Milliarden-Deal
LNG aus türkischem Gas-Terminal für EU-Land Bulgarien

Zur Sicherung seiner Gasversorgung hatte das EU-Land Bulgarien im Januar ein Abkommen mit dem staatlichen türkischen Gashandelsunternehmen BOTAŞ unterzeichnet.

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Istanbul – Zur Sicherung seiner Gasversorgung hatte das EU-Land Bulgarien im Januar ein Abkommen mit dem staatlichen türkischen Gashandelsunternehmen BOTAŞ unterzeichnet.

Damit erhält der staatliche bulgarische Gasversorger Bulgargaz Zugang zu den Flüssiggas-Terminals und dem Gasnetz von BOTAŞ. Das neue Abkommen wird es der Türkei ermöglichen, ihre Nachbarn auf dem Balkan mit etwa der Hälfte seines jährlichen Energiebedarfs zu versorgen. Der Deal dürfte den Einfluss der Türkei im Energiesektor weiter ausbauen.

Bei einer feierlichen Zeremonie dockte am heutigen Mittwoch das erste Tankschiff am Marmara Ereğlisi LNG Terminal nahe der türkischen Stadt Tekirdağ an. An der Veranstaltungnahmen auch der bulgarische Energieminister Rosen Hristow, BOTAŞ-Geschäftsführer Burhan Özcan und Bulgargaz-Geschäftsführerin Denitsa Zlateva teil.

Hristow: „Das LNG hier wird in Zusammenarbeit mit BOTAŞ regasifiziert, gelagert und nach Bulgarien transportiert. Diese Zusammenarbeit wird die Gewährleistung der Energiesicherheit Bulgariens. Sie ist von großer Bedeutung für die Türkei. Sie ist nicht nur für Bulgarien wichtig, sondern für ganz Südost- und Mitteleuropa.“

Hristow betonte, dass bei der Erwähnung der Energiesicherheit nicht nur ein Land, sondern die gesamte Region erwähnt werden müsse. „Deshalb gewährleistet unsere Zusammenarbeit mit BOTAŞ in der Praxis die Energiesicherheit ganz Europas“.

Hristow wies darauf hin, dass diese Lieferung ein Anfang sei: „Wir arbeiten derzeit an weiteren Projekten, bei denen wir als Ganzes im Bereich Erdgas und Energie zusammenarbeiten können. Wir sehen die Türkei als verlässlichen Partner und werden unsere Zusammenarbeit definitiv ausbauen Am 25. und 26. April werden wir ein weiteres Abkommen unterzeichnen, das die Infrastruktur der Türkei, Bulgariens, Rumäniens, Ungarns und der Slowakei erweitern und es Südost- und Mitteleuropa ermöglichen wird, Gas in steigenden Mengen aus Aserbaidschan zu liefern.“ 

Bulgarien war fast vollständig von russischem Gas abhängig, sucht aber nach Alternativen, nachdem Moskau im April vergangenen Jahres die Lieferungen eingestellt hatte, weil Sofia sich weigerte, in Rubel zu zahlen. Im Rahmen des neuen Abkommens kann Bulgargaz die türkischen LNG-Terminals für Ladungen nutzen, die über das Gasnetz von BOTAŞ nach Bulgarien transportiert werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Laut dem bulgarischen Energieminister Rossen Hristow löst das Abkommen das Problem der unzureichenden Infrastruktur Bulgariens für die Entladung von verflüssigtem Erdgas.

„Mit diesem Abkommen sichern wir uns die Möglichkeit, Gas von allen globalen Produzenten zu kaufen und es in der Türkei zu entladen, was für Bulgarien logistisch am besten geeignet ist“, sagte der bulgarische Interims-Energieminister Rossen Hristow.

Bulgarien hat bereits einen langfristigen Vertrag mit Aserbaidschan über fast 1 Milliarde Kubikmeter Erdgas abgeschlossen, das es über das türkische Gasnetz bezieht. Der Rest des bulgarischen Bedarfs von etwas mehr als 3 Mrd. Kubikmetern pro Jahr wird durch LNG-Importe aus Griechenland gedeckt.

Bulgarien deckt derzeit etwa ein Drittel seines jährlichen Gasbedarfs durch die Einfuhr von einer Milliarde Kubikmeter aserbaidschanischem Gas und schließt Verträge mit Händlern ab, um den Rest über Griechenland zu beziehen.

Die Türkei importiert russisches Gas, und Moskau hat vorgeschlagen, ein Drehkreuz für russisches Gas in der Türkei einzurichten, was es Moskau theoretisch ermöglichen würde, seine Exporte mit Brennstoff aus anderen Quellen zu überlagern.

Hristow sagte weiter, Bulgarien könne nicht kontrollieren, welches Gas nach Bulgarien gelange, aber Sofia werde sicherstellen, dass es Verträge für LNG-Lieferungen unterzeichnet, die nicht aus Russland stammen.

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