Westjordanland
Bericht: Israel nutzt sexuelle Gewalt zur Vertreibung

Menschenrechts- und Rechtsexperten werfen israelischen Soldaten und Siedlern vor, geschlechtsspezifische Gewalt und sexuelle Übergriffe gezielt einzusetzen, um Palästinenser aus ihren Häusern im besetzten Westjordanland zu vertreiben.

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Jerusalem – Menschenrechts- und Rechtsexperten werfen israelischen Soldaten und Siedlern vor, geschlechtsspezifische Gewalt und sexuelle Übergriffe gezielt einzusetzen, um Palästinenser aus ihren Häusern im besetzten Westjordanland zu vertreiben.

Dies geht aus einem Bericht des West Bank Protection Consortium hervor, über den The Guardian unter Berufung auf die internationale humanitäre Organisationen berichtet:

Betroffene palästinensische Frauen, Männer und Kinder berichten laut dem Konsortium von Angriffen, erzwungener Nacktheit, invasiven Körperhöhlenuntersuchungen sowie Drohungen mit sexueller Gewalt.

In den letzten drei Jahren wurden 16 Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt dokumentiert, wobei Experten von einer hohen Dunkelziffer aufgrund von Scham und Stigmatisierung ausgehen. Laut dem Bericht wird diese Gewalt strategisch genutzt, um Gemeinschaften unter Druck zu setzen und tägliche Lebensmuster zu verändern.

Besonders drastisch schildert das Konsortium, dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder für viele Haushalte der Ausschlaggeber für eine Flucht sei. Mehr als zwei Drittel der befragten Haushalte gaben an, dass sexuelle Belästigung von Mädchen der Moment war, in dem die Angst unerträglich wurde. In der Folge verlassen Mädchen die Schule oder werden von ihren Eltern frühverheiratet, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen.

Ein dokumentierter Fall beschreibt eine Frau, die von Soldatinnen und Siedlern in ihrem Haus zu einer schmerzhaften internen Untersuchung gezwungen wurde. Auch Männer und Jungen sind Ziele: Im März sollen Siedler im Jordantal einen 29-Jährigen vor den Augen seiner Gemeinde misshandelt und sexuell gedemütigt haben.

Das Ramallah-basierte Women’s Centre for Legal Aid and Counselling (WCLAC) sowie Physicians for Human Rights – Israel bestätigen laut The Guardian diese Muster und verweisen auf eine Kultur der Straflosigkeit. Milena Ansari von Physicians for Human Rights kritisierte, dass ausbleibende Strafverfolgungen, wie im Fall der Misshandlungen im Sde Teiman Zentrum, ein fatales Signal senden würden.

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