Leben in Moskau
Zein al-Assad: Vom Skandal-Heiratsantrag 2020 zum Luxus-Leben in Moskau

Während die Familie im Luxus-Exil in Moskau lebt, sorgt ihr neues Leben für Aufsehen – und erinnert an einen Skandal aus dem Jahr 2020, als ein Verehrer nach einem öffentlichen Heiratsantrag spurlos verschwand.

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Moskau – Zein al-Assad, die älteste Tochter des gestürzten syrischen Diktators Baschar al-Assad, hat im Juni 2025 ihren Abschluss an einer der renommiertesten Universitäten Russlands gemacht.

Während die Familie im Luxus-Exil in Moskau lebt, sorgt ihr neues Leben für Aufsehen – und erinnert an einen Skandal aus dem Jahr 2020, als ein Verehrer nach einem öffentlichen Heiratsantrag spurlos verschwand.

Luxus und Anpassung im Exil

Seit dem Fall des Assad-Regimes im Dezember 2024 lebt die Familie in einem abgeschotteten, luxuriösen Viertel Moskaus, wie The Guardian unter Berufung auf Personen aus dem Umfeld der Assads berichtet.

Zein al-Assad (heute 22 Jahre alt) hat am 30. Juni 2025 ihren Abschluss in Internationalen Beziehungen an der elite MGIMO-Universität (Moscow State Institute of International Relations) gefeiert – die einzige öffentliche Sichtung der Familie ohne Baschar al-Assad.

Fotos und Videos von der Zeremonie zeigen Asma al-Assad sowie die Brüder Hafez und Karim. Laut The Guardian und The Moscow Times, die sich auf Quellen nahe der Familie und leaked russische Daten berufen, passt sich Zein zunehmend an: Sie soll Designer-Klamotten kaufen, in teuren Pediküre-Salons und einem Elite-Fitnessstudio verkehren.

Die Familie richtet ihr Zuhause luxuriös ein und genießt finanzielle Sicherheit durch Vermögen, das vor Sanktionen nach Russland transferiert wurde. Baschar al-Assad selbst studiere Russisch und Ophthalmologie, berichten mehrere internationale Medien unter Berufung auf russische Insider.

Die Kinder seien „noch geschockt“ vom Regime-Sturz, aber bemüht, ein normales Leben zu führen – unter strenger Überwachung durch russische Behörden.

Zeins Zeit an der Sorbonne Abu Dhabi: Nicht überall willkommen

Kurz nach dem Regime-Sturz kehrte Zein al-Assad für ihren letzten Studienabschnitt an die Sorbonne Abu Dhabi zurück, wo sie zuvor eingeschrieben war.

Laut einem Bericht der New York Times unter Berufung auf zwei Zeugen wurde sie jedoch nicht von allen syrischen Kommilitonen willkommen geheißen. In einem Group-Chat soll ein Student Zein mitgeteilt haben, sie sei „not welcome“. Kurz darauf wurde der Chat geschlossen, der Student vom Campus entfernt und später von der Uni verwiesen – nach Verhör durch emiratische Behörden.

Die Sorbonne Abu Dhabi betonte in einer Stellungnahme, dass der Ausschluss rein akademisch begründet war (drei Verstöße, darunter Cheating) und „keine Verbindung“ zu Zein habe. Zein wurde auf dem Campus von Bodyguards begleitet, die nicht von den Emiraten bezahlt wurden.

Der Skandal von 2020: Verehrer spurlos verschwunden

Bereits vor fünf Jahren sorgte Zein al-Assad für Schlagzeilen: Ein syrischer Soldat machte 2020 öffentlich per Video einen Heiratsantrag an die damals 16-Jährige – und verschwand kurz darauf spurlos. Bis heute gibt es keine neuen Informationen zu seinem Schicksal – er gilt als Opfer des Regimes.

Der Fall wurde als Warnung vor dem Assad-Regime interpretiert. Zein al-Assads neues Leben in Moskau zeigt: Die Assad-Familie bleibt trotz Exil ein Thema – zwischen Luxus und den Schatten der Vergangenheit.

Bashar al-Assad spaziert zusammen mit seiner Frau Asma und ihren Kindern durch die Stadt Aleppo, 2022 (Facebook-Seite der ehemaligen syrischen Präsidentschaft)
Die Familie im Fokus: Asma al-Assad und die Kinder

Asma al-Assad, die britisch-syrische Mutter und ehemalige First Lady, hat eine zentrale Rolle im Familienleben. Sie soll nach ihrer Krebs-Erkrankung (Leukämie, die sie 2019–2020 überstanden hat) weiterhin im Mittelpunkt stehen, wie Al Arabiya unter Berufung auf syrische Exil-Quellen berichtet.

Asma, eine ehemalige Investmentbankerin aus London, war während der Herrschaft ihres Mannes für Image-Kampagnen bekannt und engagierte sich in Wohltätigkeitsprojekten, die oft als Propaganda kritisiert wurden. Im Exil organisiert sie nun den Alltag der Familie, inklusive Einkäufe und Reisen zwischen Moskau und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Nachdem sich Asmas Gesundheitszustand stabilisiert hat, ist der ehemalige Diktator bestrebt, seine Sicht der Dinge darzulegen. Er hat Interviews mit RT und einem beliebten rechtsgerichteten amerikanischen Podcaster vereinbart, wartet jedoch noch auf die Genehmigung der russischen Behörden, um in den Medien auftreten zu dürfen.

Russland scheint Assad jegliche öffentliche Auftritte untersagt zu haben. In einem seltenen Interview mit irakischen Medien im November über Assads Leben in Moskau bestätigte der russische Botschafter im Irak, Elbrus Kutrashev, dass dem gestürzten Diktator jegliche öffentliche Aktivität untersagt sei.

„Assad darf hier leben, aber er darf sich nicht politisch betätigen … Er hat kein Recht, sich in den Medien oder politisch zu engagieren. Haben Sie etwas von ihm gehört? Nein, denn das ist ihm nicht erlaubt – aber er ist in Sicherheit und am Leben“, sagte Kutrashev.

Die Söhne Hafez und Karim halten sich zurück: Hafez, der Älteste, studiert möglicherweise ebenfalls in Russland, während Karim sich auf Sport und Fitness konzentriert, berichten Newsweek und The Guardian unter Berufung auf Insider. Die Familie ist isoliert, hat begrenzte Kontakte und wird von Russland geschützt – ein Kontrast zu ihrem früheren Palast-Leben in Damaskus.

Bashar und Asma Assad an ihrem Hochzeitstag (Foto: Screenshot/Facebook)
Wer ist Baschar al-Assad?

Baschar al-Assad (geboren 1965 in Damaskus) war von 2000 bis 2024 Präsident und Diktator Syriens. Als zweiter Sohn von Hafez al-Assad, der 1971 durch einen Putsch an die Macht kam und bis 2000 regierte, war Baschar zunächst nicht für die Nachfolge vorgesehen.

Er studierte Medizin und arbeitete als Ophthalmologe in London. Nach dem Tod seines Bruders Bassel 1994 kehrte er nach Syrien zurück und übernahm 2000 die Präsidentschaft. Unter seiner Herrschaft wurde Syrien zu einem totalitären Polizeistaat mit systematischer Unterdrückung, Folter und Menschenrechtsverletzungen.

Der Arabische Frühling 2011 führte zu Protesten, die Assad brutal niederschlug – was in einen Bürgerkrieg mündete, mit Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen. Unterstützt von Russland, Iran und der Hisbollah hielt er sich an der Macht, bis eine Rebellenoffensive im Dezember 2024 Damaskus eroberte. Assad floh mit seiner Familie nach Russland, wo er Asyl erhielt. Internationale Gerichte (z. B. ICC) werfen ihm Kriegsverbrechen vor, darunter Chemiewaffeneinsätze und Massenfolter.

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