Transfer
Besiktas Istanbul: Türkischer Profi Muhammed Demirci wechselt von Besiktas nach Belgien

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Istanbul (nex) – Muhammed Demirci wechselt von Beşiktaş nach Belgien Der 1995 in Göynücek (Provinz Amasya) geborene, seit 2011 bei Beşiktaş Istanbul unter Vertrag stehende Mittelfeldspieler Muhammed Demirci, der zuletzt an den Zweitligisten Gaziantep BB ausgeliehen war, wird künftig nach Belgien wechseln. Meldungen zufolge wird Demirci künftig die Mannschaft von Royal Mouscron-Péruwelz verstärken, die in der Vorjahressaison der Jupiler Pro League den 13. Tabellenplatz belegt hatte. Der belgische Verein hat das türkische Nachwuchstalent für vier Jahre verpflichtet. Bereits im Alter von zwölf Jahren hatte Beşiktaş für Muhammed Demirci ein Millionenangebot vom FC Barcelona bekommen, was man seitens des mittlerweile 13-maligen türkischen Meisters jedoch ablehnte.
Sein Marktwert wird auf 600 Tausend Euro geschätzt.
Sein Debüt in der Süper Lig gab Demirci am 1. April 2012 gegen Samsunspor. Demirci spielte 2010 erstmals in der U-15-Nationalmannschaft und stand seither in den Kadern aller Nachwuchs-Nationalteams.

USA
Wieder Schießerei in US-Kino

Nashville (dts) – In den USA hat es erneut eine Schießerei in einem Kino gegeben. Der Vorfall ereignete sich im US-Bundesstaat Tennessee in einem Kino im Großraum Nashville, berichtet CNN. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Erst Ende Juli hatte ein bewaffneter Mann in einem Kino im US-Bundesstaat Louisiana das Feuer eröffnet. Die Polizei sprach von mindestens drei Toten, darunter auch dem Schützen. Und diese Woche war der Prozess gegen den Kino-Mörder von Aurora in die finale Phase gegangen. Die Jury hatte die Todesstrafe in einem Entscheidungsschritt theoretisch erlaubt. 2012 hatte der Täter in einem Kino in Aurora während der mitternächtlichen Premiere des Films „The Dark Knight Rises“ zwölf Menschen erschossen und 58 weitere zum Teil schwer verletzt.  

EU-Beitrittsverhandlungen
Friedrich will neue Visapflicht für Balkan-Länder

Berlin (dts) – Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Friedrich, hat die Wiedereinführung der Visapflicht für Zuwanderer aus den Balkan-Staaten gefordert. In „Bild“ sprach sich der frühere Bundesinnenminister zudem für einen Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit Balkan-Ländern aus, wenn sie den Zustrom von Wirtschaftsflüchtlingen nicht stoppen würden. „Der massenweise Asylmissbrauch durch Bürger aus den Balkanstaaten muss sofort gestoppt werden – und zwar, bevor sie zu uns kommen“, sagte Friedrich. „Die Visapflicht für diese Staaten muss sofort wieder eingeführt werden.“ Ein solches Vorgehen erlaube die EU-Visum-Verordnung ausdrücklich. Falls diese Maßnahmen nicht den erhofften Erfolg bringen, müssten zudem die Beitrittsverhandlungen mit den Balkanstaaten sofort gestoppt werden. Friedrich: „Wer den Rechtsbruch durch seine Bürger nicht stoppt, kann nicht zur EU gehören!“  

Griechenland Hilfspaket
Bundesregierung zweifelt an schneller Einigung mit Athen

Berlin/Athen (dts) – In der Bundesregierung wachsen die Zweifel, ob das dritte Hilfspaket für Griechenland noch rechtzeitig vor dem 20. August vereinbart werden kann. Wie „Bild“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, wird in Berlin mit einer weiteren Brückenfinanzierung für Athen gerechnet, weil die Verhandlungen der Geldgeber mit der griechischen Regierung nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können. Dem „Bild“-Bericht zufolge gibt es in Berlin aus zwei Gründen erhebliche Zweifel an einem rechtzeitigen Vertragsabschluss. So seien einerseits viele Fragen im Reformpaket derzeit noch ungeklärt. Eine Vereinbarung müsse aber vom griechischen Parlament und den nationalen Parlamenten von sechs Euro-Ländern (darunter Deutschland) nach Verhahndlungsabschluss noch beraten und abgestimmt werden. „Das ist nicht zu schaffen“, zitiert „Bild“ einen hochrangigen Regierungsvertreter. Außerdem versuche die griechische Regierung die Beschlussfassung über die in der eigenen Bevölkerung besonders umstrittene Reformmaßnahmen wie den Stopp der Frühverrentungen und die Streichung von Steuervorteilen für Landwirte auf den Herbst zu verschieben. Die Bundesregierung hat aber bisher immer erklärt, dass sie neuen Hilfen nur zustimmt, wenn alle Reformen vom griechischen Parlament beschlossen worden sind. Da Athen am 20. August 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zahlen muss, wird in Berlin mit einer weiteren Brückenfinanzierung gerechnet. Bereits im Juli hatte die EU Griechenland 7,16 Milliarden Euro als Brücken-Kredit über den Hilfsfonds EFSM ausgezahlt. Das Bundestagsplenum müsste einem weiteren Brücken-Kredit wahrscheinlich nicht zustimmen, weil die Abgeordneten der Regierung bereits im Juli die Genehmigung für Überbrückungshilfen an Athen erteilt hatten.  

Landesverrats-Ermittlungen
Polizeigewerkschaft: Forderung nach Entlassung Maaßens „geradezu lächerlich“

Berlin (dts) – Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat das Vorgehen von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen in der Affäre um die Landesverrats-Ermittlungen gegen das Internetportal Netzpolitik.org verteidigt: „Wenn ein Beamter wie Herr Maaßen eine Anzeige erstattet, weil er den Verdacht einer Straftat hat, dann ist das keine Affäre, sondern dessen gesetzliche Verpflichtung. Es ist geradezu lächerlich, ihn dafür entlassen zu wollen“, sagte Wendt dem „Handelsblatt“. „Das ist ein Rechtsstaat, wie ihn die Linken sich wohl wünschen, wenn nur noch Sachverhalte zur Anzeige gebracht werden, die der jeweiligen Regierung gerade in den Kram passen.“ Zuvor hatte unter anderem Linksparteichef Bernd Riexinger die Entlassung Maaßens als überfällig bezeichnet. Scharfe Kritik äußerte Wendt an Justizminister Heiko Maas (SPD). Es sei zwar sein Recht, von seiner Weisungsbefugnis gegenüber dem Generalbundesanwalt Gebrauch zu machen, es sei aber auch seine politische Verantwortung. „Die Arbeit und die Rolle der Staatsanwaltschaft in ganz Deutschland haben durch diesen Vorgang Schaden genommen, weil der Eindruck entsteht, dass nur noch ermittelt werden darf, wenn es Politikern auch gerade genehm ist“, sagte der Polizeigewerkschafter. „Tatsache ist, dass der Rechtsstaat auch solche Ermittlungen aushalten muss, die politisch umstritten sind, jedenfalls darf weder in den Ministerien noch in den Parteizentralen darüber entschieden werden, worüber unabhängige Gerichte zu urteilen haben.“ Maas habe jedoch „alles andere als geschickt und umsichtig agiert“, sagte Wendt weiter. Deshalb sei er jetzt in der Pflicht, das Ansehen der Justiz zu stärken und dort wiederherzustellen, wo es Schaden genommen habe. „Sicherheitsbehörden wie Polizei, Staatsanwaltschaft und auch Nachrichtendienste müssen absolut frei von dem Verdacht sein, politischen Interessen zu dienen, sie sind allein Recht und Gesetz verpflichtet“, betonte Wendt.  

Pressefreiheit
PKK verbietet kurdischen TV-Sender „Rudaw“

Zensur in syrischen Kurdengebieten: PKK verbietet kurdischen Sender „Rudaw“

Rojava (nex) – Die „Demokratische Vereinigungspartei“ (PYD), der politische Ableger der terroristischen PKK auf syrischem Territorium, hat in den von ihr kontrollierten Gebieten Nordsyriens den oppositionellen Sender „Rudaw TV“ verboten. Dies teilte die dem Präsidenten der Kurdischen Autonomieregion im Irak (KRG), Masoud Barzani, nahestehende Rudaw-Mediengruppe am Dienstag mit. Die PYD begründete diesen Schritt damit, dass Rudaw „Feindseligkeit innerhalb der kurdischen Nation“ provoziert habe. Der Sender habe einem Statement der PKK-Satellitenpartei zufolge „zur Gewalt angestachelt und Spannungen geschürt“ sowie „Vorurteile verbreitet“.
Rudaw wies die Vorwürfe zurück und verteidigte seine Arbeit in den syrischen Kurdengebieten. Die Berichterstattung der Rudaw-Teams in Rojava (der syrischen Kurdenprovinz) sei wesentlich professioneller als jene der PYD-Medien, weshalb Rudaw auch in der dortigen Bevölkerung beliebter sei und als glaubwürdiger betrachtet werde. „Rudaw hat ausgewogen sowohl über positive als auch über negative Entwicklungen in diesem Teil Kurdistans berichtet“, so der Sender. Bereits in der Vergangenheit wäre Rudaw-Journalisten in den von der PYD kontrollierten Gebieten das Leben schwer gemacht worden.
Viele Mitarbeiter des Senders seien verhaftet oder aus ihren Häusern vertrieben worden. Die syrische PKK-Sektion PYD würde in ihren Hochburgen ein Klima der Angst und Einschüchterung gegenüber oppositionellen Medienmitarbeitern verbreiten. Man habe sich in dieser Angelegenheit auch an internationale NGOs für Medienrechte gewandt. Die PYD sei verantwortlich für die Sicherheit von Journalisten in den von ihr kontrollierten Gebieten. Rudaw forderte die PYD auf, von weiteren Beschränkungen der Pressefreiheit Abstand zu nehmen.
Diese würden „in Menschen den Eindruck erwecken, sie lebten in Nordkorea“, so der Sender weiter. Der Präsident der KRG, Masoud Barzani, hatte erst jüngst wieder Terroranschläge der PKK verurteilt und diese für das Ende des Friedensprozesses in der Türkei verantwortlich gemacht. Damit hat er den Zorn der Terroristengruppe auf sich gezogen. Es ist davon auszugehen, dass die nunmehrigen Repressionen gegen Rudaw TV in Rojava mit diesen Entwicklungen im Zusammenhang stehen.

netzpolitik.org
„Handelsblatt“: Maaßens Anzeige war unkonkret – und mit Tippfehler

Berlin (dts) – Die Ende März beim Berliner Landeskriminalamt eingereichte Anzeige von Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen enthält das Wort „Landesverrat“ nicht, sondern war relativ unkonkret und mit einem Tippfehler belastet. Die Anzeige enthält zunächst lediglich den Satz: „Herr Präsident Dr. Maaßen erstattet Strafanzeige unter allen rechtlichen Gesichtspunkten“, berichtet das „Handelsblatt“ in seiner Donnerstagsausgabe. Die Anzeige richtet sich – wie bereits vorher bekannt war – gegen Unbekannt. Der Blog-Gründer Markus Beckedahl wird in einem Satz genannt: „Der Blog netzpolitik.org wird von einer Person namens Marcus Beckedahl betrieben“, heißt es in dem Text der Anzeige – mit falsch geschriebenem Vornamen. Zuvor wird auf jenen Artikel auf Netzpolitik.org verwiesen, in dem aus dem Haushaltsplan des Bundesamts für Verfassungsschutz für 2013 und dem Konzept zur Internetüberwachung zitiert wurde. „Die im Beitrag wiedergegeben Zitate entstammen – überwiegend im Wortlaut, z.T. auch umgeschrieben – dem Vorwort zum BfV-Wirtschaftsplan 2013 (VS-Einstufung Geheim) und dem vom BfV … erstellten Konzept der Erweiterten Fachunterstützung Internet (EFI) … (VS-Einstufung Vertraulich)“, heißt es dort weiter. Maaßen beteuert, seine Initiative habe sich nicht gegen Netzpolitik.org gerichtet, sondern gegen deren Quellen. Der Text der Anzeige gibt dazu wenig Aufschluss.  

Deutsche Bank
Deutsche-Bank-Chef Cryan macht Vorstandsressort Recht zur Chefsache

Frankfurt/Main (dts) – Deutsche-Bank-Chef John Cryan macht das Vorstandsressort Recht zur Chefsache. Wie erst jetzt bekannt wurde, übernahm er schon zum 1. Juli den Bereich von Christian Sewing, der auch Privatkundenvorstand ist, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die Neuigkeit stand zwar bereits im Zwischenbericht, der am 30. Juli veröffentlicht wurde, allerdings relativ unauffällig, so dass es kaum jemandem aufgefallen war. Sewing leitete das Rechtsressort seit Jahresanfang. Zum 1. Juli übernahm er zusätzlich die Verantwortung für den Bereich Privatkunden, nachdem Vorstand Rainer Neske im Streit über die künftige Strategie gegangen war. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner bereits angedeutet, dass Sewing die beiden Kernressorts nicht dauerhaft führen wird. Auch die Finanzaufsicht Bafin dürfte es nicht gutgeheißen haben, dass die Verantwortung für diese wichtigen, aber unterschiedlichen Themen bei nur einem Vorstand liegt. Noch offen ist, ob Cryan das Rechtsressort dauerhaft übernimmt, was eher ungewöhnlich wäre. Als Kandidatin für den Bereich gilt seit einigen Monaten auch Nadine Faruque, die derzeit bei der Deutschen Bank im erweiterten Vorstand für Compliance zuständig ist, also die Einhaltung der Regeln überwacht.  

Drum prüfe, wer sich ewig bindet
Wenn die Braut zum Monster wird

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Algier (nex) –  In Algerien verklagte jetzt ein Mann seine frisch angetraute Ehefrau, nachdem er sie nach der Hochzeitsnacht am nächsten Morgen zum ersten Mal ohne Make-Up gesehen hat. Wie die Nachrichtenagentur „Emirates24/72″ berichtet, zerrte der entsetzte Bräutigam seine Frau schon am darauffolgenden Tag vor Gericht und beschuldigte sie, ihn durch ihre Schminke betrogen zu haben, da sie gar nicht so schön sei. Scheinbar hatte der arme Mann seine Zukünftige vor der Hochzeit noch nie ungeschminkt gesehen. Der Algerier verlangte umgerechnet rund 18.500 Euro Schadensersatz, wegen des „Schocks“ den er am Morgen nach der Hochzeit erlitten habe. Vor dem zuständigen Gericht in Algier sagte er aus, dass er entsetzt auf die ihm scheinbar fremde Frau in seinem Bett am nächsten Morgen blickte, bis er erkannte, dass es sich um seine Ehefrau handelte. Das Gerichtsurteil steht bisher noch aus. Somit ist unklar, ob der Mann den geforderten Schadensersatz erhält, oder die zuständigen Richter ihm eher dazu raten, das nächste Mal genauer hinzusehen.  

Kommentar
Grüner Maßregelungsdrang ereilt eigenen türkischstämmigen Politiker

Grüner Maßregelungsdrang ereilt eigenen türkischstämmigen Politiker
  Ein Kommentar von Remzi Aru
Berlin (nex) – Böse Zungen behaupten, die Partei der Grünen wäre vor allem deshalb über jedweden Verdacht, rassistische Vorstellungen zu pflegen, erhaben, weil die ihr zu Grunde liegende Ideologie jeden Menschen gleichermaßen als Schädling hinsichtlich einer mystifizierten Natur betrachtet. Dies soll jedoch jetzt erst mal nicht mein Thema sein. Heute soll es eher um das Thema Grüne und Einwanderer gehen.Für viele türkische Einwanderer erschien ein Engagement in der Partei der Grünen über lange Zeit hinweg als attraktiv, weil diese Partei, die sich soziologisch in erster Linie aus Angehörigen der gesellschaftlichen Oberschicht zusammensetzte, die in Vierteln mit besonders geringem Ausländeranteil lebte, im Unterschied zu anderen stets darauf verzichtete, den „Bild“-Pöbel mit fremdenfeindlichen Wahlkampfparolen zu bedienen.
Man war auf die Stimmen schlicht strukturierter Neonazis oder dumpfer Stammtischbrüder schlichtweg nicht angewiesen, gleichzeitig lebte man abgeschottet im lange Zeit homogenen Biotop des deutschen Bildungsbürgertums – da konnte man leicht Schalmeienklänge von wegen „Mut zur multikulturellen Gesellschaft“ anstimmen, mittels derer man Stimmen eingebürgerter Einwanderer zu lukrieren versuchte. Dass die vermeintlich „multikulturelle“ Ausrichtung der Partei in erster Linie eine theoretische war und das Werben um die Gunst der Einwanderer nicht zwingend damit zu tun haben sollte, dass man diese als gleichberechtigte Glieder des Gemeinwesens akzeptieren würde, sollte sich erst zeigen, als immer mehr Kinder und Enkel der ersten „Gastarbeiter“ an die Universitäten strömten und als Freiberufler, Unternehmer oder leitende Angestellte Karriere machten.
Nun begannen die Einwanderer ihnen langsam suspekt zu werden, nicht nur, weil sie als Konkurrenz auf den Arbeitsmarkt strömten, sondern auch, weil viele von ihnen die politischen und gesellschaftlichen Ideen nicht verinnerlicht hatten, die seitens der linksgrünen Nomenklatura nach dem „Marsch durch die Institutionen“ an Schulen und Universitäten, in Medien und politischen Parteien dem gemeinen Volk verordnet wurden. Grüne Vorstellungen wie jene noch 1988 von Volker Beck vertretene, wonach die „Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich“ wäre, oder die nunmehr in „Bildungsplänen“ verankerte, zwangsweise Belästigung von Kleinkindern mit der „Puppe Lutz“ und anderen Handreichungen zur Ermöglichung einer frühzeitigen Überwindung anerzogener Hemmungen, die die freie Entfaltung der Sexualität schon im Kindesalter stören, konnten in der Einwanderercommunity nie so richtig Fuß fassen – und dabei dürfte es auf absehbare Zeit auch bleiben.
„Fortschritt“, „Emanzipation“ und „Befreiung“, wie die Grünen es meinen, wirkten auf Gastarbeiterkinder, für die ein starker Zusammenhalt in der Familie und die Gottesfurcht Kraftpole in Jahrzehnten bitterer Armut waren, nun mal weniger abziehend als auf Kinder der deutschen 68er Generation, die nur Wohlstand und Luxus kannten und die bald herausgefunden hatten, wie der Verweis auf die Herkunft der eigenen Eltern aus der Nazi-„Tätergeneration“ mühelos jeden Einwand gegen ihren hypertrophen Drang zur „Selbstverwirklichung“ zum Verstummen bringen würde. So sehr die linksgrüne Hegemonie im Laufe der letzten Jahrzehnte in der deutschen Mehrheitsgesellschaft alle Lebensbereiche erfasste, so resistent erwiesen sich weite Teile der Einwandererbevölkerung. Im Unterschied zur Situation bei den Alteingesessenen wurden die türkischen Einwanderer mit zunehmendem Wohlstand nicht säkularer, feministischer, linksprogressiver und ökofaschistischer, sondern hielten immer noch an religiösen Werten, Familie und Nationalstolz fest.
Dies konnte auch den angeblich so „multikulturellen Einwandererfreunden“ bei den Grünen nicht verborgen bleiben. Zwar gab es immer wieder angepasste Vorzeigetürken wie Cem Özdemir, die man nun als große Vorbilder herausstellte, aber auch die erweckten eher Misstrauen. Das war auch kein Wunder: Denn die Erwartungshaltung von wegen „Passt Euch endlich unseren Werten an“, die beim Sarrazin- und PI-Publikum auf Bikini, Schweinefleisch und Alkohol gerichtet ist, zielt bei grünen „Multikulti“-Eliten darauf auf, dass Türken den „Armenier-Genozid“ anerkennen, Genderbewusstsein anstelle des Nationalbewusstseins entwickeln, eine „fortschrittliche“, „befreite“ Sexualmoral adaptieren und sich statt über die PKK lieber über Erdoğan empören sollen. Die dahinterstehende Blockwartmentalität bleibt bei beiden die gleiche. Wer nicht mitmacht, erweckt den deutschen Maßregelungsdrang. Dies macht auch den Weg vom Linkssozialisten zum rechtsradikalen „Islamkritiker“ für Leute wie Sarrazin, Buschkowsky, Alice Schwarzer oder Ralph Giordano so kurz.
Der jüngste Kandidat für eine gehörige Belehrung dieser Art ist nun Eyup Odabaşı, immerhin schon seit Jahr und Tag aktiver Politiker der Grünen aus Bünde, der nichts anderes gemacht hatte als einen Zeitungsartikel über die Ermordung von sechs Teilnehmern eines Marsches zum „Christopher Street Day“ durch einen jüdischen Extremisten am vorangegangenen Wochenende in Jerusalem auf Facebook zu posten und als Einleitung den Textauszug „Augenzeugen berichteten, der Mann habe mehrere Teilnehmer der Gay Parade von hinten mit einem Messer attackiert und dabei laut geschrien“ zu posten. Etwas weiter unten im Thread macht Odabaşı, der noch nicht einmal als besonders vehementer Anhänger der türkischen Regierung aufgefallen ist, seine eigene Position mit den Worten deutlich: „Unabhängig von der Religion, der Ethnie und der sexuellen Ausrichtung: Leben und leben lassen.“
Für Pädoversteher a.D. Volker Beck Anlass genug, seinem Parteigenossen mittels einer Flucht in den Whataboutismus den Kopf zu waschen: „Und PM Netanyahu hat es unverzüglich verurteilt, anders als beim IstanbulPride, wo die Gewalt von der Polizei ausging und das Verbot mit Ramadan begründet wurde.“ Die durch die Blume vermittelte Botschaft dahinter: Es steht einem dahergelaufenen Kanaken wie Odabaşı nicht zu, als deutscher Grünenpolitiker in „unterkomplexer“ Weise auf einen Sachverhalt in Israel hinzuweisen, solange in der Türkei rechtswirksam verbotene Demonstrationen durch die Polizei aufgelöst werden. Eyup Odabaşı hatte allerdings bereits zuvor den Zorn der grünen Nomenklatura auf sich gezogen, indem er ebenfalls auf Facebook sein Unverständnis über die neue deutsche Liebe zur PKK artikuliert hatte und sich mit seiner Weigerung, die terroristische PKK mit „den Kurden“ gleichzusetzen, dem Klassenstandpunkt verweigerte, den seine Partei vorgab.
Wie so etwas enden kann, konnte man erst vor wenigen Monaten im Falle der Hamburger Grünen-Politikerin Nebahat Güçlü sehen. Zu weit sollte es Odabaşı, wenn er in dieser Partei noch alt werden will, also nicht treiben. Politiker aus der türkischen Einwanderercommunity haben sich – und das zeigen Vorfälle dieser Art – vorbehaltlos den vorherrschenden deutschen Deutungen über die Situation im Heimatland ihrer eigenen Urahnen zu unterwerfen. Man will den Einwanderer, der seine Identität, seine eigenen Erfahrungen und seinen Charakter verkauft, um in der politischen Elite Deutschlands akzeptiert werden zu können. Egal, wie gut ein türkischer Einwanderer die türkischen Verhältnisse und die Bedürfnisse der türkischen Community kennt: Der deutsche Schulmeister kennt sie besser. Erst nach erfolgter Zwangsgermanisierung und Übernahme des Narrativs der Bildzeitung oder des Politbüros der Grünen darf der türkische Einwanderer wirklich „einer von uns“ sein.
Man verzeihe mir, wenn ich mich angewidert abwende.
Remzi Aru