Reisen
Immer gut versorgt – Tipps für die ideale Reiseapotheke

Für das Wohlbefinden auf jeder Reise ist es wichtig, sich ein paar Gedanken zur medizinischen Ausstattung zu machen. Mit der richtigen Reiseapotheke im Gepäck lässt sich so manche Schwierigkeit auch fern von zuhause meistern. Worauf dabei zu achten ist, sehen wir uns in diesem Artikel an.

Vorsorge bei Verletzungen und Infektionen

Im ersten Schritt sollte die Reiseapotheke dazu in der Lage sein, gut mit kleineren Verletzungen und Infektionen umzugehen. Hierfür sind zunächst Medikamente gegen Schmerzen und Fieber essentiell. Geeignete Packungen von Ibuprofen oder Paracetamol sind in jeder Apotheke und auch ohne Rezept erhältlich. Sie können nicht nur im Falle von Verletzungen und Infektionen weiterhelfen. Außerdem erfüllen sie eine wichtige Funktion, wenn zum Beispiel starke Kopfschmerzen auftreten. Ebenso sinnvoll ist es, noch ein kleines Fieberthermometer mit in die Reiseapotheke zu packen. Dieses zeigt binnen weniger Augenblicke an, ob vielleicht eine erhöhte Temperatur vorliegt, die behandelt werden muss. So können harmlose Infektionen leichter von solchen unterschieden werden, die eine Schonung und eine gezielte Behandlung erforderlich machen.

Gewappnet gegen Erkältungen

Auch im Urlaub und auf Reisen kann es leider sein, dass wir zur falschen Zeit am falschen Ort sind und uns dort eine Infektion einfangen. In dem Fall helfen abschwellende Nasentropfen dabei, die Atemwege freizuhalten und weiter gut Luft zu bekommen. Ein für solche Fälle geeignetes Nasenspray ist hier auf dieser Seite zu finden. Im Bereich der Tropfen kommen zum Beispiel Oxy- oder Xylometazolin für die Behandlung in Betracht. Nicht selten geht eine Erkältung auch mit Husten einher. Damit dieser nicht den Aufenthalt stören kann, gibt es verschiedene Medikamente und Mittel gegen Husten. Ein simpler Hustensaft in der Reiseapotheke reicht schon aus, um schnell für Linderung zu sorgen. Ebenso wichtig ist es, Medikamente für die individuellen Beschwerden und Krankheiten dabei zu haben, die womöglich einer dauerhaften Behandlung bedürfen.

Die wichtigsten Kontakte dabei haben

Ebenso wichtig ist es, die richtigen Ansprechpartner an der Seite zu haben, wenn es während der Reise zu einer Erkrankung kommt. Zuhause ist es für uns meist kein Problem, schnell die Telefonnummer unseres Arztes herauszubekommen. Doch wie sieht es während des Aufenthalts im Ausland aus? Für den Fall bietet es sich an, stets die Nummer des reisemedizinischen Informationsdiensts auf dem Handy eingespeichert zu haben. Dieser liefert nicht nur eine erste Einschätzung zu den Symptomen, sondern kann binnen kurzer Zeit die wichtigen Rufnummern bekanntgeben. Auch die eigenständige Recherche ist ein wichtiger Baustein von der Versorgung im Ausland. Welche Ärzte befinden sich in der unmittelbaren Umgebung? Diese Nummern werden am besten direkt aufgeschrieben und ebenfalls in der Reiseapotheke aufbewahrt.

Vorsicht vor Reisekrankheit

Ganz typisch für den Urlaub ist für viele Menschen die Reisekrankheit. Sie kann den Traum von Erholung und Entspannung schnell zunichte machen. Doch mit Dimenhydrinat, Domperidon und Akupressurbändchen gibt es diverse Methoden und Mittel, um gegen das Phänomen vorzugehen. Wer bereits von sich oder den Mitreisenden weiß, dass ein solches Problem häufiger auftritt, der kann bereits vorsorgen. Die entsprechenden Mittel gibt es auch in kleinen Dosen, sodass sie nicht viel Platz in der Tasche beanspruchen.

Gesundheit
Progesteronmangel bei Frauen: Häufig vernachlässigte Hormonstörung

Die beiden Gegenspieler Östrogen und Progesteron sind maßgeblich für den Zyklus der Frau verantwortlich. Befinden sie sich im Einklang, wird von einem gesunden Hormonspiegel gesprochen. Ein Progesteronmangel bedeutet, dass im Körper zu wenig Progesteron gebildet wird und es zu Zyklusstörungen kommen kann. Oft wird der eigentliche Auslöser übersehen, da ein Hormoncheck nicht rechtzeitig durchgeführt wird. Nachfolgend berichten wir, welche Symptome ein Progesteronmangel hat und wie Frauen ihn behandeln können.

Symptome des Progesteronmangels bei Frauen

Für die Produktion von Progesteron ist der Gelbkörper verantwortlich. Besteht eine Gelbkörperschwäche, kann nicht genug des Hormons hergestellt werden und es kommt zu einer Östrogendominanz. Je nach Ausprägung des Mangels zeigt der Progesteronmangel Symptome leichter Natur oder in stärkerer Ausprägung. Erkennen lässt er sich bei einer Blutuntersuchung, allerdings nur, wenn diese zum richtigen Zeitpunkt im Zyklus durchgeführt wird. Die typischen Symptome sind:

  • Zyklusstörungen unterschiedlicher Ausprägung
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Gewichtszunahme ohne Veränderung der Ernährung
  • Schlafstörungen
  • Wassereinlagerungen
  • Haar- und Hautbeschwerden

Wichtig zu wissen: Zu Beginn der Menopause ist ein nachlassender Progesteronspiegel normal. Das führt unter anderem zu den gefürchteten Wechseljahrsbeschwerden.

Natürliche Behandlung bei Frauen ohne Kinderwunsch möglich

Durch regelmäßige Bewegung und Fitness können sich Frauen selbstständig behelfen und ihren Hormonstatus ein Einklang bringen. Das funktioniert aber nur dann, wenn der Mangel nicht stark ausgeprägt ist. Die endgültige Entscheidung über die richtige Therapie trifft der Gynäkologe. Besteht bei der betroffenen Frau ein Kinderwunsch, sind andere Maßnahmen nötig als zur reinen Symptomlinderung.

Natürliche Nährstoffe gegen Progesteronmangel

Bei schwachen Symptomen oder zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden gibt es eine Reihe natürlicher Wirkstoffe, die dem Progesteronmangel entgegenwirken können. Dazu gehört unter anderem die Yamswurzel, die als sogenannte Energiepflanze gilt. In ihr ist Diosgenin enthalten, ein Stoff, der dem natürlich vorkommenden Progesteron sehr ähnlich ist. Ebenfalls gilt Passionsblumenextrakt als wirksame Hilfe, wenngleich er den Progesteronspiegel nicht direkt anhebt. Stattdessen soll Passionsblume gegen verschiedene Wechseljahrsbeschwerden hilfreich sein , darunter Depressionen, Angstzustände, Hitzewallungen und wiederkehrende Kopfschmerzen. Ein dritter Ansatz ist die Nutzung von Mönchspfeffer, einem ebenfalls natürlichen Produkt, das unter anderem die Produktion von Progesteron anregen kann. Wichtig ist bei der Einnahme, dass auch hier zuvor mit dem Gynäkologen gesprochen wird. Es gibt selbst bei natürlichen Hilfsmitteln Kontraindikationen, so zum Beispiel die Einnahme der Antibaby-Pille oder anderer hormoneller Hilfsmittel.

Gesunde Ernährung, Sport und Gewichtsabbau

Frauen mit erhöhtem Körpergewicht leiden statistisch gesehen häufiger unter Hormonbeschwerden als schlanke Personen. Zwar lässt sich das nicht auf jede Frau übertragen, die Reduktion des schädlichen Bauchfetts kann sich aber positiv auf den Hormonhaushalt auswirken. Auch eine gesunde Lebensweise gilt als hormonfördern. Dazu gehören gesunde Ernährung, bestehend aus Proteinen, guten Fetten und Kohlenhydraten, sowie regelmäßiger Sport. Durch die Bewegung wird die Hormonproduktion angeregt und eine Dysbalance kann sich regulieren. Manchmal wird die Antibaby-Pille als Hilfsmittel gegen Hormonstörungen verordnet. Hier muss sich die betroffene Frau im Klaren sein, dass sie dann für die Zeit der Einnahme nicht schwanger werden kann. Für Frauen mit Kinderwunsch ist die Entscheidung daher kontraproduktiv.

Fußball International
Süper Lig: José Mourinho könnte zu Fenerbahçe wechseln

Istanbul – Fenerbahçe, einer der renommiertesten türkischen Fußballvereine, ist nach einer möglichen Trennung von İsmail Kartal wahrscheinlich bereits auf der Suche nach einem neuen Trainer. Dies hat den Spekulationen Tür und Tor geöffnet, wobei sich ein bestimmter portugiesischer Manager mit einer Vorliebe für Tafelsilber als überraschender Favorit herausgestellt hat: José Mourinho. Aziz Yildirim, der legendäre Ex-Präsident von Fenerbahçe, hat seine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt und dabei große Pläne enthüllt. In einem Interview mit TRT Spor äußerte sich Yildirim zu seinen Plänen, sollte er gewählt werden, und betonte dabei die Notwendigkeit einer „großen Aktion“, um die Fans glücklich zu machen. Wie Sport1 weiter berichtet, offenbarte Yildirim gegenüber türkischen Medien, dass er ein zweistündiges Gespräch mit dem portugiesischen Trainer José Mourinho geführt hat. „Ich habe Mourinho letzte Woche persönlich getroffen. Am Ende unseres zweistündigen Gesprächs habe ich ihm gesagt: ‚Fenerbahçe braucht dich und du brauchst Fenerbahçe‘“, zitierte Yildirim aus dem Gespräch. Er fügte hinzu, dass er Mourinho ermutigt habe, unabhängig davon, wer die Präsidentschaftswahlen gewinnt, zu Fenerbahçe zu kommen, berichtet Sport1 weiter. Mourinho, dreimaliger Champions-League-Sieger mit Porto, Inter Mailand und Real Madrid, hat einen prall gefüllten Trophäenschrank mit nationalen und europäischen Titeln vorzuweisen. Allerdings waren seine letzten Stationen als Trainer nicht so erfolgreich, so dass er 2021 Tottenham Hotspur und dieses Jahr Roma verließ.

Warum also die Verbindung zu Fenerbahçe?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens ist Mourinhos Erfahrung als Trainer unbestreitbar. Trotz der jüngsten Schwierigkeiten ist seine Fähigkeit, Spieler zu motivieren und Trophäen zu gewinnen, ein verlockendes Angebot für jeden ambitionierten Verein. Zweitens könnte Fenerbahçe, das sich danach sehnt, wieder türkischer Meister zu werden, in Mourinhos Erfahrung den Schlüssel sehen, um den Erzrivalen Galatasaray endlich zu entthronen. Drittens ist da der finanzielle Aspekt. Mourinho ist zwar teuer, aber er könnte erhebliche Sponsorengelder und Aufmerksamkeit auf den Verein lenken, was die finanziellen Aufwendungen für seine Dienste kompensieren könnte. Doch es bleiben Zweifel. Mourinhos Fußball, der oft als pragmatisch und defensiv beschrieben wird, könnte bei Fenerbahçes leidenschaftlicher Fangemeinde, die an einen offensiveren Stil gewöhnt ist, keinen Anklang finden. Darüber hinaus werfen seine Schwierigkeiten, sich auf jüngere Spieler einzustellen, und seine gut dokumentierten Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern und Vereinsfunktionären die Frage auf, ob er für den derzeitigen Umbruch des Klubs der richtige Mann wäre. Es bleibt abzuwarten, ob Mourinho in der nächsten Saison in der Süper Lig auf dem Platz stehen wird. Eines ist jedoch sicher: Die Aussicht, dass der „Special One“ Fenerbahçe leiten wird, hat die türkische Fußballszene in Aufruhr versetzt und verspricht ein spannendes Kapitel, sollte es zustande kommen.

Griechisch-türksiche Beziehungen
Türkei und Griechenland wollen Beziehungen weiter verbessern

Ankara – Die Wiederannäherung der früheren Erzfeinde Türkei und Griechenland geht in vollem Umfang weiter. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan empfing am Montag den griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis im Präsidentschaftskomplex in Ankara. Es gebe keine unlösbaren Probleme zwischen Athen und Ankara, sagte Erdoğan, als er und Mitsotakis bei dem wegweisenden Treffen den Stand der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn lobten und sich verpflichteten, die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen. „Wir hatten ein konstruktives und positives Treffen und haben Probleme in den türkisch-griechischen Beziehungen erörtert. Wir werden die Probleme im Dialog lösen“, sagte Erdoğan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitsotakis. Erdoğan sagte, Ankara und Athen seien entschlossen, Probleme durch „gute nachbarschaftliche Beziehungen und internationales Recht“ zu lösen, wie es in der Athener Erklärung über freundschaftliche Beziehungen und gute Nachbarschaft vom letzten Jahr heißt. Erdoğan dankte dem griechischen Premierminister für seinen Besuch. „Natürlich gibt es Themen, über die wir unterschiedlich denken, aber die Zahl der Themen, bei denen wir uns einigen können, ist nicht klein“, sagte er am Sonntag zudem in einem Interview mit der griechischen Zeitung „Kathimerini“. Erdoğan sprach von einem „Klima der Harmonie“ zwischen ihm und Mitsotakis. Mitsotakis erklärte, dass die Verbesserung der bilateralen Beziehungen mit der Türkei konkrete und positive Ergebnisse zeigten. „Es war das vierte Treffen in den letzten zehn Monaten, was meiner Meinung nach beweist, dass die beiden Nachbarn diesen Ansatz des gegenseitigen Verständnisses nicht mehr als Ausnahme, sondern als produktive Normalität etablieren können, die nicht durch die bekannten Unterschiede in unseren Positionen negiert wird“, sagte Mitsotakis. Er sagte, dass die bilateralen Beziehungen, wie von den Parteien vereinbart, auf drei Ebenen Fortschritte gemacht haben: politischer Dialog, positive Agenda und vertrauensbildende Maßnahmen. „Ich glaube, dass dies eine positive Entwicklung in einer schwierigen Zeit für den internationalen Frieden, aber auch für die allgemeine Stabilität in unserer Region ist“, sagte der griechische Regierungschef. Zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der irregulären Migration sagte Mitsotakis, Athen unterstütze mehr EU-Hilfe für die Türkei, die ebenfalls unter dem Problem leide. „Unsere gemeinsamen Bemühungen, Menschenhändlern das Handwerk zu legen, haben zu Ergebnissen geführt. Türkiye hat in dieser Hinsicht einen positiven Beitrag geleistet“, sagte er.

Meinungsverschiedenheiten zu Hamas

Bei den Meinungen zur Hamas gab es jedoch Unterschiede. Mitsotakis bezeichnete die Hamas als Terrororganisation. Darauf entgegnete der türkische Präsident, er sehe das anders. „Ich sehe die Hamas nicht als Terrorgruppe“, so Erdogan. „Ich sehe sie als eine Gruppe von Menschen, die versucht, ihr eigenes Land zu schützen.“ Mitsotakis sagte daraufhin: „Einigen wir uns darauf, dass wir uns in dieser Frage nicht einig sind. Aber wir können uns darauf einigen, dass ein sofortiger Waffenstillstand notwendig ist, weil auch das palästinensische Volk Opfer dieser rücksichtslosen Politik ist.“

Bogen-EM Essen
Türkischer Bogenschütze Mete Gazoz wird Europameister

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Essen – Der türkische Bogenschütze Mete Gazoz ist weiterhin auf Erfolgskurs. Nach einer Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 und einem Weltmeistertitel im vergangenen Jahr in Berlin, wurde er bei der EM in Essen nun auch Europameister. Im Alter von nur 16 Jahren vertrat er die Türkei erstmals bei den Europaspielen 2015 in Baku, Aserbaidschan. Gazoz besiegte im Finale den Slowenen Den Habjan Malavasic mit 6:0 und wurde am Sonntag Europameister. Noch nie war jemand gleichzeitig Olympiasieger, Weltmeister und Europameister im Bogenschießen. Der Türke ist somit der erste Bogenschütze in der Geschichte, der drei große Titel gleichzeitig hält. „Ich mag große Wettkämpfe“, sagte er, nachdem er heute Morgen in Essen im Halbfinale das französische Nachwuchstalent Baptiste Addis geschlagen hatte. „Wir bereiten uns gerade auf große Wettkämpfe vor. Da kann ich mein Top-Niveau zeigen. Und das habe ich sehr gut gemacht.“ Zu seinen ersten Gratulanten gehörte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der ihn persönlich anrief. „Ich gratuliere unserem Bogenschützen Mete Gazoz, der Europameister im Freiluftbogenschießen wurde, von ganzem Herzen. Ich wünsche Mete Gazoz, der uns stolz gemacht hat, indem er seinen Olympia- und Weltmeisterschaften die Europameisterschaft hinzugefügt hat, weiterhin viel Erfolg“, schrieb der türkische Staatschef zudem auf X. Der 25-Jährige wurde im vergangenen Jahr außerdem vom Weltbogensportverband in seiner jährlichen Umfrage zum besten Recurve-Bogenschützen der Männer für 2023 gewählt.

Gastkommentar
Thomas: Israel befindet sich in einer desaströsen Lage

Ein Gastkommentar von Michael Thomas An der allgemein desaströsen Lage, in der sich Israel befindet, kann kein Zweifel mehr bestehen. Und das Land steuert noch immer tiefer in den Abgrund. Nicht erst mit dem Vernichtungskrieg gegen Gaza, sondern schon Jahre zuvor hat es einen Weg eingeschlagen, der niemals zu einem Erfolg führen konnte. Jetzt aber riskiert Israel alles, was die Welt für die Sicherheit der Juden zur Verfügung gestellt hatte und wird zu einem Pariastaat. Wie konnte es soweit kommen? Betrachten wir die Lage in Gaza. Wie David Hearst in MiddleEastEye (MEE) schreibt (1), besteht für Israel keinerlei Hoffnung, irgendeines seiner Kriegsziele zu erreichen. Ausschließlich nur in den zwei zurückliegenden Monaten, in denen die israelische Armee Khan Younis bombardierte, konnte die Hamas wegen der recht hohen Ausfallquoten bei den Bomben etwa fünf Tonnen Sprengstoff aus den Blindgängern bergen. Zudem laufen ihr aufgrund der völligen Verzweiflung und anwachsenden Wut Leute in Scharen zu, die ihre angeblich nur noch vier Bataillone mit höchstmotivierten Kämpfern verstärken. Die Rede ist von Zehntausenden. Und richtig genug registriert Al-Jazeera, dass die israelischen Soldaten in Gaza in schwere Kämpfe verwickelt sind. (2) Hearst zitiert Reserve-Generalmajor Yitzhak Barik, der sagt, dass Benjamin Netanyahus über die völlig festgefahrene, militärische Situation sehr wohl informiert ist. Die israelische Armee kann nicht überall präsent sein. Wenn sie sich jedoch von einem als gesichert angenommenen Punkt fortbewegt, wird dieser unverzüglich von der Hamas erneut übernommen und kontrolliert. Nichts funktioniert. Auch der Vorstoß, Clanführer von Stämmen in Gaza dazu zu bewegen, die Region unter sich aufzuteilen um Spannungen im Innern zu erzeugen, schlug fehl. Aber Gaza ist nicht der einzige Punkt, der die israelische Armee zur Gänze stresst. Denn sie hat auch die zwischenzeitlich völlig außer Kontrolle geratenen „Siedler“ im Westjordanland zu beschützen, die eine Vielzahl von Konfliktherden schaffen. Die Notwendigkeit, ein Zurückschlagen der palästinensischen Bevölkerung dort zu verhindern, bindet nicht unwesentliche Kräfte der Armee. Hinzu kommt die Grenze zum Libanon, an der es nun beinahe täglich zu Schusswechseln und Raketenstarts kommt und ebenfalls von der israelischen Armee überwacht und gesichert werden muss. Insgesamt betrachtet hat auch die israelische Reaktion auf den Start von beinahe dreihundert Raketen aus dem Iran die begrenzten Möglichkeiten der israelischen Armee aufgezeigt: ohne massive Unterstützung von jordanischen, US- und französischen Abwehrsystemen wäre die Zerstörung in Israel selbst katastrophal ausgefallen und hätte zu dramatischen Verlusten geführt. Israel allein wäre kaum in der Lage dazu gewesen, den Schwarm anliegender Raketen und Drohnen abzufangen. Und ob selbst diese Unterstützung ohne die iranische Vorankündigung, die den Verbündeten Zeit genug für Vorbereitungen gelassen hatten, wirksam gewesen wäre, ist zweifelhaft. Doch auch die Lage in Israel selbst ist völlig unübersichtlich. Während sich um Einav Zangauker, die Mutter einer Geisel, die sich in Händen der Hamas befindet, eine größere Gruppe namens „Frauenmarsch“ gebildet hat, scheinen sich derzeit nach Angaben der „Times of Israel“ (3) nur 56 Prozent der Israelis für die Annahme eines Waffenstillstandsdeals auszusprechen. Allerdings zeigt sich die genannte Gruppe offenbar überaus entschlossen und gab an, von sich aus Kontakte mit dem Ausland mit Dem Inhalt aufgenommen haben zu wollen, Druck auf die israelische Regierung auszuüben, den von der Hamas bereits akzeptierten Deal endlich anzunehmen. Verlässliche Daten und Stimmungsbilder sind aufgrund der vielfältigen Art von Verboten gegen die freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit und das Demonstrationsrecht nur schwer zu erhalten. Allerdings zeigten entsprechende Umfragen noch vor dem Krieg, dass mit knapp siebzig Prozent eine Mehrheit der Israelis für den konservativ-zionistischen Kurs ihrer Regierung votieren, der auch für den Fall, dass Netanyahu stürzen sollte, beibehalten werden soll. Eine klar erkennbare Mehrheit spricht sich für die totale, wenn auch illegale, Übernahme des Westjordanlandes und Gazas aus. Was kaum Beachtung findet ist die bedenklich schwierige, wirtschaftliche Lage Israels. In den letzten Monaten brachen viele Geschäftskontakte ab, gerade das Flaggschiff Israels, der Sicherheitskonzern Elbit Systems, hat mit dem erzwungenen Verkauf eines Standortes in England einen herben Rückschlag erlitten. (4) Trotzdem scheinen seine Geschäfte zu florieren. Allerdings steht die israelische Wirtschaft dennoch unter einem hohen Druck, da die einberufenen Reservisten keine Steuereinnahmen mehr generieren, aber ausgerüstet und transportiert werden müssen. Die vorher geleistete Rückstellung in Höhe von etwa zweihundert Millionen Dollar war schnell aufgebraucht, mittlerweile belasten Kosten von etwa zwanzig Milliarden Dollar die Staatskasse. (5) Dieser immense Kostendruck wird sich schnell bemerkbar machen. Nachdem die Ratingagentur Fitch ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit Israels im Februar auf „negativ“ herabstufte, hievte sie diese später wieder auf „A+“ mit allerdings negativer Anmerkung wieder hoch. Die Agentur Moody’s hingegen verharrt auf ihrer negativen Bewertung (6). Dies verteuert die Kreditaufnahme Israels auf dem Weltfinanzmarkt erheblich. Alles in allem zeigt sich, dass sich die Aussichten Israels im Innern ganz erheblich mit jedem weiteren Kriegstag verschlechtern. Neben der militärischen Abnutzung und Ermüdung werden wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten dramatisch zunehmen. Schon jetzt hat ein hoher Militär die dringliche Empfehlung abgegeben, Soldaten zu Kampfpausen abzuordnen, damit sie die Arbeit wieder aufnehmen können. Internationale Ketten wie KFC und Starbucks etwa erleiden durch Boykotte wegen ihrer Unterstützung Israels herbe Verluste. International steigt die Notwendigkeit Israels Unterstützer, entweder zu immer härteren Maßnahmen gegen die aufsteigende Kritik zu greifen, oder Israel zum Niederlegen der Waffen zu zwingen. Auf welchem Wege auch immer. Sehr klar scheint, dass der US-Präsident Joe Biden massiv Gefahr läuft, seine Wiederwahl wegen Gaza zu verlieren. Ob der Druck, ihn zur Vermeidung der Wahl Donald Trumps zu wählen, ausreicht, ist von Tag zu Tag fraglicher. Die zuweilen brutalen Maßnahmen, mit denen seine Regierung derzeit versucht, Proteste allgemein und die Camps an den Universitäten aufzulösen, verkehren sich ins Gegenteil. Sie erzeugen erheblich mehr Kritik an seiner Regierung und wecken neue Proteste gegen Israel, als sie verhindern. Ganze muslimische Communitys verweigern Biden ihre Stimme. Auch Deutschland hat sich dramatisch verrannt. Seinen vermeidbarsten, eklatantesten und entlarvendsten Fehler hat es begangen, als es den ehemaligen, griechischen Finanzminister Yannis Varoufakis mit einem Einreise- und Redeverbot wegen seiner geplanten Rede vor dem Palästinakongress überzog. Gerade an diesem Vorgehen, wie auch an dem gegen Dr. Ghassan Abu Sittah, den das gleiche traf, erkennt die Welt, wie weit Deutschland auf seinem Weg, Israels Vorgehen zu beschützen, gehen will. Varoufakis Fragen an die deutschen Behörden, aus welchem Grunde diese Verbote gegen ihn verhängt wurden, sind unter dem Hinweis auf „nationale Sicherheit“ ignoriert worden, weshalb er nun eine Klage gegen Deutschland anstrengt (7). Da die Proteste in allen europäischen Ländern gegen Israel dramatisch zunehmen und zwischenzeitlich Millionen auf die Straße bringen, nimmt der Druck auf ihre Regierungen deutlich zu. Flankiert wird die Szenerie von mehreren, sowohl vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) als auch vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gegen Israel und seine unterstützenden Staaten angestrengten Verfahren. Zahlreiche europäische Staaten wie Irland, Belgien, Malta, Spanien und Slowenien werden in Kürze Palästina als Staat offiziell anerkennen, weitere haben angekündigt, dies ebenfalls zu tun. Dies wird die EU dazu zwingen, sich mit dem Thema öffentlich auseinanderzusetzen und zu einer Entscheidung zu gelangen. Erst am siebten Mai stellte Joseph Borrell, der Außenbeauftragte der EU völlig ernüchtert und lapidar fest, dass Israel noch erheblich mehr Zivilisten töten werde und sich nicht darum schere, dass zahlreiche Staaten die Offensive in Rafah ablehnen (8). Auch auf dieser Ebene wird der Druck auf die Unterstützer wie Deutschland, Frankreich und England neben den anwachsenden Protesten auf ihren Straßen noch zusätzlich gesteigert, da selbst die UN in ihrer jüngsten Generalversammlung in überwältigender Mehrheit dafür gestimmt hat, Palästina weitaus mehr Rechte als Mitgliedsstaat gewähren zu wollen, damit es den Status als bisheriger Beobachterstaat in Richtung einer regulären Mitgliedschaft mit vollen Stimmrechten verlassen kann. All das zeigt überzeugend, dass sowohl Israel, als auch seine unterstützenden „Freunde“ den Krieg um Definitionen, um Bilder, um Informationen und die Wahrnehmung seines Tuns vollständig verloren haben. Sie befinden sich auf dem Weg in eine Isolierung. Das Massaker in Gaza und im Westjordanland wird von der Welt jeden Tag klarer als das gesehen, was es tatsächlich ist – nämlich nicht die „Verteidigung eines Opfers“, sondern als ein imperialistischer Krieg mit genozidalen Zügen eines brutalen Angreifers, der zudem für den Aggressor tatsächlich ungewinnbar ist und eine furchtbare Zukunft für sich nach sich ziehen wird. Denn schon jetzt zeigt sich deutlich, dass die Juden der Welt nach den Palästinensern die Hauptleidtragenden sind, weil ihnen zunehmend Hass und Verachtung entgegenschlägt. Denn die Politik der Unterstützer Israels ignoriert und erstickt die vielen Hunderttausend Stimmen von Juden, die sich lautstark gegen das Handeln Israels empören und weltweit rufen „Not in our name!“. Israel will sie mit der Hilfe seiner „Freunde“ zu Geiseln seiner Politik machen und setzt sie damit großen Gefahren durch Menschen aus, die israelisches mit jüdischem Handeln verwechseln und vermischen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

  1. https://www.middleeasteye.net/opinion/rafah-attack-defeat-sight-how-can-netanyahu-declare-victory
  2. https://www.aljazeera.com/news/2024/5/7/israel-takes-control-of-rafah-crossing-gazas-lifeline-whats-going-on
  3. https://www.timesofisrael.com/protesters-briefly-block-tel-aviv-highway-to-demand-deal-freeing-hostages-in-gaza/
  4. https://www.aa.com.tr/en/europe/israeli-arms-company-elbit-forced-to-sell-tamworth-factory-in-uk/3177877#
  5. https://www.fr.de/politik/israel-krieg-gaza-bodenoffensive-kosten-armee-nahost-konflikt-palaestinenser-zr-92754356.html
  6. https://www.moodys.com/credit-ratings/Israel-Government-of-credit-rating-423305
  7. https://diem25.org/yanis-varoufakis-sues-the-german-state/
  8. https://www.reuters.com/world/middle-east/more-civilians-will-be-killed-israels-rafah-offensive-whatever-they-say-eus-2024-05-07/

Aktienmarkt
Mögliche Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf die Aktienmärkte

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Ein Gastkommentar von Mariolina Esposito

Die US-Aktienmärkte haben seit der Einführung von künstlicher Intelligenz deutlich zugelegt, nicht nur der Technologieindex Nasdaq, sondern auch der S&P 500. Neben der hervorragenden Performance der Aktienmärkte hat sich auch die Zusammensetzung der Marktindizes deutlich verändert.

So macht der Technologiesektor 29 % des S&P500-Index aus. Hinzu kommt der Sektor Kommunikationsdienste, in dem die Internetunternehmen die traditionellen Unternehmen als Marktführer nach Marktkapitalisierung abgelöst haben. Auch im Konsumgütersektor sind Unternehmen vertreten, deren Kerngeschäft die technologische Innovation ist.

Der Finanzsektor schließlich umfasst Unternehmen, die bis vor kurzem noch zum Technologiesektor im engeren Sinne zählten. Man kann also sagen, dass der Technologiesektor heute über 40 % des wichtigsten amerikanischen Aktienindexes auf sich vereint und dass sich die Zusammensetzung und der Charakter des Technologiesektors in den letzten 35 Jahren dramatisch verändert haben: Software und Internet haben heute einen Anteil von 45 % an der Marktkapitalisierung des Technologiesektors, während es 1988 nur 5 % waren.

Nach einer Analyse von Bernstein stellt der Technologiesektor heute 18 % der Unternehmen und 34 % der Marktkapitalisierung der 1.500 größten Unternehmen in den USA. Schließlich zeigt diese Analyse, dass sich die Zusammensetzung des Technologiesektors radikal verändert hat: Heute stellen Hardware-Unternehmen 5 % aller Unternehmen im Technologieuniversum und 2 % der Marktkapitalisierung, während es 1988 noch 32 % der Unternehmen und 66 % der Marktkapitalisierung waren.

Fünf Sektoren im Fokus 

Informationstechnologie, Industrie, Gesundheitswesen, Automobilindustrie und Internet für den E-Commerce stehen derzeit im Fokus. Produktions-, aber auch Dienstleistungsunternehmen, die KI-basierte Lösungen einsetzen, werden ihre betriebliche Effizienz steigern und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können.

Wir sind davon überzeugt, dass sich KI-Aktien in einem Szenario sinkender Zinsen positiv entwickeln werden, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen können Unternehmen, die diese Technologie entwickeln, zu günstigeren finanziellen Bedingungen Kapital aufnehmen und ihre Umsetzung beschleunigen, wodurch sich ihr Vermögensprofil und gegebenenfalls ihre Schuldenstruktur verbessern. Zum anderen könnten Investoren auf der Suche nach höheren Renditen als auf dem Anleihemarkt dazu veranlasst werden, in Sektoren zu investieren, die als wachstumsstärker angesehen werden, wie z. B. KI-Sektoren.

KI wird viele Branchen beeinflussen

Die durch KI vorangetriebene industrielle Revolution wird viele Branchen und weit mehr Länder als die USA betreffen. Auch in Asien und Europa gibt es entsprechende Entwicklungen. Staatliche Maßnahmen zur Förderung von technologischer Innovation und digitaler Infrastruktur werden daher dazu beitragen, ein günstiges Umfeld für Unternehmen zu schaffen, die im Bereich KI tätig sind.

Es gibt bereits europäische oder asiatische Unternehmen, die zum Beispiel im Halbleitersektor tätig sind, die unweigerlich von amerikanischen Unternehmen beeinflusst werden, die an der Spitze der Entwicklung stehen und ohne deren produktiven Beitrag es nicht möglich wäre, die globale industrielle Kapazität zu steigern.

Weltweit sind derzeit verschiedene Makrotrends zu beobachten. Darunter wird das Thema Cybersicherheit für die Verwaltung und Speicherung von Daten, die übertragen und aufbewahrt werden müssen, insbesondere bei der Implementierung von KI-Technologien, zunehmend an Bedeutung gewinnen.


Mariolina Esposito, Fondsmanagerin des Eurizon Fund Equity Innovation bei Eurizon

Jerusalem Conference
Gastkommentar: Zionismus und Islamophobie

Ein Gastkommentar von Ahmet İnam – inam.ahmet@web.de

Die BILD-Zeitung hat dieser Tage wieder einmal gezeigt, was sie kann. Mit der Schlagzeile „Deutsche Kinder konvertieren aus Angst zum Islam“ hat sie wieder einmal gezeigt, welch wertvolle Arbeit sie im Namen des Zionismus leistet. Die BILD-Zeitung gehört zur Verlagsgruppe Axel Springer SE, einem der größten Medienkonzerne Deutschlands.

Sie unterhält nicht nur diese Zeitung, sondern auch andere Zeitungen wie die „Welt“. Beide genannten Zeitungen haben immer wieder deutlich gemacht, wie sie mit reißerischen, rassistischen oder pauschalisierenden Aufmachern zu Ausländern und insbesondere zu Muslimen stehen. Nicht ohne Grund.

In einem Interview mit TRT-World erklärt der Soziologieprofessor David Miller, der wegen seiner Forschungen und Äußerungen zum Zionismus mehrfach des Antisemitismus beschuldigt und von der Universität Bristol suspendiert wurde, sich aber vor dem Arbeitsgericht erfolgreich dagegen wehrte, dass der Zionismus die heutige Form der Islamophobie maßgeblich geprägt habe.

Obwohl ich wusste, dass der Zionismus eine islamfeindliche Ideologie ist, war mir nicht bewusst, dass die heutige Islamophobie durch zwei Konferenzen geprägt wurde, die der Zionist Benjamin Netanyahu 1979 und 1984 organisierte. Vielleicht liegt es an den wenigen Büchern, die ich zu diesem Thema besitze, denn es ist nicht unbedingt mein Spezialgebiet, aber ich habe diese Behauptung in deutschsprachigen Büchern nicht gefunden.

Ich habe dann in englischsprachigen Büchern gesucht und bin fündig geworden. Sie enthalten das, was Miller im Interview gesagt hat, nämlich dass vor allem diese beiden Konferenzen dazu beigetragen haben, dass seither in Wissenschaft, Politik und Medien immer wieder von „islamischem Terror“ die Rede ist.

Beide Konferenzen mit dem Titel „International Terrorism Conference“ wurden vom Jonathan Institute organisiert. „Jonathan“ ist der Name des Bruders des derzeitigen israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu. Benjamin und sein Vater gründeten das Institut im Gedenken an Jonathan, der als Soldat bei der Befreiung jüdischer Geiseln getötet wurde. Die Geiseln waren von kommunistischen (palästinensischen und deutschen) Terroristen entführt worden.

1979 fand in Jerusalem die erste Konferenz zu diesem Thema statt, zu der Politiker wie der damalige Präsidentschaftskandidat und CIA-Chef George Bush Sr. oder Akademiker wie Richard Pipes, Vater des islamophoben Daniel Pipes, der gerne über den „islamischen Terror“ schreibt, eingeladen waren. Die Gäste lauschten Netanyahus Definition von Terrorismus, die eher als Vorspiel zur Durchsetzung zionistischer Interessen gegen Palästinenser/Muslime verstanden werden kann. Dabei nahm er bestimmte Ereignisse wie die iranische Revolution oder Entführungsaktionen zum Anlass.

War der „islamische Terrorismus“ auf dieser ersten Konferenz noch nicht Hauptthema der Vorträge und Diskussionen, so sollte sich dies mit der zweiten Konferenz 1984 in Washington ändern. Auch an dieser Konferenz nahmen wieder bekannte Gesichter aus Politik, Wissenschaft und Medien teil.

Unter den Teilnehmern waren Politiker der Reagan-Administration wie Außenminister George Shultz, britische Politiker wie Lord Chalfont, Akademiker wie Bernard Lewis, Paul Johnson oder Elie Kedourie und mehrere Autoren und Journalisten wie Claire Sterling oder Arnaud de Borchgrave. (1)

Auch diese Konferenz fand in Politik und Medien große Beachtung. Der Inhalt der Vorträge wurde später von Benjamin Netanyahu in seinem Herausgeberwerk „Terrorism: How the West Can Win“ veröffentlicht. Über dieses Buch, das ein Bestseller werden sollte, sagte Edward Said, es enthalte mehrere Essays von akademischen Experten über den Islam, die „in jedem anderen Bereich als schlimmster Rassismus oder schlimmste Inkompetenz gelten würden“. (2)

In dieser zweiten Konferenz war die Sitzung zum Thema „Terrorism and the Islamic World“ besonders bemerkenswert, da in dieser Sitzung (und später im Buch) die Grundlagen für die rassistische Agenda vom „islamischen Terrorismus“ gelegt wurden.

Es war vor allem Bernard Lewis, der in dieser Sitzung mit seiner „Expertise“ den Islam als politische Ideologie zeichnete und für seine inkompetenten (und zionistischen) Behauptungen aus dem Leben des Propheten Muhammad fischte. Muhammad habe einen politischen Staat gegründet, daher sei der Islam eine politische Ideologie. Deshalb könne man von „islamischem Terrorismus“ sprechen, nicht aber von „christlichem“ oder „jüdischem Terrorismus“.

Dass einige biblische Propheten auch „Staatsmänner“ waren, wird dabei natürlich ausgeklammert. Seit dieser zweiten Konferenz wurden Publikationen, Dokumentationen, Berichte und Pressemeldungen über den angeblichen „islamischen Terrorismus“ programmatisch und systematisch gefördert und verbreitet. Insbesondere nach dem Anschlag vom 11. September, über den sich Netanjahu freute und dessen erste Äußerung „very good“ war, weil er damit die amerikanische Unterstützung im „Krieg gegen den Terror“ größer und uneingeschränkter hielt (3), überschlugen sich die „akademischen“ Publikationen aus aller Welt.

Eine Studie von Sarah Marusek von der Universität Leeds zeigt, wie stark der Zionismus bei der Verbreitung von Islamophobie vertreten ist. Von den 60 Wohltätigkeitsorganisationen, von denen bekannt ist, dass sie islamfeindliche Netzwerke finanziell unterstützen, sind 45 für ihre Unterstützung der israelischen Besatzungspolitik und der illegalen Siedlungen bekannt. Zwischen 2009 und 2013 sollen diese Organisationen 169 Millionen Dollar für diese illegalen Zwecke gespendet haben. (4)

Womit wir wieder bei Axel Springer wären. Während die Welt-Zeitung den Slogan „From the River to the Sea“ als einen antiisraelischen Slogan, als „einen Code für die Auslöschung des Staates Israel“ (5) deklariert, sehen die Springer-Medien kein Problem darin, ihr Werbeportal Yad2 zu nutzen, um mit eben diesem Slogan für illegale Siedlungen zu werben. (6)

So veröffentlichen sie einerseits islamfeindliche und antipalästinensische Nachrichten und Berichte in ihren Zeitungen WELT und BILD, beschäftigen sogenannte Islamexperten, die von morgens bis abends wie Chorknaben „Der Islam ist böse“ singen, schwärmen gerne vom „islamistischen Terror“ und tragen maßgeblich zur Verbreitung der Islamophobie in Deutschland bei, während sie andererseits die illegalen Siedlungen in Israel unterstützen.

Christlicher Zionismus

Der Zionismus ist nicht nur eine jüdisch-rassistische Ideologie, sondern vor allem eine christlich-rassistische und messianische Ideologie. (7)

Noch vor den jüdischen Zionisten haben ihre christlichen „Brüder“ diese Ideologie begründet und zum Blühen gebracht. Warum „Brüder“ in Anführungszeichen? Wenn man die verschiedenen evangelikalen und jüdischen Doktrinen des Zionismus durchdenkt, wird sofort klar, dass beide Gruppen sich gegenseitig ausnutzen und betrügen, um ihre ultimativen Ziele zu erreichen.

Amerikanische Präsidenten, ob Demokraten oder Republikaner, unterstützen Israel nicht für das Wohl der Juden, sondern für das christliche „Tausendjährige Reich“. Aber vorher muss Groß-Israel gegründet werden, alle Juden der Welt müssen dort sein und der Messias muss kommen. Je nachdem, welcher Messias kommt, werden entweder alle Nichtjuden oder alle Nichtchristen getötet.

Das mag für manche LeserInnen in Deutschland absurd klingen, doch es gibt nicht wenige mächtige Personen, die an solche Heils- (bzw. Vernichtungs-)Vorstellungen glauben. Dazu gehören Ronald Reagan, George W. Bush, aber auch der jetzige US-Präsident Joe Biden, der sich öffentlich als Zionist bezeichnet hat.

Ob es sich bei der Axel Springer SE um die gleichen Intentionen handelt, kann ich nicht sagen, auch wenn die gleichen Muster (Islam ist böse, Israel über alles) erkennbar sind. Axel Springer „ließ alle seine Mitarbeiter unterschreiben, dass sie sich für eine „Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen“ einsetzen sowie die „Lebensrechte des israelischen Volkes“ unterstützen.“

Ein Grundsatz, der noch heute im Verlag gilt“ (8)

Und wer eine pro-palästinensische Haltung einnehme, solle, so der heutige Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner, „kündigen“. (9)

Ob Springer, der im NS-Regime Karriere machte und für die NS-Propaganda mitverantwortlich war, wirklich in einen Gewissenskonflikt geriet und einseitig Israel als Mittel zur Versöhnung zwischen Deutschen und Juden unterstützte, lässt sich nicht sagen. Dass er aber in einer christlich-zionistischen Gemeinschaft, der Marienschwesternschaft, seine geistige Heimat fand, schon. (10)

Und auch der heutige Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns, Mathias Döpfner, hat mit seinem Bekenntnis „Ich bin ein nichtjüdischer Zionist“ (11) seine einseitige Parteinahme für Israel allzu deutlich gemacht als er von der Hamas und anschließend über den „islamistischen Fanatismus“ sprach.

Mit dem letzten Punkt meinte er undifferenziert alle Muslime, stilisierte gleichzeitig alle palästinensischen Mütter zu Brutstätten von Selbstmordattentätern und erwähnte mit keinem Wort, wofür der Zionismus steht. Kein Wort also über den Fanatismus der christlichen oder jüdischen Zionisten.

Döpfners Brief hätte auch von Benjamin Netanjahu stammen können, der auf seine beiden „International Terrorism Conference“ stolz sein kann, zumal die rassistische und zionistische Agenda dieser Konferenzen bis heute nachwirkt.

Ob diese Hassbotschaften auch in Zukunft wirksam sein werden, bis der nach zionistischer Vorstellung keineswegs friedliche, sondern blutrünstige Messias kommt, wird sich zeigen.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


1 Für die Liste aller Teilnehmer, siehe: Ronald Reagan Presidential Library Digital Library Collections.

2 Terrorism, Media, Liberation (Ed. J. David Scolum), S. 153.
3 The Islamophobia Industry, Nathan Lean, S. 144.
4 Vgl. What is Islamophobia? (Ed. U.a. David Miller), S. 200.
7 Für weitere Infos, siehe: Vernetzte Islamfeindlichkeit, Oliver Wäckerlig.

Palästina-Resolution
Israel-Botschafter zerschreddert UN-Charta

New York – Der israelische Botschafter Gilad Erdan vernichtete in einer wütenden Rede nach einer Abstimmung über die Mitgliedschaft Palästinas mit einem Papierschredder eine UN-Charta. Die Generalversammlung stimmte mit 143 zu 9 Stimmen dafür, den Sicherheitsrat zur Anerkennung Palästinas aufzufordern, 25 Länder enthielten sich. Die USA und Israel stimmten dagegen Derzeit ist Palästina in den Vereinten Nationen als „Beobachterstaat“ anerkannt. Nur der Sicherheitsrat kann über die volle Anerkennung eines Staates in der UNO entscheiden. Der palästinensische Vorstoß für eine Vollmitgliedschaft kommt sieben Monate nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas. Der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Farhan Haq, sagte am Freitag, auch wenn der israelische Botschafter ein Exemplar der Charta geschreddert habe, bleibe sie intakt, solange die Vereinten Nationen existierten, und von allen Mitgliedstaaten werde erwartet, dass sie ihrer Verpflichtung zur Achtung des Gründungsdokuments nachkämen. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Vasily Nebenzya, kommentierte die Resolution mit den Worten, dass die Vollmitgliedschaft in der UNO Palästina in den Verhandlungen auf eine Stufe mit Israel stellen würde, berichtet die Nachrichtenagentur Sputnik.  Palästina hat seit 2012 einen ständigen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen, während Israel seit 1948 Vollmitglied der Organisation ist.
Die Charta der Vereinten Nationen (UN-Charta) ist der Gründungsvertrag der Vereinten Nationen (United Nations). Ihre universellen Ziele und Grundsätze bilden die Verfassung der Staatengemeinschaft, zu der sich alle inzwischen 193 Mitgliedstaaten bekennen.
Sie wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco am Ende der Konferenz der Vereinten Nationen für internationale Organisation unterzeichnet und trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Das Statut des Internationalen Gerichtshofs ist ein wesentlicher Bestandteil der Charta.

Rüstungsnews
Türkischer Kampfjet TFX Kaan absolviert zweiten Testflug

Ankara – Während die Verhandlungen über die Verkäufe des US-Jets F-16 mit der Türkei noch laufen, hat das erste Kampfflugzeug der Türkei, der TFX-Kaan, weniger als drei Monate nach seinem Erstflug seinen zweiten Testflug absolviert. Ein weiterer Meilenstein in den Bemühungen des Landes, seine Luftwaffe aufzurüsten und die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern. Der Testflug fand in Begleitung eines F-16 der türkischen Luftwaffe am 6. Mai statt, bei dem das Flugzeug nach Angaben des Sprechers des Sekretariats für Verteidigungsindustrie (SSB), Prof. Haluk Görgün, 14 Minuten lang in der Luft blieb und eine Höhe von 10.000 Fuß (3.050 Meter) sowie eine Geschwindigkeit von 230kt erreichte. Der Erstflug wurde am 21. Februar dieses Jahres durchgeführt. „Heute haben wir einen weiteren bedeutenden Tag in der Geschichte der türkischen Luftfahrt und der türkischen Verteidigung erlebt“, sagte Görgün. „Ich gratuliere von ganzem Herzen allen unseren Unternehmen, Angestellten und institutionellen Mitarbeitern, die zu diesem Projekt beigetragen haben, insbesondere unseren Ingenieuren, Piloten und dem technischen Team der Turkish Aerospace Industries (TAI)“, sagte er und fügte hinzu, dass sie feste Schritte in Richtung Massenproduktion unternehmen. Er lobte die Bemühungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der gemeinsam mit dem Land einen solchen Erfolg erzielt hat, und sagte, der türkische Luftraum sei mit lokalen und nationalen Technologien in „sicheren Händen“. In einem Interview bekundete der ukrainische Botschafter in Ankara ein Kaufinteresse der Ukraine.

„Wir (die Ukraine) werden den KAAN-Kampfjet nicht nur kaufen, sondern auch einsetzen, und wir wissen, wo er zum Einsatz kommen wird“, so Wasyl Bodnar in einem Interview mit CNN Türk. Bodnar ist der Ansicht, dass KAAN das Potenzial hat, mit anderen Kampfjets der fünften Generation wie der F-35 und der F-22 aus amerikanischer Produktion zu konkurrieren.

  https://youtu.be/fXiLcui2Hjk?t=63