Türkei
Trotz Krise: Türkische Wirtschaft wächst um fast 3 Prozent

Istanbul (nex) – Die türkische Wirtschaft überrascht Beobachter erneut mit einem kräftigen Wachstum. Trotz Währungskrise legte das Bruttoinlandsprodukt auch 2018 um fast drei Prozent zu. Wie das Statistikamt TurkStat am Montag bekannt gab, wuchs die türkische Wirtschaft im Jahr 2018 um 2,6 Prozent. Laut TurkStat betrug das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr 3,7 Billionen türkische Lira (rund 784 Milliarden Dollar). Politische Spannungen zwischen den USA und der Türkei lösten im vergangenen Jahr an den Finanzmärkten Sorgen aus, nachdem US-Präsident Donald Trump damit drohte, den wirtschaftlichen Druck zu nutzen, um dem in der Türkei inhaftierten Pastor Charles Brunsons Freilassung zu sichern. Trump genehmigte im August infolge der Inhaftierung eine Verdoppelung der Zölle auf türkischen Stahl und Aluminium. Die Türkei reagierte darauf mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Autos, Alkohol und Tabakimporte. Die türkische Währung Lira fiel daraufhin im August auf ein Rekord-Tief. Nach der Freilassung Brunsons erholte sich die Währung wieder. Wie die türkische Zentralbank am heutigen Montag mitteilte, sank zudem das Leistungsbilanzdefizit des Landes im ersten Monat dieses Jahres um bemerkenswerte 88,4 Prozent. Im Januar verzeichnete die Leistungsbilanz ein Defizit von 813 Millionen Dollar und verbesserte sich damit um 7 Milliarden Dollar im Vergleich zum Januar des Vorjahres. Hierzu Finanzanalyst Clemens Schmale im Dezember vergangenen Jahres: Die schwache Währung hat vor allem dazu geführt, dass weniger importiert wurde. Importe brachen um ein Drittel ein. Im Gegenzug konnten die Exporte ansteigen. Zum ersten Mal seit 30 Jahren überstiegen die Exporte die Importe. Gleichzeitig konnte der Tourismus von der schwachen Lira profitieren. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Er litt 2016 unter dem Putschversuch. 2017 kam es zu einer Erholung. Trotzdem blieben die Einnahmen unter den Werten von 2015 zurück. 2018 konnte dieser Wert wieder erreicht werden. Das brachte dringend benötigte Devisen ins Land. Tourismus ist ein Dienstleistungsexport. Betrachtet man sämtliche Importe und Exporte (Waren, Dienstleistungen), so ist die Handelsbilanz erstmals seit 2008 wieder positiv. Betrachtet man nur die Waren, muss man in die 80er Jahre zurückblicken.  Zusammen mit Transferleistungen und der Kapitalbilanz ergibt sich die Leistungsbilanz, die nun bereits drei Monate in Folge stark positiv ist. Es fließt effektiv wieder Geld ins Land. Das hat in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Aufwertung der Währung geführt. Die Inflation ist mit über 20 % immer noch hoch. Es wird noch Monate dauern bis sie sich wieder normalisiert hat. Die Wirtschaft ist im dritten Quartal geschrumpft. Es ist also noch nicht alles wieder rosig. Das wird noch Zeit in Anspruch nehmen. Das Hauptproblem, das Leistungsbilanzdefizit, ist behoben. Das geschah in absoluter Rekordzeit. Es brauchte keine Hilfskredite vom Internationalen Währungsfonds oder aus Europa. Die Regierung wollte keine Kredite, um weiterhin frei agieren zu können. Das hat zu einer Schockanpassung geführt. Das Ziel wurde erreicht, wenn auch ziemlich brutal. Der Theorie nach sollte genau das geschehen. Die Geschwindigkeit ist allerdings bemerkenswert. Es gleicht schon fast einem Wunder, was die freien Marktkräfte so anstellen können.  

"Aufstehen"
Simone Lange lehnt Nachfolge von Sahra Wagenknecht bei „Aufstehen“ ab

Flensburg –  Simone Lange will nicht den Platz von Sahra Wagenknecht an der Spitze der linken Sammelbewegung „Aufstehen“ übernehmen. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und im „Flensburger Tageblatt“ kommentierte die Flensburger Oberbürgermeisterin (SPD) die Nachricht vom Rückzug Wagenknechts aus der Führung der Bewegung mit den Worten: „Das heißt jetzt nicht: Simone Lange kommt.“ Ihr Hauptaugenmerk liege weiterhin „hier in Flensburg“. Sie sei zum Auftakt von „Aufstehen“ dabei gewesen, um die Initialzündung „mitzugeben“. Doch sie habe von Anfang an gesagt, es sei wichtig, dass eben keine Berufspolitiker die Bewegung vorantreiben. Deshalb habe sie sich nicht in den Vordergrund gedrängt. Und diese Position ändere sich auch nicht. Die Initiative sei als Angebot an Menschen entstanden, die sich gerade von der Politik zurückgezogen und vom Wählen verabschiedet haben. Es sollen sich neue Gesichter finden, die neue Ideen und Impulse einbringen, Strukturen schaffen, es müsse Regionalität geben, erklärte Lange.

Tourismusmesse
ITB Berlin: 160.000 Besucher

Berlin – Unvermindertes Wachstum auf hohem Niveau: ungeachtet einer sich abkühlenden Weltwirtschaft erfreut sich die globale Reiseindustrie weiterhin einer äußerst stabilen Nachfrage. Zum Abschluss der ITB Berlin prognostiziert die weltumspannende Branche für 2019 am Sonntag erneut ein positives Geschäftsjahr. Die Bilanz der fünftägigen Leistungsschau auf dem Berliner Messegelände: mit einer Steigerung der Fachbesucher um über drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 113.500 Teilnehmer, unterstreicht die ITB Berlin auch in Zeiten von zahlreichen geo- und wirtschaftspolitischen Unsicherheitsfaktoren wie dem Brexit oder Handelskonflikten weiterhin ihre Position als Weltleitmesse der internationalen Tourismusindustrie. „Der ITB Berlin als führende Plattform der globalen Reiseindustrie kommt insbesondere in Zeiten einer allgemeinen Verunsicherung besondere Bedeutung zu. Die persönliche Begegnung als vertrauensbildende Maßnahme und der direkte Austausch unter Geschäftspartnern zu Fragen, die die Branche rund um den Globus bewegen, sind auch in einer digitalisierten Welt über modernste Kommunikationswege nicht zu ersetzen. Davon lebt die ITB Berlin“, so Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin. Die anhaltend dynamische Entwicklung in ausnahmslos sämtlichen Bereichen der Branche in Deutschland ist erneut der erfreulichen Lage am Arbeitsmarkt und der allgemein zuversichtlichen Stimmung unter den Verbrauchern geschuldet. Besonders erfreulich für das Reiseland Deutschland: der Inlandstourismus boomt weiter. Die deutschen Bundesländer gehen für 2019 von einer Neuauflage des Rekordsommers vom vergangenen Jahr aus. Weltweit geht die World Tourism Organisation UNWTO für das laufende Jahr von einem Wachstum der internationalen Ankünfte in der Größenordnung von drei bis vier Prozent aus. Ausgesprochen zufrieden mit der ITB Berlin 2019 zeigten sich Fachbesucher gleichermaßen wie Aussteller. Gemäß einer Befragung attestierten sie der Messe Bestnoten für Innovationen. So feierte die ITB Berlin unter anderem die gelungene Premiere des Segments Technology, Tours & Activities (TTA). Ihren Erfolgskurs setzt die ITB auch international weiter fort. Nach der ITB Asia in Singapur und der ITB China in Shanghai, wird die Messe Berlin vom 15. bis 17. April 2020 die erste ITB India in Mumbai ausrichten. Indien gilt für die Reiseindustrie als einer der wichtigsten Quellmärkte der Zukunft. Zahl der Fachbesucher gestiegen – 160.00 Besucher insgesamt Die bereits seit Monaten ausgebuchte ITB Berlin gilt als der zuverlässige Konjunkturbarometer und richtungsweisender Kompass für die weltumspannende Reiseindustrie. Der ITB Berlin Kongress als anerkannter Think Tank und Impulsgeber der Branche, war erneut im Fokus zahlreicher Fachbesucher. Er war in diesem Jahr hochkarätig und international besetzt wie nie zuvor. Die neue Location im CityCube Berlin wurde ebenfalls hervorragend angenommen. Thematisch widmete sich der Kongress unter anderem Overtourism, Nachhaltigkeit und Klimawandel, den veränderten Ansprüchen insbesondere von Kunden im Luxus-Segment sowie dem Thema Future Mobility. Auch bei den Privatbesuchern steht die weltweit größte Leistungsschau weiterhin hoch im Kurs: Am Samstag und Sonntag besuchten wieder zahlreiche Privatbesucher die 26 Messehallen unter dem Berliner Funkturm, um sich informieren und inspirieren zu lassen. Der „Internationale Frauentag“, der am Freitag in Berlin erstmals als gesetzlicher Feiertag begangen wurde, wirkte sich nach vorläufiger Schätzung nur leicht auf die Privatbesucherzahlen aus. Viele Berliner nutzten das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub. Garant für die stabile Nachfrage nach dem „Produkt Reisen“ ist gegenwärtig in Deutschland nach den Worten von Dr. Christian Göke erneut die robuste Verfassung des Beschäftigungsmarktes und die daraus resultierende positive Konsumlaune der Bundesbürger. Dr. Christian Göke: „In der Reisesaison 2018 sind nach den Ergebnissen der Deutschen Tourismusanalyse so viele Bundesbürger verreist wie nie zuvor. Die Urlaubsreise zählt in unserer Gesellschaft zu den beinahe selbstverständlichen Grundbedürfnissen. Mit diesem Rückenwind ist die Reiseindustrie in das neue Jahr gestartet. Allerdings scheinen in Deutschland viele Menschen auf eine Wiederholung des Rekordsommers 2018 zu setzen und ihre Reisepläne in diesem Jahr mit Blick auf die Wetterprognosen kurzfristig treffen zu wollen.“ Nach den Worten von Dr. Christian Göke besteht guter Grund zu der Annahme, dass auch das Reisejahr 2019 für die weltweit agierende Industrie zufriedenstellend verlaufen wird: zum einen habe die Reiseindustrie gelernt, mit den Folgen einer schwächelnden Konjunktur umzugehen. Zum anderen ließen sich die Verbraucher in Deutschland bislang ganz offensichtlich nicht von dem schwindenden Optimismus anstecken, der gegenwärtig in der Weltwirtschaft um sich greife. Zwischen dem 6. und 10. März 2019 präsentierten sich auf dem Messegelände in 26 Hallen mehr als 10.000 ausstellende Unternehmen aus 181 Ländern und Regionen den Besuchern. Die nächste ITB Berlin findet von Mittwoch bis Sonntag, 4. bis 8. März 2020 statt. Dr. Michael Frenzel, Präsident, Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW): „Die ITB Berlin hat auch in diesem Jahr wieder unter Beweis gestellt, dass sie zu Recht die Leitmesse der Tourismusbranche ist. Ein wichtiger Schwerpunkt lag natürlich auf vielen erfolgreichen Geschäftsabschlüssen und der Veröffentlichung und Diskussion aktueller Branchenkennzahlen. Die Reiselaune ist weiterhin erfreulich positiv und die Branche gut aufgestellt, all das lässt uns hoffen, dass auch 2019 – trotz etwas eingetrübter Konjunkturaussichten – ein gutes Reisejahr wird.  Die Messe bot den Teilnehmern aber auch einmal mehr reichlich Inspiration, Informationen aus erster Hand zu zentralen Zukunftsthemen und viel Raum, um sich gegenseitig besser kennenzulernen. In einer Welt, in der aktuell viel zu häufig Konfrontation im Mittelpunkt steht, ist genau diese Völkerverständigung, ist dieser kulturelle Austausch – für den Tourismus wie keine andere Branche steht und der auch auf der ITB Berlin Jahr für Jahr intensiv gelebt wird – unverzichtbar. „Ja zu Weltoffenheit!“ und „Nein zu Fremdenfeindlichkeit!“: Das sind unsere klaren Botschaften, die wir als Tourismuswirtschaft auch weiterhin in alle Welt tragen werden.“ Norbert Fiebig, Präsident, Deutscher ReiseVerband e.V. (DRV): „Die ITB Berlin ist die führende Tourismusmesse weltweit. Auch in diesem Jahr war es toll zu sehen, wie Berlin zum zentralen internationalen, weltoffenen Treffpunkt der Tourismuswirtschaft wurde. Die deutsche Reisewirtschaft blickt optimistisch auf ein Jahr, das einige Herausforderungen für uns bereithält – aber die Deutschen sind in bester Reiselaune und die Branche ist gut aufgestellt. Auf der ITB haben wir uns über die großen Trends Digitalisierung und Nachhaltigkeit ausgetauscht und Projekte in der Entwicklungszusammenhalt nach vorne gebracht. Wir haben dabei viele internationale Kontakte geknüpft, alte Freunde wiedergetroffen und neue gewonnen.“

Wirtschaft
700 Millionen Euro: Norwegen investiert erneut in türkische Unternehmen

Ankara – Nach Beteiligungen an türkischen Unternehmen wie Garanti Bank, Dogtas Kelebek und Mavi Giyim erweitert der norwegische Staatsfond sein Portfolio mit Investitionen in den türkischen Energiesektor. Norwegens Zentralbank Norges Bank, welche die Investitionen des Staatsfonds leitet, verkündete offiziell den Erwerb weiterer Anteile an türkischen Unternehmen, die im Dezember 2018 getätigt wurden. Laut dem Investmentmanagement der Norges Bank wurden Anteile von acht Energieunternehmen im Wert von 111 Mio. Dollar erworben. Die größte Investition beträgt mit 63,6 Mio. Dollar die Beteiligung am türkischen Energieriesen TÜPRAS, was einem Aktienanteil von 1,016 % entspricht. TÜPRAS besitzt in der Türkei vier große Ölraffinerien, die jährlich 28 Mio. Tonnen Öl verarbeiten. Der Anteil von 0,59 % an den Eisen- und Stahlwerken in Eregli wurde mit einer Investition von 28,8 Mio. Dollar erworben. An AYGAZ ist der Staatsfond nun mit 0,99% beteiligt, wofür 6,3 Mio Dollar angelegt wurden. Aktienanteile an den Energieunternehmen AKSA, PETKIM, Ulusoy Electric, ENERJISA und Kardemir sind ebenfalls Teil vom Portfolio des norwegischen Staatsfonds. Die Gesamtinvestition des Staatsfonds in türkische Unternehmen beträgt nach dem Erwerb dieser Anteile 707 Mio. Dollar. Norwegens Staatsfond ist mit einem Vermögen von einer Billion Dollar der größte Staatsfond der Welt. Die Funktion des Fonds ist es, die staatlichen Einnahmen aus der Ölproduktion nachhaltig zu investieren. Norwegen, der größte Ölproduzent Europas, will somit für eine Zukunft vorsorgen, in der die Einnahmen aus der Ölproduktion schwinden könnten. Der Fond ist ebenfalls größter Einzelaktionär am europäischen Aktienmarkt und bekannt für seine ethischen Richtlinien, die Grundlage für die Investitionen sind. Die Ethik-Richtlinien des Staatsfonds verbieten es, in Unternehmen zu investieren, die Massenvernichtungswaffen herstellen, Umweltschäden verursachen oder Menschenrechte missachten.

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Es ist Weihnachten. Da passt es ganz gut, wenn man über ein Wunder berichten kann. Dieses Wunder fand in der türkischen Wirtschaft statt und nennt sich freier Markt.

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Mezopotamya Cinema Collective
Türkei: Erstes kurdisches Filmfestival findet in Istanbul statt

Istanbul (nex) – Zum ersten Mal veranstaltet Istanbul ein Filmfestival, bei dem Dutzende kurdischer Filme gezeigt werden. Einige der Filme schildern die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung durch ehemalige türkische Regierungen, andere beschäftigen sich mit sozialen Fragen der Kurden auf der ganzen Welt. „Es ist sehr aufregend, zum ersten Mal zum Festival nach Istanbul zu kommen“, so der iranische Regisseur Kaveh Moeinfar gegenüber der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw. Er verwies dabei auf die Erfolge des Festivals, das kurdische Schauspieler, Regisseure und Produzenten aus der ganzen Welt versammelt. Das Mezopotamya Cinema Collective sponsert dieses Filmfestival, das am Mittwoch begann und bis Sonntag dauert. Es werden rund 30 Filme aufgeführt. Einer der Filme, der auf dem Festival gezeigt wird, “14 Temmuz”, erzählt die Geschichte von Kurden und Linken, die nach dem Militärputsch von 1980 im Gefängnis von Diyarbakir festgehalten und gefoltert wurden. Eine Vorführung des Films wurde Ende letzten Jahres in Sulaimani, eine Stadt in der kurdischen Autonomieregion im Irak, verboten. Millionen von Kurden leben in Istanbul. Der kurdische Direktor, Hasim Aydemir, nennt Istanbul “die Stadt, die die Mehrheit der Kurden umfasst“. Aydemir bezeichnete das Festival als „sehr großen Schritt“ und hofft auf bessere Dinge in der Zukunft. Im Jahre 2013 startete die türkische Regierung einen Friedensprozess (“çözüm süreci”) mit der PKK, um den jahrzehntelangen Konflikt mit der Terrororganisation zu beenden. Bereits 2005 brach der damalige Ministerpräsident Erdogan ein Tabu, indem er bei einem Besuch der mehrheitlich von Kurden bewohnten Provinz Diyarbakir als erster Regierungschef seines Landes von einem „Kurdenproblem“ sprach. Nur durch Schaffung von Wohlstand und den Ausbau der Demokratie könne dieses Problem gelöst werden, so Erdogan damals. Das Militär und die Opposition kritisierten Erdogan für seine Worte und warfen ihm vor, die Einheit des Landes zu gefährden. Anfang 2009 ging der erste kurdische TV-Sender der Türkei auf Sendung und Erdogan schlug sogar vor, kurdische Ortsnamen für Dörfer wieder einzuführen. Zudem durften Politiker bei Wahlkämpfen auch auf Kurdisch um Stimmen werben und an Universitäten entstanden kurdische Sprachinstitute. Der Prozess brach jedoch im Jahr 2015 zusammen, als die PKK ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder aufnahm. Die Terrororganisation befürchtete einen Machtverlust durch den Demokratisierungsprozess und einen „fehlenden Feind“, so Beobachter des Konflikts.

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„Plus 50%"
Fast 5 Milliarden Euro: USA fordern mehr Geld für Truppen in Deutschland

Verbündete sollen die gesamten Kosten – „plus 50 %“ – für stationierte US Truppen übernehmen.  Washington (nex) – Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Bloomberg seien Pläne in der Entwicklung, den Verbündeten der USA die Gesamtkosten der Stationierung von US Truppen zu übertragen – „plus 50 %“ für das Privileg, sie unterhalten zu dürfen. Verbündete an den Militärausgaben zu beteiligen ist kein neues Anliegen in der amerikanischen Sicherheitspolitik und auch Präsident Trump thematisierte dies seit Beginn seiner Amtszeit stark. Nun seien konkrete Pläne in Arbeit, wie Regierungsbeamte gegenüber Bloomberg berichteten. „Cost Plus 50“ heißt die neue Losung, die der Nationale Sicherheitsrat ausgearbeitet habe. Staaten, in denen US Truppen stationiert sind, sollen demnach neben den gesamten Kosten zusätzlich 50 Prozent zahlen. Deutschland zahlte bislang 28 Prozent der jährlichen Kosten, ca. 900 Mio Euro. Käme die neue Regelung, würde das eine Verfünffachung der bisherigen Ausgaben bedeuten. Für Staaten wie Japan, Südkorea oder die VAE, sehe die Situation ähnlich aus. Als in Südkorea neulich Verhandlungen über den Status der stationierten Truppen mit den USA liefen, führten Trumps Forderungen fast zu einem Abbruch der Verhandlungen. Entgegen der Positionen seiner eigenen Chef-Unterhändler, beharrte Trump auf die volle Kostenübernahme plus 50% seitens Südkorea. Kostennachlass für „gute“ Verbündete Wie das Nachrichtenportal Bloomberg weiter berichtet, sei das Pentagon beauftragt worden, ein Modell auszuarbeiten, wonach Verbündete, die die USA bei künftigen internationalen Sicherheitsfragen unterstützten, einen Rabatt auf die Kosten für stationierte US-Truppen erhalten könnten. Somit hätte die US Außen- und Sicherheitspolitik ein weiteres Druckmittel, um Verbündete in Zukunft auf Linie mit den Interessen der USA zu bringen. Die Höhe des Rabatts würde sich aus der Tragweite der Unterstützung errechnen. Laut Bloomberg sehen sich viele Verbündete vor den Kopf gestoßen und bezweifeln sogar, ob die USA noch weiter verbündet bleiben wollten. Experten bemängeln an dem Vorstoß, dass die US Truppen, die im Ausland stationiert sind, nicht den Interessen der jeweiligen Staaten dienen, sondern sich für die Wahrung der Sicherheitsinteressen der USA dort befänden. Eine derartige Forderung an Bündnispartner sei kontraproduktiv für die Sicherheitspolitik der USA.  

Bildungspolitik
Gewerkschaft rechnet mit Personallücke von 583.000 Erziehern bis 2025

Wie nach Informationen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ aus Zahlen der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hervorgeht, fehlen bundesweit akut 100.000 Erzieherinnen und Erzieher. Bis 2025 wächst die Lücke den Angaben zufolge sogar auf 583.000 Arbeitskräfte. Björn Köhler, im GEW-Vorstand zuständig für Jugendhilfe und Sozialarbeit, sagte, die Fachkräfte würden benötigt, um die gesetzlich geforderte Qualität der Arbeit sicherzustellen. „Kitas sind die ersten Bildungseinrichtungen, die Kinder in unserer Gesellschaft erleben“, betonte Köhler. Im Bundesfamilienministerium rechnet man mit einer Lücke von 191.000 Erzieherinnen und Erziehern im Jahr 2025. Die GEW hält diese Zahl für viel zu niedrig. Zudem verweist die Gewerkschaft darauf, der Personalmangel gefährde nicht nur die Qualität der Kita-Betreuung, sondern verhindere häufig auch ein zahlenmäßig ausreichendes Betreuungsangebot. Nach Angaben der GEW fehlen bundesweit 273.000 Plätze, wenn man den Betreuungsbedarf mit der Zahl der tatsächlich betreuten Kinder vergleicht. Für 11,6 Prozent der Kinder unter drei Jahren gebe es kein Angebot. „Es war lange abzusehen, dass der Bedarf an Kitaplätzen deutlich steigen wird“, sagte GEW-Vorstand Köhler. Die Politik habe aber viel zu spät reagiert: „Hohe Anforderungen und Personalmangel passen nicht zusammen.“

Hilfe für die UNRWA
Istanbul: Afghanistan stellt Millionenhilfe für Palästinenser bereit

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Istanbul (nex/aa) – Bei einer Veranstaltung in Istanbul, der Wirtschaftshauptstadt der Türkei, hat Afghanistan am Sonntag eine Million Dollar an finanzieller Unterstützung für palästinensische Flüchtlinge bereitgestellt. Bei einer Zeremonie, an der auch der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu teilnahm, überreichte der afghanische Botschafter in der Türkei, Abdul Rahim Sayed, die Hilfe an Pierre Krahenbuhl, Generalkommissar des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA). Cavusoglu lobte die afghanische Regierung und das afghanische Volk für ihre Hilfe und die Unterstützung der Palästinenser. Die Afghanen hätten trotz ihrer eigenen misslichen Lage geholfen. „Aber sie haben dieses Geld hierher geschickt und ihre eigene Not vergessen, um unsere palästinensischen Flüchtlingsbrüder und -schwestern weiterzubilden und nicht hungrig und obdachlos zu lassen.“ Er fügte hinzu: „Dieser Beitrag und die Hilfe, die das afghanische Volk geleistet hat, werden nie vergessen werden. Die Palästinenser werden die Hilfe und Unterstützung, die ihnen gewährt wurde, nie vergessen.“ „Wir Afghanen haben viele wirtschaftlichen Probleme, und wir kämpfen und kämpfen für eine bessere Zukunft unserer Menschen. Wir sind uns der Schwierigkeiten bewusst, mit denen die Menschen in Palästina konfrontiert sind“, sagte Sayed. „Sie brauchen Unterstützung, und wir sollten entschlossene Maßnahmen ergreifen, um für sie grundlegende humanitäre Hilfe und Unterstützung zu leisten.“ Er sagte, dass die afghanische Regierung Erdogans Aufruf an die OIC-Mitgliedstaaten, das palästinensische Volk zu unterstützen, für einen „positiven Schritt“ hält. Afghanistan begrüßte auch die Initiative der OIC zur Einrichtung eines „Waqf-Fonds“ zur Unterstützung palästinensischer Flüchtlinge. In seiner Rede rief der Botschafter die OIC-Mitgliedstaaten und andere Länder auf, das palästinensische Volk „in einer so dringenden Zeit, in der es Hilfe und Beistand braucht“ zu unterstützen. Krahenbuhl seinerseits dankte Afghanistan für seine „immense Geste“ in einer Zeit, in der Afghanistan „vor so vielen Herausforderungen steht und so viel Schmerz, Leid und Verzweiflung erlebt hat“. „Es ist etwas, das in der Geschichte der UNWRA als Organisation in goldenen Buchstaben geschrieben werden wird. Es bedeutet uns so viel, als eine Botschaft an die ganze Welt“, sagte er. „Das ist etwas, das wir als Botschaft in die ganze Welt tragen werden, um andere zu inspirieren, fest mit den palästinensischen Flüchtlingen zusammenzuarbeiten, zu einer Zeit, in der die palästinensischen Flüchtlinge oft das Gefühl hatten, dass sie von der Welt vergessen wurden“. Laut einer Erklärung der UNRWA vom Januar sind die Mittel erforderlich, um weiterhin rund 5,4 Millionen palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten zu unterstützen und die Tätigkeit der Agentur auf dem Niveau von 2018 fortzusetzen. „Es war eine Ehre, hier von seiner Exzellenz Recep Tayyip Erdogan empfangen zu werden, und die Signale, die von ihm und seiner persönlichen Führung in entscheidenden Momenten, wichtigen Konferenzen und Treffen auf der UN-Generalversammlung kamen, sind außergewöhnlich im Hinblick auf die Botschaften der Unterstützung aus der Türkei“, sagte der UNWRA-Vertreter. „Palästinensische Flüchtlinge werden diesen Moment der Solidarität zur Kenntnis nehmen“, fügte er hinzu. Krahenbuhl sagte im Januar, dass weitere 138 Millionen Dollar benötigt würden, um Soforthilfe für den blockierten Gazastreifen und das besetzte Westjordanland (einschließlich Ost-Jerusalem) zu leisten, während weitere 277 Millionen Dollar benötigt würden, um den Syrien Regional Crisis Emergency Appeal der Agentur zu unterstützen. Letztes Jahr hat US-Präsident Donald Trump die jährliche Finanzierung des UNRWA durch Washington gekürzt. Die USA waren mit Abstand der größte Beitragszahler der Agentur und stellten ihr jedes Jahr 350 Millionen Dollar zur Verfügung – etwa ein Viertel ihres Gesamtbudgets. Das UNRWA wurde 1949 von der UN-Generalversammlung mit dem erklärten Ziel gegründet, palästinensischen Flüchtlingen in ihren fünf Einsatzgebieten Hilfe und Schutz zu bieten: Jordanien, Syrien, Libanon, Westjordanland und Gazastreifen.  

Türkei
Unternehmerin: Erdogan ebnete den Weg für Geschäftsfrauen in der Türkei

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Istanbul (nex) – Der türkische Präsident ebnete für türkische Frauen den Weg, sich in der Geschäftswelt zu profilieren, so Laura Gok, eine erfolgreiche Geschäftsfrau und Leiterin des Bangladesch Business Council des türkischen Foreign Economic Relations Board (DEIK). „Türkische Unternehmerinnen wurden dank Präsident Erdogan gefördert“, sagte Gok der Nachrichtenagentur Anadolu. Gok, Gründerin und CEO des Istanbuler Chemieunternehmens Resas Chemie, betonte auch, dass First Lady Emine Erdogan einen großen Einfluss auf Frauen in der Wirtschaft hätte. Frauen würden in den kommenden Jahren eine größere Bedeutung in der Wirtschaft erlangen, fügte sie hinzu. Türkische Frauen, die in der Geschäftswelt erfolgreich sind, können alles mit Mut und Eigenständigkeit erreichen, betonte sie und fügte hinzu: „Männer sollten ihren Frauen vertrauen und sie in allen Bereichen unterstützen, auch im Geschäft.“ Angehenden Geschäftsfrauen rät sie, dass sie mit einer Idee einfach beginnen sollten und fügt hinzu, dass ein Businessplan für ein erfolgreiches Unternehmen unbedingt notwendig sei. Das türkische Handelsministerium und die Handelsattachés helfen türkischen Geschäftsleuten und Investoren im Ausland, die diese Hilfe nutzen sollten, sagte sie. Nach dem Start im Jahr 2014 erzielte Gok’s Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 50 Millionen Türkische Lira (9,4 Millionen Dollar). Seit drei Jahren bricht ihr Unternehmen bei Exporten nach Bangladesch, dem zweitgrößten Textilproduzenten der Welt, Rekorde. Gok fügte hinzu, dass sie sich auch darauf vorbereitet, Tiefkühlkost, Snacks und Haselnüsse herzustellen und unter ihrer neuen Marke Laura’s Food Line in die Golfstaaten zu exportieren. Sie hoffe, innerhalb von fünf Jahren einen Umsatz von 100 Millionen Dollar zu erreichen, sagte sie.

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– Türkei – Erdogan: Diejenigen, die Frauen ausschließen, sind zum Scheitern verurteilt

Der türkische Präsident sagte am Montag, dass die Zahl der weiblichen Bürgermeisterinnen in der von ihm gegründeten regierenden Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) nicht ausreichend sei und steigen sollte.

Erdogan: Diejenigen, die Frauen ausschließen, sind zum Scheitern verurteilt
 

Bildungspolitik
Bundesbildungsministerin: Rechtsanspruch auf Ganztags-Grundschule kommt 2025

Osnabrück – Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat an Bund und Länder appelliert, auch beim Ausbau der Ganztagsangebote in Grundschulen eng zusammen zu arbeiten. „Nehmen wir doch den Digitalpakt für Schulen als Vorbild“, sagte Karliczek im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sie werde sich „mit aller Energie dafür einsetzen“, dass Bund und Länder auch im Interesse einer guten Bildung im Grundschulalter „ihre jeweiligen Stärken zusammenführen“. „Ich bin sehr zuversichtlich“ Die Bundesministerin für Bildung und Forschung zeigte sich „sehr zuversichtlich“, dass es 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsangebote in Grundschulen geben werde. „Wir werden es in den nächsten fünf Jahren schaffen, gemeinsam mit den Ländern und Kommunen die Angebote so auszubauen, dass der Rechtsanspruch erfüllt werden kann“, kündigte die CDU-Politikerin an. „Qualität – und nicht nur Versorgung“ sei der Anspruch.