Lohnpolitik
Deutscher Gewerkschaftsbund fordert Verschärfung des Gesetzes zur Lohntransparenz

Stuttgart – Vor dem nächsten bundesweiten „Equal Pay Day“ am 18. März fordert die stellvertretende Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, eine Verschärfung des Entgelttransparenzgesetzes, das in den Betrieben bisher praktisch folgenlos bleibt. „Das Gesetz hilft, ein Tabu zu brechen – mehr nicht“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Seitdem es existiert, werde vermehrt über Gehälter gesprochen. „Für ein wirksames Gesetz fehlt jedoch an vielen Stellen die Verbindlichkeit – Arbeitgeber und Teile der Union haben diese erfolgreich verhindert.“ Die im Gesetz vorgesehene Evaluation sollte daher für „deutliche Verbesserungen“ genutzt werden. Eine Frau, die in einem Betrieb mit 199 oder weniger Beschäftigten arbeitet, habe nach dem geltenden Gesetz keinen Auskunftsanspruch, so die DGB-Vize. Allerdings arbeiteten zwei Drittel aller erwerbstätigen Frauen in kleinen und Kleinstbetrieben. „Das Gesetz muss auch für kleinere Betriebe gelten“, forderte Hannack. Auch sollte es die Unternehmen verpflichten, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen und Benachteiligungen zu beseitigen. „Zudem braucht es ein Verbandsklagerecht, damit Betroffene ihr Recht nicht selbst einklagen müssen.“ Pressekontakt:

Tierschutz
Tierquälerei: Drei Jahre Gefängnis für Gütesiegel-Schweinemäster

Ulm – Am Freitag den 15.03.2019 verurteilte das Amtsgericht Ulm einen Massentierhalter aus Merklingen Baden-Württemberg zu einer Haftstrafe von drei Jahren ohne Bewährung wegen hunderter Fälle von Tierquälerei, besonderer Grausamkeit und Misshandlung der Tiere aus Profitgier. Das Urteil ist das erste seiner Art in der bundesdeutschen Justizgeschichte. Der Stall war 2016 von SOKO Tierschutz aufgedeckt worden und offenbarte ein Bild des Schreckens. Die von SOKO-Chef Mülln bei Nacht und mit versteckter Kamera geheim aufgenommenen Videos zeigen sterbende, verwahrloste Tiere, Haufen mit schlimm zugerichteten toten Tieren, hunderte, schwer verletzte Schweine und das brutale Töten der Tiere mit einem Vorschlaghammer. Ermittlungen der Polizei belegten zudem, dass der Stall massiv und über Jahre überbelegt war und dadurch massiver Kannibalismus und Todesraten von über 20 % ausgelöst wurden. „In dem Stall herrschte das pure Grauen, selbst in 26 Jahren als Tierschutzermittler, habe ich weltweit nichts Vergleichbares gesehen“, berichtete SOKO-Ermittler Friedrich Mülln dem Gericht. Der Stall, dessen Fleisch EU weit im Handel war, schmückte sich mit diversen Fleischsiegeln wie Qualität aus Baden-Württemberg, QS und der Initiative Tierwohl. Der Fall legte auch das massive Versagen der Behörden offen. Diese gaben vor Gericht an eine 50 m lange Halle mit hunderten, verletzten Schweinen direkt neben dem Hauptstall über Jahre „übersehen“ zu haben und wollten von der Tierquälerei und den bis zu dreimal zu hohen Tierbeständen nichts mitbekommen haben. Die Zeugen von SOKO Tierschutz und Polizei gaben hingegen an, “ dass selbst ein Blinder diesen Stall hätte finden müssen“. Die Vernehmung der Amtsveterinäre zeichnete auch darüber hinaus ein erschreckendes Bild einer Behörde, die den Verdacht auf Unfähigkeit und sogar Korruption nährt. Einerseits arbeitete der Tierquäler neben der Haltung tausender Schweine selbst wenige Büros weiter im Landratsamt, anderseits verfügte die Behörde nicht einmal über Geräte zur Überprüfung der Stallluft, die selbst bei den Tierschützern zur Standard-Ausrüstung gehören und innerhalb von Sekunden beweisen konnten, dass die Luft in dem Stall toxisch und für die Tiere gefährlich war. In der Urteilsbegründung übte der Richter massive Kritik an der Verquickung der Behörden mit der Massentierhaltungsindustrie, dem institutionalisierten Rechtsbruch in der Branche und sprach von einem rechtsfreien Raum, der von juristischer Verantwortung beraubt, Tierquälerei aus Profitstreben verursacht. SOKO Tierschutz begrüßt das Urteil ausdrücklich und sieht darin die Chance auf eine Zeitenwende, um den rechtsfreien Raum in den Ställen endlich zu beenden. „Bisher wurde jedes Verfahren gegen Tierquälerei in der Massentierhaltung eingestellt oder mit Mini- Bußgeldern ad acta gelegt. Das Urteil von Ulm ist ein Zeichen, das die Branche erschüttern wird, denn es berührt Rechtsbrüche wie die massive Überbelegung der Ställe, den Kannibalismus und Verwahrlosung schwacher Tiere, die in tausenden Ställen Alltag sind. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Richter den nötigen Mut aufbringen, das deutsche Tierschutzgesetz endlich anzuwenden und damit dem Wildwuchs in der Tierhaltung ein für alle mal klar zu stellen, dass die Schonzeit vorbei ist und Tiere in Deutschland Rechte haben.“

Terroranschlag in Neuseeland
Kommentar: Flächendeckender Objektschutz von Moscheen dringend erforderlich

Islamfeindlicher Terrorismus ist ein Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten
Von Yasin Baş Die hinterhältigen Anschläge auf Muslime und ihre Gotteshäuser in Christchurch/Neuseeland rufen weltweit tiefe Bestürzung hervor. Dieser rassistische Massenmord, diese islamfeindliche Schandtat, die weder im Namen einer politischen Ideologie noch in der christlichen Religion begründet sein kann, wie von den Tätern intendiert, ist ekelerregend und klar zu verurteilen. Terrorismus widerspricht allen religiösen Lehren. Und Politik sollte ebenso eine Umgangsform sein, sich verbal auseinanderzusetzen. Dieses Massaker trifft uns alle zusammen Dieses Massaker ist nicht nur gegen Muslime gerichtet, sondern trifft neben der neuseeländischen Demokratie auch das friedliche und gemeinsame Zusammenleben aller Menschen. Die Tat beabsichtigt, Zwietracht zu schüren, die offene sowie tolerante Gesellschaft zu spalten und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Die Tat bezweckt ferner, den Frieden in der Welt zu schänden und Hass zu säen. Und diese Tat verfolgt nicht zuletzt, unsere gemeinsamen Werte zu zerstören. Politik, Medien und Zivilgesellschaft sind mehr gefordert als zuvor Politik, Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen sind mehr denn je gefordert, sich entschlossener gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung zu erheben. Die hetzerische Stimmung gegenüber manchen gesellschaftlichen Gruppen nimmt in den letzten Jahren – auch und insbesondere in Europa – weiter zu. Die Etablierung rechtspopulistischer und rassistischer Parteien, islamfeindlicher Mainstream-Akteure sowie sogenannter islamkritischer Journalisten, die immer mehr Platz in der gesellschaftlichen Mitte finden, weist leider nicht in eine hoffnungsvolle Zukunft. Sicherheitsbehörden müssen Schutz und Vertrauen schaffen Zugleich sind unsere Behörden mehr denn je gefordert, Sicherheit und Vertrauen herzustellen. Denn nicht zuletzt die rechtsterroristischen Morde des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in Deutschland oder sehr dubiose V-Leute bzw. Kontaktpersonen im Umfeld sogenannter „islamistischer“ Täter zeigen immer wieder, dass auf diesem Feld noch viele Fragen unbeantwortet sind. Einen Beauftragten für Islamfeindlichkeit Überdies ist es beunruhigend, dass trotz steigender Übergriffe auf Moscheen und muslimische Mitbürger immer noch keine ausreichenden Konzepte dagegen existieren. Wie wäre es zum Beispiel, dass es neben dem jetzigen Beauftragten für Antisemitismus auch das Amt eines Beauftragten der Bundesregierung für Islamfeindlichkeit (Islamophobiebeauftragten) zu schaffen? Außerdem muss schließlich die Frage öffentlich erörtert werden, ob Moscheen genauso wie Synagogen besonders durch unsere Polizei geschützt werden müssen. Der Zeitpunkt für einen flächendeckenden Objektschutz von Moscheen scheint sogar überschritten und somit dringend erforderlich. Jede Art von Gewalt muss aufs Schärfste verurteilt und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln geahndet werden. Dieser Massenmord und deren Hintergründe mit all ihren verzweigten Netzwerkstrukturen müssen dringend lückenlos aufgeklärt werden. Das ist man nicht nur den Opfern und deren Hinterbliebenen schuldig. Das ist auch im Sinne unserer offenen und toleranten Gesellschaft und unserer Demokratie überaus bedeutend.
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Zum Thema

– Anschlag in Neuseeland – Terroranschlag: Täter wollte Erdogan und Merkel töten sowie Türken vertreiben

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so das Manifest.

Terroranschlag: Täter wollte Erdogan und Merkel töten sowie Türken vertreiben
 

Terror in Neuseeland
Tarrant war Radovan-Karadžić-Verehrer

Christchurch (nex) – Brenton Tarrant, der mutmaßliche Attentäter des Terroranschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland, ist offenbar ein Bewunderer des verurteilten serbischen Kriegsverbrechers Radovan Karadžić. In einem von Tarrant in sozialen Medien veröffentlichten Video ist ein rechtsextremes Lied zu hören, welches Karadžić verherrlicht. „Karadzic, du führst die Serben, zeigst ihnen, dass sie furchtlos sind“, so der Text des Liedes. Medienberichten zufolge sind auf den Waffen, die Tarrant während des Anschlags nutzte, die Namen der historischen serbischen Persönlichkeiten, die gegen die Osmanen gekämpft haben, zu sehen. Viele der Personen stehen auch im Zusammenhang mit der Schlacht um Wien 1683. Ivica Dacic, Serbiens Außenminister, verurteilte am Freitag den faschistischen Terroranschlag und fügte hinzu: „Serbien hat nichts damit zu tun.“ „Wir verurteilen diese Art von Missbrauch, der den serbischen Interessen schadet, und wir werden jeden verhaften, der verdächtigt wird, diese Ansichten zu verfolgen“, sagte Dacic Reportern. Dacic drückte den Familien der Opfer der Anschläge sein Beileid aus und sagte, sie seien das Ergebnis eines globalen Übels, das mit einer gemeinsamen Front bekämpft werden müsse. Der frühere Führer der bosnischen Serben im jugoslawischen Bürgerkrieg der 1990er Jahre, Radovan Karadzic, wurde im Jahre 2016 zu 40 Jahren Haft verurteilt, nachdem ihn der Internationale Strafgerichtshof der Vereinten Nationen für das frühere Jugoslawien (ICTY) des Genozids in Srebrenica für schuldig befunden hatte. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass Karadzic eine Terrorkampagne mit dem Ziel der ethnischen Säuberung eines Teils von Bosnien und Herzegowina organisiert hatte, indem er zwischen 1992 und 1995 orthodoxe Serben gegen muslimische Bosniaken und katholische Kroaten aufhetzte. „Wir kommen nach Konstantinopel“ Vor dem Anschlag hat Tarrant zudem ein Manifest veröffentlicht, laut dem er den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, den Bürgermeister von London, Sadiq Khan und Bundeskanzlerin Angela Merkel töten wolle.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter. Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest. Tarrant und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befindet sich Medienberichten zufolge auch ein zweijähriges Kind.      

Anschlag in Neuseeland
Terroranschlag: Täter wollte Erdogan und Merkel töten sowie Türken vertreiben

0
Christchurch (nex) – Ein rechtsextremer Australier und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befindet sich Medienberichten zufolge auch ein zweijähriges Kind. Wie der zuständige Polizeisprecher Mike Bush mitteilte, seien zudem 39 Gläubige verletzt worden – davon seien elf in einem kritischen Zustand. Unter den Verletzten seien auch Ausländer, zwei davon türkische Staatsbürger. Dies teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit. Bei den Moscheen handelt es sich um die Masjid al Noor-Moschee im Zentrum von Christchurch, wo die Zahl der Todesopfer 40 überschritten hat, sowie eine zweite Moschee im Vorort Linwood, sagte die Polizei. Vor dem Anschlag hat der Täter, der sich in den sozialen Netzwerken Brenton Tarrant nannte, ein Manifest veröffentlicht, laut dem er den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, den Bürgermeister von London, Sadiq Khan und Bundeskanzlerin Angela Merkel töten wolle. Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest. „Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter. Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest. https://twitter.com/nickmon1112/status/1106373121047695360

Anschlag in Christchurch
Terroranschlag auf Moschee in Neuseeland: Zwei Türken unter Verletzten

0
Christchurch (nex) – Die Zahl der Opfer, die bei Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland ums Leben kamen, ist auf 49 gestiegen. Medienberichten zufolge befindet sich unter den Opfern auch ein zweijähriges Kind. Wie der zuständige Polizeisprecher Mike Bush mitteilte, seien zudem 39 Gläubige verletzt worden – davon seien elf in einem kritischen Zustand. Unter den Verletzten seien auch Ausländer, zwei davon türkische Staatsbürger. Dies teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit. Bei den Moscheen handelt es sich um die Masjid al Noor-Moschee im Zentrum von Christchurch, wo die Zahl der Todesopfer 40 überschritten hat, sowie eine zweite Moschee im Vorort Linwood, sagte die Polizei. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern beschrieb die Angriffe – die schlimmsten in der Geschichte ihres Landes – als einen Terroranschlag „Es ist klar, dass dies heute nur noch als Terroranschlag bezeichnet werden kann“, sagte Ardern und fügte hinzu, dass es einer der „dunkelsten Tage“ Neuseelands sei. Vier rechtsextremistische Verdächtige, drei Männer und eine Frau seien verhaftet worden. Australiens Premierminister Scott Morrison sagte Reportern, ein Verdächtiger in Haft sei „ein extremistischer, rechtsgerichteter, gewalttätiger Terrorist“, der ein in Australien geborener Bürger sei. Der Australier hatte seine Tat auf Facebook per Live-Stream übertragen. Wie der „stern“ unter Bezugnahme auf den australischen Sender SBS berichtet, bezeichnet sich der Täter in einem 74-seitigem Manifest als „einfacher, weißer Mann, 28 Jahre alt. Geboren in Australien, Arbeiterklasse, Geringverdiener-Familie“. Er habe den Anschlag verübt, um „die tausenden von Toten durch ausländische Invasoren“ zu rächen. https://twitter.com/derorient/status/1106464580954480640

Umfrage
Mehrheit will, dass Merkel weiter Kanzlerin bleibt

Köln – Seit einem Jahr ist die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD jetzt im Amt. Aktuell wollen 59 Prozent der Befragten, dass die Kanzlerin bis zur nächsten Bundestagswahl in zweieinhalb Jahren im Amt bleibt (+2 Punkte im Vgl. zu Dezember 2018). 37 Prozent der Befragten (-2) sind der Ansicht, sie sollte vorzeitig für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin Platz machen.

Das hat eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends im Auftrag der Tagesthemen von Montag bis Dienstag dieser Woche ergeben. Bei der Frage, welche Partei sich mit ihren politischen Inhalten bisher in der aktuellen Bundesregierung am stärksten durchgesetzt hat, ergibt sich folgendes Bild: 48 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die CDU sich am stärksten durchgesetzt hat. 16 Prozent sind der Ansicht, dass die SPD sich bisher am stärksten durchgesetzt hat und 14 Prozent, dass sich die CSU bisher am stärksten durchgesetzt hat.

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen im Februar 2018 gaben noch 31 Prozent der Befragten an, dass sich die SPD bei den politischen Inhalten am stärksten durchgesetzt hatte, 29 Prozent die CDU und 10 Prozent die CSU. 70 Prozent stimmen aktuell der Aussage zu: „Die Koalitionsparteien sind zerstritten und haben keinen gemeinsamen Kurs.“ 26 Prozent stimmen der Aussage nicht zu.

Nur 28 Prozent stimmen der Aussage zu: „Nach Startschwierigkeiten hat die Große Koalition in einen guten Arbeitsmodus gefunden.“ 68 Prozent stimmen der Aussage nicht zu. Dass Angela Merkel deutlich an Rückhalt in der Regierungskoalition verloren habe – dem stimmen 81 Prozent der Befragten zu; 17 Prozent stimmen der Aussage nicht zu.

Befragungsdaten – Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland – Fallzahl: 1.008 Befragte – Erhebungszeitraum: 11.03.2019 bis 12.03.2019 – Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI) – Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame – Schwankungsbreite: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Türkei
Diyarbakir: Bei PKK-Angriffen zerstörte Kirchen sollen restauriert werden

Diyarbakir (nex) – Zwei historische Kirchen, die bei Angriffen der Terrororganisation PKK vor vier Jahren zerstört wurden, sollen in Kürze wieder instand gesetzt werden.  Für die Restaurierung der Kirchen Surp Giragos und Mar Petyun in der südöstlichen Provinz Diyarbakir seien 15 Millionen Lira (etwa 2,4 Mio Euro) bereitgestellt worden. „Alle historischen Gebäude der Region werden der Restauration unterzogen. Das Ministerium für Umwelt und Urbanisierung wird die Mittel bereitstellen“, so Adnan Ertem, Direktor des türkischen Stiftungsverbandes, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.  Im Gespräch mit Anadolu sagte der stellvertretende Patriarch der Chaldäischen Kirche der Türkei, Mgr. Francois Yakan, dass die Mar Petyun Kirche die einzige Chaldäische Kirche in der Provinz sei. Chaldäische Katholiken stammen aus alten assyrischen Gemeinschaften, die im heutigen Irak beheimatet waren. Beide Kirchen wurden während der Herrschaft des Osmanischen Reiches gebaut. Surp Giragos ist eine armenische Kirche aus dem 16. Jahrhundert und mit 3.000 Quadratmetern die größte armenische Kirche im Mittleren Osten. Die Mar Petyun Kirche wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Sanierungsprojekte der Türkei unter Erdogan Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP.

Die Große Synagoge in der westtürkischen Provinz Edirne, die griechisch-orthodoxe Aya Nikola Kirche in der Provinz Canakkale, eine syrisch-katholische Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay, die armenischen Kirchen in den Provinzen Diyarbakir und Gaziantep, die griechisch-orthodoxen Kirchen Taksiyarhis in der westtürkischen Provinz Balikesir und Aya Yorgi in Istanbul und die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul sind einige der fertiggestellten Restaurierungsprojekte der türkischen Regierung. 2017 eröffnete in der Sonnenmetropole Antalya zudem eine weitere evangelische Kirche mit einem Gebetsraum für 220 Gläubige, einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen.

(Foto: Screenshot/ayvalikholyspring.com)
Neue Cemhäuser Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll. Sanierungen armenischer Kirchen Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“ Eiserne Kirche in Istanbul Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde. Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“

Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.

Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen. Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien. Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.

Synagoge-Eröffnung: Juden bedanken sich mit Gebet bei Erdogan

Im Jahre 2015 weihte die türkische Regierung die mit staatlichen Mitteln restaurierte Synagoge von Edirne ein – am Wochenende fand die erste Hochzeit statt. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hinweg verfallen und wurde nicht genutzt. 2016 wurde dort die erste jüdische Hochzeitsfeier seit mehr als vier Jahrzehnten abgehalten. Obwohl sie sich von anderen traditionellen jüdischen Hochzeiten nicht unterschied, war das Ereignis von großer symbolischer Wichtigkeit für die jüdische Gemeinde in der Türkei. Vor allem für Rufat Mitrani, den Patriarchen der einzigen in Edirne lebenden jüdischen Familie, war es ein unvergesslicher Moment. Er war zuvor der Letzte, der vor mehr als 40 Jahren seine Frau Sara dort geheiratet hatte. In weiterer Folge verwaiste der Tempel und war dem Verfall preisgegeben, da es zu wenige Gemeindemitglieder gab. Die Zeremonie begann mit dem Lied „Boi Kala“, mit dem die Braut im prächtigen Tempel besungen wurde. Zwei Kantoren rezitierten ein Anoten, ein traditionelles Gebet, das auf die Zeit zurückdatiert, als die sephardischen Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien nach Istanbul geflohen waren. Das Gebet stellte ursprünglich eine Dankesäußerung an den osmanischen Sultan dar, der der jüdischen Gemeinde damals Schutz gewährte. Am Hochzeitstag wurde es zu Ehren des derzeitigen politischen Führers der Türkei, Präsident Recep Tayyip Erdogan, vorgetragen.

Türkisch-israelische Beziehungen
Erdogan nennt Netanjahu „Tyrann, der palästinensische Kinder massakriert“

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu am Mittwoch als einen Dieb und „Tyrannen, der siebenjährige palästinensische Kinder massakriert“. Erdogan, der bei einer Wahlkampfauftritt in der türkischen Hauptstadt Ankara eine Rede hielt, verurteilte Netanyahu für dessen Äußerungen. Netanjahu sagte am Dienstag, dass Israel ein Nationalstaat des jüdischen Volkes sei. Erdogan warf ihm Rassismus vor, da er Muslime und andere Minderheiten nicht erwähnte. Netanyahu wiederum nannte Erdogan einen Diktator und kritisierte die Türkei wegen der Inhaftierung von Journalisten. Erdogan verurteilte in seiner Rede zudem die „Angriffe Israels auf die al-Aqsa-Moschee“ in Jerusalem und sagte, dass die Türkei Israel hierfür vor der internationalen Gemeinschaft zur Rechenschaft ziehen werde. Das „türkische Volk werde nicht schweigen, auch wenn der Rest der Welt sich weigere zu sprechen. Die Türkei werde ihre Anstrengungen um Jerusalem solange nicht einstellen, bis die Stadt in einer Weise verwaltet wird, die ihrer Bedeutung für die islamische Welt angemessen ist, so Erdogan.

Auch interessant

– Umfrage – Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

Eine Umfrage des in Washington D.C ansässigen amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab, dass den Befragten zufolge die Türkei unter den Ländern mit dem größten Einfluss in der Politik des Nahen Ostens den höchsten Anstieg verzeichne.

Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens
           

Berlin
Grüne fordern höhere Bußgelder für Falschparker

Düsseldorf – Angesichts der wachsenden Probleme mit Falschparkern in den Städten machen sich die Grünen für eine Erhöhung der Bußgelder stark. „Die Strafzahlungen für Falschparken sollten dem europäischen Durchschnitt angeglichen werden, um Fehlverhalten wirksamer zu begegnen“, sagte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Arndt Klocke, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Deutschland liege mit seinem Bußgeldkatalog im unteren Bereich im Vergleich mit seinen europäischen Nachbarn, betonte Klocke. Die CDU würde einer Erhöhung der Bußgelder offen gegenüberstehen. „Wenn das im Kampf gegen das Falschparken das einzig wirksame Mittel ist, dann gilt es, über eine Anpassung nachzudenken“, sagte Klaus Voussem, verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) unterstützt die Forderung der Grünen. „Eine deutliche Anhebung der Bußgelder würde auf jeden Fall Sinn machen. Dadurch steigt die Einsicht, sich an Recht und Gesetz zu halten. Das sieht man zum Beispiel in den Niederlanden“, sagte Erich Rettinghaus, NRW-Chef der DPolG.