Finanzpolitik
Kommentar: EZB reagiert auf die sich abzeichnende Rezession in der Eurozone

Ein Kommentar von Ernst Wolff Die Europäische Zentralbank EZB hat in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass sie den Leitzins bis ins Jahr 2020 bei Null belassen wird. Außerdem hat sie angekündigt, ab September 2019 zum dritten Mal nach 2014 und 2016 zinsfreie Langfristdarlehen mit einer Laufzeit von zwei Jahren auszugeben.  Mit diesem erneuten Kurswechsel reagiert die EZB auf die sich abzeichnende Rezession in der Eurozone. Nachdem sie im vergangenen Jahr begonnen hat, ihre Geldpolitik zu straffen, macht sie nun den Weg frei für eine Fortsetzung der Politik des „lockeren Geldes“. Damit demonstriert die EZB ihre Entschlossenheit, das Euro-System weiterhin künstlich am Leben zu erhalten – so wie sie es seit der Eurokrise getan hat, indem sie über eine Billion Euro geschaffen, die Zinsen bis auf Null gesenkt und taumelnde Staaten, Großbanken und Konzerne zusätzlich durch Anleihen- und Aktienkäufe über Wasser gehalten hat. All diese Notmaßnahmen wurden der breiten Öffentlichkeit als vorübergehend und zur Ankurbelung der Wirtschaft notwendig verkauft. Tatsächlich aber dienten sie dazu, das im Grunde zusammengebrochene System im Interesse derer, die von ihm profitieren, am Leben zu erhalten. Die Durchsetzung dieser Maßnahmen aber brachte ein neues Problem mit sich: Die Profiteure nutzten die immensen Summen billigen Geldes nämlich nicht, um das System zu stabilisieren, sondern setzten sie zur erneuten Spekulation ein und schufen so immer größere Blasen an den Finanzmärkten, die mittlerweile zu platzen und das System endgültig zu zerstören drohen.  Um dieser Gefahr vorzubeugen, hat die EZB im vergangenen Jahr eine „Straffung“ ihrer Geldpolitik angekündigt, die sie nur durch eine Verringerung des Geldflusses und eine Erhöhung des Leitzinses herbeiführen kann. Dass sie nun beschlossen hat, diesen bei Null zu belassen und sogar neue Langfristdarlehen auszugeben, zeigt, dass sie diese Pläne über Bord geworfen hat. Warum? Aus einem simplen Grund: Das gesamte Eurosystem ist inzwischen – ähnlich einem Drogensüchtigen – von den Geldinjektionen der EZB abhängig und kann ohne diese nicht mehr existieren. Damit aber rückt die Eurozone immer näher an den Rand des Abgrundes, denn wir erleben zurzeit die ersten Vorboten einer Rezession, also einer kräftigen Abschwächung des Wirtschaftswachstums.  Sobald diese Rezession sich voll entfaltet, bleibt der EZB aber nur ein Mittel: Sie muss gegensteuern und die Zinsen senken. Da der Leitzins jedoch bereits bei Null liegt, wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als ihn unter Null zu drücken, also Negativzinsen einzuführen. Diese Negativzinsen, bei denen der Schuldner weniger zurückzahlen muss als er sich leiht, werden dazu führen, dass noch mehr geliehenes Geld als bisher in die Finanzmärkte fließt und die Blasen noch weiter an Umfang zunehmen. Das kann nur bewirken, dass sie irgendwann von alleine platzen oder dass die Gläubiger beim nächsten Versuch der EZB, die Geldpolitik zu straffen, ihr verliehenes Geld massenweise zurückfordern und ihre Schuldner damit zu Hundertausenden in Zahlungsschwierigkeiten bringen werden.  Zusätzlich werden Negativzinsen eine Verschärfung des Feldzuges der Banken gegen das Bargeld nach sich ziehen, da die Menschen ihre Bankkonten reihenweise räumen werden. Außerdem werden Negativzinsen die Altersarmut weiter ansteigen lassen, da erspartes Geld ja keine Erträge mehr bringen, sondern nach und nach dahinschmelzen wird. Die wichtigste Folge aber wird die zusätzliche Verstärkung des zurzeit gefährlichsten globalen Trends sein: Da die Flut billigen Geldes einzig und allein vermögenden Investoren zugute kommt, wird sie den Abstand zwischen Arm und Reich noch weiter als bisher vergrößern.  Die Rückkehr der EZB zur lockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre legt also die Grundlage dafür, dass wir in der vor uns liegenden Rezession nicht nur mit tiefgreifenden wirtschaftlichen und finanziellen, sondern auch mit erheblichen sozialen und politischen Verwerfungen rechnen müssen. 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Zuchttierhandel
70.000 Rinder vergangenes Jahr lebend ins Ausland transportiert

Hauptziel war Russland – Grüne fordern Exportstopp Osnabrück – Aus Deutschland sind im vergangenen Jahr etwa 70.000 Rinder und 70.000 Schweine lebend in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union exportiert worden. Das zeigen vorläufige Zahlen des Bundesamtes für Statistik, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Die Grünen im Bundestag fordern aus Tierschutzgründen einen generellen Stopp von Lebendtransporten ins EU-Ausland. Bei den Rindern handelte es sich demnach überwiegend um Zuchttiere, die zum Aufbau von Herden eingesetzt werden. Hauptziele waren Russland (21.164), die Türkei (15.448) und Usbekistan (8321). Es folgen Staaten in Nordafrika, an die zusammengenommen etwa 10.000 Tiere gingen. Insgesamt ging die Zahl im Vergleich zu 2017 um etwa 15 Prozent zurück. Die Zahl der lebend exportierten Schweine stieg indes um etwa 20 Prozent an. Der größte Teil wurde in Balkan-Staaten transportiert – vorneweg Serbien mit etwa 33.600 Tieren. Der Lebendtransport von Tiere ins EU-Ausland hatte zuletzt immer wieder für Diskussionen gesorgt. In Schleswig-Holstein gilt ein Erlass von Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne), der solche Transporte vorläufig untersagt. Auch in Bayern wurden teilweise Exportstopps verhängt. Es geht darum, dass EU-Tierschutzstandards während der langen Transporte mutmaßlich nicht eingehalten werden, zumindest aber deren Einhaltung nicht kontrolliert werden kann. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bezeichnete die Exportstopps als „überstürztes Handeln“. Sie will noch vor der nächsten Agrarministerkonferenz im April ein Sondertreffen mit Vertreten der Länder einberufen. Auch im Bundestag regt sich Widerstand. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, sagte der „NOZ“: „Wir fordern ein Stopp der Transporte in EU-Drittstaaten. Es gibt zahlreiche Belege für das unerträgliche Leid der Tiere, das mit den tagelangen Transporten einhergeht.“ Ostendorff kritisierte, dass Klöckner sich nicht für das Wohl der Tiere einsetze.

Türkei
Pressekarte für ZDF-Korrespondent Jörg Brase verlängert

Istanbul – Jörg Brase, ZDF-Studioleiter in Istanbul, hat die Zusage der türkischen Behörden erhalten, dass seine Pressekarte nun doch verlängert wird. Zuvor war diese Verlängerung von türkischer Seite abgelehnt worden. Nach Ablauf der Zehn-Tages-Frist musste Jörg Brase die Türkei am vergangenen Sonntag verlassen. Bettina Schausten, stellvertretende ZDF-Chefredakteurin: „Wir begrüßen es, dass die türkischen Behörden nun zu einer anderen Entscheidung gekommen sind. Jörg Brase wird in den kommenden Tagen seine Tätigkeit in der Türkei wieder aufnehmen. Ich hoffe, dass auch die Pressekarten für Tagesspiegel-Korrespondent Thomas Seibert und die übrigen Kollegen, die noch darauf warten, jetzt ausgestellt werden.“ Das ZDF-Studio Istanbul ist für die Berichterstattung aus der Türkei, dem Iran und Afghanistan zuständig. Ohne eine gültige Pressekarte ist ungehindertes Recherchieren, Durchführen von Interviews oder Besuchen von Pressekonferenzen nicht möglich. Auch die Bundesregierung und das Auswärtige Amt hatten sich für eine Verlängerung der Pressekarte eingesetzt.

“Viaggiare e Sorridere”
Albanien: Der neue Geheimtipp für Schönheits-Ops

Von Helene Milde

Eine neue Art des Tourismus wird die letzten Jahre immer beliebter – der Gesundheits- und der Patiententourismus. Genießen ihn die einen zur Prävention von Krankheitsbildern, wurde er für andere zur Notwendigkeit von medizinischen Behandlungen.

In Deutschland findet ein gesellschaftlicher Wandel statt – dabei erhält die Gesundheit einen hohen Stellenwert. Zum einen wird dies durch die demographische Entwicklung verstärkt, andererseits haben sich die Finanzierungsstrukturen gewandelt. Der Selbstanteil an den verschiedenen Krankheitsbildern wurde drastisch erhöht.

Eine Zahnbehandlung kann dabei zu einer sehr großen finanziellen Belastung führen, Schönheitsoperationen werden für viele Menschen unerschwinglich. Gesundheitsprävention und medizinische Behandlungen erhöhen daher die Nachfrage nach gesundheitstouristischen Dienstleistungen. Immer mehr Länder kommen diesen Ansprüchen nach. Ein neuer Markt, der rasant wächst.

Waren bis vor einigen Jahren noch Frankreich, Italien, Spanien und England die Hauptreiseziele für eine medizinische Behandlung im Ausland, kamen mit der Zeit Ungarn, die Tschechische Republik, Polen und Rumänien hinzu. Seit wenigen Jahren ist auch die Türkei für Gesundheitsreisen ein sehr beliebtes Ziel. Auf der ITB, der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin, war diese neue Art des Tourismus bei vielen Ausstellern ein unübersehbarer Bestandteil ihrer Länderpräsentation.

Albanien, ein kleines Land, das sich an der Küste der Adria und des Ionischen Meeres entlang zieht, ist bisher beim Gesundheitstourismus noch wenig in Erscheinung getreten. Insider wissen um die Schönheit der Landschaft und die Gastfreundschaft der Menschen. Doch Albanien hat mehr zu bieten.

„Albanien ist in diesem Sektor noch wenig bekannt, dabei haben wir die besten Ärzte und Kliniken“, so Anduela Cela, von der Klinik “Travel and Smile” bzw. “Viaggiare e Sorridere” bei einem Gespräch mit NEX24 während der ITB in Berlin. 

Anduena Cela, Travel and Smile. (Foto: nex24)

Sie betont, dass es im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in ihrer Klinik bei zahnärztlichen Behandlungen sowie den hochwertigen ästhetischen Eingriffen Einsparungen von über 60 Prozent gäbe. Dabei würden sie ihren Patienten noch besonders individuelle Tourismusdienstleistungen anbieten, um ihnen den Aufenthalt in Albanien so angenehm wie möglich zu machen, so Dritan Gremi, Gründer des Unternehmen.

„Unsere Mission besteht nicht nur aus medizinischer Perfektion, sondern wir garantieren auch Wellness und Gastfreundschaft“, erklärt der Gründer Gremi und ergänzt: „In den Behandlungskosten sind Transfers zum und vom Flughafen enthalten, ebenso zur Hotelunterkunft oder zum Appartement. Die Unterstützung eines Dolmetschers sowie geführte Entdeckungen der schönsten Orte einer jungen und dynamischen Nation, die in der Hauptstadt das Symbol ihrer Wiedergeburt sieht, sind ebenso Teil des kostenfreien Services“, so Greti.

Travel and Smile ist noch eine junge Klinik. 2009 verwirklichte Dritan Gremi mit ihr seinen Traum. Ihm war es wichtig, die Schönheit seines Landes mit der ärztlichen Kunst des Heilens zu vereinen. Er baute eine Zahnklinik sowie ein Kompetenzzentrum für Kliniken, die sich auf minimalinvasive Behandlungen in der kosmetischen Chirurgie spezialisiert haben. Professionelle Fachärzte mit internationaler Anerkennung ausgezeichnet, führen diese Eingriffe durch. Die Kliniken arbeiten laut Aussage von Anduela Cela auf allerhöchstem Niveau.

Sie würden hochwertige Zahnbehandlungen unter Verwendung von schmerzfreien und mini-invasiven Techniken sowie CE zertifizierten Dentalprodukten, anbieten. Ein Zahnimplantat aus Tirana gehöre schon für viele Patienten zu einem neuen Lächeln. 

Seit der Gründung seien bereits 12.000 Patienten erfolgreich behandelt worden. Ein Großteil der Kunden käme aus Italien, aber auch immer mehr deutsche Patienten hätten die Vorteile einer professionellen Behandlung in seiner Klinik schätzen gelernt.

 

 

Kinderpornographie
Missbrauchsbeauftragter Rörig: „Das Internet in Deutschland ist ein Paradies für Pädosexuelle“

Berlin – Am 28. Januar 2010 berichtete die Berliner Morgenpost erstmals von Missbrauchsfällen am Berliner Canisius-Kolleg und löste damit den sog. „Missbrauchsskandal“ in Deutschland aus. Die Bundesregierung reagierte 2010 mit der Einrichtung eines Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ und des Amtes einer „Unabhängigen Beauftragten“. Im Abschlussbericht des Runden Tisches von 2011 fanden sich umfassende Empfehlungen zu Prävention und Hilfen, aber nur wenige Gedanken zur Aufarbeitung. Erst im Januar 2016 konnte nach Beschlussfassung des Deutschen Bundestages im Juli 2015 die „Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, berufen werden. Sie erhielt den Auftrag, Missbrauch in Institutionen und Familien aufzuarbeiten und ist damit weltweit die einzige Kommission, die den Kontext Familie beleuchtet. Im April 2019 wird sie den Bilanzbericht ihrer bisherigen Arbeit vorstellen. Rörig: „Sexueller Missbrauch ist in Deutschland bis heute noch nicht mit der notwendigen Konsequenz aufgearbeitet. Über Jahre und Jahrzehnte wurde sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Familien und Institutionen vertuscht, bagatellisiert und unter den Teppich gekehrt. Betroffenen wurde vielfach nicht geglaubt und ihnen nur selten auf Augenhöhe begegnet. Heute wissen wir, dass Aufarbeitung nur dann gelingen kann, wenn sie unabhängig und transparent stattfindet und vom Vertrauen Betroffener getragen wird.“ „Das Internet in Deutschland ist ein Paradies für Pädosexuelle“ In einem Gespräch mit „Welt“-Online kritisierte Rörig zudem die fehlenden Ermittlungsmöglichkeiten in Deutschland: „Hinter Kinderpornografie steht realer sexueller Kindesmissbrauch und wir müssen, um den Schaden von den Kindern besser fernzuhalten, alle Instrumente in die Hand nehmen, um die Täterstrategien zu durchkreuzen. Dazu gehört zum einen, dass die Internetanbieter eine Meldepflicht bekommen, wenn sie Missbrauchsabbildungen in ihren Anwendungen sehen. Da wäre beispielsweise eine Meldung an das BKA oder eine andere Stelle zu bestimmen. In den USA ist das hervorragend geregelt. Man muss sich mal vor Augen führen: Wir haben im vergangenen Jahr aus den USA 35.000 Meldungen zu Missbrauchsabbildungen mit Bezug zu Deutschland gehabt. Wir leisten uns als Rechtsstaat den Luxus, dass wir eine solche Gesetzesmeldepflicht, wie sie die USA schon lange im Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt eingeführt haben, nicht besitzen. Wir haben aber noch ein weiteres Problem in Deutschland: Wir verzichten im Moment auf die Vorratsdatenspeicherung, und so fehlt uns der Zugang zu den Tätern. Die Spur ist uns sozusagen – weil die IP-Adresse nicht vorhanden ist – nicht gegeben. Da klatschen sich die pädosexuellen Täter in die Hände und freuen sich, dass Deutschland hier keine scharfen Ermittlungsmöglichkeiten hat. Und ich sage es immer: Es ist tatsächlich so, dass das Internet in Deutschland ein Paradies für Pädosexuelle ist.“ Mit Blick auf die Aufarbeitung im kirchlichen Kontext sei 2018 ein wegweisendes Jahr gewesen Rörig: „Die Beschlüsse, der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland von Ende 2018, sind ein wichtiges Fundament für die jetzt anstehende umfassende Aufarbeitung sexueller Gewalt in kirchlichen Kontexten. Endlich wurde auf Seiten der Kirchen anerkannt, dass strukturelle und kirchenspezifische Bedingungen sexuellen Missbrauch in diesem Ausmaß ermöglicht haben. Zudem ist nun klar, dass die Anstrengungen für die Aufarbeitung dieses ungeheuerlichen Unrechts erheblich verstärkt werden müssen und ohne Betroffenenbeteiligung nicht gelingen wird. Dieser Prozess darf jetzt von keinem Bistum und keiner Landeskirche mehr aufgehalten werden.“ Ende Dezember 2018 hat Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates eine Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die in den kommenden Wochen mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, Ressorts der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages erörtert werden. Rörig möchte die staatliche Seite dafür gewinnen, die kirchliche Aufarbeitung zu unterstützen. Gemeinsam sollten Kriterien und Standards zur Betroffenenbeteiligung, Einrichtung unabhängiger Aufarbeitungskommissionen in den Bistümern und Landeskirchen, und Zugangsbefugnissen zu Akten und Archiven sowie Entschädigungsfragen erörtert und möglichst festgelegt werden. „Insbesondere die Frage nach einer angemessenen Entschädigung ist für viele Betroffene nach wie vor eine offene Wunde “, so Rörig. Mit Blick auf die von Papst Franziskus im Februar 2019 im Vatikan geplante Konferenz der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt hofft Rörig, dass die umfassende Aufarbeitung in allen Bereichen der katholischen Kirche gestärkt und Widerstände und Zögern dagegen abgebaut werden. Rörig: „Die Konferenz ist hoffentlich ein wichtiger Schritt, auch um jene zu gewinnen, die sich Missbrauch in ihren Reihen bisher nicht vorstellen wollen oder die Aufarbeitung des Unrechts sogar ablehnen. Es würde mich sehr freuen, wenn die Konferenz allen deutschen Bistümern Stärkung für die anstehenden Aufarbeitungsvorhaben bieten könnte.“

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Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

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"Türkei Tourismusland 2018"
Türkei: 60 Prozent mehr Touristen aus China

Die zahlreichen Aktivitäten des türkischen Tourismusministeriums in China, waren erfolgreich. In 2018 wurden 60 Prozent mehr chinesische Urlauber verzeichnet.
Nachdem 2018 als das Jahr des türkischen Tourismus in China erklärt wurde und das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus, in Zusammenarbeit mit ihren chinesischen Kollegen in China für das Touristenziel Türkei geworben haben, kann nun eine erfolgreiche Bilanz dieser Anstrengungen gezogen werden.
Chinesische Urlauber sind trotzt der vielen Vorurteile sehr beliebt bei Reiseveranstaltern. Durch ihre Freude an Aktivitäten und Veranstaltungen werden sie als spendierfreudige Urlauber angesehen. In 2017 machten über 145 Millionen Chinesen weltweit Urlaub. Diesen riesigen Markt weiter zu erschließen, das war eines der Hauptziele des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus.

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Populismus
Konzerne warnen vor „europafeindlichen Kräften“

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Die Chefs der Unternehmen Eon, Evonik, RWE und Thyssenkrupp warnen vor einem Erstarken der Populisten in Europa und wenden sich mit einem Wahlaufruf an die Beschäftigten. „Jahrzehntelang gab es einen europäischen und überwiegend auch globalen Konsens, dass mehr Zusammenarbeit zu mehr Wohlstand für alle führt. Dieser Konsens ist durch eine Reihe von Entwicklungen bedroht“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Eine hohe Wahlbeteiligung könne den Zusammenhalt in Europa stärken „und zugleich die Wahlchancen von Populisten verringern“. Auch Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff zeigte sich gegenüber der WAZ mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Europa besorgt. „Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit es manchen gelingt auszublenden, was Europa für uns bedeutet“, sagte Kerkhoff. „Da sind aus meiner Sicht auch wir als Unternehmen gefordert.“ Daher plane Thyssenkrupp einen Aufruf an die Mitarbeiter in Europa, im Mai zur Wahl zu gehen. „Es ist wichtig und richtig, die EU, unsere EU, jetzt zu stärken – statt sie zu schwächen, wie viele Populisten es fordern“, sagte Rolf Martin Schmitz, der Chef des Essener Energiekonzerns RWE, der WAZ. Er werbe bei den Mitarbeitern dafür, das „demokratische Recht wahrzunehmen und im Mai wählen zu gehen“. „Die Abstimmung in Großbritannien ist auch so ausgegangen, weil es nicht gelungen ist, junge Menschen zu mobilisieren“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann mit Blick auf das Brexit-Votum. „Das gleiche Risiko besteht nun in Europa – und für die Wahlen Ende Mai. Die Gefahr, dass europafeindliche Kräfte an Einfluss gewinnen, ist real.“ Deshalb rufe er die Mitarbeiter auf, wählen zu gehen.

Berlin
Martin Schulz fordert Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei

Im Konflikt um die Nicht-Akkreditierung deutscher Journalisten in der Türkei hat nun auch die SPD einen EU-Beitritt des Landes für undenkbar erklärt. „Die Türkei kann nur eine europäische Perspektive haben, wenn sie eine demokratische Regierung hat“, sagte der frühere Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Solange dies nicht der Fall ist, ist ein EU-Beitritt undenkbar“, erklärte Schulz. Der Ex-SPD-Vorsitzende kritisierte das Vorgehen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Präsident Erdogan verletzt kontinuierlich alle fundamentalen Prinzipien der Europäischen Union“, sagte Schulz. Die Meinungsfreiheit und der Schutz von Journalisten seien nicht verhandelbar. „Unter solchen Umständen macht es keinen Sinn, die Beitrittsverhandlungen fortzusetzen“, so Schulz.

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Umfrage
Burnout und Depressionen bei Ärzten weit verbreitet

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Neue Medscape-Umfrage zeigt: Jeder vierte Arzt in Deutschland hat Depressionen, jeder fünfte eine Kombination aus Burnout und Depression. Im internationalen Vergleich geht es Medizinern bezüglich Burnout hierzulande noch gut – bei Depressionen liegen sie an der Spitze. Fast jeder zweite Arzt in Deutschland berichtet von Gefühlen körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung. Dies ergab die Umfrage „Burnout und Depressionen bei Ärzten in Deutschland“ von Medscape, einem führenden Informationsportal für Ärzte und andere Gesundheitsberufe. Psychische Probleme wie Burnout oder Depressionen sind unter deutschen Ärzten weit verbreitet: 24 Prozent der Ärzte geben in der Umfrage an, dass sie unter Depressionen und depressiven Verstimmungen leiden. 9 Prozent bezeichnen ihre Symptome als eine Kombination aus Burnout und Depression. 12 Prozent sprechen nur von Burnout. Nur 56 Prozent sagen, dass sie keine dieser Erkrankungen haben oder deren Symptome an sich wahrnehmen. Die Ursachen sehen die Ärzte vor allem in ihrem Job. Jeder Zweite mit einer Depression gibt an, dass sein Berufsalltag zu seinen Symptomen beiträgt. Wer im Krankenhaus arbeitet, nennt diesen Grund etwas häufiger als niedergelassene Ärzte. Das sind die Faktoren, die krank machen Ärzte in Deutschland, die unter einem Burnout leiden, empfinden vor allem die Verwaltungsaufgaben (52 Prozent) als große Belastung. Zu viele Arbeitsstunden (50 Prozent), mangelnde Anerkennung im sozialen Umfeld (36 Prozent), die zu starke Gewinnorientierung (32 Prozent), die unzureichende Vergütung (26 Prozent), staatliche Regulierungen (18 Prozent) oder die zunehmende Computerisierung (18 Prozent) sind weitere wichtige Faktoren. Die Symptome eines Burnouts dauern bei 60 Prozent seit mehr als einem Jahr an. Die Mehrheit beschreibt sie als „mittlere Intensität“. Auch wenn Ärzte sich nicht scheuen, von einer Depression zu sprechen – so stufen sie ihr Leiden doch als nicht so dramatisch ein: Dreiviertel der Befragten, die angeben, dass sie unter einer Depression leiden, bezeichnen die Symptome als eher leicht. Sie fühlen sich traurig oder „down“, was als depressive Verstimmung definiert wird. In den Kommentaren äußern die Teilnehmer häufig, dass sie „gereizt sind, schlecht schlafen, sich erschöpft fühlen und zurückziehen. Freunde und Familie werden vernachlässigt.“ Die gute Nachricht: Nur 6 von 100 Ärzten würden von ihren psychischen Problemen als schwere Form, also einer „klinisch manifesten“ Depression sprechen. Wie sehr leiden die Patienten unter überlasteten Ärzten? 41 Prozent der Ärzte mit einer Depression gehen selbst davon aus, dass sich ihre persönlichen Probleme nicht auf das Verhältnis zu ihren Patienten auswirken. Aber gleichzeitig sagen 37 Prozent, dass sie genervt sind, 25 Prozent bezeichnen sich als manchmal unfreundlich. Die Umfrage macht auch deutlich: Am häufigsten lassen Ärzte Ihre Unzufriedenheit an ihren Mitarbeitern aus. Medscape fragte seine registrierten Ärzte, welche Symptome eines Burnouts oder einer Depression sie haben. Dazu zählen zum Beispiel auch Frustration und Zynismus im Job, sowie Zweifel an der eigenen Kompetenz und Qualität der Arbeit. 615 Leser haben den ausführlichen Fragebogen der Umfrage (nicht repräsentativ) beantwortet. Der Report zeigt auch auf, wo sich Ärzte Hilfe holen und was sie selbst unternehmen, um einen gesunden Ausgleich zum Stress im Job zu schaffen. So ist ein differenziertes Bild über die Ursachen und unterschiedlichen Formen der Überlastung im Arztberuf entstanden. Deutschen Ärzten geht es noch vergleichsweise gut Dass die Probleme über die Grenzen hinweg gravierend sind und Mediziner auch in anderen Ländern an ihre Belastungsgrenzen stoßen, dokumentiert der internationale Burnout-Report „Global Physicians‘ Burnout and Lifestyle Comparisons“ von Medscape. Außer in Deutschland wurde die gleiche Umfrage auch in fünf weiteren Ländern – Frankreich, Portugal, Spanien, USA und Großbritannien – durchgeführt. Insgesamt haben 20.000 Ärzte daran teilgenommen. Demnach fühlt sich im internationalen Durchschnitt mehr als jeder dritte Arzt (37 Prozent) ausgebrannt oder leidet unter beidem: Burnout und Depression (1). Im Ländervergleich schneidet Deutschland bei Burnout (12 Prozent) oder Burnout plus Depressionen (21 Prozent) also noch vergleichsweise gut ab. Ärzte aus Portugal und Spanien melden dabei noch deutlich höhere Burnout-Raten als ihre Kollegen in anderen Ländern (47 Prozent beziehungsweise 43 Prozent). In Großbritannien liegt die Rate bei 32 Prozent, in den USA bei 40 Prozent und in Frankreich bei 42 Prozent. Dafür liegen die Deutschen im Ländervergleich bei Depressionen mit Abstand an der Spitze. Fast jeder vierte deutsche Arzt (24 Prozent) gibt an, depressiv zu sein. Im Vergleich zu den Kollegen aus Frankreich (6 Prozent), Vereinigtes Königreich und USA (4 Prozent), Portugal (3 Prozent) und Spanien (1 Prozent) liegen die Deutschen Mediziner hier weit vorne. Wenige Ärzte suchen Hilfe Die Mehrheit der deutschen Ärzte gab an, keine professionelle Hilfe bei Burnout und/oder Depressionen zu suchen (60 Prozent). Die Gründe: Die Erkrankung ist nicht schwer genug (46 Prozent), zu wenig Zeit durch die Arbeit (33 Prozent) oder die Einschätzung, die Situation auch ohne professionelle Hilfe bewältigen zu können (38 Prozent). Im Bereich der eigenen Lebensführung bleiben Ärzte hinter den Empfehlungen für ihre Patienten zurück. So treiben zum Beispiel in Deutschland nur die Hälfte der Ärzte mehrmals pro Woche Sport. Was kann langfristig am besten gegen Burnout helfen? Eine bessere Bezahlung, sagen immerhin 38 Prozent der Kollegen in dieser Umfrage. „Medscapes erster globaler Vergleichsbericht über Burnout und Depressionen bei Ärzten zeigt, dass viel zu viele Ärzte unter Burnout und Depressionen leiden, vor allem aufgrund übermäßiger Bürokratie“, sagt Veronique Duqueroy, Redaktionsmitglied von Medscape Global und Mitautorin des Berichts. „Viele Ärzte haben keine Unterstützung am Arbeitsplatz und manch einer denkt daran, die Medizin aufzugeben. Der Bericht zeigt daher deutlich, dass sich die Arbeitsbedingungen zum Wohle der Ärzte und ihrer Patienten global deutlich verbessern müssen.“

Reisehinweis für die Türkei
Auswärtiges Amt: Es gibt keine Reisewarnung für die Türkei

Berlin (nex) – Das Auswärtige Amt betonte am Montag, dass es sich bei dem Hinweis vom Sonntag nicht um eine Reisewarnung handele.  „Es handelt sich nicht um eine Reisewarnung – diese wird nur ausgesprochen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass jedem Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht. Das Auswärtige Amt möchte niemanden davon abhalten, in der Türkei Urlaub zu machen“, so das Ministerium in einer Mitteilung am Montag. Das Auswärtige Amt hatte am Wochenende jedoch die Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei aktualisiert. Als Grund wurde die Nicht-Akkreditierung deutscher Journalisten genannt. Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. „Dass einige deutsche und andere europäische Korrespondenten ihrer Arbeit in der Türkei nicht frei nachgehen können, ist für uns nicht akzeptabel. Nach den jüngsten Entwicklungen können wir nicht ausschließen, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien ergreift. Wir werden die Hinweise weiter der Lage anpassen und ständig aktualisieren“, hieß es in der Mitteilung vom Sonntag. Es wurde zudem vor „willkürlichen Verhaftungen“ gewarnt. Das Auswärtige Amt verweist dabei auf Aussagen des türkischen Innenministers, dass Personen, die im Ausland an Versammlungen von in der Türkei verbotenen Organisationen teilgenommen haben, verhaftet werden könnten. Süleyman Soylu hatte bei einer Veranstaltung in Ankara gedroht, Touristen aus Deutschland und Europa nach der Einreise in die Türkei verhaften zu lassen, wenn sie im Ausland an Kundgebungen für die Terrororganisation PKK teilgenommen haben. Diese wird in der Türkei als Terrororganisation eingestuft und ist auch in Deutschland verboten. Erst im Februar hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer zwei Vereinigungen verboten, die als Teilorganisationen der PKK gelten. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Seehofer in einer Mitteilung.

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