Istanbul – Ein Istanbuler Gericht hat am Mittwoch den Oppositionspolitiker und Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt.
Imamoglu wurde wegen Beleidigung von Mitgliedern des Obersten Wahlrats angeklagt. Dieser hatte die Kommunalwahlen in Istanbul im Jahr 2019 annuliert.
Das Gericht verhängte außerdem ein politisches Verbot gegen Imamoglu, was ihn effektiv daran hindert, bei den Wahlen im kommenden Jahr anzutreten.
Imamoglu, Mitglied der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), gilt seit langem als der Mann, der bei den bevorstehenden Wahlen am ehesten den Staatspräsidenten, Recep Tayyip Erdogan, ablösen könnte.
Der Oberbürgermeister von Ankara, Mansur Yavas, ebenfalls CHP-Politiker, verurteilte das Urteil aufs Schärfste.
Die heute getroffene Entscheidung ist unabhängig von Justiz und Gesetz. Wir akzeptieren nicht, dass irgendein politisches Interesse Vorrang vor dem Willen unseres Volkes haben sollte. Wir werden immer an der Seite sein, mein Vorsitzender, auf diesem Weg, den wir Hand in Hand gehen.
Bugün alınan karar adaletten ve hukuktan bağımsızdır. Hiçbir siyasi çıkarın, halkımızın iradesinden üstün olmasını kabul etmiyoruz.
El ele çıktığımız bu yolda biz daima doğrudan yana olacağız Başkanım @ekrem_imamoglu
— Mansur Yavaş (@mansuryavas06) December 14, 2022
Damit die Entscheidung rechtskräftig wird, müssen jedoch auch die Verfahren des Berufungsgerichts und des Obersten Gerichtshofs abgeschlossen sein.
Die Vorwürfe gehen auf Äußerungen Imamoglus aus dem Jahr 2019 zurück, nachdem er die Bürgermeisterwahlen am 31. März desselben Jahres gewonnen hatte.
Die Ergebnisse dieser Wahl wurden annulliert, nachdem die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe geltend gemacht hatte.
Es wurden Neuwahlen angesetzt, bei denen Imamoglu große Unterstützung erfuhr und viele derjenigen, die zuvor nicht für ihn gestimmt hatten, zu ihm wechselten.
„Diejenigen, die die Wahlen vom 31. März annulliert haben, sind Idioten“, sagte er damals vor Reportern.
Brüssel – Die Republik Kosovo hat offiziell einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) gestellt.
Kosovos Präsidentin Vjosa Osmani, Premierminister Albin Kurti und Parlamentspräsident Glauk Konjufca unterzeichneten am heutigen Donnerstag gemeinsam den Antrag auf EU-Mitgliedschaft und unternahmen damit den ersten formellen Schritt auf dem Weg zur Mitgliedschaft des Landes.
„Ein historischer Moment. Ein Schritt näher an der Erfüllung des Traums derer, die ihr Leben für Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie geopfert haben, sowie an der Erfüllung unseres gemeinsamen und unerschütterlichen Ziels, der Europäischen Union beizutreten“, schrieb Osmani auf twitter.
A historic moment. 🇽🇰 🇪🇺
A step closer to fulfilling the dream of those who sacrificed their lives for freedom, independence & democracy, as well as, fulfilling our common and unwavering ambition of joining the European Union. pic.twitter.com/TX9Ygwl2MJ
Während Bosnien und Herzegowina in den kommenden Tagen der Status eines potenziellen EU-Beitrittskandidaten zuerkannt werden soll, ist der Kosovo das einzige Land auf dem westlichen Balkan, das noch keine Schritte in Richtung eines Beitritts unternommen hat.
„Wie Sie wissen, sind wir das letzte Land auf dem westlichen Balkan, das sich um den Beitritt zur Europäischen Union bewirbt, obwohl wir das erste Land in dieser Region sind, das für Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie steht“, erklärte Kurti.
Formell hat der Kosovo jedoch lediglich eine „EU-Beitrittsperspektive“. Haupthindernis bei der EU-Annäherung ist, dass fünf EU-Mitgliedsländer – Zypern, die Slowakei, Rumänien, Griechenland und Spanien – den Kosovo nicht anerkennen.
Istanbul – Während die Nation auf die Gerichtsentscheidung und ein mögliches politisches Verbot des populären Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem Imamoglu erwartet, wurde zu einer Protestkundgebung vor der Stadtverwaltung von Istanbul aufgerufen.
Das Gerichtsurteil wird am heutigen Nachmittag verkündet. Imamoglu wird wegen Beleidigung von Mitgliedern des Obersten Wahlrats angeklagt. Dieser hatte die Kommunalwahlen in Istanbul im Jahr 2019 annuliert. Seit dem Sieg bei den Kommunalwahlen 2019 gilt Imamoglu als Konkurrent von Erdogan.
„Saraçhane ist die Heimat von 16 Millionen Istanbulern. So wie Istanbul und die Türkei zuvor ihren Willen behauptet haben, werden sie dies heute tun. Unabhängig von der Entscheidung lade ich alle um 16.00 Uhr nach Saraçhane ein, um unsere Freude und unseren Willen zu zeigen“, so Imamoglu am Mittwoch auf twitter. Saraçhane ist der Stadtteil, in dem sich das Gerichtsgebäude befindet.
16 milyon İstanbullunun evi Saraçhane’dir. İstanbul ve Türkiye,
iradesine daha önce nasıl sahip çıktıysa bugün de çıkacaktır. Karar ne olursa olsun, kâh sevincimizi kâh irademizi göstermek adına herkesi saat 16.00’da Saraçhane’ye davet ediyorum.
Die Vorsitzende der oppositionellen IYI Partei, Meral Aksener, hat bereits ihre Teilnahme angekündigt. „Ich bin von Ankara aufgebrochen, wir sehen uns in Saraçhane“, schrieb Aksener auf twitter. Auch die CHP-Chefin von Istanbul, Canan Kaftancioglu hat ihre Unterstützer zu einer Teilnahme aufgefordert:
Während wir uns um 16.00 Uhr die Anhörung in der Halle ansehen, erwarten wir, dass unsere Organisation und die Istanbuler zur gleichen Zeit nach Saraçhane kommen.
Hamburg – Extremismus-Experten warnen nach der Reichsbürger-Razzia vergangene Woche vor weiteren radikalen Gruppen mit Umsturzplänen.
„Da draußen gibt es weitere, ähnliche Terrorzellen“, sagt Andrea Röpke im Interview mit dem stern. „Die Festgenommenen stellen einen ganz kleinen Bruchteil der radikalen Reichsbürgerszene dar.“ Die Journalistin und Autorin beobachtet die rechtsextreme Szene seit Jahrzehnten.
Früher sei es den Reichsbürgern um die Verteidigung ihrer Ländereien gegangen, so Röpke. Heute würden sie mit Umsturz-Gedanken Sympathisanten über unzählige Telegram-Kanäle anlocken.
„Jetzt geht es um Angriff“
Unter den Augen der Behörden habe sich die Reichsbürgerszene seit Beginn der Corona-Pandemie „unheimlich radikalisiert“. Das liege zum großen Teil an der Vernetzung mit der Querdenkerszene. Die Reichsbürger hätten sich nicht mehr als Einzelkämpfer gefühlt. „Das scheint zu einem Gefühl der Ermächtigung geführt zu haben“, sagt Röpke. Durch die Vernetzung mit Querdenkern und der AfD sei ein „riesiges, radikales Netzwerk“ entstanden.
Das Bundesinnenministerium schätzt die Zahl von Reichsbürgern in Deutschland derzeit auf etwa 23.000. Andreas Speit, Journalist und renommierter Rechtsextremismus-Experte, vermutet im selben stern-Interview jedoch ein Dunkelfeld – weil die Reichsbürger heute als gefährlich eingestuft werden, würden sich viele nicht mehr zu erkennen geben. Auch die Struktur der Szene hat sich dem Experten zufolge verändert.
„Im klassischen Reichsbürgermilieu hatten wir bislang vor allem ältere Männer. Durch die Öffnung zur Querdenkerbewegung werden es immer mehr Frauen. Das Durchschnittsalter sinkt.“
Eine bewaffnete Gruppe aus Reichsbürgern und Querdenkern soll einen Staatsstreich geplant haben. Unter den 52 Beschuldigten sind Ex-Elitesoldaten und eine frühere AfD-Bundestagsabgeordnete. In der vergangenen Woche haben die Ermittler zugeschlagen: Spezialkräfte der Polizei stürmten Wohnungen der Beschuldigten. Die Bundesanwaltschaft wirft den rund 50 Frauen und Männern vor, eine terroristische Vereinigung gebildet zu haben.
Unter anderem soll die Gruppe geplant haben, das Reichstagsgebäude zu stürmen, durch Anschläge auf die Stromversorgung bürgerkriegsähnliche Zustände herbeizuführen, sowie die Bundesregierung abzusetzen, um dann die Macht zu übernehmen. Ein Staat nach Vorbild des Deutschen Reichs von 1871 sollte errichtet werden.
Ankara – Wie der türkische Präsident bekannt gab, hat die Türkei im Südosten des Landes 150 Millionen Barrel Ölreserven im Wert von 12 Milliarden Dollar entdeckt.
„Wir haben in Gabar Mountain 150 Millionen Barrel Nettoölreserven entdeckt. Es ist eine der 10 größten Onshore-Entdeckungen im Jahr 2022. Der Wert der Reserven liegt bei etwa 12 Milliarden Dollar“, sagte Recep Tayyip Erdogan nach der Kabinettssitzung in der Hauptstadt Ankara.
Erdogan wies darauf hin, dass die Türkei ihre Ölexplorationsaktivitäten an Land intensiviert habe, und sagte, dass die Ölförderung begonnen habe. Zum hundertjährigen Bestehen der Türkischen Republik im kommenden Jahr will Ankara seine Tagesproduktion auf 100.000 Barrel erhöhen, so der türkische Präsident Erdogan.
Cumhurbaşkanı Erdoğan: Gabar Dağı’nda 150 milyon net petrol rezervinde saha keşfettik. 2022’de karada yapılan en büyük 10 keşiften biri. Rezerv değeri yaklaşık 12 milyar dolar. https://t.co/WALRVhJMw8pic.twitter.com/OMAqZrQGHq
Die Gothic Novel ist nicht unbedingt sehr verbreitet in der deutschen Literatur. Selbst in der Zeit der Romantik, wo sie ihre Blüte erlebte, war sie eher im englischsprachigen Raum populär. In den USA spielten dann Formen wie Southern Gothic noch länger eine Rolle. Zu den Zutaten einer solchen Geschichte zählen Schlösser, Sümpfe, Wälder, verwilderte Gärten, unheimliche Menschen, unerklärliche Erscheinungen, Romanzen und viele menschliche Abgründe.
Auch Sachsen-Anhalt hat viel davon, und jetzt auch eine deutschsprachige Schauergeschichte, die im Salzlandkreis und zwischen den Städten Bernburg und Könnern spielt. Allerdings ist die Story dazu eingebettet in eine düstere Zukunftsvision, die nicht so kommen muss, aber so kommen kann.
Düstere Stimmung über dem Waldauer Anger im Bernburger Stadtteil Waldau. (Foto: Textbüro Freital)
Europas Gesellschaften brechen auseinander, in dysfunktionalen Staaten machen sich autoritäre Tendenzen breit, teilweise gibt es bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen (bei Netflix greift etwa „Athena“ das auf).
„Anhalt Gothic Novel“ – Multikulti-Grusel aus der Provinz
In Till C. Waldauers „Anhalt Gothic Novel“ hat sich die EU in ein totalitäres Monstrum namens EFR verwandelt, das seine Bürger ausblutet und Einwanderern die Kinder raubt. Unter dem Schutz der USA (wo ein Sohn von Elon Musk Präsident ist) haben sich Länder abgespalten zu einer „Mitropa-Konföderation“ (MiK), die wohl irgendetwas zwischen Viségrad-Gruppe und Intermarium darstellen soll. Viele EFR-Bürger fliehen dorthin. Einzelne Bundesländer wie Sachsen und Sachsen-Anhalt haben auch den Abflug gemacht und sich der MiK angeschlossen. Weil alles schnell gehen musste und die schon da war, hat die einfach Verfassung und Institutionen der USA kopiert.
Im „Salzland County“ geht nun eine amerikanische Geheimdienstzelle (CIC Field Office) vor Ort dem Verschwinden mehrerer Minderjähriger aus unterschiedlichen Communitys nach. Eigentlich soll sie nur klären, ob es wie schon einmal zuvor Auftragstäter aus EFR sind, die dahinterstecken. Tatsächlich wird das kleine Team aber immer mehr in Abgründe hineingezogen, die sich um die Vermisstenfälle auftun. Im Salzland selbst steigt derweil die allgemeine Unsicherheit und rechtsextreme Demagogen mit Verbindungen ins Rotlichtmilieu nutzen die Vermisstenfälle, um die Bürger gegeneinander aufzuhetzen.
Die Ami-Zelle will sich hingegen alle Seiten der Story anhören und baut auf die Expertise von Menschen aus den Communitys und Stützen der örtlichen Gesellschaft. Eine junge Powerfrau aus der Roma-Community stößt im Laufe der Geschichte zum Team dazu und sorgt für neue Impulse. Auch türkische Einwanderer erweisen sich als Stützen der CIC-Office. Am Ende kommen die Beteiligten einem grausigen Geheimnis auf die Spur – und (Vorsicht SPOILER) im Zusammenwirken schafft es die Provinzgesellschaft insgesamt, einen brutalen Serienmörder zu stoppen.
Die „Anhalt Gothic Novel“ ist eine sicher nicht unkomplizierte Geschichte, auf die man sich einlassen muss. Das liegt auch daran, dass die Gedankengänge dahinter sehr unkonventionell sind. Für den Mainstream wohl auch zu avantgardistisch.
Die Geschichte ist aber flott erzählt und voll von – oft ironischen – Anspielungen. Auch die Inspirationen, die man herauslesen kann, sind sehr vielfältig. Einer der Protagonisten hat seine Kinder allesamt nach Figuren aus E. T. A. Hoffmanns „Goldenem Topf“ benannt, und eine davon, Serpentina, wird zur großen Liebe von CIC-Nachwuchshoffnung Erich Bruckner. Dieser wird jedoch gleich unsanft von einem spießigen Nachbarn empfangen, der gewisse Ähnlichkeiten mit der „Alten“ aus der genannten Erzählung aufweist.
Die Rote Kirche Waldau in Bernburg in einer unheilschwangeren Morgenstimmung. (Foto: Textbüro Freital)
Man meint jedoch auch Einflüsse aus US-Serien und Filmen der vergangenen Jahrzehnte wahrzunehmen. Die oft düstere Grundstimmung und abgründige Phänomene innerhalb der Dorfcommunity haben etwas von der ersten „True Detective“-Staffel. Aber auch, wer mit der 1980er Miniserie „Die Polizei-Chiefs von Delano“ vertraut ist, erahnt, dass diese zu den Favoriten von Autor Waldauer gehören dürfte. Die Art und Weise, wie Romni-Wirbelwind Kyra Kováč am Ende ihre Mitstreiter auf die richtige Spur bringt, könnte zudem glatt einer Folge von „X-Factor – Das Unfassbare“ entstammen.
Eine leichte Lektüre ist die „Anhalt Gothic Novel“ nicht, aber lohnend. Sie ist kurzweilig, arbeitet viel mit Ironie und Situationskomik, und beim Lesen stellt sich sogar ein gewisser Bildungseffekt ein. So weiß man zum Schluss um einiges mehr über kulturelle Bräuche der Roma, ebenso wie über die jüdische Sicht auf das Übernatürliche. Und wer Bernburg oder den Salzlandkreis noch nicht bereist hat, wird dem Gedanken, dies zu tun, zumindest nicht abgeneigt sein.
NEX24 sprach mit dem Autor der „Anhalt Gothic Novel“, Till C. Waldauer.
Herr Waldauer, halten Sie ein Szenario, wie Sie es Ihrer Geschichte vorausschicken, in Zeiten wie diesen wirklich für hilfreich? Abgesehen davon, dass es manche für weit hergeholt halten könnten.
Zuallererst möchte ich deutlich machen: Die „Anhalt Gothic Novel“ ist nichts Politisches. Sie ist eine Liebesgeschichte mit Elementen der Romantik in ihren lichten und dunklen Spielarten… und eine Hommage an diesen wunderbaren Flecken Erde, den ich über acht Jahre meine Heimat nennen durfte. In dieser Zeit durfte ich auch die verschlungenen Pfade, verlassenen Orte, mysteriösen oder verborgenen Ecken und Nebenstraßen des Salzlandes kennenlernen. Diese waren so inspirierend, dass mir dazu eben Geschichten einfielen.
Natürlich musste ich das Setting irgendwie wählen, als mir erstmals die Idee zu der Gothic Novel kam. Etwas in der Zukunft erschien mir dabei als angemessen, und die politische und kulturelle Großwetterlage verhieß damals schon nicht immer Gutes. Das war wenige Jahre vor dem Erscheinen des Buches „Die Welt im Jahr 2035: Gesehen von der CIA und dem National Intelligence Council“. Dort war von vielen unschönen Entwicklungen die Rede, aber auch – was viele nicht bemerkt haben – von Chancen. Und in meinem Setting hat, wie es wohl auch kommen wird, falsche, ideologische Politik vieles zerstört, aber Entwicklungen wie der demografische Wandel bieten auch neue Möglichkeiten.
Vieles in der Geschichte ist übrigens nicht oder zumindest nicht vollständig erfunden. Ein CIC Field Office gab es nach 1945 beispielsweise auch in meiner österreichischen Geburtsheimat. Dieses beobachtete kommunistische Umtriebe und arbeitete vor allem mit Geflüchteten aus Ungarn zusammen. Die Zellen gab’s in mehreren Staaten, manchmal spielten sie rühmliche Rollen, manchmal weniger. Einige Akteure tauchten später in Gladio-Zusammenhängen wieder auf. Sollte es wirklich zu Zusammenbrüchen in Europa kommen, würde es solche Strukturen wahrscheinlich wieder geben. Von daher ist die Idee nicht so unstimmig.
Aber auch einige wirklich grotesk anmutende Begebenheiten, die Eingang in die Story gefunden hatten, habe ich Ende der 2000er entweder selbst ähnlich erlebt oder aus sicherer Quelle zugetragen bekommen: von brennenden Wohnwägen auf Feldwegen, in denen Prostitution betrieben wurde, über einen Hochstapler aus Dessau, der sich als Headhunter ausgab, bis hin zu einem Nazi-Club, der sich als vermeintlicher Kulturverein öffentliche Fördergelder erschleichen wollte. Der war zwar nicht im Salzland, aber ihn in meine Novel einzubauen, war eben künstlerische Freiheit. Ebenso wie den pingeligen Nachbarn Götzenberger, der einem früheren Familienmitglied nachempfunden ist.
Auffällig ist ja schon zu Beginn der Story, dass das europäische Projekt überhaupt nicht gut wegkommt… Aber sind es denn nicht hauptsächlich die Europäer, die heute noch unbeirrbar für Werte einstehen?
Nun, mein Eindruck ist: Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen sind in einem Teufelskreis aus Schuldkomplexen und Größenwahn gefangen, gleichzeitig hängen alle relevanten Kräfte in einem Mindset fest, das schon vor 200 bis 300 Jahren zur Zeit seiner Entstehung toxisch war.
Gleichzeitig greift irgendetwas zwischen manisch-depressiver Persönlichkeitsstörung und kollektivem ODD-Syndrom [Oppositionelle Verhaltensstörung; d. Red.] um sich. Man sucht den Bruch mit allem, was in irgendeiner Weise als traditionell, religiös oder irgendwie sonst zeitlos anmutet, weil man einen dogmatischen, linearen Fortschrittsmythos offenbar als Chance sieht, auch aus der eigenen blutigen und totalitären Geschichte aussteigen zu können.
Dazu kommt eine krankhafte Sucht nach Selbstvergewisserung – deshalb auch dieses 24/7-Virtue-Signalling mit Regenbogenfahnen oder was halt gerade angesagt ist – und Selbsterlösung. Da hat man die deutschen Twitter-Generäle, die sich danach sehnen, nach zwei verlorenen Weltkriegen, die man angezettelt hat, jetzt endlich einen auf der vermeintlich „richtigen“ Seite zu führen. Andere wollen dann nicht nur das eigene Gewissen, sondern gleich die ganze Welt miterlösen. Etwa diese Klimakleber-Sekte, die glaubt, vom Schicksal ausersehen zu sein, um den gesamten Planeten zu retten, und deshalb über jedem Gesetz zu stehen.
Es wäre sicher spekulativ, diesen blindwütigen Drang zur Weltbekehrung und Welterlösung schon bis zu Karl dem Großen oder den Kreuzzügen zurückzuverfolgen, obwohl es sicher Argumente dafür geben wird, das zu tun. Aber spätestens mit Luther, Rousseau und Kant hat sich über ganz Europa ein fanatischer und jakobinischer Rigorismus ausgebreitet, den nach dem Desaster der Französischen Revolution Malthus, Marx und Gobineau noch weiter auf die Spitze getrieben hatten – die Stichwortgeber für die späteren totalitären Menschheitskatastrophen. Deren gefährlicher Irrsinn ist aber immer noch die faktische Grundlage für die heutigen politischen Kräfte. Auf der Linken Marx allein oder Marx und Malthus zusammen, auf der Rechten Malthus und Gobineau.
Und heute ist man im Grunde immer noch tief im Inneren davon überzeugt, dass es ohne Europa keine Zivilisation, keine Moral, keine Werte, keine Vorstellungen von Menschenwürde, keinen wirtschaftlichen und keinen technologischen Fortschritt in der Welt gäbe. Als ob die anderen alle mehr oder minder auf der Wurstbrühe dahergeschwommen wären.
Die „Bürde des weißen Mannes“ 2.0 also?
Im Grunde läuft es darauf hinaus. Man lernt nicht aus Fehlern, weil man eigene nicht als solche erkennt. Stattdessen hält man weiterhin andere für zu dumm, zu rückständig, zu ungebildet, was auch immer, um die wahren Probleme der Zeit zu erkennen und die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen zu geben. Das gilt ja sogar für US-Amerikaner, sobald sie nicht in der „gewünschten“ Weise gewählt haben. Und teilweise hält man die eigenen Landsleute oder bestimmte EU-Mitgliedstaaten dazu nicht für fähig und deshalb für maßregelungsbedürftig.
Diese Denkweise ist im Grunde unfähig, andere als gleichwertig oder als Träger berechtigter Interessen anzusehen. Auf der extremen Rechten…
… die im Buch ja böse persifliert wird …
Ja, das musste auch mal sein, zumal die Darstellungen ja nicht einmal völlig aus der Luft gegriffen sind. Dort ist der Überlegenheitsdünkel halt für alle sichtbar und man versucht gar nicht erst, einen gegenteiligen Eindruck zu erwecken. Da rufen AfD-Anhänger dann eben nach einer Ein-Kind-Politik für Afrika, weil sie die überalternde „weiße Rasse“ vor dunkelhäutigen Kindern schützen wollen, die vielleicht irgendwann einmal hier einwandern könnten.
In „fortschrittlichen“ Kreisen ist es deutlich subtiler, da geht’s dann eher um Paternalisierung. Da heißt es dann, Menschen sollten generell „kinderfrei“ bleiben, weil das sonst den CO2-Abdruck erhöhe. Oder Jugendämter lassen vor allem in Einwanderermilieus oft schon vage Verdächtigungen ausreichen, um Kinder aus ihren Familien zu nehmen. Türkiye hatte diesbezüglich ja schon mehrfach seine Botschafter eingeschaltet. Als ob es nicht ausreichen würde, ihnen so schon durch die allgegenwärtige politische Indoktrination ihre Kindheit zu stehlen. Aber da geht’s halt um das vermeintlich Gute oder gut Gemeinte und das Emanzipatorische – und es ist dann nur zu deren Bestem.
Am Ende des Tages ist die „Völkerschau“-Mentalität links und rechts gleichermaßen vorhanden. Und dieses neokoloniale Denken zeigt sich nicht nur, wenn es wie jüngst um irgendwelche Binden bei der Fußball-WM in Katar geht, wo man die sexuelle Freiheit bis aufs Messer verteidigt, wahrscheinlich, weil es bald die einzige ist, die man noch hat. Die ideologische Politik der Europäer gefährdet nicht nur hier Freiheit und Wohlstand. Sie geht im globalen Süden über Leichen.
Man will durch völlig unrealistische, planwirtschaftliche Ansätze das Weltklima retten, vernichtet dadurch den eigenen Wohlstand – aber verhindert vor allem, dass in Afrika, Asien oder Lateinamerika mehr davon entsteht. Denn dort hat man noch weniger Reserven, um die Folgekosten missglückter Experimente zu stemmen. Bei uns heißt das, dass in einer Stadt mal der Strom ausfällt und horrende Energiepreise den Wohlstand ruinieren. Luisa Neubauer lebt trotzdem noch im Luxus und kann um die Welt jetten. Dort heißt es aber, dass Menschen verhungern oder keine medizinische Behandlung bekommen.
Der Rest der Welt kann allerdings nichts für europäische Befindlichkeiten. Die Europäer glauben jedoch in ihrem Narzissmus, die Welt würde sich nur um diese drehen. Dem ist aber nicht so. Die Zeiten, in denen Europa vier Fünftel des Erdballs beherrscht hatte, sind vorbei und kommen nie wieder. Im Übrigen sind die „europäischen Werte“, vor allem jene des säkularisierten Protestantismus, laut Ingelhart-Survey weltweit gesehen gar nicht der Maßstab, den alle für erstrebenswert halten, sondern eher sogar der Fringe.
In Ihrem Buch spielt multikulturelles Zusammenleben eine tragende Rolle. Bisher ist der Osten Deutschlands ja nicht gerade dafür bekannt, für so etwas offen zu sein.
Ich verwende eigentlich das Wort „plurikulturell“ lieber als „multikulturell“. Zum einen, weil „Multikulturalität“ ein sinnentleerter Kampfbegriff geworden ist, zum anderen, weil „plurikulturell“ besser trifft, worauf sich ein künftiges Zusammenleben stützen sollte. Die demografische Entwicklung macht vor keinem Halt, und auch wenn ich es mir anders wünschen würde, wird die alteingesessene europäische Mehrheitsgesellschaft nicht mehr in der Masse zu einem ausreichend gesunden Verhältnis zu Ehe, Familie und Kindern zurückfinden, um ihr gegenzusteuern.
Nicht einmal, wenn jährlich so viele Menschen zuwandern würden, wie es Wirtschaftsverbände als wünschenswert erachten, würde sich der Trend als solcher umkehren. Und je mehr die Mehrheit auf Gleichmacherei und Assimilation beharrt, und das, ohne selbst Anlass dazu zu geben, umso unattraktiver wird Deutschland für potenzielle Einwanderer. Vor allem für solche, die sich ihr Zielland aussuchen können.
Es haben aber jetzt schon etwa 26 Prozent der Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund, und in 30, 40 Jahren werden es noch mehr sein. Plurikulturalität heißt in dem Kontext, dass man sich im Interesse aller Beteiligten an den Gedanken gewöhnen sollte, dass mehrere unterschiedliche Kulturen in Deutschland und in Europa leben werden. Inwieweit eine wechselseitige Durchdringung, Beeinflussung oder ein Nebeneinander stattfinden wird, bleibt dabei eben offen. Es wird sich weisen, und man sollte das auch den Menschen selbst überlassen. Es lässt sich eben weder eine Assimilation an irgendeine ideologisch konstruierte „Leitkultur“ erzwingen noch eine oberflächliche, herunterdestillierte Globalkultur, in der alle auf Kosten ihrer Eigenheiten aufgehen. Das ist aber auch gut so.
Entscheidend ist, dass wir die Potenziale nutzen, die aus dieser Pluralität herrühren. Und diese Pluralität ist, wenn das gelingt, eine Stärke. Dazu gehört es aber auch, falsche Vorstellungen, Erwartungen oder Klischees über Bord zu werfen – und anderen zuzuhören und ihnen unvoreingenommen zu begegnen. In einer Zeit, in der der Begriff „Versteher“ als Schimpfwort benutzt wird, sollte man sich erst recht bemühen, einer zu werden.
In meiner Story zeigt sich eine Gesellschaft stark, weil sie Unterschiedlichkeiten als Normalität auffasst und deshalb einen verbindenden gesunden Menschenverstand an die Stelle von Ressentiments setzt. Und in so einer Gesellschaft muss sich dann auch keiner verbiegen oder verändern, nur weil andere das von ihm erwarten.
An einer Stelle im Buch ist auch die Rede von Ibn Khaldun und vom Millet-System der Osmanen. Gibt es aus Ihrer Sicht etwas in der osmanischen oder türkischen Geschichte oder Gegenwart, womit sich auch Europäer intensiv befassen sollten? Zum Beispiel bezüglich Pluralität?
Türkiye ist jedenfalls ein interessantes Modell… das Land ist einen Weg gegangen, von dem sich Europa einiges abschauen könnte. Vor allem, weil Türkiye zu Beginn selbst so viel von Europa übernommen hatte, oft fast zwanghaft, und dann merkte, dass das doch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich sage ja nicht, dass es in Türkiye keine Probleme oder Verbesserungspotenziale gäbe. Die gibt es überall. Unterm Strich stehen das Land, die türkische Wirtschaft, die Gesellschaft aber definitiv besser da als noch vor 20 oder 30 Jahren.
Türkiye ist vor allem ein gutes Beispiel für ein postsäkulares Gemeinwesen, das es geschafft hat, ein erstarrtes, elitäres, paternalistisches System zu überwinden, wie es in Europa immer wieder entstanden war. Ähnlich wie in vielen europäischen Ländern heute hatte dieses ja ethnische, religiöse und kulturelle Pluralität als Bedrohung empfunden.
Heute hingegen akzeptiert es selbst der Vorsitzende der CHP, dass man Frauen nicht ihres Kopftuchs wegen benachteiligen darf. Der öffentlich-rechtliche Sender TRT sendet auch in Minderheitensprachen, Kirchen wurden restauriert, das alevitische Gemeindeleben erfährt eine Aufwertung – das alles wäre noch Ende der 1980er nicht denkbar gewesen. Und an das Verbot von Arabesk-Musik hat sich sowieso nie einer gehalten.
Auch außenpolitisch ist Türkiye eher ein Bannerträger des gesunden Menschenverstandes und des Realismus. Anders als die EU gießt man im Ukraine-Konflikt nicht noch Öl ins Feuer und setzt auf Konfrontation, sondern Türkiye nützt alle Möglichkeiten, um Leid zu minimieren und Diplomatie zu stärken.
Vom Grundkonzept her sehe ich aber, auch bei allem, was dort vielleicht nicht optimal läuft, die USA als das Modell, in dem sich Freiheit, Wohlstand und ein positives Verständnis von Pluralität bei gleichzeitiger intakter Selbstwahrnehmung am besten und am stabilsten behauptet haben. Eine freie Republik und damit anders als so oft in Europa eine Demokratie, die nicht darin besteht, dass irgendein Mob Mehrheiten herbeischreit oder Medien einen Konsens fabrizieren. So was brauchen wir auch: mehr freie Bürger und weniger Konformisten.
Till C. Waldauer, Anhalt Gothic Novel. Books on Demand 2022, ISBN-13: 9783756842599.
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Istanbul – Zu den zahlreichen Preisen, die die türkische Airline bisher verbuchen konnte, wie etwa die beste Fluggesellschaft in der Kategorie Business Class, reiht sich eine weitere Auszeichnung ein. Turkish Airlines erhielt bei den TheDesignAir Awards den „Design Airlines of the Year, Europe 2022“-Preis.
Ahmet Olmuştur, Marketingchef der Airline, sagte, dass die Fluggesellschaft vom Eingang über die Check-in-Schalter und Lounges am Istanbuler Flughafen bis hin zum neuen Kabinen- und Sitzdesign an Bord „die Markenidentität von Turkish Airlines an jedem Berührungspunkt sorgfältig einbringt.
„Mit unserer traditionellen Gastfreundschaft streben wir danach, die Erfahrung unserer Passagiere zu einem privilegierten Erlebnis zu machen, indem wir ihnen einen Service bieten, der ihre Erwartungen übertrifft.“
Turkish Airlines habe „die Wärme und Aufrichtigkeit der türkischen Gastfreundschaft auf moderne und zeitgemäße Linien übertragen und durch die Anwendung der ‚Flow‘-Philosophie in allen Bereichen – von allen Berührungspunkten mit den Passagieren am Flughafen Istanbul bis hin zum Design und den Dienstleistungen an Bord – ein einzigartiges Design geschaffen“, so die Fluggesellschaft in einer Mitteilung.
„Die Verwendung eines einheitlichen Markenbildes, einer einheitlichen Farbpalette und einer einheitlichen Designsprache in allen digitalen und physischen Bereichen hat dazu beigetragen, eine starke Airline-Marke zu schaffen, die im Vergleich zu ihren europäischen Konkurrenten weiterhin beeindruckt. Turkish Airlines hat auch in diesem Jahr wieder seine Position als führende Design-Airline der Welt bestätigt und sich erneut die Krone für die europäische Region gesichert.“
Unter der Aufsicht von Branchenexperten und Vielfliegern zeichnet TheDesignAir jedes Jahr die besten Fluggesellschaften aus, die in Design, Produkt und Marke investieren.
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We are proud to once again receive the „Design Airline of the Year, Europe“ award at TheDesignAir Awards 2022 with our exclusive services and sophisticated design approach that offers a carefully thought-out travel experience.#TurkishAirlines
– Reisen –
Turkish Airlines mit „Best in Business“-Preis ausgezeichnet
Das Corporate Club-Programm der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines wurde von den weltweiten Lesern des Reisemagazins Business Traveler’s in der Kategorie „Best in Business Travel“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet.
Riad – Ihre Fenster können bald drahtlose Internetverbindungen mit Sonnenlicht herstellen. Durch die neue saudische Innovation wird Sonnenlicht durch spezielle Fenster Internet-Signale an Geräte in einem Raum übertragen.
Wissenschaftler in der Schweiz ebnen bereits den Weg für stromerzeugende Fenster, die zur Stromversorgung unserer Häuser und Geräte beitragen könnten. Nun haben Forscher in Saudi-Arabien eine Technologie entwickelt, mit der ein drahtloses Internetsignal, das von der Sonne gespeist wird, durch Spezialglas übertragen werden kann.
„Ich hoffe, dass [in Zukunft] intelligente, moderne Bürogebäude mit riesigen Glasfenstern auf der Grundlage dieser Technologie mit dem Internet funktionieren werden“, sagte Professor Osama Amin, leitender Forscher des Projekts an der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), gegenüber Euronews Next.
Ihre Technologie zur Nutzung von Fenstern für die Datenübertragung im Internet steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, mit einer Breitbandgeschwindigkeit von etwa 15-16 Kbps.
„Die Absicht ist, diese Zahl radikal zu verbessern, aber im Moment kann es bereits für IoT-Anwendungen verwendet werden, weil Sensoren eine niedrige Datenrate benötigen“, sagte er.
„Wir bewegen uns auf das intelligente Haus zu. Und jede Art von Sensor sollte davon profitieren“.
Die Idee, Sonnenlicht zur Kodierung von Daten zu verwenden, entstand, als die Forscher die Datenkodierung in einer künstlichen Lichtquelle untersuchten.
„Ich wollte einfach mit einer Handykamera ein Video des kodierten Lichtstroms aufnehmen und versuchen, das Video zu dekodieren, um die Daten abzurufen“, sagt Basem Shihada, außerordentlicher und Gründungsprofessor für Informatik und Elektrotechnik in der CEMSE-Abteilung der KAUST. „Da habe ich mir gedacht: Warum nicht dasselbe mit dem Sonnenlicht machen? Das wäre viel einfacher und könnte auch über die Handykamera gemacht werden. Also begannen wir, das Sonnenlicht als Informationsträger zu erforschen.“
Die Forscher entwarfen ein Sonnenlicht-Kommunikationssystem, das aus zwei Teilen besteht: einem LCD-basierten Lichtmodulator, der in eine Glasoberfläche eingebettet werden kann, und einem Empfänger im Raum.
„Der Modulator ist eine Anordnung der von uns vorgeschlagenen intelligenten Glaselemente, die als zweizellige Flüssigkristall-Shutter (DLS) bekannt sind“, sagt Osama Amin. Das Flüssigkristall-Shutter-Array, das wie ein Filter wirkt, um Signale in das durchfallende Licht zu kodieren, benötigt für den Betrieb nur 1 Watt Strom, der über ein kleines Solarpanel geliefert werden kann.
Bei früheren Entwürfen für optische drahtlose Kommunikationssysteme wurden die Daten in der Regel durch Änderung der Lichtintensität kodiert. Wenn die Frequenz dieser Intensitätsänderungen jedoch zu niedrig ist, so die Forscher, kann dies vom menschlichen Auge wahrgenommen werden und einen unangenehmen Flimmereffekt verursachen. Der DLS ist daher so konzipiert, dass er eine Eigenschaft des Lichts, die Polarisation, manipuliert.
„Die Änderung der Lichtpolarisation ist für das Auge nicht wahrnehmbar, so dass das Flimmern nicht mehr auftritt“, erklärt Sahar Ammar, ein Student in Shihadas Team. „Das Kommunikationssystem funktioniert, indem es die Polarisation des einfallenden Sonnenlichts auf der Modulatorseite ändert. Der Empfänger kann diese Änderung erkennen, um die übertragenen Daten zu entschlüsseln.“
Houston – Der 2.11 Meter große türkische Basketballspieler Alperen Şengün ist der jüngste Center in der Geschichte der NBA, der in seiner Karriere 1000 Punkte und 200 Assists erzielt hat. Şengün wurde im vergangenen Sommer 20 Jahre alt.
Er übertraf Brad Daugherty und erreichte die genannten Zahlen mit nur 20 Jahren und 133 Tagen. Fast ein ganzes Jahr jünger als der ehemalige fünfmalige All-Star und Cleveland Cavaliers-Spieler Daugherty (1986-1996).
„Geschichte zu schreiben wird für Şengün zur Gewohnheit“, schrieb der Internationale Basketballverband (FIBA) in einem Tweet am 7. Dezember und fügte Emojis einer türkischen Flagge und eines lächelnden Gesichts hinzu.
In dieser Saison bestritt er für die Houston Rockets 21 Spiele in der NBA und erzielte dabei durchschnittlich 15,2 Punkte, 8,6 Rebounds und 2,3 Assists pro Spiel, so Eurohoops.
Şengün ist nun Teil einer elitären Gesellschaft, in der Alvan Adams auf der Liste der jüngsten Center mit 1000 Punkten und 200 Assists an dritter Stelle steht, Bam Adebayo von den Miami Heat an vierter und sein Idol Nikola Jokic an fünfter.
Der türkische Basketballspieler verriet, dass er hofft, sein Spiel nach dem Vorbild von Nikola Jokic zu gestalten. Der serbischstämmige zweifache NBA-MVP lobte kürzlich Şengün. Nachdem Şengüns Houston Rockets gegen Jokics Denver Nuggets gespielt hatten, erklärte der vierfache All-Star Jokic :
„Ich denke, er ist wirklich talentiert. Vielleicht hört sich das jetzt komisch an, aber ich glaube, sie müssen ein bisschen mehr durch ihn spielen. Der Junge hat das Talent. Er kann den Ball abgeben. Er kann sich aufstellen. Er hat ein Händchen für den Rand. Man kann verschiedene Spielzüge sehen, wenn er spielt.“
Der am 25. Juli 2002 in der Schwarzmeerprovinz Giresun geborene Şengün unterzeichnete 2018 seinen ersten Profivertrag bei Bandırma Kırmızı, einem Team aus der nordwestlichen Provinz Balıkesir. Ein Jahr später spielte er für Teksüt Bandırma, und 2020 wurde er zum Istanbuler Spitzenklub Beşiktaş transferiert.
Nachdem er 29 Spiele für Beşiktaş bestritten hatte und zum MVP der Saison gewählt worden war, nahm er 2021 am NBA-Draft teil. Am 7. August 2021 unterschrieb er bei den Houston Rockets, berichtet Hürriyet.
Der Center ist eine von fünf Positionen im Basketball. Im Deutschen sind auch die Bezeichnungen Innenspieler, Centerspieler, teils auch Brettcenter und gemäß der üblichen Bezifferung die Zuordnung als Position fünf gebräuchlich. Im Englischen wird der Center auch post player oder big man genannt
Essen – Der Essener Chemiekonzern Evonik erwägt nach Darstellung von Vorstandschef Christian Kullmann Kurzarbeit angesichts der Energiekrise.
„Wenn unsere Kunden leiden, leiden wir mit. Deshalb kann ich perspektivisch Kurzarbeit nicht ausschließen“, sagte Kullmann im Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Kurzarbeit habe den Zweck, Beschäftigung zu sichern.
„Bei Evonik wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, betonte Kullmann. Der Ukraine-Krieg habe massive Auswirkungen auf Deutschlands Wirtschaft. „Die Lage ist ernst. Die Krise ist tief und wird lange dauern“, sagte Kullmann. „Ich erwarte eine harte, schwierige und entbehrungsreiche Zeit.“ Länderübergreifend beschäftigt Evonik eigenen Angaben zufolge rund 33.000 Mitarbeitende.
Zugleich bestätigte Kullmann im Gespräch mit der WAZ die Gewinnziele des Chemiekonzerns. Zur wirtschaftlichen Perspektive von Evonik sagte Kullmann: „Wir kippen nicht um, wir werden in diesem Jahr unsere Ziele erreichen.“ Der Ausblick von Evonik sieht einen Gewinn (bereinigtes Ebitda) zwischen 2,5 Milliarden und 2,6 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr vor. Zuvor waren es 2,38 Milliarden Euro.