Türkische Außenpolitik
„USA und EU ignorieren die türkischen Interessen“

von Prinz Michael von Liechtenstein Die südöstliche Nachbarschaft Europas – das östliche Mittelmeer, die Schwarzmeerregion und der Kaukasus – ist seit langem ein Schauplatz, an dem die großen geopolitischen Akteure um Einfluss ringen. Und die Türkei befindet sich im Zentrum dieser entscheidenden Verflechtung. Dies stellt Ankara vor große Herausforderungen und Verantwortlichkeiten. Die Vereinigten Staaten, die Europäische Union, die NATO und Russland haben alle strategische Interessen in der Region, und für andere wichtige Akteure wie Israel, Ägypten und Griechenland steht ebenfalls viel auf dem Spiel. Diese umfassenden geopolitischen Spannungen in der Region spielen sich parallel zu verschiedenen Konfliktherden ab, in denen legitime Minderheiteninteressen wie die der Kurden und Palästinenser häufig durch terroristische Aktivitäten beeinträchtigt werden. Im Libanon, in Libyen und in Syrien toben die Kämpfe. Im Irak kommt es regelmäßig zu Bombenanschlägen. Im Kaukasus ist die Lage zwischen Aserbaidschan und Armenien trotz einem Ende des Krieges nach wie vor brisant. Der Konflikt zwischen Georgien und Russland um Südossetien und Abchasien ist nach wie vor eingefroren. All diese Themen sind miteinander verknüpft, und die Liste ließe sich fortsetzen.
Ankara braucht eine gewisse strategische Autonomie, um seine Interessen zu verteidigen
Der Hauptkonflikt, der die Region betrifft, ist natürlich der von Russland geführte Krieg gegen die Ukraine. Abgesehen von den schrecklichen Verlusten, die die ukrainische Bevölkerung erlitten hat, hat die Invasion zu mehreren globalen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen geführt. All diese brennenden Fragen spielen sich in unmittelbarer Nähe Europas ab, weshalb es wichtig ist, die Position und die Interessen des Landes zu verstehen, das im Zentrum der Region steht: Die Türkei. Alte Bindungen und Rivalitäten Die Türkei, die zweifellos die stärkste Macht im östlichen Mittelmeerraum ist, liegt an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien und bewacht den Zugang zum Schwarzen Meer vom Mittelmeer aus über die Dardanellen und den Bosporus. Es verbindet Europa mit dem Nahen Osten, dem Schwarzen Meer und dem Kaukasus. Das Osmanische Reich, das Teile Südosteuropas und den größten Teil des Nahen Ostens beherrschte, wurde am Ende des Ersten Weltkriegs besiegt. Anschließend wurde es, vor allem von Großbritannien und Frankreich, in mehrere neue Einheiten und koloniale Protektorate aufgeteilt. Auf diese Weise entstanden künstliche Staaten. Das Gebiet der heutigen Türkei wurde von Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und Griechenland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Unter der Führung von Mustafa Kemal Pascha, der unter dem Namen Atatürk bekannt wurde, besiegte eine türkische Nationalarmee später die Besatzungstruppen, was zur Gründung des heutigen türkischen Staates führte. Die Türkei sollte eine säkulare und nationale Einheit nach französischem und italienischem Vorbild werden – eine Nation, eine Sprache. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Türkei angesichts der aufstrebenden Sowjetunion der NATO bei und ist auch heute noch eines der wichtigsten Mitglieder des Bündnisses. Die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union sind zwar theoretisch noch im Gange, de facto aber nicht existent. Sowohl das Osmanische Reich als auch die spätere Türkische Republik hatten gespannte Beziehungen zum Russischen Reich und zur Sowjetunion, deren Expansion am Schwarzen Meer, auf dem Balkan und im Kaukasus in den letzten 300 Jahren mehrere Kriege auslöste. Im aktuellen Konflikt ist es für die Sicherheit der Türkei entscheidend, die territoriale Integrität der Ukraine zu wahren und Russland von der Krim fernzuhalten. Dank der starken Marine und Militärpräsenz der Türkei, die von Moskau respektiert wird, konnte Präsident Recep Tayyip Erdogan erfolgreich die Befreiung ukrainischer Getreidelieferungen von einer russischen Blockade des Schwarzen Meeres aushandeln. Die militärische Stärke der Türkei zeigte sich auch im jüngsten Berg-Karabach-Krieg, in dem Aserbaidschan dank der türkischen Unterstützung das von Moskau unterstützte Armenien besiegen konnte. Für Ankara ist es wichtig, dass die Integrität Georgiens gewahrt bleibt und dass der russische Einfluss auf dem Balkan und im Nahen Osten, insbesondere in Syrien, zurückgedrängt wird. Andererseits muss die Türkei aufgrund ihrer Abhängigkeit von Energie und Handel die Beziehungen zu Russland aufrechterhalten.
Die Türkei hat das Potenzial, den Nahen Osten zu stabilisieren und könnte eine wichtige Rolle in Zentralasien spielen
Die Türkei hat auch ein schwieriges Verhältnis zu Griechenland, das auch eine Belastung im Umgang mit der EU darstellt. Nach dem Ersten Weltkrieg machte Griechenland den Fehler, gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich und Frankreich türkisches Gebiet zu besetzen. Dies führte zu einer heftigen Gegenreaktion, und als die Türkei ihre Unabhängigkeit wiedererlangte, wurde eine große Zahl von Griechen in Anatolien, die zumeist an den Küsten der Ägäis lebten, als Vergeltung vertrieben. Seitdem sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern von Spannungen geprägt, die sich vor allem auf zwei Themen beziehen: Nordzypern und die Hoheitsgewässer. Die derzeit von den Vereinten Nationen anerkannte Aufteilung der ausschließlichen Wirtschaftszonen wird von Ankara angefochten und verschafft Griechenland einen erheblichen Vorteil. Der territoriale Anspruch der Türkei ist aus technischen Gründen eingeschränkt, da Inseln mehr Hoheitsgewässer zugestanden werden als kontinentalen Ländern. Diese ungelöste Frage, die durch die Haltung Brüssels und anderer europäischer Hauptstädte gegenüber der Türkei noch verschärft wird, hat die guten Beziehungen zur EU beeinträchtigt. Die Türkei steht vor weiteren Herausforderungen: eine unsichere politische Lage, die auch zu einem militärischen Engagement im Nahen Osten, insbesondere im Irak und in Syrien, geführt hat. Ankara unterhält alte Beziehungen zu Nordafrika, insbesondere zu Ägypten und Libyen, und hat Interessen im Indischen Ozean. Die Sorgen Ankaras In der Türkei leben 15 bis 20 Millionen Menschen mit kurdischen Wurzeln, etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Die Kurden – eine Ethnie, die sich aus verschiedenen Untergruppen zusammensetzt – haben seit Jahrhunderten keinen Staat mehr und sind heute auf die Osttürkei, Nordsyrien, den westlichen Iran und den Nordirak verteilt. Die von den Franzosen und Briten gezogenen Kolonialgrenzen haben die kurdische Bevölkerung geteilt. Kemal Atatürks Einsprachigkeitspolitik diskriminierte die kurdische Sprache, obwohl die Kurden selbst nicht unterdrückt wurden. Sowjetische Desinformation und Diffamierung in den 1960er und 1970er Jahren schürten die kurdische Opposition und veranlassten einige Gruppen, sich dem Terrorismus zuzuwenden. Das Ziel bestand darin, einen wichtigen NATO-Partner zu destabilisieren. Diese Strategie führte zu weiteren Anfeindungen. Jetzt haben die kurdischen Gruppen in Nordsyrien, die früher mit Unterstützung der USA gegen den Islamischen Staat kämpften, ihr eigenes Territorium geschaffen. Ihre Führung unterstützt eine radikale terroristische Organisation mit Sitz in der Türkei, die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Die Gruppe steht sowohl auf der US-amerikanischen als auch auf der EU-Terrorliste. Es ist bedauerlich, dass die terroristischen Aktivitäten einer kleinen Gruppe die berechtigten Forderungen der Kurden nach Anerkennung ihrer ethnischen Zugehörigkeit zunichte machen. Die kurdischen Minderheiten sind in ganz Ostanatolien sowie in größeren Städten im Westen des Landes verstreut. Um sich vor dieser Bedrohung zu schützen, will die Türkei einen 30 km langen „Cordon sanitaire“ in Nordsyrien überwachen, was viele andere Mächte verärgert hat. Im Umgang mit der Türkei gehen Europa und die USA fälschlicherweise davon aus, dass Ankara ihre Interessen teilen sollte. Die Türkei hat jedoch andere legitime Anliegen, und wenn sie sich selbst verteidigt, hilft sie dem Westen, indem sie die regionale Stabilität bewahrt.
Die USA und die EU ignorieren die türkischen Interessen und bringen das Land auf der internationalen Bühne ständig in Misskredit. Das wird nach hinten losgehen.
Die Operationen der Türkei in Syrien sind aus der Perspektive der Terrorismusbekämpfung logisch. Die türkischen Bemühungen, den russischen Einfluss im Kaukasus einzudämmen und die territoriale Integrität der Ukraine zu bewahren, haben sich als wesentlich erwiesen. Der Ansatz Ankaras mag sich von dem des Westens unterscheiden, aber manchmal erweist er sich auch als effektiver. Die NATO-Mitglieder haben die Türkei in mehreren Punkten kritisiert. Eines davon war der Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400. Das Problem ist, dass Ankara bei der Verteidigung seiner Interessen eine gewisse strategische Autonomie braucht. Eine völlige Abhängigkeit von westlicher Ausrüstung und insbesondere die fehlende Möglichkeit, die Software zu kontrollieren, würde den Handlungsspielraum der Türkei einschränken. Um seine Unabhängigkeit zu wahren, hat das Land einen florierenden Verteidigungssektor aufgebaut. Da die türkischen Interessen vom Westen weitgehend ignoriert werden, muss Ankara manchmal zu Maßnahmen greifen, die als Erpressung empfunden werden, in Wirklichkeit aber nur dem Schutz nationaler Interessen dienen. Dies war der Fall bei der Blockade des NATO-Beitritts Finnlands und Schwedens, wenn die beiden Länder nicht aufhören, PKK-Terroristen zu beherbergen. Die Türkei hat durch ihre wirtschaftlichen Aktivitäten erheblichen Einfluss in Afrika gewonnen. Sie hat das Potenzial, den Nahen Osten zu stabilisieren, und könnte eine wichtige Rolle in Zentralasien spielen. Sie ist für den Westen von entscheidender Bedeutung. Und doch ignorieren die USA und die EU die türkischen Interessen und diskreditieren das Land ständig auf der internationalen Bühne. Das wird nach hinten losgehen. Präsident Erdogan ist ein reiner Pragmatiker. Das führt dazu, dass er seine Politik häufig ändert. Viele Kommentatoren halten die türkische Politik für unberechenbar, aber sie ist logisch und von nationalen Interessen geleitet. Auf die Wirtschaftspolitik trifft dies jedoch weniger zu. Obwohl die Wirtschaft an sich nicht schwach ist, steigt die Inflation bedauerlicherweise stark an, und die türkische Lira hat in letzter Zeit dramatisch an Wert verloren. Ohne die Türkei werden die Sicherheit und die Interessen Europas ständig in Frage gestellt sein. Wenn sie sich bemühen würden, Ankara zu verstehen, würden die Europäer mit einer sichereren und stabileren unmittelbaren Nachbarschaft belohnt werden. Erschienen auf gisreportsonline.

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Nutztierhandel
Viehversteigerungs-App viehworld jetzt auch in Deutschland erhältlich

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Die Digitalisierung hat auch die Landwirtschaft voll erfasst! Die kostenlose Viehversteigerungs-App viehworld ist jetzt auch in Deutschland erhältlich. viehworld stellt den Nutztierhandel für Landwirte auf ökologisch und finanziell nachhaltige Beine. Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde, Geflügel, Alpakas und viele weitere Tierarten können online ersteigert oder verkauft werden. Die neue App hat sich zum Ziel gesetzt, den Viehhandel in Deutschland zu revolutionieren. Viehworld kann in allen App-Stores für Android- und Apple-Handys kostenlos downgeloadet werden. Konventionelle Landwirte, Biobauern und Viehhändler sind die Zielgruppe. Der Bedarf der Digitalisierung des Tierverkaufs ist vorhanden und nach einem Testlauf in Österreich schätzen die Kunden die kurzen Transportwege, was für die Tiere wichtig ist, die schnellen und unkomplizierten Käufe und Verkäufe sowie die geringen Provisionen bei einem erfolgreichen Handel. Viehverkauf auf dem Weg ins digitale Zeitalter Das interaktive Tool viehworld steigert den Mehrwert für alle Beteiligten am Markt: für Landwirte im An- und Verkauf, Viehhändler, Konsumenten, Versteigerungshallen und die Tiere selbst. Denn auf der App werden alle relevanten Daten für den Privatverkauf eines Nutztiers abgebildet: von Zuchtdaten über Stammbaum bis Reproduktion. Zusätzlich kann der Nutzer zu jedem Tier passende Fotos und Videos hochladen. Für die transparenten Versteigerungen auf viehworld ist weder ein Mitgliedsbeitrag noch eine Grundgebühr fällig, sondern lediglich eine geringe Provision bei erfolgreichem Verkauf. Dank viehworld bleibt den Landwirten auch mehr Zeit am Hof, was wiederum den Aufwand beim Viehhandel verringert und den Ertrag erhöht. Mehr Tierwohl, Zeit & Ertrag Da sich über den App-Verkauf, wo ein Geo-Targeting vorhanden ist, die Transportwege verkürzen, sinkt wiederum das Risiko von Krankheiten dramatisch, wie der viehworld-Mitgründer und Tierarzt Wolfgang Schiessl unterstreicht: „Mithilfe eines geographischen Filters gewährleisten wir, dass Tiere in der unmittelbaren Umgebung verkauft werden. Das garantiert ein geringeres Risiko für die Einschleppung von Krankheiten in den eigenen Stall und eine Minimierung von Fremdkeimbelastungen. Zudem wirkt sich jeder gesparte Transport-Kilometer positiv auf das Stresslevel der Tiere aus.“ viehworld nimmt eine richtungsweisende Vorreiterrolle bei Tiergesundheit, Datenqualität und Transparenz ein. Genau das wollen die Macher und Entwickler – darunter viele junge Landwirte – des Projekts unter Beweis stellen und damit den Nutztierhandel in eine digitale und ökologische Zukunft führen.

Weihnachten
Geschenkpapier und Weihnachtsbaum gehören nicht ins Kaminfeuer

Alle Jahre wieder: Die meisten verpacken ihre Präsente zu Weihnachten in klassisches Geschenkpapier. Denn bunt bedruckt sieht nicht nur schön aus, es steigert auch die Spannung. Nach dem Entpacken hat das Papier jedoch seinen Zweck erfüllt und sollte über die entsprechende Mülltonne entsorgt werden. Darauf weist der HKI hin. Denn so mancher Ofenbesitzer spielt mit dem Gedanken, das Geschenkpapier als Zündmaterial zu verwenden. Doch Geschenkpapier ist oft mit Folien beschichtet oder mit Kunststofflacken bedruckt und somit fürs Feuer absolut ungeeignet. Grundsätzlich gilt: Kartonagen und sonstiges Verpackungsmaterial gehören in die entsprechende Altpapier- oder Resttonne und nicht in den Brennraum. Wer dies missachtet, riskiert nicht nur Ärger wegen Rauch- und Geruchsbelästigung, er schadet auch der Umwelt. Die entstehenden Schadstoffe können zudem die Feuerstätte und den Schornstein schädigen sowie hohe Sanierungskosten nach sich ziehen. Und was ist mit dem Weihnachtsbaum? In der Regel werden Tannenbäume erst kurz vor dem Verkauf geschlagen und während der Feiertage auch häufig gewässert. Folglich sind sie für den Einsatz als Brennstoff viel zu feucht. Denn je höher der Wassergehalt, desto niedriger der Heizwert und umso höher sind die Schadstoffemissionen wie Staub und Kohlenmonoxid. Wer dennoch seinen Weihnachtsbaum als Brennstoff einsetzen will, sollte wissen: Erntefrisches Holz wie der Tannenbaum muss auf jeden Fall ein bis zwei Jahre getrocknet werden. Neben der optimalen Restfeuchte, die unter 20 Prozent liegen muss, ist es wichtig, dass der Baum unbehandelt ist. Mit Lacken und Farbe besprühtes oder mit Schutzmitteln behandeltes Holz darf nicht verbrannt werden, sondern gehört in die Restmülltonne. Natürlich muss der Baum auch komplett von Kugeln, Lametta und anderer Deko befreit sein, bevor der Stamm auf die richtige Größe geschnitten und gespalten wird. Allerdings kommt noch hinzu, dass die Nadeln stark harzen. Durch die Hitze der Flammen beginnt das Harz zu kochen und spritzt umher. Das Problem: Klebriges und eingebranntes Harz an der Sichtscheibe, das sich nur mühsam entfernen lässt. Zudem ist das Nachlegen der trockenen Zweige auf eine vorhandene Glut oder direkt in die Flammen besonders gefährlich, da die Nadeln schlagartig mit einer Stichflamme verbrennen können! Gleichfalls führt das Verfeuern der Äste zu extrem hohen Temperaturen im Ofen und kann kostspielige Schäden, etwa einen Bruch der Glaskeramik, verursachen. Fazit: Geschenkpapier sollte wiederverwendet oder über die entsprechende Wertstofftonne entsorgt werden. Und der Weihnachtsbaum kann nach den Festtagen zur Entsorgung auf die Straße gestellt werden. Die örtliche Müllabfuhr bietet hierfür in der Regel Termine an.

Brüssel
Griechenland und Türkei führen Normalisierungsgespräche

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Brüssel – Deutschland war Gastgeber eines geheimen Treffens in Brüssel, bei dem hochrangige außenpolitische Berater der Staats- und Regierungschefs Griechenlands und der Türkei über die Normalisierung der bilateralen Beziehungen diskutierten, die seit Jahren von ständigen Spannungen geprägt sind. An dem Treffen nahmen der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalin, der außen- und sicherheitspolitische Berater des Bundeskanzleramtes, Jens Ploetner, und die Leiterin des diplomatischen Büros des griechischen Ministerpräsidenten, Anna-Maria Bura, teil, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Das Treffen fand in der deutschen Vertretung bei der Europäischen Union statt, ohne dass es Vorbedingungen auf beiden Seiten gab, berichtet die griechische Tagezeitung Kathemerini. Weitere Informationen über das Treffen wurden nicht veröffentlicht. Die NATO-Mitglieder Türkei und Griechenland sind seit Jahrzehnten zerstritten, und es bestand mehrfach die Gefahr eines bewaffneten Konflikts. Zu den strittigen Fragen gehören konkurrierende Gebietsansprüche im östlichen Mittelmeer, insbesondere in der Region der Ägäis, die griechisch-türkische Teilung Zyperns und die Abgrenzung der Seegrenzen. Die Türkei hat Griechenland wiederholt vorgeworfen, unter Verstoß gegen den Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 Waffen auf den Inseln der Ägäis zu stationieren. Laut der Türkei habe Griechenland nach den 2 Weltkriegen die Hoheitsrechte über bestimmte Inseln nur unter der Bedingung erhalten, dass auf ihnen kein Militär stationiert werde.

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Freizeit
Feste planen – darauf sollte unbedingt geachtet werden

Steht ein größeres Ereignis an, ist die Planung der Feierlichkeiten besonders wichtig, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Organisation und Planung ist alles, wenn es darum geht, ein von Erfolg gekröntes Fest zu feiern. Das fängt bereits mit der Wahl der passenden Location an und endet zumeist mit einer kleinen Aufmerksamkeit wie mit Dankeskarten an die Gäste. Damit am Ende des Tages auch wirklich nichts schiefgeht, haben wir in diesem Artikel einige Tipps und Tricks zusammengefasst. Egal, ob Catering, Einladungen oder Location, wir haben an alle notwendigen Schritte gedacht!

Der schönste Fleck für das Event – die passende Location

Um die passende Location zu finden, ist es zuerst wesentlich zu wissen, wie viele Leute an der Feier teilnehmen werden. Falls die Feier im kleinen Kreis, sprich mit circa 10 Personen, stattfinden soll, ist es möglich, dass die eigene Wohnung oder das eigene Haus in Betracht kommen. Etwas andere Umstände haben wir hingegen bei einer Hochzeit. Manche Paare träumen von einer Hochzeit im engsten Familienkreis, während andere Paare sich für eine groß angelegte Feier mit allen Freunden und Bekannten entscheiden. Für Letztere ist es wichtig, einen geeigneten Ort für die Hochzeit zu finden. Ob renovierter Stall oder klassisches Restaurant – die perfekte Location macht die Hochzeit erst so richtig unvergesslich. Wer eine Location mieten möchte, sollte sich am besten früh darum kümmern, um enttäuschende Überraschungen zu vermeiden.

Einladungen: Freude und Glück teilen

Einladungen sollten zum passenden Zeitpunkt verschickt werden, um die Gäste auf die Feier vorzubereiten. Hochzeitseinladungen werden in der Regel ein halbes Jahr im Voraus versandt, während bei Einladungskarten zum Geburtstag meist 4 bis 5 Wochen vor der Party ausreicht. Kreative Köpfe können ihrer Fantasie freien Lauf lassen und diese selbst gestalten. Für weniger kreative Menschen oder die, die unter Zeitdruck stehen, eignen sich Einladungen zum Geburtstag oder anderen Festlichkeiten, die einfach online gestaltet und dann verschickt werden können, besser. Die Angabe des Datums, der Uhrzeit und des Ortes der Feier sowie ein Hinweis darauf, bis wann der Gast spätestens zusagen sollte, sind wichtige Informationen, die in einer Einladung nicht fehlen dürfen. Dringend beachten! Um ein Essen zu wählen, das für alle Gäste gleichermaßen geeignet ist, sollte der Gast rechtzeitig nach Erhalt der Einladung angeben, sofern er sich vegetarisch oder vegan ernährt.

Das Catering – Die Freude der Gäste bei jedem Bissen!

Wer nicht gern selbst den Kochlöffeln schwingt oder einfach einen zu großen Andrang an Gästen erwartet, sollte auf einen Catering-Service zurückgreifen. Bei diesem wird das Essen für eine Veranstaltung im Voraus bestellt und zubereitet. Dies kann in einem Restaurant oder Café erfolgen, aber auch externe Dienstleister bieten diesen Service an. Bei der Auswahl des Catering-Services sollte man darauf achten, dass das Menü Ihren Wünschen entspricht und falls notwendig auch vegetarische und vegane Optionen angeboten werden. Widmen wir uns den Getränken! Die beste Methode, um die Kosten für Getränke bei einer Party zu senken, ist es, diese Leasing-Methode zu nutzen. Der Verkäufer, oftmals ein Getränkemarkt, stellt hier verschiedene Sortimente unterschiedlicher alkoholischer und nicht alkoholischer Getränke bereit, die mit einer Kaution gemietet werden können. Nach der Feier wird dann abgerechnet. So bleibt nichts übrig.

Ein Unterhaltungsprogramm, welches keine Wünsche offenlässt

Vor allem bei großen Feierlichkeiten sollte für ausreichend Unterhaltung gesorgt werden. Neben dem DJ, der die Gäste dazu bewegt, die Hüften zu schwingen, können auch Tänzer oder Magier arrangiert werden, um die Maße mit fließenden Bewegungen und eindrucksvollen Kunststücken zu verzaubern. Besonders beliebt sind heutzutage auf großen Feiern auch speziell konstruierte Fotoboxen, welche sich mit Datum und Anlass verzieren lassen. So hat jeder Gast ein tolles Andenken an die Party und kann beim Gedanken schweifen noch oft daran zurückdenken.

Fazit – reibungsloser Ablauf des Festes dank perfekter Planung garantiert!

Die gute Organisation sorgt beim Ablauf des Festes natürlich für einen reibungslosen Verlauf. Egal, ob hier live Unterhaltung durch DJ oder Band stattfindet oder der Gastgeber selbst für Musik sorgt, das gemütliche Zusammensein endet dann perfekt, wenn es noch eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Dankeskarte vom Gastgeber gibt.

Türkei
Istanbul: Imamoğlu kündigt 2 neue U-Bahn-Linien an

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Istanbul – Der Oberbürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul hat am Samstag die Inbetriebnahme von zwei neuen U-Bahn-Linien angekündigt. Anfang kommenden Jahres sollen die U-Bahn-Linien Yıldız-Fulya-Mecidiyeköy und Dudullu-Bostancı in Betrieb genommen werden. 

Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu (CHP) nahm am Sonntag an der Testfahrt der Linie Yıldız-Fulya-Mecidiyeköy teil, die die Stadtteile Beşiktaş und Şişli unterirdisch verbinden wird. Der Bürgermeister von Beşiktaş, Rıza Akpolat, und der Bürgermeister von Şişli, Muammer Keskin, begleiteten İmamoğlu bei der Linieninspektion durch die von ihnen verwalteten Bezirke. Bei seiner Rede betonte İmamoğlu, dass mit der neuen Linie die bisherige Fahrzeit für diese Strecke von 30-40 Minuten auf wenige Minuten fallen werde.

Die Metro Istanbul (türkisch İstanbul metrosu) ist das U-Bahn-System der türkischen 15-Millionen-Stadt Istanbul. Es wurde 1989 eröffnet und besteht aus den Linien M1A, M1B, M2, M3, M4, M5, M6, M7 und M9. Das von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft İstanbul Ulaşım betriebene U-Bahn-Netz befindet sich im Ausbau und umfasst derzeit 101 Stationen, 72 davon auf der europäischen Seite der Stadt und hat eine Streckenlänge von 135,4 km (Stand: Juni 2021). Die Metro gehört neben der Marmaray, der Stadtbahn, der Tram, dem Metrobus und dem Stadtbus- sowie Fährliniennetz zum Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs der Großstadt.

Tourismus
Türkei: Dieses Jahr bereits fast 1 Million Kreuzfahrttouristen

Istanbul – Türkische Kreuzfahrthäfen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Insgesamt 975 Kreuzfahrtschiffe haben zwischen Januar und November dieses Jahres die Häfen der Türkei angelaufen, wie aus Daten des Verkehrsministeriums hervorgeht. Diese Kreuzfahrtschiffe brachten rund 997.000 Urlauber. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2021 legten nur 75 Kreuzfahrtschiffe mit 45.000 Passagieren an Bord in den Häfen der Türkei an, berichtet Hürriyet Daily News. Der Bezirk Kuşadası in der Provinz Aydın an der Ägäisküste war das wichtigste Ziel für Kreuzfahrtschiffe. In den ersten elf Monaten des Jahres 2022 empfing Kuşadasi 455 Kreuzfahrtschiffe und 488.000 Besucher. Der Kreuzfahrttourismus in Kuşadası begann in den 1960er Jahren und entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt. „Der Kreuzfahrttourismus bringt dem Kuşadası-Hafen jährlich rund 200 Millionen Dollar an Einnahmen. Die Ausgaben eines Kreuzfahrtpassagiers auf der Durchreise belaufen sich im Weltdurchschnitt auf 115 Dollar, aber diese Zahl wird für Kuşadası, das auch ein ‚Einkaufsparadies‘ ist, auf etwa 200 Dollar geschätzt“, so Aziz Güngör, Regionaldirektor der Global Ports Holding East Med Ports. An zweiter Stelle lag Istanbul mit 117 Schiffen und 248.000 Passagieren, gefolgt von Bodrum mit 98 Schiffen und 96.000 Besuchern. Die steigende Popularität der Türkei hat sich über mehrere Jahre hinweg entwickelt. Kreuzfahrtschiffe kommen seit vielen Jahren in die Türkei, wobei Kuşadası und Bodrum zu festen Anlaufhäfen auf den Routen geworden sind. Die Hauptstadt Istanbul hat in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung erlebt. Derzeit ist sie neben Piräus in Griechenland einer der beliebtesten Einschiffungshäfen für Kreuzfahrtschiffe im östlichen Mittelmeer. Galataport Anfang dieses Jahres wurde in Istanbul ein neuer Kreuzfahrthafen eingeweiht, in dem es sogar ein beliebtes Restaurant des weltberühmten Instagram-Starkochs Nusret Gökce, besser bekannt als Salt Bae, gibt. Der Kreuzfahrthafen Galaport verfügt über ein 29.000 Quadratmeter großes unterirdisches Terminal und bietet Platz für drei Schiffe mit 15.000 Kreuzfahrtpassagieren pro Tag. Von Istanbul aus können Kreuzfahrtschiffe das Schwarze Meer und das Mittelmeer ansteuern.    

Energiepolitik
Aserbaidschan unterzeichnet Energieabkommen mit EU-Ländern

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Bukarest – Die Staats- und Regierungschefs Aserbaidschans, Georgiens, Ungarns und Rumäniens haben am Samstag in Bukarest ein Abkommen über den Bau eines Unterwasserkabels unter dem Schwarzen Meer unterzeichnet. Das fast 1.200 Kilometer lange Kabel von Aserbaidschan nach Rumänien wird aserbaidschanische Energie für den Rest des Kontinents liefern. Das Projekt könnte zu einer neuen Energiequelle für die Europäische Union werden, die ihre Abhängigkeit von russischer Energie verringern will. Sie wird auch den Moldawiern und Ukrainern zugute kommen, die ihre Energiesicherheit durch Russlands Lieferunterbrechungen und die Bombardierung wichtiger Infrastrukturen gefährdet sehen. „Angesichts des aktuellen Sicherheitskontextes, der durch die militärische Aggression gegen die Ukraine geprägt ist, müssen wir besser zusammenarbeiten und mehr Solidarität zeigen, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen“, sagte der rumänische Präsident Klaus Iohannis auf dem Treffen, an dem auch die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen teilnahm. „Unsere Zusammenarbeit im Energiebereich ist eine Reaktion auf einen strategischen Anstoß. Sie wird unsere Widerstandsfähigkeit im Energiebereich erhöhen und die Diversifizierung der Versorgungs- und Transportwege sicherstellen. Sie ist angesichts der steigenden Energienachfrage in Europa marktgesteuert“, sagte Iohannis weiter. „Seit Beginn des russischen Krieges haben wir beschlossen, uns von den russischen fossilen Brennstoffen zu verabschieden und unsere Optionen auf verlässliche Partner im Energiebereich, wie die an diesem Tisch Anwesenden, zu erweitern. Und das funktioniert“, sagte Ursula von der Leyen. Von der Leyen fügte hinzu, dass das Projekt „Georgien, einem Land mit europäischem Schicksal, erhebliche Vorteile bringen könnte“. „Es könnte das Land zu einem Stromdrehkreuz machen und es in den EU-Strommarkt integrieren“, sagte sie. „Das Kabel unter dem Schwarzen Meer könnte Strom zu unseren Nachbarn in Moldawien und auf dem Westbalkan und natürlich in die Ukraine leiten.“ Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban, der von allen EU-Staats- und Regierungschefs die besten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhält, lobte das Projekt und stellte fest, dass „die Zeiten der billigen Rohstoffimporte aus Russland vorbei sind“. „Wir wollen Wirtschaftswachstum und Sicherheit“, sagte Orban. „Wir sind hier zusammen, weil wir uns darauf geeinigt haben, neue Energiequellen für Europa zu erschließen“. Auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev begrüßte die Initiative als „eine neue ‚Brücke‘ von Aserbaidschan nach Europa“.    

Rentenpolitik
Ökonom kritisiert Rentenpolitik der SPD

Osnabrück – Renten-Ökonom Bernd Raffelhüschen hat die SPD-Rentenpolitik aufs Schärfste kritisiert und fordert die sofortige Abschaffung aller Anreize zur Frühverrentung. Zwar werde aus der Rente mit 63 die Rente mit 65, „aber das frühere Ausscheiden mit geringen Abschlägen bleibt möglich, und das heißt, es wird noch viel zu viele vorgezogene Ruheständler geben“, sagte der Freiburger Professor im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). De facto liege das Eintrittsalter zwischen 62 und 63 Jahren. „Deswegen: Die Regelung muss weg, sie hätte nie in Kraft treten dürfen.“ Seit 15 Jahren kämpfe die SPD nur dafür, dass die Menschen kürzer arbeiteten, kritisierte Raffelhüschen. „Sie hat die abschlagsfreie Rente mit 63 eingeführt, eine stetige Anhebung der Renten garantiert und die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Nicht-Rentenversicherte angehoben. Das alles geht komplett in die falsche Richtung, und das hat Kanzler Olaf Scholz nun begriffen“, sagte er mit Blick auf Scholz‘ Äußerungen, mehr Menschen müssten bis zum regulären Renteneintrittsalter arbeiten können. Dass sie dies nicht täten, liege nicht an den Arbeitgebern. „Heute ist jeder Arbeitgeber froh, wenn er seine Mitarbeiter halten kann, so lange es geht“, sagte der Ökonom. Die „bizarren Ausnahmen“ der von Franz Müntefering eingeführten Rente mit 67 hätten den dramatischen Fachkräftemangel noch verschärft. Auch körperliche Überforderung sei kein relevantes Problem. „Das Gerede von Abertausenden Dachdeckern, die nicht mehr aufs Dach können, das ist völlig übertrieben. Der Anteil derer, die am Ende ihrer Kräfte sind und für die es in den Betrieben keine angemessenen Jobs mehr gibt, ist so klein, dass er bei der Sicherung des Systems nicht ins Gewicht fällt“, führte Raffelhüschen aus. Das Vorhaben von Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil, das Rentenniveau zu stabilisieren, bezeichnete der Wissenschaftler als „völlig falschen Schritt“. Wörtlich ergänzte er: „Hubertus Heil war das größte Unheil für die Rentenversicherung, das wir erlebt haben.“ Die Renten an die Lohnentwicklung zu koppeln sei „absurd“. Stattdessen müssten die Bezüge für die Babyboomer gesenkt werden, weil sie weniger Kinder in die Welt gesetzt hätten. „Sie haben schließlich das Problem verursacht, für das sie ihre Nachkommen haften lassen wollen. Hubertus Heil stellt das Verursacherprinzip auf den Kopf. Ich hoffe, dass Olaf Scholz dem ein Ende bereitet und Hubertus Heil aufhält.“ Eine Absenkung des Rentenniveaus hätte auch keine dramatischen Folgen, erklärte Raffelhüschen, denn: „Die Realität ist: Es gibt heute keine Gruppe in Deutschland, die weniger von Armut bedroht ist als alte Menschen.“ Wenn die Menschen nicht länger arbeiteten, dürfte der Anteil durch ein niedrigeres Rentenniveau allenfalls leicht wachsen. „Wird hingegen länger gearbeitet, kann die Altersarmut noch weiter gedrückt werden. Und genau da müssen wir hinkommen.“ Die von FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner geplante Aktienrente werde auch nicht helfen, das System zu stabilisieren, erklärte Raffelhüschen weiter. In den kommenden Jahrzehnten fehlten 3.000 Milliarden Euro, um Beiträge und Rentenniveau stabil zu halten. „Wenn Christian Lindner davon zehn Milliarden Euro mit seinem Kapitalstock schließt, wird der Schuh nicht besonders groß. Wenn dieser Betrag auch noch durch Schulden finanziert wird, bleibt nur ein Badelatschen.“ Halte die Ampel an ihrer Politik fest, „dann müssen Arbeitnehmer bald 26 bis 28 Prozent ihres Lohnes in die Rente einzahlen, und zusätzlich müssen ein bis zwei Prozentpunkte des Bundeshaushaltes in die Rentenkasse fließen“, rechnete Raffelhüschen vor. Auch die Krankenkassenbeiträge würden hochgehen. „Eine Sozialabgabenquote von 55 Prozent, ist das den Jüngeren zumutbar? Nein. Es ist absehbar, dass der Generationenvertrag infrage gestellt werden wird. Wir laufen in ein hartes Verteilungsproblem zwischen Jung und Alt, daran führt kein Weg mehr vorbei“, so seine Prognose.

Silvester
Ärztepräsident fordert dauerhaftes Böllerverbot

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Osnabrück – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert ein dauerhaftes Böllerverbot an Silvester. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Reinhardt:
„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren gute Erfahrungen mit einem Böllerverbot gemacht. Jetzt sollten Bund und Länder ein dauerhaftes und umfassendes Verbot beschließen.“
Die „ungeregelte Knallerei“ passt aus Sicht des Ärztekammerchefs nicht mehr in die Zeit. „Sie ist schlecht für Umwelt und Klima und führt immer wieder zu schweren Verletzungen“, argumentiert Reinhard. Jedes Jahr erlitten rund 8000 Menschen in Deutschland eine Verletzung des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper. Besonders oft seien Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen sechs und 25 Jahren von Knalltraumata betroffen. Hinzu kämen Verletzungen am Auge und Verbrennungen. „Das bedeutet eine starke zusätzliche Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken, die ohnehin schon seit Monaten am Limit arbeiten“, sagte der Ärztechef der NOZ. In den vergangenen Jahren waren private Feuerwerke wegen der Corona-Pandemie verboten gewesen. Reinhard nannte es nun „vollkommen fehl am Platz, das neue Jahr mit Raketen zu begrüßen, während in Europa ein Krieg wütet“. „Bei zahlreichen Geflüchteten aus Kriegsgebieten löst die Silvesterknallerei schlimme Gefühle aus, bei manchen sogar Todesängste. Statt Geld für Böller und Raketen auszugeben, wäre mir ein Spenden-Feuerwerk für diese Menschen lieber.“