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SOKO Tierschutz Recherchen
Das grausame Geschäft mit kranken Milchkühen

Die deutsche Milchindustrie produziert am laufenden Band verletzte, kranke und sterbende Tiere. Der Preis der Turbokühe sind gebrochene und zerstörte Tiere nach wenigen Jahren.

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(Symbolfoto: pixa)

Hannover/Stendal/München – Die deutsche Milchindustrie produziert am laufenden Band verletzte, kranke und sterbende Tiere. Der Preis der Turbokühe sind gebrochene und zerstörte Tiere nach wenigen Jahren. SOKO Tierschutz Recherchen beweisen, dass diese Tiere nicht wie vorgeschrieben notgetötet, sondern hunderte km weit zu Schlachthöfen gebracht werden, die solche Tiere illegal töten.

Diese Schlachthöfe sind in der Branche nur Insidern bekannt und sie haben den Ruf alle Tiere anzunehmen, die an anderen Schlachthöfen abgewiesen oder entsorgt werden.

Die Tiere sind so schwach und verletzt, dass sie systematisch mit Seilwinden in den Tod geschleift werden. Es kommt bei den Tieren, die sich mit gebrochenen Beinen noch einige Meter schleppen können, zu Elektroschocker-Exzessen.

Die Gewalt trifft auch neugeborene Kälber: Die Filmaufnahmen zeigen Tiere, die brutal von der Rampe geworfen werden. SOKO Tierschutz arbeitet seit Anfang letzter Woche mit den Behörden an der Zerschlagung des kriminellen Netzwerkes, an dem ein Dutzend nationale Tiertransportfirmen, Tierärzte und Landwirte beteiligt sind. Ein Betrieb in Bad Iburg Niedersachsen und Schönhausen Sachsen Anhalt wurden von den Behörden geschlossen. SOKO Tierschutz liegen mehrere Terrabyte an Beweismaterial vor.

Das Fleisch der Schlachthöfe findet national und international Abnehmer. Zum Kundenkreis der Schlachthöfe gehören eine bedeutende bayerische Fleischfirma, ein belgischer und ein polnischer Fleischkonzern, aber auch diverse regionale Metzgereien und Supermärkte.

Das harte Vorgehen der Behörden sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Tierschutzskandal seine Wurzel in einem Totalversagen der amtlichen Kontrolle in Schlachthöfen, auf den Transporten sowie auf den Milchbetrieben hat. „Wir fordern Haftstrafen für die Täter, sonst findet sich schnell ein neuer skrupelloser Schlachthof für das lukrative Geschäft mit kranken Tieren“, so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

 

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