Cybercrime
Online-Reisebuchung: Zahl der Betrugsfälle steigt

Was im Online-Handel schon an der Tagesordnung ist, wird auch im Online-Reisegeschäft zu einer wachsenden Bedrohung: Betrüger ahmen sogar Websites realer Anbieter nach. Verbraucher zahlen, ohne dass gebucht wird.

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München (ots) – Was im Online-Handel schon an der Tagesordnung ist, wird auch im Online-Reisegeschäft zu einer wachsenden Bedrohung: Betrug durch Cyberkriminelle. Das zeigt eine aktuelle Warnung des britischen Verbands der Reisevermittler (Association of British Travel Agents, ABTA). Die Organisation verzeichnet eine steigende Zahl an Beschwerden von Verbrauchern, die durch nachgeahmte Reisebüro-Websites hereingelegt wurden. Auch in Deutschland wächst laut Online-Markenschützer NetNames die Gefahr. Ein genauer Blick auf Angebot und Anbieter vor der Buchung hilft Verbrauchern, sich zu schützen.

Unglücklicherweise fällt der Online-Betrug oft erst bei der Ankunft am Flughafen oder am Reiseziel auf, wenn Flugtickets nicht gültig oder Zimmer nicht reserviert sind. Das ist doppelt ärgerlich, da die Geschädigten dadurch nicht nur Geld verlieren, sondern auch wertvolle Urlaubszeit. Umso wichtiger ist es, die Maschen der Betrüger zu kennen und einige grundsätzliche Sicherheitstipps zu befolgen.

Die Maschen der Betrüger

„Eine der Online-Betrugsmaschen ist es, die Website realer Reiseveranstalter nachzuahmen“, so André Stadelmaier, Sprecher von NetNames Deutschland. „Anschließend werden die gefälschten Seiten unter einer ähnlichen Adresse wie die Original-Website – zum Beispiel mit einer leicht anderen Schreibweise oder einer anderen Domain-Endung – ins Internet gestellt. Dadurch landen einige Verbraucher direkt auf den Websites, weil sie sich vertippen oder die falsche Domain-Endung eingeben. Oft führen außerdem Internet- und Social-Media-Anzeigen zu solchen auf den ersten Blick seriösen Angeboten.“

Stadelmaier weiter: „Ein anderer typischer Weg ist die Schaffung komplett neuer Internetauftritte mit Fantasienamen, die vorgeben, Flüge oder Zimmer zu vermitteln. Um Besucher zu den betrügerischen Angeboten zu lenken, werden die Scheinanbieter anschließend in Kommentaren auf bekannten Bewertungsportalen wie TripAdvisor empfohlen. Dazu kommen auch bei dieser Masche häufig Online- und Social-Media-Anzeigen, die direkt zu den kriminellen Seiten verlinken.“

Was Verbraucher tun können

„Um nicht auf Betrüger hereinzufallen, sollten Verbraucher vor der Buchung versuchen, ein Gefühl für die Echtheit und Vertrauenswürdigkeit eines Angebots zu bekommen“, rät André Stadelmaier. „Ein guter Indikator für betrügerische ist zum Beispiel der Preis. Wenn eine Buchungsplattform, die nicht zu einem der großen Reiseanbieter gehört, einen Flug oder eine Reise weit günstiger anbietet als andere, ist das Angebot vielleicht tatsächlich zu gut, um wahr zu sein.“

Stadelmaier weiter: „Stutzen sollten Käufer auch, wenn die Web-Adresse noch nicht lange vergeben ist. Über die Website www.who.is lässt sich das meist schnell herausfinden. Nach Eingabe der URL zeigt das Portal – abhängig von der jeweiligen Domain-Endung – verschiedene Daten zur Website an, darunter auch das Datum der Registrierung. Ist die Webseite schon mehrere Jahre alt, ist dies ein Zeichen dafür, dass sie vertrauenswürdiger ist als eine Seite, die zum Beispiel erst kürzlich registriert wurde.“

„Wer sich nicht hundertprozentig sicher ist, mit wem er es zu tun hat, sollte die Reise auf keinen Fall per Überweisung oder Western Union bezahlen“, ergänzt der NetNames-Sprecher. „Kreditkarten bieten hier zumindest einen gewissen Schutz. Außerdem sollten grundsätzlich keine persönlichen Details oder Kreditkarten-Angaben übermittelt werden, wenn die Übertragung nicht durch eine SSL-Verbindung gesichert ist. Eine SSL-Verbindung wird bei besonders aufwändiger Sicherung über eine farbig hervorgehobenen Browser-Adresszeile oder andernfalls über ein Vorhängeschloss-Symbol angezeigt.“

 

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