Trotz Waffenstillstand
Gaza: Mindestens 29 Tote nach israelischen Angriffen

Rettungskräfte befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten, da derzeit noch mindestens zehn Personen unter den Trümmern zerstörter Gebäude vermisst werden.

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Gaza – Am heutigen Samstag erlebte der Gazastreifen einen der blutigsten Tage seit Inkrafttreten des Waffenstillstands im Oktober. Berichten aus Krankenhäusern und lokalen Quellen zufolge wurden bei koordinierten israelischen Angriffen mindestens 29 Palästinenser getötet.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden vor Ort handelte es sich um eine der schwersten Angriffswellen der letzten Monate. Die israelischen Streitkräfte nahmen seit den Morgenstunden insgesamt 17 Ziele im gesamten Gazastreifen unter Beschuss. Besonders betroffen waren demnach Gaza-Stadt und Chan Junis.

Angriffe auf Polizeistation und Zeltlager

Berichten zufolge trafen die Schläge unter anderem eine Polizeistation sowie ein Zeltlager für Binnenvertriebene. Neben den mindestens 28 bestätigten Todesopfern am Vormittag stieg die Zahl im Laufe des Tages weiter an. Mindestens 35 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Rettungskräfte befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten, da derzeit noch mindestens zehn Personen unter den Trümmern zerstörter Gebäude vermisst werden. Trotz des im Oktober vereinbarten Waffenstillstands, der eigentlich ein Ende der aktiven Kampfhandlungen herbeiführen sollte, berichten Beobachter vor Ort von einer kontinuierlichen Fortsetzung der militärischen Operationen.

International wächst die Sorge, dass diese jüngste Eskalation den ohnehin fragilen Waffenstillstand endgültig zum Scheitern bringen könnte. Eine offizielle Stellungnahme der israelischen Armee zu den heutigen Einsätzen steht noch aus.

Über 70.000 Todesopfer und weltweite Verurteilung

Diese jüngste Eskalation fügt sich in ein verheerendes Bild ein. Seit Beginn des Krieges sind laut aktuellsten Zahlen des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen – die inzwischen auch von internationalen Beobachtern und teilweise vom israelischen Militär als realistisch eingestuft werden – mindestens 70.100 Palästinenser getötet worden. Die überwältigende Mehrheit der Opfer, etwa 70 Prozent, sind nach UN-Angaben Frauen und Kinder.

Die internationale Gemeinschaft hat das Vorgehen Israels wiederholt und scharf verurteilt. Kritiker werfen der israelischen Führung eine unverhältnismäßige Kriegsführung vor, die das Überleben der Zivilbevölkerung im Gazastreifen systematisch gefährde.

Haftbefehle gegen Benjamin Netanjahu

Die juristischen Konsequenzen auf internationaler Ebene haben sich in den letzten Monaten massiv verschärft. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat bereits Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und weitere hochrangige Mitglieder seiner Regierung wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen.

Diese Haftbefehle schränken die diplomatische Bewegungsfreiheit Netanjahus massiv ein; so mied er erst kürzlich das Weltwirtschaftsforum in Davos, da die Schweiz ihre Verpflichtung zur Festnahme signalisiert hatte.

Präsident Erdoğan kritisierte die Blockadehaltung der israelischen Führung erst kürzlich scharf: ‚Wir sehen die Bilder von Kindern, die in Zelten im Schlamm ausharren müssen. Doch dieser Pharao namens Netanjahu lehnt jede Hilfe, selbst die Lieferung von Containern, ab. Aber seine Zeit wird kommen‘, so der türkische Staatschef im Januar.

Türkei: Haftbefehle gegen Netanjahu

Auch die Türkei hat ihre diplomatischen Bemühungen durch juristische Schritte untermauert. Ein Gericht in Istanbul hat im November 2025 offizielle Haftbefehle gegen Netanjahu sowie 36 weitere Mitglieder seiner Regierung erlassen.

Die türkische Justiz wirft der israelischen Führung Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Präsident Recep Tayyip Erdoğan betonte wiederholt, dass die Türkei alles in ihrer Macht Stehende tun werde, um die Verantwortlichen für das Leid im Gazastreifen vor Gericht zu bringen.

Die heutigen Angriffe drohen den ohnehin fragilen Waffenstillstand, der als erster Schritt eines Friedensplans galt, endgültig zu zerstören. International wächst die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Gewalt, um eine weitere humanitäre Katastrophe zu verhindern.

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