Türkei
Erdogan-Sprecher an die Bild-Zeitung: „Der Kauf der S-400 ist beschlossene Sache“

Ankara (nex) – Ankara hat Berichte deutscher Medien dementiert, die behaupten, dass die Türkei vom Kauf des russischen S-400 Raketenabwehrssystems abgesehen habe, aufgrund des Drucks seitens Washingtons. „Ankara beugt sich dem Druck Washingtons“, titelte etwa das Contra Magazin. Die Tageszeitung Bild schrieb:
Erdogan macht überraschenden Raketen-Rückzieher.Eigentlich sollte das türkische Militär bereits diesen Sommer die erste Lieferung russischer Raketenabwehr vom Typ S-400 empfangen. Und das gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump (72)! Doch jetzt sorgt die die Lira-Krise offenbar für Umdenken bei Erdogan! Wie BILD aus diplomatischen Kreisen aus Ankara erfuhr, wird es offenbar nicht zum Raketen-Deal zwischen Moskau und Ankara kommen.“
Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten, Fahrettin Altun, dementierte bereits am Freitag diese Berichte über Twitter und schrieb, dass der Kauf der S-400 „abgeschlossene Sache“ sei. In dem Tweet sprach er BILD-Redakteur Julian Röpcke sogar persönlich an. „Lieber Julian, deine Quellen irren sich. Nimm es von mir: Die Beschaffung der S-400 ist beschlossene Sache“, so Altun. Freitagmorgen hatte twitterte Röpcke, dass er über diplomatische Quellen erfahren habe, dass der Deal nicht zustande käme. „Diplomatische Quellen sagen Bild, Erdogan wird die S-400 nicht von Russland kaufen.“, so Röpcke. Russland begrüße die „harte Haltung“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegenüber den USA.

„Der Druck war in der Tat beispiellos. Wir begrüßen die ziemlich harte und kategorische Haltung von Präsident Erdogan. Wir glauben, dass nur diese Position es uns ermöglicht, tatsächlich einen freien und souveränen Dialog aufzubauen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in der Sendung „Moskau. Kreml. Putin“ des russischen TV-Kanals Rossiya-1TV. Russland und die Türkei gehörten laut Peskow zu den wenigen Länder auf der Welt, die souverän und selbstständig handeln könnten.

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner gewarnt, dass sie, wenn der Kauf voranschreitet, die Teilnahme Ankaras am Jagdflugzeugprogramm F-35 neu bewerten müssten. „Die Türkei muss sich entscheiden“, warnte der amerikanische Vizepräsident Mike Pence letzte Woche. „Will sie ein echter Partner im erfolgreichsten Militärbündnis der Geschichte bleiben oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft gefährden, indem sie solche rücksichtslosen Entscheidungen trifft, die unser NATO-Bündnis untergraben“, fragte Pence. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte daraufhin mit einem Kauf russischer Kampfjets. „Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange so fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu.  

Gesetze
Länder wollen weitreichendes Messerverbot

Nach dem Willen der Bundesländer soll es in Deutschland bald ein weitreichendes Messerverbot geben. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, liegt dem Bundesrat ein Gesetzentwurf vor, wonach künftig das Mitführen von Klingen in Einkaufszentren, an Bahnhöfen, Haltestellen und bei Großveranstaltungen verboten werden kann. Die Taten würden „weiterhin in hoher Zahl“ verübt, heißt es in dem Antrag der Länder Bremen und Niedersachsen. „Sie sind besonders gefährlich und beinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.“ Konkret sieht der Entwurf vor, dass Waffenverbotszonen auch auf Orte ausgeweitet werden sollen, „an denen sich besonders viele Menschen aufhalten“. Die Wahrscheinlichkeit sei „besonders hoch“, dass es an diesen Orten zu Taten komme. Die Verschärfung sieht darüber hinaus vor, dass feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen – bislang sind maximal zwölf Zentimeter erlaubt. Der Umgang mit Springmessern soll unabhängig von der Klingenlänge komplett verboten werden. Laut Zeitung wird mit einer breiten Zustimmung im Bundesrat gerechnet.

ECCHR
Völkermord an den Herero und Nama: Offener Brief an die Bundesregierung

Genozid an den Ovaherero und Nama Die deutsche Bundesregierung muss bei der Aufarbeitung des Genozids an den Ovaherero und Nama vor 115 Jahren endlich den Dialog mit den Betroffenen suchen, statt nur auf zwischenstaatliche Verhandlungen mit der namibischen Regierung zu setzen. Das fordert die Menschenrechtsorganisation ECCHR gemeinsam mit anderen Organisatoren der „Namibia: A Week of Justice“ in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas und Staatsministerin Michelle Müntefering. Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Frau Dr. Merkel Sehr geehrter Herr Bundesminister des Äußeren, lieber Herr Maas Sehr geehrte Frau Staatsministerin, liebe Frau Müntefering, wir wenden uns heute mit diesem Schreiben an Sie, da wir gerade mit großer Sorge aus Namibia zurückgekehrt sind. Das Goethe-Institut, die Akademie der Künste Berlin und das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) haben dort zusammen mit lokalen Partnern wie der Ovaherereo Genocide Foundation (OGF), der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) und dem Nama Genocide Technical Committee (NGTC) eine Woche zu Colonial (In)Justice durchgeführt. Diese transnationale Veranstaltungsreihe war uns wichtig, da aus unserer Sicht die Frage wie Deutschland mit dem Genozid an den Herero und Nama und anderen Gruppen in Namibia heute umgeht, nicht alleine eine Angelegenheit staatlichen Handelns und Verhandelns ist und sein kann, sondern ebenso die Verantwortung der Zivilgesellschaft und ihrer Akteure betrifft und wir die Forderung nach Anerkennung des Völkermords, Entschuldigung und Reparationen unterstützen. Die Veranstaltungen brachten Akteure aus allen Bereichen, Historiker, Sozialwissenschaftler, Künstler, Rechtsanwälte, Mediatoren und die Stakeholder in einem intensiven Austausch zusammen. Der Komplexität des Themas „Genozid an den Herero und Nama“ kann man sich nur annähern, in dem die Perspektiven möglichst aller Betroffenen und Beteiligten gehört und in einen Dialog mit einander gebracht werden. Dies ist in dem Symposium beim Goethe-Institut in Windhoek und danach in Swakopmund (ohne Beteiligung des Goethe-Instituts) gelungen. Unsere Gespräche vor Ort haben deutlich gemacht, dass es vielfältige positive Anknüpfungspunkte gibt und diese die Möglichkeit einer Verständigung über die bisherigen staatlichen Kanäle hinaus versprechen. Gleichzeitig beobachten wir jedoch auch Tendenzen, die zu großer Sorge Anlass geben. Eine Verständigung, die für die Betroffenen akzeptabel ist, wird nur unter Beteiligung der Vertreter der Opfergruppen gelingen. Die bereits jetzt bestehenden Frustrationen unter Teilen der Vertreter der Opfergruppen verstärken sich und werden verbal mit zunehmender Schärfe artikuliert. Damit drohen mögliche Lösungsräume immer weiter eingeschränkt zu werden. Vielmehr wird ein Raum geschaffen, der zu unkalkulierbaren Friktionen führen kann. Koloniales Unrecht wird nicht (nur) durch einen Verhandlungsprozess und einen möglichen Vertrag zwischen den Staaten (selbst wenn man beste Absichten unterstellt) beendet und es wird auch nicht zu einer gerechten und von allen akzeptierbaren Lösung führen, wenn die Betroffenen diesen Prozess als Wiederholung kolonialer Traumata erleben. Dass Teile der Betroffenen den juristischen Weg eingeschlagen haben, kann als Ausdruck ihrer Not verstanden werden, als gleichberechtigte Gesprächs- und Verhandlungspartner akzeptiert zu werden. Dies haben wir letzte Woche vor Ort in den Gesprächen mit den Betroffenen von den Herero und Nama aus Namibia, aber auch aus der Diaspora u.a. Botswana, Südafrika und den USA in aller Deutlichkeit erlebt. Wir sind uns bewusst, dass sich auch der Diskurs in Namibia zu diesen Themen verändern muss. Wir wissen auch, dass die Bundesregierung keine direkten Einwirkungsmöglichkeiten darauf hat, wie die Regierung von Namibia diesen Prozess gestaltet. Wir sind jedoch der festen Überzeugung, dass die Bundesrepublik Deutschland in dieser Situation mehr tun muss, als auf staatliche Verhandlungen zu setzen, oder gerichtliche Verfahren und deren Ausgang abzuwarten. Transparenz und Partizipation sind dabei entscheidende Faktoren, um der Gravität des Themas gerecht zu werden. Dafür gilt es, auch kulturelle, wissenschaftliche und soziale Strukturen zu nutzen oder zu entwickeln, in denen die aktuellen Verwerfungen verhandelbar bleiben. Dazu kann beispielsweise ein „Lebendiges Archiv“ als Kulturinstitution in Namibia gehören, über das wir bereits nachdenken. Ziel muss es sein, den Raum für nachhaltige und von allen Beteiligten akzeptable Lösungen zu schaffen. Nach 115 Jahren der Tatenlosigkeit müssen wir es besser wissen und besser handeln können. Wir alle wissen, dass sich Gerechtigkeit nicht nur vom Ergebnis der Verhandlungen her ergibt, sondern auch von der Art und Weise, wie es zu diesem Ergebnis kommt. Es ist daher nicht überraschend, dass die bisherigen Bemühungen, von Staat zu Staat zu verhandeln, das Risiko der Nicht-Akzeptanz zu verstärken drohen. Eine Verhandlungslösung zwischen den Staaten, sollte sie denn gefunden werden, die dann aber nicht von den Betroffenen akzeptiert wird, birgt gravierende Risiken für alle. Was daher jetzt dringend gebraucht wird, ist ein dialogischer, transparenter und partizipativer Prozess, der die Betroffenen zu Beteiligten macht. Dazu können auch Interventionen gehören, die die zivilgesellschaftlichen Kräfte in Namibia selbst stärken. Wir wissen, dass Sie von der Kraft dialogischer Prozesse und Lösungsfindungen überzeugt sind. Die Fragen, die hier verhandelt werden, betreffen uns in unserer Menschlichkeit und müssen daher entsprechend behandelt werden. Das Unrecht von damals kann nicht wieder gut gemacht werden, aber wir heutigen stehen vor der Entscheidung wie wir uns verhalten. Bei allen Zwängen gibt es eine Wahl sich so zu verhalten, dass die Humanität wiederhergestellt wird. Bitte nehmen Sie unsere tiefe Sorge über die Brisanz der derzeitigen Situation zur Kenntnis. Noch gibt es die Möglichkeit für eine Verständigung. Der von Ihnen und damit von der Bundesrepublik Deutschland betriebene Ansatz wird das Problem weiter verschärfen und Handlungsoptionen zunehmend einschränken. Es braucht einen neuen Ansatz, der jede Möglichkeit zur Verständigung und zum Dialog nutzt. Selbstverständlich stehen wir dafür für Gespräche bereit. Es geht darum, einen Prozess zu initiieren, den die Betroffenen als gerecht wahrnehmen, da er sie als Gleiche akzeptiert und sie an der Findung einer Lösung beteiligt. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. Jürgen Zimmerer (Professor für Globalgeschichte, Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“, Universität Hamburg) Dr. Johannes Odenthal (Programmdirektor der Akademie der Künste) Dr. Thomas R. Henschel (Mediator) Wolfgang Kaleck (Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR)

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– Völkermord an Herero und Nama – Herero-Sprecherin an Deutschland: „Werden wir anders behandelt, weil wir Afrikaner sind?“

Vertreter der Herero und Nama haben vor einem Gericht in New York Berufung gegen ein Urteil einer Richterin eingelegt, welches im März verkündet wurde.

Herero-Sprecherin an Deutschland: „Werden wir anders behandelt, weil wir Afrikaner sind?“

Berlin
Deniz Yücel: Erdogan ließ mich foltern

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Berlin – Deniz Yücel, ehemaliger Türkei-Korrespondent der „Welt“, wurde während seiner Haft in der Türkei nach eigenen Angaben gefoltert. Für die Misshandlungen macht er den türkischen Staatspräsidenten persönlich verantwortlich. Die Folter sei „womöglich auf direkte Veranlassung des türkischen Staatspräsidenten oder dessen engster Umgebung, auf jeden Fall aber infolge der Hetzkampagne, die er begonnen hatte und unter seiner Verantwortung“ geschehen, zitiert die Deutsche Welle Yücel. Mit der Folter sollte, so vermutet Yücel, die damalige Krise der Beziehungen mit Deutschland weiter verschärft werden. Aus diesem Grund habe er sich dazu entschlossen, die Misshandlungen zunächst nicht öffentlich zu machen. Nachdem Yücel und seine Anwälte Vertreter der Bundesregierung und einen türkischen Politiker als Vermittler eingeschaltet hätten, habe die Folter aufgehört, sagte Yücel, berichtet DW weiter.

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– Musik-News – Muslimischer Superstar Maher Zain veröffentlicht Song für Erdogan

In die lange Liste der vielen internationalen Promi-Fans des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wie etwa die US-Schauspieler Lindsay Lohan und Ben Stiller, der Sänger Cat Stevens, das Social Media-Phänomen Jerome Jarre, die deutschen Profifußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan sowie Boxweltmeister Manuell Charr reiht sich nun ein weiterer ein: Der schwedische #R&B-Sänger #MaherZain.

Muslimischer Superstar Maher Zain veröffentlicht Song für Erdogan

Strategiewende
Deka nennt Thyssenkrupp-Schritt „überfällig“

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Düsseldorf – Die Aktionäre von Thyssenkrupp begrüßen die Strategiewende. „Die Absage der geplanten Teilung von Thyssenkrupp ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit den geplanten Doppelstrukturen wäre es nicht zu einer Kostenentlastung gekommen. Dass auch die Anleger einem solchen Weg nicht vertraut haben, zeigt die desaströse Entwicklung des Aktienkurses“, sagte Ingo Speich, bei der Deka Investment für Corporate Governance verantwortlich, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Grundsätzlich ist die Entscheidung von Herrn Kerkhoff positiv zu sehen, allerdings wäre diese zu einem früheren Zeitpunkt wünschenswert gewesen. Diese Reaktion auf die Kritik der Aktionäre war überfällig. So hat das Management viel Zeit verloren“, so Speich. IG Metall fordert Ausschluss von Kündigungen bei Thyssenkrupp Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, fordert Sicherheiten für die Arbeitnehmer: „Für die IG Metall war das Joint Venture auch immer mit Gefahren für Arbeitsplätze verbunden. Darum haben wir dafür gesorgt, dass ein Tarifvertrag den Beschäftigten im Falle des Zustandekommens des Joint Ventures langfristig Sicherheit geben wird. Diese langfristigen Sicherheiten braucht es auch unter neuen Voraussetzungen“, sagte Giesler der „Rheinischen Post“. Weiter forderte Giesler: „Das Geld, das ein möglicher Börsengang der Aufzugssparte in die Kasse von Thyssenkrupp spült, muss für die Stabilisierung des Konzerns eingesetzt werden. Dies betrifft alle Bereiche des Konzernes. Eine Ausschüttung an die Aktionäre darf es nicht geben.“

Sumela-Kloster
Türkei: Erdogan-Regierung lässt weiteres Kloster restaurieren

Trabzon (nex/aa) – Zu den unzähligen Kirchen und Klöstern, die in den vergangenen Jahren in der Türkei restauriert wurden, reiht sich ein weiteres christliches Gotteshaus ein. Das majestätische Sumela-Kloster in der türkischen Schwarzmeerprovinz Trabzon wird am 25. Mai, nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten, für Besucher geöffnet Auch bekannt als „Jungfrau Maria“ Ein Teil des Klosters sollte am 18. Mai eröffnet werden, wurde aber wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben, sagte Ali Ayvazoglu, der Provinzleiter des Ministeriums für Kultur und Tourismus, am Freitag gegenüber Reportern. Das im Stadtteil Macka von Trabzon gelegene Kloster ist ein Ort von historischer und kultureller Bedeutung sowie eine wichtige Touristenattraktion. Im Jahr 2000 wurde es in die vorläufige Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Restaurierung des Klosters Sumela, auch bekannt als die Jungfrau Maria, wurde im Februar 2016 eingeleitet, so Ayvazoglu. Auf einer steilen Klippe auf 1.200 Metern im Nationalpark Altindere erbaut, wurde das Sumela-Kloster am 15. August 2010 mit Genehmigung des Ministeriums für Kultur und Tourismus nach einer 88-jährigen Pause wieder für religiöse Zwecke geöffnet. Über das Kloster schreibt Eslam: Das Sumela-Kloster (türkisch: Sümela Manastırı), auch bekannt als Marienkloster ist ein ehemals griechisch-orthodoxes Kloster aus Byzantinischer Zeit in der Osttürkei bei Trabzon. Der Ort galt zuweilen auch als Wallfahrtsort für Muslime. Der Name „Sumela“ stammt vom griechischen Melas (Schwarz), was sich vermutlich auf die Farbe der Marienikone bezieht und/oder die Felsen, in die das Kloster geschlagen wurde. Das Kloster liegt etwa 50 km südlich von Trabzon in den Bergen der Stadt Maçka  (Pontisches Gebirge) im Altindere-Nationalpark in etwa 1200 m Höhe. Es ist etwa 270 m oberhalb einer Schlucht des Altindere in den Fels gehauen. Der Legende nach wanderte die Ikone, die vom Evangelisten Lukas selber gemalt worden sein soll, nach dessen Tod von zwei Engeln getragen durch die Wolken in eine Höhle im Gebirge. Zwei junge Eremiten aus Athen, Barnabas und sein Neffe Sophronios, wurden ebenfalls von den Engeln zu der Wanderschaft eingeladen und entdeckten die Ikone in einer Höhle mitten im Wald bei Wasserfällen. Das war vermutlich im Jahr 385 n.Chr. und die Höhle bereits, wie so viele, von frühchristlichen Eremiten bewohnt. Die Höhle wurde erweitert und eine Kapelle hineingebaut. Um 500 n.Chr. förderte Kaiser Anastasios den Bau eines Klosters. 640 n.Chr. wurde es durch ein Feuer zerstört. Der Mönch Christophoros aus dem Kloster Vazelon baute es wieder auf. Im 12. Jahrhundert wurde es wieder zerstört, angeblich von Räubern, die auf der Suche nach der Ikone waren. Die Ikone wurde unversehrt aus dem Fluss geborgen. Die ältesten erhaltenen Gebäude stammen aus dem 11 Jh. n.Chr.. In dem Kloster wurde Alexios III. (1338–1390) am 21. Mai 1350 und sein Sohn Manuel III. (1390–1417) als Kaiser vom Kaiserreich Trapezunt (ehemaliger Name Trabzons) gekrönt. Auch nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1461 blieb das Kloster bestehen und entwickelte sich zu einem wichtigen Wallfahrtsort. Sein heutiges Aussehen erhielt das Kloster im 19. Jh., als Gebäude mit Mönchzellen vor die eigentliche Felsenkirche gebaut wurden. Als nach dem Ersten Weltkrieg die griechische Bevölkerung auf dem Pontus bei dem Versuch, eine eigene Republik zu gründen, den Truppen Atatürks unterlag, mussten auch die Mönche das Kloster verlassen. Die Reliquien wurden von ihnen mitgenommen und in eine gleichnamige Neugründung im griechischen Mazedonien eingebracht. Das Kloster verfiel nach einem verheerenden Brand 1930 immer weiter, bis es 1972 von der türkischen Regierung als Nationalerbe unter Schutz gestellt wurde und Besuchern offen steht. Die Zerstörungen in den Wandmalereien und Fresken sowie der Wandalismus von Besuchern ist nicht zu übersehen. Lediglich die hohen nicht erreichbaren Deckenmalereien sind einigermaßen erhalten. Das Kloster war nicht nur für Christen sondern auch Muslime ein wichtiger Wallfahrtsort der Region. Es war der „Panhaghia tou Melas“ (Heiligen Maria (a.) des Schwarzen Bergs) geweiht, der Mutter Jesu (a.), weshalb das Kloster auch „Mutter-Maria-Kloster“ (Meryem ana manastiri) genannt wird. Selim I. hat das Kloster während seiner Gouverneurszeit in Trabzon mit zwei großen Leuchtern beschenkt. Auch Fatih Sultan Mehmed, Bayezit II., Selim II., Murat III., Ibrahim I., Mehmed IV., Süleyman II. und Ahmet III. haben das Kloster reichlich beschenkt, wodurch sich die einheimische christliche Bevölkerung gesichert sah, auch unter den Osmanen. In dem Kloster waren als Reliquien unter anderem eine Ikone, die vom Evangelisten Lukas gemalt worden sein soll und ein Splitter des Kreuzes, an dem Jesus gestorben sein soll. Mit dieser Kreuzreliquie wurde monatlich das Wasser aus dem heiligenden Brunnen geweiht, welches die Pilger gegen alle erdenklichen Leiden nutzten. Eine lange, schmale Treppe führt zum Eingang des Klosters, welcher mit Wachhäuschen flankiert ist. Eine weitere Treppe führt in den Innenhof. Die wichtigsten Teile sind die Felsenkirche, einige Kapellen, Studienräume, ein Gästehaus, Bibliothek und der heilige Brunnen. Ein Aquädukt, welches an die Felswand gebaut ist, versorgt das Kloster mit Wasser und wurde mittlerweile restauriert. Auf der rechten Seite vor der Höhlenkirche befindet sich die Bibliothek. Sechsundsechzig der hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jh. stammenden Manuskripte wurden katalogisiert und sind jetzt im Museum von Ankara. Weitere 1000 mit Miniaturen verzierte Tetraevangelien (Die vier Evangelien) aus byzantinischer Zeit befinden sich inzwischen in der Hagia Sophia in Istanbul. Von den weiteren Schätzen des Klosters befindet sich eine Silberne Kreuzreliquie von Manuel III., ein handgeschriebenes Manuskript und eine Große Zahl an Dokumenten im Museum für Byzantinische Kunst in Athen, eine Ikone des Klosters „Lady of the roses“ ist jetzt in der National Gallery in Dublin. Anderes ist in Privatbesitz und im Benaki Museum in Athen. Die Innen- und Außenwände der Felsenkirche und der angrenzenden Kapelle sind mit Fresken geschmückt. Die Darstellungen auf der Innenseite der Wand zum Hof der Felsenkirche stammen aus der Zeit von Alexios III. Die Porträts von Alexios und Manuel sind nicht mehr erhalten. Die Außenfresken stammen aus dem frühen 18. Jh. und geben Szenen des Alten und Neuen Testaments wieder und das Konzil von Nikaia-Nicaea. Es wurden Teile einer großen Darstellung der Apokalypse gesichert. Ein Drache und zwei berittene Heilige (Georgios und Demetrios) sind auf einer Wand einer kleinen Kapelle dargestellt. Unter der sichtbaren Farbschicht wurden drei weitere Schichten entdeckt. Am oberen Rand der untersten Schicht wurde die Figur eines Herrschers mit einem Diadem dargestellt, eine ähnliche Figur wurde darübergemalt und darüber eine Metamorphose – Die Veränderung des Blicks von Jesus Christus am Berg Tabor. 100 m nördlich des Klosters befinden sich Kapellen, die ebenfalls in den Berg geschnitten wurden und mit Fresken verziert sind. Seit 1998 restauriert das türkische Kultur- und Tourismusministerium das Kloster, die Fresken werden gereinigt und ausgebessert, das Hauptgebäude hat ein neues Dach erhalten. Es ist aber dennoch Besuchern offen. Rekordanzahl an Sanierung in der Türkei Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP. Sanierungsprojekte der Türkei unter Erdogan

Die Große Synagoge in der westtürkischen Provinz Edirne, die griechisch-orthodoxe Aya Nikola Kirche in der Provinz Canakkale, eine syrisch-katholische Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay, die armenischen Kirchen in den Provinzen Diyarbakir und Gaziantep, die griechisch-orthodoxen Kirchen Taksiyarhis in der westtürkischen Provinz Balikesir und Aya Yorgi in Istanbul und die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul sind einige der fertiggestellten Restaurierungsprojekte der türkischen Regierung. 2017 eröffnete in der Sonnenmetropole Antalya zudem eine weitere evangelische Kirche mit einem Gebetsraum für 220 Gläubige, einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen.

(Foto: Screenshot/ayvalikholyspring.com)
Neue Cemhäuser Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll. Sanierungen armenischer Kirchen Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“ Eiserne Kirche in Istanbul Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde. Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“

Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.

Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen. Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien. Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.

Synagoge-Eröffnung: Juden bedanken sich mit Gebet bei Erdogan

Im Jahre 2015 weihte die türkische Regierung die mit staatlichen Mitteln restaurierte Synagoge von Edirne ein – am Wochenende fand die erste Hochzeit statt. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hinweg verfallen und wurde nicht genutzt. 2016 wurde dort die erste jüdische Hochzeitsfeier seit mehr als vier Jahrzehnten abgehalten. Obwohl sie sich von anderen traditionellen jüdischen Hochzeiten nicht unterschied, war das Ereignis von großer symbolischer Wichtigkeit für die jüdische Gemeinde in der Türkei. Vor allem für Rufat Mitrani, den Patriarchen der einzigen in Edirne lebenden jüdischen Familie, war es ein unvergesslicher Moment. Er war zuvor der Letzte, der vor mehr als 40 Jahren seine Frau Sara dort geheiratet hatte. In weiterer Folge verwaiste der Tempel und war dem Verfall preisgegeben, da es zu wenige Gemeindemitglieder gab. Die Zeremonie begann mit dem Lied „Boi Kala“, mit dem die Braut im prächtigen Tempel besungen wurde. Zwei Kantoren rezitierten ein Anoten, ein traditionelles Gebet, das auf die Zeit zurückdatiert, als die sephardischen Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien nach Istanbul geflohen waren. Das Gebet stellte ursprünglich eine Dankesäußerung an den osmanischen Sultan dar, der der jüdischen Gemeinde damals Schutz gewährte. Am Hochzeitstag wurde es zu Ehren des derzeitigen politischen Führers der Türkei, Präsident Recep Tayyip Erdogan, vorgetragen.

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– „100 Millionen Romani-Sprecher“ – Erdogans Demokratie-Paket: Erstes Romani-Türkisches Wörterbuch veröffentlicht

„Das Romani ist kein Dialekt. Es ist eine der ältesten Sprache der Welt. Etwa 100 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sprechen diese Sprache. In Europa sind es 15 Millionen Roma, die diese Sprache sprechen“, so Ali Daylam, Vorsitzender der Föderation der Roma-Vereine, in einem Interview.

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Angriff auf Idlib
Syrien: Türkei fordert von Russland Einstellung der Luftangriffe

Ankara (nex) – Die Türkei hat Russland am Donnerstag aufgefordert, die Luftangriffe in der syrischen Provinz Idlib einzustellen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf diplomatische Quellen. Außenminister Mevlut Cavusoglu habe seinen russischen Amtskollegen Sergey Lavrov gebeten, die Bombardierungen einzustellen, so die namentlich nicht genannte Quelle. Lawrow habe versichert, dass die Angriffe Freitagmorgen beendet worden seien. Bei Raketenangriffen der russischen und syrischen Luftstreitkräfte auf Stellungen von Anti-Assad-Gruppen, starben nach Angaben von Menschenrechtlern vor Ort in den letzten zwei Wochen über 100 Zivilisten. „Unter den verstärkten Luftangriffen des syrischen Regimes und seiner militärischen Verbündeten auf Idlib, wurden seit dem 26. April mindestens 108 Zivilisten getötet“, so das syrische Netzwerk für Menschenrechte. Zudem seien zwölf Krankenhäuser und Gesundheitszentren bombardiert worden. Die Uno berichtet von den schwersten Fassbombenangriffen in Syrien seit 15 Monaten.    

Destatis
Wirtschaft: Deutsche Exporte um fast 2 Prozent gestiegen

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Wiesbaden – Im März 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 118,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 95,6 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im März 2019 um 1,9 % und die Importe um 4,5 % höher als im März 2018. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat  Februar 2019 um 1,5 % und die Importe um 0,4 % zu. Die Außenhandelsbilanz schloss im März 2019 mit einem Überschuss von 22,7 Milliarden Euro ab. Im März 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +24,6 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im März 2019 bei 20,0 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+24,9 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-0,9 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+9,9 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-3,6 Milliarden Euro) schloss die Leistungsbilanz – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – im März 2019 mit einem Überschuss von 30,2 Milliarden Euro ab. Im März 2018 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 29,4 Milliarden Euro ausgewiesen. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im März 2019 Waren im Wert von 70,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 56,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber März 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 2,5 % und die Importe aus diesen Ländern um 5,5 %. In die Länder der Eurozone wurden im März 2019 Waren im Wert von 44,5 Milliarden Euro (+0,5 %) exportiert und Waren im Wert von 36,9 Milliarden Euro (+5,6 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im März 2019 Waren im Wert von 26,0 Milliarden Euro (+6,0 %) exportiert und Waren im Wert von 19,7 Milliarden Euro (+5,3 %) von dort importiert. In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im März 2019 Waren im Wert von 47,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 39,0 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber März 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 1,1 % zu, die Importe von dort stiegen um 3,1 %.

EU-Beitritt
Erdogan: Türkei entschlossen, EU beizutreten

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte am Donnerstag den Wunsch der Türkei für eine Vollmitgliedschaft in der EU. Die Türkei gehe auf diesem Weg beharrlich weiter, obwohl man versuche „sie aus der europäischen Familie auszuschließen“, sagte Erdogan vor einer Reform-Aktionsgruppe in der Hauptstadt Ankara. Erdogan betonte, dass die Türkei seit 60 Jahren darum kämpft, Vollmitglied der EU zu werden, und fügte hinzu, dass das Land entschlossen ist, dieses Ziel zu erreichen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. „Die EU braucht die Türkei mehr als die Türkei die EU“, so Erdogan. Die Türkei beantragte 1987 den Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (einem Vorläufer der EU) und wurde 1997 zum prospektiven Beitrittskandidaten. Die Beitrittsgespräche wurden 2005 aufgenommen. 2007 war es jedoch wegen der Haltung der Türkei in der Zypernfrage zu einem Stillstand in den Verhandlungen gekommen. Auch die deutsche und französische Regierung hatten sich gegen die volle EU-Mitgliedschaft der Türkei gestellt.

Nach dem vereitelten Putschversuch im Juli 2016 hatten die Spannungen zwischen einigen EU-Staaten und der Türkei zugenommen. Deutsche Politiker hatten daraufhin öffentlich die Einstellung, das EU-Parlament in einer nicht bindenden Resolution ein Einfrieren der Beitrittsverhandlungen, gefordert.

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– Coleiro Preca in der Türkei – Malta unterstützt nach wie vor EU-Beitritt der Türkei

Malta wird die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union weiterhin unterstützen, sagte Staatspräsidentin Marie-Louise Coleiro Preca am Mittwoch.

Malta unterstützt nach wie vor EU-Beitritt der Türkei

Wirtschaft
Industrie- und Handelskammertag: Steuern müssen runter

Osnabrück. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält angesichts der Abkühlung der Konjunktur steuerliche Entlastungen der Wirtschaft für dringend erforderlich. Präsident Schweitzer: Ohne Gegensteuern „wird es die deutsche Wirtschaft im Abschwung hart treffen“ „Schon heute liegt Deutschland bei der Steuerbelastung der Unternehmen in der Spitzengruppe der Industriestaaten. Wenn wir hier nicht gegensteuern, wird das die deutsche Wirtschaft im Abschwung hart treffen“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Ohne Reformen werde Deutschland 2022 innerhalb der OECD, einer internationalen Organisation mit 36 Mitgliedstaaten, sogar die höchste Steuerbelastung haben. Investitionen in Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig Das Ergebnis der Steuerschätzung nannte der DIHK-Präsident angesichts der sich eintrübenden konjunkturellen Lage „wenig überraschend“. Fakt bleibe, dass die öffentlichen Kassen gut gefüllt seien. Schweitzer rief die Politik dazu auf, jetzt konsequent in die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu investieren. Mit der bereits international üblichen steuerlichen Forschungsförderung sei ein wichtiger Schritt angekündigt.