Zaxo-Anschlag
US-Stratege Rich Outzen bezweifelt „türkischen Angriff“

0

von Nabi Yücel

In der autonomen kurdischen Region Nordiraks kam es nur 10 km südlich der türkischen Grenze in einer Touristenregion nahe der Stadt Zakho zu Explosionen. Dabei starben nach letzten Meldungen neun Menschen, mehr als 20 wurden verletzt. Danach ging es Schlag auf Schlag. Alle Blicke richteten sich auf die Türkei, die als Urheber des Massakers in der Touristenregion Zaxo ausgemacht wurde.

Der Ehrenvorsitzende des Atlantischen Councils Colonel a.D. Rich Outzen erklärte, er sei skeptisch, was die Vorwürfe gegenüber der Türkei angehe. Vielmehr dürfe man nicht außer Acht lassen, dass die Provinzregion Dohuk und die angrenzende türkische Region ausgezeichnete Handelsbeziehungen unterhalten und bislang in dieser Region derartiges nicht vorkam. Man müsse in Betracht ziehen, dass es sich hierbei entweder um einen atypischen Fehler oder um eine Provokation handeln könnte. Angesichts der zuvor getätigten Äußerungen und Warnungen seitens der Terrororganisation PKK sowie des Iran während des trilateralen Treffens in Teheran gegenüber der türkischen Delegation, könne man vom letzteren ausgehen, so Outzen. Outzen war von 2016 bis 2021 im US-Außenministerium als militärischer und ziviler Berater tätig, zunächst im Büro für politische Planung und später im Büro des Sonderbeauftragten für Syrien.

Laut dem irakischen Premierminister Mustafa Al-Kadhimi handelte es sich bei den Explosionen in der Provinz Dohuk um Einschläge türkischer Artilleriegeschosse. Er schickte nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats eine Delegation unter der Leitung von Außenminister Fuad Hussein in das Gebiet, der dort angekommen erklärte, es handele sich definitiv um einen türkischen Angriff. Laut offiziellen Angaben werde man den Vorfall vor die Vereinten Nationen tragen, das als Verletzung der Souveränität des Iraks bewertet werde.

Wenig später berichtete die New York Times hingegen, es handele sich um einen türkischen Luftangriff, der mit Kampfdrohnen erfolgt sei. Muqtada as-Sadr, radikaler irakischer Geistlicher und Milizenführer, forderte eine umgehende Grenzschließung zur Türkei und die Einstellung aller Flüge aus der Türkei. Auch die völkisch-kurdische Terrororganisation PKK erklärte in einem offiziellen Statement, dass das Bombardement auf „Zaxo“ ein Verbrechen der Türkei sei und von der internationalen Gemeinschaft scharf verurteilt werden müsse.

Die Türkei erklärte wenig später, man spreche den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und werde bei den Ermittlungen den irakischen wie auch autonomen kurdischen Behörden uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Außerdem erklärte man sich bereit, Verletzte in türkischen Krankenhäusern aufzunehmen und zu behandeln. In einem späteren Statement unterstrich das Außenministerium, dass die erhobenen Vorwürfe nicht bestätigt werden könnten. Man appelliere an die irakische Führung, die Lage sachlich zu erörtern sowie abzuwarten und gemeinsam den Vorfall zu eruieren. Man werde bei der Aufklärung des schrecklichen Vorfalls vollumfänglich zusammenarbeiten.

In Bagdad versammelten sich noch in der Nacht vor der türkischen Botschaft Demonstranten, um gegen das „türkische Verbrechen“ in Zaxo zu protestieren. Dabei wurde die türkische Fahne vom Botschaftsgebäude heruntergerissen. Aus Erbil wie auch Dohuk im Nordirak, wurden an den türkischen Generalkonsulaten vor Visa-Stellen teilweise gewalttätige Ausschreitungen gemeldet.

Am Donnerstag erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, dass nach Rücksprache mit dem türkischen Generalstab ein Angriff auf Zivilisten ausgeschlossen werden könne. Die türkische Armee habe bei militärischen Operationen bislang Vorsicht wallten lassen und zivile Opfer stets gemieden. Angriffe im Nordirak wie in Nordsyrien würden lediglich auf Stellungen der PKK bzw. der YPG/SDF eingegrenzt erfolgen, worüber auch lückenlos Bericht erstattet werde. Man gehe vielmehr davon aus, dass der Angriff auf die Tourismusregion auf die PKK zurückzuführen sei.

Der Bürgerkrieg in Syrien war vor zwei Tagen ein Thema auf der Agenda des Treffens in Teheran. In Syrien unterstützen Russland und der Iran Präsident Baschar al-Assad, während die Türkei Teilen der bewaffneten Opposition zur Seite steht. Erdogan hatte mit einer Militäroffensive in Nordsyrien gedroht, um von den USA unterstützte völkisch-kurdische Terroristen von der türkischen Grenze zu vertreiben. Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, warnte Erdogan vor einem solchen Schritt. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow kündigte an, der Kreml lehne einen türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien ab.

Zum Thema

– Zaxo-Anschlag – Irak: Ankara streitet Angriff auf Zivilisten ab

„Nach den Informationen, die wir von den türkischen Streitkräften erhielten, haben wir keinen Angriff auf Zivilisten durchgeführt“, sagte Mevlut Cavusoglu.

Irak: Ankara streitet Angriff auf Zivilisten ab

Bundesliga
Leverkusens Schick kritisiert Lewandowski

0
Köln – Leverkusens Mittelstürmer Patrik Schick (27) hat das Verhalten von Weltfußballer Robert Lewandowski vor seinem Abschied von Bayern München kritisiert. „Wenn man auf Robert Lewandowski schaut, der darum gekämpft hat, den Verein verlassen zu können, dann kann ich sagen: Das ist nichts, was ich tun möchte“, sagte Schick im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Tscheche hat seinen bis 2025 laufenden Vertrag beim Bundesliga-Dritten überraschend vorzeitig bis 2027 verlängert, obwohl er mutmaßlich beste Angebote größerer Klubs bekommen hätte. Zugleich lobte Schick seinen Entdecker und Mentor, den ehemaligen Bayer-04-Geschäftsführer Rudi Völler: „Es hatte definitiv etwas mit Rudi Völler zu tun, dass ich 2020 nach Leverkusen gewechselt bin. Er war einer der Gründe, dass dieser Transfer zustande kam. Wir hatten einige Gespräche mit ihm, sie wollten mich schon einige Zeit zuvor verpflichten. Und am Ende war er sehr glücklich, dass ich gekommen bin. Ich denke, er hat da einen guten Job gemacht.“ Nach dem Abschied von Robert Lewandowski und Erling Haaland aus der Bundesliga ist Schick, der in der vergangenen Saison 24 Tore in 27 Spielen erzielte, Favorit auf die Torjägerkrone. Er misst ihr allerdings nicht die höchste Priorität zu: „Es ist nicht mein erstes Ziel, den Titel des besten Torjägers zu gewinnen. Das war es auch letzte Saison nicht. Die Chancen mögen jetzt ein wenig größer sein, aber so etwas muss natürlich geschehen. Wenn man zu viel daran denkt und das ständig im Auge hat, wird es nicht passieren.“

Zaxo-Anschlag
Irak: Ankara streitet Angriff auf Zivilisten ab

0
Ankara – Der türkische Außenminister dementierte am Donnerstag Meldungen über Raketenangriffe der Türkei auf Zivilisten im Irak. „Nach den Informationen, die wir von den türkischen Streitkräften erhielten, haben wir keinen Angriff auf Zivilisten durchgeführt“, sagte Mevlut Cavusoglu in einem Live-Interview mit dem türkischen Sender TRT Haber. Cavusoglus Äußerungen kamen einen Tag nach einem Anschlag in Duhoks Stadtteil Zaxo in der kurdischen Autonomieregion im Irak, bei dem acht Menschen getötet wurden. Mindestens acht Menschen wurden getötet und 23 weitere verletzt, sagte Chiya Amin, Leiter der Tourismusdirektion von Zaxo, über die jüngsten Opfer, darunter auch Kinder, gegenüber der Nachrichtenagentur Rudaw. Die Touristen waren Teil einer 200-köpfigen Reisegruppe aus Bagdad, fügte er hinzu. In einer nach dem Anschlag vom Mittwoch veröffentlichten Erklärung forderte das türkische Außenministerium irakische Regierungsvertreter auf, keine Erklärungen zu dem Anschlag in Duhok „unter dem Einfluss der Rhetorik und Propaganda“ der Terrororganisation PKK abzugeben. Unterdessen wiesen türkische Sicherheitsquellen auch die Berichte „zur Unterstützung der Terrororganisation PKK/KCK“ zurück, in denen behauptet wurde, die Zivilisten seien durch den Beschuss durch türkische Streitkräfte ums Leben gekommen. „Wir haben angekündigt, dass wir mit den irakischen Behörden nach dem verräterischen Angriff, von dem wir glauben, dass er von terroristischen Organisationen verübt wurde, zusammenarbeiten können. Wir weisen sowohl autorisierte als auch unautorisierte Aussagen über die Türkei zurück“, sagte Cavusoglu. Er fügte hinzu, dass die Propaganda der PKK im Irak zu einer Zeit kommt, in der die Türkei im Begriff ist, eine neue Operation in Nordsyrien zu starten, und sagte, dass die irakischen Behörden nicht in die Falle von Terrorgruppen tappen dürfen. Die Türkei werde ihren Kampf gegen den Terrorismus im Einklang mit dem Völkerrecht fortsetzen und nur die terroristischen Organisationen ins Visier nehmen. Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.

Auch interessant

– Stuttgart – Cem Özdemir verurteilt Anschlag auf türkisches Konsulat

Nach dem Brandanschlag am türkischen Generalkonsulat in Stuttgart wurde laut türkischen Medien der deutsche Botschafter in Ankara, Jürgen Schulz, ins türkische Außenministerium zitiert.

Cem Özdemir verurteilt Anschlag auf türkisches Konsulat
 

Terrorismus
Irak: Türkischer Nachrichtendienst MIT verhaftet mutmaßliches PKK-Mitglied

Ankara – Der türkische Nachrichtendienst MIT hat bei einem Auslandseinsatz einen flüchtigen mutmaßlichen PKK-Terroristen festgenommen und den Strafverfolgungsbehörden in der Türkei überstellt.

Wegen Mord per Haftbefehl gesucht

Beim festgenommenen mutmaßlichen Extremisten handelt es sich um Savaş Çelik, der wegen Mordes an einem Armeeoffizier mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde. Der Verdächtige soll am 27. Juli 2015 mit zwei weiteren PKK-Terroristen dem Gendarmerie-Major und Landkreis-Befehlshaber Arslan Kulaksız an einer Straßenecke aufgelauert und an dessen Auto das Feuer auf den Offizier eröffnet haben.

Nach einem Bericht der oppositionellen Zeitung Sözcü gelang es den Ermittlern das Smartphone des Terroristen zu orten. Im Zuge dessen wurde die Telekommunikation des Extremisten überwacht und Verbindungen zu anderen PKK-Mitgliedern protokolliert. Der festgenommene Terrorist soll in den von der PKK/YPG besetzten Städten und Ortschaften in Deir ez-Zor, Al-Dirbasiyah und Amude Syriens für die Terrororganisation aktiv gewesen sein.

Festgenommener Extremist wollte sich ins Ausland absetzen

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Extremist über Mittelsmänner versucht hat mit einem gefälschten Reisepass über den Irak sich ins Ausland abzusetzen. Einer Spezialeinheit der Auslandsabteilung des türkischen Nachrichtendienstes MIT gelang es den mutmaßlichen Mörder und PKK-Terroristen im Nordirak festzunehmen.

Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.

Kemal Bölge/Ankara

Auch interessant

– Stuttgart – Cem Özdemir verurteilt Anschlag auf türkisches Konsulat

Nach dem Brandanschlag am türkischen Generalkonsulat in Stuttgart wurde laut türkischen Medien der deutsche Botschafter in Ankara, Jürgen Schulz, ins türkische Außenministerium zitiert.

Cem Özdemir verurteilt Anschlag auf türkisches Konsulat

ZEIT-Interview
Ataman: „Ich bin sehr froh, dass ich in Deutschland lebe“

Hamburg – Im ersten Interview seit ihrer Wahl zur Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundestages widerspricht Ferda Ataman im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und ZEIT Online der Kritik an ihrer Person: „Ich glaube, ich bin längst nicht so ‚woke‘, wie vielen denken.“ Auf die Vorwürfe von Politikern aus CDU und FDP, ihre Rhetorik spalte die Gesellschaft, antwortet sie: „Ich lege den Finger in die Wunde, und das finden natürlich nicht immer alle prima. Womit ich aber nicht gerechnet habe, sind die vielen Falschbehauptungen, die von einigen Medien ungeprüft übernommen wurden, etwa dass ich Deutsche absichtlich diskriminieren würde oder dass ich Probleme innerhalb von migrantischen Communities nicht angesprochen hätte.“ Auch verteidigt Ataman gegenüber ZEIT und ZEIT Online ihre Kolumne für die Amadeu Antonio Stiftung aus dem Jahr 2018, im der sie die neu gegründete Heimatabteilung des damaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in die Nähe der „Blut und Boden“-Ideologie der Nazis rückte: „Ja, ich stehe noch zu dem Text“, so Ataman, „ich habe damals geschrieben: Wer den Begriff Heimat jetzt politisch gebraucht, muss klarstellen, wofür er steht, und sich von völkischer Symbolik abgrenzen. Denken Sie etwa an die rechtsextreme NPD, die sich ‚Heimatpartei‘ nennt.“ Auf die Frage, warum sie kurz vor Bekanntgabe ihrer Nominierung alle Tweets ihres Twitter-Profils gelöscht habe, sagt Ataman: „Ich finde, das private Twitter-Profil einer Publizistin passt nicht zu einer designierten Antidiskriminierungsbeauftragten des Bundes, deshalb habe ich einfach alle Tweets gelöscht.“ Ataman äußert sich im Interview immer wieder auch positiv über die deutsche Gesellschaft: „Ich bin sehr froh, dass ich in Deutschland lebe“, und weiter: „Denken Sie nur an die Sternstunden der Zivilgesellschaft, als es darum ging, geflüchtete Menschen aus Syrien oder der Ukraine aufzunehmen. Die große Mehrheit ist in der modernen Einwanderungsgesellschaft angekommen.“ In ihrer neuen Funktion als Antidiskriminierungsbeauftragte fordert sie außerdem eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, „so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.“ Das Gesetz bildet die rechtliche Grundlage für ihre künftige Arbeit.

Superbike-WM
Türkischer Rennfahrer Razgatlioglu holt dritten Sieg

0
Leicestershire – Bei der Superbike-WM in Donington hat der türkische Motorradrennfahrer Yamaha-Werkspilot und Kenan Sofuoglu Protegé Toprak Razgatlioglu alle drei Rennen gewonnen. Der Yamaha-Pilot gewinnt vor Alvaro Bautista und Jonathan Rea. Nach je einem Sieg im ersten Lauf und dem Superpole-Rennen gewinnt der Türke auch das zweite Hauptrennen 1.102 Sekunden vor dem WM-Leader Alvaro Bautista. „Endlich hat es geklappt: Drei Siege an einem Wochenende – mein Traum wurde wahr!“, freut sich Razgatlioglu. „Jetzt fühlt sich mein Bike wieder wie letztes Jahr an und ich kann im typischen Toprak-Stil fahren. Hart bremsen und andere Fahrer überholen ist jetzt wieder sehr einfach. Das liegt daran, weil ich wieder Grip habe – keine Ahnung, was sie an der Abstimmung geändert haben. Noch lässt sich aber nicht sagen, ob das jetzt immer so sein wird, das war nur ein Rennwochenende.“, zitiert Speedweek den Weltmeister von 2021.

Auch interessant

– WSBK 2021 – Türkischer Rennfahrer Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister

Kenan Sofuoglu Protegé Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister 2021! Ein zweiter Platz reichte, um sich ein Rennen vor dem Ende der Saison den Titel sicherzustellen.

Türkischer Rennfahrer Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister
      Der in Alanya geborene Razgatlıoglu ist der zweite Sohn des berühmten türkischen Stunt-Motorradfahrers Arif Razgatlıoglu, der als Tek teker Arif bekannt war, was so viel bedeutet wie Wheelie Arif. Sein Vater starb zusammen mit seiner Freundin, die auf dem Soziussitz saß, bei einem Motorradunfall in Antalya am 17. November 2017.

Stuttgart
Cem Özdemir verurteilt Anschlag auf türkisches Konsulat

0
von Nabi Yücel Nach dem Brandanschlag am türkischen Generalkonsulat in Stuttgart wurde laut türkischen Medien der deutsche Botschafter in Ankara, Jürgen Schulz, ins türkische Außenministerium zitiert. Der baden-württembergische Innenminister Strobl spricht von einem „gefährlichen Brandanschlag auf einen Pkw des türkischen Generalkonsulats“, der in der Nacht auf Dienstag direkt vor dem Generalkonsulat Stuttgart verübt wurde. Laut der Stuttgarter Polizei wurde vor dem türkischen Generalkonsulat Stuttgart ein Fahrzeug in Brand gesetzt. Die Flammen griffen danach auf acht weitere Fahrzeuge sowie die Fassaden des Generalkonsulats und eines weiteren Gebäudes über. Die Polizei geht inzwischen von einer mutwilligen Tat aus, da Zeugen zwei vermummte Personen vom Tatort wegrennen sahen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Cem Özdemir verurteilt Tat Bundesagrarminister Cem Özdemir (Bündnis 90/ Die Grünen) verurteilte die Tat am Dienstag. Auch Twitter schrieb Özdemir:
Ich bin entsetzt über den #Brand vor dem türkischen Konsulat in meinem Wahlkreis #Stuttgart. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Ich hoffe, dass die Täter schnell gefunden werden und die Tat lückenlos aufgeklärt wird.
Die Tat hat wie alle anderen Brandanschläge auf Konsulate der Türkischen Republik auf deutschen Boden einen politisch-extremistischen Hintergrund, der zumeist in Zusammenhang mit der völkisch-kurdischen Terrororganisation PKK steht. Erst wenige Tage zuvor wurden im Netz Sympathisanten der PKK dazu aufgerufen, sich „Am Tag X auf die Straße“ zu begeben, um wie angedeutet wird, eine bevorstehende militärische Aktion der Türkei in Nordsyrien entsprechend zu begegnen. Zudem kommt hinzu, dass der 19. Juli von der PKK wie auch ihren Schwesterorganisationen in Nordsyrien wie der YPG, PYD und SDF als Tag der „Revolution in Rojava“ gilt.

Auch interessant

– Schweiz – Basel: PKK-Anhänger schlagen auf Kinder und Alte ein

Auf dem Marktplatz in Basel kam es am Sonntagabend während eines türkischen Kinderfestes zu einem Angriff von Anhängern der Terrororganisation PKK.

Basel: PKK-Anhänger schlagen auf Kinder und Alte ein

Ukraine-Krieg
Auch Norweger sammeln für Kauf türkischer Drohne Bayraktar

Oslo – Nach Litauen haben auch Norweger eine Sammelaktion gestartet, um eine türkische Kampfdrohne für Ukraine zu kaufen. Auf der Website der Kampagne heißt es, dass sowohl Litauen als auch Polen und die Ukraine innerhalb weniger Tage TB2-Drohnen erworben hätten, so dass auch „Norwegen dasselbe tun“ müsse. Unter der Überschrift „Schenken Sie dem ukrainischen Volk einen Bayraktar von den Norwegern – zeigen Sie Solidarität mit dem Kampf der Ukraine gegen (den russischen Präsidenten Wladimir) Putin“ wurden bisher 273.739 Kronen (ca. 27.000 Euro) von 647 Spendern im Rahmen der Kampagne gesammelt. Die Kampagne läuft noch bis Ende September, heißt es auf der Website. Sie fügte hinzu: „Wir brauchen weniger als 10 Kronen von jedem Norweger.“ Die ersten tausend Personen, die mindestens 250 Kronen spenden, sollen eine Auswahl eines Namens für die Drohne treffen In einer von einem Journalisten initiierten Sammelaktion schlossen sich im Mai zahlreiche Litauer zusammen, um für die Ukraine die türkische Kampfdrohne TB2-Bayraktar zu kaufen. „Bevor dieser Krieg begann, dachte niemand von uns, dass wir Waffen kaufen würden. Aber jetzt ist es normal. Es muss etwas getan werden, damit die Welt besser wird“, sagte Agne Belickaite, 32, die sofort nach dem Start der Spendenaktion 100 Euro überwiesen habe. Die angestrebten 5 Millionen Euro wurden in nur dreieinhalb Tagen gesammelt – größtenteils in kleinen Beträgen zwischen 5 und 100 Euro – um den Kauf zu finanzieren, so Laisves TV, der litauische Internetsender, der die Aktion ins Leben gerufen hatte. Der türkische Hersteller war jedoch so beeindruckt von den Bemühungen der litauischen Bevölkerung, dass er beschloss, die TB2-Drohne kostenlos zu übergeben. Etwa 1,5 Mio. EUR des von den Litauern gesammelten Geldes wurden daraufhin für Drohnenmunition ausgegeben, während die restlichen 4,4 Mio. EUR für humanitäre und andere Hilfe für die Ukraine vorgesehen sind.

Die Ukraine hat in den letzten Jahren mehr als 20 bewaffnete Drohnen des Typs Bayraktar TB2 des türkischen Unternehmens Baykar gekauft und am 27. Januar weitere 16 bestellt. Diese Charge wurde Anfang März geliefert. Die Regierung in Kiew bezeichnet diese Drohnen als besonders schlagkräftige Waffen im Kampf gegen Russland.

Türkische Angriffsdrohnen

Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt.

Die Ukraine gehört seit Jahren zu den größten Bestellern der Drohnen. Russland hat die Verkäufe kritisiert. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so das russische Außenministerium im Juni vergangenen Jahres.

Bereits im vergangenen Jahr setzte die ukrainische Armee gegen pro-russische Separatisten zum ersten Mal türkische Kampfdrohnen in der umkämpften Donbass-Region ein. Die türkischen Bayraktar TB2-Kampfdrohnen wurden von der ukrainischen Armee eingesetzt, um eine Haubitze zu zerstören, die von prorussischen Separatisten im Donbass eingesetzt wurde.    

Bauhauptgewerbe
Bau: Zahl der Lehrlinge steigt fünftes Jahr in Folge

0
„Die Zahl der Auszubildenden im Bauhauptgewerbe steigt das fünfte Jahr in Folge. Derzeit absolvieren rund 40.000 junge Menschen eine Ausbildung am Bau. Das sind 1,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit 2017 hält damit der erfreuliche Aufwärtstrend bei den Lehrlingszahlen im Bauhauptgewerbe an“, erklärt der Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, anlässlich der von der SOKA-Bau veröffentlichten Zahlen zum Stichtag 30. Juni 2022. Pakleppa weiter: „Im ersten Lehrjahr stieg die Zahl der neuen Lehrlinge um 1,3 % an. Das beweist, dass die Bauwirtschaft nicht nur ein attraktiver Arbeitgeber ist, sondern jungen Menschen eine sichere Perspektive bietet. Dass rund 80 % der Ausbildungsleistung am Bau von den baugewerblichen Unternehmen erbracht wird, erfüllt uns mit besonderem Stolz. Denn das mittelständische Baugewerbe baut Deutschland. Gleichzeitig trifft der Personalmangel natürlich auch den deutschen Bau und viele Lehrstellen sind noch unbesetzt. Wir rufen junge Menschen dazu auf, sich bei einem baugewerblichen Unternehmen zu bewerben. Viele Betriebe bieten auch Ferienjobs an, die oft den Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis erleichtern“, so Pakleppa abschließend.

Auch interessant

– Studie – Karriere: Warum kündigen Fachkräfte?

Fachkräfte sind wählerisch und haben genaue Vorstellungen von ihrem Job. Damit sie zufrieden mit ihrer Stelle sind, wünschen sie sich vor allem eine spannende Tätigkeit und eine hohe Jobsicherheit.

Karriere: Warum kündigen Fachkräfte?

Gastkommentar
Ukraine-Krieg: „Putin wird verbrannte Erde hinterlassen“

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Um den fortdauernden Krieg in der Ukraine wird in Europa womöglich ein Paradigmenwechsel stattfinden, in dem es heißt: „Schlechter Frieden ist besser als guter Krieg.“ Putin wird – und das zeigt seine derzeitige Kriegsstrategie in der Ukraine – versuchen eine verbrannte Erde zu hinterlassen, um den Status quo beizubehalten. Das kann er mit seiner überlegenen Artillerie und deren Feuerkraft. Er wird nun weniger Soldaten einsetzen, dafür irreguläre Truppen. Die kann er verheizen ohne dafür im Land selbst sich erklären und verantworten zu müssen. Er wird das gleiche tun wie in Syrien und die Infrastruktur zerstören, damit die Bevölkerung ihren lokalen Widerstand aufgibt und flüchtet. Das wird dann Zugeständnisse mit sich bringen und die Kriegseuphorie wird verblassen, weil viele weitere Faktoren eine Rolle spielen werden. Es wird vieles anders als gedacht. In Europa werden die ersten Politiker den Wählern die gute Nachricht überbringen: „Wir haben es geschafft, den Krieg und den Flüchtlingsstrom zu stoppen, die Energiepreise zu senken, das schreckliche Sterben zu beenden. Die unmittelbaren Folgen des Waffenstillstands werden von den europäischen Politikern sofort umgemünzt und für die nächste Wahl in Stimmen umgesetzt. Putin kann in diesem Zustand dann das als Sieg verkaufen und den Status quo beibehalten, was letztendlich bedeutet, dass die Ukraine für Jahre oder Jahrzehnte zerstückelt bleibt. Ein Waffenstillstand würde bedeuten, eine Demarkationslinie auf der Landkarte zu ziehen, die auf Jahre hinaus die politische Realität bestimmen würde – es gibt nichts Beständigeres als das Vorübergehende. Und sobald dieser Waffenstillstand hergestellt ist, wird die Partei die das als „Schlechter Frieden ist besser als guter Krieg“ als erster verkauft hat, in Europa auch die Gunst gewinnen. Das bedeutet letztendlich, dass die Konsequenzen aufgeschoben werden. Die Tatsache, dass Putin sich festsetzt um wieder Kraft zu sammeln, bedeutet aber auch, sich für den nächsten womöglich tödlicheren und blutigeren Krieg vorzubereiten. Was bedeutet das für Selensky und die Ukrainer? Selensky wird einerseits von den USA, andererseits vom eigenen Volk getrieben, den Krieg zu eigenen Gunsten voranzutreiben. Die Ukrainer wollen die Russen vertreiben. Aber, man ist auf beständige sowie massive Lieferung von Waffen und Munition angewiesen sowie auf Kredite der IWF und des Westens, um die Ordnung zu erhalten, Putin die Stirn zu bieten. Ohne europäische und westliche Unterstützung kommt Kiew derzeit aber nicht vorwärts und kann auch den Status nicht sicher halten – und das schafft Möglichkeiten für Putin, das Land zu erpressen und sie zu Kompromissen zu drängen. Putin muss zwangsläufig auch Europa unter Druck setzen, um den Status quo beizubehalten oder Selensky einen Waffenstillstand abzuringen und die lautet in etwa so:
„Lieber Scholz, Macron oder Draghi, entweder Sie zwingen Selensky, den Frieden zu akzeptieren oder ich lasse Nordafrika aushungern und die nächste Welle von Flüchtlingen rollt aus Afrika über Europa hinweg. Ihre Regierungen werden von Rechtsradikalen übernommen, die ich finanziell wie propagandistisch mit unterstütze.“
Putin hat aber noch einen weiteren wirksameren Hebel angesetzt. Wenn man mit westlichen Politikern nicht direkt umgehen kann, muss man sich mit ihren Wählern beschäftigen. Die Politik in Europa ist auch von der öffentlichen Meinung abhängig. Das ist ihre Stärke, die Putin als Schwäche ansieht. Der Winter naht und damit die Möglichkeit für Putin, die Trumpfkarte in den kommenden Monaten mit maximaler Effizienz auszuspielen. Das wird Putin tun – er wird versuchen, die Europäer mit der Aussicht, diesen Winter in ihren Häusern zu erfrieren, in die Knie zwingen. Jetzt liegt es tatsächlich an nur einem einzigen Winter und an einer Getreidelieferung gen Süden. Sollten beide ausfallen wird sich die europäische Gemeinschaft beweisen müssen, wie stark sie hinter dem ukrainischen Volk stehen. Und damit ist die Ukraine mit Gedeih und Verderb vom Westen abhängig. Keine günstigsten Aussichten wie mir scheint!
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar. 

Auch interessant

– „März-Ereignisse“ – Aserbaidschan gedenkt Genozid vom 31. März 1918

Heute vor 104 Jahren, am 31. März 1918, verübten russische Bolschewiki und armenische Milizen in Baku und in anderen Städten Aserbaidschans zahlreiche Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten, bei dem nach offiziellen Angaben alleine in der Hauptstadt Baku 12.000 und insgesamt mehr als 50.000 unschuldige Menschen zum Opfer fielen.

Aserbaidschan gedenkt Genozid vom 31. März 1918