Griechenland
NGO der Westthrakien-Türken schließt Abgeordneten und Bürgermeister aus Beitrat aus

Der Beirat der türkischen Minderheit in Westthrakien hat in einer Sitzung den Ausschuss des Abgeordneten Ilhan Ahmet und des Bürgermeisters von Yassiköy/Iasmos, Önder Mümin, aus der zivilgesellschaftlichen Institution beschlossen.

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Gümülcine/Komotini – Der Beirat der türkischen Minderheit in Westthrakien (BTTADK) hat in einer Sitzung am 12. Juni den Ausschuss des Abgeordneten der PASOK/KINAL-Partei, Ilhan Ahmet und des Bürgermeisters von Yassiköy/Iasmos, Önder Mümin, aus der zivilgesellschaftlichen Institution beschlossen.

In einer Presseerklärung teilte die NGO mit:

„Seit der Überlassung der türkischen Minderheit in Westthrakien seitens der Türkei an Griechenland sind fast 100 Jahre vergangen. Bis heute ist kein Abgeordneter oder Bürgermeister der Minderheit in die Gedankenlosigkeit verfallen und hat die Institutionen und Organisationen der Minderheit beleidigt oder für politische Zwecke instrumentalisiert. Anders ausgedrückt ist niemand auf die Idee gekommen und hat die einhundertjährige Ausrichtung der Minderheit sowie politische Linie durch sein Auftreten und sein Verhalten beschädigt.“

Die BTTADK wies ferner auf den am 24. Juli 1923 geschlossenen Vertrag von Lausanne hin, bei dem die Türkei den Schutz der Rechte der Minderheit Griechenland überlassen habe und die Garantiemacht der Minderheit sei weiterhin die Republik Türkei. Wer nach fast 100 Jahren zum eigenen Vorteil die Vertreter der Institutionen und Organisationen der Minderheit in aller Öffentlichkeit durch Äußerungen erniedrige und diesbezüglichen Ermahnungen keine Beachtung schenke, habe es nicht verdient weiter Mitglied des Beirats der türkischen Minderheit zu sein.

Griechenland weigert sich türkische Minderheit anzuerkennen

Nach der Definition des griechischen Staates gibt es in Griechenland keine türkische Volksgruppe, sondern Griechen muslimischer Herkunft. Schätzungen zufolge beläuft sich die Zahl der türkischen Minderheit in Westthrakien auf circa 150.000 Menschen. Die Rechte der türkisch-muslimischen Minderheit waren im Lausanner Vertrag geregelt. Eines der größten Probleme der türkischen Minderheit ist die Weigerung Athens, deren ethnische Zugehörigkeit anzuerkennen und stattdessen den Begriff „muslimische Minderheit“ Verwendung findet.

Vereine, die in ihrem Namen den Begriff Türkisch führten, wurden verboten

In den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die griechisch-türkischen Beziehungen gut waren, verwendeten griechische Behörden die ethnische Titulierung „türkische Minderheit“, allerdings wurde diese Bezeichnung mit dem griechischen Militärputsch des Obristen-Regimes 1967 wieder abgeschafft.

Ab den 80er-Jahren wurden in Griechenland Vereine verboten, die in ihren Satzungen den Begriff „Türkisch“ enthielten, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Urteil 2008 diese Praxis untersagte, haben griechische Behörden das Urteil des EGMR) bis heute nicht umgesetzt. Griechenland argumentiert, der Lausanner Vertrag beinhalte lediglich die Bezeichnung „muslimische Minderheit“ und daher sei sie nicht verpflichtet, einen ethnischen Begriff zu verwenden.

Kemal Bölge

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