„Um mit der damaligen Führung des Generalstabs zusammenzuarbeiten, hat die gleiche Journaille, die versucht hat, sich bei den Befehlshabern beliebt zu machen, die noch so kleinsten Nachrichten aus militärischen Quellen in die Schlagzeilen überführt und zeitgleich die Nachrichtenquelle angeprangert, bevor die Führung etwas dazu sagen konnte. Heute behauptet dieselbe Journaille, dass ich die Quelle untersuche.“Noch Fragen? Bis 2021 schrieben diese Kolumnisten Artikel über die Entscheidungen der YAŞ, und nach jedem kritischen Artikel wurden sie in der Titelschlagzeile als „demokratische Journalisten und Experten“ bekannt gemacht. Was will man mehr? Und was hat sich heute geändert? Nach dem 15. Juli wurden viele Bereiche der institutionellen Autonomie innerhalb der türkischen Streitkräfte reformiert und demokratischen Normen unterworfen. Die Zusammensetzung des Obersten Militärrats (YAŞ) ist eines davon. In der vorherigen Zusammensetzung des Rates hatte die zahlenmäßige Überlegenheit des Militärs und die Tatsache, dass Entscheidungen durch Mehrheitsbeschluss getroffen wurden, den Rat von einem beratenden Gremium in eine Plattform verwandelt, in der das Militär jede beliebige Entscheidung treffen konnte. Insbesondere gab es Bilder, in denen der Ministerpräsident und der Generalstabschef offensichtlich gleichberechtigt am Ende des Tisches saßen, was man als politischen Zirkus bezeichnen könnte. Jetzt laufen die Dinge aber so ab, wie sie sein sollten. Der Oberkommandeur wird durch Wahlen aus den Reihen der Soldaten und der Regierung gebildet, die seit Jahren in den türkischen Streitkräften dienen. In der früheren Zusammensetzung stand die Frage, wer befördert wird, unter der Vormundschaft der Militärs. In gewisser Weise wurde die Trommel auf die Schultern der Politik geschnürt und die Schlägeln lagen in den Händen des Militärs. Jetzt sind sowohl Trommel als auch Schlägeln in den Händen der Politik. Was bedeutet das? Sowohl die Kontrolle als auch die Verantwortung für Entscheidungen, die von nun an getroffen werden, liegen bei der politischen Macht. Deshalb sollten die Regierungen nicht vergessen, dass die Verantwortung für falsche Entscheidungen auf ihren Schultern lasten.
Türkei
„Als das türkische Militär noch sich selbst überlassen war“
Religion
Der Koran – und das Verständnis
ein Gastbeitrag von Michael Thomas
Vor mehr als zwanzig Jahren fand ich mich plötzlich in der Situation, mir nach Möglichkeit ein umfassendes Verständnis vom Koran anzueignen. Nachdem ein damals wiederum viele Jahre zurückliegender Versuch, die Schrift zu lesen, kläglich gescheitert war, suchte ich einen anderen, neuen, funktionierenden Zugang. Eine überaus gebildete Schwester sprach eine Buchempfehlung als begleitende, zu Beginn einführende Lektüre aus, schenkte mir eine Übersetzung und versorgte mich mit Informationen, Tips und Ratschlägen.
Also ging ich gewissermaßen in Klausur. Besondere, glückliche Umstände ließen sie mich in überaus angenehmer Atmosphäre in Ägypten verleben. Innerhalb von zwei Wochen hatte ich das einführende Buch und den Koran gelesen.
Bis heute würde ich diese Strategie immer jedem empfehlen, der sich mit dem Koran in der Tiefe befassen und ein umfassendes Verständnis entwickeln will – oder muss. Ich gebe zu, es ist anstrengend. Diese Strategie lässt nur kurze Lesepausen und sonstige Unterbrechungen zu; ich will erklären, weshalb dem so ist.
Dem Nichtmuslimen und dem Muslimen, der sich vielleicht mit der Intonation des Korans in seiner originalen, arabischen Sprache, aber nur marginal mit seinem eigentlichen Text befasst hat, ist dessen „Zusammensetzung“ und „Funktion“ wahrscheinlich nicht ganz klar.
Die Schrift liest sich aufgrund ihres Aufbaus und der Anordnung seiner Texte, seiner Suren und Verse, der Ayat, keineswegs wie ein fließendes, womöglich sogar chronologischer Text. Das macht das unvorbereitete Lesen nicht nur verwirrend. Es scheint auf den ersten Blick tatsächlich keine vernünftige Aufeinanderfolge der Suren zu geben, man gewinnt den Eindruck, dass der Gedanke beinahe willkürlich von einem Punkt zu einem völlig anderen springt.
Ohne in allzu detaillierte, wissenschaftliche Spezifika abzutauchen und Nichtmuslime vielleicht damit noch viel mehr zu verwirren, muss man ein völlig anderes Verständnis entwickeln, mit dem der Koran zu lesen ist.
Nichtmuslimen versuche ich die Schrift immer salopp und mit modernen, allgemeinverständlichen Ideen zu charakterisieren. Ich nenne sie eine „nicht hoch, sondern höchstgepackte, komprimierte Datei“, die beim „Entpacken“, also kundigem Lesen, regelrecht in ihrem Volumen explodiert. Man bemerkt, und gerade deshalb ist es wichtig, möglichst ohne Lesepausen vorzugehen, dass alle Verse des Koran ineinandergreifen und keiner von ihnen ohne jeden anderen Bestand haben kann.
Im Gegenteil berührt jeder Vers grundsätzlich immer eine extrem hohe Anzahl ganz anderer Verse, die beim isolierten Lesen scheinbar einen ganz anderen Gedanken verfolgen. Um diese Erkenntnis möglich zu machen, denke ich oft, scheint absichtsvoll keine Sure thematisch in ihre nachfolgende oder vorangegangene zu greifen.
Das menschliche Gedächtnis ist unzuverlässig und lückenhaft; deshalb erzielt man in der Gewinnung dieser Zusammenhänge den größten Erfolg, wenn man die Schrift möglichst in einem Zuge zu lesen versucht. Denn erst dann begreift man, dass die Suren und Verse, die sich beispielsweise scheinbar gegen Juden richten, nur wirklich verstanden werden können, wenn man möglichst viele aller anderen im Hinterkopf hat, die eben diesen Gedanken nicht nur relativieren, sondern in grundsätzlich anderem Licht vervollständigen und ihnen Hintergrund verleihen.
Nein, ich laufe hier nicht Gefahr, konkrete Suren und ihre Bezüge isoliert darzulegen – und auch das hat seinen Grund, der nicht ausschließlich nur im Vorgenannten zu finden ist. Mit dem Koran und dem weit verbreiteten Unwissen in dessen Umfeld ist bereits viel Missbrauch getrieben worden. Nicht wirklich viele Menschen, leider auch nicht wirklich viele Muslime, haben beispielsweise mitverfolgt, wie islamische Gelehrte mit dem Unwesen des „Islamischen Staates“ umgegangen sind.
Denn die altehrwürdige und im Islam hochgeschätzte und überaus kompetente Moschee Al-Azhar in Kairo berief damals eine Komission hoch- und höchstrangiger, islamischer Gelehrter zu einer Konferenz ein. Über hundert Gelehrte traten in Kairo zusammen und entwickelten eine „Entgegnung“, die sich unmittelbar an den selbstbehaupteten „Kalifen“ des „Islamischen Staates“ richtete. In vollendet nüchternem und objektivem Stil argumentierte die Konferenz gegen allerlei bizarre, seltsame, befremdliche und schlicht falsche Behauptungen des „Kalifen“, was angeblich Islam sei und benötigte dafür nichts mehr als nur den Koran. Und zwar zur Gänze.
Die Strategie des „Kalifen“ nutzte das Halb- oder gar Unwissen der Menschen über das Wesen des Koran und dessen Inhalt geradezu schamlos und absichtsvoll für seine niederen Zwecke aus. Er setzte darauf, scheinbar eindeutig wirkende Suren aus dem Gesamtwerk herauszureißen und ihnen eine ebenso falsche wie niederträchtige Bedeutung zuzuschreiben. Und da sind wir bei dem Tatbestand des „Auseinanderreißens“. Muslimen wird es allgemein nicht empfohlen, dem Koran einzelne Suren zu entnehmen um damit ein Problem, einen Tatbestand zu erklären. Der Grund liegt im Vorgenannten; keine Sure hat alleingültigen Bestand und kann ohne die Gesamtheit aller anderen betrachtet werden.
Um dies deutlich zu machen, greife ich immer zu einer prägnanten Analogie: nehmen wir an, ein Professor stellt in einem Hörsaal Menschen, die noch nie einen Gorilla gesehen haben, diesen anhand eines einzelnen Armes und eines Zahnes vor. Er deutet auf die immensen Muskeln und die starken Finger und erklärt, dass diese für den Fang und dem Töten von Beute so stark entwickelt seien. Zum Beweis zeigt er einen Zahn, der lang und spitz ist.
Er legt den Hörern auseinander, dass der Gorilla überaus heimtückisch vorgeht und seine Beute, gleich, wie groß diese sei, mit großer Grausamkeit zerfleischt und zerreisst, weil er sich angeblich von nichts anderem ernähren würde als Fleisch.
Genau so ist der „Kalif“ des „Islamischen Staates“ vorgegangen. Er stellte seinen Anhängern anhand herausgerissener Textfetzen ein entsetzliches Zerrbild des Islam vor.
Erst die Gesamtheit der Offenbarung zeigt Islam; der Glaube besteht nicht aus einer Aneinanderreihung isolierter Stückchen, sondern ist ein überaus dicht gewebtes, kompaktes und inhaltsvolles Gesamtwerk. Die Aufgabe, all diese Verbindungen untereinander aufzufinden und für sich zu erkennen, benötigt weit mehr als nur ein kleines Menschenleben, denn die Fülle aller Inhalte direkter und indirekter Natur ist überwältigend.
Nicht umsonst forschten bisher Tausende Menschen über Jahrhunderte daran und füllten zusammen Regalwände über viele Kilometer mit ihren Erkenntnissen und Entdeckungen. Ein Muslim, der sich mit der Schrift in gebührender Art befasst hat, erlangt in seinen Lebenssituationen Sicherheit und Souveränität. Es wird nicht möglich sein, ihn in Extreme zu verführen oder Dinge vollziehen zu lassen, die dem Geist der Schrift letztlich genau entgegenwirken.
Es ist exakt diese Komplexität eines unvorstellbaren Räderwerks, die den Islam sagen lassen können: „Wer immer denkt, die Schrift sei menschengemacht, der komme und verfasse doch eine Sure!“ – denn das ist völlig unmöglich. Kein Mensch wäre in der Lage dazu, eine Sure zu verfassen, die in dieses Räderwerk eingepasst werden und „funktionieren“ könnte.
Wenn wir um all diese Gedanken, Erkenntnisse und Ideen rund um den Koran wissen, können wir auch verstehen, weshalb der Koran nicht „arbeitet“ wie ein gewöhnliches Buch und warum die Schrift mit anderen Werken wie etwa der Bibel nicht zu vergleichen ist.
Der Koran hat keinen definierten Beginn eines Handlungsfadens, einer geschichtlichen Abfolge im Sinne einer Chronologie und ist demzufolge auch keinesfalls wie eine Handlungs- geschweige denn Gebrauchsanleitung zu lesen. Nur die gesamtheitliche Lektüre nebst flankierenden Informationen im Vorfeld erschließen das Werk – und befähigen den Muslim, im Sinne des Islam zu leben, zu fühlen, zu denken und zu handeln.
Es genügt nicht, die arabische Aussprache des Koran zu erlernen, um ihn korrekt intonieren zu können. Ein weiser Imam prägte einmal folgendes Gleichnis: vor langer Zeit war ein Kalif von der Frömmigkeit von einem seiner Diener überaus beeindruckt. Denn dieser kniete beständig vor seinem Thron und sang eine Abfolge von Lobpreisungen, Ehrungen und Schmeicheleien. Sein zweiter Diener ärgerte ihn oft. Manchmal sah er ihn in schlampiger Kleidung und erwischte ihn manchmal beim Stehlen.
Eines Tages unterbrach der Kalif seinen frommen Diener und sagte: „Ich habe Durst.“, doch der Diener hielt nur kurz inne und fuhr dann einfach mit seinen Gesängen zum Lobpreis fort. Der Kalif stutzte, blickte seinen frommen Diener an und wiederholte: „Ich habe Durst.“, doch der tat so, als höre er nichts und sang weiter. Da schlurfte der zweite Diener zufällig an der Türe vorbei, hörte seinen Herrn, eilte in die Küche, füllte einen Kelch mit Wasser und reichte ihn dem Kalifen – wer war der bessere Diener?
Der Leser, der es bis hierhin geschafft hat, möge mir verzeihen, wenn ich ohne konkrete Beispiele und Zitate aus dem Koran geschrieben habe – aber er erkennt zweifelsfrei aus dem Vorstehenden, warum dies so geschehen musste. Er wird aber sicherlich verstanden haben, was den Koran besonders macht, welches Staunen seine Lektüre auslöst und welches Wunderwerk er darstellt.
Nicht umsonst befassten sich außerhalb der muslimischen Gemeinschaft hohe Geister wie etwa Goethe so intensiv mit dem Werk, dass sie große Teile des Inhalts in ihr Leben übernahmen und zum Staunen aller offen vertraten.
Zeugen, die Goethe in seiner letzten Lebensstunde an seinem Sterbebett begleiteten, bemerkten, dass er, zum Sprechen bereits nicht mehr fähig, mit einem Finger ein großes „W“ in die Luft zeichnete. Sie machten sich keinen Reim darauf – aber Muslime verstehen es sofort: das, was im Deutschen wie ein „W“ aussieht, ist die arabische Wendung für Allah….
Zum Schluss empfehle ich noch ein spezielles Buch, dessen Genuss jedem Nichtmuslim die Lektüre des Korans ermöglicht und bereichert. Es heißt „Al-Aqida“ von Amir M. A. Zaidan und bezieht sich eigentlich auf die Glaubenslehre des Islam schlechthin, berührt und erläutert jedoch die Zusammensetzung des Korans mit vielen tiefergehenden Erläuterungen.
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Chinesischer Musk-Doppelgänger fordert Zuckerberg heraus
„Elons Zwillinge in China trainieren für den Fall der Fälle“, schrieb Ma in der Überschrift seines neuesten Videos, das ihn beim „Schattenboxen“ zeigt. In den Kommentaren fügte er hinzu: „Ich trainiere wie verrückt“. In dem Clip steht er auch vor einem Tesla und ruft „Come on“ und „KO“.
Wer weiß, vielleicht lassen sie ihre Doppelgänger gegeneinander antreten, wenn der echte Musk und Zuckerberg nicht in den Ring steigen.
Musk-Zuckerberg-Kampf Musk, 52, erklärte erstmals am 20. Juni auf Twitter, jetzt bekannt als X, dass er „zu einem Käfigkampf bereit sei, wenn er [Zuckerberg] es ist“. Dies geschah, nachdem bekannt wurde, dass Zuckerberg, 39, den Konkurrenten der Social-Media-Plattform, Threads, entwickelt hatte. Zuckerberg postete daraufhin einen Screenshot von Musks Tweet in einer Instagram-Story und schrieb „Send me location“. Anfang dieser Woche kündigte Musk an, dass der vermeintliche Kampf auf X live übertragen wird. Musk stemme bereits „den ganzen Tag Gewichte“, um sich auf seinen angekündigten Käfigkampf gegen Zuckerberg vorzubereiten. „Ich bin heute bereit. Ich schlug den 26. August vor, als er mich zum ersten Mal herausforderte, aber er hat nicht bestätigt. Ich halte nicht den Atem an“, sagte der Meta-Chef als Antwort auf Musks Beitrag auf Twitter. Musk ist Zuckerberg von der schieren Körpergröße her überlegen, und er hat davon gesprochen, dass er in seiner Jugend in Südafrika an „knallharten Straßenkämpfen“ teilgenommen hat. Zuckerberg, 39, ist dagegen ein aufstrebender MMA-Kämpfer, der bereits Jiu-Jitsu-Turniere gewonnen hat. Musk und Zuckerberg sind laut der letzten Forbes-Jahresbilanz die zweit- bzw. 16-reichsten Menschen der Welt.@mayilong0 #zuckerberg #elonmusk I am X, challenge Zuckerberg.
♬ 原创音乐 – Yi long ma
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"Graue Wölfe"
Der große böse Wolf und Mesut Özil
ein Gastbeitrag von Nabi Yücel
Wölfe, überall Graue Wölfe! Wer in den vergangenen Wochen auch nur ab und an die Nachrichten verfolgt hat, könnte auf die Idee kommen, es wimmele nur so von Wölfen in deutschen Wäldern, pardon, Straßen. Wenn man sich dann die sozialen Medien zur Gemüte zieht, will man gleich Mann, Weib und Maus in Sicherheit bringen, denn das Wolfsgeheul erstreckt sich offensichtlich vom Schwarzwald bis zum Holsteinerwald.
Mesut Özil – der mit dem Wolf tanzt!
Der Typ – Mesut Özil – ist eindeutig ein Wolf im Schafspelz. Er jagte von der Jugend bis zum Zenit seiner Karriere Bälle, täuschte Trainer, hunderte Schiedsrichter, und ja, auch den Essener Stadtdirektor und Sozialdezernenten. Özil wickelte währenddessen Hunderttausende Zuschauer um den Pfoten, bevor er einen dramatisch-melancholischen Abgang machte und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht nur in Erklärungsnot brachte, sondern vor dem DFB-Campus auch noch einen Haufen zurückließ.
Denn, womöglich verspeiste er ja währenddessen christliche Einlaufkinder, verbreitete im Abendland unter den Türkenbengeln die Wolfspest und verfolgte im Rudel Kurden, Aleviten sowie Armenier; nicht nur auf dem Rasenplatz, sondern in den Gassen. Und als ob das nicht schon den Boden vom Fass ausschlägt, soll er vergangenen deutschen Medienberichten zufolge ein mutmaßlich Kurdischstämmiger sein, der der Logik zufolge sogar die eigene Art in Deutschland riss und verspeiste, bevor er sich ins eigentliche Jagdrevier zurückzog und selbst outete; in die Türkei.
Wolfsgeheul und der Mond
Der schamlose Weltstar hat sich nicht nur den Grauen Wolf auf die Brust tätowieren lassen. Nein, er hat auch gleich drei Mondsichel auf der Haut verewigt. Etwas das laut Kommentatoren den Wesen Özils zu Tage fördert, dass dem Wolfsgeheul gleichkommt, der gen Mond gerichtet ist. Zumindest bildet man sich das ein, nach dem man als Unwissender Leser die zahllosen Artikel und Meinungen über türkische Mythologien und Symbole aufgesaugt hat, die seit Wochen die Runde machen und offensichtlich gut ankommen.
All die Jahre hat er seine Stimme verstellt, wie der Wolf bei Rotkäppchen, um beim ahnungslosen Opfer Vertrauen aufzubauen und so ans Ziel zu gelangen. Derselbe Graue Wolf lauert ja bekanntlich in den Grimm`schen Märchen kleinen Kindern auf, jagt die sieben Geißlein und als ob das nicht ausreicht, bedroht er hartarbeitende Bauern und deren wohlgenährtes Vieh. Das sitzt seitdem dermaßen in der deutschen Volksseele, dass der Wolf in deutschen Landen bis vor kurzem fast ausgestorben galt, weil das Volk in seiner (vermeintlichen) Überlegenheit den Wolf rigoros verfolgte. Davon erzählen die Grimm-Brüder in „Der Wolf und der Mensch“ ebenfalls.
Medienwald und das unheimliche Rascheln im Blätterdickicht
Zurück zu Özil, der beim unfreiwilligen Streifzug durch den Medienwald ein Rascheln erzeugt, der die Leserschaft erschaudern lässt, ohne den Grauen Wolf jemals selbst gesehen oder kennengelernt zu haben. Aber nachts, wenn man durch die Gassen zieht, da werden die Sprachrohre aus den sozialen Medien wieder in einem wach, bildet man sich ein, demnächst einem zähnefletschenden Wolf zu begegnen.
Nicht ohne Grund: Özil hat doch Auszeichnungen kassiert, einen Bambi erschwindelt, sich ein Lorbeerblatt auf die Brust tackern lassen und tingelte zudem als Botschafter durch die Fußballwelt. Welch eine Verwandlung, vom Profi-Fußballer zum Wolf, dann zum Werwolf, ebenfalls einer Mythologie, Sage und Dichtung des Menschen entsprungen, deren Ziel es war, vor dem bösen Grauen Wolf zu warnen, der in einem Menschen steckt.
Noch nicht vergessen: Gündoğan und Erdoğan
Dieser Özil, der sich laut Medien als Grauer Wolf outete, der medial zum Werwolf mutiert ist, hat sich an Deutschland gelabt, eine goldene Nase verdient, um sodann sich mit seinem Spielgefährten İlkay Gündoğan neben einem „Diktator“ ablichten zu lassen, der ebenfalls Kurden, Armenier und Christen verfolgt, die Massen belogen, betrogen, die Macht an sich gerissen, das Land islamisiert und Gelder erschwindelt haben soll – so an die 128 Milliarden oder so. Bekanntlich zieht Geld, Geld an – eine Hommage an jüdische Bänker, Händler und Goldschmiede?
Grundgütiger, Özil, ein canis lupus, der mit Erdogan Schafe und Kälber reißt, die friedlich vor sich her grasen? Tatsächlich reißen Wölfe keine Wanderer, schon gar nicht Aleviten, Kurden oder Armenier.
Naturtalente wie Eren Güvercin (Güvercin steht für Taube) oder ein gewisser Burak Yılmaz, die den himmlischen Frieden Preisen aber mit Hasstiraden brillieren, haben längst in der Grimm’schen Fibel tiefgründig geforscht und den Halunken sowie seine Missetäter überführt – womit sie sich nun rühmen und sogar vor türkischen Fußballmannschaften, Kulturvereinen und Religionsgemeinschaften warnen. Schon Karl der Große hatte mit seiner der Landgüterverordnung Capitulare de villis die Wölfe quasi zum Staatsfeind erklärt. Heute sind es vor allem Haustürken, die Türken zu Staatsfeinden erklären.
Überall Wölfe, überall wo man hinguckt!
Streifen diese Burschen durch Moscheen der DITIB durch, sind sie in die natürlich gewachsenen und christlich-jüdischen Wertelandschaft nicht integrierbar. Tummeln sie sich in der Gemeinschaft der Millî Görüş, ist das Schreckensbild nicht anders. Lungern sie in der Nähe der ATIB herum, möchte man geradezu die Büchse auspacken und abdrücken.
Diese Märchenerzähler haben jedoch die Grenze zwischen der Grimm’schen Fiktion und Realität derart verwischt, dass der mediale Fokus auf ein zähnefletschendes Ungetier gerichtet ist; wobei Klimawandel, Islamphobie, Rechtsruck, afrikanische Nichtschwimmer im Mittelmeer oder die israelische Apartheidsregierung zu kurz kommen. Etwas, wovon Mansour, Beck und Konsorten nun gar nichts verstehen und partout nicht kommentieren wollen, auch wenn es dringlichere Probleme sind.
Dabei ist sogar das Viehzeug und der verrudelte Türke selbst imstande, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Die nun medial breit ausgelegten Fangeisen, Gruben, Giftköder oder die Hundemeute, die auf die türkische Gemeinschaft gerichtet sind, um sie vom Angesicht Europas zu tilgen, sind jedoch Realitäten.
Glauben und Wirklichkeit
In der Vergangenheit schmückten Schäfer ihre Hirtenstäbe mit Hostien, Ställe wurden mit Weihrauch ausgeräuchert, mit Segenssprüchen geschmückt und auf dem Weg zur oder von der Weide oder Alm, streuten Bauern geheiligten Sand, der vom Boden der Kirche stammt. Abends am Kochfeuer, erzählte man sich dann gegenseitig Gruselgeschichten und erzählte über Fabelwesen. Irgendwie ähneln sich die Zustände von Einst und der Gegenwart.
Seit Jahrtausenden ist der Wolf für die einen ein gutes, für die anderen ein schlechtes Omen. Abendländische Fabeln über den Wolf sind seit Äsop bekannt und bekanntlich ist die griechische Epoche mit der attischen Demokratie auch der Vorläufer der europäischen Demokratie. Geflissentlich wird aber stets ausgelassen, dass nur einem Teil der Bevölkerung Attikas das Recht zur politischen Partizipation bzw. Teilhabe ermöglicht wurde. Sklaven, Frauen oder Metöken waren davon ausgeschlossen. Dieser Macht, die nur dem attischen Volkssouverän zuteilwurde, weil sie partizipierten, waren jedoch kaum Schranken gesetzt.
Diese Schrankenlosigkeit hält bis heute in Europa an, die Geschichten wirken bis in die Gegenwart hinein. Vor Juden machte es keinen Halt, nicht vor Heimatvertriebenen, nicht vor Ausländern, und danach auch nicht vor Türken. Die Märchen- und Fabelerzähler von heute, ramponieren das Image der Türken in Deutschland, wie damals die Geschichten über den Wolf.
Realitäten
Dabei sind die größten Gefahren, die einem im Wald auflauern, Zeckenbisse, Wildschweine oder ein röhrender Hirsch der sich in der Brunft befindet. Die größten Gefahren, die einen in der Türkei erwarten sind; und das ist nachwievor eine Realität, mit Kalaschnikow und RPG bewaffnete Freiheitskämpfer, die einem nach dem Leben trachten; Bengel der apoistischen Jugend, die dich am liebsten im Straßenverkehr in Flammen aufgehen sehen wollen und; anarchistische linksdrehende dekadente Mädels, die sich in die Luft sprengen und dabei noch einige Graue Wölfe in die ewigen Jagdgründe verdammen wollen.
Und gerade diese sogenannten Freiheitskämpfer mit den bekannten Dreibuchstaben, die apoistische Jugend mit dem Konterfei eines Mannes, der als Kurde in einer türkischen Universität seine Bestimmung fand, 40.000 Menschenleben und mehr auf den Kerbholz zu ritzen, sowie all die Linksextremen Lichtblitze, die in Deutschland politisch partizipieren und die politische Teilhabe auskosten und sich daran laben, sind die größten Marktschreier, die Geschichten und Fabeln reproduzieren, dass dabei die Propagandamaschinerie nicht hinterher kommt.
Der Wolf lebt in der Realität zurückgezogen, toleriert Menschen in seinem Revier, bevor man bemerkt hat, dass es einen beobachtet. Wird er jedoch angegriffen, macht man seinen Revier streitig, muss man mit den Konsequenzen leben. Auch in der Realität des Grauen Wolfs, alias Mesut Özil, wird das nicht anders sein. Trachtet man nicht nach deren Leben, sind sie auch damit zufrieden, nicht politisch partizipieren zu können. Erhebt man nicht den Anspruch, das Land unter sich aufzuteilen, lebt es sich in der Türkei wie in jedem anderen Land, dass sich zivilisiert über Probleme äußert und nicht gleich mit Fiktionen daherkommt und Blut vergießt.
Feinde? Terrorismus ist ein Feind der Demokratie!
Genau das Gegenteil ist der Fall. Nicht nur die PKK wird in Deutschland stets mit der „Kurden-Frage“ gleichgesetzt, sondern auch der „Kurde“ in den Vordergrund gerückt, der angeblich seiner „Freiheit“ beraubt wird. Dabei gibt es nicht den Kurden, weder bei den Grauen Wölfen, noch allen anderen Türken, sondern eine gewalttätige Terrororganisation, die selbst die Kurden vereinnahmt und Legenden, Geschichten und Fabeln aus den Fingern saugt, denen Deutsche auf den Leim gehen.
Wer ist hier ein Feindbild?
Ebenso in der sogenannten „Armenier-Frage“. Kein ausgewachsener Türke registriert DIE Armenier oder DIE Aleviten als Feind. Es gibt eine Diaspora, die ein Großarmenien anstrebt und es gibt in Armenien, Armenier, die bis heute jeden Türken mit dem Ersten Weltkrieg gleichsetzen und am liebsten auf den Pfahl setzen würden. Dennoch hegen die Türken nicht den Wunsch, in Armenien einzumarschieren oder nach deren Leben zu trachten. In der Türkei leben Armenier (Link) friedlich und sicher, partizipieren mit der Gesellschaft und Politik, nehmen Teil daran, werden nicht als Staatsfeinde hingestellt – und, es gibt sogar armenische Staatsangehörige, die in türkischen Wohnungen in Lohn und Brot stehen und das Verdiente in die Heimat schicken.
Deutschland, Rückzugsort für hereingetragene Türkei-Probleme
In Deutschland ist es offensichtlich gewollt, dass ein sehr sehr großer Teil der Türkischstämmigen oder Türken nicht partizipieren, nicht an der politischen Teilhabe beteiligt werden. Nein, nicht Rotkäppchen ist schuld, oder der Wolf! Es sind die Märchen- und Fabelerzähler, die sich daraus einen Reibach machen bzw. machen wollen.
Und wie man sieht, scheint das noch immer zu funktionieren, weil die Politik diese Märchen und Fabelgeschichten unterstützt. Dabei war Özil nur ein gewöhnlicher Junge, der es mit Fleiß zu etwas gebracht hat und es sich gut gehen lässt. Ob mit oder ohne Tätowierung, die Einstellung eines Menschen, eines Individuums hängt nicht von Geschichtenerzählern ab, sondern von seinen Taten. Özil oder irgendwelche Graue Wölfe haben in Deutschland in den letzten 50 Jahren nicht wirklich jemanden gerissen, sondern ihr Rudel gehütet, damit sie nicht ausreißen. Und wer etwas anderes behauptet, dann bitte Tacheles reden!
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