Auto-News
Flexibler Kraftprotz für das Auto: Anhänger

Reicht der Platz im Kofferraum nicht aus, muss nicht immer ein teurer Transporter angemietet werden. Eine flexible und noch dazu sparsame Lösung sind Anhänger. Welche Modelle es gibt und was sie wirklich leisten können, zeigt dieser Ratgeber.

Anhänger für den Pkw: Ungebremst oder gebremst?

Bei der Auswahl passender Pkw-Anhänger stellt sich die Frage, ob das Modell gebremst oder ungebremst sein soll. Beide haben ihre Vorzüge, aber auch Nachteile und sind nicht für alle Fahrzeugtypen gleichermaßen geeignet.

Ungebremster Anhänger

Diese Modelle haben, wie es der Name schon sagt, keine eigene Bremsvorrichtung. Deshalb werden sie mit der Bremsleitung des Zugfahrzeuges verbunden. Ein Vorteil dieser Anhänger sind die geringen Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Da sie kein eigenes Bremssystem benötigen, ist der Neupreis deutlich niedriger. Noch günstiger werden gebrauchte Modelle, doch sie sind meist äußerst begehrt und schwer zu bekommen. Durch die fehlende Bremse sind auch die laufenden Wartungskosten oder Ausgaben für Materialverschleiß geringer als bei gebremsten Pkw-Anhängern. Dennoch kann es sein, dass gelegentlich ein Komplettrad ersetzt werden muss, was bei guter Pflege aber mehrere Jahre hält.

Die ungebremsten Anhänger haben allerdings auch Nachteile. Mit ihnen lassen sich auf deutlich geringere Gewichte transportieren und auch die Geschwindigkeit kann in einigen Ländern stark limitiert sein. Manchmal dürfen ungebremster Anhängermodelle nur maximal 60km/h fahren. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung ist vor allem dann interessant, wenn es mit dem ungebremsten Anhänger in den Urlaub gehen soll. Vor Reiseantritt ist ein Blick in die lokalen Vorgaben in der Straßenverkehrsordnung gefragt.

Gebremste Anhänger 

Diese Modelle sind nicht auf die Bremskraft des Zugfahrzeuges angewiesen, sondern verfügen über eigene Bremsleistung. So wird das Zugfahrzeug entlastet und die Auslaufbremse selbst ein. Auf diese Weise verkürzt sich der Bremsweg deutlich, was zu einer höheren Sicherheit für das Gespann führt. Auch schwerere Lasten in Anhänger können so viel sicherer bewegt werden, denn der Bremsweg steigt mit ihrem zusätzlichen Gewicht und erhöhter Geschwindigkeit deutlich. Auch das Manövrieren in Gebirgen ist mit einem gebremsten Anhänger viel leichter möglich. So können auch kleinere Pkw sicher größerer Lasten bewegen.

Die Anhängerkupplung muss für das Gespann geeignet sein

Um sicheres Fahren in jeder Verkehrslage zu gewährleisten, müssen Zugfahrzeug und Anhänger zusammenpassen. Verbunden sind sie über die Anhängerkupplung. Doch sie kann abhängig vom Hersteller einige Besonderheiten aufweisen und nicht mit jedem Anhänger kompatibel sein. Wichtig ist vor allem der sogenannte D-Wert. Er ist die Berechnungsgrundlage für die Anhängelast und zeigt, welche Anhänger größer und welches Transportlimit überhaupt möglich sind.

Ein Blick in den Fahrzeugschein hilft, um die zulässige Anhänger- und Stützlast des Fahrzeuges herauszufinden. Diese dürfen nicht überschritten werden, da sonst nicht nur ein Sicherheitsrisiko droht, sondern auch ein Verwarngeld durch die Polizei, wenn Abweichungen von den Vorgaben im Fahrzeugschein bei einer Kontrolle festgestellt werden.

Die richtige Ladungsverteilung sorgt für mehr Sicherheit

Ein gutes Fahrverhalten wird vor allem durch die richtige Beladung des Anhängers erreicht. Schwere Lasten sollten niemals zu weit vorn oder hinten, sondern über der Achse transportiert werden. Auf diese Weise wird die optimale Bremswirkung und eine sichere Straßenlage erreicht.

Auch die Ladungssicherung spielt für Anhänger eine wichtige Rolle. Bei einer Vollbremsung oder Ausweichmanöver sollte nichts verrutschen oder gar vom Anhänger fallen. Für Stabilität und Festigkeit der Gegenstände sorgen beispielsweise Spanngurte oder eine Abdeckung über dem Anhänger. Zu vermeiden sind auch lange, weit hinausragende Gegenstände. Sie können das Gleichgewicht des Anhängers verlagern und ihn schwieriger zu fahren machen. Außerdem müssen sie immer deutlich sichtbar (beispielsweise mit einem roten Tuch oder einem roten Wimpel) gekennzeichnet sein.

Tipp: Fahrtraining für Autos mit Anhänger empfehlenswert

Ein Anhänger am Auto beeinflusst das Fahrverhalten. Bevor es auf große Reise geht, ist ein Fahrtraining mit dem gesamten Zuggespann empfehlenswert. Fast überall gibt es einen Verkehrsübungsplatz, auf dem das Navigieren ohne Angst vor Unfällen ausprobiert werden kann.

Germany
Frankfurt: Numerous Arrests of Turkish Journalists

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Frankfurt – On Wednesday, Frankfurt police raided the European headquarters of the Turkish daily Sabah and arrested German representative İsmail Erel and news director Cemil Albay. Cell phones and computers were also seized in the raid. The homes of the two journalists were also reportedly searched. According to Turkish media reports, there had also been arrests in other cities. However, this report could not yet be confirmed. „We have been trying to gather information since this morning. Because it is an unbelievable situation. At 6 a.m., they raided the house of our German representative İsmail Erel and the house of Cemil Albay in Frankfurt. After the raid, our two representatives and reporters were arrested. They are still in custody without further explanation of the reason for their detention. We expect a statement from Germany in a few hours,“ a spokesman for the newspaper said. According to Turkish media, the Turkish Foreign Ministry and professional associations there had already contacted the German authorities and lobbied for the release of the two journalists Diplomatic sources reported that the detention of the two journalists was unacceptable in terms of press freedom and this had been communicated to the German authorities. High-level talks on the release of the journalists were still continuing. According to current information, the arrest is related to Sabahs reporting on structures of the Gülen sect, or Fethullahist Terrorist Organization FETÖ as it is known in Turkey, in Germany. According to unofficial information, it is an article by Sabah about Cevheri Güven and his whereabouts in Germany that is said to have provided the impetus for the police raid. Also the house in Babenhausen, in which he lives together with his family, were published on the front page of the sheet. In Turkey, there is already talk of a second „SPIEGEL affair.“ In October 1962, editors of german magazine SPIEGEL were arrested; an attack on press freedom instigated by then Defense Minister Franz Josef Strauß. yücel/pka

Sabah Journalisten
Deutschland: Zahlreiche Festnahmen türkischer Journalisten

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Frankfurt – Am Mittwoch durchsuchte die Frankfurter Polizei die europäische Zentrale der türkischen Tageszeitung Sabah und nahm den deutschen Vertreter İsmail Erel und den Nachrichtendirektor Cemil Albay fest. Bei der Razzia wurden auch Handys und Computer beschlagnahmt. Auch die Wohnungen der beiden Journalisten sollen durchsucht worden sein. Türkischen Medienberichten zufolge habe es auch in anderen Städten Festnahmen gegeben. Diese Meldung konnte jedoch noch nicht bestätigt werden.

„Wir versuchen seit heute Morgen, Informationen zu sammeln. Denn es ist eine unglaubliche Situation. Um 6 Uhr morgens durchsuchte man das Haus unseres deutscher Vertreters İsmail Erel und das Haus von Cemil Albay in Frankfurt. Nach der Razzia wurden unsere beiden Vertreter und Reporter festgenommen. Sie befinden sich immer noch in Gewahrsam, ohne dass der Grund für ihre Inhaftierung näher erläutert wurde. Wir erwarten in einigen Stunden eine Erklärung aus Deutschland“, so ein Sprecher der Zeitung.

Türkischen Medien zufolge seien bereits das türkische Außenministerium und dortige Berufsverbändemit mit den deutschen Behörden in Kontakt getreten und hätten sich  für die Freilassung der beiden Journalisten eingesetzt

Diplomatische Quellen berichteten, dass die Inhaftierung der beiden Journalisten im Sinne der Pressefreiheit inakzeptabel sei und dies sei den deutschen Behörden mitgeteilt worden. Hochrangige Gespräche über die Freilassung der Journalisten würden noch fortgesetzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen steht die Verhaftung in Zusammenhang mit der Berichterstattung der Sabah Avrupa über Strukturen der Gülen-Sekte bzw. der in der Türkei bezeichneten Fethullahistischen Terrororganisation FETÖ in Deutschland.

Es handelt sich nach inoffiziellen Angaben um einen Artikel der Sabah Avrupa über Cevheri Güven und seinen Aufenthaltsort in Deutschland, die den Anstoß für die polizeiliche Razzia gegeben haben soll. Auch das Wohnhaus in Babenhausen, in dem er gemeinsam mit seiner Familie lebt, wurden auf der Titelseite des Blattes abgelichtet.

In der Türkei spricht man bereits von einer zweiten „SPIEGEL-Affäre“. Im Oktober 1962 wurden Redakteure des SPIEGEL´s verhaftet; ein Angriff auf die Pressefreiheit, die vom damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß angestoßen wurde.

yücel/pka

Rüstung
Izmir: Türkisches Kriegsschiff TCG Anadolu empfängt 150.000 Besucher

Izmir –  Ein überwältigendes Interesse, für das in der Türkei entwickelte und hergestellte Kriegsschiff TCG Anadolu gab es auch in der westtürkischen Millionenmetropole Izmir. In den ersten Tagen bildeten sich teils Kilometer lange Schlangen. Wie der Gouverneur von Izmir, Yavuz Selim Köşger, mitteilte, haben 149.856 Menschen das Schiff seit der Andockung am 3. Mai besucht. Am gestrigen Dienstag verließ das Schiff für eine Militärübung die Stadt. https://youtu.be/RtZUw_rXzBE   TCG Anadolu kann als Mehrzweckkriegsschiff sowohl in der Rolle eines Drohnenträgers wie auch eines amphibischen Angriffsschiffs eingesetzt werden. Das Schiff wurde von der Sedef Werft in Istanbul in Kooperation mit dem spanischen Hersteller Navantia gebaut. TCG Anadolu wird als größtes und am besten bewaffnete Kampfschiff das „Mutterschiff“ der türkischen Marine.

Die TCG Anadolu ist 231 Meter lang und 32 Meter breit. Die Wasserverdrängung des Schiffes wird ein totales Gewicht von 28.000 Tonnen ausweisen und eine Fahrgeschwindigkeit von 20 bis 21 Knoten (37 bis 39 Kilometer pro Stunde) erreichen können.

Die Landungsplattform der TCG Anadolu wurde den Anforderungen türkischer Kampfdrohnen angepasst und ist somit das erste Kriegsschiff weltweit, das als Drohnenträger konzipiert wurde.

Das Deck des Schiffes wird vier LCM-Schiffe (Landungsschiffe) aufnehmen, die jeweils einen Panzer transportieren. Auf den Fahrzeugdecks können insgesamt 94 Fahrzeuge transportiert werden, darunter 13 Panzer, 27 gepanzerte amphibische Angriffsfahrzeuge (ZAHA), 6 gepanzerte Mannschaftstransporter (ZPT), 33 diverse Fahrzeuge und 15 Anhänger.

Das Flugdeck kann insgesamt 10 Hubschrauber oder 50 unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) aufnehmen. Das Schiff wird über eine Personalkapazität von 1.223 Personen verfügen und mit einem vollwertigen Krankenhaus und zwei Operationssälen ausgestattet sein. Medienberichte weisen daraufhin, dass die Bewaffnung des Flugzeugträgers größtenteils von lokalen türkischen Unternehmen wie Havelsan und ASELSAN zur Verfügung gestellt werden wird.

Türkei
Ankara: Reha-Zentrum für 6.000 Tiere steht vor Eröffnung

Ankara – Die Stadtverwaltung von Ankara setzt ihre Bemühungen fort, die Lebensbedingungen streunender Tiere zu verbessern. Mit dem Grundsatz „Jedes Lebewesen, das in der Hauptstadt lebt, ist wertvoll,“ entsteht in der Stadt eine neue Bleibe für sie.

In Zusammenarbeit mit Ankaras Gesundheits- und dem Wissenschaftsministerium steht in der türkischen Hauptstadt ein Mega-Tierheim und Rehabilitationszentrum, das 6.000 Straßentieren ein Zuhause bieten soll, kurz vor der Eröffnung.

Das auf einem Gelände von 93.000 Quadratmeter liegende Zentrum, wurde nach EU-Standards gebaut.

Die Stadtverwaltung von Ankara, die im vergangenen Jahr die umfassendste Sterilisationskampagne der Türkei startete, brach einen Rekord, indem sie seit dem 1. Juni 2022 23.500 Streunertiere kastrierte, 

„Seit dem 1. Juni 2022 arbeiten wir mit einer brandneuen Anwendung sowohl für das Fangen als auch für die Sterilisation. Während wir bisher lediglich tausend Sterilisationen pro Monat durchführen konnten, ist uns mit dieser Methode möglich monatlich zweitausend Sterilisatione durchzuführen. Mit 23.500 Sterilisationen im Jahr 2022 haben wir einen Rekord in der Geschichte der Stadtverwaltung von Ankara gebrochen. Mit diesem Projekt, das für alle Gemeinden Vorbild sein wird, werden wir im Jahr 2023 25.000 bis 30.000 Sterilisationen durchführen“, so Seyfettin Aslan, Leiter der Gesundheitsabteilung, in einer Stellungnahme. 

Somit wird der Streunertierbestand in Ankara mit über 50.000 Sterilisationen pro Jahr innerhalb von 2 Jahren unter Kontrolle gebracht.

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– Mersin – Miyav Park Türkei: Ein Städtchen nur für Katzen

Dieser Ort wird die Herzen jedes Katzen-Fans höher schlagen lassen: In der südtürkischen Stadt Mersin gibt es seit etwa einem Jahr ein kleines Städtchen nur für Straßenkatzen, in denen die Samtpfoten sicher und geborgen leben können.

Miyav Park Türkei: Ein Städtchen nur für Katzen

Kriminalität
Cannabis für Deutschland: Spanien löst Albanien ab

Hamburg – Spanien ist zu Deutschlands Hauptlieferant für Cannabis geworden. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) hat Spanien Albanien als Hauptherkunftsstaat für Marihuana-Großtransporte nach Deutschland abgelöst. „Der professionelle Cannabisanbau durch Gruppierungen organisierter Kriminalität in Spanien hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, teilt das BKA gegenüber dem Rechercheformat STRG_F (NDR/Funk) mit. Recherchen vor Ort von STRG_F zeigen die Folgen: Insbesondere in Andalusien bekämpfen sich rivalisierende Drogenbanden mit der Polizei. „Es drängen immer mehr Gruppen auf den Markt“, sagt ein Drogenermittler der Guardia Civil gegenüber STRG_F. Diese Konkurrenz führe zu einer Gewalteskalation. Weiche Droge, harte Kriminalität: Gewalteskalation im „Gras“-Geschäft Selbst ein Drogenhändler, bestätigt gegenüber STRG_F einen Gewaltanstieg in der Szene. Immer öfter komme es zu bewaffneten Überfällen zwischen verschiedenen kriminellen Vereinigungen. Allein an der Costa del Sol, einem Küstenabschnitt bei Málaga, zählt der spanische Geheimdienst 113 kriminelle Vereinigungen mit 59 Nationalitäten. „Hier bewegen sich einfach zu viele kriminelle Organisationen auf engstem Raum“ die alle an dem lukrativen Geschäft teilhaben wollten, erklärt der Rechtsanwalt Ricardo Álvarez-Ossorio, der viele Mafiagrößen verteidigt. Die Profitmargen von Haschisch und Marihuana ziehe Gruppierungen an, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Insbesondere das Urlaubsparadies Costa del Sol ist nach den STRG_F-Recherchen in den vergangenen Jahren zu einer internationalen Mafiahochburg geworden. Spanien bietet nicht nur gute klimatische Bedingungen für den Marihuana-Anbau, sondern liegt auch in direkter Nachbarschaft zu Marokko, wo weltweit das meiste Cannabisharz (Haschisch) produziert wird. Löst Legalisierung das Problem? Ermittler sind skeptisch Laut spanischem Statistikamt hat sich die Menge des in Spanien konfiszierten Marihuanas innerhalb von vier Jahren mehr als vervierfacht. Im Jahr 2021 waren es 139 Tonnen „Gras“. Hinzu kommen mehr als 600 Tonnen beschlagnahmtes Haschisch. Die deutsche Bundesregierung will den Cannabiskonsum legalisieren und damit auch den Schwarzmarkt bekämpfen. Spanische und deutsche Ermittler äußern im Gespräch mit STRG_F Zweifel, dass durch eine Legalisierung die organisierte Kriminalität entscheidend geschwächt werden könnte. Denn mit den niedrigen Preisen und dem hohen THC-Gehalt von Cannabis auf dem Schwarzmarkt könne eine legal angebaute Droge kaum mithalten. Selbst wenn die kriminellen Drogenhändler durch die Legalisierung einen Gewinneinbruch hinnehmen müssten, bliebe ihre Infrastruktur für den Drogentransport bestehen. „Die werden sich ja nicht auf einmal eine normale Arbeit suchen“, sagt ein spanischer Ermittler. „Das Wahrscheinlichste ist, dass sie dann auf andere Substanzen umstellen, bei denen sie mehr verdienen können. Also Koks oder Heroin etwa.“ Cannabis ist nach Alkohol und Tabak die am häufigsten konsumierte Droge der Welt. Die Zahl der Konsumenten weltweit ist innerhalb von zehn Jahren um 23 Prozent gestiegen. Während in Deutschland der Alkohol und Tabakkonsum über die Jahre deutlich zurückgegangen ist, steigt auch hierzulande der Cannabis-Konsum.

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– Meinung – Kommentar: Was haben die italienische Mafia und die PKK gemeinsam?

Zwei weitverzweigte europaweite Netzwerke haben sich wie eine Krake über Europa ausgebreitet. Die Organisierte Kriminalität und der Terror stellen auch heute noch eine große Gefahr für die Welt dar, insbesondere für Deutschland, weil das Land selbst ein Eldorado für die Mafia und die PKK ist.

Kommentar: Was haben die italienische Mafia und die PKK gemeinsam?

Türkei-Wahlen 2023
Türkei: Oppositionsanhänger wünschen Erdbebenüberlebenden den Tod

von Nabi Yücel Aufgrund des Wahlausgangs in der Türkei und der bevorstehenden Stichwahl zur türkischen Präsidentschaft liegen bei Oppositionsanhängern die Nerven blank. Hasstiraden gegenüber Auslandstürken wie auch Solidaritätsentzug gegenüber Erdbebenopfern nehmen in sozialen Medien breiten Raum ein. In der Hochburg der Oppositionspartei CHP in Kumbağ, nahe der Provinzhauptstadt Tekirdağ, kündigte der Oberbürgermeister von Tekirdağ den im Hotel untergebrachten Erdbebenopfern an, sie vor die Straße zu setzen. Aufgebrachte Gäste erklärten, man wolle sie damit abstrafen, weil sie mehrheitlich die Regierungspartei gewählt hätten. Andere wünschten sich sogar, das alle Erdbebenopfer am besten gestorben wären um diesen Wahlausgang nicht zu erleben. Die türkische TikTok-Fenomenin Ayşegül Didem Doğan machte die Solidarität und Hilfen für die Erdbebenopfer von ihrem Wahlverhalten abhängig und drohte, bei einer falschen Entscheidung damit stets konfrontiert zu werden. Das sind keine Einzelfälle. Über soziale Medien melden sich immer mehr Oppositionsanhänger, bekannte wie unbekannte Gesichter, die verkünden, ihre Solidarität und Hilfen zu entziehen. Dabei werden die im Erdbebengebiet lebenden Menschen beschimpft, man droht ihnen, die Hilfen einzustellen oder wünscht ihnen sogar den Tod. Auch im Ausland gibt es Gleichgesinnte, die sich zu Wort melden. Ein Dönerladen-Betreiber (Süvari M.) aus Deutschland, verfluchte die Erdbebenopfer und beschimpfte sie lautstark für ihr Wahlverhalten. Inzwischen liegt eine Strafanzeige gegen den Mann vor, der von der türkischen Staatsanwaltschaft verfolgt wird. Es gibt aber auch Gegenreaktionen auf die zunehmenden Hasstiraden im Netz, die sich nicht nur auf Erdbebenopfer beschränken, sondern auch Auslandstürken, Wählerkreise erfassen, die für den Wahlausgang verantwortlich gemacht werden. Der türkische Schauspieler Sinan Albayrak zeigte sich entsetzt über die zahlreichen Hasstiraden gegenüber Erdbebenopfern, nur weil sie bei den Wahlen mutmaßlich die amtierenden Regierungsparteien bzw. Präsidenten bevorzugt hätten. Die bekannte türkische Schauspielerin Bergüzar Korel verurteilte die Hassreden und erklärte, wie sich wohl die Menschen fühlen würden, wenn sie das sehen und hören würden und fügte hinzu: „Was über die Ergebnisse aus Erdbebengebieten geschrieben wird, entspricht genau der Mentalität, die kritisiert wurde. Menschen, die alles verloren haben, lesen diese Beiträge … Wir sind nicht die Menschen, die für die Hilfe und Solidarität Opfer zur Rechenschaft ziehen oder damit prahlen.“ Die Hasstiraden im digitalen Raum werden von türkischen Experten auf den Hass auf Recep Tayyip Erdoğan zurückgeführt, der sich in letzter Zeit extrem zeige. Shitstorms seien die vereinfachte Form von komplexen Zusammenhängen, wobei die Tatsächlichkeit der Dinge nicht mehr so eine Rolle spiele. Laut dem Leiter des Umfrageinstituts SONAR, Hakan Bayrakçı, würden auch Politiker wie Journalisten, diesen Hass antreiben bzw. schüren. Bayrakçı befürchtet, dass die Hasstiraden bis zur Stichwahl ansteigen und an Qualität und Intensität zunehmen werden.

Zum Thema

– Sindelfingen – Mercedes-Werk: „Erdogan-Gegner erschießt Kollegen“

Zwei Menschen sind am Donnerstagmorgen bei Schüssen auf dem Werksgelände von Mercedes-Benz in Sindelfingen ums Leben gekommen.

Mercedes-Werk: „Erdogan-Gegner erschießt Kollegen“
 

Historie
Die sozio-kulturelle Lage der Süd-Aserbaidschaner im Iran seit 1828 bis heute

von Ahmad Omid Yazdani Seit acht Monaten kämpfen die freiheitsliebenden Völker im Iran gegen das diktatorisches Molla-Regime. Sie kämpfen für Freiheit, Arbeit und Brot, Demokratie und nationale Selbstbestimmungsrecht. An der ersten Reihe des Freiheitskampfes stehen die unterdrückten Frauen, deren elementarsten Menschenrechte seit über 40 Jahren von einem mittelalterlichen schiitischen Regime mit Füßen getreten werden. Ich bin selbst ein Aserbaidschaner aus dem Iran und möchte mit folgendem Beitrag über die sozio-kulturelle Lage der aserbaidschanischen „Minderheit“ im Iran informieren. Das Wort Minderheit setze ich dabei in Anführungszeichen, denn der Iran ist ein multiethnischer Vielvölkerstaat in dem etwa genauso viele Aserbaidschaner wie Perser leben – also etwa jeweils ca. 30 Millionen. Weitere ca. 22 Millionen Einwohner verteilen sich auf andere ethnische Gruppen, wie Kurden, Balutschen, Araber, Turkmenen, Loren, Giläkin und andere kleine Minderheiten. Wenn wir über Menschenrechtsverletzungen im Iran sprechen, denken wir natürlich als erstes an grundlegende Freiheitsrechte wie die Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Versammlungsfreiheit oder an die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Alle Menschen im Iran leiden unter der alltäglichen Unterdrückung dieser Rechte. Aber wie sieht es mit den kulturellen Rechten der ethnischen Minderheiten aus? Auch in diesem Bereich herrscht eine brutale Unterdrückung. Die Angehörige der nicht persischen ethnischen Minderheiten, die sich für die Freiheit ihrer Sprache und Kultur einsetzen, werden inhaftiert, gefoltert und gehängt. Viele Ethnien im Iran erleiden somit zusätzlich zu allgemeiner Unterdrückung, die das gesamte Land betrifft, eine zusätzliche Unterdrückung ihrer Kultur und Sprache. So gibt es für die über 30 Millionen Aserbaidschaner im Iran nicht eine einzige muttersprachliche Schule. Literatur, Musik und andere Medien auf Aserbaidschanisch sind in der Öffentlichkeit so gut wie nicht vorhanden. Um die Frage zu beantworten, wie es zur jetzigen Situation der Aserbaidschaner im Iran kam, werde ich kurz auf die geschichtliche Entwicklung eingehen. Süd-Aserbaidschan (1828–1925) Das historische Aserbaidschan wurde im Jahre 1828 nach einem Krieg zwischen dem Kadscharen-Iran und dem russischen Zarenreich im Rahmen der Friedensverhandlungen geteilt. Der Nordteil wurde dabei an das russische Zarenreich angegliedert, der Südteil verblieb im Iran (siehe Karte „Kaukasisches- und Persisches Aserbaidschan“ nach 1828). Süd-Aserbaidschan war bis zu diesem Zeitpunkt und bis ins frühe 20. Jahrhundert nicht nur ein einfaches Gebiet im Iran, sondern eine Provinz mit einer sehr starken Stellung und einem hohen Anteil an Autonomität. Der Iran war in dieser Zeit kein stark zentralistischer Staat, sondern bis zur Gründung der Pahlawi Dynastie im Jahre 1925 ein Staatsgebilde, zusammengesetzt aus verschiedenen eigenständigen Selbstverwaltungseinheiten (mämaleke Mähruseye Iran).
Karte “Kaukasisches- und Persisches Aserbaidschan” nach 1828, Baku, Nationalmuseum für Geschichte von Aserbaidschan
Das ganze System kommt nach heutigem Verständnis einer Mischform aus Bundesstaat und Staatenbund sehr nahe. Diese Selbstverwaltungseinheiten – so auch Süd-Aserbaidschan – hatten z. B. die überwiegende Hoheit im Bereich der regionalen Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung. Sie führten in regelmäßigen Abständen Teile ihres Steueraufkommens an eine Zentralregierung ab … und im Falle eines Krieges stellten sie militärische Einheiten. Nun muss man natürlich wissen, dass sich diese Selbstverwaltungseinheiten wesentlich von Bundesstaaten, wie wir sie z. B. in Deutschland kennen, unterscheiden. Denn außer dem höheren Anteil von Autonomie grenzten sie sich untereinander deutlich ab. Sie unterschieden sich meist voneinander durch ihre Ethnizität, ihre Kultur und die Sprache … auch in ihrer religiöser Konfession. Das Leben in Süd-Aserbaidschan nahm nach den russisch-persischen Kriegen, abgesehen von dem gescheiterten Versuch von Scheich Mohammed Khiabani – im April 1920 mit seiner Demokratischen Partei in Süd-Aserbaidschan eine demokratische Republik zu gründen – seinen gewohnten Verlauf. Das heißt Aserbaidschaner, Perser und andere Ethnien lebten friedlich und gleichberechtigt neben einander. Bis zur Errichtung der Pahlawi-Dynastie im Jahre 1925 war Süd-Aserbaidschan eines der bedeutendsten Zentren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens im Iran gewesen. Auf Grund seiner geographischen Nähe zu Europa und intensiven Kontakt zu Intellektuellen in der Türkei und Russland besaß Süd-Aserbaidschan bei der Verbreitung moderner europäischer Ideen eine herausragende Sonderstellung im Iran. So ging beispielsweise die konstitutionelle Revolution 1906–1911 im Iran von Süd-Aserbaidschan aus. Sie richtete sich gegen die willkürliche Herrschaft und errichtete die konstitutionelle Monarchie mit einer Verfassung, die überwiegend der belgischen Verfassung nachgebildet war. Innerhalb Irans befand sich Süd-Aserbaidschan damals in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht in einem normalen Entwicklungsstadium. Dies sollte sich jedoch mit der Errichtung der Palawi-Dynastie im Jahre 1925 grundlegend ändern. Süd-Aserbaidschan (1925–1946) Rezah-Schah, der Begründer der Palawi-Dynastie und glühender Anhänger der arischen Rassenideologie, begründete ein Terrorregime, das parallel zur allgemeinen Unterdrückung der iranischen Bevölkerung das Ziel hatte, ein zentralistisches Regime zu erschaffen und die Kultur und Sprachen der nicht-persischen Bevölkerungsgruppen zu vernichten. Rezah Schah ging hierbei mit einer geschichtlich gesehen beispielsloser Härte vor. Die persische Sprache wurde zur Staats- und Verwaltungssprache sowie zur einzigen Mediensprache erhoben. Die Aserbaidschaner im Iran durften ihre Muttersprache an offiziellen Stellen nicht mehr sprechen. Schüler, die von Lehrern bei einer Unterhaltung in aserbaidschanischer Sprache beobachtet wurden, mussten eine Geldstrafe zahlen oder sie wurden mit dem Schlagstock misshandelt. Der von der Teheraner Zentralregierung ernannte Kulturverantwortliche Mohseni erklärte dabei öffentlich:
„Wer sich auf Türkisch unterhält, der muss mit einer Leine um den Hals in den Kuhstall gebracht werden.“
Die Beherrschung der persischen Sprache war von nun an Grundvoraussetzung zum sozialen Aufstieg im gesamten Iran. Wer kein Persisch sprach, hatte keine Chance eine Stelle an staatlichen Institutionen zu bekommen. Aserbaidschanische Musik, Bücher und Zeitungen wurden verboten. Es begann eine von der Teheraner Zentral-Regierung gesteuerte Propaganda gegen aserbaidschanische Bevölkerungsteile. Selbst Aserbaidschaner, die des Persischen mächtig waren, wurden in aller Öffentlichkeit wegen ihrer Aussprache als „halbzivilisiert“ stigmatisiert. Besonders eifrige Wissenschaftler kämpften dabei öffentlich um die wirksamsten Methoden zur Ausrottung der aserbaidschanischen Kultur und Sprache. Der „Wissenschaftler“ Dr. Mahjar Nawabi schlug dabei vor, aserbaidschanische Kinder von ihren Eltern zu trennen und in rein persischsprachige Regionen in Pflegefamilien zu geben, um so jeglichen Kontakt zur aserbaidschanischen Sprache zu verhindern. Das ständige Verächtlichmachen, das Verbot aserbaidschanischer Kultur und diese Vorschläge führten zu einem enormen Druck auf die Aserbaidschaner im Iran. Ziel des Schah-Regimes war es offensichtlich, die uralte Kultur eines gesamten Landes komplett auszurotten. Parallel zur kulturell-sprachlichen Unterdrückung begann die sozio-ökonomische Vernachlässigung Süd-Aserbaidschans. Investitionen in aserbaidschanischen Provinzen (West-Aserbaidschan, Ost-Aserbaidschan, Ardebil) blieben fast völlig aus. Ziel war es offensichtlich, das aserbaidschanische Bürgertum und die Händler auf den Basaren zur Auswanderung in persische Städte zu zwingen. Doch bevor dieses Vorhaben vollständig verwirklicht werden konnte, musste Rezah Schah Pahlawi im September 1941 auf Druck der alliierten Mächte, die Iran in der Zeit des 2. Weltkrieges besetzt hatten, abdanken. Der Grund war unter anderem:  Rezah Schah hat auf freundlicher Basis mit dem nationalsozialistischen Deutschland und Hitler kooperiert. Nach der Besetzung Irans durch die Alliierten und der Abdankung Rezah Schahs zugunsten seines Sohnes Mohammed Rezah Schah Pahlawi begann im Iran eine kurz währende Periode der politischen Freiheit. Im aserbaidschanischen Teil des Irans wurde das Sprachverbot in der Öffentlichkeit aufgehoben und es erschienen wieder Medien in Aserbaidschanisch. Die Unterdrückung der Aserbaidschaner zur Zeit Rezah Schahs hatte zu einer starken national-freiheitlichen Strömung in Südaserbaidschan geführt. 1945 rief der Vorsitzende der neu gegründeten „Demokratischen Partei Aserbaidschans“, Seyed Djafar Pishawari, die nationale Regierung Aserbaidschans im Iran aus. Vorrangiges Ziel der nationalen Regierung war vor allem die regionale Autonomie Aserbaidschans im Iran, sowie die Befreiung von der einseitigen persischen Kultur- und Wirtschaftspolitik. Die aserbaidschanische Sprache wurde nun wieder als offizielle Sprache in Aserbaidschan verwendet. Die Kinder, die in der ihnen fremden persischen Sprache unterrichtet wurden, lernten nun wieder in ihrer Muttersprache. Zum ersten Mal in der Geschichte Irans wurde die geschlechtliche Gleichberechtigung offiziell zum Prinzip erhoben. Als die Alliierten den Iran im Mai 1946 verließen, wurde zwischen der Aserbaidschanischen Nationalregierung und der Teheraner Zentralregierung ein 10-Punkte Abkommen geschlossen – demnach blieb Süd-Aserbaidschan und zwar ausdrücklich unter der Gewährung von Autonomie ein Teil des Irans und die aserbaidschanische Sprache wurde als offizielle Amtssprache beibehalten. Süd-Aserbaidschan (1946–1979)  Die Teheraner Regierung hielt sich jedoch nicht lange an diesen staatsrechtlichen Vertrag. Bereits im November 1946, also 6 Monate später, marschierten Militäreinheiten der iranischen Zentralregierung in aserbaidschanische Provinzen ein und massakrierten tausende Aserbaidschanern und plünderten das Land. Nachdem die kaiserliche Armee die linksgerichtete nationale Regierung Aserbaidschans schließlich stürzte, wurden die Repressalien gegen die Aserbaidschaner wieder eingeführt und sogar intensiviert. Es kam nun zu öffentlichen Bücherverbrennungen aserbaidschanischer Literatur. Alles Aserbaidschanische wurde nun noch stärker dämonisiert oder verächtlich gemacht. Gleichzeitig mit dem neuerlichen Verbot der aserbaidschanischen Kultur und Sprache in öffentlichen Institutionen begann die Periode der Assimilation und des Wirtschaftskrieges gegen das Land. Mitte der sechziger Jahre und Anfang der siebziger Jahre war die antiaserbaidschanische Stimmung im Iran so extrem, dass bereits der Besitz eines einzigen Buches in aserbaidschanischer Sprache dazu führte, dass man von offiziellen staatlichen Organen als Sezessionist gestempelt und verhaftet wurde. Den Millionen aserbaidschanischen Bürgern im Iran wurde kein einziges Radio- oder Fernsehprogramm geboten – sie hatten keine Zeitungen und Bücher. Die systematische Diskriminierung der Aserbaidschaner ging soweit, dass nun viele anfingen dem Druck nachzugeben und ihre eigene Nationalität zu leugnen. Aserbaidschan, das vor der Pahlawi-Dynastie aufgrund seiner geopolitischen Lage zu den wichtigsten Industrie- und Handelszentren gezählt hatte, verwandelte sich rasant in eine der unterentwickeltsten Provinzen im Iran. Die Anzahl der Industrieanlagen und der Neuinvestitionen war im Vergleich zu anderen bevölkerungsmäßig gleichstarken persischen Provinzen drastisch geringer. Die unzumutbaren Umstände veranlassten die Aserbaidschaner massenweise zur Flucht in die persischen Großstädte. Intellektuelle, Basarhändler, also große Teile der Mittelschicht, flohen scharenweise aus Süd-Aserbaidschan. Parallel zur Bevölkerungsflucht kam es zu einer großen Kapitalflucht. Milliarden von Rial flossen mit den aserbaidschanischen Auswanderern in die persischen Städte. Süd-Aserbaidschan nach der islamischen Revolution 1979 Die systematische Benachteiligung und Verwüstung des aserbaidschanischen Wirtschafts- und Kultursektors hat sich nach der islamischen Revolution im Jahre 1979 nicht etwa verbessert, sondern enorm verschlechtert. Die kulturellen und sprachlichen Beschränkungen der Pahlawi-Dynastie wurden von den Mullahs aufrechterhalten. Der persische Assimilationsprozess schreitet bis heute voran. Ein schleichender Kulturmord von undenkbarem Ausmaß und mit undenkbarem Ausgang. Die Assimilationspolitik der Zentralregierung basiert dabei vor allem auf 5 Methoden: 1. Verbot des muttersprachlichen Schulsystems sowie massive Behinderung von muttersprachlichen Medien. Hierzu muss ich ausführen: Es gibt zwar ein Fernsehprogramm, in dem aserbaidschanische Wörter benutzt werden, aber diese bewusst in einer völlig grammatikalisch falschen Weise und gemischt mit persischen Wörtern. Eine gezielte Deformation der Sprache. 2. Vernachlässigung der ökonomischen Entwicklung der aserbaidschanischen Gebiete. 3. Anwendung subtiler psychologischer Methoden zur Aufgabe der ethnischen Identität der Aserbaidschaner – z. B. rassistische Witze und Karikaturen in öffentlichen Zeitungen über Aserbaidschaner, die als „Esel-Türken“gennant werden. 4. Umbenennung historischer Stätten, Orte, Dörfer und Inseln der Aserbaidschaner ins Persische. 5. Das Verbot, neugeborenen Kindern, aserbaidschanische Namen zu geben. Doch wozu diesen ganzen Aufwand, was ist der Zweck dieser offensichtlichen Benachteiligung Süd-Aserbaidschans? Weshalb wurden Millionen Aserbaidschanern ihre Sprache und Kultur in der Öffentlichkeit faktisch verboten? Wieso soll die Identität eines ganzen Volkes ausgelöscht werden? Hierzu sollte man wissen, dass die ethnische Benachteiligung der Aserbaidschaner und natürlich anderer Volksgruppen im Iran ihren Ursprung, wie gesagt in der Pahlawi-Dynastie hat. Rezah Schah war ein ideologischer Anhänger Hitlers und der Idee des arischen Übermenschen. Für Rezah Schah waren die Perser, wie für Hitler die Deutschen die arische Herrenrasse. Die Kultur der anderen nicht-persischen Völker Irans galt für ihn als minderwertig und gehörten somit ausgerottet. Diese Meinung wird noch heute von vielen sogenannten persischen Intellektuellen und staatlichen Würdenträgern offen propagiert; selbst von solchen, die an sonst die Unterdrückung von Freiheitsrechten im Iran anprangern. Wie kann die gegenwärtige Situation der Aserbaidschaner im Iran beschrieben werden: • Aserbaidschan ist ein seit 1828 geteiltes Land. Wir haben im Iran über 30 Millionen Aserbaidschaner, die zusätzlich zur allgemeinen politischen Unterdrückung einer kulturell-wirtschaftlichen Unterdrückung unterliegen. • Über 30 Millionen Aserbaidschaner, die keine Möglichkeit haben in öffentlichen Schulen ihren Kindern die Muttersprache beizubringen, die keine wirkliche Möglichkeit haben eine Zeitung in ihrer Sprache zu lesen oder einen Film in ihrer Sprache zu sehen. • Zwar sieht Artikel 15 der islamisch-iranischen Verfassung vor, dass die verschiedenen Volksgruppen im Iran das Recht auf muttersprachliche Medien und die Erlernung ihre Literatur in den Schulen haben. Doch liegt hier der wohl krasseste Widerspruch von Verfassungsanspruch und Verfassungswirklichkeit im Iran. • Wir haben im Iran ein über 30 Millionen Volk, das ständiger propagandistischer Hetze seitens rassistischer persischer Kreise ausgesetzt ist, und das am Rande der Vernichtung steht. Es stellt sich daher die Frage, wie sich das durch Rezah Schah künstlich geschaffene Nationalitätenproblem im Iran lösen lässt? Entsteht im Iran vielleicht ein zweites Jugoslawien oder aber zweites Irak oder Syrien? Können die verschiedenen Völker im Iran gleichberechtigt und in gegenseitiger Achtung miteinander leben und wird die hauptsächlich aus Persern bestehende politische Elite im Teheran bereit sein, die nationalen und kulturellen Rechte der anderen Völker im Iran anzuerkennen? Wird diese Elite bereit sein, bedingt durch die Partizipation anderer Volksgruppen an der Regierung, auf einen Teil ihrer Macht zu verzichten? Hinsichtlich der Problemlösung der aserbaidschanischen Frage im Iran sind in letzter Zeit mehrere politische Untergrundorganisationen entstanden. Bei diesen politischen Organisationen werden hauptsächlich zwei Meinungen vertreten: • Für einen Teil ist Iran ein „Gefängnis der Völker“. Die politische Führung im Iran besitze auf Grund fehlender demokratischer Tradition im Iran und auf Grund der Machtgier nicht die Fähigkeit, einen Schritt in die Richtung Demokratie zu gehen. Folglich seien die Unterdrückung der demokratischen Rechte und die Assimilationspolitik gegenüber anderen ethnischen Gruppierungen im Iran eine logische Vorgehensweise der politischen Eliten im Iran. Der einzige Weg aus diesem Zustand sei die endgültige Abtrennung Süd- Aserbaidschans vom Iran. • Ein anderer Teil der politischen Richtung sieht die Zukunft Süd-Aserbaidschans zwar im Iran, jedoch ausschließlich unter der Bedingung der Gewährung von autonomer Selbstverwaltung im Rahmen eines demokratisch-föderativen Staatssystems im Iran. Ein föderativer iranischer Staat müsse als Grundlage den freiwilligen Zusammenschluss aller im Iran lebenden Völker haben. Da die Aserbaidschaner mit einer Bevölkerung von ca. 30 Millionen mindestens gleichstark wie die Perser im Iran vertreten sind, müsse ihnen – wie so vielen anderen Völkern in der Region – regionale Selbstverwaltung sowie in Fragen der Außen- und Innenpolitik Irans ein gleichberechtigtes Mitspracherecht eingeräumt werden. Außerdem muss die aserbaidschanische Sprache auch als offizielle Kommunikationssprache Irans proklamiert werden. Unabhängig von der Frage, welches dieser Szenarien realistischer sein mag – eines steht fest: Es ist für das 21. Jahrhundert unvorstellbar, dass ein 30 Millionenvolk fast vollständig seiner Identität beraubt wird. Das Recht, dass die eigenen Kindern ihre Muttersprache in der Schule lernen; das Recht, dass man Kinos, Theater und Filme in seiner Muttersprache sehen darf; das Recht, seinen Kindern muttersprachliche Namen geben zu dürfen und für seine Herkunft nicht verächtlich gemacht zu werden sind unveräußerliche Menschenrechte. Sollten den Millionen Aserbaidschanern und anderen Ethnien diese Rechte nicht gewährt werden, so könnte der Iran und die Region einer konfliktreichen Zukunft entgegensehen, denn der Widerstand unter den unterdrückten Ethnien gegen den Assimilationsprozess wird stärker. Es ist meines Erachtens nur eine Frage der Zeit, bis dies Protest zu einer Massenbewegung wird.
Der Autor Ahmad Omid Yazdani (Azəroğlu), geboren 1947 in Täbris/Iran, kam 1970 in die Bundesrepublik. Er studierte in Mainz, Trier und Berlin Politikwissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaft. 1993 veröffentlichte er sein Buch “Geteiltes Aserbaidschan” und verschiedene Artikel zum Thema Iran und Aserbaidschan.
 

Kommentar
Türkei: Das Wahldebakel der türkischen Opposition

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Am Wahlabend haben rund 44 Prozent der türkischen Wähler hautnah erleben müssen, in welche Filterblase sie während des Wahlkampfs hineinmanövriert wurden. Das Wahlergebnis ist für die Oppositionswähler entsprechend enttäuschend wie ernüchternd. Die türkischen Wähler haben der Präsidentschafts- und Parlamentswahl eine rekordverdächtige Wahlbeteiligung beschert. Das Ergebnis der Wahlen bestätigte die Prognosen weniger türkischer Umfrageinstitute, verwarf gleichzeitig die Zahlen der lautstarken ausländischen und oppositionellen Stimmen. Wie kommt das? Zunächst einmal hat das Anti-Erdoğan-Bündnis um den Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu CHP (Bündnis der Nation (türkisch Millet İttifakı)) 35 Prozent einfahren können, während die Volksallianz (Cumhur İttifakı) unter dem derzeitigen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan AKP mit 49,5 Prozent knapp die Mehrheit verfehlte. Nun ist das Gejammere unter Oppositionellen groß und die westliche Welt schaut ratlos zu. Gerade diese Konstellation kostete Kılıçdaroğlu das Motto, bereits bei der ersten Wahlrunde eine Entscheidung herbeizuführen. In zwei Wochen wird die Stichwahl zwischen Kılıçdaroğlu und Erdoğan die Entscheidung bringen. Nüchtern betrachtet erübrigt sich jede weitere Diskussion darüber, wer die Stichwahl für sich entscheiden wird. Die Gründe liegen nämlich auf der Hand. Denn, während man in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl noch Chancen wittert, ist die Parlamentsmehrheit längst in der Hand der Volksallianz. Auch wenn mit Ach und Krach Kılıçdaroğlu die Präsidentschaftswahl gewinnt, hat er im Parlament nichts zu melden, würde eine amputierte Regierung anführen. Von daher ist schon der Gedanke daran, Kılıçdaroğlu könnte die Stichwahl für sich entscheiden, eine Zumutung. Das Wahlergebnis war aber bereits Monate zuvor vorauszusehen. Der erste gravierende Fehler war, im Wahlkampf gegen Erdoğan einen Dauerverlierer wie Kemal Kılıçdaroğlu aufzubieten. Der zweite Fehler war zu glauben, mit fünf grundverschiedenen ideologischen Parteien und der YSP an einem Strang, Erdoğan vom Thron zu stoßen. Wer sich anschickt in der Türkei mit dem politischen Arm der Terrororganisation PKK, der völkisch-kurdischen HDP bzw. deren Nachfolgepartei Yeşil Sol Parti (YSP) in den Wahlkampf zu ziehen, das nationale Lager dafür vernachlässigt oder deren Stimmen nicht berücksichtigt, der hat die Rechnung ohne die Wählerschaft aufgestellt und sich damit den dritten großen Fehler eingefangen. Der vierte große Fehler von Kılıçdaroğlu war, den vierten Herausforderer der Präsidentschaftswahl und ehemaligen Weggefährten Muharrem Ince auszuschalten, in dem man mit Twitterbots und dunklen Gestalten, hinter der sich offenkundig die Gülen-Sekte bzw. die FETÖ verbirgt, angebliche Sex-Enthüllungen über Ince ankündigt, den propagandistischen Druck auf ihn fokussiert und letztendlich damit zur Aufgabe zwingt. Noch unglaublicher ist der Umstand, dass die CHP unter Kılıçdaroğlu geradezu das Silberbesteck veräußerte, in dem es drei der Bündnispartner eigene Abgeordnetensitze zusicherte, wenn sie gemeinsam unter der CHP agieren. Der ehemalige türkische Außenminister und Vorsitzende der DEVA, Ali Babacan, Ahmet Davutoğlu von der Gelecek Parti und ehemalige Außenminister unter dem AKP-Kabinett sowie Temel Karamollaoğlu von der Partei der Glückseligkeit erwiesen sich als sehr gute Geschäftspartner, die mit Nichtstun und gerade mal 1 Prozent Stimmenanteile insgesamt, rund drei Dutzend Stühle im Parlament sicherten. Mit Bauernschläue versuchte derweil Kemal Kılıçdaroğlu während des Wahlkampfs das syrische Flüchtlingskontingent, außer Landes zu reden, während der dritte Herausforderer, Sinan Oğan von der Zafer Partisi, diese Rolle aufgrund der politischen Richtung und mit Beihilfe seines Parteiaushängeschilds Ümit Özdağ längst ausübte und damit streitig machte. Mehr schlecht als recht verurteilte und kritisierte man die angeblich schlecht angelaufenen Hilfen der Regierung an die Bevölkerung der vom Erdbeben betroffenen 11 Provinzen des Landes, was letztendlich darin endete, dass die amtierenden Regierungsparteien in dieser betroffenen Erdbebenregion sogar zulegen konnte, statt Federn zu lassen. Offenkundig sind die Betroffenen des Erdbebens mit der Regierungsarbeit doch zufrieden und haben mehrheitlich für Erdoğan gestimmt. Nun ist das Gejammere unter den Oppositionellen groß. Statt aber vor der eigenen Haustür zu kehren und rückblickend eine Bilanz zu ziehen, beschränkt man sich mit Seitenhieben und abstrusen Verschwörungstheorien oder zieht über die Wählerschaft her, die eine falsche Entscheidung getroffen habe. Dabei ist das Wahldebakel überschaubar, die Fehler offenkundig zu sehen. Ein kurzes Fazit: 📍Die türkischen Umfrageinstitute lagen bis auf zwei namentlich bekannte ziemlich daneben. Mit Ihnen aber auch die europäische Medienlandschaft, die dem Herausforderer von Erdoğan große Chancen einräumten. Vielleicht sollte man auf die richtigen Stimmen hören, statt sich in der Filterblase aufzuhalten. 📍Kemal Kılıçdaroğlu hat nach dem Wahldebakel ziemlich schnell resigniert reagiert. Seine Presseauftritte in der Nacht kann man mit „Hallo, guten Abend, lebe noch“ interpretieren. Ein würdiger Abschluss oder eine Kampfansage zur Stichwahl sieht anders aus. 📍Die CHP hat bei dieser Wahl gezeigt, dass sie trotz Beteiligung der Kleinstparteien im Bündnis nichts hinzugewonnen hat. Alleine heimste man 25 Prozent ein, mit den fünf weiteren Kleinparteien ebenfalls 25 Prozent. 📍Die Kleinparteien der Millet Ittifakı (Davutoğlu, Babacan, Karamollaoğlu) fuhren insgesamt rund 1 Prozent ein, sackten aber dafür 35 Sitze als Diäten von der CHP ein. 📍Die Betonung von Kılıçdaroğlu während des Wahlkampfs, Selahattin Demirtaş und Osman Kavala freizulassen, kostete sehr viele Stimmen aus dem nationalen Lager (Milliyetci). 📍Trotz der Hiobsbotschaften und Abspaltung und Zusammenschluss im Bündnis der Nation, konnte die Regierungskoalitionspartei MHP ihre Stimmen nicht nur halten, sondern hinzugewinnen. 📍Die parlamentarische Mehrheit liegt immer noch bei der Volksallianz. Damit ist das Ziel und Wahlversprechen der Bündnis der Nation, die Rückabwicklung des Präsidialsystems in „gestärkte Parlamentssystem“ für weitere 5 Jahre nicht realisierbar. 📍Barış Atay und linke Konsorten, die mit dem Zaunpfahl gegen die amtierende Regierungsparteien zeigten, haben es nicht ins Parlament geschafft. Drohungen und wüste Beschimpfungen alleine bringen keine Stimmen ein. 📍Die Töne gegenüber Kemal Kılıçdaroğlu und Meral Akşener (IYI Partei) werden rauer. Die ersten oppositionsnahen Claqueure fordern schon Rücktritte. 📍Die Opfer und Hinterbliebenen des Erdbebens in der Türkei müssen den Wahlausgang der Bündnis der Nationen ausbaden. Die Wut aufgrund der Enttäuschung über den Wahlausgang in den 11 Provinzen nimmt unter Oppositionsanhängern krasse Formen an und ist nur beschämend aufzunehmen. 📍Kılıçdaroğlu hat einen weiteren großen Fehler begangen: sich an Goliath angelehnt. Der Türke mag es nicht, wenn sich jemand an das Ausland lehnt und diese das auch noch zum Ausdruck bringen. Stichwort Kati Piri, Joe Biden, Cem Özdemir, Grünen. 📍Die völkisch-kurdische HDP / Yeşil Sol Parti hat nicht nur Stimmen verloren, sondern im Kern Federn gelassen, auch in kurdischen Hochburgen. 📍Inflation, Korruptionsvorwürfe oder gravierende Folgen des Erdbebens, damit konnte die Opposition die Bürger nicht überzeugen. Offensichtlich kann der Bürger sehr wohl unterscheiden, was das Land bedroht und nicht bedroht. Soviel steht fest: Man schenkt den Werten der Nation viel mehr Gewicht, als dem Materiellen. 📍Die Kritik an der Opposition wächst. Der Wahlkampf und Wahlabend sei miserabel geführt worden. Unter anderem steht die Nachrichtenagentur ANKA in der Kritik. Man fordert von der Opposition, sich bei der ANKA nicht mehr mit Zahlen einzudecken. 📍Im März 2024 stehen in der Türkei die Kommunalwahlen an. Wohl deshalb setzt der Istanbuler OB Ekrem İmamoğlu alles daran, diesen Posten zu sichern und die gegenwärtigen Wahlen vorerst abzuhaken. Die Oppositionsanhänger befürchten aber, dass İmamoğlu Istanbul verlieren wird; in Ankara sieht es mit Mansur Yavaş nicht besser aus. 📍Diejenigen, die die völkisch-kurdische HDP / Yeşil Sol als Schlüsselpartei anpriesen, haben recht behalten; darin, dass man mit dieser Partei nicht kungeln sollte. Die Wahlen haben gezeigt, dass die Partei keineswegs eine Schlüsselrolle spielt. 📍Das kommunistisch-sozialistisch-völkische TikTok-Bündnis namens „Emek ve Özgürlük İttifakı“ (Linksbündnis), hat gerade mal etwas mehr bekommen (10,5%) wie die MHP allein (10,1%) eingefahren hat. 📍Für alle Parteien sollte nunmehr das Credo gelten: wer Abgeordnetenkandidaten aufstellt, die nur als Marktschreier taugen, bleiben darauf sitzen. Wer tatkräftig arbeitet und Leistungen erbringt, hat die Wahl im Stand gewonnen. Nur versprochene oder verteilte Nudelrationen, zeigen von Zwiebeln und Kartoffeln, überzeugt in der Türkei niemanden mehr. Straßen, Tunnel, Brücken, Schnellzüge, Kampfdrohnen und unbemannte Kampfjets oder Flugzeugträger, mehr Lohn, mehr Lebensqualität, das sind Themen, die den Wähler vom Hocker stoßen. 📍Es ist ruhig geworden; um all die angeblichen Wahlungereimtheiten, die Oppositionsanhänger bis in die Nacht hinein vortrugen und damit noch das sinkende Fähnlein schwenkten. Es gibt an den Wahlen und Auszählungen nichts zu rütteln. Im Ganzen war auch dieses Jahr alles vollkommen rechtskonform und demokratisch. Die Türkei hat eines der ältesten Wahlkulturen der Welt. 📍Während Russland erklärt, die türkischen Wahlen und das Ergebnis des türkischen Volkes anzuerkennen, grübelt man in der EU und USA noch immer, wie man das Ergebnis madig reden kann. 📍Sinan Oğan, der dritte Präsidentschaftskandidat muss jetzt abwägen: verhandle ich mit einem Bündnis, die von Atatürkisten und Sozial- und Linksnationalisten entkernt wurde oder wende ich mich zähneknirschend der Altpartei zu, von der ich komme und die bislang als Schmelzsicherung für die AKP diente? 📍Es gibt Hunderttausende Tipps zum Wahlergebnis alleine in den zahlreichen Teestuben der Türkei, die mit dem Wahlausgang stimmiger sind als all die Bewertungen von Oppositionellen, Umfrageinstituten oder Experten und TV Moderatoren. Vor allem der Westen sollte das beherzigen, statt angebliche Türkei-Experten ins Feld zu führen. 📍Statt vor der eigenen Haustür zu kehren und Verantwortung für das Wahlergebnis zu tragen, keift man gegenüber den im Ausland lebenden Türken. 📍 Die dekadenten Liberalen, die im trüben Wasser schwimmenden Linken, die am Flugschalter mitfiebernde Gülen-Sekte sowie Hypotekenverwalter im Kandil-Gebirge sind von türkischen Realität dermaßen entrückt, man könnte sie gleich wieder umarmen und fest zudrücken. 📍Schweden wird wohl warten müssen. Scheint nicht so, dass der NATO Beitritt in nächster Zeit durch das türkische Parlament abgesegnet wird; ob mit oder ohne Kılıçdaroğlu / Erdoğan, völlig bumbs. Übrigens, die Wähler im Ausland sind aufgerufen, zwischen dem 20 und 24. Mai bei der Stichwahl ihre Stimmen erneut abzugeben.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

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Nahrungsmittelversorgung
PGIM-Studie: Druck auf das Ernährungssystem sorgt für Innovationen und Investitionsmöglichkeiten

In letzter Zeit haben Ereignisse wie die Invasion in der Ukraine, die Corona-Pandemie und der Klimawandel Schwachstellen in unserem globalen Ernährungssystem aufgezeigt. Die Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung sind gravierend und zeigen sich etwa bei Nahrungsmittelpreisen, Geld- und Fiskalpolitik und sogar der politischen Stabilität. Diese Krisen haben jedoch auch die Voraussetzung geschaffen für dringend notwendige Innovationen. Laut einer neuen Studie von PGIM, dem globalen Investmentmanagement-Unternehmen von Prudential Financial, Inc. (NYSE: PRU) mit einem Volumen von 1,2 Billionen US-Dollar, können Investoren eine wichtige Rolle bei der Transformation dieser Branche in eine zukunftsfähige Industrie spielen. Um die sich abzeichnenden Anlagechancen und versteckten Risiken dieses anhaltenden Wandels zu identifizieren, vereint die neueste Megatrends-Studie „Was auf den Tisch kommt: Investmentchancen und Risiken durch den Umbruch im globalen Lebensmittelsystem“ die Erkenntnisse von PGIMs Anlageexperten aus den Bereichen Fixed Income, Aktien, Immobilien, Private Credit und Alternatives, mit jenen von führenden Politikern, Wissenschaftlern, Unternehmern, Ökonomen, Private Equity- und Venture Capital-Investoren. Die Studie fordert Investoren dazu auf, über die aktuellen Schlagzeilen hinauszuschauen und langfristige Trends zu erkennen, die gerade erst im Begriff sind, unser globales Ernährungssystem zu verändern. Mit dem wachsenden Wohlstand verschieben sich weltweit die Präferenzen hin zu ressourcenintensiven Nahrungsmitteln wie Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln. Die Analysen von PGIM zeigen, dass dieser Trend – in Verbindung mit der weltweiten Entwicklung einer immer ähnlicher werdenden Ernährungsweise – das Ernährungssystem verändert und die Art und Weise neugestaltet, wie und was wir heute und im nächsten Jahrzehnt essen. Da auch die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsmittelproduktion zunehmen, werden Technologie und Innovation eine entscheidende Rolle dabei spielen, neue Wege für den Anbau und die Produktion von Nahrungsmitteln zu finden, die diesen Herausforderungen gerecht werden können. „Vom Erzeuger bis hin zum Endverbraucher ist unser globales Ernährungssystem komplex, ineffizient und zunehmend ungeeignet, seinen Zweck zu erfüllen“, sagt Shehriyar Antia, Head of Thematic Research bei PGIM. „Es besteht kein Zweifel, dass sich das Ernährungssystem in der Anfangsphase eines grundlegenden Wandels befindet. Um die zahlreichen Herausforderungen zu meistern, muss der Sektor sowohl produktiver als auch nachhaltiger werden. Investoren, die auf der Suche nach dem nächsten Lebensmitteltrend sind, sollten sich auf Innovationen in der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette konzentrieren – von der Kulturpflanzenforschung und landwirtschaftlichen Geräten bis hin zu Fortschritten bei Verpackung, Logistik und sogar alternativer Landwirtschaft.“ Veränderung demographischer Merkmale und Präferenzen bieten attraktive Chancen Diese Entwicklungen werden das Wachstum in den Kernbereichen des Lebensmittelsystems vorantreiben:
  • Kühllager sind im Kommen: Da die Nachfrage nach Lieferdiensten und frischen Lebensmitteln steigt – auch online – könnten Unternehmen, die sowohl Kühlhäuser als auch Langstreckentransporte anbieten, besonders attraktiv sein.
  • Verpackungen ermöglichen Cashflows, unabhängig von Lebensmitteltrends: Etablierte Anbieter von Lebensmittelverpackungen sind eine Möglichkeit, vom wachsenden Markt für Fertiggerichte zu profitieren, ohne vom schwankenden Verbraucherverhalten abhängig zu sein. Große Unternehmen können Innovationen finanzieren, sind rezessionsresistenter und haben einen festen Kundenstamm.
  • Fleischproduzenten bieten eine weltweit konträre Anlagemöglichkeit: Während pflanzliches und im Labor gezüchtetes Fleisch die Schlagzeilen beherrscht, ist die Nachfrage nach alternativem Fleisch rückläufig. Gleichzeitig wird die weltweite Nachfrage nach tierischem Eiweiß bis 2030 voraussichtlich um 14 % steigen.
  • Durch Convenience Food und Lebensmittelsicherheit werden neue Marktchancen eröffnet: Unternehmen in Lateinamerika und Asien werden weiter wachsen, da der Trend zu Convenience Food und einer „westlichen“ Ernährung immer weiter zunimmt. Anleger sollten nach lokalen Unternehmen Ausschau halten, die Grundnahrungsmittel und -getränke mit starker Markentreue und einem hohen logistischen Know-how bieten.
Innovation und Technologie verbessern Produktivität und Nachhaltigkeit Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit des globalen Ernährungssystems und die Preisinflation bei Nahrungsmitteln sind zentrale Themen für Investoren. Zu den wichtigsten Trends gehören:
  • AgTech (Agricultural Technology) ermöglicht kleineren landwirtschaftlichen Betrieben eine intelligentere und nachhaltigere Lebensmittelproduktion: Intelligente Geräte, Sensoren und mobile Apps können die Effizienz, Rentabilität und Nachhaltigkeit von Kleinbetrieben verbessern. Die Präzisionslandwirtschaft, die sich auf künstliche Intelligenz und Auswertung eigener Daten stützt, tut dasselbe für industrielle Großbetriebe.
  • Kulturpflanzenforschung und Futtermittelzusatzstoffe steigern Produktivität und Nachhaltigkeit: Weltweit führende Unternehmen im Bereich der Kulturpflanzenforschung bieten praxisnahe, skalierbare Lösungen zur Förderung der Nachhaltigkeit und Verbesserung der Produktivität. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und die Verringerung der Treibhausgasemissionen sind entscheidend für ein stärkeres und nachhaltigeres Lebensmittelsystem.
  • Investitionen in Schuldtitel und Beteiligungskapital im Agrarsektor bieten Anlegern ein einzigartiges Engagement und attraktive Anlagemöglichkeiten. Der institutionelle Anteil an landwirtschaftlich genutztem Land nimmt zu, steckt aber noch in den Kinderschuhen: Nur etwa 3 % des landwirtschaftlich genutzten Landes in den USA befinden sich im Besitz von institutionellem Kapital. Direkte landwirtschaftliche Bewirtschaftung und Pachtverträge können Investoren eine stabile Einkommensquelle bieten, während Produktivitätssteigerungen zu Kapitalzuwächsen führen können.
  • Gezüchtetes Fleisch: Obwohl mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Risikokapital in den Markt für gezüchtetes Fleisch geflossen ist, ist er stark fragmentiert und wirtschaftlich unrentabel, und es ist schwer vorherzusagen, welche Unternehmen die Gewinner sein werden. In den kommenden Jahren wird es wahrscheinlich zu einer erheblichen Konsolidierung in diesem Segment kommen.
„Die Transformation des Ernährungssystems ähnelt der des Energiesektors vor zehn Jahren – das gesamte System befindet sich mitten in einem Umbruch“, sagt Jakob Wilhelmus, Director of Thematic Research bei PGIM. „Investoren können davon profitieren, indem sie Unternehmen ausfindig machen, die tatsächlich dazu beitragen, die Produktivität und Nachhaltigkeit entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette zu verbessern. Diese Unternehmen sind besser für die komplexen Herausforderungen in der Zukunft gerüstet als solche, die sich nicht anpassen.“