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Gaza-Krieg
„Manchmal ist es notwendig zu töten, um das Morden zu verhindern“
„Manchmal ist es notwendig zu töten, um das Morden zu verhindern“. Über diesen markanten Spruch sinnierten im SPIEGEL-Talk der Historiker Michael Wolffsohn und die Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. Beide entschieden damit gottgleich über das Leben anderer Menschen; der Palästinenser. Nichts Neues im Westen!
Es gibt Ereignisse der jüngeren Geschichte, die lassen auch jetzt noch einem keine Ruhe, weil es in Erinnerung ruft, wie es beginnt und endet. Und die Tatsache, dass Israel derzeit von einer kleinen Gruppe fanatischer rechtsextrem-religiöser Parteien geführt wird und seit Jahren Araber in Israel unter der Apartheid leiden, Palästinenser in besetzten Gebieten Grausamkeiten ausgesetzt sind, zeigt, dass der Expansionskurs – ich sage inzwischen Panzionismus – nach der Nakba fortgesetzt wird.
Nie lagen hehre Ziele des Wertewestens und höllische Realität weiter auseinander als in Israel. Das sticht gegenwärtig markant hervor. Deswegen muss man sich über den Götter-Diskurs im SPIEGEL-Talk auch nicht wirklich wundern, deren Motto lautet: wer bis drei den Gazastreifen nicht verlassen hat, ist selbst Schuld. Der Terrorismus der Hamas war und ist nicht die Begründung der gegenwärtigen Untaten, sondern lediglich eine willkommene Rechtfertigung. Nimmt man nämlich die idealistische Spitze weg, die viele kriegslüsterne Aktivisten in Deutschland der israelischen Regierung andichten, so bleibt der nackte Terror übrig, den wir heute Live verfolgen können.
Palästina war, schon bevor Israel gegründet wurde, ein Gewaltraum. Ein Raum in der Palästinenser zu Brettfiguren reduziert wurden, die man nach belieben verschieben, umstoßen, aus dem Brett beiseiteschieben konnte. Das Gewaltmonopol lag bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg in der Hand von politischen Revolutionären, deren Konterfei in Fahndungslisten im britischen Mandatsgebiet ausgehängt wurden; damals als Terroristen gesucht, heute Helden Israels.
Sie ergriffen die Gelegenheit und setzten sie mit unvorstellbarer Gewalt gegen alle Widersacher durch. Die Machtergreifung der ersten Generation von Israelis in Palästina hatte nur zu einem Zeitpunkt erfolgen können, als keine Institution, keine Regel, kein zivilisatorischer Rahmen mehr funktionierte oder von der UN wie auch der zivilisierten Wertegemeinschaft durchgesetzt wurde. Auch gegenwärtig gelten keinerlei Regeln, keinerlei zivilisatorische Rahmenbedingungen, an die sich die israelische Regierung zu halten hat. Es wurde ihr schon bei der Gründung des Staates in die Wiege gelegt.
Wenn die erste Generation der Israelis keine Probleme mit hohen Opferzahlen hatte, weil sie damit durchkamen, wieso sollten die nächsten Generationen in Israel Mitleid oder gar Mitgefühl mit Palästinensern hegen? Sie, die Extremisten und Konservativen in Israel, brauchen den religiösen Militarismus, um ihre „Feinde“ zu überwinden, wie damals vor dem UN-Teilungsplan für Palästina bis zum Waffenstillstand, währenddessen die israelische Staatsgründung erfolgte. Und, sie brauchen diesen Militarismus auch heute und in Zukunft, um einen zusammenhängenden Staat zu erreichen. Darin hatten und haben Palästinenser, schon gar nicht Palästina in Zukunft einen Platz.
Weshalb erwarten wir dann ausgerechnet von Europa und den Vereinigten Staaten, von diesen Wertegemeinschaften mit hehren Anforderungen und Zielen gegenüber Drittländern, dass sie angesichts der Massaker, Gräueltaten, Völkerrechtsbrüchen und Kriegsverbrechen einschreiten? Was konnten diese zivilisierten Wertegemeinschaften bislang erreichen, außer Israel Zeit zu verschaffen, um dann den Tatsachen ins Auge zu sehen?
Gewalt war und ist für Israel selbstverständlich. Sie ist ein Teil der Landesgeschichte und folglich ein so normales Mittel der Politik, dass es keinerlei Rechtfertigung braucht und sich nicht erklären muss. Das machen schon andere für Israel. Von den Einzelschicksalen vertriebener Berber und Palästinenser mal abgesehen, kann man die Monotonie der palästinensischen Opferzahlen nach Terror und Willkürherrschaft, die nüchtern heruntergespult werden und immer sofort in die Tausende gehen, nicht wirklich verstehen.
Auch dann nicht, wenn ausgerechnet Historiker und Menschenrechtsaktivisten als moralische Autoritäten das Töten für gerechtfertigt halten, um in Zukunft das Töten zu verhindern. Diese Autoritäten in Deutschland, Europa und USA sehen wie Israel alle Palästinenser als potenzielle Widerstandskämpfer und deshalb ist das auch nicht wirklich verwunderlich, wie sie reagieren und was sie von sich geben.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
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– Gaza-Krieg – Israels Plan der ethnischen Säuberung
Das durchgesickerte Dokument wurde für eine Organisation namens „The Unit for Settlement – Gaza Strip“ erstellt und war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
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Gesundheit
Zuckerhaltige Getränke – oft unterschätzte Risiken für die Gesundheit
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung gehört neben reichlich Bewegung zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der eigenen Gesundheit und zur Reduzierung von Erkrankungsrisiken.
Vor allem das sogenannte metabolische Syndrom, das zu den bedeutendsten und verbreitetsten „Wohlstandskrankheiten“ gehört, ist nahezu immer darauf zurückzuführen, dass diesen beiden Aspekten zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde und eine zu hohe Kalorienaufnahme mit zu geringer körperlicher Aktivität zusammentraf.
Das Bewusstsein für diese Problematik wächst zwar, doch nach wie vor ließen sich zahlreiche Fälle von Bluthochdruck, Übergewicht oder Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels vermeiden, wenn konsequenter auf eine entsprechende Ernährung und auf regelmäßige sportliche Aktivitäten geachtet würde. Ein besonders wichtiger Punkt, der dabei oftmals unterschätzt wird, ist der Einfluss der Getränke, die im Laufe des Tages konsumiert werden.
Erheblicher Teil der täglichen Kalorienaufnahme entfällt auf Getränke
Dass man mit dem Essen mehr oder weniger große Kalorienmengen zu sich nimmt, scheint selbstverständlich. Schließlich dient die Nahrungsaufnahme dazu, die für den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit notwendigen Mengen an Energie, Mineralstoffen und Vitaminen bereitzustellen, und eine unzureichende Ernährung führt zu Hunger und abnehmender körperlicher Leistungsfähigkeit.
Stark unterschätzt wird im Vergleich dazu jedoch, welche Mengen an Kalorien viele Menschen täglich nicht mit ihrem Essen, sondern mit verschiedensten Getränken zu sich nehmen. Wer abnehmen und sich gesund ernähren möchte, sollte vor allem zuckerhaltige Getränke meiden. Auch für die Zahngesundheit ist es sinnvoll, so weit wie möglich auf Softdrinks und Ähnliches zu verzichten.
Selbst diejenigen, die ihre Zähne regelmäßig und gründlich mit einer Schallzahnbürste pflegen und besonders darauf bedacht sind, typische Fehler beim Zähneputzen zu vermeiden, können sich nicht in jeder Situation der schädlichen Wirkung von zuckerhaltigen Getränken auf ihre Zähne entziehen, sodass es am besten ist, komplett darauf zu verzichten. Abgesehen von zahnschädigenden Effekten und vom hohen Energiegehalt gibt es auch Hinweise auf weitere negative Auswirkungen auf die Gesundheit. So deuten Forschungsergebnisse beispielsweise darauf hin, dass Frauen, die häufig gezuckerte Drinks zu sich nehmen, ein höheres Risiko für das Auftreten von Darmkrebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr haben.
Prävention und Aufklärung sind notwendig
Angesichts der gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum gesüßter Getränke verbunden sind, kommt der Aufklärung über dieses Thema in Schulen und Kindergärten große Bedeutung zu. Kinder und Jugendliche sollten frühzeitig darüber informiert werden, dass neben Alkohol auch Zucker in Getränken schädlich für die Gesundheit sein kann.
Je besser es gelingt, schon bei Schulkindern ein Bewusstsein für eine gesunde Ernährung und eine körperlich aktive Lebensweise zu entwickeln, desto größer sind die Chancen, dass möglichst viele von ihnen als Erwachsene kein metabolisches Syndrom entwickeln. Sowohl Kinder als auch Erwachsene tun sich allerdings oft schwer damit, ihren täglichen Bedarf an Getränken überwiegend mit Wasser zu decken.
Das gilt vor allem für diejenigen, die bisher relativ viele gesüßte Getränke konsumiert und nur selten oder gar kein pures Wasser getrunken haben. Hier können Tipps weiterhelfen, die vor allem für aktive Sportler wichtig sind, darüber hinaus aber auch alle anderen Menschen dabei unterstützen können, mehr Wasser zu trinken.
Schon morgens empfiehlt sich ein Glas Wasser als erstes Getränk direkt nach dem Aufstehen; außerdem hat es sich bewährt, jede Mahlzeit mit wenigstens einem Glas Wasser zu kombinieren. Tagsüber sollte eine Flasche Wasser jederzeit in Reichweite sein; alternativ kommt dafür auch eine Kanne mit ungesüßtem Tee infrage. So wird es leichter zur Gewohnheit, zwischendurch immer wieder ein paar Schlucke Wasser zu trinken und damit nicht erst zu warten, bis sich ein deutliches Durstgefühl einstellt.
Gaza-Krieg
Israels Plan der ethnischen Säuberung
c. Option C: Die Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Gaza in den SinaiDie „Umsiedlung“ findet laut der Empfehlung in drei Phasen statt: Die Errichtung von Zeltstädten im Sinai südwestlich des Gazastreifens; die Schaffung eines humanitären Korridors zur Unterstützung der Bewohner und schließlich; den Bau von Städten im nördlichen Sinai. Gleichzeitig wird innerhalb Ägyptens südlich der Grenze zu Israel eine mehrere Kilometer breite Sicherheitszone eingerichtet, damit die evakuierten Bewohner nicht zurückkehren können. Darüber hinaus fordert das Dokument den Aufbau einer Zusammenarbeit mit möglichst vielen Ländern, damit diese die aus Gaza vertriebenen Palästinenser aufnehmen. Unter anderem werden Kanada, europäische Länder wie Griechenland und Spanien sowie nordafrikanische Länder genannt. Insbesondere Spanien stellt sich hierbei extrem quer – ob die Regierung zuvor Kenntnis darüber erlangte und deshalb die spanische geschäftsführende Ministerin für Sozialrechte, Ione Belarra, Anklage gegen Netanjahu vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag fordert?
Es ist also nicht nur die Ansammlung von theoretischen Annahmen, die darauf hindeuten, dass die israelische Regierung den Plan der ethnischen Säuberung des Gazastreifens – sogar von Westjordanland mithilfe bewaffneter Siedler – verfolgt, es gibt auch den Ist-Zustand des Gazastreifens im Hier und Jetzt sowie die schriftlichen Handreichungen einer israelischen Denkfabrik mit nahtloser Beziehung zur Regierung sowie die des Ministeriums für Geheimdienste, die das bisherige Vorgehen der israelischen Streitkräfte in Gaza auf Befehl von Netanjahu und seines Kabinetts erklären und das ganze abrunden. Im Ergebnis zeigt alles auf einen Soll-Zustand hin, in der alle Palästinenser aus dem Gazastreifen vertrieben werden sollen. Und, es gibt genug andere starke Indizien dafür, dass die Pläne der israelischen Regierung auch der deutschen Regierung bekannt waren. Im Überbietungswettbewerb, wer Israel am nächsten zur Seite steht und sich uneingeschränkt solidarisiert, kamen die Zivilisten in Gaza bislang überhaupt nicht vor, während sie vom israelischen Verteidigungsminister Joaw Galant zu „Tieren“, zu einer Herde eines minderwertigen Volkes degradiert wurden, die man am besten mit freundlicher Empfehlung europäischer Führer in die ägyptische Wüste treibt. An vorderster Front Völkerrechtlerin Annalena Baerbock (Grüne), die kurz nach Wiederaufflammen des Konflikts zuerst einmal nach Kairo flog, gefolgt von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), um das Thema der „temporären Grenzöffnung“ mit Abd al-Fattah al-Sisi nach fruchtlosem Verlauf erneut zu erörtern. Im Hintergrund dröhnten derweil Stimmen, darunter die des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages Michael Roth (SPD), und anderer Claqueure, die sich über die verweigernde Haltung Ägyptens beklagten und dabei auf Sinai als Lösung deuteten. Allen voran US-Präsident Joe Biden, der nach dem Treffer einer Bombe auf das Baptisten-Krankenhaus in Gaza-City kurzerhand vom ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah al-Sisi und dem jordanischen König Abdullah II. bin al-Hussein kurzfristig ausgeladen wurde, vermochte es trotz eines gestrigen Telefonats mit al-Sisi nicht, Ägypten umzustimmen, damit die Palästinenser in Gaza ihre Wohnorte räumen und in die Sinai-Wüste in Ägypten umsiedeln, wo nach manchen Zeitungsberichten vorübergehend Zeltstädte für sie errichtet werden könnten, während Israel die belagerte Enklave bombardiert. Doch wenn es einen Plan gab und die Nordhalbkugel mehr oder weniger in die israelischen Pläne eingeweiht war, dann fällt damit auch die Berufung auf das Recht auf Selbstverteidigung, die mit diesem Dokument und all den Gegebenheiten unterstrichen wird, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Dann ist es schlichtweg eine ethnische Säuberung und nach Auffassung von UN-Experten sowie 800 Wissenschaftlern und Juristen des Völkerrechts, der Konfliktforschung und der Völkermordforschung sogar ein Völkermord, der an Palästinensern im Gazastreifen stattfindet. Dann ist auch jeder Vorwurf des Antisemitismus nur ein Herrschaftsinstrument, den die europäischen Regierungen sowie die Bundesregierung derzeit gegen palästinensische Solidaritätskundgebungen mit Bezug zu Antizionismus und Israel-Kritik auffährt.The International Criminal Court finally opens an investigation into war crimes in Gaza. Many people think – myself included – that it’s about time. I hope the ICC acts quickly and decisively. We cannot wait for the genocide to be stopped.
— Ione Belarra (@ionebelarra) October 29, 2023
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– Gaza-Konflikt – Bericht: Israel will gesamte Gaza-Bevölkerung umsiedeln
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Energiepolitik
Lindner stellt Kohleausstieg 2030 infrage
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Das sich im Bau befindende Kernkraftwerk Akkuyu werde nach der Inbetriebnahme zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken, sagte Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede während der Fraktionssitzung der regierenden AKP
Erdogan: Akkuyu Atomkraftwerk wird 10 Prozent des Energiebedarfs decken
E-Mobilität
E-Bike im Winter: So lassen sich Akku-Schäden vermeiden
- Während der Fahrt im Winter nicht durchgehend den Eco Modus nutzen, da sonst die Akkuzellen schneller auskühlen. Bei stärkerer Unterstützung durch den Motor wird gleichzeitig auch der Akku intensiver erwärmt.
- Kontakte des Bikes und Akkus mit dünnflüssigem Pflegespray einsprühen. Schmutz und Wasser sorgen ansonsten für Kontaktverlust und Korrosion.
- Auch das Display oder die Bedieneinheit des Fahrrads pflegen, wenn sie längerer Zeit Frost ausgesetzt sind.
- Einige Hausratversicherungen bieten einen speziellen Schutz für E-Bikes an, der auch Schäden durch Feuchtigkeit oder Verschleiß am Akku begleicht.
NRW
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Gaza-Konflikt
Bericht: Israel will gesamte Gaza-Bevölkerung umsiedeln
Israel begeht seit 22 Tagen eklatante Kriegsverbrechen im Gazastreifen. Die westliche Welt, von Politikern bis hin zu den Medien, habe sich für die Legitimierung eines monströsen Massakers mobilisiert, sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan am Samstag auf einer Massenkundgebung in Istanbul in Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt.
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat in Jerusalem wirft Israel „Kriegsverbrechen“ vor. Menschenrechtsorganisationen sprechen inzwischen von ethnischen Säuberung bis hin zum Genozid. Eine überwältigende Mehrheit der UN-Generalversammlung forderte jüngst einen „sofortigen und dauerhaften humanitären Waffenstillstand zwischen israelischen Streitkräften und Hamas-Kämpfern in Gaza.“ Unterdessen Netanjahu so:
Ich sage Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger Israels, meinen Kolleginnen und Kollegen hier, und Ihnen allen die Worte des Propheten Jesaja: Ein jeder half seinem Nächsten, und ein jeder sagte zu seinem Bruder: ‚Sei getrost‘. Das Volk Israel lebt – und gemeinsam werden wir siegen.
Recht hat also Erdoğan, was die Kriegsverbrechen Israels angeht, die vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seinem Kabinett zu verantworten sind und von den USA wie auch vereinzelten Ländern der EU mitgetragen werden. Ich gehe sogar soweit und fordere die deutsche Generalstaatsanwaltschaft auf, nach dem Weltrechtsprinzip Netanjahu und sein Kabinett wegen Kriegsverbrechen anzuklagen. Das wurde ja in Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien praktiziert, das wird auch in Zusammenhang mit Gaza gehen. Anwälte hätten wir ja genug.
Mehr als 250 britische und niederländische Anwälte und Rechtswissenschaftler forderten jeweils ihre Regierung auf, in Gaza auf einen Waffenstillstand zu drängen. Die britische wie niederländische Regierung müsse „dringende Maßnahmen“ ergreifen, um sicherzustellen, dass sie ihren Verpflichtungen aus den Genfer Konventionen nachkommt, Verstöße gegen das internationale humanitäre Recht nicht zu fördern oder zu unterstützen.“
Weltweit fanden erneut Demonstrationen für einen Waffenstillstand und ein Ende der Gewalt statt. Nicht die größte wie z.B. in London oder Istanbul, aber die wohl mutigste überhaupt fand in Tel Aviv, bei der die Menschen einen Waffenstillstand, ein Ende der Blockade und die Freilassung der Geiseln forderten. Darüber verlieren deutsche ÖRR nur selten ein Wort. Jene Stimmen werden umgedeutet, um die peinliche deutsche Nullsummenvision von Israel-„Solidarität“ aufrechtzuerhalten,
Ich fordere daher auch alle auf, aus der Komfortzone heraus deutlich Stellung zu beziehen. Es bringt den gegenwärtig geschundenen palästinensischen Zivilisten in Gaza nicht viel, wenn man wie die Imamin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, Seyran Ates, die Tore der Moschee schließt und vorgibt einer Bedrohungslage ausgesetzt zu sein und stramm an der Seite Israels stehe. Denn, das ist geradezu zynisch und steht in keinem Verhältnis zu dem, was in Gaza seit 22 Tagen passiert. Die Palästinenser können keine Türen oder Tore verschließen, um sich vor Übergriffen zu schützen oder haben nicht die Möglichkeit, sich von Dritten schützen zu lassen, geschweige denn einen Iron Dome, der sie vor Raketen oder Bomben schützt. Sie sind potentiell gefährdet und berufen sich nicht bloß auf ein Magengefühl, es ist Realität. Die andere Realität heißt aber auch Hamas.
Hamas – Terrororganisation
Unrecht hat Erdoğan, wenn er trotzig die Hamas als „Widerstandsbewegung“ bezeichnet, weil man seine Bemühungen um einen Waffenstillstand kategorisch in den Wind geschlagen hat. Wer Terror verbreitet, die Tötung von Zivilisten nicht nur in Kauf nimmt, sondern gezielt gegen Zivilisten vorgeht, den nennt man Terrorist und Hamas ist eine Terrororganisation. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Die Hamas ist terroristisch und das nicht erst seit dem 7. Oktober. Auch die vielen Selbstmordattentate in israelischen Städten in den Neunzigern waren Terrorismus. Und meines Erachtens auch der wahllose Beschuss israelischer Städte durch Raketen, die schon aufgrund ihrer Bauart nicht zielgenau zwischen militärischen oder zivilen Zielen unterscheiden können. Die Hamas-Ideologen haben auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie Zivilisten angreifen, sondern das Ganze mit einem theologisch-intellektuellen Taschenspielertrick gerechtfertigt.
Man hat kurzerhand den Umstand, dass die israelische Gesetzeslage jeden Bürger unbesehen des Geschlechts zu einem dreijährigen Militärdienst verpflichtet, jeden israelischen Staatsbürger zu einem militärischen Ziel erklärt. Mit einer solch verqueren Logik kann man praktisch jedes Kind als künftigen potenziellen Soldaten betrachten.
Israelische Regierung und Gaza als Petrischale
Eine ganz anderer Antrieb der Terrorismus begünstigt ist natürlich die, dass auf der anderen Seite eine israelische Staatsräson existiert, die in den letzten zwei Jahrzehnten gar kein Interesse daran hatte, der Hamas einen Weg zurück aus dem Terrorismus zu ermöglichen. Israel kennt es aus seiner eigenen Geschichte, dass Terroristen – die Gründerväter Israels waren steckbrieflich gesuchte Terroristen – einen Wandel zu Staatsmännern durchlaufen können. Und die Möglichkeit hätte durchaus auch in Palästina bestanden. Nur hatte man daran kein Interesse.
Ex-US-Präsident Jimmy Carter erklärte 2013 in einem TV-Interview, er habe sich mehrmals mit der Hamas-Führung getroffen und sie sei bereit gewesen, die Existenz Israels zu akzeptieren. Aber Netanyahu habe die die „Ein-Staaten-Lösung“ verfolgt, was die Verhandlungen hierzu unmöglich gemacht habe und „eine Katastrophe“ für Israel“ bedeuten würde.
Gaza als Petrischale zur Heranzüchtung eines permanenten kontrollierten Bedrohungsszenarios kam den israelischen Regierungen der letzten zwei Jahrzehnte also sehr gelegen, wenn nicht gar gewollt, um unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung eine expansionistische Siedlungspolitik so weit voranzutreiben, dass eine Zwei-Staaten-Lösung faktisch verunmöglicht wird. Israelischer Staat und terroristische Hamas standen also bislang in einem symbiotischen Verhältnis.
Datenleak – Umsiedlung und endgültige Ansiedlung der gesamten Gaza-Bevölkerung
Das geht auch aus einem Bericht hervor, die die israelische Denkfabrik Misgav-Institut mit Verbindungen zum israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am 17. Oktober veröffentlichte, in dem sie die „einzigartige und seltene Gelegenheit“ für die „Umsiedlung und endgültige Ansiedlung der gesamten Gaza-Bevölkerung“ in Ägypten befürwortete. Das durchgesickerte Dokument wurde für eine Organisation namens „The Unit for Settlement – Gaza Strip“ erstellt und war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Es geht also um die Ausweitung von israelischen Siedlungsgebieten auf fremdem Territorium, die man laut dem Bericht für wenige Milliarden US-Dollar umsetzen könne und kaum der Rede wert sei. Der Plan, Ägypten als willigen Aufnahmeland für 2,3 Millionen Palästinenser aus dem Gazastreifen zu gewinnen und im Gegenzug die marode ägyptische Wirtschaft zu stützen, den Sessel des ägyptischen Diktators al-Sisi zu sichern, fiel jedoch trotz des immensen Drucks und Besuchsaufkommens aus den USA und Europa ins Wasser.
Nun scheint der israelische Ministerpräsident die Palästinenser aus Gaza herausbomben zu wollen, ungeachtet dessen, was so alles im Bombenhagel getroffen wird, während al-Sisi sich mit aller Macht dagegenstemmt, weil 110 Millionen Ägypter genau das von ihm erwarten. Dabei zündelt Netanjahu nicht nur, er will offensichtlich alle bedrohen, die nicht Spuren, inklusive al-Sisi.
Wenn aber Gazastreifen als solches eine Bedrohung für Israel darstellt, was ist mit dem Westjordanland, in der die palästinensischen Fatah-Bewegung die Kontrolle ausübt und bereits jetzt unter der israelischen Siedlungs- und Apartheidspolitik leidet? Welche Gebiete in Palästina, in Syrien bzw. Jordanien wären als nächstes im Visier israelischer Denkfabriken, die Netanjahu eine weitere Prophezeiung aus der Thora in die Wiege legen?
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Erdogan hat westlichen Medien eine „voreingenommene und heuchlerische“ Berichterstattung zum Gaza-Krieg vorgeworfen und diese verurteilt.
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Türkei
Feierlichkeiten zu 100 Jahre Republik Türkei
Ankara/Berlin – Anlässlich des 100. Jahrestags der Gründung Türkischen Republik, fanden heute sowohl in der Türkei als auch im Ausland zahlreiche Veranstaltungen statt.

In einer Mitteilung des Präsidiums für Kommunikation heißt es: „Der 100. Jahrestag unserer Republik wird im In- sowie Ausland mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Das Präsidium für Kommunikation bringt die Bürgerinnen und Bürger mit speziellen Veranstaltungen zum 100. Jahrestag der Republik im ganzen Land, insbesondere in Istanbul, Ankara und Izmir, zusammen. In diesem Rahmen wurden digitale Ausstellungen und dreidimensionalen Shows in Istanbul organisiert, Großbildschirme auf dem Taksim-Platz, in Bakırköy und am Hafen von Kadıköy aufgestellt.

Die ʻRecep Tayyip Erdoğan Sonderausstellungʼ, der Ausstellungsbereich ʻJahrhundert von Türkiye von der Vergangenheit bis zur Gegenwartʼ und die Installation ʻJahrhundert von Türkiyeʼ können noch bis zum 8. November besichtigt werden, während der ʻJahrhundert von Türkiye Monolithʼ und der ʻSchwimmende Pier zum 100-jährigen Jubiläum am Bosporusʼ noch bis zum 1. November zu sehen sind.“
Informationen zu den Veranstaltungen unter https://www.yuzuncuyil.gov.tr
Sonderveranstaltungen zu den 100-Jahr-Feierlichkeiten der Republikgründung finden auch in den diplomatischen Vertretungen der Türkei im Ausland statt. Jubiläumsfeiern werden sowohl in den 14 Generalkonsulaten als auch in der türkischen Botschaft in Berlin organisiert. In der deutschen Hauptstadt gibt das Staatliche Symphonieorchester von Istanbul ein Konzert. Ferner öffnet eine Ausstellung ihre Pforten für Besucher.
Kemal Bölge
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