Operation "Irini"
Türkei: Oppositionsführer Kılıçdaroğlu fordert Antworten von Erdogan

Am 22. November wurde das türkische Frachtschiff MV Rosaline A in internationalen Gewässern des Mittelmeers von einem Kriegsschiff der deutschen Marine angehalten und durchsucht.

Teilen

Ankara – Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan erneut aufgefordert, Stellung zu beziehen zu seinen Vorwürfen bezüglich der Kontrolle des türkischen Containerschiffs „Roseline A“ im Rahmen der Operation „Irini“ durch die Bundeswehr im Mittelmeer.

Kılıçdaroğlu stellte erneut die Frage, warum die Türkei so lange gebraucht habe, die Anfrage der Bundeswehr für eine Kontrolle des Schiffes zu beantworten.

„Ich habe diese Frage vor einigen Tagen gestellt, aber ich habe keine Antwort erhalten. Deshalb stelle ich erneut die Frage: Warum haben Sie nicht rechtzeitig auf das Ersuchen für die Inspektion geantwortet? Warum konnten sie [die EU] die Regierung fünf Stunden lang nicht erreichen?“, so Kılıçdaroğlu im Gespräch mit Reportern.

„Der griechische Kommandeur, Italien und Deutschland, teilten der Türkei mit, dass sie eine Untersuchung durchführen werden. Es vergingen vier Stunden, und die Türkei beantwortete die Anfrage nicht. Vier Stunden, weil niemand Erdogan erreichen konnte. Dann riefen sie unsere Botschaft in Rom an. Eine weitere Stunde verging“, betonte Kılıçdaroğlu. Dann gelte die sogenannte „silcence procedure“, das Verfahren der stillschweigenden Zustimmung der NATO.

Kılıçdaroğlu: „Wenn jemand nicht antwortet, dann bedeutet das, dass er einwilligt, akzeptiert. Dann erst wurde die Durchsuchung auf dem Schiff durchgeführt“.

Die Operation Irini war Ende März beschlossen worden. Neben dem Waffen- soll der Einsatz auch Öl- und Kraftstoffschmuggel verhindern. Nach Ansicht der Türkei wurde die Aktion „ohne Befugnis und mit Gewaltanwendung durchgeführt“. Auch Oppositionsmedien bezeichneten die Durchsuchung als „Piraterie“.

Peter Stano, der Pressesprecher der EU für Außenpolitik erklärte in Brüssel: „Die Operation Irini stellt einen Antrag auf Überprüfung. Wenn das Land, das für das Schiff verantwortlich ist, sagt, dass es mit der Inspektion nicht einverstanden ist, kann die Inspektion nicht durchgeführt werden. In diesem Fall und in vielen Fällen von Inspektionen erstattet die Operation Irini also Bericht an die UNO. Es gab natürlich einige Kontakte zwischen uns und den türkischen Partnern, denn die Türken informierten uns, dass sie uns die Genehmigung für die Inspektion nicht geben.“

Auch interessant

Anthropic IPO: Claude learned about it from its users

San Francisco/Berlin – There is news about the company that makes Claude — and Claude itself was "the last" to find out. A NEX24-reader shared...

Kommentar: „Der Zionismus besteht aus Lügen“

Ein Gastkommentar Michael Thomas Seit vielen Jahren bereits bin ich über die dröhnende Stille, die das „Thema Israel“ innerhalb jüdischer Gemeinden umfängt, sehr verwundert. Denn...

CHP: „Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Partei“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Parteien kann exemplarisch an der ältesten Partei der Türkei, der CHP, beobachtet werden. Die...

Hormuz-Umgehung: Türkei kündigt historische Hedschas-Bahn an

Ankara/Istanbul – Die Hormus-Krise hat Europa an einem empfindlichen Nerv getroffen — und der Türkei eine historische Chance eröffnet. Während Europa über steigende Energiepreise...

Mattner: „Die Siedlerkinder wirkten auf mich deutlich radikaler“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich weiß, ich weiß. Jetzt kommt gleich wieder: „Aber die palästinensischen Kinder werden doch von klein auf zu Judenhassern erzogen!“  Ja....

Headlines

Hormuz-Umgehung: Türkei kündigt historische Hedschas-Bahn an

Ankara/Istanbul – Die Hormus-Krise hat Europa an einem empfindlichen Nerv getroffen — und der Türkei eine historische Chance eröffnet....

CHP: „Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Partei“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Parteien kann exemplarisch an der ältesten Partei der Türkei,...

„You’re fucking crazy“: Trump brüllt Netanyahu an

Washington/Jerusalem - Es war laut Berichten eines der schlimmsten Telefonate zwischen Donald Trump und Benjamin Netanyahu seit Trumps Rückkehr...

Mattner: „Die Siedlerkinder wirkten auf mich deutlich radikaler“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich weiß, ich weiß. Jetzt kommt gleich wieder: „Aber die palästinensischen Kinder werden doch von...

Meinung

Hormuz-Umgehung: Türkei kündigt historische Hedschas-Bahn an

Ankara/Istanbul – Die Hormus-Krise hat Europa an einem empfindlichen Nerv getroffen — und der Türkei eine historische Chance eröffnet. Während Europa über steigende Energiepreise...

Mattner: Die Willkommenskultur war eine Fassade

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich habe immer gewusst, dass es in diesem Land Vorurteile gibt. Gegen Minderheiten. Gegen Migranten. Gegen Menschen, die nicht ins...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...