Verfassungsreform in der Türkei
Kurdischer Islamgelehrter lobt türkischen Einsatz für muslimische Welt

Sulaimaniyya (nex) – Der Wunsch und das Engagement der Türkei, der islamischen und arabischen Welt zu dienen, hat nach den Worten des bekannten Islamgelehrten Professor Dr. Ali Muhiuddin al-Qaradaghi allen Seiten genützt.

Der Generalsekretär der Internationalen Union Muslimischer Gelehrter (IUMS) sprach im Büro der Autonomen Kurdischen Gebiete (KRG) im irakischen Sulaimaniyya mit der Nachrichtenagentur Anadolu.

Al-Qaradaghi wies darauf hin, dass das morgen anstehende Verfassungsreferendum der Türkei einen Impuls verleihen werde und fügte hinzu, dass das türkische Volk in den vergangenen 15 Jahren mit der Regierung der Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) die richtige Entscheidung getroffen habe.

„Die Verfassungsänderung ist – vor allem heute – von vitaler Bedeutung, dieser Schritt wird sehr nützlich für die Türkei sein“, begründete er seine Haltung. Die Türkei habe in den vergangenen 15 Jahren trotz der Einschränkungen des parlamentarischen Systems bedeutende Fortschritte gemacht, unterstrich al-Qaradaghi und fügte hinzu:

„Die regierende AKP verzeichnet in Wirtschaft und sozialer Entwicklung bedeutende Erfolge. Wenn die vorgeschlagenen Pläne in die Tat umgesetzt werden, wird die Türkei einen Riesenschwung erleben.“

Eine an Stärke gewinnende Türkei sei ein großer Gewinn für die islamische Welt, betonte der Islamgelehrte und ergänzte:

„Die Türkei wetteifert mit niemandem um die Position des Anführers der islamischen oder arabischen Welt – im Gegenteil: Die Türkei möchte ihnen dienen. Beide Seiten könnten von einer starken Türkei profitieren. Solange die Türkei stark, fair und gleichberechtigt ist, kann sie sich und der islamischen Welt enorme Dienste erweisen. Sie kann sogar für die islamische Welt oder den westlichen Ländern als Vorbild dienen. Auch die islamische Welt könnte bei dieser Ermächtigung eine große Rolle spielen.“

Der im irakischen Sulaimaniyya geborene einflussreiche kurdische Islamgelehrte al-Qaradaghi ist Professor für Rechtswissenschaft an der Universität von Katar und ein Experte für Scharia und Fiqh verbunden mit dem islamischen Finanzwesen

Al-Qaradaghi ist der Generalsekretär der ursprünglich in Dublin gegründeten Internationalen Union Muslimischer Gelehrter (International Union of Muslim Scholars, wo er vor zwei Jahren den Vorsitz übernahm.

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Verfassungsreform in der Türkei
Experten: „JA“ beim Referendum wird türkische Lira stärken

Istanbul (nex) – Sollte das Referendum am Sonntag in der Türkei mit einem Ja zur Verfassungsreform enden, würde dies einen positiven Effekt auf die türkische Wirtschaft haben, die Unsicherheiten zerstreuen und die Türkische Lira gegenüber dem US-Dollar aufwerten. Dies ist die einhellige Meinung von internationalen Experten, mit denen die Nachrichtenagentur Anadolu gesprochen hat. „Türkische Vermögenswerte bieten hohe Renditen und hohe Zinssätze, die für diejenigen auf der Suche nach hohen Erträgen attraktiv sind, wenn die Industriestaaten niedrige Zinssätze aufweisen“, erklärte der renommierte Ökonom des in London ansässigen Thinktanks Oxford Economics, Nafez Zouk, gegenüber Anadolu. Der Experte wies auf die wiederhergestellte politische Stabilität sowie die an die Märkte gesendeten positiven Signale hin, die dazu führen könnten, dass sich die Türkische Lira gegen den US-Dollar mit 3,50 behauptet. Sollte sich die Mehrheit der türkischen Bevölkerung gegen die Verfassungsreform aussprechen und dies zu vorgezogenen Wahlen führen, könnte die Unsicherheit steigen und es zu einem größeren Abverkauf kommen, so Zouk weiter. Pjotr Matis, Stratege für Schwellenländer-Aktienmärkte bei der Rabobank in London, sagte gegenüber der Anadolu, dass im Falle einer positiven Volksabstimmung über die Verfassungsreform die Lira gegenüber dem Dollar eine Aufwertung auf etwa 3,5561 erleben werde. „Die regierende Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) beabsichtigt, sich nach dem Referendum auf Wirtschaftsreformen zu konzentrieren, was für Investoren ein ermutigendes Signal wäre“, so Matis. Ein Nein beim Referendum hätte eine negative Wirkung auf die Lira, da es zu einer politischen Unsicherheit führen würde: „In diesem Szenario könnte die Lira gegenüber dem Dollar auf 3,9415 nachgeben.“ Auch Tatha Ghose, ein anerkannter Experte für Emerging Markets bei der Commerzbank in London, vertritt laut Anadolu Matis‘ Auffassung, dass die Lira „erleichtert aufatmen könnte“, wenn das Referendum positiv ausfalle. „Sollte das Nein-Lager gewinnen, würde die politische Stabilität sofort in Frage gestellt, und daraufhin könnte es zu vorgezogenen Wahlen kommen, was wiederum negative Auswirkungen auf die Währung hätte“, warnte er und fügte hinzu: „Die Lira könnte von einem Ja profitieren und einen Wert von etwa 3,60 gegenüber dem Dollar erreichen.“ Im vergangenen Jahr hat die türkische Wirtschaft trotz des Putschversuchs vom 15. Juli und der regionalen Konflikte in Syrien und Irak um drei Prozent zugelegt.

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Kampf gegen den Terror
Erdogan: Dialog mit PKK kann beginnen

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan lässt die Tür für einen Dialog mit der PKK unter der Bedingung ihrer vollständigen Entwaffnung offen. Erdogan, der bei einem Referendumsauftritt eine Rede hielt, erklärte, dass die PKK sich ein Beispiel an der Entscheidung der bewaffneten Organisation ETA nehmen solle, die nach ihrem 40-jährigen Kampf um Unabhängigkeit in Spanien und Frankreich ihre Waffen aufgegeben hat. „Wie die ETA, die, wie Sie wissen, vor Kurzem ihre Waffen aufgegeben hat, muss auch die PKK alle ihre Waffen aufgeben, und die Lager und die Koordinaten dieser Waffen angeben“, betonte Erdogan und fügte hinzu:
„Aber zu glauben, dass ihr eure Waffen behalten und euch trotzdem an den Verhandlungstisch setzen könnt, das geht nicht.“
Türkische Sicherheitskräfte haben laut Erdogan in den vergangenen 20 Monaten mehr als 10.000 Terroristen neutralisiert. Die ETA ist eine in den späten 1950-ern während der Franco-Diktatur gegründete Separatistengruppe, die die Errichtung eines unabhängigen Baskenstaates in Nordspanien und Südfrankreich zum Ziel hatte. Die im Jahre 1974 in Ankara gegründete PKK begann 1984 mit ihren Terroranschlägen. Sie setzen ihren bewaffneten Kampf und ihre Gewaltakte fort, die bislang mehr als 40.000 Menschenleben gefordert haben. Im Juli 2015 hatte die KCK (Union der Gemeinschaften Kurdistans) – die Verwaltungsorganisation der PKK – den zweieinhalbjährigen Waffenstillstand mit dem türkischen Staat einseitig beendet und ihre Terroraktivitäten wiederaufgenommen. Die überwiegend prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) mit Verbindungen zur Terrororganisation PKK hat in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die PKK die Gespräche mit der türkischen Regierung gerne wiederaufnehmen möchte, nachdem sie schwere Verluste erleiden musste und die erwartete Unterstützung von den Menschen in der Osttürkei nicht erhielt.

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Wirtschaft
Yildirim: „Türkei erreicht trotz schwierigem Jahr doppelt so hohes Wirtschaftswachstum wie EU“

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  Izmir (nex) – Die Türkei hat trotz der politischen Turbulenzen im vergangenen Jahr ein doppelt so hohes Wirtschaftswachstum wie die EU- oder OECD-Länder erreicht. Dies teilte am vergangenen Mittwoch der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim mit. Yildirim, der bei einem Treffen mit Geschäftsleuten im westtürkischen Izmir eine Rede hielt, wies darauf hin, dass Ratingagenturen dabei seien, ihre Prognosen der kommenden Jahre für die türkische Wirtschaft nach oben zu korrigieren. „Jenen, die die Türkei nach dem Putschversuch vom 15. Juli schlechter eingestuft hatten, hatten wir gesagt: ‚Sie haben zu früh gesprochen, Sie werden Ihre Meinung noch ändern‘“, so der türkische Ministerpräsident. Die neuesten OECD-Prognosen sagen dem Land für dieses Jahr ein Wachstum von 3,26 Prozent für dieses und 3,8 Prozent für das kommende Jahr voraus. Der Durchschnitt für das Wachstum in den OSZE-Ländern liegt laut Berechnungen bei 1,98 Prozent in diesem und 2,29 Prozent im nächsten Jahr. Yildirim rief die Geschäftsleute auch dazu auf, das am kommenden Sonntag anstehende Verfassungsreferendum stärker zu unterstützen. Der Politiker, der seinerzeit als Izmir-Abgeordneter der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt nach Ankara gegangen war, versprach auch neue Investitionen in der Ägäis-Stadt. Am kommenden Sonntag sollen rund 55 Millionen Wahlberechtigte in der Türkei über Änderungen in der Verfassung entscheiden, die bei einer positiven Abstimmung die Befugnisse des Präsidenten erheblich ausweiten werden.

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Kampf gegen PKK
Türkische Armee erhält 20. ATAK Kampfhubschrauber made in Turkey

Ankara (nex) – Die türkische Armee hat ihren 20. ATAK Kampfhubschrauber entgegengenommen. Eurasia News und NEX24 sprachen mit dem Militärexperten Yusuf Akbaba, der den Hubschrauber als wichtigen Gewinn für den Kampf gegen die Terrororganisation PKK beschreibt. Pakistan ist am Kauf des türkischen Rüstungsprodukts insteressiert. An der Zeremonie am vierten April nahmen der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik und der Kommandeur der Landstreitkräfte General Zeki Colak Teil. Bei der Übergabezeremonie feuerte der Hubschrauber bei einer Flugdemonstration Raketen auf Testziele ab. Der ATAK Kampfhubschrauber, auch T129 genant, wird von den Staatsunternehmen Turkish Aerospace Industries (TAI) und ASELSAN gebaut. Bei der Veranstaltung betonte Verteidigungsminister Fikri Isik die Bedeutung des ATAK Helikopters. Insbesondere Stolz sei man, da die Waffensysteme des Hubschraubers aus heimischen Ressourcen hergestellt wurden. Der Militärexperte Yusuf Akbaba erklärte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass die Türkei mit ATAK die Lücke in Fragen der Luftnahunterstützung schließen wird. Er sagte:
„Über Jahre hinweg führten die türkischen Streitkräfte mit acht bis zehn US-amerikanischen Cobra Kampfhubschraubern den Krieg gegen die terroristische PKK. Informationen zufolge will Ankara der TSK über 90 dieser Systeme zur Verfügung stellen.“
ATAK stelle nur eine Komponente in der neuen Strategie der TSK für Luftnahunterstützung im Kampf gegen asymmetrische Elemente im Südosten der Republik dar. Die Türkei integriert unterdessen Drohnen-Systeme und das leichte Militärflugzeug Hürkus-C in bewaffneter Version. Auf die Frage, ob Ankara für den ATAK Kampfhubschrauber Exportpläne entwickelt hat, antwortete Akbaba:
„Die Türkei wird das Produkt im Ausland zum Verkauf anbieten. Der erste Kunde könnte Pakistan werden, das als befreundeter Bruderstaat auf Kreditbasis den ATAK geliefert bekommen würde.“
ATAK, auch als T129 bekannt, ist ein allwettertauglicher Militärhelikopter. Er ist eine Weiterentwicklung, der aus einem Technologietransfer des Augusta A129 hervorgegangenen ist. Im Juni 2014 wurden die ersten drei Serienmaschinen den türkischen Streitkräften übergeben. Im Anschluss an die Flugdemonstration gratulierte Isik der Pilotencrew für die erfolgreiche Feuerübung „Möge Gott euch die nötige Kraft geben“, sagte Isik, der das Publikum im Anschluss über die Eigenschaften des Kampfhubschraubers informierte.

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Mutter aller Bomben:
USA werfen erstmals größte nicht-nukleare Bombe über Afghanistan ab

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Kabul (nex) – Wie das Pentagon am Donnerstag bestätigte, haben die USA in Afghanistan eine Mega-Bombe des Typs GBU-43 eingesetzt. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge erfolgte der Abwurf im Achin-Distrikt in der Provinz Nangarhar an der pakistanischen Grenze. Dort war am vergangenen Wochenende ein US-Soldat im Einsatz gegen die Taliban getötet worden. Der Sprengkörper habe einen „Tunnelkompex“ der Dschihadistenmiliz IS getroffen. Mit über 8000 kg Sprengstoff gilt die GBU-43 als größter konventioneller Sprengkörper der amerikanischen Streitkräfte. Nach der Entwicklung im Jahre 2003 war die Bombe US-Medienberichten zufolge bisher noch nie bei tatsächlichen Kampfhandlungen eingesetzt worden. Nur Russland besitzt eine noch grössere Bombe, die als „Vater aller Bomben“ bekannt ist. Die US-Streitkräfte beurteilen dem Pentagon zufolge derzeit den bei dem Bombenabwurf entstandenen Schaden.

OXFAM
Studie: Top-50-Unternehmen der USA verschieben 1.600 Milliarden Dollar in Steueroasen

London (nex) – Die 50 größten Unternehmen in den USA haben in den Jahren 2009 bis 2015 1,6 Billionen US-Dollar in Steueroasen fließen lassen, während sie selbst Steuervergünstigungen erhalten haben. Dies hat die globale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam am gestrigen Mittwoch bekannt gegeben.

Demnach hätten Unternehmen wie Apple, Pfizer, Chevron, Goldman Sachs, Walmart und General Electric eine Summe, die die jährliche Wirtschaftsleistung von Ländern wie Kanada, Südkorea, Australien, Russland oder der Türkei übersteigt, in Steueroasen verschoben.

Von 2009 bis 2015 haben Oxfam zufolge die 50 größten US-Konzerne gemeinsam 2,5 Milliarden Dollar ausgegeben, um die US-Regierung zu beeinflussen. Davon seien 325 Millionen direkt in die Lobbyarbeit zur Steuerpolitik geflossen. Jeder ausgegebene US-Dollar habe den Unternehmen demnach 1.200 US-Dollar an nachlässen gebracht.

Die Studie mit dem Titel „Rigged Reform“ (etwa: Manipulierte Reform) enthüllt, dass „große US-Unternehmen Steueroasen in Anspruch nehmen und ihre Investitionen in politische Lobbyarbeit erhöhen, um noch größere Steuervergünstigungen zu erreichen“.

Die 50 größten Unternehmen haben laut Oxfam 2015 mithilfe eines Netzwerks von 1.751 Tochterunternehmen 1,6 Billionen US-Dollar in Steueroasen geschafft.

Die in Großbritannien ansässige Organisation weist in ihrem Bericht darauf hin, dass dies einem Anstieg um 200 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 2014 entspreche.

Diese Unternehmen wenden diese Steuertricks jedoch nicht nur in ihrem Heimatland an. Die gleichen Methoden werden auch im Ausland genutzt. Das schadet besonders Entwicklungsländern: Jährlich entgehen der UN zufolge diesen Staaten 100 Milliarden US-Dollar.

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Gemeinsam gegen Terror
Nach Anschlag in Dortmund: Islamrat ruft zur Solidarität zwischen Muslimen und Christen auf

Düsseldorf (ots) – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat nach dem Anschlag von Dortmund zur Solidarität zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen aufgerufen. „Es ist schockierend welch mörderischen Methoden sich die Verbrecher ausdenken, um in die Gesellschaft einen Keil zu setzen und die Angst vor Muslimen weiter zu schüren“, sagte Mazyek der „Rheinischen Post“. Wäre er selber kein Muslim, er bekäme es ebenso mit der Angst vor dem Islam zu tun, sagte Mazyek. „Aber wir wollen gemeinsam ihren teuflischen Plan durchkreuzen, indem wir uns solidarisch mit unserem Land und in diesen Stunden zur Borussia zeigen“, sagte Mazyek. Der SPD-Innenpolitiker Boris Pistorius hat ebenfalls schockiert auf den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund reagiert. Es handele sich um „eine erschreckende Gewalttat“, die „schlicht unfassbar“ sei, sagte der niedersächsische Minister für Inneres und Sport der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Beeindruckt habe ihn allerdings die Reaktion der Zuschauer beider Seiten im Stadion. „Die weit angereisten Fans aus Monaco haben sich mit ihren Gesängen mit den Dortmundern solidarisiert. Das gibt es eben auch im modernen Fußball, bei dem wir leider viel zu oft über Kommerz und Gewalt sprechen müssen.“ Pistorius rief andere Fußball-Fans auf, sich an dieser „Geste der Fairness“ ein Beispiel zu nehmen. „Ich würde mir sehr wünschen, dass sich daran auch die Fans von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig am Samstag angesichts des Derbys daran orientieren.“ Die Polizei sei auf das Problemspiel gut vorbereitet. Er appelliere an alle Fans, „dieses Wochenende zu einem echten niedersächsischen Fußballfest zu machen“, sagte der SPD-Politiker. Die beiden von der Bundesanwaltschaft vorläufig als Tatverdächtige geführten Personen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund stammen nach einem Bericht von „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus der nordrhein-westfälischen Islamisten-Szene. Nach Informationen der Zeitungen handelt es sich dabei um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal sowie einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg (Kreis Unna). 4 Beiden wird laut „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine Nähe zur terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ vorgeworfen. Den Behörden liegen zudem Hinweise vor, dass sich mindestens eine der beiden Personen im Tatzeitraum in der Nähe des Anschlagsortes aufgehalten haben könnte. Ein Verdächtiger wurde inzwischen vorläufig festgenommen, allerdings wird nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft weiterhin ein Haftbefehl noch geprüft. In Ermittlerkreisen wurde betont, dass man noch sehr zurückhaltend sein müsse mit konkreten Bezügen der beiden Personen zur Tat. Es seien derzeit verschiedene Motive und damit unterschiedliche Tätergruppen denkbar, hieß es. Von einem terroristischen Hintergrund werde jedoch ausgegangen.

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Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline
Treffen in Baku: Kasachisches Öl für Türkei geplant

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Astana (nex) – Aserbaidschans Energieminister Natig Aliyew und sein kasachischer Amtskollege Kanat Bozumbajew haben am dritten April die Aussichten einer Energiekooperation diskutiert. Demnach erwägt Kasachstan den Transport von Erdöl aus dem Kaschagan-Feld über die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline in die Türkei. Eurasia News und NEX24 sprachen mit Vertretern aus Wirtschaft und Energie. Die Minister beider Turkstaaten diskutierten den möglichen Transport von Erdöl aus Kasachstans Kaschagan-Feld. Das Öl könnte in Zukunft über die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline an den Weltmarkt angebunden werden, was auch von der Türkei unterstützt wird. Eurasia News und NEX24 sprachen mit einem hochrangigen Vertreter der staatlichen Erdölgesellschaft Aserbaidschans. Ibrahim Ahmadow kommentierte unter Berufung auf eine Stellungnahme von SOCAR:
„Rohöl aus Kasachstan war und ist immer ein willkommenes Asset für BTC und andere aserbaidschanische Transportinfrastrukturen.“
SOCAR lobt die Zusammenarbeit mit Kasachstan und wünscht sich einen tiefer greifenden Austausch mit dem zentralasiatischen Turkstaat. Aus der Mitteilung geht hervor:
„Aserbaidschan und Kasachstan sind bereits bei der Entwicklung des Kasachstan-Aserbaidschan-Kaspischen-Verkehrssystems KACTS weit fortgeschritten. Wir sind bereit, das Interesse Kasachstans an der Nutzung unserer Infrastruktur zu unterstützen.“
Der Hauptstadtpräsident der Deutsch-Türkischen Wirtschaftsvereinigung Suat Bakir bemerkte gegenüber Eurasia News, dass die Absicht auf Zusammenarbeit im Energiebereich zwischen den Turkstaaten Kasachstan, Aserbaidschan und der Türkei nichts Neues sei. Nichtsdestotrotz spiele sie für Ankara eine wichtige Rolle. Er sagte:
„Für die Türkei erfüllt die Energie-Kooperation dreierlei Bedeutung. Sie unterstreicht den Anspruch der Türkei als globales Energie-Drehkreuz. Sie kann auf diese Weise den sogenannten Seidenstraßen-Handel nach China wiederbeleben und zusätzliche staatliche Einnahmen generieren.“
Das Ministertreffen kam beim Arbeitsbesuch vom kasachischen Präsidenten Nursultan Nazarbajew in Aserbaidschan zustande. Beim Meeting bemerkte der aserbaidschanische Energieminister, dass zahlreiche Maßnahmen in der zwischenstaatlichen Kommission ergriffen werden müssten, um die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Kasachstan weiter zu stärken. „Im Mai findet in Baku das 14. Treffen der zwischenstaatlichen Kommission Aserbaidschan-Kasachstan zum Zwecke der Ausweitung des Handelsvolumens statt. Dieses soll die Export- und Importkapazitäten beider Staaten maximieren“, sagte Aliyew. Bozumbajew versprach, dass Kasachstan Schritte zur besseren Zusammenarbeit einleiten werde. Er schlug ein Treffen von stellvertretenden Ministern Anfang Mai vor, um weitere Vorschläge zu besprechen.

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Türkei
Nach Massenentlassungen wegen FETÖ: Über 35.000 Bewerbungen bei türkischen Spezialeinheiten

Ankara (nex) – Das türkische Verteidigungsministerium steht vor der Beendigung der Rekrutierung von mehreren hundert Zivilisten bei den Boden- und Seestreitkräften sowie der Spezialeinheit des Generalstabes, den „Bordo Bereliler“.

Aus Kreisen der Spezialeinheit wurde bekannt, dass etwa 1.450 Bewerber, die sich einem Eignungstest unterziehen mussten, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden seien. 402 Personen hätten schon den Bewerbungsprozess beendet, so die Quelle weiter.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium Medienberichten zufolge mitgeteilt, dass 35.024 Bewerbungen für 700 freie Stellen bei den Spezialkräften, von denen 200 Offizier- und 500 Unteroffizierpositionen seien.

Der Bewerbungsablauf bei den Spezialkräften sieht mehrere Intelligenztests, eine medizinische Untersuchung, einen physischen Fitnesstest, einen schriftlichen Test sowie ein Gespräch vor. Nach erfolgreichem Bestehen dieses Prozesses werden die Bewerber einem letzten Intelligenztest unterzogen.

20.000 Militärangehörige waren nach Angaben des türkischen Verteidigungsministers Fikri Isik im Dezember wegen Verbindungen zum Gülen-Netzwerk FETÖ entlassen.

Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den Putschversuch in der Türkei mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das Gülen-nahe Netzwerk FETÖ gegründet hätten.

Der Putschversuch vom 15. Juli, bei dem 246 Menschen getötet wurden, erfuhr einen unerwarteten Widerstand der Öffentlichkeit. Am Morgen des 16. Juli war der Staatsstreich gescheitert: Die Antiputschisten in den Reihen der Polizei und des Militärs sowie unbewaffnete Zivilisten führten einen harten erfolgreichen Kampf, um Soldaten, die FETÖ-Anhänger waren, zu stoppen.

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