Religiöse Fanatiker, machthungrige Diktatoren: Chaos im Orient
TV-Tipp: „Gäste bei Sandra Maischberger“ am 25.08. um 22.45 Uhr im Ersten

Sandra Maischberger diskutiert nach einem „Weltspiegel Extra“ zum Thema „Terror, Krieg und der Traum vom Kurdenstaat“ u. a. mit dem Journalisten und Nahostexperten Ulrich Kienzle und dem deutsch-türkischen Unternehmer Remzi Aru.

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Gäste bei Sandra Maischberger am 25.08. um 22.45 Uhr im Ersten„Religiöse Fanatiker, machthungrige Diktatoren: Chaos im Orient“

Der „Islamische Staat“ terrorisiert weiter die arabische Welt, erklärte dem „Teufel Erdogan“ jetzt den Krieg. In Syrien tobt seit Jahren ein brutaler Bürgerkrieg. Millionen Menschen sind auf der Flucht, viele wollen nach Europa. Wer die Bösen sind, scheint für den Westen klar zu sein. Wer aber sind die Guten im Mittleren Osten? Droht auf Jahrzehnte die Selbstvernichtung einer ganzen Region?

Gäste:

Remzi Aru, Sprecher der Türken (Unternehmer)
„Mit Erdogan hat sich die Türkei sehr gut entwickelt. Das Land ist demokratisch und die Presse ist freier als in Deutschland. Die Türkei ist für viele Länder der arabischen Welt ein Vorbild“, meint der türkisch-deutsche Unternehmer, der im letzten Jahr den umstrittenen Wahlkampfauftritt Erdogans in Köln und Berlin organisierte. Der 47-Jährige ist sich sicher, dass „die AKP und Erdogan auf unbestimmte Zeit weiter die türkische Politik bestimmen werden“. Die jüngsten Angriffe gegen die kurdische PKK befürwortet der AKP-Wähler. „Das war zwingend notwendig. Man hat lange genug mit der Terrororganisation gesprochen. Die haben die Friedensgespräche beendet, indem sie Menschen umgebracht haben.“

Düzen Tekkal (Fernsehjournalistin)
„Der Zustand meiner Religionsgemeinschaft hat mich zur Kriegsreporterin gemacht“, sagt die Jesidin kurdischer Abstammung. Düzen Tekkal reiste mehrmals ins IS-Kriegsgebiet im Nordirak und Syrien. Dort sprach sie unter anderem mit Frauen, die von IS-Kämpfern verschleppt und vergewaltigt wurden. Mit Sorge beobachtet sie den eskalierenden Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden. „Ausgerechnet der IS profitiert davon“, fürchtet die Filmemacherin.
— mit Düzen Tekkal.

Ulrich Kienzle (Journalist und ehem. ARD-Korrespondent)
Dem türkischen Staatspräsidenten gehe es um den Machterhalt, so die Einschätzung des früheren ARD-Korrespondenten für die arabische Welt. „Seine Vereinbarung mit den USA, einen Krieg gegen den Terrorismus zu führen, hat Erdogan in erster Linie dazu ausgenutzt, gegen die PKK vorzugehen.“ Mit diesen Bombardierungen hoffe er Unsicherheit zu schüren. Seine düstere Prognose für den Mittleren Osten: „Die Region wird unruhig bleiben, es wird weiter Gewalt und es wird weiter Krieg geben.“
— mit Ulrich Kienzle hier:Foto: WDR/Max Kohr.

Jürgen Todenhöfer (Bestsellerautor)
„Der ‚Islamische Staat’ ist nicht mit Krieg zu besiegen“, sagt der Publizist, der mit seinen Reiseberichten aus Afghanistan, Syrien, aus dem Iran oder zuletzt aus dem „Islamischen Staat“ die Debatte über den Mittleren Osten prägt. Der IS beherrsche mittlerweile ein Gebiet, das größer sei als Großbritannien, und plane die „größte religiöse Säuberungsaktion der Geschichte“. Im nordirakischen Mossul etwa, einer der Hochburgen des IS, wo Jürgen Todenhöfer sich einige Tage aufhielt, seien tausende Jesiden vertrieben oder getötet worden, ebenso Tausende Schiiten.
— mit Jürgen Todenhöferhier: Foto: dpa.

 

 

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