Kommentar
Israel – und die Motivation für den Landraub in Palästina

ein Gastkommentar von Michael Thomas Es wird angesichts des israelischen Vorgehens im Westjordanland von Tag zu Tag immer wichtiger, sich die Frage zu stellen, worin die Motivation Israels liegt. Die internationale Öffentlichkeit scheut das Thema, weil es dazu zwingt, sich grundsätzlichen Fragen nähern zu müssen, die u.a. natürlich auch religiöse Themen berühren. Mit Fug und Recht erinnert sich die ganze Welt an ihre Verfehlungen ihrer jüdischen Bevölkerung gegenüber nur zu gut. Nicht nur Deutschland hat sich in widerwärtiger Art gegen sie vergangen. Aber wenn wir uns die Vernichtungen im Westjordanland ansehen, die momentan jeden Tag aufs Neue Hass und Tod säen, sind wir dazu gezwungen, uns den Motiven dafür zu stellen. Nach meiner persönlichen Meinung treiben zwei Gründe die israelischen Aggressionen gegen Palästina insgesamt und gegen die palästinensischen Menschen an. Der erste besteht aus einem sehr trivialen Motiv: Landgier. Israel selbst, in seinen Grenzen, die in der UN-Charta genau definiert sind, kann nur 29,5 Prozent seiner gesamten Landfläche landwirtschaftlich nutzen. Deutschland hat im Vergleich 44,7 Prozent zur Verfügung. (1) Hinzu kommt, dass Israel derzeit keine Industrie aufbauen konnte, die den inländischen Bedarf an Konsum- und Gebrauchsgütern auch nur ansatzweise decken konnte. Es mangelt dem Land dramatisch an Rohstoffen; lediglich Erdöl, Phosphate, Kalisalz und Kaolin stehen in geringen Mengen zur Verfügung. Bislang versucht Israel, durch Investition in High-Tech-Innovationen Marktanteile zu gewinnen, um die extrem hohen Importe bezahlen zu können. So gibt es interessante Entwicklungen im Rüstungsbereich, der sich recht früh entwickelte, um möglichen Importbeschränkungen mit Eigenproduktionen entgegenwirken zu können. Dazu entfaltete sich der IT-Bereich, der sich insbesondere mit Spionagesoftware etablieren konnte, mit der einerseits Palästinenser ausgeforscht und andererseits weltweit Kunden gefunden werden konnte. Im Fazit bleibt festzustellen, dass Israel ohne die Annexion des Westjordanlandes, das mit seinen ausgedehnten, landwirtschaftlich nutzbaren Flächen eine dramatische Entspannung in der Versorgung Israels anbietet, langfristig nur ein langsames und schwerfälliges Wachstum generieren kann. Dazu bietet das Westjordanland größere Mengen Menschen, die bereits heute von „Siedler“-Farmen weit unterhalb des Mindestlohnes zu entwürdigenden, also kostengünstigen Konditionen benutzt werden. Das zweite Motiv liegt in der Benutzung der Religion, vermutlich um das erste wirksam in Szene zu setzen. Weltweit existiert nirgendwo irgendeine Betrachtung der Motivation der israelischen „Siedler“ im Westjordanland. Niemand stellt die Frage, aus welchen Gründen diese jeden Tag aufs Neue brutal, grausam und mit großer Energie gegen Palästinenser vorgehen. Dass es sich bei der dramatisch ansteigenden Zahl von neugegründeten und ausgebauten „Siedlungen“ im Westjordanland um eine stereotyp behauptete „Verteidigung gegen Terror“ handeln könnte, ist natürlich völlig auszuschließen. Man verteidigt sich nicht gegen Terror, in dem man in ein fremdes Land einfällt und die Bewohner von ihrem Besitztum fortjagt, ihre Habseligkeiten verbrennt und ihre Dörfer einreißt. Im Jahre 2012 wurde in Israel das Buch „Torat Hamelech“ (übers.: „Des Königs Thora“) veröffentlicht und überaus heftig diskutiert (2). Es zeigt eindrucksstark, welches Gedankengut Teile der israelischen Gesellschaft in seinen Bann schlägt. Das Buch wurde international mit großem Befremden aufgenommen und wird von den meisten Juden der Welt dankenswerterweise brüsk zurückgewiesen. Es ist eine Mischung aus rassistischen Grausamkeiten, die den Leser kopfschüttelnd zurücklässt. So ist darin die Rede davon, dass Juden angeblich zur Herrschaft über die Welt auserkoren und dazu bestimmt sind, gegnerische Kräfte ganz nach Belieben zu versklaven, zu handeln und zu erschlagen. Wenn, so das Buch, ein Feind „vorsorglich“ getötet werden müsse, so solle auch seine gesamte Nachkommenschaft sterben, selbstverständlich auch Kinder, einschließlich Babies, da sie sich sonst eines Tages zu Feinden entwickeln könnten: „Man darf einen Nichtjuden umbringen, um das Leben eines Juden zu retten. Die jüdische Regierung darf sogar die eigenen Bürger töten, die im Krieg Fahnenflucht begehen, auch die Kinder des Feindes, damit sie nicht, wie ihre Eltern, später als Erwachsene den Juden schaden könnten. Im Kapitel „gezielte Ausschaltung von Unschuldigen“ erfährt man, dass alle Angehörigen des verfeindeten Volkes Feinde sind.“ Die Autoren dieses Buches, die Rabbiner Yitzak Shapira und Rabbiner Yosef Elitzur, leben in Jitzhar, einer israelischen „Siedlung“ im Westjordanland und die dortige Zeitung machte seinerzeit deutlich, dass mit dem Text nicht nur „Gojim“, also Nichtjuden, in biblischen Zeiten gemeint seien. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die offenbar radikalsten und extremistischsten Umtriebe in israelischen „Siedlungen“ ihre Quelle haben. Es muss allerdings in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass diese Gruppierungen nur äußerst geringen Rückhalt in jüdischen Gemeinden finden und sich weltweit harter Kritik ausgesetzt sehen. Deshalb darf auf keinen Fall der Fehler begangen werden, „das Judentum“ mit diesem Buch zu assoziieren. Trotzdem dürfte es einer der mächtigsten Antriebe für die gewaltsamen Übergriffe israelischer „Siedler“ gegen Palästinenser darstellen; wenn es auch nicht in Gänze umgesetzt wird, so vergiftet es in jedem Fall die Atmosphäre. Dass das Buch tatsächlich etwas bewirkt, erkennt man an dem bekannt gewordenen Skandal um die Ernennung des Oberst Eyal Karim in 2016. Karim vertrat öffentlich die Ansicht, dass israelischen Soldaten die Benutzung „attraktiver Nichtjüdinnen gegen ihren Willen“ durchaus zuzugestehen sei. (3) Und dann wäre da noch der israelische Sportminister Miki Zohar zu nennen, der 2018 in einer Lobrede auf Benjamin Netanyahu öffentlich sagte: „Die israelische Gesellschaft gehört der jüdischen Rasse. Und die jüdische Rasse ist das klügste, verständigste und beste Humankapital.“ (4) Auch die ehemalige Justizministerin Ayelet Shaked forderte, israelische Soldaten mögen gezielt auf palästinensische Mütter feuern, damit diese keine „Schlangen“ mehr zur Welt bringen und sie erklärte bei der gleichen Gelegenheit gleich das gesamte, palästinensische Volk zum „Feind“, gegen das Krieg geführt werden müsse. (5) Die Liste vergleichbarer Äußerungen zum Teil hoch- und höchstrangiger Personen des öffentlichen, israelischen Lebens würde ganze Regale füllen. Was allerdings die Basis all dieser Ausfälle und für das Buch „Thorat Hamelech“ ist, wird international nirgendwo diskutiert oder erläutert. Man gewinnt den Eindruck, als gelte ein einvernehmlich vereinbartes Stillschweigen dazu. Der Laie ist insofern auf seine eigene Recherche angewiesen. Einen mächtigen Hinweis finden wir im Tanach, im engsten Sinne versteht man die ersten fünf Bücher Mose darunter, so wie sie die christliche Lehre im Alten Testament findet. Das fünfte Buch, im Alten Testament Deutoronium und im Hebräischen Devarim genannt, enthält die folgende Passage (Kapitel 1, 7u.8): „ … wendet euch und zieht hin, dass ihr zu dem Gebirge der Amoriter kommt und zu allen ihren Nachbarn im Jordantal, auf dem Gebirge und in dem Hügelland, im Südland und am Ufer des Meeres, ins Land Kanaan und zum Berge Libanon, bis an den großen Strom, den Euphrat. 8 Siehe, ich habe das Land vor euren Augen dahingegeben. Zieht hinein und nehmt das Land ein, von dem der HERR euren Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, dass er’s ihnen und ihren Nachkommen geben wolle.“ Wenn seitens extremistischer, israelischer Politiker und „Siedler“ auf religiöse Ideen verwiesen wird, denen sie entnehmen, sie müssten das beschriebene Land zwingend von allem Nichtjüdischen säubern, wird oder muss wohl diese Stelle gemeint sein. Ohne Frage wird der Anspruch, diese zwar spirituelle, jedoch der Historie zugehörige Stelle in die Neuzeit umzusetzen, von dem überwältigenden Teil aller Juden der Welt nicht nur nicht anerkannt, sondern sogar empört zurückgewiesen. Aber diese Diskussion findet, wenn überhaupt, nicht in der Öffentlichkeit statt. Zach Weinstein, ein jüdischer Gemeindeorganisator und Autor mit Sitz in der kalifornischen East Bay, veröffentlichte im 972Magazine einen Essay, der zu folgendem Schluss kam: „Es ist klar, dass rechte Unterstützer Israels nicht aufhören werden, bis jegliche Kritik an Israel zum Schweigen gebracht und als Antisemitismus definiert wird, und sie haben keine Angst davor, fortschrittliche Juden im Dienste dieses Ziels zu verunglimpfen und anzugreifen. Sie könnten mit ihrer Mission Erfolg haben, wenn fortschrittliche Juden auf der ganzen Welt – die am besten im Kampf gegen Antisemitismus positioniert sind – keine konzertierten Anstrengungen unternehmen, um die Idee in Frage zu stellen, dass jüdisch zu sein bedeutet, die israelische Regierung und ihre Politik zu unterstützen und dies in Frage zu stellen“ (6) Es ist unklar, wie groß die Opposition gegen die Politik von Israel weltweit ist. Viele jüdische Organisationen, Institutionen, Gemeinden, Rabbis und deren Vereinigungen halten sich aus Angst vor Repressalien bedeckt und wenden sich von dem Thema Israel ab. Sie wollen nicht Gefahr laufen, einerseits wegen ihres nachhaltigen Schweigens dazu in der Vergangenheit Fragen gestellt zu bekommen oder dem Verdacht ausgesetzt zu werden, sie seien, und das ist geübter Sprachgebrauch, „Unjuden“, „Alibijuden“ oder gar „Verräter“. Allerdings kommt Bewegung in die Sache, da auf all diese Vorgenannten erheblich anwachsender Druck lastet, denn vor allem jüngere Mitglieder stellen das Thema Israel zunehmend, hartnäckiger und starrsinniger auf die Agenda. Vor allem nachwachsende Kräfte wollen nicht, dass ihr Jüdischsein mit dem Schrecken im Westjordanland assoziiert wird. Bisher verhindert und vermeidet die proisraelische Politik Europas und der USA einen offenen Diskurs dazu und fordert ihn auch nicht ein. Nach Ansicht nicht weniger verursacht dies neuen, nicht minder gefährlichen Antisemitismus, da diese Handlungsvermeidung zunehmend Juden unter den Verdacht setzt, dass sie „eben so seien, die Juden“. Es wird Zeit, die Frage nach der Motivation für das, was im Westjordanland geschieht, offen zu stellen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
Zum Autor 
Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

 
  1. https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_LWFlaeche.html
  2. https://www.deutschlandfunkkultur.de/des-koenigs-thora-100.html
  3. https://www.20min.ch/story/extremer-chef-rabbiner-fuer-israels-armee-190808412039
  4. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Miki_Zohar
  5. https://de.globalvoices.org/2015/05/15/israelische-politikerin-die-auf-facebook-zum-volkermord-an-palastinensern-aufgerufen-hat-ist-nun-justizministerin/
  6. https://www.972mag.com/us-jews-progressive-silent-israel/
   

Marktkommentar
5-Jahres-Prognose: Indien vor China

0
Marktkommentar von Marcus Weyerer

Indien liegt weiter im Trend. Zwar haben die Aktienmärkte seit ihren Allzeithochs nachgegeben, aber im Vergleich zu vielen anderen Börsen in Schwellen- und Industrieländern ist der Rückgang weniger stark. Gemessen an den Gewinnen der letzten zwölf Monate erscheinen die Bewertungen jedoch überhöht. Wie ist das Land für Anleger im Moment einzuschätzen?

 Strukturelle Situation und Bankensektor stabil

Angesichts der jüngsten globalen Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die Bankenturbulenzen in den USA und Europa, ist Indiens strukturelle und fundamentale Situation recht gut. Seit der Talsohle im März haben sich die indischen Aktien erholt, wenngleich sie immer noch schlechter abschneiden als das allgemeine Schwellenländeruniversum. Wachstum, Inflation, Geldpolitik, eine reformorientierte Regierung und ein starker Bankensektor lassen uns jedoch optimistisch für die Zukunft sein.

In Zahlen heißt dies: Derzeit liegen die Erwartungen für das BIP-Wachstum im Jahr 2023 für Indien bei 5,9 %, für die USA bei 1,1 %, für Europa im negativen Bereich und für China bei einem Wachstum von 5,2 %. Die prognostizierte durchschnittliche Gesamtwachstumsrate für die nächsten fünf Jahre liegt bei 6,1 % und übertrifft damit deutlich diejenige von China.

Die Kapitalausstattung der indischen Banken ist sehr gut und die Eigenkapitalkoeffizienten liegen deutlich über den regulatorischen Anforderungen, die tendenziell etwas konservativer sind als Basel III. Auch die Bilanzen der Banken stehen im Allgemeinen sehr gut da. Das Kreditwachstum ist kräftig und die Menge notleidender Vermögenswerte hält sich in Grenzen. Die ausländischen Forderungen gegenüber indischen Banken sind auf einem deutlich niedrigeren Niveau als beispielsweise bei Banken in den USA oder in Großbritannien. Dadurch ist das Land noch weniger anfällig für einige der globalen Probleme, die wir derzeit erleben.

 Erleichterung bei Geschäftsabläufen: Indien macht als einzige große Volkswirtschaft 6 Plätze gut

Tatsächlich lag der indische Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Mai bei 58,7, während der PMI für den Dienstleistungssektor bei über 60 lag. Sowohl die Faktoraktivität als auch der Binnenkonsum haben stark angezogen, und darüber hinaus sind die Inputpreise gesunken, was in Zukunft höhere operative Margen und Erträge bedeuten könnte.

Ferner haben indische Unternehmen tendenziell eine hohe Kapazitätsauslastung, was einen verstärkten Einsatz von Kapital zur Erweiterung der Kapazitäten nach sich ziehen dürfte. Die Verlagerung der Produktion von China zurück nach Indien ist ein weiterer wichtiger Faktor, der westlichen Unternehmen nicht nur eine Diversifizierung der Lieferketten, sondern auch den Zugang zum großen und wachsenden indischen Markt ermöglichen kann.

Tatsächlich stehen ausländische Direktinvestitionen auf der Prioritätenliste der Regierung, die zu deren Förderung auf steuerliche Anreize, die Entwicklung von Kompetenzen und die Erleichterung von Geschäftsabläufen setzt. Was den letzten Punkt anbelangt, so gibt es offenbar gute Fortschritte, zumindest laut dem jüngsten Ranking der Economist Intelligence Unit zum Geschäftsumfeld.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte Indien 6 Plätze gutmachen und ist damit einer der größten Aufsteiger und die einzige große Volkswirtschaft, der dies gelungen ist. Dabei sind die Fortschritte bei den meisten Parametern zu beobachten. Zwei wichtige Parameter sind zum Beispiel die technologische Bereitschaft und die Politik gegenüber ausländischen Investitionen. Ferner treibt die Regierung rund um den Globus die Verhandlungen über Handelsabkommen voran.

Das wird sich auf das verarbeitende Gewerbe auswirken. Seine Bedeutung und sein Anteil am BIP werden weiter zunehmen. Zudem rechnen wir mit einer allmählichen Aufwärtsverschiebung der Fertigerzeugnisse in der Wertschöpfungskette, sodass das verarbeitende Gewerbe das Potenzial hat, künftig deutlich mehr zur Bruttowertschöpfung beizutragen.

Für den Binnenmarkt wird erwartet, dass die Nachfrage in den Städten und auf dem Land insgesamt zunehmen wird. Bis 2030 dürfte sich der Einzelhandelsmarkt gegenüber 2018 etwa verdoppeln. Damals hatten die Einzelhandelsausgaben ihren letzten Höhepunkt erreicht, bevor sie während der Pandemie einbrachen.

Seitdem hat sich der Aufschwung vor allem in den Städten vollzogen, aber der Konsum im ländlichen Raum wird im kommenden Wahlzyklus ein wichtiges Thema sein, da die Landwirtschaft nach wie vor einen großen Teil der Wirtschaft ausmacht. Die Regierung hat bereits Programme zur Unterstützung der Landwirte und der lokalen ländlichen Gemeinschaften auf den Weg gebracht.

 Finanz- und Währungssituation

Dank guter Umsatzsteuereinnahmen hat die Regierung ihre Haushaltsziele in diesem Jahr bisher weitgehend erreicht. Die Devisenreserven sind seit der Corona-Krise erfreulich stark angewachsen und befinden sich wieder in der Nähe der Allzeithochs. Wir gehen davon aus, dass sich die Einnahmen aus der Umsatzsteuer mit der allgemeinen Inlandsnachfrage verbessern werden.

Das sollte der Regierung bei der Haushaltskonsolidierung zugutekommen. Außerdem ist das Leistungsbilanzdefizit zurückgegangen und dürfte sich 2024 weiter verringern, wodurch die Devisenreserven ansteigen könnten. Und schließlich ist die Auslandsverschuldung Indiens mit rund 20 % des BIP im Vergleich zu den Industrieländern niedrig. In den USA macht sie etwa 100 % des BIP aus, in Deutschland 170 % und in Italien 130 %.

Interessant für Anleger ist die Entwicklung der Zinssätze, insbesondere vor dem Hintergrund von El Niño, der die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben könnte, und der jüngsten Drosselung der Ölproduktion durch Saudi-Arabien. Die indische Zentralbank (RBI) hat klar gesagt, dass die Senkung der Inflation auf 4 % eine absolute Priorität bleibt. Dennoch wurde der Zinssatz kürzlich bei 6,5 % belassen, was den Markterwartungen entsprach.

Ein genauerer Blick offenbart jedoch, dass die Inflation im April bereits ein Zweijahrestief erreicht hat, und dieser allgemeine Trend deckt sich mit dem Rest der Welt. Weltweit werden die Zinssätze möglicherweise nicht auf das extrem niedrige Niveau des vergangenen Jahrzehnts zurückkehren, und Indiens fiskalische Umsicht dürfte mittelfristig belohnt werden, da die aktuellen Zinssätze weiterhin hoch sind.

Kurz gesagt: Die makroökonomische Situation Indiens unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Länder und rechtfertigt andere Bewertungen. Daher können diese Unterschiede durchaus bestehen bleiben oder sich sogar noch vergrößern, wenn das makroökonomische Gefälle weiter zunimmt.

Zusammengefasst: Indische Aktien sind derzeit nicht günstig, aber sie sind auch nicht teuer, wenn man die strukturellen Trends berücksichtigt. Dazu gehören ein günstiges fiskalisches Umfeld, eine steigende Leistungsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes und natürlich positive Rahmenbedingungen für den privaten Konsum.

Was die kurzfristigere Entwicklung angeht, so beobachten wir ein sich rasch verbesserndes Geschäftsumfeld, Regierungsreformen, ein gesundes Kreditwachstum und sehr starke Einkaufsmanagerindizes, außerdem Aktienmärkte, die sich für den Zeitraum seit Jahresbeginn gerade ins Plus gedreht haben.


Marcus Weyerer, CFA, Senior ETF Investment Strategist, Franklin Templeton ETFs EMEA

Aktien
Fundamentalanalyse für Anfänger: Die Bedeutung für Momentum-Trader

0

Als angehender Trader stehen Ihnen verschiedene Handelsstrategien zur Verfügung, die auf unterschiedlichen Analysemethoden basieren. Eine davon ist die Fundamentalanalyse. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit der Fundamentalanalyse beschäftigen und ihre Bedeutung für Momentum-Trader erklären.

Die Fundamentalanalyse ist eine Methode, bei der die wirtschaftlichen, finanziellen und branchenspezifischen Faktoren eines Unternehmens oder einer Anlage analysiert werden, um den Wert und das Potenzial zu bewerten. Sie zielt darauf ab, den wahren Wert einer Aktie oder eines Vermögenswerts zu ermitteln, indem sie quantitative und qualitative Faktoren berücksichtigt.

Warum ist die Fundamentalanalyse wichtig? Nun, Momentum-Trader konzentrieren sich auf den kurzfristigen Handel, bei dem sie versuchen, von kurzfristigen Preisbewegungen zu profitieren. Obwohl die technische Analyse bei dieser Strategie eine wichtige Rolle spielt, kann die Fundamentalanalyse zusätzliche Einblicke bieten und die Entscheidungsfindung unterstützen.

Ein Momentum Trader nutzt die Fundamentalanalyse, um das Momentum einer Aktie zu bewerten. Sie suchen nach Unternehmen, die eine solide finanzielle Grundlage haben, eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnen und wahrscheinlich in der Zukunft weitere positive Impulse erhalten werden.

Indem sie die Fundamentaldaten eines Unternehmens analysieren, können Momentum-Trader Trends und Muster erkennen, die auf zukünftiges Wachstum hindeuten.

Welche Faktoren werden bei der Fundamentalanalyse betrachtet? Zu den wichtigen Elementen gehören unter anderem das Gewinnwachstum, das Umsatzwachstum, die Gewinnmargen, die Verschuldung, die Wettbewerbssituation, die Branchenaussichten und die allgemeine Wirtschaftslage.

Durch die Untersuchung dieser Faktoren können Trader beurteilen, ob ein Unternehmen finanziell gesund ist und ob es das Potenzial hat, in der Zukunft erfolgreich zu sein. Eine der häufig verwendeten Methoden der Fundamentalanalyse ist die Bewertung von Aktienkennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder dem Gewinnwachstum.

Diese Kennzahlen können verwendet werden, um den relativen Wert einer Aktie im Vergleich zu ihren Peers oder zum Gesamtmarkt zu bewerten. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Fundamentalanalyse für Momentum-Trader ist die Berücksichtigung von Nachrichten und Ereignissen, die den Markt beeinflussen können.

Durch die Analyse von Unternehmensnachrichten, Quartalsberichten, Wirtschaftsdaten und anderen relevanten Informationen können Trader potenzielle Katalysatoren identifizieren, die das Momentum einer Aktie beeinflussen könnten. Positive Nachrichten wie Gewinnsteigerungen, neue Produktankündigungen oder Vertragsabschlüsse können dazu führen, dass eine Aktie an Dynamik gewinnt und ein lohnendes Momentum aufweist.

Umgekehrt können negative Nachrichten oder Ereignisse das Momentum einer Aktie schwächen oder sogar umkehren. Daher ist es wichtig, dass Momentum-Trader nicht nur die Fundamentaldaten eines Unternehmens analysieren, sondern auch die aktuellen Nachrichten und Ereignisse im Auge behalten.

Neben der Analyse einzelner Unternehmen kann die Fundamentalanalyse auch auf breitere Märkte oder Branchen angewendet werden. Indem Trader die Fundamentaldaten einer Branche analysieren, können sie möglicherweise aufkommende Trends und Entwicklungen erkennen, die das Momentum mehrerer Unternehmen beeinflussen könnten.

Wenn beispielsweise die Fundamentaldaten der Technologiebranche positiv sind, könnte dies darauf hindeuten, dass Momentum-Trader nach Aktien in diesem Sektor Ausschau halten sollten. Durch die Bewertung des Marktumfelds und die Identifizierung von Branchen mit starkem Wachstumspotenzial können Momentum-Trader ihre Handelsentscheidungen auf einer breiteren Grundlage treffen.

Ein wichtiger Aspekt der Fundamentalanalyse, den Momentum-Trader berücksichtigen sollten, ist die Zeitspanne, in der die Fundamentaldaten betrachtet werden. Da Momentum-Trader kurzfristig agieren und von kurzfristigen Preisbewegungen profitieren möchten, konzentrieren sie sich in der Regel auf aktuelle oder kurzfristige Fundamentaldaten.

Quartalsberichte, aktuelle Gewinn- und Umsatzzahlen sowie anstehende Unternehmensveranstaltungen können für Momentum-Trader von besonderem Interesse sein. Durch die Fokussierung auf aktuelle Informationen können sie auf die jüngsten Entwicklungen reagieren und mögliche Momentum-Chancen nutzen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass auch langfristige Fundamentaldaten, wie die langfristige Unternehmensstrategie oder die Wettbewerbsposition, einen Einfluss auf das Momentum haben können.

Daher sollten Momentum-Trader einen ausgewogenen Ansatz wählen und sowohl kurz- als auch langfristige Fundamentaldaten berücksichtigen.Es ist wichtig, dass Momentum-Trader regelmäßig ihre Fundamentalanalyse-Fähigkeiten verbessern, indem sie ihr Wissen erweitern und sich über aktuelle Marktgeschehnisse informieren.

Darüber hinaus kann die Fundamentalanalyse auch Informationen über den fairen Wert einer Aktie liefern. Indem sie den aktuellen Aktienkurs mit dem erwarteten inneren Wert vergleichen, können Trader feststellen, ob eine Aktie unterbewertet oder überbewertet ist.

Diese Informationen können als Grundlage für Handelsentscheidungen dienen, wenn Trader beispielsweise eine Aktie kaufen möchten, die unterbewertet erscheint und ein erhebliches Aufwärtspotenzial hat. Es ist wichtig zu beachten, dass die Fundamentalanalyse zwar wertvolle Einblicke bietet, aber keine Garantie für den Erfolg ist.

Die Finanzmärkte sind komplex und können von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, die sich nicht immer vorhersagen lassen. Daher ist es ratsam, die Fundamentalanalyse mit anderen Analysetechniken zu kombinieren und stets eine umfassende Risikobewertung vorzunehmen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Fundamentalanalyse eine wertvolle Methode ist, um den Wert und das Potenzial einer Aktie oder eines Vermögenswerts zu bewerten. Für Momentum-Trader kann sie dabei helfen, Aktien mit positivem Momentum zu identifizieren und Handelsmöglichkeiten zu erkennen.

Indem sie quantitative und qualitative Faktoren berücksichtigt, bietet die Fundamentalanalyse zusätzliche Informationen, die zur Verbesserung der Handelsentscheidungen beitragen können. Dennoch sollte beachtet werden, dass die Fundamentalanalyse allein keine Gewinngarantie bietet und stets mit anderen Analysetechniken und einer umfassenden Risikobewertung kombiniert werden sollte. Die Kontinuität und Weiterentwicklung der Marktbeobachtung sind entscheidend, um den Erfolg als Momentum-Trader langfristig zu sichern.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.


Auch interessant

– Türkei – Erdogan ernennt erstmals Frau zur Zentralbankchefin

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die ehemalige Wall-Street-Bankerin Hafize Gaye Erkan zur neuen Zentralbankchefin des Landes ernannt

Erdogan ernennt erstmals Frau zur Zentralbankchefin

Ukraine-Krieg
Ukraine: Tote und Verletzte bei Angriff auf Odessa

0
Odessa – Seit dem Ende des Getreideabkommens steht Odessa am Schwarzen Meer fast unter Dauerbeschuss. Bei einem erneuten russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hafenstadt wurden nach offiziellen Angaben mindestens zwei Person getötet, 19 Personen wurden verletzt und eine orthodoxe Kathedrale schwer beschädigt. „Leider gab es infolge der nächtlichen terroristischen Attacke der Russen auf Odessa einen zivilen Toten«, erklärte der Gouverneur der Region, Oleg Kiper, bei Telegram. Nach Angaben von Kiper wurden bei den Explosionen auch vier Kinder verletzt,
„Odessa: ein weiterer nächtlicher Angriff der Monster.“
Darüber hinaus seien sechs Wohngebäude zerstört und Dutzende Autos beschädigt worden. Wie der Spiegel unter Berufung auf die ukrainische Armee berichtet, hätte es noch schlimmer kommen können: Die Luftabwehr habe eine bedeutende Zahl russischer Raketen abgewehrt, darunter Geschosse vom Typ Kalibr. „Vierzehn Menschen wurden in die Krankenhäuser der Stadt eingeliefert, drei von ihnen waren Kinder“, sagte Kiper weiter. Bei dem Angriff seien auch sechs Häuser und Wohnhäuser zerstört worden, fügte er hinzu. Russland hat in der vergangenen Woche fast täglich Odessa beschossen, nachdem es sich aus einem von der Türkei und den Vereinten Nationen ausgehandelten Abkommen über einen Seekorridor zurückgezogen hatte, das den sicheren Transport ukrainischen Getreides ermöglichte. Russland hatte seine jüngsten Angriffe als Rache für einen ukrainischen Angriff auf eine von Russland gebaute Brücke zur Krim – der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel, die Russland 2014 erobert hatte – bezeichnet. Es hat die Ukraine beschuldigt, den Seekorridor für „terroristische Angriffe“ zu nutzen.

Thora-Verbrennung
Israel verurteilt Thora-Verbrennung in Schweden

0
Tel Aviv – Israels Präsident, Premierminister, Minister und religiöse Autoritäten haben die geplante Verbrennung einer Thora vor der israelischen Botschaft in Stockholm durch Aktivisten verurteilt und die schwedischen Behörden aufgefordert, die Genehmigung der Stockholmer Polizei zu widerrufen. Dieser Schritt erfolgt kurz nach der Koranverbrennung in Schweden, die in der muslimischen Welt Empörung ausgelöst hatte. Israels Staatspräsident Isaac Herzog verurteilte die Entscheidung in einer Stellungnahme. „Als Präsident des Staates Israel habe ich die Verbrennung des Korans verurteilt, der den Muslimen auf der ganzen Welt heilig ist, und es bricht mir das Herz, dass das gleiche Schicksal auf eine jüdische Bibel, das ewige Buch des jüdischen Volkes, wartet“, sagte Herzog am Freitag. Der Antrag auf die Verbrennung kam von einem ungenannten schwedischen Mann, der erklärte, sein Plan sei eine Reaktion auf die Verbrennung eines Korans vor einer Moschee in Stockholm vor etwa drei Wochen.. Am Freitag teilte Premierminister Benjamin Netanjahu auf Telegram mit: „Der Staat Israel nimmt diese schändliche Entscheidung, die das höchste Heiligtum des jüdischen Volkes verletzt, sehr ernst. Die Bücher, die allen Religionen heilig sind, müssen respektiert werden.“ In einer Erklärung des israelischen Außenministers Eli Cohen hieß es: „Die Verbrennung einer Thora ist ein Hassverbrechen, eine Provokation und ein schwerer Angriff auf das jüdische Volk und die jüdische Tradition. Ich fordere die schwedischen Behörden auf, diesen verabscheuungswürdigen Vorfall zu verhindern.“ Der Europäische Jüdische Kongress (EJC) erklärte am Freitag in einer Pressemitteilung, dass er die Entscheidung der schwedischen Behörden „scharf“ verurteile. „Provokative, rassistische, antisemitische und abscheuliche Handlungen wie diese haben keinen Platz in einer zivilisierten Gesellschaft“, sagte EJC-Präsident Ariel Muzicant in der Erklärung. Der führende jüdische Rabbiner in Schweden, Moshe David HaCohen, teilte seine Ansicht, dass die Verbrennung einer Kopie der Thora kein antisemitischer Akt sei und sich nicht speziell gegen Juden richte, berichtete die israelische Nachrichtenagentur Ynet News am Freitag. „Es ist ein Versuch, das Recht auf freie Meinungsäußerung in Frage zu stellen und es für Hassakte zu missbrauchen“, erklärte HaCohen, der die Amanah Muslim Jewish Partnership of Trust leitet. „Der Einzelne will sehen, ob das System parteiisch ist und ob es die Verbrennung der Bibel genauso zulässt wie die Verbrennung des Korans. In Schweden gilt die Meinungsfreiheit als heiliger Wert“, fügte HaCohen hinzu.    

Fußball International
Jordi Alba schließt sich angeblich Lionel Messi und Sergio Busquets bei Inter Miami an

0

Der spanische Außenverteidiger Jordi Alba hat sich laut einem Bericht von vertrauenswürdigen Quellen vom Donnerstag bereit erklärt, seine ehemaligen Teamkollegen vom FC Barcelona, Lionel Messi und Sergio Busquets, bei Inter Miami CF wiederzusehen, berichtete GGBet.

Gerüchte über Albas Wechsel in die MLS kamen erstmals im Mai auf, als Alba ankündigte, den Verein am Ende der Saison zu verlassen. Alba verbrachte 11 Jahre bei Barcelona und gewann sechs spanische Ligatitel sowie den UEFA-Champions-League-Titel im Jahr 2015.

Diese Gerüchte heizten sich durch neue Infos auf, als der geschäftsführende Eigentümer von Inter Miami, Jorge Mas, ein Bild twitterte, das eine dritte mysteriöse Verpflichtung nach Messi und Busquets andeutete.

Inter Miami hat die Verpflichtung von Alba noch nicht offiziell bekannt gegeben, aber eine Ankündigung wird in den kommenden Tagen erwartet. Der von David Beckham unterstützte Klub liegt in der Eastern Conference auf dem letzten Platz und ist neun Punkte von einem Playoff-Platz entfernt.

Die gute Nachricht für die Fans von Inter Miami ist, dass Alba, Messi und Busquets sowie der neue Trainer Tata Martino, der alle drei Spieler für eine kurze Zeit in Barcelona trainiert hat, perfekt ineinander greifen werden. Wenn sie gut ins Spiel kommen, kann Inter Miami die Saison vielleicht noch retten.

Als der siebenfache Ballon d’Or-Gewinner Lionel Messi ankündigte, in die USA zu gehen, um seine MLS-Karriere zu beginnen, setzte sofort der Messi-Effekt ein. Die Fangemeinde von Inter Miami CF in den sozialen Medien explodierte, die Ticketpreise schossen in die Höhe und die kommenden Spiele waren ausverkauft. Und das alles, bevor er überhaupt einen Vertrag unterschrieben hatte.

Indem sich die Liga und der Verein mit den Einzelheiten des Wechsels von Messi zu Inter Miami nach dem Auslaufen seines PSG-Vertrags am 30. Juni befassten, tauchten Fragen darüber auf, wie man einen Vertrag formulieren sollte, der einen solchen Einfluss ausgleicht. Würde es ausreichen, einen Spieler, der 2023 auf der Forbes-Liste der bestbezahlten Sportler der Welt mit 130 Millionen US-Dollar an zweiter Stelle steht, mit Geld zu locken? Die Antwort von Miami und der MLS heißt, Partner aus der Liga mit ins Boot zu holen.

Der Deal, der in seiner Struktur einzigartig ist, wirft interessante Fragen zur Aufteilung der Einnahmen von Superstars und zu den Auswirkungen auf die Verhandlungen über Medienrechte auf.

Messis Vertrag mit Inter Miami hat einen Gesamtwert von bis zu 150 Millionen US-Dollar, der sich aus seinem Gehalt, der Antrittsprämie und der Beteiligung am Team zusammensetzt. Aber das ist noch nicht alles. So wurden Vereinbarungen zur Einnahmeaufteilung mit Adidas, Apple und anderen ausgehandelt. Während die millionenschweren Gehaltszahlungen des Vertrags im modernen Fußball ein alter Hut sind, bieten die Vereinbarungen über die Aufteilung der Einnahmen mit den Ligapartnern etwas Neues. 

Inter Miami und die MLS haben bekannt gegeben, dass Lionel Messi am Sonntag, den 16. Juli, offiziell von seinem neuen Team vorgestellt wird. Die Präsentationsveranstaltung soll auf dem Stadion in Miami stattfinden. Es wird erwartet, dass bei dieser Gelegenheit auch der spanische Mittelfeldspieler Sergio Busquets vorgestellt wird, der in Barcelona an der Seite von Messi gespielt hat.

Während Inter Miami vor kurzem Gerardo Tata Martino als neuen Trainer vorgestellt hat, sind die notwendigen Formalitäten für die Übernahme des Amtes noch nicht abgeschlossen. In der Zwischenzeit wird Javier Morales, ein weiterer Argentinier, als Interimstrainer für das Team fungieren.

Inter Miami steht derzeit eine schwierige Saison bevor. Nach neun sieglosen Spielen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen in diesem Zeitraum liegt das Team wie oben erwähnt auf dem letzten Platz der Eastern Conference.

E-Mobilität
Chinesische Elektroautohersteller werden einen Großteil des Marktes übernehmen

0
von Stian Ueland

Die Umsätze der Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien steigen, aber die Renditen sind teilweise noch problematisch. Dies dürfte sich jedoch ändern, da das Wachstum in den kommenden Jahrzehnten anhalten wird.

Viele Titel, die im letzten Jahr stark gefallen waren, haben inzwischen recht gute Finanzzahlen vorgelegt. Insgesamt ist der Index für erneuerbare Energien um fast 50 Prozent gefallen. Vergleicht man dies mit der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende, so dauerte es etwa zwei Jahre und sechs Monate vom Höchststand bis zum Tiefststand. Unter dieser Annahme haben wir noch einen Monat bis zur Talsohle.

Unbestritten ist, dass der Weg zu Netto-Null-Emissionen erhebliche Investitionen erfordert. Drei Themen werden dabei im Mittelpunkt stehen: Energie, Elektrifizierung und Ressourceneffizienz. Bei den Elektroautos sehen wir vor allem Tesla und BYD. China könnte hier mit voller Kraft kommen. Die Qualität der in China produzierten Autos ist gut und die Preise sind niedriger, so dass China innerhalb weniger Jahre einen großen Teil des Automarktes übernehmen könnte.

Offensichtlich ist es relativ einfach, ein paar gutaussehende Elektroautos zu produzieren und viele schwierige Komponenten wie das Batteriepaket und den Wechselrichter auszulagern. Um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, scheint es jedoch besser zu sein, kritische Hardware und/oder Software selbst zu entwickeln, wie es Tesla und BYD tun. Die Herausforderung besteht darin, die Produktion zu skalieren und qualitativ hochwertige Produkte zu einem Preis anzubieten, der mit alternativen Lösungen konkurrieren kann und eine angemessene Kapitalrendite ermöglicht.

Derzeit werden jährlich 10 Millionen Elektroautos verkauft, bei insgesamt 80 Millionen Neuzulassungen, was einem Anteil von 12,5 Prozent entspricht. Bis E-Autos einen dominierenden Marktanteil erreichen – wie zum Beispiel in Norwegen mit 80 Prozent – liegt also noch ein erhebliches Wachstumspotenzial vor uns.

Elektrifizierung erfordert Investitionen ins Stromnetz

In dem Maße, in dem erneuerbare Energien ausgebaut werden und immer mehr Menschen Solarzellen auf ihren Dächern installieren, muss das Stromnetz aufgerüstet werden, um größere Übertragungen zu bewältigen und mehr Flexibilität zu schaffen.

Derzeit reicht die Kapazität an Spitzentagen nicht aus. Weitere Investitionen sind notwendig. Intelligente Technik, die zu den günstigsten Tageszeiten Warmwasser aufheizt und Elektroautos auflädt, könnte helfen. Letztendlich gehen wir davon aus, dass die Batterietechnologie irgendwann in großem Maßstab sowohl in öffentlichen Gebäuden als auch in Privathaushalten installiert werden kann.

Zu den Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind, gehören Schneider Electric und Hubbell, die auch im DNB Renewable Energy Portfolio vertreten sind.  Sie stellen Teile für das Stromnetz her, und viele Verbraucher haben Schneider-Produkte in ihren Sicherungskästen.

Darüber hinaus investiert der Fonds in Bergbauunternehmen, die Seltene Erden und Lithium liefern. Diese ausgewählten Minengesellschaften sind fast ausschließlich außerhalb Chinas tätig. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Bergbauunternehmen in der Lage sein werden, die durch den Elektrifizierungstrend entstehende Nachfrage zu decken.

 Weniger Ressourcen- und Energieverbrauch

Ein zweiter wichtiger und großer Investitionsbereich ist die Energieeffizienz. Wärmepumpen werden in Skandinavien seit langem eingesetzt, während sie in anderen Teilen der Welt noch ein wichtiger Wachstumsbereich sind. Die traditionelle Isolierung von Rohren und Gebäuden zur Vermeidung von Wärmeverlusten ist ein wichtiger Beitrag zur Senkung des Energiebedarfs. Generell gibt es viele Möglichkeiten, den neuen Anforderungen an bestehende Gebäude und Neubauten gerecht zu werden.


Stian Ueland, Portfoliomanager des DNB Fund Renewable Energy bei DNB Asset Management

NATO-Treffen
USA wollen F-16-Kampfjets an die Türkei liefern

0
Vilnius – Die Regierung von US-Präsident Joe Biden wird die Übergabe von F-16-Kampfjets an die Türkei in Absprache mit dem Kongress vorantreiben, sagte der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan am Dienstag, einen Tag nachdem Ankara grünes Licht für den Beitritt Schwedens zur NATO gegeben hatte. Im Vorfeld eines Gipfeltreffens der NATO-Staats- und Regierungschefs in Litauen sagte Sullivan, Biden habe „deutlich gemacht, dass er die Verlegung unterstützt“. „Er hat keine Vorbehalte geäußert … Er beabsichtigt, die Verlegung voranzutreiben“, sagte Sullivan gegenüber Reportern, ohne Einzelheiten über den Zeitplan zu nennen. US-Präsident Joe Biden sagte am Mittwoch, er sei „zuversichtlich“, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sein werden, F-16-Kampfjets an die Türkei zu verkaufen. Biden beantwortete die Fragen der Journalisten, bevor er nach der Teilnahme am NATO-Gipfel in Litauen ein Flugzeug nach Finnland bestieg. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte sich nach einem trilateralen Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson am Montag in der litauischen Hauptstadt Vilnius bereit, das schwedische NATO-Beitrittsprotokoll dem türkischen Parlament zu übermitteln. Darüber hinaus traf Erdogan am Rande des NATO-Gipfels mit Biden zu einem bilateralen Gespräch zusammen, bei dem er den Beginn eines „neuen Prozesses“ mit Washington begrüßte. Aus Angst, nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor einem Jahr zur Zielscheibe zu werden, gaben die nordischen Nachbarn Finnland und Schweden ihre traditionelle Position der militärischen Blockfreiheit auf und suchten Schutz unter dem Sicherheitsschirm der NATO.

Alle 30 Verbündeten haben die Beitrittsprotokolle Finnlands und Schwedens unterzeichnet. Die Türkei und Ungarn haben den Prozess jedoch monatelang verzögert, aber in Bezug auf Finnland nachgegeben. Die Türkei hat von den beiden Ländern Garantien und Zusicherungen verlangt, vor allem im Hinblick auf die Bekämpfung des Terrorismus. Die Forderungen Ungarns waren nie explizit.

Der Vorsitzende des Senats für auswärtige Beziehungen, Bob Menendez (D-N.J.), der die Verlegung von Kampfflugzeugen in die Türkei zuvor blockiert hatte, sagte, er sei in Gesprächen mit der Regierung Biden über seine Zurückhaltung und könnte „in der nächsten Woche“ eine Entscheidung treffen, was darauf hindeutet, dass er die Zurückhaltung aufheben könnte. Er sagte, dass seine langjährigen Einwände gegen „die Aggression der Türkei gegenüber Griechenland und Zypern“ noch nicht ausgeräumt sind. „Wir führen Gespräche mit der Regierung. Ich habe immer noch Bedenken. Ich habe ihnen diese Bedenken mitgeteilt. Wenn sie einen Weg finden können, um sicherzustellen, dass die Aggression der Türkei gegen ihre Nachbarn aufhört – was großartig war, aber das muss eine dauerhafte Realität sein“, zitiert Politico den US-Politiker.  

Wirtschaft
Immobilienwerte weltweit im Durchschnitt um 11% gesunken

0
von Peter Hayes

Als vergleichsweise kleiner Teil der globalen Finanzlandschaft haben sich Immobilienwerte als stark schwankungsanfällig gegenüber den globalen Kapitalkosten erwiesen. Insgesamt bleibt das Einkommen aus Immobilien relativ konstant und vorhersehbar, insbesondere aufgrund des geringen Angebots in diesem Zyklus. Die Wertschwankungen der letzten Jahre wurden daher größtenteils von der Entwicklung auf dem Zinsmarkt beeinflusst. Der starke Anstieg der globalen Zinssätze, der in der zweiten Jahreshälfte 2022 aufgrund der weltweit steigenden Inflation eingesetzt hatte, führte daher zu einer großen Neubewertung der Immobilienwerte.

Die Zinsen von Staatsanleihen und Investment-Grade-Anleihen sowie die Aktiendividenden sind im vergangenen Jahr gestiegen. Daher müssen Immobilien eine entsprechend höhere Rendite bieten, um im Wettbewerb um Kapital zu bestehen. Auch die Fremdkapitalkosten sind gestiegen, was die Verfügbarkeit von Kapital und die Preise, die Investoren für Immobilien bieten können, begrenzt. Zusammengenommen können diese Faktoren nur eines bedeuten: eine Anpassung der Immobilienpreise an höhere Renditen – und dieser Korrekturprozess ist bereits in vollem Gange.

Im Gegensatz zur aktuellen, durch die Zinsstraffung ausgelösten Korrektur, war die globale Finanzkrise durch eine Reihe anderer Faktoren verursacht worden. Allerdings hat sich die Geschwindigkeit, mit der sich die Renditen in den Jahren 2008 und 2009 verändert hatten, bisher als ein angemessener Indikator für die aktuelle Anpassung erwiesen.

Insgesamt sind die realen Immobilienwerte im vergangenen Jahr weltweit um durchschnittlich 11% gesunken, was primär auf die veränderten Renditen zurückzuführen ist. Die Neubewertung unterscheidet sich dabei stark je nach Region und Segment. Wohnimmobilien- und Logistikmärkte etwa profitierten vor 2022 von einem gesteigerten Interesse der Investoren, wodurch die Renditen in vielen globalen Märkten vor der Neubewertung auf historische Tiefststände gesunken waren. Die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum weisen erneut einen moderateren Korrekturpfad auf, wenngleich sich hinter dem regionalen Durchschnitt einige Unterschiede verbergen, darunter deutlichere Anpassungen in Australien und Südkorea als beispielsweise in Japan. Investoren und Kreditgeber waren bisher sehr unterschiedlich von der Neubewertung betroffen. So reagieren die Mietermärkte üblicherweise erst mit einer gewissen Verzögerung auf einen beginnenden Abschwung. Dabei ging das Mietwachstum bislang erst ein Jahr nach Anstieg der Renditen zurück. Gleichzeitig bieten die Auswirkungen der höheren Inflation auf die Nominalmieten einen gewissen Schutz für die Immobilienwerte.

Fazit

Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Werte im Jahr 2023 weiter sinken werden. Dies wird weiterhin in erster Linie durch die Ausweitung der Renditen und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Fremdkapital bedingt sein, obwohl wir auch eine Verlangsamung des nominalen Mietwachstums erwarten, da die Inflation zurückgeht. Mit einer Neubewertung von etwa -7% – vom Start in 2022 bis zum Tiefpunkt – wird der asiatisch-pazifische Raum vermutlich am widerstandsfähigsten sein. Für Europa und die USA erwarten wir einen Rückgang der Werte von etwa 25%.

Dabei wird die Entwicklung auf den Nutzermärkten den Verlauf der nächsten Phase des Abschwungs und der anschließenden Erholung bestimmen. Wenn sich die Mietermärkte gut entwickeln, wird sich die Preiskorrektur in Grenzen halten und die Unsicherheit wird sich rasch in Chancen verwandeln. Wiederholen sich jedoch die in früheren Zyklen aufgetretenen Probleme wie ein Überangebot, steigende Leerstände und sinkende Mieten, könnten diese Faktoren den Abschwung verschärfen und zu weiteren Korrekturen führen.


Peter Hayes, Global Head of Investment Research bei PGIM Real Estate