Iran-Krise
Istanbul-Gipfel: Teheran lehnt Uran-Kontrolle durch die Türkei vorerst ab

US-Iran-Gespräche in Istanbul: Während Trump auf Ergebnisse pocht, lehnt Teheran den Uran-Export ab. Hakan Fidan rät zu einer schrittweisen Verhandlungstaktik

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Teheran – Im Vorfeld der für Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Istanbul haben beide Seiten ihre Positionen präzisiert. Während Washington den Druck durch militärische Präsenz aufrechterhält, signalisierte Teheran am Dienstag Bedingungen für eine mögliche Reduzierung seiner Urananreicherung, lehnte jedoch den Export von Beständen ab.

Positionen aus Teheran: Uran-Transfer „nicht auf der Agenda“

Hochrangige iranische Sicherheitsbeamte, darunter Ali Shamkhani, ein Berater des Obersten Führers, erklärten am Dienstag (3. Februar), dass ein Transfer von angereichertem Uran ins Ausland derzeit „kein Thema“ der Verhandlungen sei. Damit reagierte Teheran auf Spekulationen, wonach Bestände als vertrauensbildende Maßnahme in Drittstaaten wie die Türkei oder Russland verbracht werden könnten.

Gleichzeitig signalisierte die iranische Führung jedoch eine gewisse Flexibilität: Laut Berichten von Anadolu und Reuters sei der Iran bereit, die Anreicherung von derzeit 60 % auf 20 % oder sogar auf das Niveau des Abkommens von 2015 (3,67 %) zu senken. Voraussetzung hierfür seien jedoch „reziproke Zugeständnisse“ und die Aufhebung von Sanktionen.

Washington: Trump setzt auf Diplomatie und Abschreckung

US-Präsident Donald Trump bestätigte am Montag im Oval Office, dass Washington auf diplomatische Signale aus Teheran warte. Er knüpfte das weitere Vorgehen der USA jedoch explizit an den Verlauf des Istanbul-Gipfels. Trump verwies dabei erneut auf die starke US-Präsenz in der Region – von ihm als „Armada“ bezeichnet – und warnte, dass ohne eine Einigung „schlimme Dinge passieren könnten“.

In Istanbul werden am Freitag der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghchi erwartet. US-Medien zufolge wird die US-Delegation durch Jared Kushner ergänzt, der bereits in der ersten Amtszeit Trumps eine zentrale Rolle in der Nahost-Diplomatie spielte.

Hakan Fidan mahnt zu pragmatischer Lösung

Der türkische Außenminister Hakan Fidan, der als Gastgeber des Treffens fungiert, hat in den letzten Tagen die Vermittlerrolle der Türkei hervorgehoben. Fidan betonte nach Gesprächen mit seinem iranischen Amtskollegen in Istanbul, dass die Türkei jegliche militärische Eskalation ablehne.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan (r.) und sein iranischer Amtskollege Abbas Araghchi

Fidans strategischer Rat an die Verhandlungspartner lautet, die komplexen Streitfragen nicht in einem einzelnen Mammut-Abkommen lösen zu wollen.

„Mein Rat an die amerikanischen Freunde ist: Schließt die Akten mit den Iranern nacheinander. Beginnt mit dem Atomprogramm, schließt es ab, und widmet euch dann dem nächsten Punkt“, so Fidan in einem Interview mit Al Jazeera. Die Türkei sieht in der regionalen Instabilität eine Gefahr, die über die Aufnahmekapazitäten der Nachbarstaaten hinausgehen könnte.

Regionale Einbindung

Das Treffen in Istanbul soll nach vorliegenden Informationen auch Vertreter aus Saudi-Arabien, Ägypten, Katar und den VAE einbeziehen. Diese breite regionale Beteiligung zielt darauf ab, eine Sicherheitsarchitektur zu schaffen, die über das bilaterale Verhältnis zwischen Washington und Teheran hinausgeht.

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