Thrombosen gehören zu jenen Gesundheitsrisiken, die oft unterschätzt werden. Besonders nach Operationen, während längerer Bettlägerigkeit oder in der Phase nach einer Geburt steigt das Risiko, dass sich ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen bildet. Medizinische Anti-Thrombose-Strümpfe sind deshalb ein entscheidender Bestandteil der modernen Prävention – und weit mehr als nur fest sitzende Strümpfe.
Was Anti-Thrombose-Strümpfe leisten
Anti-Thrombose-Strümpfe üben einen abgestuften Druck auf das Bein aus. Dieser Druck ist am Knöchel am stärksten und nimmt nach oben hin ab. Dadurch wird der venöse Blutfluss unterstützt – ein entscheidender Mechanismus, um Stauungen in den Venen zu vermeiden und die Gefahr einer gefährlichen tiefen Venenthrombose zu reduzieren.
Hersteller wie Solidea setzen auf hochwertige, bakteriostatische Funktionsgarne, die Keimwachstum hemmen und Geruchsbildung vorbeugen. Gleichzeitig bleibt das biologische Gleichgewicht der Haut erhalten, was besonders bei längerer Tragedauer vorteilhaft ist.
Die dreidimensional gewebten Maschenstrukturen sorgen nicht nur für hohen Tragekomfort, sondern regen zusätzlich die Mikrozirkulation im Unterhautgewebe an – ein Effekt, der bei der postoperativen Regeneration eine wichtige Rolle spielt.
Warum sie im Krankenhaus unverzichtbar sind
Der menschliche Körper ist auf Bewegung angewiesen, um das venöse Blut aus den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren. Fällt diese Muskelpumpe aus – etwa während einer Operation oder durch Bettruhe –, steigt die Gefahr, dass Blut in den tiefen Venen stehen bleibt.
Anti-Thrombose-Strümpfe wirken genau diesem Risiko entgegen. Durch die Kompression verringert sich das Venenvolumen, weshalb das Blut schneller fließen kann. Die typischen Ursachen einer Thrombose, darunter Stauung und verlangsamter Rückstrom, werden dadurch abgeschwächt oder ganz verhindert.
Viele Modelle verfügen über Inspektionsöffnungen an den Zehen, mit denen medizinisches Personal jederzeit den Zustand der Durchblutung beurteilen kann. Dies erleichtert die Überwachung, besonders bei frisch operierten oder immobilen Patienten.
Die verschiedenen Bauformen und ihre Einsatzgebiete
Moderne Anti-Thrombose-Strümpfe werden für unterschiedliche klinische Situationen entwickelt. Die wichtigsten Varianten sind:
Knielange Strümpfe
Sie reichen von der Fußspitze bis unter das Knie und gehören zu den Standardlösungen bei vielen Operationen und kürzeren Krankenhausaufenthalten. Charakteristisch sind die elastischen Garne, das sanfte Gewebe und die hygienischen Eigenschaften, die auch bei häufigem Waschen erhalten bleiben.
Halterlose Schenkelstrümpfe
Diese Modelle beginnen im mittleren Oberschenkelbereich und eignen sich, wenn eine größere Beinfläche komprimiert werden muss – zum Beispiel nach gynäkologischen Eingriffen, orthopädischen Operationen oder nach einer Geburt.
Ein Silikonabschluss am oberen Rand sorgt dafür, dass der Strumpf nicht nach unten rutscht, selbst wenn die Hautstruktur weicher oder das Beinvolumen höher ist. Die Kompressionsstärken liegen häufig im Bereich von 15 bis 18 mmHg und sind für längere Krankenhausaufenthalte ideal.
Einseitige Schenkelstrümpfe mit Hüftbefestigung
Wenn nur ein Bein betroffen ist – etwa nach einer Beinoperation –, kommen spezielle Modelle mit Hüftgurt zum Einsatz. Der verstellbare Bund bietet Stabilität und ermöglicht eine sichere Anwendung, ohne dass der Strumpf verrutscht.
Diese Variante wird sowohl bei venösen als auch bei lymphatischen Rückflussstörungen eingesetzt und trägt zur Ödemreduktion nach operativen Eingriffen bei.
Strümpfe für Personen mit höherem BMI
Für Menschen mit stark erhöhtem Körpergewicht wurden spezielle Strümpfe entwickelt, die auch an voluminösen Gliedmaßen zuverlässig sitzen.
Verstärkte Silikonabschlüsse verhindern das Einrollen des Materials, sodass die medizinische Kompression auch bei entspannter oder weicher Haut erhalten bleibt. Diese Versionen dienen ebenfalls der Vorbeugung von tiefer Venenthrombose und Lungenembolie und werden oft bei Langzeitpatienten eingesetzt.
Materialeigenschaften und Hygiene
Eines der wichtigsten Merkmale ist die Waschbarkeit bei hohen Temperaturen. Einige Strümpfe behalten selbst bei 80 °C ihre Funktionsfähigkeit, was eine hygienische Aufbereitung ermöglicht – ein entscheidender Faktor im Klinikalltag.
Die verwendeten Funktionsgarne bestehen typischerweise aus einem Polyamid-Elastan-Mix. Dieser sorgt für Elastizität, Haltbarkeit und ein angenehmes Hautgefühl. Silberionen wirken antimikrobiell, reduzieren Bakterienansammlungen und tragen so zu einem gesunden Hautklima bei.
Für wen Anti-Thrombose-Strümpfe geeignet sind
Der Einsatz erfolgt immer auf ärztliche Empfehlung. Typische Indikationen sind:
- bevorstehende oder kürzlich durchgeführte chirurgische Eingriffe
- längere Immobilität oder Bettlägerigkeit, z. B. bei älteren oder neurologischen Patienten
- der Zeitraum nach einer Geburt
- ausgeprägte Neigung zu venösen oder lymphatischen Rückflussstörungen
- postoperative Ödeme
Gerade ältere oder multimorbide Patienten profitieren stark von der verbesserten Durchblutung und der Stabilisierung des venösen Systems.
Wann sie nicht verwendet werden dürfen
Wie bei allen medizinischen Hilfsmitteln gibt es klare Kontraindikationen. Dazu zählen:
- arterielle Durchblutungsstörungen
- schwere Neuropathien
- extrinsische Kompressionen der Venen
- nicht kompensierte Herzinsuffizienz
- bestimmte rheumatische Erkrankungen wie Fibromyalgie
- Materialunverträglichkeiten
Auch die Kompressionsklasse sollte nicht eigenmächtig gewählt werden – sie wird idealerweise durch medizinisches Fachpersonal festgelegt.
Fazit
Anti-Thrombose-Strümpfe sind ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Medizin. Sie schützen vor lebensgefährlichen Komplikationen, fördern die Heilung und stabilisieren postoperative Ergebnisse.
Durch innovative Materialien, präzise abgestufte Kompression und Modelle für unterschiedliche Bedürfnisse lassen sie sich heute passgenau auf den Patienten abstimmen.
Ob nach einer Operation, während eines langen Krankenhausaufenthalts oder in der Zeit nach der Geburt, richtig eingesetzt, sind sie ein wirksames Mittel, um den Blutkreislauf zu unterstützen und Thrombosen zuverlässig vorzubeugen.
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