Start Politik Ausland Türkei Erdogan-Sprecher an die Bild-Zeitung: „Der Kauf der S-400 ist beschlossene Sache“

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Erdogan-Sprecher an die Bild-Zeitung: „Der Kauf der S-400 ist beschlossene Sache“

Ankara hat Berichte deutscher Medien dementiert, die behaupten, dass die Türkei vom Kauf des russischen S-400 Raketenabwehrssystems abgesehen habe, aufgrund des Drucks seitens Washingtons.

(Archivfoto: AA)
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Ankara (nex) – Ankara hat Berichte deutscher Medien dementiert, die behaupten, dass die Türkei vom Kauf des russischen S-400 Raketenabwehrssystems abgesehen habe, aufgrund des Drucks seitens Washingtons.

„Ankara beugt sich dem Druck Washingtons“, titelte etwa das Contra Magazin.

Die Tageszeitung Bild schrieb:

Erdogan macht überraschenden Raketen-Rückzieher.Eigentlich sollte das türkische Militär bereits diesen Sommer die erste Lieferung russischer Raketenabwehr vom Typ S-400 empfangen. Und das gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump (72)! Doch jetzt sorgt die die Lira-Krise offenbar für Umdenken bei Erdogan! Wie BILD aus diplomatischen Kreisen aus Ankara erfuhr, wird es offenbar nicht zum Raketen-Deal zwischen Moskau und Ankara kommen.“

Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten, Fahrettin Altun, dementierte bereits am Freitag diese Berichte über Twitter und schrieb, dass der Kauf der S-400 „abgeschlossene Sache“ sei.

In dem Tweet sprach er BILD-Redakteur Julian Röpcke sogar persönlich an.

„Lieber Julian, deine Quellen irren sich. Nimm es von mir: Die Beschaffung der S-400 ist beschlossene Sache“, so Altun.

Freitagmorgen hatte twitterte Röpcke, dass er über diplomatische Quellen erfahren habe, dass der Deal nicht zustande käme.

„Diplomatische Quellen sagen Bild, Erdogan wird die S-400 nicht von Russland kaufen.“, so Röpcke.

Russland begrüße die „harte Haltung“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegenüber den USA.

„Der Druck war in der Tat beispiellos. Wir begrüßen die ziemlich harte und kategorische Haltung von Präsident Erdogan. Wir glauben, dass nur diese Position es uns ermöglicht, tatsächlich einen freien und souveränen Dialog aufzubauen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in der Sendung „Moskau. Kreml. Putin“ des russischen TV-Kanals Rossiya-1TV. Russland und die Türkei gehörten laut Peskow zu den wenigen Länder auf der Welt, die souverän und selbstständig handeln könnten.

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt.

Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner gewarnt, dass sie, wenn der Kauf voranschreitet, die Teilnahme Ankaras am Jagdflugzeugprogramm F-35 neu bewerten müssten.

„Die Türkei muss sich entscheiden“, warnte der amerikanische Vizepräsident Mike Pence letzte Woche.

„Will sie ein echter Partner im erfolgreichsten Militärbündnis der Geschichte bleiben oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft gefährden, indem sie solche rücksichtslosen Entscheidungen trifft, die unser NATO-Bündnis untergraben“, fragte Pence. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte daraufhin mit einem Kauf russischer Kampfjets.

„Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange so fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu.

 

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