Ci-Nex Film Review
TERMINATOR: GENISYS

Schmetterlingseffekte – Terminator: Genisys

Review von Julius Zunker
Düsseldorf (nex) – Zeitreisefilme gibt es nun noch und nöcher. Dabei einige Klassiker wie „Zurück in die Zukunft“ und eben „Terminator“ Franchise. Letztere bekommt nun in wenigen Tagen ihren neusten Aufguss. In den USA läuft „Terminator: Genisys“ bereits, in Deutschland wird der Action / Science-Fiction Kracher mit Arnold Schwarzenegger in seiner berühmtesten Rolle ab Donnerstag in den Kinos zu sehen sein. Für echte Fans der Geschichte um Sarah Connor, John Connor und die unfreundlichen / freundlichen Cyborgs aus der Zukunft des Jahres 2029 wird sich eines sicherlich nie ändern: Die Reihe endet mit James Camerons Meisterwerk „Terminator: Judgement Day“. Hier wurden Sprüche geprägt, an denen bis heute kaum jemand vorbeigekommen ist und eigentlich wurde die Geschichte auch zu Ende erzählt. Sofern eine Geschichte, die in einer ungewissen, postapokalyotischen Zukunft beginnt und mit einer Zeitreise in die Mitte der 80er Jahre überhaupt so etwas wie einen Anfang und ein Ende hat. Regisseur Alan Taylor (Thor – The Dark World) und Drehbuchgespann Laeta Kalogridis (Shutter Island) und Patrick Lussier (Drive Angry) versuchen nun nicht wirklich das Rad neu oder weiter zu drehen. Im Gegensatz zum eher mäßigen 4. Teil mit Christian Bale als John Connor um den Ursprung der Zeitreise und Jonathan Mostows handzahmen aber zumindest die Originalgeschichte fortführenden 3. Teil, setzt „Terminator: Genisys“ nun da an, wo alles begann: Im Jahre 2029 mit dem verzweifelten Versuch der künstlichen Intelligenz Skynet einen cybernetischen Killer in die Vergangenheit zu schicken und Sarah Connor zu erledigen, bevor sie den Architekten des maschinellen Untergangs John Connor (Jason Clarke) gebären kann. Um dies wiederum zu vereiteln, sendet John Connor seinen engsten Vertrauten Kyle Reese (Jai Courtney) ebenfalls zurück durch die Zeit um genau das zu verhindern. Die Geschichte ist bekannt (und wer sie nicht kennt, der findet im neusten Teil mit Kyle Reese einen hilfreichen Erzähler), dieses Mal aber läuft etwas gewaltig schief. Kyle Reese findet sich nämlich nicht einer unbedarften Sarah Connor (Emilia „Khaleesi“ Clarke) gegenüber, sondern einer, die auf sein Eintreffen vorbereitet ist und sich längst in Gesellschaft eines umprogrammierten Terminators (Arnold Schwarzenegger) befindet. Den nennt sie zu allem Überdruss auch noch „Paps“. Infolgedessen entspinnt sich eine zunächst komplizierte, dann wirre und schließlich zu vernachlässigende Geschichte um verknotete Zeitlinien, deren Parallelen und natürlich um tödliche Terminatoren. Von denen gibt es nämlich gleich drei in der Vergangenheit: Den guten (aber alten) Terminator an Sarah Connors Seite (Arnold Schwarzenegger), den bösen (aber jungen) Terminator aus dem Jahr 1984 (CGI Arnold Schwarzenegger) und den liquiden Terminator der nachfolgenden Baureihe (Lee Byung-hun). Dazwischen werden dann immer wieder mit viel Liebe zum Detail bekannte Szenen der Franchise neu aufgelegt und nachgebaut und Los Angeles wieder einmal in Schutt und Asche gelegt. Als hätte die Stadt der Engel in der letzten Zeit nicht schon genug unter der Zerstörungswut von Filmschaffenden gelitten. Schauspielerisch schafft es „Terminator: Genisys“ in keinster Weise an die ersten beiden Teile heranzukommen. Tricktechnisch und dank gutem 3D-Einsatz kann der Film in den Actionsequenzen aber überzeugen. Schade ist, dass er nach und nach sich immer wieder selbst referiert. Dies geschieht besonders durch Zugpferd Arnold Schwarzenegger. Der hat zwar Spaß an seiner Rolle, wirkt aber wie der alte Onkel, der auf Partys Jahr für Jahr dieselbe Geschichte erzählt. Die wird jedes Mal ein wenig bunter, allerdings auch mit jeder Wiederholung unglaubwürdiger. Für wen die Reihe schon immer nach dem zweiten Teil endete, wird auch der fünfte Teil nicht wirklich etwas sein. Alle anderen können ihn relativ guten Gewissens ansehen, sollten aber nicht viel cybernetische Neuerungen unter der künstlichen Haut des neuen Terminators erwarten.

#hotpantsverbot
Hotpantsverbot in Deutschland

Schwarzwald: #hotpantsverbot an Realschule wird zum Twitter-Trendtopic

Horb-Altheim (nex) – Woran lassen sich die heißesten Sommer in Deutschland ohne lange Recherche in Wetterdatenbanken erkennen? Vor allem an den Sommerlochdiskussionen über die Kleidungssitten im Umfeld deutscher Schulen. Bereits im überdurchschnittlichen Frühsommer 2003 hatte die Leitung der Kooperativen Gesamtschule in Sehnde bundesweite Schlagzeilen gemacht, als sie vor allem Bauchfreitops und Hot Pants an ihrer Schule den Kampf ansagte. „Wegen der Hitze sind einige Schüler sehr offenherzig bekleidet zur Schule gekommen, mit Kleidung, die an allen Ecken und Enden zu kurz war“, hieß es damals in einem Schreiben der Schulleiterin Helga Akkermann an die Eltern der Schülerinnen – die offenbar nicht zu jenen 98 Prozent der NDR-Zuschauer gehörten, die in einem TV-Voting zum Thema für strengere Kleiderordnungen Partei ergriffen. Ähnlich äußerte man sich nun auch in einem Elternbrief seitens der Schulleitung der Werkrealschule in Horb-Altheim im beschaulichen Schwarzwald, wo es heißt, man habe „gehäuft festgestellt, dass Mädchen der Werkrealschule sehr aufreizend gekleidet sind“. Diese Entwicklung stimme nachdenklich und deshalb habe man beschlossen, dass man fortan „keine aufreizende Kleidung dulden“ werde. Gleichzeitig wolle man eine verbindliche Kleiderordnung erarbeiten. Immerhin wird sichergestellt, dass sich besonders findige Mädels nicht durch besonders unpassende Kleidung zum Schulschluss die eine oder andere Freistunde erschleichen oder Zeit bis zum regulären Unterrichtsende schinden, indem sie sich zum Umziehen nach Hause schicken lassen. Denn: „Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel bauchfreies Shirt, Hotpants…), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, das er/sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss“, heißt es weiter in dem Schreiben. Immerhin: Es hätte ja auch ein Pullover sein können. Im Unterschied zu 2003 sind mittlerweile auch soziale Netzwerke zentrale Elemente des täglichen Lebens und so kam es, wie es kommen musste, und nicht nur der Schwarzwald, sondern der gesamte deutsche Sprachraum hatte sein Aufregerthema – und das zu einem Zeitpunkt, da man ähnliche Aufrufe zur Verhüllung im niederbayerischen Pocking oder im brandenburgischen Michendorf noch gar nicht gänzlich verkraftet hatte. Immerhin verschanzten sich die schulischen Sittenwächter diesmal nicht hinter in Schulnähe einquartierten Flüchtlingen, auf deren Sensibilitäten man Rücksicht nehmen wolle, sondern gab unumwunden zu, dass man Hot Pants und Bauchfreitops selbst nicht sehen wolle. Unter dem Hashtag #hotpantsverbot entbrannte binnen kurzer Zeit eine so heftige Debatte, dass dieser es sogar neben #Varoufakis, #Weltkusstag und #Lufthansa in die Trending Topics schaffte. Immerhin blieb man weitgehend beim Thema und schweifte nicht auf Nebenschauplätze wie das Abendland oder die Werte der Aufklärung ab. Diesmal trafen klammheimliche oder offene Befürworter des „Hotpantsverbotes“ und Anhänger von Schuluniformen auf Gegner einer solchen Regelung, die darin eine Diskriminierung sahen, da sie allein auf Mädchenkleidung abziele – was ja auch zutrifft: Immerhin ist Conchita Wurst ja nicht mehr schulpflichtig. Auch von „victimblaming“ ist die Rede, denn immerhin sei ja die Trägerin solcher Kleidung nicht für das verantwortlich, was andere darin hineininterpretierten. Und das wohl mit Fug und Recht: Immerhin könnte man halbnacktes Auftreten auch als Hinweis auf viele arme Menschen in der Welt deuten, die sich nichts Anständiges anzuziehen leisten können.

Varoufakis-Rücktritt
Efklidis Tsakalotos wird neuer griechischer Finanzminister

Athen (dts) – Nach dem Rücktritt von Yanis Varoufakis wird Efklidis Tsakalotos neuer griechischer Finanzminister. Das wurde am Montag in Athen bekannt. Tsakalotos war bislang stellvertretender Außenminister gewesen. Zudem trat er als Chef-Verhandler der griechischen Regierung im Schuldenstreit auf. Der Wirtschaftsprofessor tritt nach Ansicht von Beobachtern wesentlich zurückhaltender und konstruktiver auf als Varoufakis. Während der letzten Eurogruppen-Treffen saß er stets an der Seite von Varoufakis. Tsakalotos studierte Wirtschaft, Politik und Philosophie an den Universitäten Oxford und Sussex und erlangte seinen PhD im Jahr 1989 in Oxford. Von 1989 bis 1993 war er an der University of Kent tätig, von 1994 bis 2010 dann an der Wirtschaftsuniversität Athen.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD)
Geplant: 24-Stunden-Kitas

Berlin (dts) – Die Opposition im Bundestag unterstützt den Plan von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD), Kindertagesstätten beim Ausbau ihrer Abend- und Nachtbetreuung staatlich zu fördern. „Die Initiative ist gut, denn sie böte Menschen, die im Schichtdienst arbeiten die Möglichkeit, ihr Kind an einem vertrauten Ort gut betreut zu wissen“, sagte Katja Kipping, Parteivorsitzende und Fraktionsmitglied der Linken, der „Berliner Zeitung“. Es sei aber auch wichtig, die Ursache in den Blickpunkt zu stellen. „Arbeit und Arbeitszeit müssen so gestaltet sein, dass Leben und Arbeiten in Einklang gebracht werden können. Das setzt voraus, dass die Arbeit umverteilt und verkürzt wird.“ Auch die Auseinandersetzung um eine gerechte Aufteilung der Familienarbeit in der Gesellschaft dürften 24-Stunden-Kitas nicht ersetzen, so Kipping. Auch Franziska Brantner, familienpolitische Sprecherin der Grünen, lobte den Ansatz. „Grundsätzlich gilt: Der Arbeitsmarkt muss stärker Rücksicht nehmen auf Menschen, die für andere eine Fürsorgeverantwortung übernommen haben“, sagte sie der Zeitung. Die Kritik aus der Union an Schwesigs Ankündigung wies sie zurück: „Kein Kind wird für 24 Stunden in einer dieser Einrichtungen sein. Aber eine alleinerziehende Mutter im Schichtdienst im Krankenhaus hat es sonst schwer.“ Allerdings müssten die Kitas pädagogisch auf die Betreuung am Abend und in der Nacht eingestellt und Bezugspersonen garantiert sein, betonte Brantner. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte am Samstag angekündigt, Kindertagesstätten beim Ausbau ihrer Spätbetreuung staatlich zu fördern. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hatte dazu erklärt: „Staatlich verordnete 24-Stunden-Kitas – da schütteln alle den Kopf.“

Dillingen an der Donau
Bayern: 78-Jährige stirbt bei Brand in Kloster

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Dillingen an der Donau (dts) – In dem bayerischen Landkreis Dillingen an der Donau ist am späten Sonntagabend eine 78-jährige Frau bei einem Feuer in einem Kloster ums Leben gekommen. Das Feuer war den Rettungskräften gegen 23:45 Uhr gemeldet worden, teilte die örtliche Polizei am Montag mit. Demnach hatte das Feuer in der Sakristei bei Eintreffen der Rettungskräfte bereits so um sich gegriffen, dass dieser Gebäudeteil nicht mehr zu retten war. Die 78 Jahre alte Klosterschwester wurde von den Rettungskräften im Gang des zweiten Stockes liegend aufgefunden. Sie wurde nach starker Rauchgasintoxikation vergeblich reanimiert und verstarb noch am Einsatzort. Zwei weitere Klosterschwestern wurden zur medizinischen Betreuung aufgrund eines Schocks in Krankenhäuser gebracht, teilten die Ordnungshüter weiter mit.

Griechenland-Krise
EU-Parlamentsvizepräsident Lambsdorff fordert Grexit

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Berlin (dts) – Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), hat nach dem „Nein“ Griechenlands zu den Reformplänen der Geldgeber den Ausschluss des Landes aus der Eurozone gefordert. Lambsdorff sagte der „Welt“: „Jetzt ist der Zeitpunkt für den Grexit gekommen. Der Grexit würde die Eurozone stärker machen und gleichzeitig deutlich machen, dass niemand die Kompromisskultur, die seit Jahrzehnten zum Erfolg der Europäischen Union beigetragen hat, in so eklatanter Weise verletzen darf.“ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse am Montag bei ihrem Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten François Hollande dafür sorgen, dass er die gemeinsame Organisation eines Grexit unterstütze, sagte der FDP-Politiker weiter. „Deutschland ist bei den bisherigen Hilfsmaßnahmen auch über seinen Schatten gesprungen und ist Frankreich entgegengekommen. Das können wir jetzt auch von Paris erwarten“, so Lambsdorff.  

+++ EILMELDUNG +++
Varoufakis tritt zurück!

Athen (dts) – Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat nach dem Nein der Griechen in dem Referendum über die Reform- und Sparpläne der Gläubiger Athens überraschend seinen Rücktritt angekündigt. „Kurz nach der Verkündung des Abstimmungsergebnisses wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass gewisse Eurogruppen-Mitglieder und andere `Partner` meine `Abwesenheit` von ihren Treffen bevorzugen würden“, schrieb Varoufakis am Montag auf seinem Internetblog. Dies würde auch der griechische Premierminister Alexis Tsipras unterstützen: „Es ist ein Vorschlag, den der Ministerpräsident als potenziell hilfreich beurteilt, um eine Einigung zu erreichen.“ Aus diesem Grund verlasse er das Finanzministerium, so Varoufakis. „Und ich werde den Hass der Gläubiger mit Stolz tragen.“ Die griechische Bevölkerung hatte sich in einem Referendum am Sonntag mehrheitlich gegen die Reform- und Sparpläne der Gläubiger Athens ausgesprochen: Über 61 Prozent lehnten die Pläne ab, teilte das Athener Innenministerium mit.  

Kommentar
„Ja“ zur Selbstbestimmung als „Nein“ auf einem Stimmzettel

Ein Kommentar zum Referendum Griechenlands von Julius Zunker

Geschichte wird angeblich von den Siegern geschrieben. Zumindest galt das noch, als es nicht dieses gnadenlose Internet gab, welches unerbittlich jede Information ablegt, sichert und wieder abrufbar macht. Genau wie diesen Artikel. Die Sieger dieser Nacht nun scheinen Premierminister Alex Tsipras, seine Partei, die Syriza und Finanzminister Yanis Varoufakis zu sein. Gemeinsam mit einer überraschenden Mehrheit des griechischen Volkes haben sie ein Votum gegen Spardiktat und aufoktroyiertes Gebaren durch die Troika aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Kommission, sowie Kanzlerin Merkel, dem französischen Präsidenten Hollande und dem deutschen Finanzminister Schäuble ausgesprochen und genau den Mittelfinger erhoben, der wie kaum ein anderes Symbol für den neuen Weg zu stehen scheint, den Griechenland zu gehen bereit ist. Dabei spricht auch aus der Seele der Syriza nicht die anti-europäische Haltung, die dem Linksbündnis so gerne angedichtet wird. Der Grexit steht nicht auf der Agenda der „jungen Wilden“, die sich erst 2012 aus einem Wahlbündnis zwischen zehn kleineren, kommunistischen, ökosozialistischen, maoistischen und trotzkistischen Gruppen zu einer Partei vereinigte. Aber allein ihr Wahlsieg im Zuge der griechischen (und europäischen) Finanzkrise(n) stellt für die ansonsten eher konservativen Kräfte im geeinten Europa eine Bedrohung dar oder wird zumindest als eine solche heraufstilisiert. Mit dem am Sonntag durchgeführten Referendum über die Frage, ob sich Griechenland nun den Druck seiner Nachbarn und vermeintlichen edlen und selbstlosen Spendern beugt oder eben nicht, sendet das griechische Volk nun ein Signal an eben selbige und an die anderen krisengebeutelten europäischen Staaten. Dieses Signal, das zunächst einmal eines ist, das jedem autonomen Staat zusteht, ist eigentlich weniger überraschend, als in den letzten Tagen so häufig postuliert wurde. Dies liegt auch an der Fragestellung, die das Referendum beinhaltete. Schlussendlich wäre es ein Zukreuzekriechen gewesen mit „Ja“ zu antworten, wenn die reichen und tonangebenden Partner in der EU, vorneweg Deutschland, mehr und mehr Zugeständnisse für neue Kredite verlangen, die im Endeffekt den scheinbar freigiebigen Geldgebern zu Gute kommen. Unbestreitbar steht im Raum, dass der größte Teil der Finanzpakte an griechische Banken ging, die damit wiederum ihre Schulden bei anderen Banken, hauptsächlich im europäischen Ausland (und insbesondere Deutschland) zu tilgen versuchten. Diese Banken wiederum gaben gerne Kredite an die griechischen Banken, denn solche Geschäfte bieten deutlich höhere Zinsen, bergen aber, wie bei Deals mit hohen Zinsen zu erwarten ist, ein Risiko. Dieses Risiko nun ist eines, das den Kern aller Finanzkrisen der Geschichte ausmacht und bereitwillig von der Finanzwelt in Kauf genommen wurde und sicher immer in Kauf genommen werden wird. Ob es um Immobilienspekulationen in Japan und den USA, Geschäften mit untilgbaren Krediten oder um schwächelnde Volkswirtschaften geht, die Bereitwilligkeit auf Krisen zu setzen und damit einhergehendem Elend derjenigen, die eh schon wenig bis nichts haben, sagt auch über Geschäfte innerhalb der Eurozone (und der EU) einiges aus und macht den Zustand und die Hilfsbereitschaft zwischen angeblich gleichgestellten Partnern erschreckend deutlich. Nun wird sicherlich auch niemand von einer Währungsunion karitatives Verhalten erwarten. Von einer Währungsunion, die eng mit einer Union verzahnt ist, die darauf fußt für Frieden und Stabilität in Europa zu sorgen ohne dabei mit dem Säbel zu rasseln, ist dann jedoch ein eben humanitäreres und weniger monetäreres Verhalten zu verlangen. Fast lässt es sich dabei als Ironie der Geschichte an, dass noch vor dem Beginn der Euro-Ära eine Rede von Dr. Gregor Gysi gehalten wurde, die sich fast prophetisch auf die Ereignisse der letzten Wochen und Monate beziehen lässt. Wenn nun auf Seiten der Bundesregierung und konservativer Sprachrohre, vorn weg die lautstarke Springerpresse, mit dem Klingelbeutel anstatt dem Säbel gerasselt wird und auf Grund der Entscheidung des griechischen Volkes zu seiner gewählten Regierung zu stehen offen von einem von außen erzwungenen Austritt Griechenlands aus der Eurozone gesprochen wird, dann machen diejenigen, die hinter diesen Aussagen stehen, deutlich wie wenig sie von dem Sinn beider Unionen verstanden haben und in welchem Zustand ihre Kenntnis um geltende Verträge bestellt ist, auf denen diese Unionen bauen. Denn ein Austritt aus der Eurozone kann und darf nur durch Griechenland selber erfolgen. Allerdings wäre es ein mögliches. Hierzu müsste die EZB nur ihre Hilfskredite an die Banken in Griechenland auf Eis legen oder gar einfordern. Die Folge wären nicht mehr ausreichend Euros in Griechenland und ein Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs im Inland. Dadurch wäre der griechische Staat gezwungen auf eine Parallelwährung umzusteigen und so aus der Eurozone auszutreten. Wenn sich die tonangebenden Kräfte innerhalb der Eurozone zu diesem Schritt hinreißen lassen würden, wäre es schlussendlich vermutlich der Todesstoß für die Währungsunion und würde genau die schreckliche Fratze zeigen, die die Syriza im Kampf um die Meinung des griechischen Volkes immer wieder zeichnete. Die langfristigen Konsequenzen auf politischer, gesellschaftlicher und finanzieller Ebene in der gesamten EU und Eurozone wären nicht absehbar.

Online Berühmtheiten
BibisBeautyPalace: 2 Millionen Fans!

BibisBeautyPalace

Sie ist mit 2 Millionen Followern die erfolgreichste deutsche Frau auf YouTube, und weiß, was die Jugend von heute bewegt. Biana Heinicke, die sich selbst „Bibi“ nennt, ist 21 Jahre alt und eigentlich Studentin der Sozialwissenschaften. Aufgrund des großen Erfolges ihrer Videos hat sie das Studium vorerst unterbrochen. Denn mit BibisBeautyPalace ist ihre Gefolgschaft achtmal größer als die Auflage der „Bravo“. In ihren Videos berichtet Bibi über die alltäglichen Dinge ihres Lebens wie Shoppen, Urlaub, Stars und alles, was bei den Teenies von heute sonst noch „in“ ist. Die Idee, eigene Videos zu drehen, hat sie im Jahr 2012, als sie erfolglos bei YouTube nach einem Tutorial zu einer Frisur sucht und nicht fündig wird. Daraufhin dreht sie die erste Folge von „BibisBeautyPalace“. Über ihre Einnahmen aus den YouTube Videos schweigen sie und ihr Management, es reicht aber für eine Neubauwohnung in Köln, die sie zusammen mit ihrem langjährigen Freund Julian bewohnt. Die Fangemeinde von Bibi folgt ihr mittlerweile auch auf Twitter, wo sie täglich mit Fragen wie „Was soll ich tun? Ich werde gemobbt!“ „Welches Make-up benutzt du?“ nahezu bombardiert wird. Was ihren Erfolg ausmacht? Sie ist authentisch, die junge, moderne Frau von Nebenan. Sie kauft in den handelsüblichen Drogeriemärkten ihre Kosmetikartikel, um sie ihren Followern in den Tutorials und Hauls zu präsentieren und spricht über die Alltagsprobleme ihrer Altersgenossen. (nex)

Automobilindustrie
Deutsche bevorzugen PS-starke Autos – Alternative Antriebe chancenlos

Berlin (dts) – Der relativ günstige Spritpreis weckt bei den Deutschen die Lust auf PS-stärkere Autos. „Die niedrigen Preise für Benzin und Dieselkraftstoff lösen bei den Neuwagenkäufern eine Verhaltensänderung weg von nachhaltiger Mobilität aus“, heißt es der „Welt am Sonntag“ zufolge in einer neuen Studie des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen. „Gekauft werden vermehrt Fahrzeuge mit höherer Motorleistung, größere Fahrzeuge – wie die sportlichen Geländewagen -, während alternative Antriebe wie Erd- oder Flüssiggas und Elektroantriebe zu `Mauerblümchen` degenerieren.“ Mittlerweile betrage die durchschnittliche Motorstärke von Neuwagen in Deutschland 143 PS – ein Rekordwert. Zudem setzten sich schwere Geländewagen (SUV) stärker durch. „In diesem Jahr wird nach unserer Prognose erstmals die Zulassungsgrenze von 600.000 SUV erreicht werden. Damit wäre fast jeder fünfte Neuwagen ein sportlicher Geländewagen“, heißt es der Zeitung zufolge in der Studie. Dagegen wurden in den ersten vier Monaten 2015 nur 6.234 Elektroautos zugelassen, meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) – deutlich weniger als in den Niederlanden oder Großbritannien.