Corona-Pandemie
Infektiologe rechnet mit zweiter Impfung auch bei Johnson&Johnson-Präparat

Der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer erwartet, dass auch bei dem Johnson&Johnson-Impfstoff eine zweite Impfung erforderlich sein wird. "Ich habe große Zweifel, ob eine Spritze in der Praxis ausreichen wird", sagte Fätkenheuer dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

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Der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer erwartet, dass auch bei dem Johnson&Johnson-Impfstoff eine zweite Impfung erforderlich sein wird. „Ich habe große Zweifel, ob eine Spritze in der Praxis ausreichen wird“, sagte Fätkenheuer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Mit Blick auf sogenannte „Escape-Mutationen“, die sich an Impfungen anpassten, gehe er „stark von mehreren Impfungen pro Person aus“. Bisher hieß es, dass eine Dosis ausreiche. Dazu sagt der Experte, das Unternehmen habe planmäßig nicht auf eine zweite Impfung gesetzt, deshalb sei auch die Studie „von vornerein auf bloß eine Impfung angelegt“ gewesen. „Rein medizinisch ergibt es für mich keinen Sinn, den einen Impfstoff doppelt und den anderen nur einmal zu verimpfen“, so der Infektiologe.

Fätkenheuer begrüßte die Empfehlung der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für das Vakzin: „Wir brauchen die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unbedingt, um diese Pandemie zu bekämpfen.“ Es gebe sehr seltene schwere Nebenwirkungen. „Für mich steht aber außer Frage, dass der Nutzen die Nachteile überwiegt. Das gilt für beide Mittel.“

Die angegebene Wirksamkeit von 67 Prozent bewertete er als „irreführend“. Auch bei Astrazeneca sei die offiziell angegebene Wirksamkeit „wenig vielversprechend“ gewesen. „Daten aus der Praxis haben dann aber gezeigt, dass das Mittel sehr sicher vor schweren Verläufen und Todesfällen schützt – zu beinahe 100 Prozent. Ähnliches erwarte ich beim Impfstoff von Johnson & Johnson.“

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