Interview
Özcan: „DAVA ist kein verlängerter Arm einer ausländischen Regierung“

Für NEX24 sprach Nabi Yücel mit Herrn Mehmet Teyfik Özcan von der neu gegründeten Partei DAVA – Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch. Einer Partei, die nach eigenen Aussagen in der kommenden Europawahl mit Spitzenkandidaten antreten will und in Deutschland derzeit für Furore sorgt. In einer Pressemitteilung beschrieb die DAVA ihre Ziele, doch in deutschen Medien scheinen mehr die Spitzenkandidaten und deren Hintergrund von großem Interesse zu sein als das Parteiprogramm selbst. Yücel: Guten Tag Herr Mehmet Teyfik Özcan. Erst neu gegründet und schon hat die Partei es bis in die BILD und WELT geschafft. Interessanterweise beschäftigen sich Medien sowie Politikerinnen und Politiker mehr mit einzelnen Personen als mit den Parteizielen der DAVA selbst. Woran machen Sie das fest? Özcan: Zunächst einmal vertreten wir die Ansicht, dass die jahrzehntelange Ungleichbehandlung eine gesamtgesellschaftliche Schieflage erzeugt hat, die uns zunehmend Sorgen bereitet. Das gilt insbesondere für Menschen mit ausländischen Wurzeln, die ihre Rechte nicht in vollem Umfang zugesprochen bekommen, die ihnen sogar offen in Abrede gestellt wird. Diese Tradition wird derzeit fortgesetzt und das ist das leidige Ergebnis. Yücel: In einem Interview erklärte Gökay Akbulut (Die Linke), dass das eine Folge der alltäglichen Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund sei. Das sei auch ein Versagen der konservativen Parteien in Deutschland, allen voran von CDU und CSU. Auch Lamya Kaddor (Grüne) erklärte auf der Plattform X, dass sei das Ergebnis “jahrelanger problematischer Integrationspolitik”. Man habe es versäumt Menschen mit Einwanderungsgeschichte zuzuhören. Die DAVA ist ja nicht die erste Partei von Deutschen mit Migrationshintergrund, die ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen und damit in Deutschland oder Europa politisch Fuß fassen will? Özcan: Ja, das ist tatsächlich so und trifft den Nagel auf den Kopf. Seit Jahrzehnten haben Menschen mit ausländischen Wurzeln in demokratischen Parteien einen Platz gesucht und wurden stattdessen ausgegrenzt, daran gehindert oder es wurde ihnen Steine in den Weg gelegt. Man hat ihnen sprichwörtlich nicht zugehört. Sie versuchten in Parteien Fuß zu fassen, zu partizipieren. Stattdessen wurde ihnen vordiktiert, was sie zu denken und zu leisten haben. Diese verkrustete Sichtweise hat die Vielfalt verhindert, die Integration unmöglich gemacht. Aber Integration ist keine Einbahnstraße. Nicht nur wir müssen uns bewegen, sondern die Politik muss sich ändern, damit auch die Gesellschaft lernt und sich ändert. Einige unserer Mitglieder wurden bereits aus Parteien ausgeschlossen, andere haben ihr Parteiheft resigniert wieder abgegeben. Andere gründeten Parteien und mussten aufgrund der Anfeindungen und Schikanen aufgeben. Auch ich bin direkt betroffen. Seit 34 Jahren kämpfe ich gegen jegliche Form des Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit in Deutschland. Mein ehrenamtliches Engagement ist tief verwurzelt in meiner Heimat Deutschland und dient dem sozialen Zusammenhalt in der sich permanent veränderten Gesellschaft. Ich war über 30 Jahre Mitglied bei der SPD. Kaum habe ich meine Kündigung bei der SPD eingereicht, schon werde ich als Antidemokrat angefeindet und man versucht in selbstherrlicher Manier mir das Recht abzusprechen, in souveräner Art und Weise die Interessen der politisch-heimatlosen Bürger zu vertreten und selbstbestimmt sowie unabhängig vom Ausland eine politische Vereinigung zu gründen. Das ist ein Ergebnis der jahrzehntelangen falschen Politik. Das wollen wir nun schlussendlich ändern. Yücel: CDU-Innenexperten Christoph de Vries erklärte in einem Interview, die DAVA wolle sich als Opfer einer rassistischen Mehrheitsgesellschaft darstellen. Und Joachim Herrmann von der CSU erklärte, die Parteigründung zeige, dass die Integration quasi misslungen sei. Stimmt das? Özcan: Sehen Sie Herr Yücel, in Zeiten in der die sogenannte Mehrheitsgesellschaft gegen die AfD oder Werteunion mobilisiert wird, sind solche Aussagen von gestandenen Politikern gefährlich. Sie gießen geradezu Öl ins Feuer. Ich frage daher: Was denn nun? Gibt es einen Rechtsruck in der Mittel der Gesellschaft, der Rassismus und Hass mit sich bringt, und vor allem gegen wen, oder was? Wofür sind dann die Menschen aktuell auf die Straßen geströmt? Herr de Vries scheint sich hier selbst zu widersprechen und Herr Herrmann scheint Integration weiterhin als Einbahnstraße zu verstehen. Wir reden ab jetzt Klartext und lassen uns politisch nicht mehr bevormunden! Besonders Deutsche mit Migrationshintergrund sind in Deutschland extrem von rassistischen Anfeindungen betroffen. Das haben wir nicht erst seit Aufdecken der NSU-Morde feststellen können, sondern beobachten das mit großer Sorge seit Jahrzehnten. Solche gezielten Diffamierungen und aggressiven, zum Teil hetzerischen Kampagnen populistischer Politikerinnen und Politiker in Zusammenspiel mit Medien mündeten stets in realer Gewalt – wie wir sie insbesondere bei den erneut zunehmenden Anschlägen gegen Moscheevereine erkennen. Umso erstaunter stellen wir fest, dass gerade aus Parteien wie der CDU/CSU, ja sogar von Grünen Stimmen zu hören sind, die sich dieselbe Praxis zu eigen machen.Dabei zieht sich die Schneise der rassistischen oder hasserfüllten Anfeindungen, gefolgt von Hasstiraden und Gewaltwellen doch seit Anfang der 80er Jahre durch die deutsche Republikgeschichte, also im direkten Verantwortungsbereich der etablierten Parteien. Dagegen wollen wir aufstehen und deshalb an der europäischen Politik mitgestalten, um nationale gesamtgesellschaftliche Schieflagen wieder in Lot bringen. Yücel: Apropos Politik mitgestalten! Vereinzelte Medien und Politiker werfen der DAVA konkret vor, ein Ableger der türkischen Partei AKP von Erdogan zu sein. Özcan: Schauen Sie, man muss Erdogan nicht mögen oder seine Politik gutheißen, aber man muss Erdogan zugutehalten, dass er bzw. seine Partei in der Türkei demokratisch gewählt und bislang immer wieder wiedergewählt wurde. Die jüngste Wahlbeteiligung in der Türkei zeigt, dass die Menschen vor Ort aktiv Demokratie mitgestalten. In Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern stellen wir eine gewisse Politikverdrossenheit fest, was sich auch in der Wahlbeteiligung widerspiegelt. Diese Politikverdrossenheit ist gefährlich, insbesondere für Ausländer, Flüchtlinge oder Deutsche mit Migrationshintergrund. Das führt zu Resignation, das wiederum zu Hass und schlussendlich zu Gewalt gegen die Schwächsten in der Gemeinschaft, sprich, die keine Lobby haben. Yücel: Und was hat Erdogan damit zu tun? Özcan: Es gibt in der türkischen Community in Deutschland sehr wohl einen gewissen Grad an Sympathiewert gegenüber Erdogan, aber das heißt nicht, dass diese Community ganz oder in Teilen, dieselbe Politik auch in Deutschland befürwortet. Ganz im Gegenteil. Diese Menschen leben im Hier und Jetzt, können die Türkei sowie Deutschland sehr wohl voneinander trennen, tragen Konflikte aus ihrem Herkunftsland auch nicht nach Deutschland hinein und sie wollen politische Entscheidungen, die allen zugutekommt. Schließlich leben wir in einem einzigen Europa und Deutschland. Wir haben aber auch eine Community, die eine gewisse Bindung zur Heimat haben und daher die Sorgen und Nöte der dortigen Menschen teilen und für sich entsprechenden Handlungsfreiraum vorbehalten wollen. Das ist zunächst einmal kein Widerspruch in sich, denn diese Menschen können das eine vom anderen ja unterscheiden. Wir haben unser Parteiprogramm vorgestellt. Wir werden das noch konkretisieren und ausbauen. Wir sind für die Menschen in Deutschland und Europa da und stehen mit beiden Beinen fest auf dem deutschen Grundgesetz, europäischen Werten wie auch internationalen Wertenormen. Damit vertreten wir ausschließlich der Interessen der europäischen wie auch deutschen Gesamtgesellschaft. Wir betreiben keine türkische Politik in Deutschland, sondern wir wollen als Deutsche und Europäer in Europa die Politik mitgestalten und so wahrgenommen werden. Das kann uns niemand ernsthaft streitig machen, der sich zumal Demokrat schimpft. Das werden sie auch nicht schaffen. Yücel: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir schrieb auf der Plattform X, „Ein Erdogan-Ableger, der hier zu Wahlen antritt, ist das Letzte, was wir brauchen.“ Was sagen Sie dazu? Özcan: Deutschland braucht wieder eine verlässliche Politik. Die Grünen haben mit ihrer gegenwärtigen Kriegsrhetorik die zuvor tradierte Friedenspolitik und feministische sowie wertebasierte Außenpolitik innerhalb kürzester Zeit über den Haufen geworfen. Gas aus Katar oder anderen “autokratischen” Ländern und Fracking-Gas aus belastetem Boden mit Handkuss kaufen, Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und in diverse Krisenregionen sang und klanglos absegnen, das sind Dinge, dass nennt man nun Realpolitik und Özdemir ist einer der Vertreter dieser Doppelmoral. Er ist der Letzte, der hier anderen ihr demokratisches Recht in Abrede stellen kann! Und, um die Frage zu beantworten: es ist uns wichtig immer wieder zu betonen, dass die DAVA kein verlängerter Arm irgendeiner ausländischen Regierung ist. Yücel: In einem Vorwurf gegenüber der DAVA heißt es, sie „trage offen islamistische Züge und sei offen Israel hassend.“ Was sagen Sie dazu? Özcan: Inzwischen schmunzeln wir nur noch darüber. Der Begriff „Islam“ wurde von der Integrationsindustrie bereits verstümmelt, von der Politik regelrecht verhunzt, von Rechtsextremisten beliebig missbraucht. Was Islamismus ist, kann kein Wissenschaftler konkret sagen, und woran man das festhalten kann, dazu kann nicht wirklich jemand eine eindeutige Antwort geben. Ist der Gebetsruf in der Moschee bereits ein Anzeichen von Islamismus? Trägt das Tragen einer Takke islamistische Züge? Ist jeder Ausländer, jeder Deutsche mit Migrationshintergrund gleich Anhänger eines Feindbildes, dass irgendwer erfunden hat? Wollen Politiker und Medien uns Menschen mit Migrationshintergrund wirklich kennenlernen und verstehen, sollten sie damit aufhören, Menschen anhand ihres Aussehens, der Herkunft oder der Religionszugehörigkeit zu kategorisieren und entsprechende Feindbilder überzustülpen. Sie sollten stattdessen zuhören! Yücel: Wie steht die DAVA zum Krieg in Gaza? Özcan: Kurz und knapp! Israel hat selbstverständlich das Recht zur Selbstverteidigung, dass nicht in Abrede gestellt werden darf. Anders gesagt: Niemand darf das Selbstverteidigungsrecht der Türkei infrage stellen – aber das wird doch in der EU ständig abgestritten, oder nicht? Als Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund kann ich das Selbstverteidigungsrecht der Türkei, der Ukraine oder Deutschland nicht verteidigen, wenn ich zugleich die des Staates Israel abspreche. Das wäre ein Widerspruch in sich. Auch das Existenzrecht oder die Souveränität eines Staates ist unantastbar, so wie es in den Statuten der Vereinten Nationen formuliert ist und von jedem einzelnen Mitglied der Vereinten Nationen ratifiziert wurde. Die DAVA steht jedoch auch auf dem Boden der internationalen Wertenormen, und das besagt, dass das Recht zur Verteidigung gegen Terrorismus verhältnismäßig und vom Völkerrecht gedeckt sein muss. Das IGH hat ja am vergangenen Freitag der Völkermord-Klage gegen Israel stattgegeben. Vermutlich kann das nicht bewiesen werden, vermutlich werden aber Kriegsverbrechen festgestellt werden. Warten wir einfach ab! Yücel: Sie meinen, Israel ist damit bereits des Völkermordes bzw. der Kriegsverbrechen überführt? Özcan: Nein, das wird der IGH nach internationalen Wertenormen und Gesetzen noch entscheiden müssen und die Mitgliedsstaaten haben das zu respektieren und umzusetzen. Deshalb sehen wir uns in der Verantwortung als Freunde des jüdischen Volkes, sie daran zu erinnern, was die internationalen Normen vorgeben, an die sich auch die israelische Regierung zu halten hat, vor allem wenn das Land mit diversen Vorwürfen sich vor dem IGH verantworten muss. Worte von Freunden können manchmal weh tun, aber lieber jetzt als zu spät. Wir stehen fest an der Seite des jüdischen Volkes, die sich der Kriegsrhetorik widersetzt und Frieden sucht. Wir sollten genau das pflegen, anstatt Völker gegeneinander aufzuwiegeln, Hass und Missgunst zu säen. Yücel: In einem Medienbericht wird bezugnehmend auf den Hamburger Arzt Mustafa Yoldas erklärt, er habe eine Internationale Humanitäre Hilfsorganisation geleitet, die 2010 vom Bundesinnenministerium wegen „Unterstützung der Hamas und ihr nahestehender Organisationen“ verboten worden sei. Herr Yoldas ist im Vorstand der DAVA. Was sagen Sie dazu? Özcan: Richtig, im Juli 2010 wurde die IHH verboten. Der IHH hat der Verbotsverfügung widersprochen, der auch gerichtlich stattgegeben wurde. Das Verfahren landete schließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht, die die IHH gewann, wogegen aber diesmal vom Bundesinnenministerium Widerspruch erhoben wurde. Inzwischen hat man die Instanz vor dem Bundesverfassungsgericht beschritten und das Verfahren ist nun vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig. Das heißt, es gibt derzeit kein rechtsgültiges letztinstanzliches Urteil dazu. Übrigens verhandelte der israelische Premier Netanjahu damals mit der Hamas selbst und gab sogar den Anstoß dazu, dass die Hamas in Gaza unbehelligt bis zuletzt präsent bleibt. So viel dazu! Auf der anderen Seite – wenn ich mir in diesem Zusammenhang die Bemerkung erlauben darf – verstehe ich den Wink mit dem Zaunpfahl von Joachim Herrmann nicht. Wenn doch die Hürden für ein Verbot der DAVA sehr hoch sind, was will man denn da als bayrischer Innenminister noch überprüfen? Die Antwort ist doch längst in der Aussage vergraben! Yücel: Sie meinen, in Deutschland gibt es Bestrebungen, unliebsame politische oder gesellschaftliche Interessen mit Raffinesse im Keim zu ersticken, Lobbyismus zu verhindern? Und was hat es mit dem Vorstandsmitglied, dem Arzt Ali Ihsan Ünlü auf sich? Medienberichten zufolge sei er Funktionär der türkischen Organisation DITIB! Özcan: Herr Ihsan Ünlü ist seit 2022 kein Funktionär der DITIB mehr. Ünlü war elf Jahre Funktionär der DITIB und diese Funktion übernahm er als Person mit türkischem Migrationshintergrund. Als angesehene Person in Stadthagen vertritt er nicht nur die Interessen des dort ansässigen DITIB-Moscheevereins, sondern auch die Interessen der Gemeinde, aus der auch die muslimischen Besucher der Moschee kommen. Weshalb nun die Moscheegemeinde mit der türkischen Religionsbehörde in der Türkei in Zusammenhang gebracht wird, erschließt sich mir nicht direkt. Sollte etwa der von Ankara entsendete Imam in dieser besagte Moscheegemeinde ein Problem darstellen, sollten Kritiker auch konkrete Vorwürfe erheben und nicht in Mutmaßungen verfallen, mit generalisierenden Verleumdungen um sich werfen. Wir leben in einem Europa, in einem Deutschland, in der erst Lobbyismus die Politik verändern kann. Die Industrie hat eine Lobby, Kirchen und etwaige Religionsgemeinschaften haben Lobbyorganisationen, sogar die Kleingartenvereinigung und Ableger von Terrororganisationen im Ausland betreiben Lobbyismus in Europa und Deutschland, aber wenn es um eine ganz bestimmte Schicht der Bürger geht – um türkischstämmige Bürger, soll deren Lobbyismus von ausländischen Mächten kontrolliert sein. Das ist inkonsistent! Yücel: de Vries erklärte im Interview gegenüber der BILD, man müsse alle Aktivitäten dieser Partei und ihre Verbindungen zur türkischen Regierung genauestens beobachten. Was sagen Sie dazu? Özcan: Herr de Vries kann sehr wohl von seinem demokratischen Recht Gebrauch machen und verlangen, dass die Sicherheitsbehörden uns genau unter die Lupe nehmen. Wir haben nichts zu verheimlichen und stehen dem gelassen gegenüber. Genauso werden wir die Politik der CDU/CSU weiterhin genau verfolgen und z.B. ihre Nähe zur AfD und der Werteunion auswerten. Sollten wir eine direkte gegenseitige Einflussnahme feststellen, kann sich Herr de Vries sicher sein, dass wir erst ihn damit konfrontieren werden und nicht erst mit dem Zaunpfahl winken. Angesichts der politischen Lage in Deutschland hält die DAVA es für erforderlich, dass die Spitzenkandidaten erst bei der Europawahl antreten und anschließend die deutsche Regierung daran erinnern, welche Verantwortung sie innerhalb der Europäischen Union in Zusammenhang mit dem Wiedererstarken des Rechtsextremismus, des Antisemitismus und der aufkeimenden Islamphobie trägt. Yücel: Ich danke Ihnen für das Gespräch Özcan: Ich habe zu danken und hoffen auf rege Beteiligung unserer Bürger bei der Nominierung unserer Spitzenkandidaten der DAVA zur Europawahl 2024.  

Türkei
Istanbul: Ein Toter bei Angriff auf Kirche

Istanbul – Bei einem Angriff auf eine Kirche im Istanbuler Stadtteil Sarıyer während eines Gottesdienstes wurde am Sonntag eine Person getötet, sagte Innenminister Ali Yerlikaya und fügte hinzu, dass „umfangreiche Ermittlungen zu dieser Tat und Bemühungen zur Ergreifung der Angreifer eingeleitet wurden“. Er verurteilte den „abscheulichen Angriff“ Der Angriff ereignete sich in der Kirche Santa Maria während der Sonntagsmesse gegen 11:40 Uhr Ortszeit. Die Polizei fahndet noch immer nach den Verdächtigen. Das Motiv für die Schießerei war nicht sofort klar, aber die Beamten sagten, es sehe nach einem gezielten Angriff aus. Von türkischen Medien veröffentlichte Überwachungskameras zeigen den Moment des Angriffs. Die Gläubigen standen mit dem Gesicht zum Altar, als zwei bewaffnete Männer in den hinteren Teil der Kirche kamen. Sie scheinen einen schwarz gekleideten Mann zu verfolgen, der gerade hereingekommen ist. Nachdem er angeschossen und tödlich verwundet worden war, zogen die Bewaffneten in aller Ruhe ab. Die Kirche aus dem 19. Jahrhundert liegt hinter hohen Mauern, in der Nähe eines kleinen Fischmarktes, am Bosporus auf der europäischen Seite Istanbuls. Die Straßen rund um die Kirche wurden von der Polizei abgesperrt. Im Inneren der Kirche nahmen die Ermittler Aussagen von Personen auf, die sich dort aufhielten, als die Angreifer zuschlugen. Der Onkel des Toten sagte den lokalen Medien, das Opfer sei 52 Jahre alt und ein weiterer Verwandter sagte, er sei psychisch krank gewesen, und betonte, dass er nicht das Ziel des Angriffs gewesen sein könne. Der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, erklärte in einem Beitrag auf X:
„Wir werden niemals zulassen, dass diejenigen, die versuchen, unsere Einheit und unseren Frieden zu stören, indem sie die Orte des Glaubens in unserer Stadt angreifen,“
Angriffe wie dieser auf die christliche Minderheit in der Türkei sind selten. Der örtliche Bürgermeister sagte, dass Muslime und Christen in der Gegend in Harmonie lebten und dass die Gemeinde wirklich schockiert sei. Präsident Recep Tayyip Erdogan drückte sein Beileid über den Anschlag aus und sagte, dass „notwendige Schritte“ unternommen würden, um die Mörder zu jagen, die nach seiner Einschätzung „innerhalb von 24 Stunden“ gefunden werden würden. Der Papst bot seine Unterstützung an, indem er am Ende seines wöchentlichen Gebets im Vatikan seine „Verbundenheit mit der Gemeinde der Kirche Santa Maria“ zum Ausdruck brachte. Sükrü Genc, der Bürgermeister des Bezirks Sariyer, in dem der Angriff stattfand, sagte der Tageszeitung Birgun, dass die Bewaffneten flohen, als ihre Waffe nach zwei Schüssen eine Ladehemmung hatte. Genc wies auch darauf hin, dass sich unter den Anwesenden der polnische Generalkonsul Witold Lesniak und seine Familie befanden, die alle bei dem Angriff unverletzt blieben.

History
Shamanism: Early Turkic and Germanic similarities

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by Çağıl Çayır – Historian It is not only Nordic mythology, which was only written down in later times, that has direct references and parallels to Siberian, especially Turkic and Mongolian shamanism. The earliest archaeological evidence from Europe and Asia also proves their ancient similarities. The comparable finds reach back to the time of the so-called Venus figurines from 12,000 to 40,000 years ago. The finds cover the gigantic area from Siberia to Spain. Their wide distribution is recognized as evidence of cultural contacts and shared beliefs.
Über 9.000 Jahre alte Hirschgeweihmaske aus Bedburg-Königshoven, (Foto: M.Wild/Wikimedia/CC-BY 3.0)
Image description [over 9,000-year-old deer antler mask from Bedburg-Königshoven, Germany. Photo: Markus Wild/RGZM (CC BY 3.0)] But there is also astonishing evidence from the period between 9,000 and 7,000 years ago that links the peoples and cultures of East and West. One of the greatest similarities is the so-called elk or deer cult. Numerous finds, especially from Europe and North Asia, show parallels. For example, two over 9,000 years old deer antler masks were found in Bedburg-Königshoven in North Rhine-Westphalia in Germany, which have been compared with Siberian shaman masks. Comparable finds from Europe can be found in eastern and northern Germany, Denmark, England and further more. The Ukrainian archaeologist Nataliia Mykhailova has been studying the subject in detail for several years. In 2019, an article was published in Denmark that explored the question of what the Danes believed in before Norse mythology. Danish Stone Age specialist Mikkel Sørensen drew attention to a shaman drumstick found in a 7,000-year-old shaman grave from Vedbæk in Denmark. Similar finds are known from Siberia.
Sibirischer Schamane aus dem 17. Jahrhundert, (Bild: N.Witsen/CC BY 3.0/Wikimedia)
Image description: [Siberian shaman from the 17th century, image: Nicolaas Witsen]. Finally, there are many other parallels between the cultures that extend over the centuries and millennia into the present and future. From burial rites and monuments to fairy tales and legends in Asia and Europe. It is therefore important not to look at the cultures separately, but rather together and holistically to understand their origins and development. It is interesting to note that shamanism, which was widespread in prehistoric times, still lives on today in Siberia and Mongolia, but also in North and South America, as well as in Africa and Australia. Shamanism has even become a global trend again. The ancient and impressive parallels in the four world directions remind us today of the ancient similarities between peoples and cultures. Contrary to their historical-political division in the modern age. Only now can we devote ourselves to such testimonies with an open mind. At least as long as political conflicts and wars do not again restrict and distort historical research. This makes it even more important to use the current freedom of research and technology of our time to follow the common signs of the past. The shamans of East and West have left us an eternal heritage for this.
Çağıl Çayır studied history and philosophy at the University of Cologne and is the author of „Runes in Eurasia. Über die apokalyptische Spirale zum Vergleich der alttürkischen und ‚germanischen‘ Schrift’“. He is the founder of „Kulturakademie Çayır“. His work has been published internationally in various science and mass media.

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In 2020, a treasure hunter unearthed a magnificent gold treasure in a village called Vindelev in Denmark, dating from the mid-5th century, right from the middle of the Migration Period.

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Reisen
Top-Segelziele in Kroatien: Ein Leitfaden für Segler

Kroatien ist ein Segelparadies. Mit über 1000 Inseln und kristallklarem Wasser ist es kein Wunder, dass dieses Land ein Top-Reiseziel für Segler ist. Vom historischen Dubrovnik bis zur friedlichen Insel Hvar und atemberaubenden Nationalparks ist für jeden etwas dabei. Entstauben Sie also Ihren Reisepass und setzen Sie mit Croatia Yachting die Segel in Richtung Abenteuer.

Segeln in Kroatien: Wohin?

In der zweitgrößten Stadt Kroatiens Split beginnen und enden die meisten Segeltörns. Die Stadt selbst ist Hunderte von Jahren alt, und im Zentrum steht die Diokletianpalast aus dem 4. Jahrhundert, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Stadt ist die perfekte Ort, um etwas über die kroatische Kultur und Vergangenheit zu erfahren, bevor wir in See stechen, also eine Yacht in Split zu mieten ist die perfekte Art, Ihre Reise in Kroatien zu beginnen.

Nach Split kommt auf jeder Liste Dubrovnik, die wunderschöne Stadt und eines der beliebtesten Reiseziele. Hier soll man einen Tag damit verbringen, durch die Altstadt zu schlendern und Kirchen, Museen und vieles mehr zu erkunden, bevor man auf die Insel Mljet übersetzt, um an den wunderschönen, unberührten Stränden von Saplunara ein kleines Stückchen Himmel findet. Nach Mljet sollen Sie unbedingt nach Korčula segeln, einer Stadt, die atemberaubende Strände und eine Reihe mittelalterlichen Schlössern beherbirgt.

Das dritte Ziel kann die Heimat von Kroatiens größtem Nationalpark – dem Kornati-Archipel sein: die wunderschöne Stadt Zadar. In Zadar können Sie im kristallklarem Wasser segeln, schnorcheln, um die versteckten Wunder der Adria entdecken und das Kajakfahren genießen. Allein die Kornati-Inseln bestehen aus etwa 100 Inseln, kleinen Inselchen und großen Felsen. Dieser Ort kann nur mit dem Schiff erreicht werden, deswegen wird ein Motoryachtcharter in Kroatien Ihnen ein perfektes Zuhause bieten, um durch die unberührte Natur zu kreuzen.

Auf der winzigen Insel Biševo befindet sich eines der unglaublichsten Naturwunder Kroatiens. Um die Schönheit der Blauen Höhlen in vollem Umfang genießen zu können, müssen Sie mit einem speziellen Ausflugboot in die grottenähnliche Öffnung fahren, und erst dann haben Sie das Gefühl, ein Portal in eine andere Welt betreten zu haben. Die Höhlen haben eine Öffnung unter dem Wasser, durch die das Sonnenlicht einfällt und das Wasser auf magische Weise beleuchtet. Ein echtes Paradies!

Es gibt noch viele weitere spannende Segelmöglichkeiten in Kroatien, denn das Land ist eine unendliche Kammer wunderbarer Geheimnisse. Wenn Sie jetzt mit der Erkundung beginnen, sind Sie schon ein bisschen spät dran!

Segeln in Kroatien: Wann?

Die Segelsaison in Kroatien, einem der weltweit beliebtesten Reiseziele für Kreuzfahrten, geht von April bis Mitte Oktober, wenn das Wetter im Allgemeinen am besten ist. In dieser Zeit gibt es einige Monate, die besser sind als andere, je nachdem, welche Art von Törn Sie suchen.

Die beste Zeit zum Segeln in Kroatien ist von April bis Oktober. In der Nebensaison von April bis etwa Mitte Juni sowie Ende September und Oktober gibt es weniger Menschenmassen und die Möglichkeit, nur von dem endlosen Blaue des Meeres und der dalmatinischen Inseln umgeben zu sein. In anderen Zeiträumen herrschen perfekte Winde für Segeltörns unter der wärmenden Sonne, während andere Zeiträume ideal zum Schwimmen und Sonnenbaden sind.

Segeln in Kroatien: Womit?

Segelyachten bieten ein authentisches, praxisnahes Segelerlebnis und sind sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Segler die richtige Wahl. Katamarane bieten viel Komfort und Privatsphäre und sie sorgen für ein stabileres Gefühl aus dem Boot. Für völlige Freiheit mieten Sie eine Motoryacht, die Ihnen die Möglichkeit gibt, das Revier in Ihrem eigenen Tempo zu erkunden.

Jeder Bootstyp hat seine eigenen Eigenschaften und Vorteile, aber eines ist sicher: egal, für welches Boot Sie sich entscheiden, ein Segeltörn durch Kroatien wird ein einmaliges Erlebnis sein.

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Im Jahr 2019 begrüßte die Türkei rund 430.000 chinesische Reisende, aber die Touristenankünfte aus China sanken aufgrund der Covid-Maßnahmen drastisch auf 40.000 im Jahr 2020 und weiter auf 34.000 im folgenden Jahr.

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Internet
Social Media: Wie erhält man mehr Likes auf TikTok?

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Eine Social-Media-Plattform wie TikTok lebt von Likes. Sie bestimmen, wie oft Beiträge anderen Nutzern angezeigt werden und sind eine wichtige Metrik für Influencer, um ihren Content aktiv an die Beliebtheit verschiedener Inhalte anzupassen. Doch vor allem als Anfänger ist es oftmals schwer, überhaupt genug Likes zu sammeln. Dabei sind diese unheimlich wichtig, um sich auf der Plattform zu etablieren und ihre eigenen Beiträge zu unbekannten Nutzern auszuspielen. Doch mit nur wenigen Kniffen regnet es hoffentlich bald Likes auf deine Beiträge.

1. Regelmäßigkeit ist das A und O

In unserer heutigen schnelllebigen Welt ist regelmäßiger Content immens wichtig. Wer eine Welle verpasst, der wird Probleme damit haben, Anschluss zu finden. TikTok verändert sich rasant schnell, weshalb ein ständiger Strom an neuen Inhalten dafür sorgt, dass du relevant bleibst. Zudem profitiert auch der interne Algorithmus davon, wenn deine Posts immer zur selben Zeit hochgeladen werden. Dieser weiß dann, wann er nach deinen neuesten Posts suchen muss und wie genau er diese an eine bestimmte Zielgruppe ausspielt. Tägliches Posten gehört mittlerweile zum Geschäft dazu, zugleich ist aber auch die Uhrzeit extrem wichtig. Für Deutschland lohnt sich primär der späte Nachmittag bis Abend, da viele nach der Arbeit oder Schule ihre Zeit am Handy verbringen. In einigen Nischen kann es aber auch vorteilhaft sein, andere Tageszeiten zu nutzen. Internationale Nutzer sollten hier ebenfalls darauf achten, wo genau ihr Content geschaut wird.

2. Nutze Trends als Sprungbrett

Auch Trends gehören zum TikTok-Alltag dazu und generieren fast schon automatisch Likes. Viele Nutzer suchen aktiv nach anderen Creatorn, die einem bestimmten Trend folgen. Somit profitieren auch kleinere Accounts davon, sich an solchen Dingen zu beteiligen. Bleibe hier jedoch in deiner Nische, damit deine Inhalte auch von der richtigen Zielgruppe gefunden werden. Schaue aktiv andere Nutzer aus deiner Community und suche nach Trends und Challenges, an denen du teilnehmen kannst. Hier lässt sich eigentlich immer etwas Spannendes finden. Mit Hashtags und Keywords erhöhst du bei solchen Trends ebenfalls deine Sichtbarkeit, was wiederum zu mehr Likes führt.

3. Kollaboriere mit anderen Creatorn

Die Zusammenarbeit mit anderen Influencern aus deiner Nische ist essentiell für einen anfänglichen Boost deiner Likes und Popularität, vor allem, wenn du mit größeren Creatorn interagierst. Doch selbst, wenn du nur etwas mit Freunden zusammen machst, hilft eine Kollaboration euch beiden aus. Hier bildet sich nach und nach ein Netz aus verschiedenen Content-Creatorn, wobei viele Nutzer zwischen ihnen hin und her springen. Accounts lassen sich über Direktnachrichten kontaktieren. Duetts und Stitch-Inhalte werden ebenfalls immer beliebter und helfen dabei, den eigenen Content mithilfe von anderen Nutzern zu verbessern. Passende Beiträge lassen sich unter den richtigen Hashtags finden und helfen dir dabei, deine Kreativität mit der eines anderen Accounts zu verbinden. Nutzer sind ebenfalls dazu bereit, solche Beiträge zu liken.
(Symbolfoto: pixabay)

4. Humor hilft immer

Auf so gut wie allen sozialen Medien funktionieren lustige Beiträge am besten. Posts sollten die Nutzer schon direkt in den ersten zwei bis drei Sekunden abholen, und das klappt in den meisten Fällen mit Humor am besten. Hier kommt es natürlich auch stark auf die Nische an. Zudem sollte dieser Content nicht zu sehr auf die Spitze getrieben werden, wenn du nebenbei noch andere Inhalte postest, die weniger auf Witz aus sind. Eine gute Mischung ist perfekt und hilft dabei, neue Leute auf deinen Account zu locken und Likes zu generieren. Humorvolle Beiträge werden zudem auch oft geteilt und erreichen so ein größeres Publikum.
(Foto: pixa)

4. TikTok Likes kaufen

Anfangs schadet es auch nicht, sich TikTok Likes zu kaufen und damit die Reichweite etwas zu verbessern. Leider sind neue und kleine Accounts beim TikTok-Algorithmus stark benachteiligt, nur wenige schaffen es, unter der Masse an Content aufzufallen. Immer mehr wollen auf den Zug aufspringen und selbst originelle und kreative Inhalte gehen schnell unter. Daher sind Likes eine so wichtige Metrik, denn sie bestimmen, was funktioniert und was nicht. Je mehr Likes ein Post hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser auch von mehr Leuten gesehen wird. Daher lohnt sich schon ein kleiner Boost, der sich dann später in organische Likes umwandelt, sobald der Content für mehr Nutzer ausgespielt wird.

5. Interagiere mit deinen Followern

Mittlerweile setzen viele Algorithmen großer sozialen Medien vor allem auf die aktive Interaktion bei Beiträgen und weniger auf das bloße passive Konsumieren. TikTok mischt sich ebenfalls darunter und verbreitet Posts, unter denen fleißig kommentiert und sich unterhalten wird, mehr als die, wo es nur Likes hagelt. Daher solltest du dich als Betreiber aktiv mit deinen Followern und Kommentatoren auseinandersetzen, um deinen Beitrag besser vom Algorithmus aufgreifen zu lassen. Es schadet auch nicht, auf Likes aufmerksam zu machen. Viele Nutzer vergessen beim endlosen Scrollen gerne einmal, dass dies überhaupt möglich ist. Die meisten lassen sich einfach nur berieseln, interagieren aber nicht aktiv mit den Posts, obwohl sie ihnen gefallen haben. Likes und Kommentare sind somit eng miteinander verbunden und helfen sich gegenseitig, deine Beiträge an mehr Leute auszuspielen.

Waffenembargo gegen Türkei
Kanada wird Waffenexporte in die Türkei wieder aufnehmen

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Ottawa – Nach fast vier Jahren wird Kanada das Waffenembargo gegen die Türkei wieder aufheben. „Kanada und die Türkei tauschen sich weiterhin offen über unsere bilateralen, wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen aus“, sagte die Sprecherin des kanadischen Außenministeriums, Charlotte MacLeod, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Exportkontrollen seien zwar weiterhin in Kraft, Ottawa sei jedoch bestrebt, das Problem mit der Türkei zu lösen, da diese ein NATO-Verbündeter sei. Kanada und die Türkei haben sich jedoch bereits darauf geeinigt, die kanadischen Exporte von Drohnenbauteilen wieder aufzunehmen, wenn im Gegenzug mehr Transparenz über den Verwendungsort der Teile geschaffen wird. Die Einigung wurde demnach bereits Anfang Januar nach monatelangen Gesprächen erzielt, sagte eine mit dem Prozess vertraute Person. Die Seiten hätten sich darauf geeinigt, dass er nach Abschluss der schwedischen Ratifizierung in Kraft treten würde. Nach 20-monatiger Verzögerung hat die Türkei in dieser Woche die Mitgliedschaft Schwedens in der westlichen Militärallianz durch eine Parlamentsabstimmung und die Unterschrift des Präsidenten zügig gebilligt, sodass nur noch Ungarn seine Zustimmung geben muss. Kanada setzte 2020 den Verkauf von Drohnentechnologie an die Türkei aus, nachdem es zu dem Schluss gekommen war, dass die an den in der Türkei hergestellten Drohnen angebrachten optischen Geräte von Aserbaidschan im Kampf gegen die armenischen Streitkräfte in Berg-Karabach eingesetzt worden waren, einer Enklave, die Baku inzwischen zurückerobert hat. Ottawa stoppte die Gespräche über die Aufhebung der Sanktionen im Jahr 2022, als Ankara Einwände gegen die NATO-Bewerbungen Finnlands und Schwedens erhob. Nach einem NATO-Gipfel im Juli letzten Jahres wurden die Gespräche jedoch wieder aufgenommen.

History
History of Science: Comparing Turkish and „Germanic“ runes

by Çağıl Çayır – Historian Most people are familiar with the runic script from Europe as the script of the „Germanic“ peoples. The Old Turkic script from Siberia and Mongolia, on the other hand, which is characteristically similar to the European runes, is known to very few people. Even those who study the Old Turkic script scientifically usually know nothing about the great need for comparison – or deny it! In order to explain and propose the current need for research on the comparison of early Turkic and „Germanic“ (about the term „Germanic“) script and culture, it is advisable to start with the earliest knowledge and trace the history of the reception of the scripts and cultures up to the present day. [„Runes from the gods I write…“ The Noleby inscription probably dates from around 600. Photo: Helena Bonnevier, Swedish National Historical Museum (CC BY 4.0)] Let’s start with the rune writers from Europe. They have mostly only handed down short inscriptions to us, which are barely decipherable to this day. This is why we hardly know anything about the world of the rune writers from the rune writers themselves. It was only with the adoption of Christianity and the Latin alphabet that the oral traditions of the Germanic tribes, where the rune script was widespread, were written down. The Franks offer us the first insight into the origin myths of the Germanic tribes. In the 7th century, the Franks themselves told that they came, together with the Turks, from Troy. This legend of the kinship between Franks and Turks became popular in the course of the Crusades and the encounter between the Frankish Crusaders and Muslim Turks in the „Holy Land“. The earliest origin myth of the Icelanders also dates from this time. Just as the first Icelandic historian Ari Thorgilsson derived his family tree from a Turkish King (Tyrjka konungr), his successor, the most precious skald (poet) and historian Snorri Sturluson, writes in his Old Norse textbook Edda“ and Old Norse kings‘ sagas Heimskringla“ from the 13th century that Odin, who is known for finding the runes from the „Poetic Edda“, was a Turkish King from Asia. So the name of the Turks was known in Europe from the 7th century, at latest, either as relatives of the Franks or as ancestors of the Icelanders and thus indirectly, through the mythology of the runic script and Odin, as the inventors and teachers of runic writing in Europe. [The oldest Odin inscription was recently found in Vindelev in Denmark and dates back to the 5th century. Highly remarkable are besides the runic inscription, the rider with the long, braided hair, the decorated horse, the svastika and the so-called torque, which were also part of the early Turkic costume, art and culture. Photo: Vejl Museums (CC BY 4.0) However, with the increasing power of the Ottomans, this kinship became troublesome and was broken and suppressed. At the latest, after the Ottomans conquered Constantinople in 1453. Enea Silvio Piccolomini, then still a cardinal, was one of the greatest advocates of a new crusade against the Turks. He immediatly began to call for a new „Holy War“ against the Turks. And in this sense he displaced and denied the traditional European myths of common origin and kinship with the Turks. According to Piccolomini, the Turks could not be relatives of the Europeans and certainly could not have come from Troy anymore, as it was generally assumed even until the 16th century. In „reality“, he claimed, the Turks would be eternal strangers and enemies of the Europeans. He also equated the originally called Deutsch people of his time with the ancient „Germans“ of Ceaser and Tacitus. To the surprise it was also Piccolomini, who suddenly discovered the over one and a half millenia lost manuscript of Tacitus‘ Germania at exactly this time and used it politically from the outset – not to say abused it. In 1454 in Frankfurt, Piccolomini told the Deutsche (later called German) listeners for the first time that they had not mixed with anyone and had not immigrated from anywhere, but were the „pure“, unmixed natives of Europe – and were now called upon to defend the „heritage of their ancestors“ in the face of the impending danger from the now supposedly eternal foreigners and enemies from Asia, the Ottomans – the Turks. The Romanocentrism of the Italians, however, provoked the now called German“ humanists to form their own image of „Germany“, instead of holding on to their traditional Asian, Turkish and Trojan origin myth. The Germanocentrism in Germany in turn motivated the Scandinavians to promote an early Scandinavism, with recourse to the runic monuments in Sweden and Denmark. It was at this time that modern runic research began, which was also determined by power politics and patriotic ideologies from the outset. So after Christianity first displaced runic writing and its pagan culture in Europe, paradoxically the Roman churchs propaganda for a new „Holy War“ against the Turks effected indirectly the Scandinavians to ideologize the monuments of the Pre-Christian era again. Thereby one was still not averse to considering an oriental origin for the runes – but according to the Bible instead of the written legend of a Turkish origin. However, even this was soon superseded by the wishful thinking that the Swedes were the inventors of runic writing and that all human civilisations had emigrated from Sweden to the rest of the world. The so-called Swedish „Rudbeckianism“ was first defeated violently in the 18th century by the Great Northern War. During this war, tens of thousands of Swedish soldiers became prisoners of war and were deported to Siberia. It was there that the German-born officer in the Swedish army Philipp Johann Tabbert, later von Strahlenberg, discovered the first runic monuments in Siberia together with Daniel Gottlieb Messerschmidt, a German doctor from Danzig commissioned by Peter the Great. [Drawing of the first rune finds from the region around Abakan in Siberia. Drawn on site by Karl Schulmann in 1721 and published by Gottlieb Siegfried Bayer in 1729.] This finding reminded the scholars in Europe of the old migration legends. An Asian and Turkish origin and kinship of the European people was once again considered. This view can be found among the greatest scholars of the 18th and 19th centuries. Such as Wilhelm Grimm and Carl Ritter. However, such discussions could not prevail against the worldview of their time – such as hatred against Turks and racism. Wrongly, it was even repeatedly claimed that no runic inscriptions had been found in Siberia. Therefore in the 19th century the opinion became established that runic monuments had only been found in Europe. So the Siberian runes become excluded, ignoreded, neglected and forgotten. But, in 1821, for example, the founder of scientific runic research, Wilhelm Carl Grimm, argued that the runic script may well have been brought to Europe from Siberia, „the former homeland“ of the Germans. In this respect, he found the Siberian monuments most interesting: „[…] one can by no means call the hope of obtaining further information about the runes from Asia vain. In this respect, the inscriptions on gravestones on the Yenisei River in Siberia […] are most remarkable.“ [Wilhelm Carl Grimm, Über deutsche Runen, Göttingen 1821, p. 127.] At that time, the Siberian runic monuments had not yet been deciphered and, as already mentioned, the findings were repeatedly denied and forgotten. This went so far that even Ludwig Wimmer, the innovator of scientific runic research after Grimm, at the end of the 19th century, around 1870, still pointed out the theoretically enormously important need for comparison with runes from the East, but wrongly claimed that no traces of runic writing had yet been found in whole Russia, including Siberia. Therefore he wrongly eliminated the Eastern horizon and directed the runic research to the limits of the European continent. [Vilhelm Thomsen deciphered the Old Turkic script from Mongolia and Siberia in Copenhagen, Denmark in 1893. Photo: Peter Elfelt (CC BY 4.0)] Ironically, it was Wimmers colleague from Copenhagen, Vilhelm Thomsen, who deciphered the runic script from Siberia and Mongolia as Old Turkic in 1893. However, contrary to the many previous assumptions and impulses to compare the runes in East and West, Thomsen suddenly suggested that the Old Turkic and European runic monuments could be just coincidentally similar. [The Old Turkic alphabet, Source: Vilhelm Thomsen, Déchiffrement des Inscriptions de L’Orkhon et de L’Iénnisei. Notice préliminaire. Extrait du Bulletin de L’Académie Royale des Sciences et des Lettres de Danemark 1893, Copenhague 1896, p. 14.] This assumption then became a „fact“ without further investigation and manifested the prejudiced separation of scripts and cultures in science and society, which ultimately paved the way for the racial ideological perversion of the European runes by the National Socialists in Germany. The Nazis disarrayed the runic script to the most important evidence and witness of their racial ideology, which mentally prepared, carried and accompanied the Nazi crimes and Holocaust. Like the „Nordic“ ideological exeggeration of the history in Sweden was violently ended by the Great Nordic War, also the „Germanic“ ideological perversion of runic writing in Germany was ended violently by the Second World War. After that, the runic script fell into the shadow of its abuse and was, so to speak, a taboo subject. After 1945 hardly any German scientist dared to pick up the runic script again. It was not until the turn of the millennium that runic research reached a new stage. It is no longer assumed that the runes had a purely „Germanic“ origin, but rather that the runic script was modeled on the Latin, Greek, Etruscan or Phoenician script. However, the Turkic and Siberian theory of origin, which is based on Old Norse legends and has been frequently proposed in the history of research, continues to be neglected and, as mentioned at the beginning, even denied… Yet, in addition to science, the comparison of scripts and cultures is also required socially. This is both, a joyful message and a warning. On the one hand, the comparison of the scripts and cultures is very promising and important for science and society. In science, alternative influencing factors and further similarities and early cultural contacts and connections can be discovered. This can set a lot of things in motion in society in terms of self-discovery, integration and international understanding. At the same time, a warning must be sounded. For the previous seperation and neglect of comparing cultures and their similarities led to the intensification of exclusive cultural images, which ultimately resulted in racism and at last escalated into the catastrophe of the Nazi Germanic ideology, the Holocaust and World War II. In this sense, there is an urgent need to tackle the comparison of the scripts and culters in Eurasia. Espacially early Turkic and „Germanic“.
Çağıl Çayır studied history and philosophy at the University of Cologne and is the author of „Runes in Eurasia. Über die apokalyptische Spirale zum Vergleich der alttürkischen und ‚germanischen‘ Schrift'“. He is the founder of „Kulturakademie Çayır“. His work has been published internationally in various science and mass media.

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Gaza-Krieg
Israel: Außenministerin Annalena Baerbock fordert sofortige Waffenruhe

Berlin – Die deutsche Außenministerin hat im andauernden Gaza-Konflikt eine sofortige Waffenruhe gefordert. „Viele hunderttausende Menschen haben auf israelische Anweisung im Süden Gazas Schutz gesucht – gerade auch in UN-Einrichtungen und an anderen Orten„, schrieb Annalena Baerbock am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst X. „Die Zivilisten können sich nicht einfach in Luft auflösen. Deswegen reicht ein Aufruf zum Verlassen dieser Orte nicht, sondern es braucht endlich eine humanitäre Feuerpause – auch damit endlich alle Geiseln freigelassen werden“, so die deutsche Top-Diplomatin weiter. Baerbock verurteilte zudem die Kriegsführung Israels und forderte die Regierung auf, „dringend mehr humanitäre Hilfe nach Gaza zu lassen. Baerbock:
Die israelische Regierung muss dringend mehr humanitäre Hilfe nach Gaza lassen und seine Operationsführung anpassen. Ich bin äußerst besorgt über die verzweifelte Lage der Menschen in Khan Yunis. Auch beim Recht auf Selbstverteidigung gibt es Regeln & beim Kampf gegen Terror gilt humanitäres Völkerrecht. Das muss Israels Regierung genauso einhalten, wie alle anderen Staaten auf der Welt.

Den Haag: IGH fordert Israel zu besserem Schutz von Palästinensern auf

Der Weltgerichtshof hat am Freitag Israel aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um einen Völkermord im Krieg gegen die Hamas-Kämpfer im Gazastreifen zu verhindern. In seinem Urteil zu einer von Südafrika eingereichten Klage erklärte der Gerichtshof, Israel müsse sicherstellen, dass seine Streitkräfte keinen Völkermord begehen, und Maßnahmen ergreifen, um die humanitäre Lage der palästinensischen Zivilbevölkerung in der Enklave zu verbessern. „Der Staat Israel muss … alle in seiner Macht stehenden Maßnahmen ergreifen, um die Begehung aller Handlungen zu verhindern, die in den Anwendungsbereich von Artikel II der Völkermordkonvention fallen“, so das Gericht. In dem Urteil stimmten 15 der 17 Richter des Internationalen Gerichtshofs (IGH) für Dringlichkeitsmaßnahmen, die den meisten Forderungen Südafrikas entsprachen. Die israelische Militäroperation hat einen Großteil der dicht besiedelten Enklave verwüstet und in fast vier Monaten mehr als 25.000 Palästinenser getötet. Das von den Palästinensern begrüßte Urteil wird jedoch für Israel und seine engsten Verbündeten, darunter die Vereinigten Staaten, eine Blamage darstellen. Israel hatte das Gericht gebeten, den Fall rundweg abzulehnen, da es das Völkerrecht respektiere und das Recht habe, sich zu verteidigen.

Weltweite Unterstützung für Südafrika

Der Antrag Südafrikas in Den Haag, Israel in einem bahnbrechenden Völkermordverfahren zur Einstellung seiner Gaza-Kampagne zu zwingen, hat in vielen Ländern von Lateinamerika bis Südostasien Unterstützung gefunden. Zu den lautstärksten Befürwortern der Klage vor dem IGH gehören die mehrheitlich muslimischen Staaten Iran, Türkei, Jordanien, Pakistan, Bangladesch, Malaysia und die Malediven. Zu ihnen gehören auch eine Reihe links regierter lateinamerikanischer Staaten wie Bolivien, Kolumbien, Brasilien und Venezuela. Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva war der aktivste lateinamerikanische Staatschef, der Israel „terroristische Handlungen“ vorwarf.

Saudi Arabien
Mord an Jamal Khashoggi noch immer nicht aufgeklärt

London – Auch fünf Jahre nach der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi wurden keine Ermittlungen durchgeführt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert eine internationale, unabhängige und unparteiische Untersuchung, um die Verantwortlichen für ihr Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Am 2. Oktober 2023, dem fünften Jahrestag der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul, erklärt Agnès Callamard, die internationale Generalsekretärin von Amnesty International:
«Fünf Jahre nach der brutalen Ermordung von Jamal Khashoggi, die die ganze Welt erschütterte, ist der Weg zur Gerechtigkeit für diese Tat immer noch völlig blockiert. Stattdessen setzen die saudischen Behörden ihr unerbittliches Vorgehen gegen Menschen, die ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrnehmen, ungestraft fort.»
Amnesty International fordert weiterhin eine internationale, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Ermordung Khashoggis, um alle an dem Verbrechen Beteiligten zu identifizieren, unabhängig von ihrem Rang oder Status, und um sicherzustellen, dass diejenigen, die der Verantwortung für diese Tat verdächtigt werden, in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden. «Khashoggis Verschwindenlassen, seine Folterung und aussergerichtliche Hinrichtung sind Verbrechen nach dem Völkerrecht, die dringend untersucht werden müssen  und von jedem Staat auf der Grundlage der universellen Gerichtsbarkeit strafrechtlich verfolgt werden können», so Callamard weiter.
«Es ist erschreckend, dass die internationale Gemeinschaft, anstatt auf Gerechtigkeit für die Ermordung des Journalisten zu drängen, weiterhin bei jeder Gelegenheit den roten Teppich für die saudische Führung ausrollt und diplomatische und wirtschaftliche Interessen über die Menschenrechte stellt.»

Hintergrund

Die Behörden in Saudi-Arabien stellten den Fall Jamal Khashoggi 2019 ein, nachdem acht Personen in einem nicht-öffentlichen Verfahren schuldig gesprochen worden waren, dem es an Glaubwürdigkeit und Transparenz mangelte. In einem UN-Bericht, den die damalige Sonderberichterstatterin für aussergerichtliche, summarische oder willkürliche Hinrichtungen, Agnes Callamard, im Juni 2019 veröffentlichte, kam sie zu dem Schluss, dass Jamal Khashoggi das Opfer einer «vorsätzlichen aussergerichtlichen Tötung war, für die der Staat Saudi-Arabien verantwortlich ist.» Seit der Ermordung Khashoggis haben die saudi-arabischen Behörden unter der Führung von Kronprinz Mohammed bin Salman ihre abschreckende Repressionskampagne in nie dagewesenem Umfang und Ausmass weiter intensiviert. Am 9. Juli vergangenen Jahres verurteilten die Behörden einen pensionierten Lehrer zum Tode, nachdem er auf der Social-Media-Plattform X (vormals Twitter) Kritik an der Regierungspolitik geübt hatte.

„Eskalierendes Vorgehen gegen die Meinungsfreiheit“

Muhammad al-Ghamdi, ein 54-jähriger pensionierter saudischer Lehrer, wurde verurteilt, „nachdem er in fünf Tweets Korruption und Menschenrechtsverletzungen kritisiert hatte“, twitterte sein Bruder Saeed bin Nasser al-Ghamdi nach der Verurteilung. Laut Human Rights Watch wurde Muhammad al-Ghamdi im 2022 verhaftet und erhielt kaum Zugang zu einem Anwalt, bevor er im Juli „nach Artikel 30 des saudi-arabischen Anti-Terror-Gesetzes wegen ‚Beschreibung des Königs oder des Kronprinzen in einer Weise, die die Religion oder die Gerechtigkeit untergräbt‘, nach Artikel 34 wegen ‚Unterstützung einer terroristischen Ideologie‘, nach Artikel 43 wegen ‚Kommunikation mit einer terroristischen Vereinigung‘ und nach Artikel 44 wegen Veröffentlichung falscher Nachrichten ‚in der Absicht, ein terroristisches Verbrechen auszuführen'“ verurteilt wurde. Das Todesurteil kommt inmitten eines „eskalierenden Vorgehens“ gegen die Meinungsfreiheit in dem Land, sagte Lina Alhathloul, Schwester des freigelassenen saudischen politischen Gefangenen Loujain al-Hathloul, gegenüber CNN. „Sie senden eine klare und unheilvolle Botschaft: Niemand ist sicher, und selbst ein Tweet kann dich umbringen“, sagte sie. Al-Ghamdis Bruder Saeed, ein bekannter saudischer Islamgelehrter und Regierungskritiker, der im Vereinigten Königreich im selbstgewählten Exil lebt, sagte, er glaube, dass die Härte des Urteils auch ihn bestrafen solle. „Die saudischen Behörden haben mich mehrmals gebeten, nach Saudi-Arabien zurückzukehren, aber ich habe mich geweigert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Todesurteil gegen meinen Bruder eine Vergeltungsmaßnahme für meine Aktivitäten ist. Andernfalls wäre seine Anklage nicht mit einer so harten Strafe belegt worden“, sagte er

F-16-Deal
Biden fordert raschen F-16-Verkauf an die Türkei

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Washington – US-Präsident Joe Biden informierte am Mittwoch in einem Schreiben an die Vorsitzenden der wichtigsten Ausschüsse des Repräsentantenhauses über seine Absicht, das formale Notifizierungsverfahren für den verlängerten Verkauf von Lockheed Martin F-16-Kampfjets an die Türkei einzuleiten, sobald Ankara den NATO-Beitrittsprozess Schwedens abgeschlossen hat. In dem Schreiben an die führenden republikanischen und demokratischen Mitglieder der Ausschüsse für auswärtige Beziehungen des Senats und für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses forderte Biden den Kongress auf, den Verkauf „ohne Verzögerung“ zu genehmigen, so ein US-Beamter. Zuvor hatte das Weiße Haus am Mittwoch einen Brief an die Mitglieder des Kongresses geschickt, in dem es auf die Genehmigung des Verkaufs von F-16-Flugzeugen und Modernisierungspaketen im Wert von 20 Milliarden Dollar an die Türkei drängte, sagten vier mit dem Brief vertraute Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ankündigung steht zudem im Einklang mit der jüngsten Annäherung zwischen der Türkei und Griechenland, beide NATO-Mitglieder, die sich auf Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Beziehungen geeinigt haben. Das türkische Parlament hatte am Dienstag den Antrag Schwedens auf NATO-Mitgliedschaft ratifiziert und damit nach 20 Monaten Verzögerung eine letzte Hürde für die Erweiterung des westlichen Militärbündnisses aus dem Weg geschafft. „Präsident Biden und Außenminister Blinken haben sehr deutlich gemacht, dass wir die Modernisierung der türkischen F-16-Flotte unterstützen, die wir als eine Schlüsselinvestition in die Interoperabilität der NATO betrachten. Aber darüber hinaus … Ich werde vorgeschlagene Verkäufe oder Transfers von Verteidigungsgütern erst dann bestätigen oder ihnen zuvorkommen, wenn sie dem Kongress offiziell mitgeteilt werden“, sagte der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Vedant Patel, auf einer Pressekonferenz und bezog sich dabei auf Außenminister Antony Blinken.