunft verpflichtend auf der Fleischverpackung zu kennzeichnen. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Peter Wesjohann, Chef von Deutschlands größtem Geflügelfleischproduzenten: „Zwingend und sofort brauchen wir eine Herkunftskennzeichnung nicht nur im Supermarkt, sondern auch in der Gastronomie.“ Ansonsten werde teureres Tierwohl-Fleisch durch billigere Alternativen aus dem Ausland ersetzt, ohne dass Verbraucher etwas bemerkten. Dies sei bereits im Gastro-Sektor zu beobachten, der für 60 Prozent des Geflügelfleischabsatzes in Deutschland verantwortlich sei. Angesichts der Preissteigerungen infolge von Corona und Ukraine-Krieg würde zunehmend günstigere Ware aus dem Ausland aufgetischt. „Das ist dann Fleisch aus Osteuropa, aber im Conveniencebereich auch aus Brasilien“, so Wesjohann. Der Vorstandsvorsitzende sprach sich zudem dagegen aus, den Umbau der Tierhaltung in Deutschland über eine Anhebung der Mehrwertsteuer zu finanzieren. „Wer das macht, verteuert das ohnehin teurere Tierwohlfleisch noch einmal zusätzlich“, warnte Wesjohann. Er favorisiere „eine absolute Tierwohlabgabe pro Kilogramm Fleisch.“ Vorbild könne die privatwirtschaftliche Initiative Tierwohl sein, bei der unter anderem Handelskonzerne Geld in einen Fonds einzahlen, aus dem Bauern dann bessere Ställe finanziert bekommen. „Man könnte die Initiative als Fonds unter staatliche Aufsicht stellen“, regte der Unternehmer an. Am Dienstag will Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir seine Pläne für eine staatliche Haltungskennzeichnung in Berlin vorstellen. Überschattet wird der Termin von Streitereien innerhalb der Ampel-Koalition, wie der Umbau der Tierhaltung finanziert werden soll.

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– SOKO Tierschutz Recherchen – Das grausame Geschäft mit kranken Milchkühen

Die deutsche Milchindustrie produziert am laufenden Band verletzte, kranke und sterbende Tiere. Der Preis der Turbokühe sind gebrochene und zerstörte Tiere nach wenigen Jahren.

Das grausame Geschäft mit kranken Milchkühen

Nahrungsmittelknappheit
Bauern erwarten weiteren Anstieg der Lebensmittelpreise

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Osnabrück. Die Bauern in Deutschland gehen davon aus, dass die Lebensmittelpreise im Supermarkt weiter deutlich spürbar steigen werden. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zur Teuerungsrate bei Lebensmitteln: „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.“ Er verwies auf die gestiegenen Kosten auf den Bauernhöfen für Sprit oder Dünger. Die Ausgaben schlügen erst jetzt richtig zu Buche. „Wir Bauern brauchen zwangsläufig höhere Preise, um überhaupt noch wirtschaften zu können. Ich gehe davon aus, dass die Preise im Supermarkt in nächster Zeit weiter steigen werden.“ Landwirte fordern Düngemittelreserve für Deutschland Bauernpräsident Rukwied warnt vor Folgen eines Gas-Embargos für Ernte Die Bauern machen sich Sorge um die Verfügbarkeit von Dünger in Deutschland. Rukwied: „Deutschland muss eine Düngemittelreserve für den Notfall aufbauen. Ähnlich wie es ja auch eine Ölreserve gibt.“ Rukwied verwies darauf, dass die Herstellung von Stickstoffdünger sehr gasintensiv ist. „Ohne Stickstoffdünger gehen die Erträge auf dem Acker signifikant runter. Da reden wir über 30 oder 40 Prozent.“ Für den Fall eines russischen Gas-Embargos müsse die Landwirtschaft daher bei Gaslieferungen priorisiert werden, so Rukwied.

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Aufgrund einer russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen, können derzeit mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide die Ukraine nicht verlassen.

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Gastbeitrag
Ukraine-Krieg: „Niemand kann Erdogan mangelnden Pragmatismus vorwerfen“

Ein Gastbeitrag von Prof. Oleg Kuznetsov – Historiker Auf einer der internationalen Konferenzen zur Theorie und Praxis der kommunalen Selbstverwaltung in europäischen Ländern im Jahre 2018 traf ich Vertreter der Friedrich-Ebert-Wissenschaftsstiftung. Dort erfuhr ich mit großer Überraschung, dass für einen bedeutenden Teil der modernen deutschen Professoren als Gründervater Deutschlands nicht Otto Leopold Bismarck von Schönhausen gilt, wie allgemein in Russland angenommen wird, sondern der Kaiser der Franzosen, Napoleon Bonaparte. Napoleon gründete 1806 den Rheinbund, der 33 Königreiche und Fürstentümer umfasste, die an der Stelle von mehr als 300 staatlich-territoriale Formationen, die zuvor in den deutschen Ländern existierten, entstanden. Ich war schließlich davon überzeugt, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Politiker jedes Landes ihre eigenen Ansichten zu den historischen und politischen Ereignissen haben, die existierten und heute stattfinden, und es daher absolut sinnlos ist, von irgendjemandem Einheit und noch mehr Einstimmigkeit in Bewertungen und Meinungen zu fordern. Wenn die Professoren eines Landes bei den Schlüsselereignissen ihrer eigenen nationalen Geschichte nicht auf einen gemeinsamen kleinsten Nenner kommen können, ist es möglich, dasselbe von Historikern anderer Länder zu fordern, die nicht in die inhaltliche Spezifik der entsprechenden Ethnogeschichte und der religiösen Mentalität eingetaucht sind? Vor fast 10 Jahren veröffentlichte ich eine Monographie über den berühmtesten Condottiere des 16. Jahrhunderts – den litauischen Prinzen Dmitry Vishnevetsky. Ihm gelang es während seines nicht sehr langen, aber sehr hellen und stürmischen Lebens, den Dienst des polnischen Königs, des osmanischen Sultans und des Moskauer Zaren zu besuchen, der Anführer der tscherkessischen Stämme im Nordkaukasus zu sein, am Kampf der Clans um den moldawischen Thron teilzunehmen und sogar zum Begründer der modernen ukrainischen Staatlichkeit erklärt zu werden. Während ich Informationen für mein Buch sammelte, konnte ich selbst sehen, wie und inwieweit Meinungen über dieselbe Person unterschiedlich sein können, abhängig von der ethnischen Herkunft des Autors, der politischen Situation der Zeit, in der diese oder jene Meinung ausgedrückt wurde, je nach dem subjektiven Wunsch des Autors, einen bestimmten historischen Charakter zu verunglimpfen oder im Gegenteil zu preisen. Jedes historische oder politische Ereignis, jede historische oder politische Figur unserer Zeit hat viele Blickwinkel und Bezugspunkte in den Koordinatensystemen der Einschätzungen von Zeitgenossen und Nachfahren, und die Einschätzungen von Zeitgenossen und Nachkommen weichen oft stark voneinander ab. Diese Gedanken gelten voll und ganz für die aktuellen Ereignisse in der Ukraine, wenn die Bewertungen derselben Ereignisse einen diametral entgegengesetzten methodologischen Ansatz haben. Am 3. und 30. März beispielsweise veröffentlichte das UNESCO-Hauptquartier in Paris zwei Erklärungen, in denen es hieß, dass die Bildung infolge des Krieges in der Ukraine bedroht sei, und forderte ein Ende der Militärschläge auf Bildungsgebäude. Scheinbar sehr wichtige und zeitgemäße Erklärungen und Proklamationen, denen man nur schwer widersprechen kann. Aber gleichzeitig vergessen ihre Autoren zu erwähnen, dass das ukrainische Militär die Gebäude von Universitäten, Schulen und Kindergärten als Hauptquartiere, Einsatzorte von Militäreinheiten, Lagerhäuser, Verteidigungszentren und Kontrollpunkte nutzt, wodurch sie sich in legitime militärische Ziele verwandeln. Diese Situation eröffnet eine breite Palette von Optionen oder Versionen für Kommentare und insbesondere für die Bestimmung, wer mehr für die Zerstörung der Infrastruktur des Sekundar- und Hochschulsystems in der Ukraine verantwortlich ist – diejenigen, die in diesen Gebäuden Militärzentren errichtet haben, oder diejenigen, die diese Militärzentren zerstören Korrespondenzstreitigkeiten zu diesem Thema, die heute in der europäischen Presse stattfinden, erinnern mich sehr an den klassischen Streit der Scholastiker um das, was vorher passiert ist – ein Ei oder ein Huhn? Auf diese Frage gibt es keine einheitliche Antwort und kann es auch nicht geben. Den UNESCO-Vertretern reichte der gesunde Menschenverstand und die Weisheit, die volle Verantwortung für die humanitäre Katastrophe auf dem Territorium der Ukraine nicht nur einer Seite des Konflikts zuzuschreiben, die Verantwortung der anderen Seite vollständig ausschließend. Zur Folge waren sowohl Moskau als auch Kiew, jede Seite auf ihre eigene Weise Wahrheit verteidigend, mit der Position der UNESCO unzufrieden, da sie diese aufgrund einer Diskrepanz mit ihrer eigenen Sichtweise der Situation für voreingenommen hielten. Zweifellos würde jede der Parteien die UNESCO gerne unter ihren Unterstützern und Verbündeten sehen und auf die bedingungslose und kategorische Verurteilung ihres militärpolitischen Gegners durch diese internationale Organisation zählen, aber da sie nicht erhielt, was sie wollte, nahm sie die Position des Fuchses aus La Fontaines Fabel „Der Fuchs und die Trauben“. Eine ähnliche semantische Dichotomie ist in der deutschen Politik im Zusammenhang mit dem Thema der drohenden oder bereits begonnenen Ernährungskrise wegen des bewaffneten Konflikts in der Ukraine zu beobachten, über die die deutsche Presse in den letzten zwei Wochen immer häufiger gesprochen hat. Die objektive Seite dieser Frage ist absolut transparent und verständlich: Die Ukraine ist für die nächsten, mindestens drei Jahre aus der Liste der Getreideexporteure herausgefallen und hat damit sein Defizit auf dem Weltmarkt geschaffen. Russland, als Exporteur von Getreide und Mineraldüngern für die Landwirtschaft (zusammen mit Weißrussland) wurde durch Sanktionen aus dem europäischen Markt verdrängt, was die Verknappung von Getreide und Hülsenfrüchten in Europa bereits mehrfach verstärkt. Insbesondere vor dem Hintergrund eines Rückgangs der landwirtschaftlichen Produktion aufgrund von Naturkatastrophen in Indien und im Iran und ihre Verschlechterung in Kasachstan – all dies zusammen wird nicht nur zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise in diesem Herbst führen, sondern auch zu einer echten Verknappung, die zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Hungersnot in der Alten Welt hervorrufen könnte. Allen Realitäten zum Trotz macht Bundeskanzler Olaf Scholz aber nur Russland für das Geschehene verantwortlich, wie es am 19. Mai geschah, als hätte es selbst sektorale Wirtschaftssanktionen gegen sich selbst verhängt, und das vereinte Europa stand daneben und schaute schweigend zu. Es ist bereits heute klar, dass die europäischen Landwirte auf ihren, ehrlich gesagt, nicht sehr fruchtbaren Böden ohne russische und weißrussische Düngemittel nicht ihre gewohnte Ernte anbauen werden. Das wird seine nachteiligsten Folgen nicht in diesem Herbst, sondern im nächsten Frühjahr haben, wenn Saatgut für eine neue Aussaatkampagne benötigt wird – und es wird nicht verfügbar sein – dann kommt für Europa eine echte Ernährungskrise, nicht mehr saisonaler, sondern systemischer Natur, die für die Wirtschaft der Alten Welt die nachteiligsten Folgen haben wird. Aber Herr Scholz will oder kann das nicht nachvollziehen. Der agroindustrielle Komplex weltweit ist so ausgelegt, dass es nicht eine, sondern zwei oder sogar drei Jahre braucht, um Verluste durch Ernteausfälle oder die Beeinträchtigungen eines Jahres auszugleichen, und wenn es 2022 zu einer Ernährungskrise kommt, ohne sie sich 2023 zu einer systemischen entwickelt, dann werden seine Folgen erst 2025 überwunden sein. Und wenn sie systemisch wird und mindestens ein weiteres Jahr andauert, dann werden seine Folgen 2027 und sogar 2028 zu spüren sein. Leider ist dies genau das ABC der landwirtschaftlichen Produktion, das jedem Agrarier bekannt, aber Politikern oft völlig unbekannt ist. Aus diesem Grund betreiben sie populistische Äußerungen machend gleichzeitig eine für die Bevölkerung ihrer Länder selbstmörderische Politik. Der einzige Staatschef, der die Situation um die Ukraine absolut nüchtern betrachtet, ist natürlich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der keine Wahl zwischen Moskau und Kiew trifft und sich ständig als Vermittler für die Organisation von Verhandlungen anbietet. Dies hindert ihn nicht daran, Waffen an die Ukraine und Tomaten an Russland zu liefern, von beiden Seiten des Konflikts profitierend. Herr Erdogan kennt die Geschichte seines Landes gut und ist sich bewusst, dass die Türkei seit der Zeit von Sultan Suleiman Kanuni, also seit 400 Jahren, auf Getreidelieferungen von außen,  hauptsächlich aus der nördlichen Schwarzmeerregion, angewiesen ist. Und er geht daher angesichts der drohenden Hungersnot für die Bevölkerung seines Landes gegen die Forderungen der NATO, der Europäischen Union und der G7, im Konflikt in der Ukraine eine antirussische Haltung einzunehmen, wohl wissend, wie schädlich dies für das Volk der Türkei wäre. Anders als Herr Scholz, der über die Ernährungskrise spricht, ohne an ihre Folgen zu denken, denkt Herr Erdogan an die Folgen der Ernährungskrise, ohne sich auf ihre Ursachen zu konzentrieren. Natürlich irritiert eine solche Haltung von Präsident Erdogan die Führer aller Länder, die mehr oder weniger am Konflikt um die Ukraine beteiligt sind, aber niemand kann ihm mangelnden Pragmatismus und Patriotismus vorwerfen. Wenn sich alle europäischen Politiker so verhalten hätten wie Präsident Erdogan, wäre der Konflikt in der Ukraine diplomatisch längst beigelegt und möglicherweise noch nicht einmal begonnen worden, aber so etwas beobachten wir in Europa leider nicht.
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Prof. Oleg Kuznetsov Der russische Historiker Prof. Oleg Kuznetsov verfasste etwa 170 wissenschaftliche Studien und ist Autor des Buchs „Geschichte des transnationalen armenischen Terrorismus im 20. Jahrhundert: historisch-kriminologische Forschung„.